| Dokumentenidentifikation |
DE19919295B4 14.04.2005 |
| Titel |
Verfahren zur Erhöhung der Zugfestigkeit von Kabeln oder Schläuchen |
| Anmelder |
Altin Nähtechnik GmbH, 04600 Altenburg, DE |
| Erfinder |
Rattay, Frank, 04600 Altenburg, DE |
| DE-Anmeldedatum |
28.04.1999 |
| DE-Aktenzeichen |
19919295 |
| Offenlegungstag |
02.11.2000 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
14.04.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
14.04.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
D07B 7/14
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| IPC-Nebenklasse |
H01B 13/26
F16L 11/02
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Zugfestigkeit
von Kabeln oder Schläuchen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Zum Zweck des Erreichens einer genügend hohen Zugfestigkeit von Kabeln
ist es bekannt, zugkraftaufnehmende Elemente im Inneren eines Kabels zu verwenden.
In der Regel sind diese zugkraftaufnehmenden Elemente in der Mitte eines Kabels
als Zentralelement angeordnet. Wegen eines angestrebten möglichst geringen Außendurchmessers
des Kabelquerschnitts und einer möglichst geringen Masse des Kabels ist der Querschnitt
des zugkraftaufnehmenden Zentralelements begrenzt. Hinzu kommt, dass es bei geometrisch
ähnlichen langgestreckten Werkstücken, wie zum Beispiel Schläuchen, auf Grund ihres
späteren Verwendungszweckes von vorn herein ausgeschlossen ist, im Zentrum des Querschnittes
zugkraftaufnehmende Elemente zu platzieren.
Eine bekannte Lösung zur Erhöhung der Zugfestigkeit von Kabeln, Schläuchen
oder ähnlichen Werkstücken ist das Einbringen von zugkraftaufnehmenden Elementen
am Umfang des Werkstückquerschnitts in Form von hochfesten textilen Fäden, wie beispielsweise
Polyamid oder Aramid. Dies geschieht in der Art und Weise, dass mehrere textile
Fäden im wesentlichen parallel zur Längsachse des Werkstückes aufgebracht werden,
wobei eine Verknüpfung, Verkettung oder sonstige Verbindung der Kabel untereinander
nicht erfolgt.
Wegen der fehlenden Verbindung der einzelnen zugkraftaufnehmenden
Fäden haftet dieser Lösung der Nachteil an, dass die Längsspannung der einzelnen
Fäden niemals gleichmäßig ist. Somit sind auch niemals alle Fäden gleichmäßig an
der Aufnahme der das Werkstück belastenden Zugkraft beteiligt, was zur Folge hat,
dass die Zugfestigkeit des Werkstücks nicht proportional mit der Anzahl der eingebrachten
zugkraftaufnehmenden Fäden ansteigt. Eine gleichmäßige Verteilung der Zuglast auf
die zugkraftaufnehmenden Fäden ist mit untereinander nicht verbundenen Fäden nicht
möglich, so dass auch eine Erhöhung der Anzahl der zugkraftaufnehmenden Fäden keine
weitere wesentliche Verbesserung bewirkt.
Weiterhin ist zur Einbringung von textilen Fäden oder vergleichbaren
Halteelementen, wie beispielsweise metallischen Drähten, ein Verfahren bekannt,
bei dem Maschinen und Vorrichtungen eingesetzt werden, die jeweils ein Halteelement
so um das Werkstück legen, dass dieses Halteelement nach Abschluss des Verfahrens
im wesentlichen spiralförmig um das Werkstück liegt. Bei diesem Verfahren ist es
möglich, die Spannung im Halteelement gezielt zu regeln, so dass bei Aufbringung
mehrerer Halteelemente die Spannungen dieser im wesentlichen gleich hoch gestaltet
werden können. Nachteilig an dieser Lösung ist neben der Tatsache, dass für die
Aufbringung jeweils ein Halteelement ein sehr hoher technischer Aufwand betrieben
werden muss, vor allem die Tatsache, dass die einzeln und hintereinander aufzubringenden
Halteelemente untereinander nicht verknüpft, verkettet oder in sonstiger Weise miteinander
verbunden sind.
Ein weiteres Verfahren zur Aufbringung von Halteelementen ist aus
DE 198 56 815 A1 bekannt. Dort
wird ein Kabel mit drei Halteelementen umflochten, wobei diese Halteelemente untereinander
verkettet sind. Die Verkettung geschieht dort in der Art und Weise, dass jedes Halteelement
von einem Greifelement manipuliert wird, wobei die einzelnen Greifelemente derart
gesteuert sind, das stets ein Greifelement das Halteelement des vor ihm platzierten
Greifelements übernimmt.
Wegen der speziellen Steuerung der Greifelemente derart, dass sich
stets ein Greifelement vor dem benachbarten Greifelement befindet, haftet dieser
Lösung der Nachteil an, dass die Anzahl der die Halteelemente manipulierenden Greifelemente
aus Bauraumgründen praktisch begrenzt ist. Um zu erreichen, dass stets ein Greifelement
vor dem benachbarten Greifelement platziert wird, ist es nicht möglich, dass die
Bewegung aller Greifelemente in einer Ebene erfolgt, was einen erheblichen konstruktiven
Aufwand nach sich zieht.
