Diese Anmeldung ist eine Folgeanmeldung von U.S. Serien-Nr. 09/026,170,
die am 19. Februar 1998 eingereicht wurde.
Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Nitinol und insbesondere
auf die Herstellung von Nitinol mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, wie
z. B. Duktilität.
Hintergrund
Nitinol, eine Klasse von Nickel-Titan-Legierungen, ist für seine Formgedächtnis-
und pseudoelastischen Eigenschaften gut bekannt. Als ein Formgedächtnismaterial
ist Nitinol in der Lage, eine reversible, thermoelastische Transformation zwischen
gewissen metallurgischen Phasen zu unterlaufen. Im Allgemeinen erlaubter der thermoelastische
Formgedächtniseffekt der Legierung, in eine erste Konfiguration während der austenitischen
Phase mit relativ hoher Temperatur geformt zu werden, unterhalb einer Übergangstemperatur
oder Temperaturbereichs, bei welchem das Austenit sich in die martensitische Phase
mit relativ niedriger Temperatur umwandelt, abgekühlt zu werden, in eine zweite
Konfiguration während einem martensitischen Zustand deformiert zu werden und zurück
auf Austenit geheizt zu werden derart, dass sich die Legierung von der zweiten Konfiguration
in die erste Konfiguration umwandelt. Der thermoelastische Effekt wird oft mit den
Begriffen der folgenden "Übergangstemperaturen" ausgedrückt: Ms, die
Temperatur, bei welcher Austenit beginnt, sich während des Abkühlens in Martensit
umzuwandeln; Mf, die Temperatur, bei welcher die Umwandlung von Austenit
zu Martensit vervollständigt ist; As, die Temperatur, bei welcher Martensit
beginnt, sich während des Aufheizens in Austenit umzuwandeln; und Af,
die Temperatur, bei welcher die Umwandlung von Martensit zu Austenit vervollständigt
ist.
Als ein pseudoelastisches Material ist Nitinol in der Lage, eine isothermische,
reversible Umwandlung von Austenit zu Martensit bei der Anwendung von Spannung zu
unterlaufen. Diese Spannungs-induzierte Umwandlung zu Martensit geschieht typischerweise
bei einer konstanten Temperatur zwischen As und Md, der maximalen
Temperatur, bei welcher Martensit sogar unter Spannungsbedingungen in einer Legierung
vorhanden sein kann. Die Elastizität, die mit der Umwandlung zu Martensit im Zusammenhang
steht, und das resultierende Spannungsinduzierte Martensit machen pseudoelastisches
Nitinol für Anwendungen geeignet, die eine regenerierbare, isothermische Deformation
erfordern. Zum Beispiel ist herkömmliches pseudoelastisches Nitinol für Anwendungen
nützlich, die regenerierbare Dehnungen von bis zu 8% oder mehr erfordern. Siehe
hierzu z. B. US-Patent Nr. 4,935,068 an Duerig.
Seit der Entdeckung von William J. Buehler im Jahr 1958 sind die einzigartigen
Eigenschaften von Nitinol für zahlreiche Anwendungen eingesetzt worden. Zum Beispiel,
wie in C. M. Wayman "Some Applications of Shape-Memory Alloys", J. Metals 129 (Juni
1980) berichtet wird, ist Nitinol für Anwendungen verwendet worden, wie z. B. Halterungen,
Kupplungen, Wärmekraftmaschinen und verschiedene dentale und medizinische Vorrichtungen.
Den einzigartigen mechanischen Eigenschaften von Nitinol und seiner Biokompatibilität
ist es zu verdanken, dass die Anzahl der Verwendungen für dieses Material in dem
medizinischen Gebiet in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist.
Obwohl herkömmliches Nitinol bekannt ist, ein elastisches Material
zu sein, hat seine Duktilität eine Grenze. Zum Beispiel beschreibt US-Patent Nr.
