Die vorliegende Erfindung betrifft ein industrielles System zum Messen
einer physikalischen Größe (wie Druck, Temperatur und dergleichen), die beispielsweise
mit einem Prozeß und/oder einer Anlage in Beziehung sieht.
Genauer gesagt betrifft die vorliegende Erfindung ein industrielles
Meßsystem, das beispielsweise die Fernprogrammierung eines industriellen Senders
oder mehrerer industrieller Sender erlaubt, wobei eine abnehmbare Lese/Programmiereinrichtung
verwendet wird, die von den industriellen Sendern entfernt angeordnet werden kann.
Zahlreiche Systeme zum Messen einer physikalischen Größe eines industriellen
Prozesses und/oder einer industriellen Anwendung sind im Stand der Technik bekannt.
Herkömmliche Meßsysteme verwenden im wesentlichen einen oder mehrere
industrielle Sender zum Erfassen der zu messenden industriellen physikalischen Größe
und zum Übertragen von Daten und/oder Signalen an eine empfangende Steuereinheit.
Also sind industrielle Sender an einer gewünschten Stelle des industriellen Prozesses
oder der Anlage angeordnet, und sie melden dem Anwender das Meßergebnis der überwachten
physikalischen Größe.
Es ist ferner bekannt, daß industrielle Sender gewöhnlich während
ihres Betriebs programmiert werden müssen, z. B. um Einstellungen vorzunehmen, die
es ermöglichen, die Messung der überwachten physikalischen Größe mit der erforderlichen
Genauigkeit durchzuführen. Bei Druckmessungen eines Industriefluids werden zum Beispiel
gewöhnlich Null- und Meßspannen-Einstellungen vorgenommen. Zu diesem Zweck werden
im allgemeinen Lese/Programmiereinrichtungen (oft als „Eichmeßinstrumente"
bezeichnet) verwendet. Diese sind normalerweise direkt an dem Sender selbst oder
im wesentlichen direkt stromabwärts von diesem befestigt, um diese An von Programmierung
durchzuführen. Diese Tatsache bringt Nachteile hinsichtlich ihrer Installation und
beträchtliche Schwierigkeiten bei ihrer Verwendung mit sich, da industrielle Sender
in vielen Fällen nicht an Stellen angeordnet sind, die für den Benutzer leicht zugänglich
sind. Dies führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Installations- und Wartungskosten
des gesamten industriellen Meßsystems.
Ein Beispiel eines bekannten Systems zum Messen einer physikalischen
Größe mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 ist in dem Artikel „Smartes
Messen im Prozess", Lattka, A. L., Elektrotechnik, DE, Vogel Verlag, K. G., Band
73, Nr. 9 offenbart.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein System zum
Messen einer physikalischen Größe betreffend einen industriellen Prozess und/oder
eine Industrieanlage anzugeben, das eine oder mehrere Lese/Programmiereinrichtung/en
verwendet, die an einem Ort entfernt von dem industriellen Sender installiert werden
kann/können.
Im Rahmen dieses Ziels liegt eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, ein System zum Messen einer physikalischen Größe betreffend einen industriellen
Prozess und/oder eine Industrieanlage anzugeben, das eine oder mehrere Lese/Programmiereinrichtungen
verwendet, die fernversorgt werden kann können.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein System
zum Messen einer physikalischen Größe betreffend einen industriellen Prozess und/oder
eine Industrieanlage anzugeben, das eine oder mehrere Lese/Programmiereinrichtungen
verwendet, die ein Standard-Kommunikationsprotokoll verwendet/verwenden.
Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein System
zum Messen einer physikalischen Größe betreffend einen industriellen Prozess und/oder
eine Industrieanlage anzugeben, das eine oder mehrere Lese/Programmiereinrichtungen
verwendet, die leicht an herkömmliche industrielle Sender mit einem hohen Maß an
Verläßlichkeit angepaßt werden kann/können.
