Die Erfindung betrifft die binaurale Wiedergabe von Hörereignissen
mittels Kopfhörer. Insbesondere betrifft die Erfindung Kopfhörer, bei welchen die
Drehbewegungen des Kopfes erfasst werden und dazu verwendet werden, die Position
einer virtuellen Schallquelle außerhalb des Kopfes konstant zu halten.
Bei der Wiedergabe von Hörereignissen mittels herkömmlichen Kopfhörern
tritt häufig das Problem der In-Kopf-Lokalisation auf. Bei der In-Kopf-Lokalisation
werden Schallquellen virtuell innerhalb des Kopfes abgebildet, welche bei der Wiedergabe
der Hörereignisse über vor dem Hörer befindliche Lautsprecher auf einer virtuellen
Bühne vor dem Hörer abgebildet würden. Die Lokalisation einzelner Schallquellen
des Hörereignisses, zum Beispiel einzelner Instrumente eines Orchesters ist somit
erschwert oder sogar unmöglich.
1 zeigt eine schematische Darstellung
der Wiedergabe eines Schallereignisses über zwei vor einem Hörer 1 angeordnete
Lautsprecher 2, 3. Üblicherweise ist eine bevorzugte Richtung
bei dieser Anordnung vom Rumpf aus gesehen vorne. Die bevorzugte Richtung ist durch
einen gestrichelten Pfeil 4 angedeutet. Das Schallereignis wird durch symbolische
Wellenfronten repräsentiert, welche durch von den Lautsprechern 2 und
3 ausgehende, konzentrische Kreissegmente in der Figur dargestellt sind.
Das Schallereignis ist durch die Amplituden-, Laufzeit- und Phasenunterschiede sowie
durch unterschiedliche Frequenzanteile der Signale des linken und rechten Lautsprechers
am linken und rechten Ohr des Hörers lokalisierbar. Die virtuelle Richtung, aus
der das Schallereignis gehört wird ist durch den Pfeil 6 angedeutet. In
2 hat der Hörer 1 eine Veränderung der Position
vorgenommen. Die Lautsprecher 2, 3 befinden sich zu seiner linken.
Die bevorzugte Richtung 4 weist nach rechts. Durch die nunmehr geänderten
Laufzeiten, Amplituden, Phasen und Frequenzen der am linken und rechten Ohr ankommenden
Signale bleibt die virtuelle Position 6 der Schallquelle im Abhörraum konstant.
Das Hörereignis wird als von links kommend empfunden. Die vorstehend genannten Faktoren
Laufzeit, Amplitude, Phase und Frequenz lassen sich in eine Übertragungsfunktion
überführen, welche auch als HRTF oder HAT-Funktion (aus dem Englischen: Head Related
Transfer Function) bezeichnet wird.
3 zeigt eine schematische Darstellung
der In-Kopf-Lokalisation. Die Lautsprecher 8, 9 sind, wie bei
Kopfhörern üblich, mit dem Kopf beweglich an diesem angeordnet. Die Signale des
linken Kanals L und des rechten Kanals R gelangen nur an das jeweils linke bzw.
rechte Ohr. Wie in den 1 und 2
ist das Schallereignis durch konzentrische Kreissegmente dargestellt, welche Wellenfronten
des Schalls repräsentieren. Im Falle der Kopfhörerwiedergabe gelangen jedoch die
Signale des für das eine Ohr bestimmten Kanals nicht an das jeweils andere Ohr.
Der Hörer erhält den Eindruck, das Schallereignis spiele sich innerhalb seines Kopfes
ab, wie es durch den Punkt 7 angedeutet ist. In der 4
hat der Hörer eine Veränderung seiner Position wie in 2
vorgenommen. Da jedoch die Lautsprecher die Positionsänderung ebefalls vollzogen
haben, ändert sich an der empfundenen Richtung des Schallereignisses nichts.
Zur Vermeidung der In-Kopf-Lokalisation besteht die Möglichkeit, das
von der Signalquelle kommende, über den Kopfhörer wiedergegebene Signal so zu bearbeiten,
dass die Wiedergabe über den Kopfhörer der Wiedergabe des gleichen Signals über
eine Stereo-Lautsprecheranordnung wie in 1 entspricht.