4,878,954 an Dubertret et al. ein Verfahren zum Verbessern der Duktilität von Nitinol,
wodurch eine Bruchdehnung von bis zu 49% erreicht wird. Für einige Anwendungen ist
es jedoch wünschenswert, Materialien mit außergewöhnlicher Duktilität einzusetzen.
Zusätzlich ist es oft wünschenswert, Nitinolkomponenten herzustellen, bei welchen
die Duktilität vorzugsweise derart örtlich variiert, dass die Duktilität dort am
höchsten ist, wo sie für eine richtige Anwendung erforderlich ist.
US-Patent Nr. 5,624,508 offenbart ein Verfahren zum Herstellen einer
Zwei-Wege-Formgedächtnis-Legierung und einer Vorrichtung. Das Verfahren erlaubt
ein reversibles Einstellen der charakteristischen Umformungstemperaturen sowie die
Richtung des Zwei-Wege-Formgedächtnis-Effekts bei der Endphase der Herstellung.
Es sind Beispiele vorgesehen, bei welchen ein Nitinolband mit einer Dicke von 0,25
mm auf 500°C für 0,6 h aufgeheizt wird, und dann einer Behandlung bei 650°C
für 30 min. unterworfen wird.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die mechanischen Eigenschaften
von Nitinol bzw. von Gegenständen, die aus Nitinol hergestellt sind, zu verbessern.
Gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren zum Behandeln
von Nitinol die Schritte des Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur
innerhalb des Bereichs von ungefähr 475°C bis 525°C für eine erste Zeitspanne,
wobei die erste Zeitspanne ungefähr 10 min. beträgt; und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur innerhalb des Bereichs von ungefähr 550°C bis 800°C
für eine zweite Zeitspanne.
Ein Gegenstand gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst Nitinol, wobei
das Nitinol ungefähr 44 bis 60 Gew.-% Nickel umfasst, wobei der Rest Titan ist,
wobei wenigstens ein Abschnitt des Nitinols den Verfahrensschritten unterworfen
wird, beinhaltend die Schritte des Aussetzens des Nitinols einer Temperatur von
475°C bis 525°C für eine Zeitspanne von ungefähr 10 min.; und des Aussetzens
des Nitinols einer Temperatur innerhalb des Bereichs von 550°C bis 800°C
für eine Zeitspanne innerhalb des Bereichs von 1 bis 10 min., so dass der Nitinol-Gegenstand
eine Bruchdehnung beim Überschreiten von mindestens 50% aufweist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1 zeigt eine Zeitspannungs-Dehnungs-Kurve
für austenitisches Nitinol, das eine Spannungs-induzierte Umwandlung zu Martensit
unterläuft.
2 zeigt eine Darstellung der prozentualen
Verlängerung als eine Funktion der zweiten Glühtemperatur in Übereinstimmung mit
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
3 zeigt eine Darstellung der prozentualen
Verlängerung als eine Funktion der zweiten Glühzeit in Übereinstimmung mit einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
4 bis 7
zeigen Spannungs-Dehnungs-Kurven für Nitinoldrähte, welche gemäß einer Ausführungsform
des Verfahrens der vorliegenden Erfindung behandelt wurden.
8A, 8B
zeigen Seiten und Endansichten eines Nitinolstents in Übereinstimmung mit einem
Beispiel der vorliegenden Erfindung.
Detaillierte Beschreibung
Die vorliegende Erfindung sieht ein Verfahren zum Behandeln von Nitinol
vor, so dass die gewünschten mechanischen Eigenschaften erreicht werden. Es ist
sehr erwähnenswert, dass die Nitinolduktilität, ausgedrückt als die prozentuale
Verlängerung bis zum Bruch, durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung drastisch
verbessert wird. Die vorliegende Erfindung sieht außerdem Nitinolgegenstände mit
verbesserten mechanischen Eigenschaften als Ergebnis des Verfahrens der Erfindung
vor.
