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Dokumentenidentifikation DE10343356A1 14.04.2005
Titel Verfahren zur Herstellung von latexfreien , stabilisierten, mehrschichtigen Textilflächen, wie beispielsweise Florwaren insbesondere Tuftingteppiche und nach diesem Verfahren hergestellte Textilflächen
Anmelder Sommer, Klaus, 15366 Münchehofe, Mark, DE
DE-Anmeldedatum 15.09.2003
DE-Aktenzeichen 10343356
Offenlegungstag 14.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.04.2005
IPC-Hauptklasse D05C 15/00
Zusammenfassung Florwaren, insbesondere Tuftingteppiche, werden üblicherweise mittels Latexbindern oder anderen Verfestigungsmitteln dauerhaft in ihrer Gesamtkonstruktion verfestigt. Die unterschiedlichen Materialkomponenten der zusammengefügten Textileinzelschichten stellen ein Problem beim Recyceln dieser Textilwaren dar. Nachteilig sind auch die aufwändigen Herstellungsprozesse dieser Tuftingteppiche.
Die Erfindung schlägt vor, eine Strukturfolie als Verbindungselement zwischen den zu verbindenden textilen Einzelflächen einzusetzen, welche durch Druck oder Druck und Temperatur eine wahlweise lösbare, aber auch unlösbare Verbindung ermöglichen. Neben einer zusätzlichen Textilflächenstabilisierung ist es möglich, durch Ausbildung der Strukturkörper als Abstandshalter multifunktionale Körper im Gesamttextilflächenaufbau zu integrieren. Die Erfindung ermöglicht die Herstellung der mehrschichtigen Textilfläche in einem Arbeitsgang. Die Textileinzelflächen können problemlos voneinander getrennt werden, so dass eine Mehrfachnutzung möglich ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von latexfreien, stabilisierten, mehrschichtigen Textilflächen insbesondere Tuftingteppiche.

Es ist bekannt, dass Florwaren, wie beispielsweise Tuftingteppiche oder ähnliche meist bahnförmige Textilflächen, dadurch hergestellt werden, dass eine Polschicht zunächst auf einem textilen Trägermaterial (Primärrücken) aufgebracht bzw. eingearbeitet wird. Um die eingearbeitete Polschicht zu verfestigen und zu stabilisieren erfolgt üblicherweise eine Verfestigung mittels Latexvorstrich. Zur Verbesserung der Gebrauchseigenschaften, insbesondere der Trittschalldämmung , ist es üblich einen weiteren Teppichrücken (Zweitrücken) aus einer Textilware (Gewebe, Vliesstoff) oder aufgeschäumten Kuststoffen aufzubringen.

Zum Verbinden dieses Zweitrückens mit der Florware (Tuftingteppich) werden bekannte Verfahren wie Verkleben mit Latexbindern, Polyethylenpulvern oder auch Klebefolien angewendet.

Beim Recycling dieser dauerhaft verbundenen mehrschichtigen Textilbahnen wirken sich die verschiedenen Materialkomponenten nachteilig aus. Die Herstellung solcher Tuftingteppiche ist sehr aufwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von latexfreien mehrschichtigen Textilflächen insbesondere Florwaren wie Tuftingteppiche zu finden, bei denen die genannten Nachteile beseitigt werden.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, die zu verfestigenden Textilbahnen durch eine strukturierte Zwischenfläche, insbesondere einer Strukturfolie, zu verbinden. Die Strukturelemente der Strukturfolie können in ihrer Geometrie, Anzahl und Anordnung unterschiedlich sein. Sie sind der zu verbindenden Fläche (Zweitrücken, Primärrücken) angepasst. Die Strukturelemente dringen bei Einwirkung von Druck in die zu verbindende Fläche ein. Die zum Einsatz kommende Strukturfläche kann je nach Funktionalität ein- oder beidseitig Strukturelemente aufweisen.

Durch die unterschiedliche Gestaltung der Strukturfolie ist es möglich, die Verbindungsfestigkeit aber auch die Formstabilität der mehrschichtigen Textilfläche zu beeinflussen. Eine multifunktionale Wirkung der Verbindung wird auch dadurch geschaffen, dass die Strukturfolie beispielsweise wasserundurchlässig oder auch feuerbeständig ist. Mit der Strukturfläche können weitere funktionsbestimmende Materialien in die Gesamtfläche während des Verfestigungsvorganges eingearbeitet werden.

Die Strukturfolie kann ganz- oder teilflächig eingesetzt werden. Es ist möglich, die Strukturfolie beim Aufwickel der Floroberware (Primärware) oder des Zweitrückens oder beim Verfestigen beider Textilbahnen als Zwischenbahn mit einlaufen zu lassen. Durch Druckeinwirkung auf die zu verbindenden Flächen erfolgt die Verfestigung. Der Verfestigungsvorgang kann über Druckwalzen erfolgen. Die Festigkeit der Verbindung ist durch die Strukturelemente der Strukturfolie selbst aber auch durch Plastifizierung der Strukturfolie beeinflussbar. Es ist möglich, durch zusätzliche Wärme (Heizkalander, Infrarotstrahlung ) die Strukturfolie anzuschmelzen und die Flächen zusätzlich miteinander zu verkleben.

Durch die ineinandergreifenden Verbindungselemente der Strukturfolie ist eine sehr stabile mehrschichtige Textilfläche herstellbar. Die Strukturelemente der Strukturfolie können derartig gestaltet sein, dass diese nicht nur als Verbindungselement wirken sondern auch als Abstandshalter fungieren. Dadurch können beim Verbinden der beispielsweise Tuftingware mit dem Zweitrücken auch lineare oder anders gestaltete Körper in den Tuftingteppich eingearbeitet werden, die die unterschiedlichsten Funktionen ausüben können.

