Stand der Technik
Im Tokamak hält ein starkes Magnetfeld einen ringförmigen Deuterium-Tritium-Plasmaschlauch
niedriger Dichte von der torusförmigen Gefäßwand fern und verwirklicht so einen
magnetischen Einschluß. Der Induktions-Stromstoß beim Hochfahren des Magnetfeldes
heizt das Plasma auf. Mit einer solchen Anordnung gelang eine Zündung der Fusionsreaktionen
und deren kurzzeitige Aufrechterhaltung.
Ein längerer Betrieb war nicht möglich. Bislang ließ sich nicht mehr
Energie freisetzen als zur Zündung erforderlich ist. Ein Brutprozeß, der mindestens
soviel Tritium erzeugt wie beim Betrieb verbraucht wird, konnte bislang nicht realisiert
werden. Im Hinblick auf die Betriebskosten sind die von schnellen Neutronen verursachten
Strahlenschäden zu berücksichtigen, die einen häufigen Austausch komplexer und kostspieliger
Baugruppen erforderlich machen. Wegen der niedrigen Leistungsdichte im Plasma müssen
diese Baugruppen große Abmessungen haben.
Beim Trägheitseinschluß-Verfahren wird eine Ablatorschicht durch einen
intensiven Strahlungsblitz verdampft und komprimiert über den Rückstoß die in einem
kleinen Kugelvolumen eingeschlossene Deuterium-Tritium-Mischung. Den Strahlungsblitz
löst ein Schwerionenpuls aus, der ein geeignetes Target aufheizt. Der Blitz gelangt
als Hohlraumstrahlung auf den Ablator, so daß eine gleichförmige Erhitzung mit kugelsymmetrischer
Kompression gewährleistet ist. Die von der Kugeloberfläche ausgehende Stoßwelle
ist auf den Mittelpunkt fokussiert und erzeugt dort die zum Start der Fusionsreaktionen
erforderliche Temperatur.
Zu diesem Verfahren existieren bislang nur theoretische Untersuchungen.
Um die erforderliche Energie in hinreichend kurzer Zeit zuzuführen, ist ein Hochstrom-Schwerionenpuls
erforderlich. Seine Erzeugung macht die Entwicklung eines speziellen Beschleunigers
mit Hochstrom-Speicherringen und -Strahlführungen erforderlich.
Vorteile der Erfindung
Die kontrollierte Kernfusion bietet im Hinblick auf die Resourcen
fusionsfähigen Materials die Möglichkeit einer Energiefreisetzung für Zeiträume
jenseits jeder historischen Skala ohne langlebige radioaktive Abfälle zu erzeugen.
Das als Reaktionsprodukt entstehende Helium ist ökologisch unbedenklich und durch
die Kryotechnik mit einem hohen Reinheitsgrad aus den Abgasen der Reaktionskammer
isolierbar. Die dem Stand der Technik entsprechenden Verfahren vermochten bislang
keine Nettoenergie zu liefern und bedürfen entweder umfangreicher weiterer Entwicklungsarbeiten
oder befinden sich in einer Vorstufe hierzu.
Die hier vorgestellte Anordnung greift auf bekannte und erprobte Baugruppen
oder deren überschaubare Weiterentwicklung zurück. Der vorgeschlagenen Moderator-Mantel
gewährleistet auf Grund seiner Geometrie eine effektive Wärmeabfuhr auf hohem Temperaturniveau..
Durch eine entsprechende Werkstoffauswahl läßt sich eine kurze Lebensdauer der von
den hochenergetischen Fusionsneutronen erzeugten Radionuklide und damit eine Rezyklierung
des Projektil-, Gasgefäß- und Reaktionskammer-Materials gewährleisten.
Zeichnungen
Zeichnung 1-0 zeigt im Vertikalschnitt zwei kaskadierte Leichtgaskanonen
höherer Schußfrequenz zusammen mit der schematisch dargestellten Steuerelektronik.
Der Horizontalschnitt 1-1 gibt ein Dämpfungsrohr mit den noch nicht gezündeten,
Horizontalschnitt 1-2 ein Treibrohr mit den leergebrannten Pulverkartuschen in vergrößerter
Darstellung wieder. Das gleichfalls vergrößerte Detail 1-3 skizziert in einem Vertikalschnitt
den Austausch einer Berstscheibe zum definierten Einlaß des Treibgases in das Projektilrohr.
