Die Erfindung betrifft einen Malbogen, insbesondere für Aquarell-
und Acrylmalerei, mit einem zu bemalenden Zentralbereich, der durch eine Mehrzahl
von geraden Strecken begrenzt ist. Nach der Fertigstellung der Gemälde sollen Malbögen
häufig der Betrachtung zugänglich gemacht werden, indem sie als Wandschmuck aufgehängt
werden oder auf einer geeigneten Unterlage aufgestellt werden. Zum Aufstellen ist
der Malbogen an sich nicht stabil genug, er muss mit Hilfsmitteln stabilisiert werden.
Beim Aufhängen des Bogens an die Wand ist es zur Verbesserung des optischen Eindrucks
häufig erwünscht, dass der Bogen einen gewissen Abstand zur Wand einhält, anstatt
dort flach zu hängen.
Bisher war es üblich, den Malbogen sowohl zum Aufhängen als auch zum
Aufstellen auf einen separaten Rahmen, bspw. einen sogenannten Keilrahmen aus Holz
aufzuspannen. Dazu wurde der Malbogen mit seiner Rückseite auf einen Rahmen mit
passender Größe aufgelegt und mit Hilfe geeigneter Mittel am Rahmen befestigt. Die
Befestigung konnte bspw. mit Klebstoffen oder mit Heftklammern erfolgen. Dieses
Vorgehen ist umständlich, weil zum einen ein separater Rahmen vorhanden sein musste
und zum zweiten das Aufspannen und Befestigen eine Anzahl von Arbeitsschritten erforderte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Malbogen der eingangs
genannten Art zu schaffen, der mit geringem Aufwand für das Aufhängen oder Aufstellen
vorbereitet werden kann.
Die Aufgabe wird gelöst durch einen Malbogen mit den Merkmalen des
Hauptanspruchs, vorzugsweise weitergebildet durch die Merkmale der Unteransprüche.
Der Malbogen umfasst einen zu bemalenden Zentralbereich, der durch
eine Mehrzahl von geraden Strecken begrenzt ist. An die geraden Strecken grenzen
Randstücke an. Erfindungsgemäß sind der Zentralbereich und die Randstücke durch
Nutungen entlang der geraden Strecken getrennt. Eine Nutung bezeichnet eine Ausbildung,
die eine Soll-Knickstrecke des Malbogens definiert. Die Soll-Knickstrecke wird erzeugt,
indem die Materialstruktur des Malbogens entlang der Strecke derart geschwächt wird,
dass sie gegenüber quer zur Ebene des Malbogens wirkenden Biegekräften weniger widerstandsfähig
ist. Der auf der einen Seite der Nutung liegende Teils des Malbogens lässt sich
entlang der Nutung leicht gegenüber dem auf der anderen Seite liegenden Teil falten.
Im Ausgangszustand (Malzustand) ist der Malbogen flach. Der Zentralbereich
und die Randstücke liegen in einer Ebene. Um den Malbogen in den Rahmenzustand zu
bringen, werden die Randstücke entlang der Nutungen gefaltet, so dass ein außerhalb
der Malebene liegender Rahmen entsteht.
Die Randstücke sind weiterhin zumindest zum Teil mit Eckverbindern
ausgestattet. Im Rahmenzustand sind die Randstücke entlang der Nutungen gefaltet,
wobei der oder die Eckverbinder eines Randstücks flächig an einem benachbarten Randstück
liegen. Durch die Eckverbinder wird der von den Randstücken gebildete Rahmen stabilisiert.
Zur weiteren Stabilisierung können die Eckverbinder mit den Randstücken, an denen
sie flächig aufliegen, fest verbunden werden, bspw. mit Klebstoff oder Heftklammern,
erforderlich ist eine solche Verbindung jedoch nicht.
