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Dokumentenidentifikation EP1313566 21.04.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001313566
Titel DYNAMISCHE DRALLSCHEIBE FÜR ZYKLONABSCHEIDER ZUR ERZEUGUNG EINER WIRBELSENKSTRÖMUNG
Anmelder ultrafilter international AG, 42781 Haan, DE
Erfinder MÜNS, Otto, 16321 Lindenberg, DE
DE-Aktenzeichen 50105635
Vertragsstaaten DE, GB, IT
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 27.07.2001
EP-Aktenzeichen 019718022
WO-Anmeldetag 27.07.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/EP01/08753
WO-Veröffentlichungsnummer 0002009883
WO-Veröffentlichungsdatum 07.02.2002
EP-Offenlegungsdatum 28.05.2003
EP date of grant 16.03.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.04.2005
IPC-Hauptklasse B04C 5/02
IPC-Nebenklasse B04C 5/103   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe, der zur Abscheidung von Flüssigkeitsteilchen und Festpartikeln aus Druck-gasen Verwendung findet und nimmt die Priorität des deutschen Gebrauchsmusters 200 13 046 in Anspruch, auf das inhaltlich Bezug genommen wird.

Bei den gattungsgemäßen Zyklonabscheidern erfolgt durch Verwirbelung und die Ausnutzung von Zentrifugalkräften eine Abscheidung von flüssigen und festen Teilchen aus den eingeleiteten Druckgasen.

Hierbei werden die Druckgase in ein geschlossenes, zylindrisches Gehäuse, dem Wirbelraum, eingeführt und in eine Wirbelsenkströmung versetzt. Zwischen den in dem Druckgas enthaltenen Flüssigkeitsteilchen und den Festpartikeln treten dabei unterschiedliche Wirkmechanismen auf. Die festen Teilchen bewegen sich innerhalb der sich ausbildenden Wirbelsenkströmung nach außen und sinken insbesondere aufgrund ihrer Schwerkraft zum Boden, wogegen die auf die zylindrische Gehäusewand auftreffenden Flüssigkeitsteilchen diese benetzen und einen Flüssigkeitsfilm erzeugen, der durch entsprechende konstruktive Maßnahmen dann nach unten abgeleitet wird.

Zyklonabscheider sind einfach in ihrem Aufbau, wartungsarm sowie unempfindlich gegenüber Verschmutzungen.

Zur Erzielung der Wirbelsenkströmung ist es bekannt, das Druckgas entweder tangential in den Wirbelraum des Abscheiders einzuführen oder bei einer radialen Zuführung das Druckgas mittels spezieller Leitmittel, sogenannter Drallgeber oder Drallscheiben, die die Gasströmung ablenken und in Rotation versetzen, in den Wirbelraum einzuleiten (DE PS 1 107 367 und 1 236 121). Aus GB-A-565 298 ist ein Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.

Derartige Leitmittel sind stets für einen bestimmten Druckluftdurchfluß ausgelegt. Der beste Wirkungsgrad wird bei dem Nenndurchfluß, für den der Abscheider bemessen ist, erzielt.

Die Auslegungsparameter sind hinreichend bekannt. Wie der Literatur zu entnehmen ist, wird bei Zyklonabscheidern der beste Wirkungsgrad, unter Berücksichtigung aller übrigen Parameter, bei einer Eintrittsgeschwindigkeit des Druckgases in den Wirbelraum von 14 bis 18 m/s erzielt.

Bei größeren Belastungsschwankungen, wie sie häufig in Druckluftanlagen der Industrie auftreten, in denen sich die Betriebsbedingungen unvorhergesehen schnell ändern können, kann sich der Wirkungsgrad der Abscheider infolge geringer Belastung bis zur völligen Wirkungslosigkeit verschlechtern. Andererseits treten bei zu großen Belastungen unzulässig hohe Druckverluste auf, so daß die Nennbelastung nicht überschritten werden sollte.

In der Praxis ist es üblich, daß der bei frequenzgeregelten Verdichtern nachgeschaltete Zyklonabscheider mit einer Absenkung der Durchflußmenge von 100% bis auf 20% befahren wird.

Bei ansauggeregelten Verdichtern liegen die üblichen Belastungsschwankungen bei 100% bis zu 60%.

Aus der DE PS 1 107 367 ist ein Zyklonabscheider bekannt, bei dem die Leitmittel als austauschbare Einsätze ausgebildet sind, so daß die Charakteristik zur Erzielung einer möglichst hohen Abscheideleistung weitgehend den Betriebsverhältnissen angepaßt werden kann.

Die aufgezeigten Nachteile werden mit dieser Lösung jedoch nur bedingt gelöst, da eine Anpassung nur bei vorher erfaßbaren Änderungen der Betriebsverhältnisse möglich ist.

Treten unvorhergesehen schnelle Änderungen der Betriebsverhältnisse auf, ist eine Anpassung mit einer solchen Lösung nicht möglich.