Theoretisch ist diese Lösung zwar auch mit mehr als drei Greifelementen
realisierbar, was neben einem sehr hohen technischen Aufwand jedoch zur Folge hat,
dass die Arbeitsgeschwindigkeit der die Greifelemente tragenden Vorrichtung aus
maschinendynamischen Gründen sehr niedrig zu halten ist, was vor allem wirtschaftliche
Nachteile mit sich bringt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrund, ein Verfahren zu schaffen,
bei dem mehrere Halteelemente mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit verkettet werden
können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teiles des Anspruches 1 gelöst.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich, eine Vielzahl
von Halteelementen bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit um das Werkstück zu platzieren,
wobei jeweils ein Halteelement mit den beiden benachbarten Halteelementen verkettet
ist.
Diese Verkettung entsteht, indem jeweils ein Halteelement von einem
Greiferelement manipuliert wird, welches auf einer kreisbogenförmigen Bahn schwingend
hin- und herbewegt wird. Diese Bewegungsbahn liegt in einer Ebene, die senkrecht
zur Abzugsrichtung des Werkstückes aufgespannt wird. Durch eine spezielle Anordnung
der Greifelemente wird erreicht, dass ein jeweiliges Greifelement das von im manipulierte
Halteelement so positioniert, dass es entweder vor oder hinter ein zweites Greifelement
platziert wird, um schließlich von diesem übernommen zu werden. Dieses das vom ersten
Greifelement manipulierte erste Halteelement übernehmende zweite Greifelement manipuliert
sein Halteelement nun in der Art und Weise, dass dieses zweite Halteelement zu einem
weiteren Greifelement so positioniert wird, dass es von diesem übernommen werden
kann, wobei die Manipulation so erfolgt, dass ein Greifelement, welches ein Halteelement
übernommen hat, welches in Abzugsrichtung des Werkstücks vor ihm platziert wurde,
sein von ihm manipuliertes Halteelement so positioniert, dass in Abzugsrichtung
des Werkstücks hinter dem übernehmenden Greifelement platziert wird, welches ein
Halteelement übernommen hat, welches in Abzugsrichtung des Werkstücks hinter ihm
platziert wurde, sein von ihm manipuliertes Halteelement so positioniert, dass in
Abzugsrichtung des Werkstücks vor dem übernehmenden Greifelement platziert wird.
Damit ein Halteelement sicher von einem Greifelement übernommen werden
kann, besitzen alle Greifelemente an ihrer Spitze eine spezielle Erhebung, so dass
diese Erhebung zusammen mit dem Klingenschaft des Greifelementes und dem von ihm
manipulierten Halteelement ein Dreieck bildet, welches vom übernehmenden Greifelement
während seiner kreisbogenförmigen Bewegung durchdrungen wird. Dadurch wird das übernommene
Halteelement um den Klingenschaft des übernehmenden Greifelementes gelegt. Im weiteren
Verlauf des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Halteelement, das von dem Greifelement
manipuliert wird, von einem weiteren Greifelement übernommen. Nachdem ein Greifelement
das von ihm manipulierte Halteelement an benachbartes Greifelement übergeben hat
und dieses von dem benachbarten Greifelement übernommen wurde, ändert es die Richtung
seiner Bewegung auf der kreisbogenförmigen Bewegungsbahn und gibt als Folge dieser
Bewegung das Halteelement frei, welches es zuvor selbst von einem anderen Greifelement
übernommen hat. Dieses frei gegebene Halteelement umschlingt nun das Halteelement,
welches vom freigebenden Greifelement manipuliert wird, so dass als Folge des gesamten
Verfahrensablaufes ein jedes Halteelement mit zwei weiteren Halteelementen verkettet
ist und alle Halteelemente zusammen das Werkstück umketten.
Das gemäß der Erfindung vorgestellte Verfahren gestattet in vorteilhafter
Weise eine Umflechtung von Kabeln, Schläuchen und ähnlichen langgestreckten Werkstücken
mit einer Vielzahl von Halteelementen bei sehr hohen Arbeitsgeschwindigkeiten, wobei
die Bewegungsbahnen aller Greifelemente vorteilhafterweise in einer Ebene angeordnet
werden können.
Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
an einem bevorzugten Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Es zeigen:
1: eine bevorzugte Ausführungsform eines
Greifelementes
2: eine weitere bevorzugte Ausführungsform
eines Greifelementes
3: eine Prinzipdarstellung einer nach
dem beschriebenen Verfahren arbeitende Vorrichtung
4: eine schaubildliche Ansicht zweier
Greifelemente
5: eine schaubildliche Ansicht zweier
Greifelemente
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens
kommen vier Greifelemente (1, 2, 3, 4) und vier
Halteelemente (5,6,7,8) zum Einsatz. Die vier
Greifelemente (1, 2, 3, 4) sind an den Haltern
(9, 10, 11, 12) angebracht, welche auf den Schwingwellen
(13, 14, 15, 16) befestigt sind, so dass sich
die Greifelemente (1, 2, 3,4) auf jeweils einer
kreisbogenförmigen Bahn hin- und herbewegen. Die Schwingwellen (13,
14, 15, 16) sind so angebracht, dass untereinander jeweils
den gleichen Abstand aufweisen und dass auch der Abstand einer jeden Schwingwelle
zur Abzugslinie des Werkstücks jeweils gleich groß ist. Der zeitliche Verlauf und
die Amplituden der Schwingbewegungen der Schwingwellen (13, 14,
15, 16) sind so abgestimmt, dass jeweils eines der Greifelemente
(1, 2, 3, 4) eine Position erreicht, in der
das von ihm manipulierte Halteelement von einem benachbarten Greifelement übernommen
werden kann.
Das Greifelement (1), welches ein erstes Halteelement (5)
manipuliert, besitzt an seiner Vorderseite eine Rille (17), welche in einer
Bohrung (18) mündet, die das Greifelement an seiner Spitze durchdringt.
Durch diese Rille (17) und die Bohrung (18) wird das Halteelement
(5) geführt, so dass das Halteelement (5) von vorn nach hinten
durch das Greifelement (1) verläuft.
Das zweite Greifelement (2), welches ein zweites Halteelement
(6) manipuliert, besitzt eine Rille (19), welche sich jedoch an
der Rückseite des Greifelementes befindet, und eine Bohrung (20), durch
die das Halteelement (6), und zwar von hinten nach vorn, geführt wird.
Die zeitliche Abstimmung der Bewegungen der Greifelemente (1)
und (2) erfolgt derart, dass der rechte Umkehrpunkt des Greifelementes
(1) kurz nach dem Erreichen des linken Umkehrpunktes des Greifelementes
(2) erreicht wird. Damit wird erreicht, dass das Greifelement (2)
ein Dreieck durchdringt, das von dem Greiferauge (21), der Greiferklinge
(22) und dem Halteelement (5) gebildet wird. Dadurch wird, wie
in 4 ersichtlich, das vom Greifelement (1)
manipulierte Halteelement (5) um das Greifelement (2) gelegt und
schließlich von diesem übernommen.
Im weiteren Verlauf des Verfahrens erreicht das Greifelement 82) eine
Position, in der es einem dritten Greifelement (3), welches ein Halteelement
(7) in der gleichen Art und Weise wie das Greifelement (1), also
durch eine Bohrung und von vorn nach hinten gefädelt, führt, ermöglicht, ein Dreieck
zu durchdringen, welches diesmal vom Greiferauge (23) und der Greiferklinge
(24) des Greifelementes (2) sowie dem vom Greifelement (2)
geführten Halteelement (6) gebildet wird, so dass das Greifelement (3)
das Greifelement (2) geführte Halteelement (6) übernimmt (vgl.
5).
Dieser Vorgang des Übernehmens eines von einem benachbarten Greifelement
geführten Halteelements wiederholt sich im Verlauf des Arbeitszyklus schließlich
solange, bis erste Greifelement (1) das vom vierten Greifelement (4)
geführte Halteelement (8) übernimmt. Prinzipiell wechseln sich die Situationen
bei der Übernahme von Halteelementen durch Greifelemente entsprechend
4 und 5 ständig
einander ab, so dass Greifelement nach 1, welches ein
Halteelement durch eine Bohrung (18) in Abzugsrichtung des Werkstücks gesehen
von vorn nach hinten führt, stets ein Halteelement übernimmt, welches von einem
Greifelement nach 2 durch eine Bohrung von hinten nach
vorn geführt wird und umgekehrt.
1- Greifelement
2- Greifelement
3- Greifelement
4- Greifelement
5- Halteelement
6- Halteelement
7- Halteelement
8- Halteelement
9- Halter
10- Halter
11- Halter
12- Halter
13- Schwingwelle
14- Schwingwelle
15- Schwingwelle
16- Schwingwelle
17- Rille
18- Bohrung
19- Rille
20- Bohrung
21- Greiferauge
22- Greiferklinge
23- Greiferauge
24- Greiferklinge
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Erhöhung der Zugfestigkeit von Kabeln oder Schläuchen
durch Aufbringen von mehreren aus textilem oder metallischem Material bestehenden
untereinander verketteten Halteelementen, wobei jedes Halteelement von einem Greifelement
manipuliert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifelemente derart gesteuert
sind, dass sie die manipulierten Halteelemente abwechselnd vor beziehungsweise hinter
ein benachbartes Greifelement so positionieren, damit es von diesem benachbarten
Greifelement übernommen werden kann.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich jedes
Greifelement auf einer kreisbogenförmigen Bewegungsbahn schwingend hin- und herbewegt.
- Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Bewegungsbahnen aller Greifelemente in einer gemeinsamen Bewegungsebene
befinden.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen
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