Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines
Leuchtsatzes bzw. einer Leuchtrakete, umfassend eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung.
2. Hintergrundinformation
Zündmittelzusammensetzungen müssen eine Anzahl von Ausgestaltungskriterien
erfüllen. Die Zündmittelzusammensetzung sollte, wenn sie gebildet wird, ausreichend
robust sein, um in betriebsfähiger Form zu verbleiben vor dem Einsatz der zu zündenden
Vorrichtung, wie etwa ein Leuchtsatz oder eine andere Vorrichtung.
Eines der üblicherweise vorgeschlagenen Zündmittelsysteme verwendet
feste Teilchen, bestehend aus B/KNO3, welche beim Zünden eine Verbrennung
der angegebenen Gas-erzeugenden Zusammensetzung initiieren.
Andere jüngere Versuche auf dem zivilen Markt richteten sich auf das
Entwickeln alternativer kosteneffektiver Zündmittelzusammensetzungen oder Zündmittelzusammensetzungen,
die leichter herzustellen sind. Diese Versuche umfassten Vorschläge zur Verwendung
einer heiß schmelzenden thermoplastischen Harzmatrix zusammen mit einer speziellen
Zündmittelzusammensetzung, wie etwa KNO3. Dieser Ansatz versuchte ein
kommerziell erhältliches Heißklebemittel, wie etwa ein solches, das für sogenannte
"Klebepistolen" entwickelt wurde, mit einem herkömmlichen Alkalimetalloxidationsmittel
zu verbinden. Dieser Ansatz zum Verbessern der Leistungsfähigkeit war weniger als
zufriedenstellend. Die Extrudierbarkeit und Zündmittelleistungsfähigkeit erwies
sich als schwierig zu steuern und die wiederholbare ballistische Leistungsfähigkeit,
die gewünscht war, ist bisher nicht gezeigt worden.
Demgemäß bleiben trotz dieser und noch anderer Ansätze relevante Ziele
unerreicht. Eine einfachere, kostengünstigere Zündmitelzusammensetzung für Leuchtraketen
bzw. Leuchtsätze und Köder oder andere Vorrichtungen bleibt ein Wunsch. Im Besonderen
laufen weiterhin Versuche in Richtung der Bereitstellung einer Zündmittelzusammensetzung,
die die Notwendigkeit zum Heißschmelzen sogenannter Klebemittel vermeidet und damit
die folglichen Risiken, die mit dem Verarbeiten eines pyrotechnischen Materials
bei einer erhöhten Temperatur verbunden sind, jedoch welche einfach herzustellen
ist und ausreichend robust sein würde.
Es wäre daher ein wesentlicher Fortschritt wenn Zündmittelzusammensetzungen
bereitgestellt würden, die als ein Zündmittel verwendet werden können, welches in
befriedigender Weise diese Belange in der Industrie erfüllt.
ZUSAMMENFASSUNG UND GEGENSTÄNDE DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung bietet ein Verfahren zum Bilden von Leuchtsätzen,
umfassend einen oder mehrere der hier offenbarten Zündmittelstäbe.
Das extrudierbare Zündmittel wird leicht hergestellt bei geringen
Kosten, um ein physikalisch robustes Produkt zu erhalten. Das Zündmittel kann hergestellt
werden ohne die Verwendung einer thermoplastischen Schmelz- oder Heißschmelzmischausstattung
und vermeidet daher die potenzielle Gefahr, die verbunden ist mit dem Verarbeiten
bei solchen erhöhten Temperaturen. Die extrudierbare Zündmittelzusammensetzung,
aus welcher der Zündmittelstab hergestellt werden kann, wird geeigneterweise bei
Umgebungstemperaturen zu robusten Produkten verarbeitet, welche ausreichende relativ
selektierbare Zündcharakteristika aufweisen. Der Zündmittelstab kann andere Konfigurationen
aufweisen, mit der Maßgabe, dass die Konfiguration mit den hier offenbarten Zielen
übereinstimmt. Die extrudierbare Zündmittelzusammensetzung kann verwendet werden,
um einen massiven oder hohlen Zündmittel-"Stab" zu bilden, der in der Lage ist zum
Zünden eines Leuchtsignals bzw. einer Leuchtrakete oder einer Treibmittelzusammensetzung
in einer Leuchtrakete oder einer anderen pyrotechnischen Vorrichtung.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
1 zeigt eine beispielhafte Leuchtraktenvorrichtung
(eine Leuchtrakete des Typs XM212) in einem Längsquerschnitt, umfassend einen Zündstab,
gebildet aus der extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung.
2, 3,
4 und 5
zeigen Durchmesserquerschnittsansichten von Leuchtraketen, die mit den Zündmittelstäben
ausgestattet sind, die aus der offenbarten extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung
hergestellt sind.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die extrudierten Zündmittelstäbe, die durch das Verfahren der Erfindung
gebildet werden, können so gekennzeichnet werden, dass sie eine Konfiguration aufweisen,
die ausgestaltet ist für eine rasche Deflagration bei einer hohen Temperatur bei
Zündung. Bei Zündung kann ein Zündmittelstab eine andere pyrotechnischen Zusammensetzung
Zünden. In Leuchtraketen, wie etwa der XM212-Leuchtrakete, sind die Zündmittelstäbe
so bemessen, um in der Lage für vollständige Zündung von einem bis zum anderen Ende
zu sein, d. h. vollständige Flammenübertragung in einer kurzen Zeit, wie etwa weniger
als 10 Millisekunden.
Die Zündmittelzusammensetzung, welche extrudiert werden können, umfassen
eine Kombination aus wasserlöslichem Bindemittel, wasserlöslichem oder dispergierbarem
Oxidationsmittel, wasserlöslichem oder dispergierbarem Brennstoff und einer ausgewählten
Menge Wasser. Bevorzugt sind die extrudierbaren Zusammensetzungen im Wesentlichen
in ihrer Zusammensetzung homogen.
Das Bindemittel ist ein wasserlösliches Bindemittel, umfassend mindestens
ein Mitglied, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einem wasserlöslichen Gummi,
vorliegend in einer Menge von etwa 2 Gewichtsprozent bis etwa 10 Gewichtsprozent,
basierend auf der Gesamtmenge trockener Bestandteile in der extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung,
Poly-N-vinylpyrolidon, Polyvinylalkohole und Copolymere davon, Polyacrylamid, Natriumpolyacrylate,
Copolymere, basierend auf Acrylamid oder Natriumacrylat, und wasserlösliche Gelatine.