Weiterhin wurde erkannt, daß es weit verbreitet ist, in vorhandene Druckluftanlagen mit Leitungen eines bestimmten Querschnittes Zyklonabscheider mit dem gleichen vorgefundenen Querschnitt zu installieren, ohne daß die genauen Durchflußmengen und somit die erforderliche Größe des Abscheiders bekannt ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe zu schaffen, mit der eine dynamische Anpassung an die jeweiligen Betriebsverhältnisse möglich ist, so daß auch bei schnellen Änderungen der Betriebsverhältnisse eine Anpassung erfolgt.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe als Leitmittel zur Erzeugung einer Wirbelsenkströmung innerhalb eines Wirbelraumes dadurch gelöst, daß die Drallscheibe einen Ausschnitt mit einer entgegen einer Druckgasströmung federelastischen Zunge besitzt, die den Ausschnitt in Abhängigkeit der hindurchströmenden Druckgasmenge mehr oder weniger in einem bestimmten öffnungswinkel zu dem Wirbelraum hin öffnet.

Die Federkraft der Zunge ist so bemessen, daß bei wechselnder Durchflußmenge durch die freigegebene Öffnung, das in den Wirbelraum eintretende Druckgas stets eine vorgegebene Geschwindigkeit besitzt, bei der zumindest annähernd der beste Wirkungsgrad der Ausscheidung erzielt wird.

Die erforderliche Eintrittsgeschwindigkeit in den Wirbelraum ist bereits bekannt und liegt im Bereich zwischen 14 bis 18 m/s.

In einer weiteren Ausgestaltung besteht die Drallscheibe aus einem federelastischen Material mit einem spiralförmigen Freischnitt, durch den eine segmentförmige federnde Zunge gebildet wird, die in der Drallscheibe, in Abhängigkeit der durchströmenden Druckluft, wiederum eine Öffnung zu dem Wirbelraum freigibt.

Damit wurde erfindungsgemäß eine dynamische Drallscheibe geschaffen, die sich weitgehendst der jeweiligen Durchflußmenge anpaßt.

Bei Absenkung der Durchflußmenge bleibt eine ausreichende Zyklonwirkung über einen großen Bereich der abgesenkten Durchflußmenge erhalten.

Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.

In der zugehörigen Zeichnung zeigen:

Fig. 1
einen Schnitt eines Zyklonabscheiders mit einer dynamischen Drallscheibe
Fig. 2
eine Draufsicht auf die Drallscheibe
Fig. 3
die Drallscheibe mit geöffneter Zunge.

Der in Fig. 1 in seinen wesentlichen Teilen dargestellte Zyklonabscheider I besteht aus einem Filterkopf 1 mit einem Einlaß des Druckgases A und einem Auslaß B, einem Filtergehäuse 2, das mit den Filterkopf 1 dichtend verbunden ist, einem Leitschutz 4, einem Ablaß 5 und einer Drallscheibe 6, die durch ein Schraubgewinde 3 im Filterkopf 1 gehalten wird.

Das in den Einlaß A in den Filterkopf 1 eingeleitete Druckgas durchströmt durch eine Öffnung 9, Fig. 3, die dynamisch wirkende Drallscheibe 6 und gelangt in einen Wirbelraum 10, der durch das gegen den Filterkopf 1 abgedichtete Filtergehäuse 2 gebildet wird.

Die Drallscheibe 6 besteht aus einem federelastischen Material mit einem, wie in Fig. 2 dargestellt ist, spiralförmigen Freischnitt 7, durch den eine segmentförmige federnde Zunge 8 gebildet wird.

Die durch das Druckgas auf die Drallscheibe 6 wirkende Kraft öffnet die Zunge 8 in Abhängigkeit von der Durchflußmenge des Druckgases in einem vorbestimmten Öffnungswinkel α, Fig. 3, der von der Federkonstanten des Drallscheibenmaterials und der Länge des Freischnitts abhängig ist.

Die Parameter sind so zu wählen, daß bei Durchfluß des Druckgases sich bei einem Druck von 7 bar eine Drallgeschwindigkeit zwischen 14 und 18 m/sec einstellt.

Zur Erzeugung der notwendigen Drallgeschwindigkeit ist bei einem Zyklonabscheider 1 mit einem Durchlaßquerschnitt von 1/2" und einer Drallscheibe 6 aus Carbon mit einer Materialstärke von 0,3 mm eine Kraft von 0,009 bar erforderlich.

Bei einer Absenkung der Durchflußmenge auf 75 % wird nur noch eine Kraft von 0,003 bar auf die Drallscheibe 6 ausgeübt. Die Öffnung 9 wird durch die Zunge 8 soweit geschlossen, daß die Drallgeschwindigkeit erhalten bleibt.

