Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren
zur Herstellung von Flach-Metall nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 bzw. 5.
Aus der JP-A-11197708 ist eine Vorrichtung bekannt bei der eine Folie
mit einer Dicke von zunächst 100µm von einer Spule abgewickelt und dann horizontal
durch einen ersten Walzensatz mit vertikal angeordneten Walzenpaaren geführt wird.
Anschließend wird die auf annähernd 10µm verdünnte Folie vertikal durch einen
zweiten Walzensatz geführt, dessen Walzenpaare horizontal angeordnet geführt, damit
außer der Schwerkraft keine weitere Zugkraft aufgebracht wird. Dann wird die
Folie horizontal umgelenkt und auf eine Spule aufgewickelt.
Die DE-C-918021 beschreibt ein Verfahren zum Walzen von Blechen aus
einem Gussstrang, bei dem der Gussstrang durch ein erstes horizontales Walzenpaar
gewalzt und dann der verdichtete Strang durch einen Glühraum geführt wird. Dann
wird der Strang von unten in ein weiteres horizontales Walzpaar eingeführt und weiter
verdichtet. Jetzt wird der Strang horizontal umgelenkt und in eine Heizgrube abgeführt,
an der er sich aushängen kann.
In der DE-C-714111 ist ein Walzwerk offenbart, bei dem zwei Gruppen
von senkrecht übereinander angeordneten Walzensätzen mit waagrecht nebeneinander
liegenden Walzen derart in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind, dass das
Walzband die beiden nebeneinander liegenden Walzensatzgruppen nacheinander durchläuft.
Hierdurch soll die Größe der Anlage klein gehalten und eine gute Übersicht
der Walzvorgänge erreicht werden.
Die DE-C-730405 beschreibt ein kontinuierliches Walzwerk mit gemeinsamer
Anstellung von mehreren der aufeinanderfolgenden Walzengerüste, bei dem bei nebeneinander
angeordneten Gerüstgruppen, die aus liegenden und übereinander angeordneten Walzgerüsten
bestehen, die Anstellvorrichtungen einander zugekehrt sind, so dass die Anstellvorrichtungen
in raumsparender Weise gemeinsam bedient werden können und das Walzwerk wenig Raum
beansprucht.
In der JP-A-09047801 ist eine Vorrichtung zum Kaltwalzen offenbart,
bei der ein von einer Spule abgewickeltes Blech in eine vertikale Richtung umgelenkt
und dann durch ein horizontales Walzenpaar gewalzt wird. Hierdurch soll erreicht
werden, dass sich auf die Vorderseite und die Rückseite des Bleches aufgetragenes
Walzöl gleichmäßig verteilt. Anschließend wird das Blech wieder nach
oben umgelenkt und aufgewickelt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungsgemäße
Verfahren und die gattungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, dass das eine
genau definierte Festigkeitsklasse des Flachmetalls erhalten wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Flach-Metall
mit einer Dicke von 20µm bis 400µm umfasst mindestens zwei Walzen, die im wesentlichen
parallel zueinander verlaufen und deren Drehachsen in einer Ebene liegen, die in
etwa senkrecht zur Schwerkraft-Wirkungsrichtung verläuft, wobei mindestens eine
Einrichtung vorgesehen ist, die das Metall frei von Zugspannungen zwischen die Walzen
einspeist, und mindestens eine Einrichtung vorgesehen ist, die das Metall frei von
Zugspannungen zwischen den Walzen entnimmt.
Unter Flach-Metall werden hier insbesondere Bänder von Metall-Blech
und Metall-Folien verstanden, insbesondere auf Rollen gewickeltes Material.
Vorzugsweise ist der Abstand der Walzen voneinander verstellbar, insbesondere
durch Verfahren mindestens einer der Walzen, insbesondere über Präzisionsvorschub.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind mindestens zwei Walzen
mit einem Antriebs-Drehmoment beaufschlagbar sind, insbesondere unabhängig von einer
Drehmoment-Übertragung zwischen den Walzen über deren Oberflächen.
Vorzugsweise ist eine der Walzen nicht verstellbar.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von Flach-Metall
mit einer Dicke von 20µm bis 400µm, wird Metall im wesentlichen parallel zur Schwerkraft-Wirkungsrichtung
zwischen zwei Walzen gewalzt, wobei es frei von Zugspannungen zwischen die Walzen
eingespeist und frei von Zugspannungen zwischen den Walzen entnommen wird.
Vorzugsweise wird das Metall durch die Fertigungsvorrichtung hindurch
transportiert.
Die nachfolgende Beschreibung behandelt Möglichkeiten zur Ausgestaltung
der Erfindung. Diese Ausführung sind nur beispielhaft zu verstehen und erfolgen
unter Bezug auf:
- Fig. 1 eine Ansicht der Herstellvorrichtung mit den drei Einheiten Walzen, Wärmebehandlung
und Aufwickeln
Beschreibung der Erfindung
Figur 1 zeigt die Herstellvorrichtung für Flach-Metall mit den drei
Einheiten: Walzen 1, Wärmebehandlung 13 und Aufwickeln 16.
Unter Flach-Metall 10 werden hier insbesondere Bänder von Metall-Blech
und Metall-Folien mit einer Dicken von 20 µm bis 400 µm verstanden, insbesondere
auf Rollen gewickeltes Material.
Das Flach-Metall 10 wird in der Walzvorrichtung 1 durch mindestens
zwei parallel zu einander angeordnete Walzen 2, 3 auf die eingestellte Dicke gewalzt.
Die Drehachsen 4 der Walzen liegen in einer Ebene, die Walzen selbst sind waagrecht
angeordnet.
Die Zustellung, Einstellung der gewünschten Dicke erfolgt durch Präzisionsgewindetriebe
8 über eine genaue Führung.
Über diese Präzisionsgewindetriebe 8 wird die Zustellung im 100stel
mm Bereich gewährleistet.
Die in der Wanne 20 unter den Walzen befindliche Kühlflüssigkeit,
gegebenenfalls in Verbindung mit Emulsion, sorgt dafür, dass die Walzen 2, 3 ständig
auf konstanter Temperatur gehalten werden können damit keine Wärmeausdehnung erfolgt,
die die Genauigkeit des Walzprozesses ungünstig beeinflusst.
Eine der Walzen 2 ist durch vorhergehenden Präzisions-Vorschub 8 verstellbar,
die andere Walze 3 hat einen Festlagersitz.
Die Walzen 2, 3 der Walzenpaare müssen immer beide angetrieben werden.
Das Flach-Metall 10 wird zugspannungsfrei eingespeist 11 und entnommen
12.
Nach dem Walzen läuft das Flach-Metall über zwei Rollen 12, 14 die
mit elektrisch leitfähiger Oberfläche ausgebildet sind.
Das Flach-Metall 10 wird über diese mit Strom und Spannung beaufschlagt.
Durch dieses Anlegen von Strom und Spannung wird das Flach-Metall
10 aufgeheizt und verändert seine Festigkeit.
Die Strommenge wird in Abhängigkeit der Anlagengeschwindigkeit so
geregelt, dass das Flach-Metall 10 eine konstante Festigkeit entsprechend der gewünschten
Festigkeitsklasse erhält.
Nach der Wärmebehandlung wird das Flach-Metall auf eine Spule 17 aufgewickelt.
Die Drehachse 18 der Spule steht etwa senkrecht zur Ein/aufrichtung
des Flach-Metalls.
Durch ein Rollringgetriebe 19 wird die Spule längs ihrer Drehachse
hin und her verfahren um eine Verlegung des Flach-Metalls auf der Spule zu gewährleisten.