1, welche eine Spannungs-Dehnungs-Kurve
für eine pseudoelastische Nitinollegierung zeigt, die sich ursprünglich in einem
austenitischen Zustand und bei einer Temperatur oberhalb von Af, jedoch
unter Md befindet, stellt eine Grundlage zur Beschreibung der vorliegenden
Erfindung dar. Bei Null Spannung (Punkt A) befindet sich die Legierung unter der
Annahme von Gleichgewichtsbedingungen in einem austenitischen Zustand. Wenn Spannung
aufgebracht wird, deformiert das Austenit elastisch bis Punkt B, bei welchem Punkt
genügend Spannung angebracht ist derart, dass das Austenit beginnt, sich in Spannungs-induziertes
Martensit umzuwandeln. Zwischen den Punkten B und C hält die Umwandlung zu Martensit
an und das bestehende Martensit wird reorientiert, um die Spannungsbedingungen zu
reflektieren. Die Umwandlung von Austenit zu Spannungs-induzierten Martensit ist
bei oder vor Punkt C vervollständigt. Zwischen den Punkten C und D unterläuft das
Spannungs-induzierte Martensit eine elastische Deformation. Wenn die Nitinollegierung
von seinem Spannungszustand zwischen den Punkten C und D freigegeben wird, sollte
es zurückspringen (mit einem Hysterese-Effekt) zu Punkt A, um zu dem sogenannten
"Pseudoelastizitäts"-Effekt zu führen. Wenn die Legierung weiter beansprucht wird,
deformiert sich das Martensit jedoch zwischen den Punkten D und E durch ihre reversible
plastische Deformation, bis bei Punkt E ein Bruch auftritt.
Die Duktilität eines Materials wird oft als die prozentuale Verlängerung
bis zum Bruch ausgedrückt, welche gemäß der folgenden Gleichung berechnet wird:
wobei lf die Länge einer Zugprobe des Materials bei Bruch ist, und lo
die ursprüngliche Probenlänge. Wie vorher diskutiert wurde, haben die Behandlungsverfahren
von herkömmlichen Nitinollegierungen signifikante Duktilitäten erreicht.
Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung werden die mechanischen Eigenschaften
von Nitinol verbessert. Zum Beispiel wird die Duktilität von Nitinol auf mehr als
50% Bruchdehnung erhöht. In einigen Fällen wird die Duktilität auf mehr als 60%,
70%, 80%, 90% oder sogar 100% Bruchdehnung erhöht. Das Verfahren nach der vorliegenden
Erfindung umfasst die Schritte des Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur
innerhalb des Bereichs von ungefähr 475°C bis 525°C für eine erste Zeitspanne,
und danach das Aussetzens des Nitinols einer zweiten Glühtemperatur innerhalb des
Bereichs von ungefähr 550°C bis 800°C für eine zweite Zeitspanne. Die erste
Glühtemperatur ist vorzugsweise ungefähr 500°C, und die zweite Glühtemperatur
ist vorzugsweise innerhalb des Bereichs von ungefähr 600°C bis 800°C, und
noch vorteilhafter innerhalb des Bereichs von ungefähr 650°C bis 750°C.
In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die erste Glühtemperatur ungefähr 500°C
und die zweite Glühtemperatur beträgt ungefähr 700°C.
Die zweite Zeitspanne wird offensichtlich von der Größe des behandelten
Nitinolgegenstandes abhängen. Die zweite Zeitspanne sollte ausreichend sein, um
zu gewährleisten, dass im Wesentlichen der gesamte Nitinolgegenstand die Glühtemperatur
erreicht und bei der Glühtemperatur für eine Zeitdauer gehalten wird, um eine Wirkung
auf die mechanischen Eigenschaften zu haben. Zum Beispiel ist für Drahtgegenstände
mit kleinem Durchmesser (Durchmesser von ungefähr 0,0254 cm (0,01 Inch)) die bevorzugte
zweite Zeitspanne innerhalb des Bereichs von ungefähr 1 bis 10 min.
In Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung wird ein Nitinolgegenstand
einer ersten und einer zweiten Glühtemperatur durch irgendeine geeignet Technik
ausgesetzt, wie z. B. das Platzieren des Gegenstandes in einem beheizten Wirbelschichtbett,
Ofen oder Konvektionsofen. Wenn nur ein Abschnitt des Nitinolgegenstandes das Verfahren
der vorliegenden Erfindung durchläuft, wird der zu behandelnde Abschnitt z. B. durch
eine Inertgas-Lötlampe zum Hartlöten (z. B. eine Argonlötlampe zum Hartlöten), einen
Laser oder durch Platzieren des Abschnitts des zu behandelnden Gegenstandes in Kontakt
mit einem aufgeheizten Gegenstand aufgeheizt. Ein derart örtliches Glühen resultiert
in einen Nitinolgegenstand mit Eigenschaften, die örtlich variieren.
Das Verfahren der vorliegenden Erfindung beeinflusst in sehr erwähnenswerter
Weise den Abschnitt der Nitinol-Spannungs-Dehnungs-Kurve jenseits des Punktes C,
wie in 1 gezeigt ist. Genauer gesagt, verlängert das
Verfahren nach der vorliegenden Erfindung den Bereich CDE derart, dass die Gesamtduktilität
des Nitinols drastisch verbessert ist. Die Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
daher am besten ausgenutzt durch, sind aber nicht begrenzt auf Anwendungen, welche
nicht erfordern, dass das behandelte Nitinol isothermischen, reversiblen, pseudoelastischen
Eigenschaften durchläuft. Im Gegenteil sind Anwendungen, bei welchen ein Gegenstand
oder Abschnitte des Gegenstandes vorzugsweise in den plastischen Bereich stark deformiert
werden (Bereich DE auf der in 1 gezeigten Spannungs-Dehnungs-Kurve),
um z. B. eine Positionierung, eine Platzierung, eine Manipulierung, etc., zu erlauben,
die Gegenstände für die vorliegende Erfindung am besten geeignet. Es ist jedoch
innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung, das Verfahren oder die Gegenstände
der vorliegenden Erfindung für alle Anwendungen zu verwenden, die nach Nitinol oder
verbesserten mechanischen Eigenschaften verlangen. Zum Beispiel ist die vorliegende
Erfindung für Anwendungen mit Ballon-expandierbaren Nitinolstents nützlich, bei
welchen es oft notwendig ist, den elastischen Bereich des Nitinols zu überschreiten,
um das Nitinol während der Ballonexpansion dauerhaft plastisch zu deformieren. Die
vorliegende Erfindung ist außerdem für Anwendungen mit selbstexpandierenden Stents
nützlich, wobei das Verfahren der vorliegenden Erfindung auf solche Abschnitte der
Stentstruktur angewendet wird, die sich im Wesentlichen nicht selbst expandieren.
Wie im Stand der Technik bekannt ist, sind Stents röhrenförmige Strukturen, die
verwendet werden, um Körperlumen, wie z. B. Körpergefäße zu unterstützen und in
offenen, expandierten Formen offen zu halten.
Die Nitinollegierung, die in der vorliegenden Erfindung verwendet
werden, beinhalten solche Legierungen, bei welchen eine Umwandlung von Austenit
in Spannungs-induziertes Martensit möglich ist. Die Legierungen, welche typischerweise
diese Umwandlung aufweisen, umfassen ungefähr 40 bis 60 Gew.-% Nickel, vorzugsweise
ungefähr 44 bis 56 Gew.-% Nickel, und am meisten vorzugsweise ungefähr 55 bis 56
Gew.-% Nickel. Diese Legierungen beinhalten optional Legierungselemente, wie z.