Zeichnung 2-0 zeigt schematisch je zwei kaskadierte Leichtgaskanonen
für den Einschuß von Projektil und Gasgefäß in die Reaktionskammer mit der sie umgebenden
Graphitkugelschüttung, dem Druckgefäß sowie dem biologischen Schild. Dargestellt
in 2-1 sind, fertig montiert, das Projektil sowie das Gasgefäß. Die Detailzeichnung
2-2 zeigt die gasdichte Montage der Verschlußkappe nach Füllen des Gasgefäßes mit
dem vorverdichteten Deuterium-Tritium-Gemisch.
In zwei Stadien gibt 2-3 das Eindringen des Projektils in das Gasgefäß
sowie die Stoßwellenausbreitung wieder. Die vergrößerte Detaildarstellung 2-4 ist
ein Schnitt durch den im Gasgefäß befestigten Zonenspiegel zur Fokussierung der
Stoßwellen und zeigt den ungestörten Verlauf der Stoßwellennormalen.
Beschreibung der Erfindung
Zeichnung 1-0 zeigt die ersten beiden kaskadierten Leichtgaskanonen
höherer Schußfrequenz. Der Aufbau ist für das Projektil wie auch für das Gasgefäß
analog, lediglich die Bohrungen in Treibrohr und Projektilrohr sowie der Treibsatz
müssen für das schwerere Gasgefäß größer gewählt werden. Die folgende Darstellung
beschreibt die Beschleunigung des Projektils, gilt aber sinngemäß auch für das Gasgefäß.
In der Darstellung auf Zeichnung 1-0 wurde die erste Leichtgaskanone
gezündet und hat begonnen, das Projektil über die Heliumfüllung im zugehörigen Projektilrohr
zu beschleunigen. Als Treibsatz der Leichtgaskanonen sind die einfach austauschbaren
Pulverkartuschen 1.1 und 1.2 in dem massiven Zwischenstück
1.3 vorgesehen. Dargestellt sind sie in dem Horizontalschnitt 1-1 des Dämpfungsrohres.
Der Horizontalschnitt 1-2 des Treibrohres zeigt die Kartuschen in
leergebranntem Zustand. Der Treibkolben 1.4 ist über das Rohr
1.5 mit dem Dämpfungskolben 1.6 verbunden. Dieser läuft in dem
leicht schräg montierten Zylinder 1.7, an dessen verdichtungsseitigem Ende
Hydraulikflüssigkeit vor dem perforierten Flansch 1.8 steht. Nach einer
Zündung der Kartuschen bewegt sich 1.6 auf 1.8 zu und schiebt
gegen Ende seines Weges ein zunehmendes Volumen der Hydraulikflüssigkeit vor sich
her, wobei die Beschleunigung der Flüssigkeit eine wachsende Bremswirkung hat. Diese
steigt stark an, wenn die Flüssigkeit durch die Bohrungen in 1.8 gepreßt
wird und sich im Hohlraum hinter diesem Teil sammelt. Wenn 1.6 Kontakt
mit 1.8 hat, ist auch der Treibkolben 1.4 im Treibrohr
1.9 gestoppt. Zuvor hat ein Lichtblitz des Impulslasers 1.10 eine
kleine Sprengkapsel im Zentrum der gewölbten vorgekerbten Berstscheibe
1.11 gezündet und dem komprimierten Helium aus 1.9 den Weg zur
Beschleunigung des Projektils 1.12 im Projektilrohr 1.13 freigegeben.