Durch diese Verbesserungen ist jedoch ein weiterer, für die Kopfhörerwiedergabe
typischer Effekt noch nicht eliminiert. Dreht durch Kopfhörer beschallte Hörende
während der Wiedergabe den Kopf, so bewegen sich die wahrgenommenen Hörereignisse
synchron mit. Die 5 und 6
stellen die oben beschriebene Situation schematisch dar. In der 5
werden dem linken und dem rechten Ohr des Hörers 1 über Kopfhörer
8, 9 Signale zugeführt, welche zusätzlich zu den jeweils für das
linke bzw. rechte Ohr bestimmten Signalen L, R noch Anteile der jeweils für das
andere Ohr bestimmten Signale L(HRTF), R(HRTF) enthält. Diese zusätzlichen Signale
L(HRTF), R(HRTF) werden durch Anwendung einer HRTF auf das jeweils ursprüngliche
Signal L,R erzeugt. Der Hörer empfindet das Schallereignis als von außerhalb des
Kopfes kommend, in der Figur durch den Pfeil 6 dargestellt. Die Richtung
aus der das Schallereignis zu kommen scheint korrespondiert vorzugsweise mit der
bevorzugten Richtung 4, welche durch den gestrichelten Pfeil
4 dargestellt ist. Dreht nun der Hörer 1 den Kopf bzw. ändert
er seine Position, bewegt sich die empfundene Position des Schallereignisses mit
der Veränderung der Position des Hörers mit. Diese Situation ist in 6
schematisch dargestellt.
Dieses Phänomen ist bei Kopfdrehbewegungen des Hörenden während des
normalen Hörvorganges oder während einer ein- oder mehrkanaligen Lautprecherwiedergabe
üblicherweise nicht zu beobachten. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass sich
bei Kopfdrehbewegungen des Hörenden die monauralen und interauralen Übertragungsfaktoren
des Außenohres, deren Frequenzcharakteristiken bei ortsfesten Schallquellen in charakteristischer
Weise von der Schallquellenentfernung und -richtung abhängen, entprechend der momentanen
Entfernung und Richtung der jeweiligen Schallquelle ändern. Diese mit den Kopfdrehbewegungen
einhergehenden kontinuierlichen Änderungen der monauralen und interauralen
Übertragungsfaktoren werden vom Gehirn so ausgewertet, dass die wahrgenommenen Hörereignisse
trotz der Bewegung des Kopfes ortsfest bleiben. Bei einer üblichen Kopfhörerwiedergabe,
auch mit zusätzlichen Maßnahmen gegen die In-Kopf-Lokalisation, kann die als gewohnt
und natürlich empfundene ortsfeste Position eines Hörereignisses nicht wahrgenommen
werden, weil die beiden als Schallquellen fungierenden Kopfhörersysteme sich mit
dem Kopf mitbewegen. Eine Änderung der monauralen und interauralen Übertragungsfaktoren
tritt hierbei nicht auf.
Zusätzlich zu dem Verfahren zur Vermeidung der In-Kopf-Lokalisation
werden daher Drehbewegungen des Kopfes ausgewertet und die Signale für das linke
und das rechte Ohr so verändert, dass sich eine stabile virtuelle Position von Schallquellen
im Raum einstellt. Diese Situation ist in den 7 und
8 schematisch dargestellt. Die Ausgangssituation
in 7 entspricht der 5.
In der 8 hat der Hörer seine Position verändert. Die
damit verbundene Änderung der Signale für das linke und das rechte Ohr ist durch
die Signale L', L'(HRTF), R', R'(HRTF) dargestellt. Trotz der sich mitbewegenden
Lautsprecher 8, 9 wird das Hörereignis als aus der ursprünglichen
Richtung 6 kommend empfunden.