B. die in US-Patent Nr. 4,505,767 an Quin aufgeführt sind, oder
können im Wesentlichen nur Nickel und Titan umfassen. Die Übergangstemperaturen
der Legierungen der vorliegenden Erfindung wie sie durch Nitinolzusammensetzungen
und der thermomechanischen Behandlungsgeschichte bestimmt werden, sollten gemäß
der Anwendung ausgewählt werden. Zum Beispiel sollte die Legierung in Fällen, in
denen die Legierung zur Verwendung als eine austenitische medizinische Vorrichtung
(z. B. arterieller Stent, Blutfilter, etc.) beabsichtigt ist, die Temperatur Af
der Legierung offensichtlich kleiner sein als die Körpertemperatur (ungefähr 38°C).
Die vorliegende Erfindung wird weiter mit Bezugnahme auf die folgenden
nicht-begrenzenden Beispiele beschrieben werden.
Beispiel 1
Nitinoldrähte wurden erhalten, von denen jeder eine Länge von ungefähr
3 Inch und einen Durchmesser von ungefähr 0,02286 cm (0,009 Inch) aufweist. Das
Nitinol umfasste ungefähr 55,9 Gew.-% Nickel, und der Rest war Titan. Der Draht
wurde einer ersten Glühbehandlung unterworfen, indem er in ein beheiztes Wirbelschichtbett
mit Sand bei 500°C für ungefähr 10 min. eingetaucht wurde. Unmittelbar nach
der ersten Glühbehandlung wurde der Draht mit Wasser kalt abgeschreckt und dann
einer zweiten Glühbehandlung unterworfen, indem er in ein Wirbelschichtbett mit
Sand bei verschiedenen vorherbestimmten Temperaturen und Zeiten platziert wurde.
Die zweite Glühbehandlung wurde ebenfalls durch ein Abschrecken mit Wasser gefolgt.
Die Drähte wurden Zugtests unterworfen, während derer die Dehnungsrate 0,508 cm
(0,2 Inch) pro Minute betrugt, und die Temperatur wurde bei ungefähr 37°C beibehalten.
Die Ergebnisse der Zugtests sind in der Tabelle I gezeigt, welche den Effekt zur
zweiten Glühzeit und -temperatur auf die Nitinolduktilität zeigt. Die Ergebnisse
sind graphisch in 2 und 3
gezeigt.
2 ist eine Punktdarstellung der prozentualen
Bruchdehnung als eine Funktion der zweiten Glühtemperatur für eine konstante zweite
Glühzeit von ungefähr 10 min. Die in 2 gezeigten Daten
sind Durchschnittswerte auf Grundlage von wenigstens drei Proben für eine zweite
Glühtemperatur. 2 zeigt, dass die Duktilität der Nitinolproben
drastisch erhöht wurde, wenn die zweite Glühtemperatur von ungefähr 550°C bis
700°C erhöht wird, was einen offensichtlichen Höchstwert in der Duktilität entspricht.
3 ist eine Punktdarstellung der prozentualen
Bruchdehnung als eine Funktion der zweiten Glühtemperatur bei ungefähr
650°C. Die in 3 gezeigten Daten sind Durchschnittswerte
basierend auf wenigstens zwei Proben pro zweiter Glühzeit. 3
zeigt, dass die Duktilität der Nitinolproben moderat erhöht wurde, als die zweite
Glühzeit von ungefähr 1 bis 10 min. erhöht wurde.
4 bis 7
zeigen die Spannungs-Dehnungs-Kurven für einige der getesteten Proben. Insbesondere
zeigen 4 bis 7
die Ergebnisse für Drähte mit zweiten Glühtemperaturen von ungefähr 550°C, 600°C,
617°C bzw. 650°C, und zweite Glühzeiten von ungefähr 10, 1, 10 bzw. 5,5
min.