Diese wasserlöslichen Gummis umfassen natürlich vorkommende Gummis, wie etwa Guargummi,
Akaziengummi, modifizierte Cellulosen und Stärken. Eine detaillierte Diskussion
von "Gummis" wird bereitgestellt durch C. L. Mantell, The Water-Soluble Gums, Reinhold
Publishing Corp., 1947, welche hier durch Bezugnahme eingebracht wird. Es wird derzeit
erachtet, dass die wasserlöslichen Bindemittel mechanische Eigenschaften verbessern
oder verbesserte Bruchfestigkeit verleihen. Die geeigneten Brennstoffe und Oxidationsmittel
können wasserlöslich oder wasserunlöslich sein. Geeignete Brennstoffe und Oxidationsmittel
können anorganisch oder organisch sein.
In der Formulierung, aus welcher der Extrudat-Zündmittelstab gebildet
ist, ist die Bindemittelkonzentration derart, dass ein mechanisch ausreichend robustes
Extrudat erhalten wird. Das Extrudat, wie etwa ein Zündmittelstab, sollte in der
Lage sein, um seine Form beizubehalten, z. B, seine Integrität beizubehalten vor
Zündung. Bevorzugt ist der extrudierte Zündmittelstab in der Lage aufgenommen (eingeschoben)
zu werden in eine pyrotechnische Zusammensetzung, z. B, in eine geeignet konfigurierte
Bohrung (z. B, zentrale Bohrung) in einer Treibmittelzusammensetzung, und zum Zerbrechen
oder Brechen beim Zünden. Im Allgemeinen kann das Bindemittel in einem Bereich von
z. B, von etwa 2% bezüglich des Gewichts bis etwa 10% bezüglich des Gewichts sein
und im Spezielleren etwa 3% bezüglich des Gewichts bis etwa 7% bezüglich des Gewichts,
relativ zu den trockenen Bestandteilen in der Formulierung. Das Bindemittel kann
aufgebaut sein aus mehr als einem Bindemittelmaterial.
Die Zündmittelzusammensetzung umfasst mindestens ein Oxidationsmittel,
welches vorzugsweise wasserlöslich oder mindestens in Wasser dispergierbar ist.
Das Oxidationsmittel kann daher organisch oder anorganisch sein, wenngleich anorganische
Oxidationsmittel derzeit bevorzugt sind. Organische Oxidationsmittel, welche in
einem Bindemittel dispergierbar sind, sodass eine ausreichend homogene Zündmittelzusammensetzung
erhältlich ist, umfassen Aminnitratsalze, Nitroverbindungen, Nitramin, Nitratester
und Aminperchlorate, von welchen Methylammoniumnitrat, Methylammoniumperchlorat
Beispiele sind. Andere Kandidaten umfassen RDX und HMX, CL-20 und PETN. Anorganische
Oxidationsmittel umfassen oxidierende ionische Spezies, wie etwa Nitrate, Nitrite,
Chlorate, Perchlorate, Peroxide und Superoxide. Beispielhaft für diese anorganischen
Oxidationsmittel sind Metallnitrate, wie etwa Kaliumnitrat oder Strontiumnitrat,
Ammoniumnitrat, Metallperchlorate, wie etwa Kaliumperchlorat und Metallperoxide,
wie etwa Strontiumperoxid. Im Allgemeinen liegt das Oxidationsmittel in einer Menge
vor, die herkömmlicherweise geeignet ist, um Oxidation von mindestens dem Brennstoff
in dem Zündmittel sicherzustellen und kann im Bereich sein von z. B, etwa 40% bezüglich
des Gewichts bis etwa 90% bezüglich des Gewichts und bevorzugter etwa 70% bezüglich
des Gewichts bis etwa 85% bezüglich des Gewichts, relativ zu den
trockenen Bestandteilen der Formulierung.
Die Zündmittelzusammensetzung kann formuliert sein mit zusätzlichem
Brennstoff, unter der Annahme, dass das Bindemittel als ein sekundärer, nicht primärer
Brennstoff für die Zündmittelzusammensetzung wirken kann. Diese zusätzlichen Brennstoffe
umfassen pulverförmige Metalle, wie etwa pulverförmiges Aluminium, Zirkonium, Magnesium
und/oder Titan, unter anderem; Metallhyride, wie etwa Zirkonium- oder Titanhydrid;
und sogenannte Metalloide, wie etwa Silicium und Bor, welche in der Lage sind, ausreichend
"dispergierbar" in dem Bindemittel zu sein. Wasserlösliche oder wasserdispergierbare
Brennstoffe umfassen z. B, Guanidinnitrat, Cyanoverbindungen, Nitramine (RDX und/oder
HMX), CL-20, Tetranitrocarbazole, organische Nitroverbindungen und können, falls
dies gewünscht ist, "multi-modal" in der Teilchengrößenverteilung sein. Wasserdispergierbare
Materialien können in im Wesentlichen gleichmäßiger Teilchengrößenverteilung oder
in multimodalen Verteilungen zugegeben werden, in Abhängigkeit von den gewünschten
Zündungscharakteristika.
Wasserdispergierbare Brennstoffe werden entsprechend der derzeitigen
Bevorzugung in feiner teilchenförmiger Form verwendet, wie etwa als Pulver, oder
gemahlen in ausreichend feine Teilchen, um eine geeignete Verteilung während des
Herstellungsverfahrens sicherzustellen. Bevorzugt ist eine im Wesentlichen gleichmäßige
Verteilung in der resultierenden extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung gewünscht.
Im Allgemeinen ist der Brennstoff pulverförmig, wie etwa 100 &mgr; oder weniger,
wie etwa z. B, von etwa 1 &mgr; bis 30 &mgr;. Metalle in Pulverform können, falls
dies gewünscht ist, einen kleineren Teilchengrößenbereich aufweisen, wie etwa von
etwa 1 bis 20 &mgr; oder sogar kleiner, wie etwa 1 bis etwa 5 &mgr;. Die Menge Brennstoff
– verschieden von dem Bindemittel – kann in dem Bereich von z. B, von
etwa 5 bis etwa 30% bezüglich des Gewichts sein und im Spezielleren etwa 10% bezüglich
des Gewichts bis etwa 20% bezüglich des Gewichts, relativ zu den trockenen Bestandteilen
in der Formulierung.
Die vorliegenden Zündmittelstäbe und damit in Beziehung stehende Treibsätze
können, falls dies gewünscht ist, ein Verstärkungsmittel enthalten. Geeignete Verstärkung
kann erreicht werden mit Fasern, wie etwa brennbaren Fasern, welche sowohl dazu
dienen können, den extrudierten Zündmittelstab zu verstärken als auch, bei geeigneter
Auswahl der Verstärkung, die Zündmittelleistungsfähigkeit zu verbessern. Die Fasern
sind bevorzugt im Allgemeinen kürzer in ihrer Länge (niederes Aspektverhältnis).
