Es ist bekannt, daß die magn. Kraftlinien von Dauermagneten außerhalb
des Magnetwerkstoffs vom Nord- zum Südpol und innerhalb des Werkstoffs vom Süd-
zum Nordpol verlaufen.
Auf diesem Verlauf kehrt allerdings ein Teil der magn. Kraftlinien
nicht zum Südpol zurück, was im Streu- oder Verlustfaktor ausgedrückt wird, der
bis zu 30 Prozent betragen kann (2).
Ferner wird aus der Tatsache, daß die Magnetkräfte der ungleichnamigen
Magnetpole N – S anziehend und die der gleich namigen Pole N – N oder
S – S in entgegengesetzter Richtung, also abstoßend wirken abgeleitet, daß
Dauermagnete keinen verwertbaren Energieüberschuß für eine Umwandlüng in eine andere
Energieform, z. B. mechanische Energie, liefern.
Vorrichtungen zum Bündeln und Ausrichten im magnetischen Kraftlinien
sind an sich bekannt, vgl. etwa FR 1270544
für Polschühe. Eine Kombination von Permanentmagneten mit amorphen weichmagnetischen
Teilen ist in anderen Zusammenfasung aus US 4456898
bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist die Angabe eines neuartigen Verfahrens zum
Bündeln der Kraftlinien von Magneten.
Von physikalischer Bedeutung für die Erfindung ist der magnetische
Fluß durch die Werkstoffe in Abhängigkeit von der Permeabilitat welche bei Luft
gleich 1 ist. Die Permeabilität gibt also an wieviel mal die magn. Leitfähigkeit
eines Werkstoffs großer oder kleiner ist als die der Luft. Sie beträgt z.B. für
Eisen St 37 in ungeglühtem Zuständ ca 2.000 und im gegluhten Zustand ca 3.000.
Die Erfindung beruht auf der Kombination von Dauermagneten und einer
amorphen Metallegierung, deren Permeabilität 30.000 beträgt, d.h. ihre magn. Leitfähigkeit
ist 30.000 mal größer als die der Luft. Ferner ist diese folienartig und kann, trotz
ihrer geringen Starke von nur 0,0175 mm, im Gegensatz zu Eisen, nicht permanent
aufmagnetisieren.
Durch die Anbringung dieser amorphen Metallegierung an Dauermagnete,
oder in deren nächsten Umgebung, wählen die magnetischen Kraftlinien, bei ihrem
Verlauf vom Nord- zum Südpol den für sie bequemsten Weg durch die amorphe Metallegierung.
Wird sie z.B. am Südpol angebracht, dann verlaufen die magn. Kraftlinien
vom Nordpol, eng gebündelt, zur Metallegierung am Südpol, um hier in den Magnetwerkstoff
wieder einzutreten ohne außerhalb des Pols (in der umgebenden Luft) das sonst übliche
Magnetfeld aufzubauen (3)
Nach ihrem Wiederaustritt am Nordpol bleiben sie eng gebündelt (Streufaktor
= Null), sodaß ihr Nutzungsfaktor um das 2–3 fache erhöht wird (3)
Anwendungstechnisch bedeutet dies, daß z.B. bei der magn.-elektrischen
Induktion, infolge der erhöhten Flußdichte, auf die üblichen Eisenkerne bzw. Eisenbleche
in den Spulenwicklungen verzichtet werden kann. Demzufolge entstehen auch keine
Eisen-, Wärme- und Wirbelstromverluste, die bei konventionellen elektr. Maschinen
durch Antriebsleistung kompensiert werden müssen und zu einer Verschlechterung des
Wirkungsgrades führen.
Auch bei der Umwandlung von Magnetfeldenergie in mech. Energie (was
mit natürlich verlaufenden Kraftlinienfeldern nicht möglich ist) sind die magn.
Kraftlinienfelder, wie bereits beschrieben, eng gebündelt und ihr Nutzungsfaktor
beträgt ebenso das 2–3 fache. Da sie nicht streuen (Streufaktor Null) können
die Magnete auf engstem Raum bzw. in geringen Abständen angeordnet werden ohne gegenseitige,
unerwünschte Beeinflussung ihrer Magnetfelder. In diesem Falle ist die amorphe Metallegierung
ungefähr bis zur Hälfte des Südpols angebracht und seitlich zum Nordpol hochgezogen.
Indem die vom Nordpol ausgehenden Kraftlinien den Weg des geringsten Widerstandes
durch die Metallegierung suchen wird der magn. Fluß vom Nordpol einseitig und in
einem bestimmten Winkel umgelenkt, während die entgegengesetzt anziehenden magn.
Kraftlinien am Südpol nicht wirksam werden. Hierdurch können die im Winkel abstoßenden
Magnetkräfte am Nordpol antriebstechnisch genutzt werden (4).
Das erfindungsgemäße Bündeln der magn. Kraftlinienfelder und Ausrichten
des magn. Flusses bietet, je nach Anbringung der amorphen Metallegierung, weitere
technologische Möglichkeiten für die Nutzung der von Dauermagneten bereitgestellten
Magnetfeldenergie auf vielen Gebieten in der Elektround Schwachstromtechnik, in
der Mechanik, im Maschinenbau usw.
So zeigt z.B. 5 zwei nebeneinander liegende
Dauermagnete, bei denen die amorphe Metallegierung so angebracht ist, daß die magn.
Kraftlinien nicht wie üblich vom N-Pol des einen zum 5-Pol des anderen Magneten
verlaufen, sondern den entgegengesetzten weg durch den eigenen Werkstoff bevorzugen.
Lt. 6 ist die amorphe Metallegierung ellipsenförmig
am Südpol eines Blockmagneten angebracht. In diesem Falle werden die am N-Pol austretenden
magn. Kraftlinien eng gebündelt und durch die allseitige Umlenkung
ellipsenförmig gerichtet.
Die Erfindung gewinnt an Bedeutung durch die NdFeB-Hochenergie-Dauermagnete,
die sich auszeichnen durch ihre hohe Remanenz B = 1,2 Tesla (12.000 Gauß) und die,
infolge ihrer hohen Koerzitivfeldstärke H = 1.200 kA/m nicht entmagnetisieren, sofern
ihre Dimensionierung anhand des errechneten Arbeitspunktes erfolgt. Da sie nicht
die Stab-, sondern die Scheibenform haben und diametral magnetisiert sind, ergeben
sich große Polflächen (1), die sich besonders gut eignen
für das Bündeln der magnetischen Kraftlinienfelder und Ausrichten des magn. Flusses
(3, 4,
5 und 6).