| Dokumentenidentifikation |
DE19824367B4 21.04.2005 |
| Titel |
Hochofenanlage |
| Anmelder |
SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE |
| Erfinder |
Müller, Wilhelm, 46242 Bottrop, DE |
| Vertreter |
Patentanwälte Valentin, Gihske, Grosse, 57072 Siegen |
| DE-Anmeldedatum |
30.05.1998 |
| DE-Aktenzeichen |
19824367 |
| Offenlegungstag |
02.12.1999 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
21.04.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
21.04.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
C21B 7/20
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| IPC-Nebenklasse |
F27B 1/20
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung ist auf eine Hochofenanlage zur Verhüttung von aufbereiteten
Eisenerzen gerichtet, bestehend im wesentlichen aus einem Hochofen in Schachtofenbauweise
und u. a. einer Transportvorrichtung zur Begichtung des Hochofens, mit der die für
die Verhüttung erforderlichen Einsatzstoffe (Erze, Zuschläge, Koks etc.) zum am
oberen Ende des Hochofens angeordneten Gichtverschluss transportiert werden.
Hochofeneinsatzstoffe (Erze, Koks, Zuschläge) machen zusammen das
2,0 bis 2,5-fache Gewicht der Roheisenerzeugung aus. Kennzeichen der hier benötigten
Entlade-, Bunker-, Zubringer- und Begichtungsanlagen sind daher hohe Leistung bei
möglichst weitgehender Mechanisierung. Begichtungsanlagen sind die Transportvorrichtungen,
die die Einsatzstoffe zum oberen Ende des Hochofens zum dort angeordneten Gichtverschluss
transportieren.
Bekannte Transportvorrichtungen, die sich bis heute bestens bewährt
haben, sind Kübelbegichtungen mit Schrägaufzug, entweder mit einem Senkkübel oder
mit einem Kippkübel (Skip). Hierbei werden die Skips unterhalb des Hüttenflurs in
einer entsprechend gestalteten Skipgrube aus den einzelnen Wiegebunkern beschickt
und gefüllt, an der Schrägaufzugsbrücke hängend (Senkkübel) oder aufliegend (Skipkübel)
in einem spitzen Winkel steil nach oben gefördert und oben in den Gichtverschluss
entleert.
Eine derartige Anlage, bei der Skipkübel verwendet werden, wird in
"The Making, Shaping and Treating of Steel", United States Steel, 9. Auflage 1971,
Seiten 422–438 ausführlich beschrieben. Nachteilig ist bei einer derartigen
Transporteinrichtung zur Begichtung des Hochofens der große unflexible Anlagenaufwand
mit einer aus Profilträgern gefertigten schrägen Aufzugsbrücke. Dies macht sich
insbesondere bei einer Modernisierung der Hochofenanlage nachteilig bemerkbar, da
dann die mögliche Leistungssteigerung des Ofens oft durch die Kapazität der vorhandenen
Skip- Transportvorrichtungen begrenzt wird.
Der Einbau einer größeren und leistungsfähigen Skip-Transportvorrichtung,
bei der größere Skipgefäße mit entsprechender Vergrößerung der Skipgrube, in der
sie gefüllt werden, und einer neuen und stärkeren Schrägaufzugsbrücke mit Umbauten
an der Ofen-Tragkonstruktion erforderlich würden, ist in der für eine Neuzustellung
vorgesehenen Zeit von 4 bis 6 Monaten nicht durchführbar und oft technisch auch
nicht möglich.
Ferner ist die Leistung der vorhandenen Möllerung oft nicht ausreichend
und müsste somit ebenfalls durch Neuinstallation größerer Wiegebunker und leistungsfähigerer
Siebe, Förderrinnen und Transportbänder verbessert und angepasst werden. Die dafür
erforderlichen Kosten sind für den Umbau einer Altanlage nicht vertretbar.