Fasern, die in extrudierbare Zündmittelformulierungen eingebracht werden, umfassen
z. B, Polyolefinfasern, Polyamidfasern, Polyesterfasern und Poly-(2,2-(m-phenylen)-5,5-bisbenzimidazol
("PBI")-Fasern. Polyolefinfasern umfassen Polyethylen-("PE")-Fasern, wie etwa PE-Fasern
mit einem äußeren Durchmesser von etwa 0,005 mm und höher, wie etwa bis etwa 0,8
mm und einer Länge im Bereich von 0,1 mm bis etwa 3,2 mm, von welchen beispielhaft
diejenigen der Marke Spectra 900 aus Polyethylenfaser von Allied-Signal sind. Geeignete
Polyamidfasern, wie etwa Nylon 6-Fasern, können einen geeignet ausgewählten Durchmesser
aufweisen, wie etwa 19 Mikron bzw. Mikrometer und eine Länge von 1,5 mm bis etwa
6,4 mm. Geeignete Polyesterfasern umfassen Polyesterfasern mit hoher Zähigkeit mit
Längen von etwa 1,5 mm bis etwa 6,4 mm und einem geeigneten Durchmesser von etwa
25 Mikrometer. PBI-Fasern umfassen diejenigen mit einer Länge in der Größenordnung
von 0,8 mm bis 3,2 mm. Beispiele verstärkter Zündmittelstäbe und der Formulierungen
hierfür sind in den Beispielen aufgeführt.
Die Zusammensetzung in extrudierbarer Form zur Verwendung bei dem
Verfahren der Erfindung ist leicht erhältlich, z. B, durch Mischen von Bindemittel,
Brennstoff, Oxidationsmittel und der ausgewählten Menge Wasser, für eine solche
Zeit, um eine zumindest im Wesentlichen gleichmäßige Verteilung von Brennstoff und
Oxidationsmittel in dem Bindemittel zu erreichen. Das Verfahren umfasst das Mischen
eines wasserlöslichen Bindemittels und einer ausgewählten Menge Wasser, um ein Vorgemisch
zu bilden und das Mischen des Vorgemischs mit (a) erstens dem Brennstoff und dann
dem Oxidationsmittel oder (b) dem Oxidationsmittel und dann dem Brennstoff oder
(c) einer Kombination des Oxidationsmittels und des Brennstoffs. Die Menge Wasser
ist im Allgemeinen so, dass das resultierende Produkt eine Konsistenz aufweist,
die extrudierbar ist, jedoch bevorzugt nicht fließend. Im Prinzip können größere
Mengen Wasser verwendet werden, jedoch können sich manche Herstellungsprobleme ergeben,
einschließlich einer Erhöhung von Abwasser, das mit verschiedenen Mengen pyrotechnischer
Spezies belastet ist (Brennstoff, Oxidationsmittel usw.).
Die so gebildete Zündmittelzusammensetzung kann in die gewünschte
physikalische Geometrie extrudiert werden.
Unter den geeigneten Leuchtraketen sind diejenigen, die dem Fachmann
in der Technik bekannt sind als Schubleuchtraketen (thrusted flares), unter welchen
die MJU-10-Leuchtrakete beispielhaft ist. Andere Leuchtraketen, wie etwa M-206-Leuchtraketen
(welche gegebenenfalls spektral abgestimmt sein können) oder Leuchtraketen
im nahen IR, wie etwa eine Leuchtrakete des Typs M-278, werden ebenfalls geeignet
kombiniert mit einem oder mehreren Zündmittelstäben. Die geeigneten Leuchtraketen
sind nicht auf die oben genannten Leuchtraketen MJU-10, M-206 oder M-278 begrenzt.
Zum Beispiel wird eine sogenannte Standard-Leuchtrakete mit 6,99 cm (2,75 Zoll)
(Querschnittsdurchmesser), einschließlich sichtbar illuminierender Leuchtraketen,
geeigneterweise ausgestattet mit mindestens einem Zündmittelstab. Nicht kommerzielle
Leuchtraketen-Varianten der Standard-Leuchtrakete, wie etwa die Leuchtrakete des
Typs M-257, werden ebenfalls geeigneterweise mit einem oder mehreren Zündmittelstäben
ausgestattet. Vorteilhafterweise senkt der Zündmittelstab die Kosten, senkt die
Herstellungszeit und vereinfacht den Aufbau der Leuchtraketen, einschließlich des
Zündsystems für eine Schubleuchtrakete, wie etwa die MJU-10-Leuchtrakete. Zündmittelstäbe
können in einer großen Anzahl von Ködervorrichtungen verwendet werden, welche Köderleuchtraketen
umfassen, welche verwendet werden, um gegen ankommende Bedrohungen zu schützen und
insbesondere gegen wärmesuchende Flugkörper. Der (die) Zündmittelstab(stäbe) verbessert
(verbessern) die Verlässlichkeit der Leuchtraketenzündung durch Verringern der ungewollten
Erstzündung, und die Sicherheit bei der Herstellung von Leuchtraketen, durch Eliminierung
der Verwendung brennbarer Lösungsmittel, die üblicherweise verwendet werden, wenn
herkömmliche Erstzündungen (first fires) verwendet werden. Geeignete Leuchtraketen
und/oder Leuchtraketenzusammensetzungen zur Kombination mit mindestens einem Zündmittelstab
sind beschrieben in der Encyclopedia of Chemical Technology, 20: 680–697 (4.
Ausgabe, 1996), einschließlich der Literaturstellen, die dort zitiert werden, wobei
die komplette Offenbarung hiervon durch Bezugnahme hier aufgenommen wird.
Das allgemein bekannte Jane's-Handbook beschreibt Leuchtraketen und
andere Festtreibmittelvorrichtungen, die geeignet verwendet werden in Kombination
mit den Zündmittelstäben.
Extrusion und Extruder sind im Allgemeinen beschrieben in der Encylopedia
of Polymer Science and Engineering, 16: 570–631 (2. Ausgabe, 1996), einschließlich
Literaturstellen, die hier zitiert sind, wobei die gesamten Offenbarungen von diesen
hier eingeführt werden durch Bezugnahme.
1 zeigt einen Querschnitt eines Leuchtraketentyps,
der bekannt ist als XM212-Leuchtrakete. In der longitudinalen Querschnittsansicht
ist das Gehäuse ein geeignetes Druckgehäuse, das aus Stahl oder anderem Material
hergestellt ist, welches für eine Leuchtraketenanwendung verwendet werden kann.