Diese an sich positive Eigenschaft kann als Nachteil empfunden werden,
wenn der Hörer nicht ruhig sitzt und einer Darbietung lauscht. Wenn der Hörer sich
selbst bewegt, wie zum Beispiel beim Joggen, bleibt bei jeder Richtungsänderung
das Hörereignis im Raum virtuell stehen. Wenn der Hörer nun eine Richtungsänderung
vornimmt, ändert sich auch die virtuelle Richtung aus der der Hörer das Hörereignis
hört. Um das Hörereignis nunmehr wieder aus der bevorzugten Richtung zu hören, üblicherweise
also von vorne, ist es bekannt die Normalrichtung oder bevorzugte Richtung manuell
einzustellen. Bei häufigen Richtungswechseln des Hörers ist dieses Verfahren jedoch
unkomfortabel.
Es ist daher wünschenswert ein Verfahren anzugeben, mittels welchem
Hörereignisse auch bei einer Bewegung des Hörers im Mittel als raumrichtungskonstant
wahrgenommen werden, d.h. im Mittel virtuell ortsfest aus einer bevorzugten Richtung
kommend, ohne die Ortbarkeit einzelner Schallquellen des Hörereignisses einzuschränken.
Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung eine Anordnung zur raumrichtungskonstanten
Ortung von Hörereignissen mittels Kopfhörern anzugeben.
Die Verfahren gemäß der unabhängigen Anspüche 1 und 3 sowie die Anordnung
gemäß des unabhängigen Anspruchs 8 erfüllen diese Aufgabe. Vorteilhafte Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nach Anspruch 1 werden zeitlich
begrenzte oder höherfrequente Änderungen der Position des Hörers oder seines Kopfes
erfasst und eine Stellgröße daraus abgeleitet. Im Normalfall weist der Kopf beim
Abhören von Hörereignissen in eine bevorzugte Richtung, in der Regel nach vorne
in Richtung der Rumpfvorderseite. Eine zeitlich begrenzte oder höherfrequente Änderung
der Position des Hörers ist z.B. das Drehen des Kopfes des Hörers. Die Signale für
das linke bzw. rechte Ohr werden in Abhängigkeit von der Position des Hörers oder
seines Kopfes mittels variabler Filter für die HRT-Funktion dergestalt angepasst,
dass die Richtung, aus welcher das Hörereignis zu kommen scheint, im Raum stabil
bleibt, also raumrichtungskonstant ist. Eine zeitlich längere oder niederfrequente
Änderung der Position des Hörers führt zu einer Anpassung der Richtung, aus welcher
das Hörereignis zu kommen scheint, an die neue bevorzugte Richtung.
In einer Ausführung der erfindungsgemäßen Anordnung ist in dem Übertragungsweg
der Stellgröße für die Position zu den variablen Filtern für die HRT-Funktion ein
Hochpassfilter angeordnet. Dadurch werden zeitlich kürzere oder höherfrequente Änderungen
nahezu unverändert an eine Filternachführungsschaltung weitergegeben, welche die
variablen HRT-Filter ansteuert. Zeitlich längere oder niederfrequente Änderungen
werden dagegen nur abgeschwächt weitergegeben. Vom Betrag her größere Richtungsänderungen
führen entsprechend der Zeitkonstante des Hochpasses nach einer gewissen Zeit zur
Korrektur der bevorzugten Richtung. Eine vorteilhafte Grenzfrequenz für den Hochpass
liegt in der Größenordnung von 0,1 Hz. Je nach Hörgewohnheiten oder gewünschtem
Effekt sind jedoch auch andere Grenzfrequenzen denkbar.
In einem Ausführungsbeispiel wird die absolute Position des Hörers
mittels eines Messenders, welcher im Abhörraum fest angeordnet ist, und zweier Messempfänger,
welche am Kopf oder am Kopfhörer und am Rumpf des Hörers angeordnet sind, bestimmt.
Der Messender strahlt ein Messignal aus, das von den Messempfängern empfangen wird.
Eine Steuerschaltung wertet Eigenschaften des von den Messempfängern empfangenen
Messignals aus und ermittelt daraus die relative Position des Kopfes zum Rumpf.