Die Öffnung der Berstscheibe durch einen Laserblitz gewährleistet den gleichzeitigen
Start der Beschleunigung von Projektil und Gasgefäß. Die Zündung des Laserblitzes
sowie der Kartuschen 1.1 und 1.2 bewirkt der schnelle Zentralrechner
1.14, der den zeitlich Ablauf der Beschleunigung steuert und seine Signale
im Interesse minimaler Laufzeiten via Glasfaser empfängt und aussendet. Während
das Projektil nach Öffnung der Berstscheibe 1.11 im Projektilrohr
1.13 beschleunigt wird, bewegt sich der Treibkolben 1.4 noch im
Endbereich des Treibrohres 1.8 und gewährleistet in erster Näherung einen
unveränderten Gasdruck und damit eine konstante Beschleunigung. Wenn der Kolben
1.4 gestoppt wird, gelangt das Projektil in die Weiche 1.15. Die
baugleiche Weiche 1.16 dient in der ersten Beschleunigungsstufe zum Einsetzen
des Projektils 1.12.. Zuvor war in dem parallel zu 1.9 verlaufenden
Treibrohr der nächsten Stufe der zugehörige Kolben durch Zündung der entsprechenden
Kartuschen beschleunigt worden. Der Horizontalschnitt 1-2 zeigt die Kartuschen in
leergebranntem Zustand und den Kolben am Endpunkt seines Weges. Die Berstscheibe
ist in Sektoren gesprengt. Auch diese Zündung löst zeitgesteuert der Rechner
1.14 aus. Die schnellen Druckaufnehmer 1.17 und 1.18
am Projektilrohr 1.13 schicken ihre Signale an 1.14. Der Rechner
sendet ein Zündsignal an den Impulslaser 1.19, welcher die zugehörige Berstscheibe
öffnet, nachdem das Projektil die Weiche 1.15 passiert hat. Zeigt das Projektil
oder das Gasgefäß einen zeitlichen Vorsprung beim Passieren dieser Weiche, errechnet
1.14 aus den Signalen von 1.17 und 1.18 eine Verzögerung
für das Öffnen der entsprechenden Berstscheibe und gewährleistet die Kollision im
Zentrum der Reaktionskammer.
Detail 1-3 zeigt eine Vorrichtung zum schnellen Austausch einer Berstscheibe
nach dem Beschleunigungsvorgang und dem Öffnen des Auslaßventils 1.20 vor
den Kartuschen. Die Berstscheibe befindet sich in einem hydraulisch ein- und ausfahrbaren
Keil 1.21, der in dem Umlenkstück 1.22 dichtschließend geführt
ist und dessen Einsatz 1.23 in ausgefahrenem Zustand zum Entfernen einer
gesprengten und Einsetzen einer neuen Berstscheibe herausgeklappt werden kann. Nach
Erneuerung der Berstscheibe wird der Raum vor 1.4 nach Einsetzen neuer
Kartuschen über das Ventil 1.24 evakuiert und anschließend bei zurückfahrendem
Kolben 1.4 über das Ventil 1.25 erneut mit Helium gefüllt. Das
Zurückfahren von 1.4, des Rohres 1.5 und des Kolbens
1.6 bewirkt Stickstoff , der vor 1.6 über das Ventil
1.26 in das Dämpfungsrohr einströmt. Gleichzeitig saugt eine nicht mit
eingezeichnete Vorrichtung die Hydraulikflüssigkeit hinter 1.8 über das
Ventil 1.27 ab und führt sie über einen Kühler und einen Filter über das
Ventil 1.28 in den Zylinder 1.7 zurück. Dieser Zylinder wird einschließlich
des Raumes hinter 1.8 über die Ventile 1.29 und 1.30
erneut evakuiert und die Leichtgaskanone ist bereit zum nächsten Schuß. Am Ende
von 1.7 befindet sich der permanent mit Gleichstrom gespeiste Elektromagnet
1.31, der über die an 1.5 befestigte Ankerplatte 1.32
nach Zündung der Kartuschen den Kolben 1.4 über das Rohr 1.5 so
lange festhält, bis die Verbrennungsgase aus 1.1 und 1.2 einen
hinreichend hohen Druck aufgebaut haben.
Zeichnung 2-0 zeigt schematisch die letzten beiden kaskadierten Leichtgaskanonen
2.1 und 2.2 zur Beschleunigung des Projektils und hierzu symmetrisch
die Leichtgaskanonen 2.3 und 2.4 zur Beschleunigung des Gasgefäßes.