Das Kartuschenbehältnis 18 kann ein belüftetes Gehäuse 17 aufweisen.
Ein geschlossenes Ende ist definiert durch den vorderen Verschluss 19.
Das gegenüberliegende Ende der XM212-Leuchtrakete umfasst einen hinteren Verschluss,
Abstandsmittel 13, ein Zündsystem mit einem Zündmittel 15, einer
Schutzkappe 10 und einem Kolben 11. In einer bevorzugten Ausführungsform
erstreckt sich ein verfestigter (extrudierter) Zündmittelstab 16, welcher
massiv oder hohl sein kann, in der Länge (vollständig oder teilweise) durch den
Treibmitteltreibsatz, wie in 1 gezeigt. Der Zündmittelstab
wird gebildet durch Extrudieren der hier oben beschriebenen extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung,
wobei es dem Extrudat erlaubt wird sich zu verfestigen, und sein Einschieben in
den Treibmitteltreibsatz (vorzugsweise bevor es ausgehärtet ist). Eine ausgewählte
Treibmittelzusammensetzung 14 umgibt den Zündmittelstab. Eine sogenannte
schnell abbrennende Schnur, falls gewünscht, kann der Länge nach angeordnet sein,
z. B, etwa als lose Hülle innerhalb eines hohlen Zündmittelstabes. Wenngleich es
nicht dargestellt ist, können mehr als ein Zündmittelstab verwendet werden, falls
dies gewünscht ist.
Querschnitts-"Durchmesser"-Ansichten von Leuchtraketengehäusen mit
Treibmittel und Zündmittelstäben sind in den 2–5
gezeigt. In der Durchmesserquerschnittsansicht von 2
kann das Leuchtraketengehäuse 28, falls dies gewünscht ist, eine Schaumschicht
22 (z. B, eine geschäumte Nitrocelluloseauskleidung) aufweisen, die auf
seine innere Oberfläche gesprüht wird bevor das Treibmittel 24 eingebracht
wird. Eine zentrale Bohrung mit einer vorab ausgewählten Geometrie 26 umgibt
einen hohlen Zündmittelstab 20 (letztendlich wie etwa ein Guargummibindemittel/B/KNO3).
In der Durchmesserquerschnittsansicht von 3
wurde das Leuchtraketengehäuse 38 mit Treibmittel 34 beladen und
mit einem zentral positionierten hohlen Zündstab 36 ausgestattet. Optional
können zusätzliche massive oder hohle Zündmittelstäbe 32 bereitgestellt
werden.
In der Durchmesserquerschnittsansicht von 4
ist das Leuchtraketengehäuse 48 mit Treibmittel 44 beladen und
weist eine zentral positionierte geformte Bohrung mit vorab ausgewählter Geometrie
auf. Die zentral positionierte Bohrung kann einen Zündmittelstab 42 aufweisen,
wobei Zündmittelstäbe 46 (in Streifenform) radial in diesen Schlitzen der
Bohrung angeordnet sind. Die Zündmittelstäbe sind eingepasst innerhalb der Schlitze
und vorzugsweise nicht lose eingepasst.
In der Durchmesserquerschnittsansicht von 5
wird das Leuchtraketengehäuse 58 mit Treibmittel 54 beladen und
mit einem zentral positionierten Zündmittelstab mit mehreren axialen Bohrungen darin
gezeigt.
Der Zündmittelstab kann, falls dies gewünscht ist, ausgestattet sein
mit einem abziehbaren Schutz/Manschette vor seiner Einführung in den Treibmitteltreibsatz.
Dies kann einen Zündstab während des Herstellungsverfahrens oder während der Aufbewahrung
vor der Anwendung schützen.
Die Zündstäbe werden vorzugsweise in den Treibmitteltreibsatz eingeschoben
bevor der letztere ausgehärtet ist.
Die Erfindung wird weiter beschrieben unter Bezugnahme auf die folgenden
nicht begrenzenden Beispiele.
BeispieleBeispiel 1
In einen 3,8 l (eine Gallone)-Baker-Perkins-Planetenmischer wurden
1170 g (78%) 35 Mikrometer Kaliumnitrat und 105 g (7%) Polyacrylamid der Marke Cytec
Cyanamer® N-300 (MG 15 Millionen) gegeben. Diese Bestandteile wurden
dann für eine Minute im trockenen Zustand indirekt gerührt. Zu diesem Gemisch wurden
217,5 g (14,5 Teile pro 100 Zündmittelformulierung) Wasser gegeben und für fünf
Minuten gemischt. Die Mischblätter und die innere Oberfläche des Mischgefäßes wurden
mit Velostat (leitender Kunststoff)-Spateln abgekratzt, gefolgt von 15 zusätzlichen
Minuten mischen. Zu der resultierenden dicken weißen Paste wurden 225 g (15%) amorphes
Borpulver (90–92% Reinheit) gegeben und indirekt für fünf Minuten gemischt.
Ausgestattet mit zugelassener Schutzkleidung wurden die Klingen und das Gefäß erneut
manuell "abgekratzt" und die Formulierung wurde für zehn zusätzliche Minuten gemischt.
Das resultierende braune, teigartige Material wurde auf ungefähr 4 Mesh granuliert
und in einen 25 mm-Haake-Einschneckenextruder eingebracht. Die Zündmittelformulierung
wurde durch eine 12-Punktsterndüse mit einem maximalen Durchmesser von 0,84 cm (0,33
Zoll) und einem minimalen Durchmesser von 0,76 cm (0,30 Zoll) extrudiert. Die Düse
umfasste eine zentrale Nadel mit einem Durchmesser von 0,203 cm (0,080 Zoll), wodurch
eine hohle, stabartige Konfiguration erzeugt wurde. Die extrudierte Zündmittelformulierung
wurde dann in Längen von 17,8 cm (7 Zoll) geschnitten. Vor dem Trocknen wurde eine
19,1 cm (7,5 Zoll) lange Teledyne RDC (rasch abbrennende Schnur) mit einem Durchmesser
von 0,18 cm (0,07 Zoll) in die Perforation mit einem Durchmesser von 0,20 cm (0,08
Zoll) eingeschoben. Die Zündmittelstäbe wurden bei 74°C (165°F) über Nacht
getrocknet. Die Zündmittelstäbe wurden getestet, um ihre Leistungsfähigkeit als
ein Zündmittel in einer Aufblasvorrichtung zu beurteilen, welche entwickelt war
für Automobilseitenairbags. Die Zündmittelstäbe arbeiteten zufriedenstellend.