Somit gibt die vorliegende Erfindung ein industrielles System zum
Messen einer physikalischen Größe an, umfassend:
industrielles System zum Messen einer physikalischen Größe, umfassend:
- – erste Mittel zum Erfassen der physikalischen Größe und zum Übertragen
erster Daten und/oder Signale betreffend die physikalische Größe; und
- – zweite Mittel zum Empfangen der ersten Daten und/oder Signale, wobei
die zweiten Mittel mittels einer Daten/Signal-Kommunikationsleitung oder mehreren
Daten/Signal-Kommunikationsleitungen mit den ersten Mitteln verbunden sind; und
- – dritte Mittel zum Lesen der ersten Daten und/oder Signale und zum Programmieren
der ersten Mittel, wobei die dritten Mittel von den ersten Mitteln abnehmbar und
an einer von den ersten Mitteln entfernten Position befestigbar sind und eine tragbare
Lese/Programmiereinheit enthalten;
dadurch gekennzeichnet, daß die dritten Mittel Verbindungsmittel enthalten, die
zwei Verbinder haben, welche in eine der Daten/Signal-Übertragungsleitungen eingesetzt
sind und die tragbare Lese/Programmiereinheit in Reihe mit der einen Daten/Signal-Übertragungsleitung
verbinden.
Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der Beschreibung eines bevorzugten, jedoch nicht ausschließlichen Ausführungsbeispiels
des Systems nach der Erfindung, das als nicht einschränkendes Beispiel in den zugehörigen
Zeichnungen dargestellt sind, in denen zeigen:
1 eine perspektivische Ansicht des dritten
Mittels, das in dem erfindungsgemäßen System enthalten ist, bei Installation in
einem Fernbetrieb;
2 ein vereinfachtes Schaltbild des Systems
nach der vorliegenden Erfindung.
Gemäß den vorstehenden Figuren enthält ein System nach der vorliegenden
Erfindung erste Mittel 10 zum Erfassen einer physikalischen Größe, die z. B. einen
industriellen Prozess und/oder eine Industrieanlage betrifft. Bei dieser physikalischen
Größe kann es sich beispielsweise um den Druck oder die Temperatur eines Fluids
in einer Leitung handeln. Die ersten Mittel 10 werden zudem verwendet,
um erste Daten und/oder Signale, die diese physikalische Größe betreffen, an zweite
Mittel 11 zu senden, welche die ersten Daten empfangen und mit den ersten
Mitteln 10 über eine oder mehrere Daten/Signal-Kommunkationsleitung/en
13 verbunden sind.
Die ersten Mittel können aus einem oder mehreren Industriesender/n
bestehen (z. B. Druck- und/oder Temperatursendern), während die zweiten Mittel
11 z. B. die Empfängereinheit eines Steuersystems für industrielle Prozesse
sein können. Die Leitungen 13 sind vorzugsweise 4–20 mA Kommunikationsleitungen,
die dem Fachmann wohlbekannt sind. Das System nach der vorliegenden Erfindung enthält
ferner dritte Mittel 15 zum Lesen der ersten Daten, die durch die Leitungen
13 übertragen werden, und zum Programmieren der ersten Mittel
10. Die wichtigste Eigenschaft der dritten Mittel 15 ist die,
daß sie abnehmbar und an einem von den ersten Mitteln 10 entfernten Ort
befestigbar sind (wie in 2 dargestellt). Diese Lösung
ermöglicht es, das Programmieren für, z. B., Eicheinstellungen der in den ersten
Mitteln 10 enthaltenen industriellen Sender auf einfache Weise durchzuführen,
selbst wenn die industriellen Sender an schwer zugänglichen Stellen angebracht sind.
Vorzugsweise enthalten die dritten Mittel 10 eine tragbare
Lese/Programmiereinheit 1, die mit vierten Mitteln zum Programmieren von
Befehlen und/oder Signalen an die ersten Mittel 10 ausgestattet sein kann.
Die vierten Mittel können zum Beispiel aus den in 2
dargestellten Programmiertasten 3 bestehen. Die tragbare Einheit
1 kann auch mit fünften Mitteln zum Austauschen von Befehlen und/oder Signalen
mit den ersten Mitteln 10 ausgestattet sein. Bei einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel
können die fünften Mittel (nicht dargestellte) Mittel zum Durchführen einer Daten
und/oder Signalkommunikation durch ein Standardprotokoll enthalten, wie beispielsweise
ein Modem zum Verbinden mittels eines Standard-Kommunikationsprotokolls (z. B. eines
HART-Kommunikationsprotokolls).
Ein Firmware-Betriebssystem und/oder Analog/Digital-Wandler (nicht
dargestellt) können ebenfalls in den fünften Mitteln enthalten sein. Genauer gesagt
kann das Firmware-Betriebssystem in Speichermitteln (wie beispielsweise einem EPROM)
oder direkt auf einem Mikroprozessor abgelegt sein. Analogwandler sind besonders
nützlich, wenn 4–20 mA Kommunkationsleitungen verwendet werden, da sie in
der Lage sind, analoge Stromsignale in digitale Daten, und umgekehrt, zu wandeln.