Um die vorgenannten Nachteile der Skip-Begichtung zu vermeiden, wird
in der DE 311 021 A ein Verfahren
zum Begichten von Schachtöfen (Hochöfen) beschrieben, bei dem als Transportmittel
stetige Förderer eingesetzt werden. Es sind dies stetig umlaufende Bandförderer
oder Pendelbecherwerke, die auf der Hüttensohle schichtweise mit den Möllerbestandteilen
beladen und dann diese schräg nach oben (Stahlband mit Querleisten) oder senkrecht
nach oben (Pendelbecherwerk) zur Gichtbühne transportieren. Derartige schräg fördernde
Stahlbänder bzw. senkrecht fördernde Pendelbecherwerke stellten bei den zur damaligen
Zeit (1916!) üblichen Rahmenbedingungen (kleine Hochofenbaugrößen und entsprechend
geringe Förderleistungen) durchaus eine Alternative zur Skip-Begichtung dar, konnten
diese aber bei ständig wachsender Hochofenbaugröße letztlich nicht verdrängen.
In der Veröffentlichung: YESTER, M.A. „The Basis and Cost Savings
of Utilizing Vertical Conveyor Technology"; bulk solids handling, Vol. 17, Nr. 3,
Juli/September 1997, Seiten 357 bis 368 wird auf die Vorteile der senkrechten Förderung
von unterschiedlichen körnigen Materialien (Dolomit, Kalkstein, Kohle) mit einem
entsprechenden umlaufenden Förderbandsystem hingewiesen, die sich bereits für verschiedene
Anwendungen (Powerplant, Steelindustrie) bestens bewährt hat und durch einen Kostenvergleich
zwischen einem konventionellen, schräg nach oben fördernden, Bandsystem und einem
Senkrechtförderer (System „Flexowell") für den Transport von Kohle auf die
Beschickungsbühne einer Powerplant belegt.
Es ist Aufgabe der Erfindung, die bestehenden Nachteile, die sich
bei der Begichtung bzw. Beschickung des Hochofens durch die bekannten Transportvorrichtungen
ergeben und die besonders bei einer gewünschten Leistungssteigerung wirksam werden,
zu minimieren und eine Transportvorrichtung anzugeben, mit der in einfacher und
flexibler Weise die Begichtung des Hochofens durchgeführt werden kann, wobei insbesondere
die Vorteile einer stetig umlaufenden Transportvorrichtung genutzt werden.
Die gestellte Aufgabe wird bei einer Hochofenanlage in Schachtofenbauweise
der geschilderten Art mit einer stetig umlaufenden Transportvorrichtung mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass die stetig umlaufende
Transportvorrichtung aus mindestens einem, vorzugsweise aus zwei parallel umlaufenden,
von oben befüllbare Fördertaschen aufweisenden Wellkanten-Gurtförderbändern besteht,
deren maximale Förderkapazität größer ist als die nominale Ofenleistung und deren
Förderkapazität bei zwei parallel umlaufenden Wellkanten-Gurtförderbändern mindestens
75 % der nominalen Ofenleistung entspricht und die aus dem Bereich des Hüttenflurs
schräg in einem spitzen Winkel bis senkrecht nach oben bis oberhalb des Gichtverschlusses
geführt sind, wobei
- a) unterhalb eines schräg nach oben geführten Wellkanten-Gurtförderbandes ein
konventionelles Transportband mit gleicher Schräge und schrägen Förderlänge und
entgegengesetzter Förderrichtung angeordnet ist, und
- b) unterhalb eines oberen waagerechten Teils eines senkrecht nach oben geführten
Wellkanten-Gurtförderbandes ein konventionelles Transportband waagerecht mit gleicher
waagerechter Förderlänge und gleicher Förderrichtung angeordnet ist.
Durch die Maßnahme der Erfindung, zur Begichtung ein kontinuierlich
umlaufendes Wellkanten-Gurtförderband einzusetzen, ist ein flexibles und leistungsfähiges
Transportsystem installiert, mit dem ein Engpass beim Materialtransport bei einer
durchzuführenden Leistungssteigerung der Hochofenanlage nicht mehr gegeben ist.