Projektil und Gasgefäß treffen im Zentrum der Reaktionskammer 2.5 aufeinander,
hergestellt aus einer temperaturbeständigen Legierung, deren neutroneninduzierte
Radioaktivität nach angemessener Zeit abklingt. Am jeweiligen Ende der Beschleunigungsstrecken
sind die als Druckstufen wirksamen Vakuumbehälter 2.6 und 2.7
angeordnet, welche die Gase aus den Projektilrohren der Leichtgaskanonen weitgehend
vom Eindringen in die Reaktionskammer abhalten. Das in die Reaktionskammer eindringende
restliche Helium vermittelt eine wirksame Spülung der Kammer und verhindert eine
Ablagerung verdampfter Metalle auf der Kammerwand. Hinter diesen Vakuumbehältern
können die Beschleunigungsstrecken für Projektil und Gasbehälter am Ende des jeweiligen
Beschleunigungsrohres mit Hilfe von jeweils zwei rechtwinklig zueinander wirksamen
und kleine Axialverschiebungen der Rohre tolerierende piezokeramischen Stellgliederpaaren
ausgerichtet werden, wobei als Referenz ein Laserstrahl dient und während des Fluges
durch die Reaktionskammer Projektil und Gasgefäß durch Rotation um die Längsachse
stabilisiert werden können. Dargestellt in 2-0 sind nur die vertikal wirksamen Stellglieder
2.8 und 2.9.
Die Reaktionskammer ist von einer als Moderator der Fusionsneutronen
wirksamen Graphitkugelschüttung 2.10 umgeben Diese Anordnung erlaubt bei
einer Gaskühlung mit Helium die Erzeugung von Heißdampf und damit einen hohen thermodynamischen
Wirkungsgrad. Der Hauptanteil der bei den Fusionsreaktionen freigesetzten Energie
wird an die Kugelschüttung abgegeben und erhitzt das Helium. An der Oberfläche der
Reaktionskammer wird die Energie der bei den Fusionsreaktionen freiwerdenden Alphateilchen
abgeführt.. Mit Hilfe geeigneter Vorrichtungen, die nicht mit dargestellt sind,
können die Graphitkugeln aus dem Druckbehälter 2.11 abgelassen und von
oben wieder zugeführt werden.
Unvermeidbare neutroneninduzierte Strahlenschäden im Gefüge der Reaktionskammer
machen nach festen Zeiten einen Austausch dieses Bauteils erforderlich. Der Austausch
sollte einfach und kostengünstig sein. Zunächst wird der gesamte Graphitkugel-Vorrat
abgelassen. Die kaskadierten Leichtgaskanonen mit den letzten Beschleunigungsrohren,
den Druckstufen und den Abschirmstopfen werden aus dem biologischen Schild
2.12 herausgefahren. Hierbei löst sich die gasdichte Gleitführung der Faltenbälge
2.13 und 2,14, die seitliche Justierbewegungen der Leichtgaskanonen
zulassen, aus den Kupplungsstücken 2.15 und 2.16. Mit einem Kran
sind die Deckplatte des biologischen Schildes sowie der gasdicht schließende Deckel
des Druckbehälters 2.11 abzuheben. Nachdem die Kupplung des Abgasrohres
2.17, über welches verdampftes Projektil- und Gasgefäßmaterial sowie Gasreste
abgeführt werden, gelöst wurde, lassen sich mit einem fernbetätigten Werkzeug die
Kupplungsstücke 2.15 und 2.16 von den Endflanschen der mit der
Reaktionskammer verschweißten Führungsrohre 2.18 und 2.19 trennen
und zurückschieben, so daß die Reaktionskammer mit Hilfe des Krans ausgetauscht
werden kann. Zeichnung 2-1 zeigt, fertig montiert, Projektil 2.20 und Gasgefäß
2.21. Als Projektil findet ein zylindrischer Stift aus Wolframkarbid Verwendung.
Zur Beschleunigung in den Leichtgaskanonen umschließt die Graphithülse
2.22 das Projektil. Das konische mehrfach geschlitzte Endstück dieser Hülse
gewährleistet ein einfaches Absprengen beim Eindringen in das Gasgefäß.