Vorzugsweise sind Ausgangsanschlußmittel in den fünften Mitteln enthalten. Bei einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel können dies die Verbinder 4 der
1 sein, die in der Lage sind, den direkten Austausch
von digitalen/analogen Signalen zwischen der tragbaren Einheit 1 und einem
industriellen Sender oder zwischen der tragbaren Einheit 1 und anderen,
korrekt angeordneten Vorrichtungen zu ermöglichen.
Die tragbare Einheit 1 kann vorzugsweise auch sechste Mittel
zum Anzeigen von Daten und/oder Signalen enthalten, die von der tragbaren Einheit
1 ausgetauscht werden. Das sechste Mittel kann z. B. aus einer Flüssigkristallanzeige
bestehen. Mittel (nicht dargestellt) zum Verarbeiten ausgetauschter Daten und/oder
Signale (wie z. B. ein Mikroprozessor) können ebenfalls in der tragbaren Einheit
1 enthalten sein.
Wie oben beschrieben, besteht die wichtigste Eigenschaft der vorliegenden
Erfindung darin, daß die dritten Mittel 15 von den ersten Mitteln
15 entfernt angeordnet werden können. In diesem Fall sind die dritten Mittel
15 mit siebten Mitteln 5 zum Anschließen der Lese/Programmiereinheit
1 an eine oder mehrere Daten/Signal-Übertragungsleitungen 13 ausgestattet.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel umfaßt das siebte Mittel 5 ein
geeignetes Gehäuse 50, das dazu bestimmt ist, durch die Verbinder
6 und 7 an den Kommunikationsleitungen 13 eingesetzt
zu werden, die die ersten Mittel 10 mit den zweiten Mitteln 11
verbinden. Vorzugsweise hat das Gehäuse 50 in seinem Inneren Versorgungsmittel
(wie beispielsweise eine Zener-Diode 12), die es ermöglichen, der tragbaren
Einheit 1 Energie direkt von der einen oder den mehreren Daten/Signal-Kommunkationsleitungen
13 zuzuführen. In diesem Fall ist die tragbare Einheit 1 vorzugsweise
mit ihren Verbindern 4 beiderseits der Diode 12 eingesetzt. Diese
Lösung ist besonders vorteilhaft, da dadurch die Notwendigkeit entfällt, Batterien
für den unabhängigen Betrieb der tragbaren Einheit 1 zu verwenden.
In der praktischen Anwendung hat sich gezeigt, daß
das industrielle System nach der vorliegenden Erfindung die gestellten Aufgaben
vollkommen erfüllt, da es Fernprogrammierung und -lesen bezüglich der ersten Mittel
10 erlaubt, die die jeweilige physikalische Größe überwachen. Diese Tatsache
beseitigt Installationsprobleme vollständig, selbst wenn die ersten Mittel
10 an schwer zugänglichen Stellen angeordnet sind. Zudem kann das Programmieren
der ersten Mittel 10 (z. B. der in dem industriellen System der vorliegenden
Erfindung enthaltenen industriellen Sender) immer unter den für den Benutzer besten
Bedingungen durchgeführt werden.
Es sei darauf hingewiesen, daß die Möglichkeit einer Fernprogrammierung
der ersten Mittel 10 noch weitere Vorteile hat. So ist es möglich, die
tragbare Einheit 1 nur dann einzusetzen, wenn es notwendig ist, und folglich
besteht keine Notwendigkeit, eine solche für jeden industriellen Sender einzusetzen,
sondern nur einen für die „n" industriellen Sender des erfindungsgemäßen
Systems.
Es sei darauf hingewiesen, daß zum Steigern der Flexibilität der Verwendung
des industriellen Systems nach der Erfindung die abnehmbaren Mittel 15
auch direkt an den ersten Mitteln 10 eingesetzt werden können, wo dies
möglich ist. In diesem Fall kann die tragbare Einheit 1 direkt an dem entsprechenden
Sender eingesetzt werden, ohne daß das Gehäuse 50 notwendig ist.
Das so konzipierte industrielle System kann zahlreiche Modifikationen
und Änderungen erfahren, die alle im Rahmen des Erfindungskonzepts liegen; alle
Details können zudem durch technisch äquivalente Elemente ersetzt werden.
In der praktischen Anwendung sind die verwendeten Materialien, sofern
sie mit dem speziellen Verwendungszweck kompatibel sind, sowie die Abmessungen gemäß
den Erfordernissen und dem Stand der Technik frei wählbar.