Wellkanten-Gurtförderbänder, die zur Hochofenbeschickung bis jetzt
noch nicht eingesetzt wurden, haben bezüglich vergleichbarer Leistung und Förderstrecke
in anderen Anwendungsbereichen ihre Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit bereits
bewiesen.
Konstruktives Merkmal der Wellkanten-Gurtförderbänder sind auf der
Tragseite des Gurtes angeordnete Querstege und flexible Seitenwände, die mit dem
Gurt von oben befüllbare Fördertaschen ausbilden. Diese Fördertaschen bleiben in
ihrer Funktion erhalten, sowohl bei waagerechter als auch bei senkrechter Ausrichtung
des Förderbandes, so dass ein Feststofftransport sowohl in diesen Richtungen als
auch in beliebigem Winkel zwischen diesen beiden Ausrichtungen möglich ist, ohne
dass der eingefüllte Feststoff unerwünscht herausfallen kann.
Beim erfindungsgemäßen Ersatz der bisherigen Skipbeschickung durch
diese Wellkanten-Gurtförderbänder kann die bereits vorhandene Schrägaufzugsbrücke
erfindungsgemäß als Stützkonstruktion mit Vorteil genutzt werden, ohne dass zusätzliche
Verstärkungen der Stützkonstruktion notwendig werden, auch nicht bei deutlicher
Steigerung der Transportleistung gegenüber der bisherigen Kübelförderung. Gemäß
der Erfindung ist die Leistung der Wellkanten-Gurtförderbänder so auszulegen, dass
ihre maximale Leistung größer als die nominale Ofenleistung ist.
Ein deutlicher Vorteil hinsichtlich der Flexibilität ergibt sich dann,
wenn erfindungsgemäß zwei Wellkanten-Gurtförderbänder parallel auf der vorhandenen
Schrägaufzugsbrücke angeordnet sind, wobei jedes Förderband für eine Förderkapazität
von mindestens 75 % der nominalen Ofenleistung ausgelegt ist. Bei Ausfall eines
Förderbandes kann dann für eine Zeitspanne, die von der Dauer der Reparatur abhängt,
der Ofen noch normal betrieben werden. Auch die Installation von nur einem Förderband
mit dann entsprechend angepassten Leistungsmerkmalen sind gemäß der Erfindung denkbar
und je nach den vorhandenen örtlichen Begebenheiten möglich.
Um dem Problem des Abriebs – gemeint ist hier am rücklaufenden
Förderband zunächst anhaftendes und dann abfallendes Einsatzgut – zu begegnen,
ist gemäß der Erfindung unterhalb des Wellkanten-Gurtförderbandes ein konventionelles
Transportband angeordnet, das diesen Abrieb auffängt und wieder in den Einsatzstoffstrom
zurückführt.
Bei schräg nach oben führendem Wellkanten-Gurtförderband fördert dieses
konventionelle Transportband entgegen der Förderrichtung des Wellkanten-Gurtförderbandes
den aufgefangenen Abrieb wieder nach unten, beispielsweise in die Skipgrube des
ehemaligen Schrägaufzuges, wo der Abrieb mit einem weiteren Fördermittel, beispielsweise
einem Trogkettenförderer, wieder auf das untere Ende des Wellkanten-Gurtförderbandes
aufgegeben wird.
Bei senkrecht nach oben geführten Wellkanten-Gurtförderband ist in
gleicher Weise unterhalb des oberen waagerechten Teils des Wellkanten-Gurtförderbandes
ein konventionelles Transportband angeordnet, das nun in gleicher Förderrichtung
wie das Wellkanten-Gurtförderband den aufgefangenen Abrieb zur Abwurfstelle des
Wellkanten-Gurtförderbandes (dem Gichtverschluss) fördert.