Als Messignal sind Radiosignale, Lichtsignale oder Ultraschallsignale verwendbar,
oder Kombinationen daraus. Die Messignale sind vorzugsweise moduliert. Auswertbare
Eigenschaften des Messignals sind beispielsweise die Amplitude, die Phase, die Laufzeit
oder Kombinationen daraus. Die ermittelte Stellung des Kopfes wird als Stellgröße
zur Anpassung der virtuellen Position des Hörereignisses an die variablen HRT-Filter
weitergeleitet.
In einem anderen Ausführungsbeispiel wir die absolute
Position des Hörers durch Auswertung des Erdmagnetfeldes oder durch einen Trägheitssensor
ermittelt. Änderungen der Signale eines geeigneten Messempfängers für das Erdmagnetfeld
lassen sich unmittelbar in eine geänderte absolute Richtung übersetzen. Der Trägheitssensor,
z.B. ein Beschleunigungsaufnehmer oder ein Kreiselsystem, zeigt, je nach Komplexität,
Richtungsänderungen um eine oder mehrere Achsen an. Die Richtungsänderungen bzw.
die geänderte absolute Richtung sind der Steuerschaltung zur Steuerung der variablen
HRTF-Filter zugeführt.
Die Erfassung der absoluten Lage im Raum kann auch mittels Auswertung
von GPS-Signalen (Global Positioning System) erfolgen.
Weiterhin ist es denkbar, als stationären Messender einen Rundfunksender
oder eine Mobilfunkstation oder dergleichen zu verwenden. Wenn der Messender ausreichend
weit von der Position des Hörers entfernt ist, ist der Messfehler, welcher bei linearen
Bewegungen des Hörers entsteht, im Vergleich zur gewünschten Erfassung der Drehbewegungen
vernachlässigbar.
Bei Ausführungen, welche absolute Lageänderungen erfassen ist vorteilhafterweise
eine Hochpassfilterung vorgesehen, welche kurze, hochfrequente Änderungen an die
Steuerschaltung weitgehend unverändert weiterleitet. Zeitlich längere, niederfrequente
Änderungen werden weniger stark berücksichtigt. Hierbei wird die bevorzugte Richtung
je nach der Grenzfrequenz des Hochpasses an eine veränderte Position des Hörers
angepasst.
Bei einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß
Anspruch 3 wird die Position des Kopfes des Hörers relativ zum Rumpf bestimmt. Dazu
ist ein Messender am Rumpf des Hörers angebracht und ein Messempfänger am Kopf bzw.
am Kopfhörer vorgesehen. Die Messignale sind mit denen aus den vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispielen identisch. Da die bevorzugte Richtung in der Regel vom Rumpf
aus nach vorne zeigt und der Kopf üblicherweise nicht längere Zeit aus der bevorzugten
Richtung gedreht wird, entfällt bei diesem Verfahren die Neueinstellung der bevorzugten
Richtung.
Weiterhin kann in dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel
ein von dem Messender erzeugtes Magnetfeld als Messignal dienen. In diesem Fall
ist die Orientierung der Feldlinien und/oder die Stärke des Magnetfeldes zur Ermittlung
der Position des Kopfes des Hörers auswertbar.
Bei einer bevorzugten Ausführung sind ein am Körper des Hörers getragenes
Wiedergabegerät und der Kopfhörer mit Mitteln zur Bestimmung der absoluten Lage
im Raum ausgestattet. In diesem Fall wird die Differenz der Lagesignale von Wiedergabegerät
und Kopfhörer an die Steuereinheit weitergegeben, wobei die Differenz im wesentlichen
der Drehung des Kopfes gegenüber dem Rumpf entspricht.
Am Körper getragene Wiedergabegeräte im Sinne der Erfindung umfassen
unter anderem tragbare CD-Spieler, MP3-Abspielgeräte und Radioempfänger. Grundsätzlich
sind alle Geräte, welche zur Wiedergabe von Audioinformationen geeignet sind, im
Sinne der Erfindung verwendbar.