Durch das öffnen der Zunge 8 wird das in den Wirbelraum 10 einströmende Druckgas in eine Wirbelsenkströmung versetzt. Unter Ausnutzung von Zentrifugalkräften erfolgt eine Abscheidung von flüssigen und festen Teilchen. Die dabei auf die zylindrische Innenwand des Filtergehäuses 2 aufteffenden Flüssigkeitsteilchen aus dem Druckgas benetzen diese und erzeugen einen Flüssigkeitsfilm, der nach unten, zu dem Ablaß 5 abgeleitet wird. Die festen Teilchen bewegen sich innerhalb der sich ausbildenden Wirbelsenkströmung ebenfalls nach außen und sinken vorwiegend aufgrund ihrer Schwerkraft zum Boden.

Der Leitschutz 4-verhindert, daß das weiter zum Auslaß B strömende, gereinigte Druckgas ausgeschiedenes Wasser mitreißt.

Mit dem erfindungsgemäßen Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe 6 wird eine dynamische Anpassung über einen großen Bereich an die jeweiligen Betriebsverhältnisse, bei einem günstigen Wirkungsgrad, erreicht. Die Zyklonwirkung bleibt auch bei einer schnellen Absenkung der Durchflußmenge erhalten.


Anspruch[de]
  1. Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe, die als Leitmittel und zur Erzeugung einer Wirbelsenkströmung innerhalb eines Wirbelraumes dient, in welchem eine Abscheidung von Flüssigkeitsteilchen und Festpartikeln aus Druckgasen erfolgt, gekennzeichnet durch einen Ausschnitt mit einer entgegen der Druckgasströmung federelastischen Zunge (8), die den Ausschnitt in Abhängigkeit der hindurchströmenden Druckgasmenge zu dem Wirbelraum (10) hin in einem bestimmten Öffnungswinkel (α) öffnet.
  2. Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zunge (8) segmentförmig, durch einen spiralförmigen Freischnitt (7) in der aus einem federelastischem Material bestehenden Drallscheibe (6), gestaltet ist.
  3. Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet; daß die Federkraft der Zunge so bemessen ist, daß das durch die Öffnung in den Wirbelraum eintretende Gas eine vorgegebene Geschwindigkeit besitzt.
  4. Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei der vorgegebenen Geschwindigkeit annähernd der beste Wirkungsgrad des Abscheiders erzielt wird.
  5. Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit bei etwa 14 bis 18 m/s liegt.
Anspruch[en]
  1. Cyclone separator with a swirl disk serving as guide means and for creating a vortex sink flow within a vortex space in which separation of liquid particles and solid particles from pressurised gases takes place, characterised in that it has a cut-out with a tongue (8) which is springily elastic against the pressurised gas flow and which opens the cut-out dependent upon the pressurised gas quantity flowing through to the vortex space (10) at a particular opening angle (α).
  2. Cyclone separator with a swirl disk according to claim 1, characterised in that the tongue (8) is formed segment-shaped by means of a spiral-shaped free-cut (7) in the swirl disk (6) made of springily elastic material.
  3. Cyclone separator with a swirl disk according to claim 1 or 2, characterised in that the spring force of the tongue is dimensioned such that the gas entering through the opening into the vortex space has a predetermined velocity.
  4. Cyclone separator with a swirl disk according to claim 3, characterised in that at the predetermined velocity, approaching the best efficiency of the separator is achieved.
  5. Cyclone separator with a swirl disk according to claim 4, characterised in that the velocity is in the range approximately 14 m/s to 18 m/s.
Anspruch[fr]
  1. Séparateur à cyclone avec un disque de turbulence qui sert de moyen de déflexion et à générer un courant tourbillonnaire descendant à l'intérieur d'une chambre de turbulence dans laquelle a lieu une séparation de particules liquides et de particules solides contenues dans des gaz sous pression, caractérisé par une découpe avec une languette (8) à flexibilité de ressort en sens inverse du courant de gaz sous pression qui ouvre la découpe vers la chambre de turbulence (10) à un angle ouverture (α) défini en fonction de la quantité de gaz sous pression qui la traverse.
  2. Séparateur à cyclone avec un disque de turbulence selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la languette (8) est réalisée en forme de secteur par une découpe libre en spirale (7) dans le disque de turbulence (6) composé d'un matériau à flexibilité de ressort.
  3. Séparateur à cyclone avec un disque de turbulence selon la revendication 1 ou 2,caractérisé par le fait que la force de ressort de la languette est calculée pour que le gaz entrant dans la chambre de turbulence par l'ouverture possède une vitesse prédéfinie.
  4. Séparateur à cyclone avec un disque de turbulence selon la revendication 3, caractérisé par le fait que l'on obtient à peu près le meilleur rendement du séparateur à la vitesse prédéfinie.
  5. Séparateur à cyclone avec un disque de turbulence selon la revendication 4, caractérisé par le fait que la vitesse est environ comprise entre 14 et 18 ms/s.






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