Beispiel 2
Eine Reihe extrudierter Zündmittelstabformulierungen, enthaltend Bor,
Kaliumnitrat, ein wasserlösliches Bindemittel und optional Fasern zur Verstärkung,
wurden hergestellt. Diese Formulierungen sind in Tabelle I angegeben. Die Formulierungen
wurden zuerst gemischt in einem Maßstab von 10 g und dann von 30 g, um ihre Empfindlichkeit
gegenüber Stimulantien zu bestimmen, einschließlich Schlag, Reibung, elektrostatische
Entladung und Wärme (Tabelle II). Im Allgemeinen zeigten Bindemittel auf Kohlenhydratbasis
die größte Empfindlichkeit in Bezug auf ABL-Reibung. Formulierungen, die Methylcellulose,
Guargummi und Johannesbrotgummi als das Bindemittel enthielten, wurden ebenfalls
verwendet, um Zündmittelstäbe herzustellen.
Die verbleibenden Formulierungen wurden in einem Maßstab von 325 g
in einem Baker-Perkins-Planetenmischer mit einem Pint gemischt. Kaliumnitrat und
das jeweilige wasserlösliche Bindemittel wurden indirekt im trockenen Zustand für
eine Minute gemischt. Zu diesem Gemisch wurde die jeweilige Menge Wasser (Tabelle
III) gegeben und die Aufschlämmung wurde für fünf Minuten gemischt. Wie in Beispiel
1 wurden der Behälter und die Klingen bzw. Blätter "abgekratzt". Zu diesem Zeitpunkt
wurden Fasern zu den Faser-enthaltenden Formulierungen gegeben und der Teig wurde
für zusätzliche fünf Minuten gemischt. Alle Formulierungen wurden für 10 zusätzliche
Minuten gemischt, bevor Bor hinzugegeben wurde. Eine Hälfte des Bors wurde zu diesem
Zeitpunkt zugegeben, gefolgt durch fünf Minuten mischen. Der Rest des Bors wurde
dann zugegeben, gefolgt durch zusätzliche fünf Minuten mischen. Nach einem letzten
"Abkratzen" wurde die Formulierung für zusätzliche 10 Minuten gemischt. Das resultierende
braune, teigartige Material wurde auf ungefähr 4 Mesh granuliert und in einen Haake
25 mm-Einschneckenextruder gegeben. Die Zündmittelformulierung wurde durch eine
12-Punktsterndüse mit einem maximalen Durchmesser von 0,84 cm (0,33 Zoll) und einem
minimalen Durchmesser von 0,775 cm (0,305 Zoll) extrudiert. Die Düse umfasste eine
zentral angeordnete Nadel mit 0,20 cm (0,80 Zoll) Durchmesser.
Die extrudierte Zündmittelformulierung wurde in Längen von 17,8 cm (7 Zoll) geschnitten.
Vor dem Trocknen wurde eine Teledyne RDC (rasch abbrennende Schnur) mit 19,1 cm
(7,5 Zoll) Länge mit 0,18 cm (0,07 Zoll) Durchmesser eingeschoben. Zehn zusätzliche
5,1 cm (2 Zoll) Längen wurden extrudiert. Die Zündmittelstäbe wurden bei 74°C
(165°F) über Nacht getrocknet.
Wichtige Faktoren beim Bestimmen einer geeigneten Formulierung umfassen
die Qualität des Treibsatzes nach Trocknen, tatsächliche Leistungsfähigkeit als
ein Zündmittel und die Trocknungsrate. Das Auslaugen eines Gemischs aus KNO3
und Bindemittel an die Oberfläche der Treibsätze kann für manche Formulierungen
während dem Trocknen auftreten. Das Auslaugen in die Perforation ist nicht gewünscht.
Es wurde gefunden, dass der Auslaugung die geringste Bedeutung zukommt in Formulierungen,
die Tragacanthgummi, Cyanamer® A-370 und Cyanamer®
P-21 enthielten (Tabelle III). Zündmittelstäbe aus den Formulierungen, die Cyanamer®
A-370 und Cyanamer® P-21 enthalten, wurden hinsichtlich des Gehaltes
mit einer Aufblasvorrichtung beurteilt. Relative Trocknungsraten von 10 : 1,7 :
1 wurden aus Formulierungen berechnet, die Cyanamer® N-300, Cyanamer®
P-21 bzw. Cyanamer® A-370 enthielten. So wurde gezeigt, dass die
Formulierung, die Cyanamer® A-370 enthält, zu rasch trocknet, mit
minimalen KNO3-Auslaugen, was einen Treibsatz erzeugt, der Gaserzeugungsmittel
mit minimalen Zündverzögerungen zündet.
Es ist wichtig, einen extrudierten Zündmittelstab für Leuchtraketen
und andere Vorrichtungen mit festem Treibmittel zu entwickeln, welcher Dekaden von
Schlägen und Vibrationen widersteht, während er im Verkehr ist vor der Verwendung.
Daher wurde ein Dauerhaftigkeitsprüfungsverfahren für die extrudierten Zündmittelstäbe
entwickelt. Dauerhaftigkeitstests wurden durchgeführt unter 3-Punkt-Biegen, mit
einer angelegten Belastung im mittleren Bereich. Das Biegen wurde ausgewählt, da
Zug-, Kompressions- und Scherbelastungen alle vorliegen. Ebenfalls eignet sich die
Probenkonfiguration selbst für diesen Belastungstyp. Eine Spannweite von 3,8 cm
(1,5 Zoll) wurde verwendet, wobei die Belastungen angewendet wurden, unter Verwendung
von Passstiften mit einem Durchmesser von 0,32 bis 0,64 cm (1/8- bis ¼ Zoll).
Eine nominale Vorbelastung von 0,32 kg (0,7 Pound) wurde angelegt. Die Probe wurde
dann 1000 Belastungszyklen unter den folgenden Bedingungen unterzogen: Cyclenamplitude
0,076 mm (0,003 Zoll), Frequenz 10 Hertz. Nach der cyclischen Belastung wurden die
Proben getestet bis zum Versagen bei einer Versetzungsrate von 0,51 cm (0,2 Zoll)
pro Minute. Die Dauerhaftigkeit jeder Probe ist als die Fläche unter der Beladungs-Versetzungs-Kurve
angegeben. Zur Einfachheit sind die Einheiten wie kalibriert beibehalten (Belastung
in 4,4 N (Pound-Kraft), Versetzung in 2,54 × 10–3 cm (Millizoll)).