Beim Recycling können die unterschiedlichen Textilflächen problemlos voneinander getrennt werden, wobei die unterschiedlichen Textileinzelflächen wie Florware, Strukturfolie, Zweitrücken oder auch andere zusammengefügte Textilbahnen in einem neu aufzubauenden Verbund wieder einsetzbar sind.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können bindemittelfreie, preisgünstige mehrschichtige Textilflächen, insbesondere Florwaren wie Tuftingteppiche, hergestellt werden, wobei die Verbindung selbst lösbar aber auch dauerhaft gestaltet werden kann. Die zum Einsatz kommende Strukturfolie (Verbindungsfläche) wirkt nicht nur stabilisierend auf die gesamte Textilfläche, sondern kann durch ihre unterschiedliche Gestaltung, daher Integration verschiedener Funktionskörper, multifunktional wirken, so dass eine Höherwertigkeit der mehrschichtigen Textilbahn gegeben ist. Die Strukturverbindungsfolie ermöglicht einen einfachen vielschichtigen Aufbau der Gesamttextilfläche. Die Strukturfolie kann generell auch zur Stabilisierung einer einschichtigen Textilfläche eingesetzt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird an nachfolgendem Beispiel näher erläutert.

Beispiel 1

Die einzelnen Textilbahnen eines Tuftingteppichs sollen ohne Latexbinder miteinander verbunden werden.

Die Florware sowie die Teppichgrundware (Zweitrücken) liegen als Rollenware vor. Beide Textilbahnen werden miteinander verbunden indem eine ebenfalls als Rollenware vorliegende beidseitig strukturierte Zwischenbahn (Verbindungsbahn) in Form einer Strukturfolie zwischen beiden zu verbindenen Teppichbahnen eingefügt wird.

Eine Anordnung von Druckwalzen üben einen gleichmäßigen Linien-/Flächendruck auf die zu verbindenen Textilflächen aus, welche von den Wickelkörpern abgerollt, gemäß des geforderten Schichtenaufbaues übereinandergelegt und den Druckwalzen zugeführt werden. Der so verbundene Tuftingteppich wird nach dem Zusammenfügen aufgerollt.

Beispiel 2

Ein nach Beispiel 1 herzustellender Tuftingteppich wird in seiner Funktionalität erweitert indem die Strukturelemente der Strukturfolie (Verbindungsbahn) zusätzlich als Abstandshalter wirken und lineare Polypropylenschläuche mit einem Durchmesser von 5mm zwischen der Florware und der Strukturfolie kontinuierlich zugeführt werden. Die Einarbeitung der linearen Körper erfolgt mit dem Verfestigen der Gesamttextilfläche in einem Arbeitsgang.

Beispiel 3

Ein nach Beispiel 1 herzustellender Tuftingteppich wird durch beheizbare Druckwalzen dadurch verfestigt, dass neben einer mechanischen Verankerung der Strukturelemente ein Verkleben durch das An-/Aufschmelzen der Strukturfolie/-elemente erfolgt.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung von latexfreien, stabilisierten , mehrschichtigen Textilflächen wie Florwaren insbesondere Tuftingteppiche und nach diesem Verfahren hergestellte Textilflächen, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen den zu verfestigenden Einzelflächen eine Strukturfläche insbesondere Strukturfolie befindet und die Strukturelemente der Strukturfläche durch Druckeinwirkung auf diese und oder den zu verbindenen Einzelflächen in die Einzelflächen eindringen und eine bindemttelfreie Verfestigung zu einer mehrschichtigen Fläche entsteht.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , dass mittels Druck und Wärmeeinwirkung eine lösbare oder unlösbare Verbindung zwischen den textilen Einzelflächen hergestellt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1-2, dadurch gekennzeichnet , dass beim Zusammenfügen der zu verfestigenden Textilflächen mittels Druck oder Druck und Wärme zusätzliche insbesondere lineare Materialien und oder Vorrichtungen eingearbeitet werden.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass diese Materialien und oder Vorrichtungen beispielsweise Heiz-Kühl-Kapillarrohrmatten, Datenmesssysteme, elektrostatische Ableitungssysteme oder brandhemmende Vorrichtungen sein können.
  5. Verfahren nach Anspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusammenfügen und Verfestigen zu einer mehrschichtigen Gesamtfläche in einem Arbeitsgang erfolgt.
  6. Mehrschichtige Textilfläche, insbesondere Tuftingteppich mit verbesserten Festigkeitseigenschaften und hergestellt nach Verfahrensansprüchen 1-5.
  7. Mehrschichtige Textilfläche nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Verbindung der Textileinzelflächen eingesetzte Strukturfläche, insbesondere Strukturfolie, bereits Materialien oder Vorrichtungen enthält, die multifunktional wirken.
  8. Mehrschichtige Textilfläche nach Anspruch 6-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturfläche ganzflächig oder teilflächig beispielsweise als Gitter oder Netz zum Einsatz kommt.
  9. Mehrschichtige Textilfläche nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturelemente, die in die zu verbindenen Flächen eindringen, in ihrer Geometrie, Anzahl und Anordnung unterschiedlich , daher auch beidseitig an der Strukturfolie angeordnet sind.
  10. Mehrschichtige Textilfläche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der mittels der Strukturfolie zu verbindenen Textilflächen beliebig ist.
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