HINTERGRUND
Verbesserte stereophone Audiosysteme verarbeiten im allgemeinen eine
Summensignalkomponente L+R und eine Differenzsignalkomponente L–R, die, wenn
sie nicht anderweitig verfügbar sind, aus einem Paar eines linken Signals L und
eines rechten Signals R erzeugt werden können. Das Differenzsignal kann dazu dienen,
einen räumlich verbreiterten Stereoeindruck zu bilden, wenn sie mit einem Paar aus
einem linken und einem rechten Lautsprecher oder durch ein sogenanntes Surroundsystem
wiedergegeben werden.
Eine Anhebung des Wertes des Differenzsignals gegenüber dem Summensignal
kann einen derart empfundenen Toneindruck erweitern. Eine derartige Verarbeitung
des Differenzsignals enthält eine Entzerrung einer Anhebung von Bässen und Höhen.
Jedoch kann eine Zunahme in dem Wert des Differenzsignals auf die Wahrnehmung des
Werts durch eine Person unerwünschte Wirkungen haben. Zum Beispiel kann die Anhebung
des Differenzsignals in den mittleren Bereich der Audiofrequenzen eine Tonwahrnehmung
bewirken, die in unerwünschter Weise sehr empfindlich ist zu der körperlichen Lage
des Zuhörers relativ zu dem linken und dem rechten Lautsprecher. Außerdem ortet
der räumlich erweiterte Stereoeindruck den Ton nicht in geeigneter Weise, der normaler
Weise von der Mitte ausgehen würde, wie eine Sprache von einer Person, die visuell
bei der Mitte einer Wiedergabe von Fernseh- oder Programmierung mit bewegtem Bild
erfolgt. Dies ist der Fall, wenn das Tonsystem einen oder keinen in der Mitte angeordneten
Lautsprecher oder nur einen linken und einen rechten Lautsprecher enthält.
Es wurde herausgefunden, dass in einem System mit einer Zunahme in
dem Wert des Differenzsignals L–R gegenüber dem Summensignal L+R zur Erzeugung
eines räumlich verbreiterten Stereoeindrucks die Verringerung der Bass-Wiedergabe
des Summensignals L+R mit einer Zunahme der Höhen-Wiedergabe des Summensignals L+R
für den Zuhörer hilfreich ist, das Mitten-Audiomaterial besser in Richtung des Mittelpunkts
zu lokalisieren.
Die US 4 229 716 beschreibt
eine Amplitudenentzerrerschaltung mit aktiven Komponenten, in der eine einseitig
funktionierende Abstimmung der Amplitude, der Bandbreite und der Mittenfrequenz
jedes durch Änderung eines einzigen Widerstands für jeden Parameter erreicht werden
kann. Die US 4 866 744 zeigt ein Richtungs-Servo
für die steuerbare Verstärkung eines Stereodifferenzsignals abhängig von der Amplitude
eines Eingangssignals von der einen oder der anderen Seite von einem oder dem anderen
Kanal.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Ein Konsumerprodukt muss kostengünstig sein. Es sei hier bemerkt,
dass die gewünschte Bassverringerung in dem Summensignal L+R des Audiosystems, die
für den Zuhörer dafür hilfreich ist, das Audiomaterial mehr in Richtung zu der Mitte
zu orten, erfolgen kann durch die Anwendung eines Gyrators zur wirtschaftlichen
Synthese einer Induktivität. Eine von einem Gyrator erzeugte Induktivität, in Kombination
mit einem Widerstand in dem Weg des Summensignals L+R bewirkt in wirtschaftlicher
Weise eine derartige Abnahme der Bassfrequenzen, die bei Vermeidung von Fehlern
einer gewickelten Spule kostenintensiver, umfangreich und Gegenstand des Anfangens
von Brumm und anderen elektromagnetischen/elektrostatischen äußeren Störungen und
Signalen ist. Daher kann die von dem Gyrator gebildete Induktivität, außer, dass
sie wirtschaftlicher ist, in einem Teil mit einem niedrigeren Signalswert des Audiosystems
angewendet werden.