Daher hat die angegeben Dauerhaftigkeit Einheiten von 2,54 × 10–3
cm – 4,4 N (Millizoll Pound). Alle Tests wurden bei Laborumgebungstemperatur
(24 ± 2,8°C) (75° ± 5°F) durchgeführt. Dauerhaftigkeitstestergebnisse
zeigten erhöhte Dauerhaftigkeit extrudierter Zündmittelformulierungen, die Fasern
enthielten, z. B, die Formulierung Nr. 13 und Nr. 15 in Tabelle III.
Tabelle I
Beispiele von Zündmittelformulierungen, entwickelt zur Extrusion mit WasserCyanamer ist eine eingetragene Marke der Cytec Industries Inc. für Spezialpolymere
aus Polyacrylamid, Natriumpolyacrylat oder Copolymere davon.Tabelle II
Sicherheitscharakteristika extrudierter ZündmittelformulierungenEinheiten sind in ZentimeterEinheiten sind in PoundEinheiten sind in kg bei 244 cm/sTabelle III
Testergebniszusammenfassung für extrudierte ZündmittelDie Teile pro 100 ml Wasser die zu der Formulierung gegeben wurden,
welche notwendig waren, um eine wirkungsvolle Einschneckenextrusion zu erlauben.Einheiten sind in Milli-Zoll-Pound (2,54 × 10 cm –
4, 4 N).Der Prozentanteil geblockter Perforationen wurde bestimmt aus sechs
oder mehr Zündmittelstäben mit 0,84 cm (0,33 Zoll) AD (Außendurchmesser), 0,20 cm
(0,08 Zoll) ID (Innendurchmesser), 5,1 cm (2 Zoll) L.Formulierung Nr. 9 extrudierte nicht sehr gut.Beispiel 3
Eine Reihe von Zündmitteln, die Fasern enthielten, wurden formuliert
mit dem Ziel der Verbesserung der Dauerhaftigkeit der extrudierten Zündmittelstäbe,
wie aus Tabelle IV ersichtlich. Alle Formulierungen zeigten vorteilhafte Sicherheitscharakteristika.
Proben (325 g) von jeder Formulierung wurden in einem Baker-Perkins-Pint-mischer
mit 13,5 Teilen/100 Wasser gemischt. Nach Trockenmischen des KNO3 und
Cyanamer® A-370 für eine Minute wurde das Wasser zugegeben, gefolgt
durch fünf Minuten mischen. Die Faser wurde dann in zwei Schritten und das Bor in
drei Schritten zugegeben, mit drei Minuten mischen nach jeder Zugabe. Nach einem
letztendlichen "Abkratzen" wurde die Formulierung für zusätzliche zehn Minuten gemischt.
Das resultierende braune, teigartige Material wurde auf ungefähr 4 Mesh granuliert
und in einen Haake 25 mm-Einschneckenextruder eingespeist. Die Zündmittelformulierung
wurde durch eine 12-Punktsterndüse mit einem maximalen Durchmesser von 0,84 cm (0,33
Zoll) und einem minimalen Durchmesser von 0,775 cm (0,305 Zoll) extrudiert. Die
Düse umfasste eine zentral angeordnete Nadel mit einem Durchmesser von 0,38 cm (0,15
Zoll). Die extrudierte Zündmittelformulierung wurde in Längen von 17,8 cm (7 Zoll)
geschnitten. Zehn zusätzliche Längen von 5,1 cm (2 Zoll) wurden extrudiert. Die
Zündmittelstäbe wurden bei 74°C (165°F) über Nacht getrocknet.
Es gab keine Anzeichen eines KNO3/Bindemittel-Auslaugens
auf die Außenseite der Bindemitteltreibsätze nach Trocknen. Die Treibsätze wurden
gezündet mit der Zündschnur (plume) einer ES013-Zündladung, gerichtet in die Perforation
mit ID 0,38 cm (0,15 Zoll) in dem Treibsatz. Der Zündmitteltreibsatz wurde gehalten
innerhalb einer zylindrische Fixiervorrichtung mit 1,0 cm (0,4 Zoll) ID, 1,2 cm
(0,49 Zoll) Wand, mit ungefähr 95 gleichmäßig verteilten Löchern mit ID 0,277 cm
(0,109 Zoll), die entlang ihrer Länge und seines Durchmessers eingebohrt sind. Die
Zeiten, die erforderlich sind für die Flammenfront das gegenüberliegende Ende des
Treibsatzes nach Zündung durch die Zündladung zu erreichen sind in Tabelle V angegeben.
Die Zeiten wurden bestimmt aus einem Video mit 1000 Bildern/Sekunde. Im Allgemeinen
waren nur wenige Millisekunden erforderlich. Die Dauerhaftigkeit von 5,1 cm (2 Zoll)
langen Treibsätzen wurde wie in Beispiel 2 beschrieben, bestimmt. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 5 angegeben. Soweit zeigte die Formulierung, die 2% Polyethylenfasern
enthält, die größte Dauerhaftigkeit. Zündungen wurden durchgeführt unter Verwendung
von Zündmitteltreibsätzen aus den Formulierungen Nr. 3 und Nr. 19, mit eingeschobener
RDC in die Perforation mit 0,38 cm (0,15 Zoll). Die Formulierung Nr. 19 mit Polyethylenfasern
erzeugte das geringste Verzögerungsausmaß bevor die pyrotechnische Zusammensetzung
gezündet wurde.
Tabelle IV
Zündmittelformulierungen, die Cyanamer® A-370 und ausgewählte Fasern
enthalten
1/8 Zoll
0,32 cm
Tabelle V
Zusammenfassung der Testergebnisse für potenzielle extrudierte Zündmittel, die Fasern
enthaltenFormulierung 3 mit Körnern, die einen ID von 0,318 cm (0,125 Zoll) aufweisen
anstelle des nominalen ID von 0,38 (0,15 Zoll).Zeit, die erforderlich ist für die Flammenfront auf einem 17,8 cm (7
Zoll)-Treibsatz, gezündet an einem Ende, um das andere Ende zu erreichen. Die Zeit
ist in Millisekunden. Die Daten wurden wie in Beispiel 3 beschrieben, erhalten.Gleich wie unter Fußnote 1, jedoch gehärtetes Epoxy, das die 0,38 cm
(0,15 Zoll)-ID-Perforation am gegenüberliegenden Ende von dem, bei welchem die Zündung
initiiert wurde, blockt.Einheiten sind in Millizoll-Pound (2,54 × 10 cm –
4,4 N).
1/8 Zoll
0,32 cm
In den Formulierungen 16, 17, 18, 19 bzw. 20 kann der "Faser-ID" charakterisiert
werden als Kohlefaser, Aluminiumoxidfaser, Alumosilikat, Polyethylen und Polybenzimidazol.