Die Erfindung soll im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert
werden. In der Zeichnung zeigt
1 eine erste schematische Darstellung
der Richtungsortung von Hörereignissen bei stereophoner Wiedergabe über Lautsprecher;
2 eine zweite schematische Darstellung
der Richtungsortung von Hörereignissen bei stereophoner Wiedergabe über Lautsprecher;
3 eine erste schematische Darstellung
der In-Kopf-Lokalisierung bei Wiedergabe von Hörereignissen über Kopfhörer;
4 eine zweite schematische Darstellung
der In-Kopf-Lokalisierung bei Wiedergabe von Hörereignissen über Kopfhörer;
5 eine erste schematische Darstellung
der virtuellen Lokalisierung von Hörereignissen außerhalb des Kopfes bei Wiedergabe
über Kopfhörer;
6 eine zweite schematische Darstellung
der virtuellen Lokalisierung von Hörereignissen außerhalb des Kopfes bei Wiedergabe
über Kopfhörer;
7 eine erste schematische Darstellung
der virtuellen Lokalisierung von Hörereignissen außerhalb des Kopfes bei Wiedergabe
über Kopfhörer mit Berücksichtigung der Kopfposition;
8 eine zweite schematische Darstellung
der virtuellen Lokalisierung von Hörereignissen außerhalb des Kopfes bei Wiedergabe
über Kopfhörer mit Berücksichtigung der Kopfposition;
9 eine erste schematische Darstellung
der Erfassung der absoluten Kopfposition bei Wiedergabe von Hörereignissen über
Kopfhörer;
10 eine zweite schematische Darstellung
der Erfassung der absoluten Kopfposition bei Wiedergabe von Hörereignissen über
Kopfhörer;
11 eine dritte schematische Darstellung Erfassung
der absoluten Kopfposition und der Nachführung einer bevorzugten Richtung eines
Hörereignisses bei Wiedergabe von Hörereignissen über Kopfhörer;
12 eine erste schematische Darstellung
der Erfassung der relativen Kopfposition bei Wiedergabe von Hörereignissen über
Kopfhörer;
13 eine zweite schematische Darstellung
der Erfassung der relativen Kopfposition bei Wiedergabe von Hörereignissen über
Kopfhörer;
14 eine dritte schematische Darstellung
der Erfassung der relativen Kopfposition bei Wiedergabe von Hörereignissen über
Kopfhörer;
15 eine schematische Darstellung einer
Anordnung zur Nachführung der virtuellen Richtung eines Hörereignisses bei Erfassung
der relativen Kopfposition;
16 eine schematische Darstellung einer
Anordnung zur Nachführung der virtuellen Richtung eines Hörereignisses bei Erfassung
der absoluten Kopfposition.
In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder ähnliche
Elemente.
Die 1 bis 8
wurden bereits weiter oben beschrieben und werden daher im folgenden nicht näher
erläutert.
9, 10
und 11 zeigen schematische Darstellungen
der Erfassung der absoluten Kopfposition bei der Wiedergabe von Hörereignissen über
Kopfhörer. In 9 ist die Ausgangssituation dargestellt.
Ein Hörer 1 trägt Kopfhörer 11 zur binauralen Wiedergabe von Hörereignissen.
An dem Kopfhörer 11 ist ein Sensor 12 angebracht. Ein weiterer
Sensor 16 ist am Körper des Hörers 1 angebracht. Ein im Abhörraum
befindlicher Fixpunkt 13 sendet ein Messignal aus. Das Messignal ist durch
gestrichelte Pfeile vom Messender 13 in Richtung der Sensoren
12 und 16 angedeutet. Zwischen den Pfeilen liegt ein Winkel &agr;l.
Die Position des Kopfes zum Rumpf ist durch die Differenzen der Positionen der Sensoren
12 und 16 im Bezug auf den Fixpunkt 13 bestimmbar. Eine
in der 9 nicht dargestellte Signalquelle liefert ein
Audiosignal an den Kopfhörer 11. Das Audiosignal ist so beschaffen, dass
der Hörer 1 ein Hörereignis als aus der Richtung 6 kommend empfindet.