Außerdem sind Entzerrungen des Summensignals L+R zur Verringerung
des Signals bei Bassfrequenzen und zur Erhöhung des Signals bei Höhenfrequenzen
einzeln oder in Kombination zwischen den Modi "EIN" und "AUS" schaltbar und/oder
sind einzeln oder in Kombination variabel einstellbar. Diese Umschaltmöglichkeit/Einstellbarkeit
ermöglicht eine größere Flexibilität in der Bemessung des Ansprechverhaltens des
Systems an die Anforderung oder Wünsche des Zuhörers.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
In der folgenden Beschreiung der Zeichnung bedeuten:
1 ist eine Kurve des gewünschten Frequenzansprechverhaltens
des Summensignals L+R zur Bildung des gewünschten zentralisierenden Ortungseffekts
für Audiomaterial in der Mitte.
2 zeigt ein Blockschaltbild der Verzerrung
in dem Weg des Summensignals L+R und die Entzerrung für die räumliche Bildverbreiterung
in dem Weg des Differenzsignals L–R.
3 zeigt ein Schaltbild des Blocks von
2, der die Entzerrung in dem Weg des Summensignals L+R
bewirkt.
4 zeigt die Umschaltung der Schaltungen
für die Entzerrung der Bässe und der Höhen von 3.
5 zeigt eine andere Ausführungsform der
Umschaltung von 4.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
In der Zeichnung, in der gleiche Teile mit gleichen Bezugsziffern
versehen sind, zeigt 1 eine Nennkurve des gewünschten
Frequenzverhaltens 10 des Summensignals L+R zur Bildung der gewünschten
Wirkung für die Zentralisierung und die Ortung für ein Mitten-Audiomaterial. Das
Frequenzverhalten zeigt verschiedene Werte des verringerten Bassverhaltens zwischen
den gestrichelten Linien des minimalen Bass 12 und des maximalen Bass
14, beginnend bei 580 Hz, mit einem minimalen Ansprechverhalten zwischen
250 und 300 Hz und dann mit einem zunehmenden Bassverhalten für eine Verstärkung
von 1 dB bei 100 Hz. Das nominelle Höhenverhalten steigt, beginnend bei 580 Hz,
auf eine maximale Verstärkung von etwa 4 dB bei 2000 Hz und darüber an, mit durch
die gestrichelten Linien angedeuteten minimalen Höhen 16 und maximalen
Höhen 18.
2 zeigt in Form eines Blockschaltbildes
die vorliegende Entzerrung 20 in dem Weg des Summensignals L+R und die
Entzerrung 22 für die räumliche Bildverbreiterung im Weg des Differenzsignals
L–R. Die Entzerrung 22 für die räumliche Bildverbreiterung unter
Anwendung des Differenzsignals L–R ist im Stand der Technik bekannt.
2 zeigt die Bildung der Signale L+R und
L–R aus den Signalen L und R. Das muss aber nicht der Fall sein für ein FM-
oder stereophones Fernsehprogramm in den Vereinigten Staaten, wo die detektierten
Signale bereits im Format L+R und L–R vorliegen und matrixdekodiert werden
müssen, um die getrennten Signale L und R zu bilden. Somit sind die matrixierenden
Coder/Decoder 24/26 für den Fall dargestellt, wenn das Differenzsignal L–R
und das Summensignal L+R beide codiert und decodiert werden müssen.
3 zeigt Blockschaltbilder des Blocks
20 von 2, der die Verzerrung in dem Weg des
Summensignals L+R bildet, was für den Zuhörer hilfreich ist, das Mitten-Audiomaterial
mehr in Richtung zur Mitte zu orten. Das LC-Netzwerk 30 ist ein Teiler
mit einem Widerstand 32, der das Ansprechverhalten der Bassfrequenz von
3 effektiv realisiert. Die simulierte Gyratorinduktivität
34 hat eine verringerte Impedance bei niedrigeren Frequenzen und verringert
somit das Bassverhalten mit dem Teilerwiderstand 32, bis die Impedanz des
Kondensators 36 in Reihe mit der Induktivität 34 das Ansprechverhalten
bei niedrigeren Frequenzen übernimmt und erhöht. Dieser Teiler kann an dem Eingang
einer Operationsverstärkerstufe 38 liegen, die das Signal puffert und ein
einfaches Reihen-RC-Netzwerk ermöglicht mit Anwendung eines rückgekoppelten Operationsverstärkers
40, um die in 1 dargestellte Zunahme der hohen
Frequenzen zu bilden.