Beispiel 4
Eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung wurde erhalten durch
Bilden eines Vorgemischs aus Guargummi (5,0 Gew.-%, 0,25 Gramm) und Wasser (entionisiert,
15,0 Gew.-%, 1,75 Gramm); Vereinigen des Vorgemischs mit Kaliumnitrat (mittlere
Teilchengröße etwa 26 Mikrometer, 75 Gew.-%, 3,75 Gramm); und hierzu Zugeben von
Brennstoff, Bor (amorph; 20,0 Gew.-%, 1,00 Gramm).
Beispiel 5
Eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung wurde wie in Beispiel
4 erhalten, jedoch wurden 20,0 Gew.-% Wasser verwendet.
Beispiel 6
Eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung wurde hergestellt wie
in Beispiel 4, ausgenommen, dass die Menge Brennstoff, Bor, erhöht wurde auf 22,0
Gew.-% (1,10 Gramm) und die Menge Bindemittel, Guargummi auf 3,0 Gew.-% verringert
war (0,15 Gramm).
Beispiel 7
Eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung wurde hergestellt gemäß
dem Verfahren von Beispiel 4, ausgenommen, dass das Bindemittel Polyacrylamid (Cyanamer
"N-300" von American Cyanamid, 5,0 Gew.-%, 0,25 Gramm) war.
Beispiel 8
Eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung wird hergestellt durch
Zugeben von Kaliumnitrat (210 Gramm) und einem Polyacrylamid (14 Gramm; Cyanamer
"N-300" von American Cyanamid) in eine Schale; Zugeben von Wasser (44,8 Gramm) in
die Schale und Mischen für 1 Minute; Zugeben von Bor (amorph; 56,0 Gramm) hierzu,
gefolgt durch Mischen für etwa vier Minuten.
Beispiel 9
Eine extrudierbare Zündmittelzusammensetzung wurde hergestellt wie
in Beispiel 8, ausgenommen, dass die Menge Wasser 50,4 Gramm ist, das Kaliumnitrat
und das Bindemittel zuerst trocken zusammengemischt werden bevor das Wasser zugegeben
wird und 1 Minute gemischt wird. Das pulverförmige Bor wird dann zugegeben und das
Mischen wird für vier Minuten fortgesetzt.
Beispiel 10
Die Zündmittelzusammensetzung, die gemäß Beispiel 8 hergestellt wurde,
wurde granuliert, getrocknet und in 1,3 cm (½ Zoll)-Durchmesser mal 2,5 cm
(1 Zoll) lange Pellets gepresst. Die Pellets wurden dann auf allen bis auf einer
Seite inhibiert und in einen verschlossenen Druckbehälter bei 6,9 × 106,
13,8 × 106 und 20,7 × 106 N/m2 (1000,
2000 und 3000 psi) durch Zündung der nichtinhibierten Fläche verbrannt. Verbrennungsraten
von 10,6 cm/s (4,16 ips), 10,97 cm/s (4,32 ips) bzw. 11,23 cm/s (4,42 ips) wurden
beobachtet.
Beispiel 11
Eine Portion der feuchten Zündmittelzusammensetzung, hergestellt wie
in Beispiel 9 beschrieben, wurde in einem Kolben-Extruder mit einem Durchmesser
von 5,1 cm (2 Zoll) angeordnet und durch eine geeignete Düse gepresst, um ein zylindrisches
Extrudat mit zentraler Perforierung mit ungefähr 0,8 cm (0,3 Zoll) Durchmesser mit
einem Perforationsdurchmesser von ungefähr 0,15 cm (0,06 Zoll) bereitzustellen.
Dieses Extrudat wurde teilgetrocknet und in 17,8 cm (7 Zoll) Längen vor dem letztendlichen
Trocknen geschnitten. Die resultierenden Zündmittelstäbe wurden dann in einer Gaserzeugungsvorrichtung
getestet, die aus einem röhrenförmigen Metallzylinder mit ungefähr 20,3 cm (8 Zoll)
Länge auf ungefähr 5,1 cm (2 Zoll) bestand, welcher an beiden Enden verschlossen
war und ausgestattet war mit radialen Öffnungen. Einer der Endverschlüsse war weiterhin
ausgestattet mit einer Zündladung. Der Zündstab wurde im Zentrum des Rohrs gehalten
und eine 17,8 cm (7 Zoll) lange schnell abbrennende Schnur (RDC) in dem Zentrum
der Perforation des Stabes angeordnet. Die Gaserzeugungsvorrichtung wurde dann gefüllt
mit einer Ladung gaserzeugenden Pellets und in einem geschlossenen Behälter getestet.
Vergleichbare Ergebnisse wurden erhalten mit dem Zündstab, im Gegensatz
zu denjenigen, die erhalten wurden mit einer herkömmlichen Zündlinie, worin ein
perforiertes Metallrohr, gefüllt mit einer ähnlichen Menge Zündpulver und dem RDC
die Zündstab-RDC-Kombination ersetzt. In allen Fällen wurde ein Auftreten der Zündung
der Gaserzeugungspellets innerhalb von 8 msec beobachtet.
Beispiel 12
Zwei 50 Gramm-Gemische, formuliert aus 20% Bor, 75% Kaliumnitrat,
5% Polyacrylamid der Marke Cytec Cyanamer® N-300 (Molekulargewicht
15 Millionen) und 17,5 Gew.-% Wasser wurden produziert. Die Gemische wurden vereinigt
und dann in einen Ram-Extruder mit 5,1 cm (2,0 Zoll) eingebracht. Der Kolben bzw.
Ram wurde unter Druck auf 2,1 × 106 N/m2 (300 psi) gebracht,
um die Zündstäbe zu extrudieren. Die Zündzusammensetzung wurde ursprünglich extrudiert
in feste Stäbe mit 0,254 cm (0,100 Zoll) und ebenfalls in 0,254 cm (0,100 Zoll)
Durchmesser mit einer zentralen Perforation mit einem Durchmesser von 0,076 cm (0,030
Zoll). Die Zündstäbe wurden in 15,2 cm (6 Zoll) Längen geschnitten und bei 57°C
(135°F) vor der Anwendung getrocknet. Die zentral perforierten Zündstäbe erwiesen
sich erfolgreich als eine XM-212 Köderleuchtrakete. Zwei XM-212-Treibsätze wurden
hergestellt. Einer mit der herkömmlichen Aufschlämmung-Erstzündung und der andere
mit drei zentralen perforierten Zündstäben. Eine Leuchtraketenkonfiguration mit
einem Zündstab ist in 1 gezeigt.