Der gestrichelte Pfeil 4 zeigt eine bevorzugte Richtung an, aus der Hörereignisse
üblicherweise bevorzugt gehört werden. In 10 ist der
Kopf des Hörers aus der bevorzugten Richtung nach rechts ausgelenkt. Durch die Drehung
des Kopfes ist der Kopfhörer 11 und damit auch der Sensor 12 ebenfalls
aus seiner ursprünglichen Position ausgelenkt. Der Sensor 12 empfängt das
Messignal des Messenders 13 an der neuen Position. Der Sensor
16 empfängt das Messignal an der ursprünglichen Position. Durch Auswertung
bestimmter Eigenschaften des Messignals, wie zum Beispiel Laufzeit, Phase und/oder
Amplitude ist der Drehwinkel des Kopfes bezogen auf den Rumpf auswertbar. In der
10 ist die Drehung des Kopfes und der damit verbundene
räumliche Versatz des Sensors 12 durch den Winkel &agr;2 zwischen den gestrichelten
Pfeilen vom Messender 13 zu den Positionen der Sensoren 12 und
16 angedeutet. Ein die Kopfdrehung repräsentierendes Signal wird an die
in der 10 nicht dargestellte Signalquelle des Audiosignals
bzw. eine ebenfalls nicht dargestellte Steuerschaltung weitergeleitet. Die Steuerschaltung
mit variablen HRTF-Filtern passt die Audiosignale für das linke bzw. rechte Ohr
des Hörers 1 dergestalt an, dass das Hörereignis als unverändert aus der
Richtung 6 kommend empfunden wird. Durch die unveränderte Position des
Rumpfes des Hörers 1 im Vergleich zur 9 ist
angedeutet, dass die Drehung des Kopfes zeitlich begrenzt bzw. schnell erfolgt.
In 11 hat der Hörer aus den 9
und 10 eine Drehung seines Körpers nach rechts
vorgenommen. Die Veränderung der Position der Sensoren 12 und
16 in Bezug auf den Fixpunkt des Messenders 13 führt zu einem
Winkel &agr;3 zwischen den Pfeilen, die das Messignal repräsemtieren. Der Winkel
&agr;3 ist zwar gegenüber dem Winkel &agr;1 verändert, jedoch lässt sich die Position
des Kopfes zum Rumpf bzw. der Sensoren 12 und 16 zueinander als
unverändert bestimmen. Durch die Drehung des Rumpfes des Hörers ist die bevorzugte
Richtung 4 ebenfalls gedreht worden. Die Drehung des Rumpfes des Hörers
1 ist im Vergleich zur Drehung des Kopfes in der Regel eine zeitlich längere
oder länger anhaltende Bewegung. Ein in der 11 nicht
dargestellter Hochpaß in der ebenfalls nicht dargestellten Steuerschaltung führt
dazu, dass die Richtung, aus welcher das Hörereignis zu kommen scheint, zunächst
an der Stelle 6' stehen bleibt. In Abhängigkeit von der Grenzfrequenz des
Hochpasses werden dann die variablen HRTF-Filter angepasst, so dass das Hörereignis
wieder als aus der Richtung 6 kommend empfunden wird. Je nach der Auslegung
der Filter und der Steuerschaltung sind dabei virtuelle Richtungen 6" übergangsweise
möglich.
Das anhand der 9, 10
und 11 beschriebene System bzw. das zugrunde
liegende Verfahren sind immer dann vorteilhaft anwendbar, wenn die absolute Position
der Sensoren im Raum bestimmbar ist. Denkbare Messignalsender sind weiter oben in
der Beschreibung der Erfindung aufgezählt. Diese Ausführung der erfindungsgemäßen
Anordnung bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens nutzt die Erkenntnis, dass beim
Abhören von Audiosignalen über Kopfhörer der Kopf in der Regel in der bevorzugten
Richtung ausgerichtet ist. Auslenkungen gegenüber der bevorzugten Richtung
4 sind üblicherweise von zeitlich kurzer Dauer und/oder
werden relativ schnell durchgeführt. Eine längere Veränderung der Kopfposition führt
zu einer Anpassung der Richtung 6, aus welcher das Hörereignis zu kommen
scheint, an eine veränderte bevorzugte Richtung.