Im Einzelnen enthält der Gyrator 34 einen üblichen Transistor
42 mit einer über den Widerstand 44 geerdeten Emitterelektrode
und einer über den Widerstand 46 vorgespannten Basiselektrode. Der an die
Basiselektrode angeschlossene Kondensator 48, in Kombination mit dem Rückkoppelungswiderstand
50 in dem Aufbau eines Emitterfolgeverstärkers mit der Verstärkung von
etwa eins bildet die vom Gyrator simulierte effektive Induktivität von ungefähr
1,5 Henry. Es gibt andere Schaltungsaufbauten zur Bildung einer Gyratorschaltung,
von denen mehrere hier benutzt werden können. Die dargestellte Konfiguration des
Gyrators 34 ist nur beispielhaft und gewählt, um den geforderten Betrieb
mit einem minimalen Kostenaufwand für die Teile zu bilden.
Der Kondensator 36 verbindet den Gyrator 34 mit
dem Widerstand 32 und bildet die zunehmende Impedanz bei niedrigen Bassfrequenzen,
um die Zunahme der Verstärkung bei niedrigeren Bassfrequenzen zu bilden, wie oben
beschrieben, mit einer Verstärkung von eins bei 100 Hz. Die über den Widerstand
46 gelieferte Vorspannung hält den Transistor 42 in einem linearen
Arbeitsbereich.
Das Hochpassfilter 38 enthält einen Operationsverstärker
40 mit einem an die negative Klemme angeschlossenen Rückkoppelungswiderstand
52 und ein Reihen-RC-Netzwerk aus einem Kondensator 54 und einem
Widerstand 56 zwischen der negativen Klemme zu einer Vorspannungsquelle,
die ebenfalls eine Erdung für Wechselspannung bildet. Für zunehmende Frequenzen
geht die Impedanz des Kondensators 54 zurück, und die Rückkoppelung wird
verringert, wodurch die Verstärkung des Operationsverstärkers 40 zunimmt.
Die Vorspannung ist so eingestellt, dass der Operationsverstärker 40 in
einem linearen Arbeitsbereich liegt.
4 zeigt die Umschaltung der Bass- und
Höhen-Entzerrung(en) und Entzerrungsschaltungen von 3.
Die Entzerrungsteile können in einen Modus "EIN" oder einen Modus "AUS", einzeln
oder in Kombination, geschaltet werden. Das ermöglicht eine größere Flexibilität
in der Bemessung des Ansprechverhaltens des Systems an die Wünsche des Zuhörers.
Diese Umschaltung kann durch jeweilige Steuersignale erfolgen, die
durch einen (nicht dargestellten) Mikroprozessor geliefert werden und dabei erfolgt
die Umschaltung durch allgemein verfügbare Einheiten, z.B. ein Relais, einen bipolaren
Transistor, ein MOS/CMOS FET oder dergleichen, die diskrete Bauteile oder gegebenenfalls
in einer monolithisch integrierten Schaltung sein können. Die Steuersignale werden
den jeweiligen Transistoren zugeführt, zur Sättigung oder zur Sperrung der Transistoren
60, 62 des jeweiligen Gyrators und der Schaltungen zur Höhenanhebung.
Zusätzlich können die den Transistoren 60, 62
zugeführten Steuersignale und die durch den Transistor 58 gebildete Vorspannung
beide einstellbar sein, und die Transistoren 60, 62 können innerhalb
der Grenzen der Steuersignale einstellbar sein, die benötigt werden, um die Transistoren
zwischen "EIN" und "AUS" umzuschalten.
5 zeigt eine alternative Ausführungsform
der Umschaltanordnungen von 4, wobei der Schalter für
den Gyrator 34 und das LC-Netzwerk 30 von Erde getrennt und als
ein generischer Schalter 64 dargestellt ist, der durch ein jeweiliges Steuersignal
gesteuert wird, und die Hochpass-Filterschaltung 38 ist so dargestellt,
dass sie durch einen generischen Schalter 66 umgeschaltet wird, der durch
sein jeweiliges Steuersignal gesteuert wird.
Die beispielhaften Werte der in den verschiedenen Figuren dargestellten
Bauteile sind:
Widerstand 32 = 3,3 K&OHgr;, Kondensator 36 = 0,22 &mgr;F, Widerstand
46 = 68 K&OHgr;, Widerstand 44 = 1 K&OHgr;, Widerstand
50 = 2,2 K&OHgr;, Widerstände 52/56 = 15 K&OHgr; und
Kondensator 54 = 0,01 &mgr;F. Die Transistoren 42, 58,
60 und 62 können nicht kritische Signaltypen sein, z. B: 2N2222,
und der Operationsverstärker 40 ist ein üblicher, nicht kritischer Operationsverstärker
MC3404.