Somit arbeitet eine solche Anlage nahezu selbstreinigend und wartungsfrei,
im Gegensatz zu einem konventionellen Begichtungsband, bei dem sich in der Bandbrücke
unterhalb der Tragrollen des Untergurtes Haufen von Abriebmaterial ansammeln, die
letztlich zum Verschleiß des Gurtes führen können.
Außer den erheblichen Einsparungen an Investitionskosten ergeben sich
im Vergleich zu einem Skiptransport geringere Betriebskosten durch den geringeren
Energiebedarf der kontinuierlich umlaufenden Gurtförderbänder gegenüber der intermittierend
transportierenden Skip-Transportvorrichtung, bei der unnötige Beschleunigungs- und
Bremsenergie aufzubringen ist.
Die im Vergleich zum Skiptransport geringere Fallhöhe von den Wiegebunker-Abzugsförderrinnen
auf das Wellkanten-Gurtförderband und auch in den Gichtverschluss bedeutet weniger
unerwünschte Materialzerkleinerung, geringeren Verschleiß der Einrichtungen und
geringere Staubentwicklung.
Durch eine besser mögliche Kapselung der Staubquellen an der Aufgabe
und am Abwurf des Wellkanten-Gurtförderbandes (beim Kübeltransport nahezu unmöglich)
ist nun eine wesentlich geringere Absaugleistung der Filteranlagen erforderlich,
was wiederum zur Reduzierung der Investitions- und Betriebskosten führt.
Beim Bau neuer Hochofenanlagen bietet sich ebenfalls der Einsatz von
einem oder mehreren, vorzugsweise zwei Wellkanten-Gurtförderbändern zum Transport
der Einsatzstoffe in den Gichtverschluss an. In diesem Fall ist dann die Ausrichtung
der Wellkanten-Gurtförderbänder in vertikaler Richtung von Vorteil, da hierdurch
eine kompaktere Gesamtanlage mit geringerem Flächenbedarf ermöglicht wird, die auch
im Vergleich zu einem konventionellem Begichtungs-Transportband deutlich billiger
ist. Anstelle der aufwendigen langen Bandrücke mit ihrem Fundament ist lediglich
ein Rohrschacht erforderlich, der im Ofengerüst integriert ist. Auch sonst übliche
Betriebskosten für Beleuchtung und Reinigung der schrägen Bandbrücke, Instandhaltung
und Erneuerung des Korrosionsschutzes fallen darüber hinaus deutlich niedriger aus.
Weitere Einzelheiten, und Eigenschaften der Erfindung werden nachfolgend
anhand von in schematischen Zeichnungsfiguren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine schematische Ansicht eines Wellkanten-Gurtförderbandes
in senkrechter Anordnung,
2 einen Hochofen in Teilansicht mit schräger
Anordnung einer Wellkanten-Gurtförderbandanlage,
3 einen Schnitt durch die Wellkanten-Gurtförderbandanlage
in zweizeiliger schräger Anordnung, in einer vorhandenen Skipbrücke,
4 einen Hochofen in Seitenansicht mit
senkrechter Anordnung einer Wellkanten-Gurtförderanlage.
In 1 ist in einer schematischen Ansicht
ein Wellkanten-Gurtförderband (20, 20') dargestellt. Das Gurtförderband
(20, 20') besteht aus einem umlaufenden quersteifen Gummigurt
(21), auf dem mit Hilfe von flexiblen Wandelementen (23,
24) von oben befüllbare Fördertaschen ausgebildet sind. Die seitlichen
Wandelemente (23) sind dabei in Form einer durchgehenden Wellkante ausgebildet,
und die zwischen den seitlichen Wandelementen (23) angeordneten Wand- bzw.
Trennelemente (24) sind schaufelartig in Transportrichtung (27)
gekrümmt ausgebildet. Auf diese Weise bleiben die gebildeten Fördertaschen (23,
24) auch bei einem über enge Radien geführten Transportweg erhalten; und
selbst bei einem senkrechten Transport fällt aufgrund der schaufelartigen Ausbildung
der Trennelemente (24) nichts aus den Fördertaschen (23,
24) heraus.