Beispiel 13
Die Zündstäbe wurden auch eingebracht in das Hauptzündsystem einer
MJU-10-Köderleuchtrakete. Die MJU-10-Leuchtrakete erfordert einen größeren Zünder
als die XM-212 Leuchtrakete. Daher wurde die Zündformulierung extrudiert durch eine
12 Punktsterndüse, die einen Maximaldurchmesser von 0,84 cm (0,33 Zoll) und einen
minimalen Durchmesser von 0,76 cm (0,30 Zoll) aufweist. Die Extrusionsdüse umfasste
auch eine Nadel mit 0,20 cm (0,80 Zoll) Durchmesser, die verwendet wurde, um einen
im Zentrum perforierten Treibsatz zu produzieren. Die extrudierten Zündmittelstäbe
wurden dann geschnitten in 12,7 cm (5,0 Zoll) Längen und dann bei 57°C (135°F)
für 24 Stunden getrocknet. Die Zündmittelstäbe bzw. Zündstäbe wurden dann in das
Zentrum der Perforation des MJU-10 Leuchtraketentreibsatzes eingeschoben. Die MJU-10
Leuchtrakete wurde erfolgreich mit dem Zündmittelstab gezündet.
Im Hinblick auf das Vorhergehende wird der Leuchtstab die Kosten verringern,
die Herstellungszeit verringern und die Ausgestaltung eines Zündsystems für die
MJU-10-Schubleuchtrakete vereinfachen.
Im Hinblick auf die Beispiele können Zündstäbe in einer großen Anzahl
von Köderleuchtraketenvorrichtungen verwendet werden. Sie werden helfen die Verlässlichkeit
der Leuchtraketenzündung zu verbessern, durch Verringern der ungewollten Erstzündung
und ebenfalls die Sicherheit bei der Herstellung von Leuchtraketen verbessern, durch
Eliminieren der Verwendung von entflammbaren Lösungsmitteln, die üblicherweise eingesetzt
werden, wenn herkömmliche Erstzündungen verwendet werden.
Anspruch[de]
Verfahren zum Bilden eines Leuchtsatzes, umfassend einen Behälter,
Treibmittel, das in dem Behälter enthalten ist und ein Zündsystem, umfassend ein
extrudiertes trockenes Zündmittelelement, das bei Zündung verbrennt, zum Zünden
des Treibmittels des Leuchtsatzes, wobei das extrudierte trockene Zündmittelelement
gebildet wird aus einer extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung, wobei das Verfahren
umfasst:
Lösen mindestens eines wasserlöslichen Bindemittels in einem wässrigen Lösungsmittel,
Mischen des gelösten Bindemittels mit mindestens einem Oxidationsmittel und mindestens
einem Brennstoff, um die extrudierbare Zündmittelzusammensetzung zu bilden, und
Extrudieren und Trocknen der extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung,
worin das wasserlösliche Bindemittel mindestens einen Bestandteil umfasst, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus einem wasserlöslichen Gummi, der in einer Menge von
etwa 2 Gewichtsprozent bis etwa 10 Gewichtsprozent, basierend auf der Gesamtmenge
trockener Bestandteile in der extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung, vorliegt,
wasserlöslicher Gelatine, Poly-N-vinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, einem Copolymer
aus Poly-N-vinylpyrrolidon und Polyvinylalkohol, Polyacrylamid, Natriumpolyacrylaten
und einem Copolymer aus Polyacrylamid und Polyacrylat.
Verfahren nach Anspruch 1, worin das wasserlösliche Bindemittel Poly-N-vinylpyrrolidon
umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, worin das wasserlösliche Bindemittel Polyvinylalkohol
umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, worin das wasserlösliche Bindemittel Gummi
umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, worin das wasserlösliche Bindemittel Polyacrylamid
umfasst.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, worin das Oxidationsmittel
in einer Menge von etwa 40 Gewichtsprozent bis etwa 90 Gewichtsprozent, bezogen
auf die bei der Formulierung der extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung verwendeten
trockenen Bestandteile, vorliegt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, worin das Oxidationsmittel
ein organisches Oxidationsmittel umfasst.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, worin das Oxidationsmittel
mindestens eine ionische Spezies umfasst, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus
Nitraten, Nitriten, Chloraten, Perchloraten, Peroxiden und Superoxiden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, worin die extrudierbare
Zündmittelzusammensetzung weiterhin Fasern umfasst.
Verfahren nach Anspruch 9, worin die Fasern mindestens eine aus Polyolefinfasern,
Polyamidfasern, Polyesterfasern und Poly(2,2'-(m-phenylen)-5,5-bisbenzimidazolfasern
umfassen.
Verfahren nach Anspruch 1, worin:
das Bindemittel mindestens einen Bestandteil umfasst, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Poly-N-vinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, Copolymeren
davon und Gummi;
das Oxidationsmittel in einer Menge von etwa 40 Gewichtsprozent bis etwa 90 Gewichtsprozent
der trockenen Bestandteile vorliegt, die beim Formulieren der extrudierbaren Zündmittelzusammensetzung
verwendet werden, und das Oxidationsmittel mindestens eine ionische Spezies enthält,
ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Nitraten, Nitriten, Chloraten, Perchloraten,
Peroxiden und Superoxiden; und
die extrudierbare Zündmittelzusammensetzung Fasern mit niederem Aspektverhältnis
enthält, wobei die Fasern mindestens eine aus Polyolefinfasern, Polyamidfasern,
Polyesterfasern und Poly(2,2'-(m-phenylen)-5,5-bisbenzimidazolfasern umfassen.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, worin das extrudierte
Zündmittelelement als ein Zündmittelstab konfiguriert ist.
Verfahren nach Anspruch 1, worin der Brennstoff Bor umfasst und das
Oxidationsmittel Kaliumnitrat umfasst.
Verfahren nach Anspruch 13, worin das wasserlösliche polymere Bindemittel
mindestens einen Bestandteil umfasst, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Polyacrylamid,
Natriumpolyacrylaten und einem Copolymer davon.
Verfahren nach Anspruch 14, worin das Bor in einer Menge von etwa
5 Gewichtsprozent bis etwa 30 Gewichtsprozent vorliegt, das Kaliumnitrat in einer
Menge von etwa 40 Gewichtsprozent bis etwa 90 Gewichtsprozent vorliegt und das Bindemittel
in einer Menge von etwa 2 Gewichtsprozent bis etwa 10 Gewichtsprozent vorliegt.
Verfahren nach Anspruch 15, worin die extrudierbare Zündmittelzusammensetzung
weiterhin als einen der Bestandteile Guanidinnitrat umfasst.