Der Malbogen mit Zentralbereich, Randstücken und Eckverbindern ist
einstückig ausgebildet, besteht also aus einem einzelnen Materialstück. Im Malzustand
liegen Zentralbereich, Randstücke und Eckverbinder allesamt in einer Ebene. Durch
geeignetes Falten und Positionieren von Zentralbereich, Randstücken und Eckverbindern
zueinander entsteht der außerhalb der Malebene liegende Rahmen. Der Malbogen befindet
sich damit im Rahmenzustand. Die Vorzüge des erfindungsgemäßen Malbogens bestehen
darin, dass er auf einfache Weise aus einem einzelnen Materialstück hergestellt
werden kann und dass er ohne weiteres Zubehör und ohne Werkzeug zum Aufhängen bzw.
Aufstellen vorbereitet werden kann.
Die Anzahl der Randstücke stimmt vorzugsweise mit der Anzahl der geraden
Strecken, die den zu bemalenden Zentralbereich begrenzen, überein. Auf diese Weise
wird der Zentralbereich in alle Richtungen durch ein Randstück begrenzt. Die Randstücke
bilden nach dem Falten einen geschlossenen Rahmen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist der zu bemalende Zentralbereich
rechteckig, vorzugsweise quadratisch. Möglich ist es aber auch, dass der Zentralbereich
eine andere Form hat. Er kann bspw. Rauten- oder Trapezform haben. Ebenfalls nicht
zwingend ist es, dass der Zentralbereich durch vier gerade Strecken begrenzt ist.
Denkbar sind auch drei- oder mehreckige Formen.
Neben den Übergängen zwischen Zentralbereich und Randstücken können
auch die Übergänge zwischen Eckverbindern und Randstücken mit Nutungen versehen
sein. Auf diese Weise können auch die Eckverbinder entlang einer Soll-Knickstrecke
gefaltet werden, so dass der Rahmenzustand einfacher erreichbar ist.
In einer vorteilhaften Ausführungsform stehen die Eckverbinder mit
nicht nur einem, sondern mit zwei Randstücken über Nutungen in
Verbindung. Diese weitere Verbindung zwischen Eckverbinder und Randstück stabilisiert
den Rahmen zusätzlich. Um die Randstücke trotz der festen Verbindung zu benachbarten
Randstücken aus der Malebene, die der Ebene des Zentralbereichs entspricht, heraus
falten zu können, ist ein Falten der Eckverbinder in sich Voraussetzung. Um dieses
Falten des Eckverbinders in sich zu erleichtern, können die Eckverbinder mit zusätzlichen
Nutungen quer durch die Fläche des Eckverbinders versehen sein. Es müssen nicht
zwangsläufig alle Eckverbinder an zwei Seiten fest sein, ein Teil kann unverändert
mit nur einem Randstück verbunden sein.
Weiterhin können die Randstücke mit Verstärkungsstücken ausgestattet
sein, die über Nutungen an die Randstücke angrenzen. Nach Umfalten der Verstärkungsstücke
entlang dieser Nutungen um 180 Grad kommen die Verstärkungsstücke flächig auf den
Randstücken zu liegen. Es ist nicht zwingend erforderlich, dass jedes Randstück
mit einem Verstärkungsstück versehen ist, es reicht aus, wenn dies für einen Teil
der Randstücke gilt. Um dem Rahmen eine größere Stabilität zu verleihen, können
die flächig aufeinander liegenden Rand- und Verstärkungsstücke einen Eckverbinder
zwischen sich einschließen. Der Eckverbinder wird so fest in seiner Position gehalten.
Zur weiteren Stabilisierung können die Verstärkungsstücke mit Sicherungslaschen
ausgestattet sein, die über Nutungen an die Verstärkungsstücke angrenzen. Nach Umfalten
der Sicherungslaschen über diese Nutungen um 180° kommen diese auf den Verstärkungsstücken
zu liegen. Wiederum ist es nicht erforderlich, dass jedes Verstärkungsstück eine
Sicherungslasche aufweist, es reicht, wenn dies für einen Teil gilt. Vorteilhafterweise
ist die Sicherungslasche so ausgebildet, dass sie nach dem Umfalten ein Element
des Kartonbogens hintergreift, das mit einem benachbarten Randstück verbunden ist.
Dieses Element des Kartonbogens kann ein Eckverbinder sein, es kann aber auch eine
speziell zu diesem Zweck vorgesehene zusätzliche Lasche sein. Die hinter dem Element
des benachbarten Randstücks eingreifende Sicherungslasche stabilisiert den Rahmen
zusätzlich.