In den 12, 13
und 14 ist eine weitere Ausgestaltung der
erfindungsgemäßen Anordnung bzw. der erfindungsgemäßen Methode dargestellt.
12 zeigt die Ausgangssituation. Ein Hörer
1 nimmt über einen Kopfhörer 11 ein Hörereignis als aus der Richtung
6 kommend wahr. Die Quelle des Audiosignals und die Steuerschaltung zur
Lokalisierung von Hörereignissen außerhalb des Kopfes sind in der Figur nicht dargestellt.
Die bevorzugte Richtung ist durch den gestrichelten Pfeil 4 angedeutet.
Am Kopfhörer 11 ist ein Sensor 12 angebracht. Ein Messender
14 ist am Rumpf des Hörers angebracht. Der Messender 14 kann dabei
als eigenständiger Messender oder als Teil der Signalquelle ausgeführt sein. Die
Position des Messenders am Rumpf des Hörers 1 wird lediglich von der Art
der verwendeten Messignale eingeschränkt. Weiterhin können auch mehrere Messender
und/oder mehrere Sensoren vorgesehen sein. Der Sensor 12 erfasst seine
Position zum relativen Fixpunkt des Messenders 14. In der 13
ist der Kopf des Hörers 1 aus seiner ursprünglichen Position ausgelenkt.
Der Sensor 12 erfasst die Änderung seiner Lage gegenüber dem relativen
Fixpunkt 14. Das die Lageänderung repräsentierende Signal wird an die variablen
HRTF-Filter der in der Figur nicht dargestellten Steuerschaltung geleitet. Die Steuerschaltung
passt die Audiosignale für das linke bzw. rechte Ohr dergestalt an, dass das Hörereignis
als aus der Richtung 6 kommend empfunden wird. Die bevorzugte Richtung
4 ist dabei ebenso wie die Richtung 6 gegenüber der
12 unverändert. In der 14
hat der Hörer 1 eine Drehung mit seinem gesamten Körper vorgenommen. Die
Position des Kopfes und damit die Position des Sensors 12 zum relativen
Fixpunkt 14 ist gegenüber der 12 unverändert.
Das Hörereignis wird als aus der mit dem Körper mitgedrehten bevorzugten Richtung
4 kommend empfunden. Die Richtung 6 ist hierbei ebenso wie die
bevorzugte Richtung 4 mit der Drehung des Körpers mitgedreht worden.
In 15 ist eine schematische Darstellung
einer Anordnung zur Nachführung der virtuellen Richtung eines Hörereignisses gezeigt.
Von einer in der Figur nicht dargestellten Quelle kommende Audiosignale AudioL,
AudioR gelangen an eine Steuerschaltung HRTF, welche die Audiosignale gemäß einer
kopfbezogenen Transferfunktion (HRTF) bearbeitet. Ein die Position des Kopfes in
Bezug zum Rumpf des Hörers darstellendes Signal RP ist der Steuerschaltung HRTF
zugeführt. Die HRTF-Steuerschaltung erzeugt Ausgangssignale für den linken und den
rechten Kanal, welche eine virtuelle Ortung des wiedergegebenen Hörereignisses ermöglichen,
unter Berücksichtigung der relativen Position des Kopfes zum Rumpf.
In 16 ist eine schematische Darstellung
einer Anordnung zur Nachführung der virtuellen Richtung eines Hörereignisses gezeigt,
wobei die absolute Position des Hörers im Abhörraum erfasst wird. Wie zuvor in
15 gezeigt, werden einer Steuerschaltung HRTF Audiosignale
für den linken und rechten Kanal zugeführt. Weiterhin wird der Steuerschaltung HRTF
ein die absolute Position repräsentierendes Signal AP über einen Hochpaß
21 zugeführt. Die Steuerschaltung HRTF gibt Signale für den linken und
den rechten Kanal aus, welche in Abhängigkeit vom Signal AP so verändert sind, dass
eine raumrichtungsstabile Wahrnehmung eines Hörereignisses möglich ist.