Bei dem dargestellten Wellkanten-Gurtförderband (20,
20') wird das Schüttgut, unten im waagerechten Teil bei (26) aufgegeben,
vertikal in Pfeilrichtung (27) nach oben transportiert und dann oben am
Ende des zweiten waagerechten Teils in Pfeilrichtung (28) ausgetragen.
Es ist leicht einzusehen, dass neben dem senkrechten Materialtransport auch eine
schräg nach oben führende Ausrichtung des Wellkanten-Gurtförderbandes (20,
20') in gleicher Weise möglich ist.
Im Ausführungsbeispiel der 2 ist schematisch
ein Hochofen (1) mit seinem oberen Teil, der Gicht (10) sowie
dem darüber angeordneten Gichtverschluss (11) dargestellt. Eine Tragkonstruktion
(12), die seitlich neben dem Hochofen (1) angeordnet ist, dient
zur Stützung der Gicht (10), des Gichtverschlusses (11) sowie
der Schrägaufzugsbrücke (3), die an einer Seite des Hochofens (1)
schräg nach oben führt.
Die Schrägaufzugsbrücke (3), die ursprünglich zur Skipbegichtung
diente, führt dabei aus einer unterhalb des Hüttenflurs (15) angeordneten
Skipgrube (4), in der die Skips bzw. Kübel mit den Einsatzstoffen gefüllt
wurden, in gerader Linie schräg nach oben bis oberhalb des Gichtverschlusses (11),
so dass dann die Skips oberhalb der Gichtverschlussöffnung befindlich, nach unten
in den Gichtverschluss (11) entleert werden konnten. Die vorhandenen Anlagenteile
der Schrägaufzugsbrücke (3) und der Skipgrube (4) wurden nun erfindungsgemäß
verwendet, um die ursprüngliche Skipbegichtung durch eine schräg nach oben führende
Wellkanten-Gurtförderbandanlage (2) zu ersetzen. Hierzu wurde die Schrägaufzugsbrücke
(3) des ursprünglichen Schrägaufzugs soweit umgebaut, dass sie sich nun
als Stützkonstruktion für zwei Wellkanten-Gurtförderbänder (20) eignet
und die Wellkanten-Gurtförderbänder (20) entsprechend dem ursprünglichen
Steigungswinkel des Skiptransports nach oben führt.
Die Wellkanten-Gurtförderbänder (20) führen entsprechend
dem ursprünglichen Skiptransportweg nun von der ursprünglichen Skipgrube (4)
nach oben und enden oberhalb des Gichtverschlusses (11). Unterhalb des
schrägen Teils der beiden Wellkanten-Gurtförderbänder (20) ist jeweils
ein konventionelles Transportband (29) angeordnet, dessen Transportrichtung
entgegen der Transportrichtung der Wellkanten-Gurtförderbänder (20) verläuft
und das den aus dem Förderband (20) herausfallenden Abrieb auffängt und
nach unten bis in die Skipgrube (4) transportiert.
Der auf diese Weise nach unten transportierte Abrieb wird dann mittels
eines Trogkettenförderers (7) auf das untere Ende des Wellkanten-Gurtförderbandes
(20) aufgegeben. Probleme durch sich anhäufenden Abrieb unterhalb des Wellkanten-Gurtförderbandes
(20) können sich somit nicht mehr ergeben.
Durch den erfindungsgemäßen Ersatz des ursprünglichen Schrägaufzuges
durch die Wellkanten-Gurtförderbandanlage (2), bestehend aus den Wellkanten-Gurtförderbändern
(20), dem konventionellen Transportband (29), dem Trogkettenförderer
(7) sowie der ursprünglichen Schrägaufzugsbrücke (3) ist eine
Transportvorrichtung installiert, mit der Leistungssteigerungen und Leistungsschwankungen
flexibel bewältigt werden können.