Die Verstärkungsstücke können ferner mit Verbindungslaschen ausgestattet
sein. Die Verbindungslaschen kommen an einem jeweils benachbarten Randstück flächig
zu liegen, wenn die Randstücke zu einem Rahmen gefaltet sind. Zur Aufnahme der Verbindungslasche
kann das Verstärkungsstück des benachbarten Randstücks eine Aussparung aufweisen.
Vorzugsweise umfasst der Malbogen weiterhin ein Aufnahmeelement für
eine Wandbefestigungseinrichtung. Dieses Aufnahmeelement kann bspw. aus einer oder
mehreren zusätzlichen Laschen bestehen, die an der oberen Seite des Rahmens angeordnet
sind. Diese Laschen sind mit Löchern versehen, durch die bspw. ein in die Wand eingeschlagener
Nagel hindurchgeführt werden kann. Um ausreichende Stabilität zu bieten, kann das
Aufnahmeelement verstärkt sein, bspw. indem es aus mehreren übereinander gefalteten
Lagen des Bogens besteht.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen
beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
1 einen erfindungsgemäßen Malbogen im
Malzustand;
2 den Malbogen aus 1
im Rahmenzustand;
3 eine weitere Ausführungsform eines
erfindungsgemäßen Malbogens im Malzustand;
4 eine Ausschnittsvergrößerung aus
3 in teilweise zusammengefaltetem Zustand;
5 den Malbogen aus 3
im Rahmenzustand in rückseitiger Perspektive;
6 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Malbogens mit Verbindungslaschen,
7 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Malbogens mit nur drei Randstücken; und
8 eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Malbogens mit einem anderen Format des Zentralbereichs.
Ein in 1 dargestellter Malbogen hat einen
Zentralbereich, der als Malfläche 1 dient. An vier gerade Strecken
1a, die die Malfläche 1 begrenzen, schließen sich vier Randstücke
2 an. Entlang der geraden Strecken 1a ist der Malbogen mit Nutungen
2a versehen. Eine Nutung ist eine Soll-Knickstrecke, die dadurch gebildet
wird, dass das Material des Malbogens entlang dieser Strecke in der Form geschwächt
wird, dass es weniger widerstandsfähig gegenüber quer zur Strecke wirkenden Biegekräften
ist. Entlang der Nutungen 2a können die Randstücke 2 leicht gegenüber
der Malfläche 1 gefaltet werden, so dass eine exakte Begrenzung der Malfläche
1 entsteht. An die Randstücke 2 grenzen Eckverbinder
3 an. Für ein leichtes Falten sind die Übergänge zwischen den Randstücken
2 und den Eckverbindern 3 mit Nutungen 3a versehen. Alle
gezeigten Elemente liegen plan in einer Ebene. Der Malbogen kann auf einer geeigneten
Fläche ausgebreitet und bemalt werden, er befindet sich im Malzustand.
Um den Malbogen in den in 2 gezeigten
Rahmenzustand zu bringen, werden die Randstücke 2 entlang der Nutungen
2a gegenüber der Malfläche 1 nach hinten gefaltet und die Eckverbinder
3 gegenüber den Randstücken 2 entlang der Nutungen 3a
nach innen gefaltet. Es entsteht ein Rahmen aus den Randstücken 2, bei
dem die Eckverbinder 3 flächig an dem benachbarten Randstück
2 zu liegen kommen. Es kann ausreichen, wenn die Verbindung zwischen zwei
benachbarten Randstücken 2 alleine über die Reibung zwischen Eckverbinder
3 und benachbartem Randstück 2 hergestellt wird. In diesem Fall
kann der Malbogen mehrfach zusammen- und entfaltet werden, bspw. um den Transport
zu erleichtern. Unter anderen Umständen kann es auch sinnvoll sein, den Eckverbinder
3 bspw. mit Hilfe von Klebstoff oder Heftklammern fest mit dem benachbarten
Randstück 2 zu verbinden.