Das Gasgefäß 2.21 aus metallischem Wolfram mit zylindrischem
Mittelteil und konischen Endstücken nimmt in einer Zentralbohrung die Hochdruck-Gasmischung
aus Deuterium und Tritium auf. Auf dem Boden dieser Bohrung ist der Zonenspiegel
2.23 aus Wolframkarbid befestigt, der die vom Verschlußschild
2.24 ausgehende ebene Stoßwelle fokussiert.. Da die Trägheitskräfte den
Zonenspiegel auf den Bohrungsboden pressen, ist eine Befestigung mit Metallkleber
zulässig. Die Verschlußkappe 2.25 aus Leichtmetall verschließt die gasgefüllte
Zentralbohrung hermetisch. In Zeichnung 2-2 ist eine Vorrichtung dargestellt, mit
deren Hilfe die Verschlußkappe nach der Evakuierung von 2.21 und der Füllung
mit dem D-T-Gasgemisch auf die Ringschneide am äußeren Ende der Zentralbohrung von
2.21 gepreßt und durch konisches Aufweiten des Bundes an 2.25
in dieser Position gesichert wird.. Die Ringschneide gewährleistet neben dem hermetischen
Verschluß ein einwandfreies Abscheren der Verschlußkappe beim Eindringen des Projektils.
Auf die Innenseite der Verschlußkappe ist der ebene Verschlußschild 2.24
aus Wolframkarbid geklebt. Die Wahl von Wolframkarbid als Werkstoff großer Härte
und hoher Schmelztemperatur für Verschlußschild 2.24 und Zonenspiegel
2.23 stellt während der Kompression des eingeschlossenen Gasgemisches die
Form- und Temperaturbeständigkeit der Flächen sicher, zwischen welchen die Stoßwellen
verlaufen. Das Projektil 2.20 ist an seiner Stirnseite konkav geformt und
paßt sich der gewölbten Oberfläche der Verschlußkappe an. Beim Eindringen des Projektils
wird die Verschlußkappe zwischen Projektil und Verschlußschild zusammengedrückt
und dichtet die Gasfüllung ab. Im Interesse einer wirksamen Abdichtung muß eine
hohe Oberflächengüte der Zentralbohrung in 2.21 gewährleistet sein. Zur
Beschleunigung in der kaskadierten Leichtgaskanone umschließt die geschlitzte Graphithülse
2.27, ähnlich der des Projektils, das Gasgefäß.
In Zeichnung 2-3 ist die Verdichtung des Gasgemisches durch das eindringende
Projektil in zwei Stadien dargestellt. Nach dem Beginn der Kompression löst sich
im Gasgefäß eine ebene Stoßwelle vom Verschlußschild und bewegt sich auf den Zonenspiegel
zu. Von diesem reflektiert durchläuft sie am Ende der Kompression einen Fokalbereich
sehr kleiner Abmessung und erzeugt dort die Starttemperatur zur Auslösung von Fusionsreaktionen.
Während des Kompressionsvorgangs überschreiten im bohrungsnahen Bereich von
2.21 die Zug- und Schubspannungen die statisch zulässigen Grenzwerte. Es
kommt zu einer feinkörnigen Gefügezerstörung, dargestellt durch Kreuzschraffur,
die mit Schallgeschwindigkeit (5220 m/s für Wolfram, 6655 m/s für Wolframkarbid)
radial nach außen fortschreitet. Wegen der hohen Kompressionsgeschwindigkeit bleibt
dieser Zerstörungsbereich klein. Die damit einhergehende geringfügige Aufweitung
der Zentralbohrung wurde in der Zeichnung vernachlässigt.
Zeichnung 2-4 zeigt vergrößert einen Schnitt durch den im Gasgefäß
befestigten Zonenspiegel 2.23. Eine Besonderheit der Stoßwellenreflexion
ist die Ungleichheit von Einfalls- und Ausfallswinkel sowie deren
nichtlinearer Zusammenhang, herrührend von unterschiedlichen Geschwindigkeiten der
einfallenden und der reflektierten Stoßwelle. Da sich eine optische Qualität erübrigt,
kann man in 2.23 die einfallende ebene Welle mit Hilfe zonenweise eingeschliffener
Kugelkalotten bündeln. In 2-4 sind die Kalotten so konstruiert, daß sich für ihre
mittleren Durchmesser konstante Stoßwellenlaufzeiten bis zum Fokus F ergeben. Durch
die Laufzeitsprünge an den Zonengrenzen und die hohe Wärmeleitfähigkeit im Plasma
kommt es zu einem ausgedehnten Fokalbereich herabgesetzter Temperatur. Diese ist
jedoch groß genug, selbsterhaltende Fusionsreaktionen zu gewährleisten.