Die Aufgabe der Einsatzstoffe erfolgt bei der erfindungsgemäßen Wellkanten-Gurtförderbandanlage
(2) auf die Wellkanten-Gurtförderbänder (20) in der Skipgrube
(4) kontinuierlich und mit geringer Fallhöhe, da nun nicht mehr die Bauhöhe
der Kübel zu berücksichtigen ist und die Aufgabefördermittel nahe an die Wellkanten-Gurtförderbänder
(20) herangeführt werden können. Aus diesem gleichen Grund kann auch der
Abwurf der Einsatzstoffe sehr nahe an den Gichtverschluss (11) mit geringer
Fallhöhe gestaltet werden. Die reduzierten Fallhöhen führen neben einer gewünscht
niedrigen Zerkleinerungsrate beim Fall der Einsatzstoffe auch zu einer deutlich
reduzierten Staubentwicklung, was neben der bereits erwähnten Leistungssteigerung
und erhöhter Flexibilität weitere wichtige Vorteile beinhaltet.
In 3 ist in einem Schnitt durch den schrägen
Teil der Wellkanten-Gurtförderbandanlage (2) der Einbau der Förderbänder
(20, 29) in die ursprüngliche Schräg-Aufzugsbrücke (3)
dargestellt. Die beiden nach oben führenden Wellkanten-Gurtförderbänder (20)
sind innerhalb der ursprünglichen Schräg-Aufzugsbrücke (3) parallel nebeneinander
angeordnet. Unterhalb der Wellkanten-Gurtförderbänder (20) befindet sich
jeweils ein konventionelles Transportband (29), dessen Breite der Breite
des Untergurtes (21) des Wellkanten-Gurtförderbandes (20) entspricht,
also breiter ist als die die Einsatzstoffe aufnehmenden Fördertaschen (1,
23, 24). Auf diese Weise ist sichergestellt, dass der gesamte
abfallende Abrieb auch von den konventionellen Transportbändern (29) aufgefangen
werden kann.
Eine weitere Möglichkeit, den Transport der Einsatzstoffe zum Gichtverschluss
des Hochofens mit Hilfe von Wellkanten-Gurtförderbändern durchzuführen, ist in der
4 dargestellt. Im Ausführungsbeispiel handelt es sich
um den Neubau einer Hochofenanlage und nicht um einen Umbau wie im Beispiel der
2 und 3. Da
bei einem Neubau einer Hochofenanlage keine vorhandenen Anlagenteile eingeplant
und berücksichtigt werden müssen, ist der bei einer konventionellen Beschickung
mit einem glatten Transportband erforderliche große Abstand zwischen der Möller-Bunkeranlage
und dem Hochofen nicht erforderlich. Hier bietet sich dann die vertikale Ausrichtung
des Wellkanten-Gurtförderbandes an, wie sie in 1 dargestellt
ist. Der Transport der Einsatzstoffe zum Gichtverschluss (11) des Hochofens
(1) erfolgt nun mit einer Wellkanten-Gurtförderbandanlage (2'),
die seitlich neben dem Hochofen (1) angeordnet ist und bei der das Wellkanten-Gurtförderband
(20') in einem Rohrschacht (22) senkrecht nach oben geführt ist.
Das untere Ende des Wellkanten-Gurtförderbandes (20') verläuft waagerecht,
um ein problemloses Füllen der Fördertaschen (1,
23, 24), beispielsweise mittels eines konventionellen Förderbandes
(31), zu ermöglichen. Das obere Ende des Wellkanten-Gurtförderbandes (20')
ist gleichfalls waagerecht ausgerichtet, um einen Abwurf der Einsatzstoffe in den
Gichtverschluss (11) zu ermöglichen.