Beispiel 2
Ein Nitinoldrahtstent wurde durch Wickeln eines Drahtes mit 0,02286
cm (0,009 Inch) Durchmesser um 0,0635 cm (0,025 Inch) Nadeln einer Titanspindel
geformt. Der Draht hatte eine Zusammensetzung von ungefähr 55,6 Gew.-% Nickel und
der Rest Titan. Der Draht wurde, während er sich noch auf der Spindel befand, einer
ersten Glühbehandlung unterworfen, indem er in ein Wirbelschichtbett mit Sand bei
ungefähr 500°C eingetaucht wurde. Nach ungefähr 10 min. wurde der Draht aus
dem Wirbelschichtbett beseitigt und sofort mit Wasser auf Raumtemperatur kalt abgeschreckt.
Der Draht wurde von der Spindel beseitigt und einer zweiten Glühbehandlung unterworfen,
indem er in einem Konvektionsofen, der bei einer Temperatur von ungefähr 650°C
arbeitet, aufgeheizt wurde. Nach ungefähr 10 min. wurde der Draht aus dem Ofen beseitigt
und sofort mit Wasser auf Raumtemperatur abgeschreckt. Es wurde festgestellt, dass
der Draht eine prozentuale Bruchdehnung von ungefähr 105% aufweist.
Beispiel 3
Ein gemusterter Nitinoldrahtstent 100 wurde ausgebildet,
wie in den 8A (Seitenansicht) und 8B
(Endansicht) gezeigt. Der Stent 100 wurde aus einem einzigen Nitinoldraht
110 hergestellt, wobei angrenzende Zellen (z. B. 110 und
112) durch Schweißen verbunden sind. Um den Stent 100 zu einem
Zielort innerhalb des Körpers zuzuführen (z. B. eine Arterie), muss er zusammengedrückt
werden und bei einem zusammengedrückten Durchmesser durch eine beseitigbare Hülse
oder dergleichen gehalten werden. Einer der begrenzenden Faktoren in der Kompressibilität
des Stents 100 ist der Biegeradius, auf welchen die Enden 113
ohne einen Bruch zu verursachen unterworfen werden können. Die Kompressibilität
des Stents 100, und insbesondere der Zellenenden 113, wird durch
das Verfahren der vorliegenden Erfindung verbessert.
Der Nitinoldraht 110 wurde in die Konfiguration geformt,
die in den 8A und 8B
gezeigt ist, durch Wickeln eines Nitinoldrahts um 0,0635 cm (0,025 Inch) Nadeln
einer Titanspindel. Der Draht 110 wies eine Zusammensetzung von ungefähr
55,9 Gew.-% Nickel auf und der Rest Titan. Der Draht wurde, währenddessen er sich
noch auf der Spindel befand, einer primären Glühbehandlung unterworfen, indem er
in ein Wirbelschichtbett mit Sand bei ungefähr 500°C eingetaucht wurde. Nach
ungefähr 10 min. wurde der Draht aus dem Wirbelschichtbett beseitigt und sofort
mit Wasser auf die Raumtemperatur abgeschreckt. Der Draht wurde von der Spindel
beseitigt, und die Zellenenden 113 wurden einer zweiten Glühbehandlung
durch isoliertes Heizen mit einer Argonlötlampe unterworfen, die bei ungefähr 650°C
arbeitet. Nach ungefähr 1 min. Behandlung der Zellenenden 113 mit der Lötlampe,
wurde der Draht sofort mit Wasser auf Raumtemperatur abgeschreckt. Der Draht
100 wurde danach derart komprimiert, dass die Zellenenden 113
durch einen Biegungsdurchmesser mit 0,00635 cm (0,0025 Inch) ohne einen Bruch des
Nitinols zu verursachen gekennzeichnet waren.
Die vorliegende Erfindung sieht ein neues Verfahren zum Behandeln
von Nitinol vor, so dass die gewünschten mechanischen Eigenschaften erreicht werden.
Anspruch[de]
Verfahren zum Behandeln von Nitinol umfassend die Schritte:
Aussetzen des Nitinols einer ersten Glühtemperatur innerhalb des Bereichs von ungefähr
475°C bis 525°C für eine erste Zeitspanne, wobei die erste Zeitspanne ungefähr
10 Minuten beträgt; und
Aussetzen des Nitinols einer zweiten Glühtemperatur innerhalb des Bereichs von ungefähr
550°C bis 800°C für eine zweite Zeitspanne.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die zweite Zeitspanne innerhalb des
Bereichs von ungefähr 1 bis 10 Minuten liegt.