In der Ausführungsform gemäß 3 stehen
die Eckverbinder 3' jeweils mit beiden benachbarten Randstücken
2 über Nutungen 3a' in Verbindung. Ein Falten der Randstücke
2 entlang der Nutungen 2a ist nicht möglich, ohne dass die Eckverbinder
3' in sich gefaltet werden. Um das Falten der Eckverbinder 3'
in sich zu erleichtern, sind Nutungen 3b' vorgesehen, die die Eckverbinder
3' als Winkelhalbierende der Nutungen 3a' durchschneiden. Im Rahmenzustand
werden die Eckverbinder 3' über eine der Nutungen 3a' gelegt,
so dass sie flächig an dem an diese Nutung 3a' angrenzenden Randstück
2 zu liegen kommen. Diese Stellung der Eckverbinder 3' ist in
4 in Form eines vergrößerten Ausschnitts dargestellt.
Über Nutungen 4a sind mit den Randstücken 2 weiterhin
Verstärkungsstücke 4 verbunden. Die Verstärkungsstücke 4 werden
entlang der Nutungen 4a um 180 Grad umgefaltet, so dass sie flächig auf
der Innenseite des Randstücks 2 anliegen. Zwischen Randstück
2 und Verstärkungsstück 4 wird dann der parallel zum Randstück
2 liegende Eckverbinder 3 eingeschlossen. Indem die Eckverbinder
zwischen Randstück 2 und Verstärkungsstück 4 in fester Position
gehalten werden, wird dem Rahmen Stabilität verliehen.
An die Verstärkungsstücke 4 grenzen über Nutungen
6a Sicherungslaschen 6 an. Die Sicherungslaschen 6 werden
über die Nutungen 6a um 180 Grad gefaltet, so dass sie flächig auf den
Verstärkungsstücken 4 liegen. Beim Falten der Sicherungslaschen
6 werden diese so in Position gebracht, dass sie von hinten hinter die
Eckverbinder 3 greifen. Auf diese Weise werden Verstärkungsstücke
4 und Sicherungslaschen 6 fest in der Position gehalten, dass
sie beide flach auf den Randstücken 2 liegen. 4
zeigt diese Ausführungsform im Rahmenzustand in rückwärtiger Ansicht.
In 5 ist weiterhin eine Lasche
8 dargestellt, die zum Aufhängen des Malbogens dient. Der Umfang der Lasche
8 ist so weit aus dem Randstück 2 herausgestanzt, dass nur noch
die Verbindung zum Verstärkungsstück 4 besteht. Entlang dieser Verbindung
ist die Lasche 8 senkrecht aus der Ebene des Randstücks herausgefaltet.
Zum Aufhängen kann ein Nagel durch das Loch in der Lasche 8 geführt werden.
Die Lasche 8 stellt also ein Aufnahmeelement für eine Wandbefestigungseinrichtung
dar.
In 6 sind zwei gegenüberliegende Verstärkungsstücke
4 paarig mit seitlichen Verbindungslaschen 7 ausgestattet, die
im zusammengefalteten Zustand an dem benachbarten Randstück 2 zu liegen
kommen. Das benachbarte Randstück 2 weist dazu an seinem Verstärkungsstück
eine Aussparung 7a für die Aufnahme der Verbindungslasche 7 auf.
7 zeigt eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Malbogens, bei der der Rahmen sich nicht rund um die Malfläche 1 herum
erstreckt, sondern bei dem eine Begrenzungsstrecke 1a ausgespart ist. Ferner
sind in 7 nur die beiden gegenüberliegenden Randstücke
2 mit Verstärkungsstücken 4 versehen.
8 zeigt eine Ausführungsform mit abweichenden
Format der Malfläche 1.
Für alle Ausführungsformen gemäß 1 bis
8 gilt, dass sie einstückig geformt sind,
dass sie also mit allen ihren Bestandteilen aus einem einzelnen Materialbogen hergestellt
sind. Im Malzustand kann der Malbogen auf einer geeigneten Fläche ausgebreitet und
bemalt werden. Anschließend kann er durch einfaches Umfalten und Zusammenstecken
ohne weitere Hilfsmittel zum Aufstellen oder Aufhängen vorbereitet werden.