Unterhalb dieses oberen waagerechten Teils des Wellkanten-Gurtförderbandes
(20') ist ein konventionelles Transportband (25) waagerecht angeordnet,
um genau wie im Ausführungsbeispiel mit schräger Anordnung des Wellkanten-Gurtförderbandes
(20) gemäß 2 vom Wellkanten-Gurtförderband
(20') abfallendes Abriebmaterial aufzufangen. Hier bietet sich an, das
konventionelle Transportband (25) in gleicher Transportrichtung wie das
Wellkanten-Gurtförderband (20') anzutreiben, so dass der aufgefangene Abrieb
in einfacher Weise gleichfalls direkt in den Gichtverschluss (11) gefördert
wird. Der waagerechte Teil des Wellkanten-Gurtförderbandes (20') sowie
das konventionelle Transportband (25) sind in einem gemeinsamem Gehäuse
untergebracht, das mit dem Rohrschacht (22) eine geschlossene Einheit bildet,
so dass Verschmutzungen bei der im Freien stehenden Transportvorrichtung nicht zu
befürchten sind.
Die Transportvorrichtungen (2, 2') auf der Basis
von Wellkanten-Gurtförderbändern (20, 20') bestechen im Vergleich
zu einer konventionellen Bandtransportanlage durch ihre einfache und platzsparende
Bauart sowie ihre staubdichte Ausführungsmöglichkeit und sind insbesondere
bei Neuanlagen nicht nur eine Alternative zu bisherigen Transportverfahren.
Die in den Zeichnungsfiguren dargestellten Ausführungsbeispiele stellen
nicht die einzig möglichen Konstruktionen dar. Gemäß der Erfindung sind auch andere
Gestaltungsmöglichkeiten des Wellkanten-Gurtförderbandes hinsichtlich Anzahl, Steigungswinkel
und Ausbildung der Aufgabe- und Abwurfenden möglich, um den Hochofen in ausreichender
Menge mit den benötigten Einsatzstoffen zu versorgen.
|
| Anspruch[de] |
- Hochofenanlage zur Verhüttung von aufbereiteten Eisenerzen, bestehend
im Wesentlichen aus einem Hochofen (1) in Schachtofenbauweise und u. a.
einer stetig umlaufenden Transportvorrichtung zur Begichtung des Hochofens, mit
der die für die Verhüttung erforderlichen Einsatzstoffe (Erze, Zuschläge, Koks etc.)
zu dem am oberen Ende des Hochofens (1) angeordneten Gichtverschluss (11)
transportiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass die stetig umlaufende
Transportvorrichtung aus mindestens einem, vorzugsweise aus zwei parallel umlaufenden,
von oben befüllbare Fördertaschen (23, 24) aufweisenden Wellkanten-Gurtförderbändern
(20, 20') besteht, deren maximale Förderkapazität größer ist als
die nominale Ofenleistung und deren Förderkapazität bei zwei parallel umlaufenden
Wellkanten-Gurtförderbändern (20, 20') mindestens 75 % der nominalen
Ofenleistung entspricht und die aus dem Bereich des Hüttenflurs (15) schräg
in einem spitzen Winkel bis senkrecht nach oben bis oberhalb des Gichtverschlusses
(11) geführt sind, wobei
a) unterhalb eines schräg nach oben geführten Wellkanten-Gurtförderbandes (20)
ein konventionelles Transportband (29) mit gleicher Schräge und schrägen
Förderlänge und entgegengesetzter Förderrichtung angeordnet ist, und
b) unterhalb eines oberen waagerechten Teils eines senkrecht nach oben geführten
Wellkanten-Gurtförderbandes (20') ein konventionelles Transportband (25)
waagerecht mit gleicher waagerechter Förderlänge und gleicher Förderrichtung angeordnet
ist.
- Hochofenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die unteren
Enden des Wellkanten-Gurtförderbandes (20) und des konventionellen Transportbandes
(29) über ein weiteres Fördermittel – beispielsweise einen Trogkettenförderer
(7) – in Wirkverbindung stehen.
- Hochofenanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Stützung des Wellkanten-Gurtförderbandes (20) bei schräger Anordnung
die Schräg-Aufzugsbrücke (3) – falls vorhanden – eines nicht
mehr benötigten Schrägaufzuges einer Skipbegichtung als Stützkonstruktion verwendet
wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen
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