Verfahren nach Anspruch 1, weiter umfassend den Schritt des Kaltabschreckens
des Nitinols nach dem Schritt des Aussetzens des Nitinols der ersten Glühtemperatur.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Nitinol die Form eines Drahtes
aufweist.
Verfahren nach Anspruch 4, weiter umfassend den Schritt des Aufwickelns
des Drahtes auf eine Spindel vor dem Schritt des Aussetzens des Nitinols der ersten
Glühtemperatur.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die zweite Glühtemperatur innerhalb
des Bereichs von ungefähr 600°C bis 800°C liegt.
Verfahren nach Anspruch 6, wobei die zweite Glühtemperatur innerhalb
des Bereichs von ungefähr 650°C bis 750°C liegt.
Verfahren nach Anspruch 7, wobei die zweite Glühtemperatur ungefähr
700°C beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die erste Glühtemperatur ungefähr
500°C beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die erste Glühtemperatur ungefähr
500°C beträgt, und wobei die zweite Glühtemperatur ungefähr 700°C beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei wenigstens einer der Schritte des
Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur auf einen Abschnitt des Nitinols örtlich begrenzt ist.
Verfahren nach Anspruch 11, wobei der wenigstens eine der Schritte
des Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur erreicht wird, indem der Abschnitt des Nitinols mit
einer Lötlampe zum Hartlöten mit inertem Gas erhitzt wird.
Verfahren nach Anspruch 11, wobei wenigstens einer der Schritte des
Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur erreicht wird, indem der Abschnitt des Nitinols in
Kontakt mit einem erhitzten Gegenstand platziert wird.
Verfahren nach Anspruch 11, wobei wenigstens einer der Schritte des
Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur erreicht wird, indem der Abschnitt des Nitinols mit
einem Laser erhitzt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei wenigstens einer der Schritte des
Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur erreicht wird, indem das Nitinol in einem erhitzten
Wirbelschichtbett platziert wird.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei wenigstens einer der Schritte des
Aussetzens des Nitinols einer ersten Glühtemperatur und des Aussetzens des Nitinols
einer zweiten Glühtemperatur erreicht wird, indem das Nitinol in einem Ofen platziert
wird.
Gegenstand, der Nitinol umfasst, wobei das Nitinol ungefähr 44 bis
60 Gewichts-% Nickel umfasst, wobei der Rest Titan ist, wobei wenigstens ein Abschnitt
(Teil?) des Nitinols den Verfahrensschritten unterworfen wird beinhaltend die Schritte
des Aussetzens des Nitinols einer Temperatur von 475°C bis 525°C für eine
Zeitspanne von ungefähr 10 Minuten, und des Aussetzens des Nitinols einer Temperatur
innerhalb des Bereichs von 550°C bis 800°C für eine Zeitspanne innerhalb
des Bereichs von 1 bis 10 Minuten, so dass der Nitinol-Gegenstand eine Bruchdehnung
beim Überschreiten von mindestens über 50% aufweist.
Gegenstand nach Anspruch 17, wobei das Nitinol ungefähr 55 bis 56
Gewichts-% Nickel umfasst.
Gegenstand nach Anspruch 17, wobei die Af-Temperatur des
Nitinols, bei welcher der Übergang von Martensit zu Austenit abgeschlossen ist,
geringer ist als ungefähr 38°C.
Gegenstand nach Anspruch 17, wobei der Gegenstand ein Stent ist.
Gegenstand nach Anspruch 17, wobei der Gegenstand die Form eines Drahtes
aufweist.
Gegenstand nach Anspruch 17, wobei der Gegenstand eine Bruchdehnung
beim Überschreiten von ungefähr 70% aufweist.