Die Erfindung bezieht sich auf einen Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe,
der zur Abscheidung von Flüssigkeitsteilchen und Festpartikeln aus Druck-gasen Verwendung
findet und nimmt die Priorität des deutschen Gebrauchsmusters 200 13 046 in Anspruch,
auf das inhaltlich Bezug genommen wird.
Bei den gattungsgemäßen Zyklonabscheidern erfolgt durch Verwirbelung
und die Ausnutzung von Zentrifugalkräften eine Abscheidung von flüssigen und festen
Teilchen aus den eingeleiteten Druckgasen.
Hierbei werden die Druckgase in ein geschlossenes, zylindrisches Gehäuse,
dem Wirbelraum, eingeführt und in eine Wirbelsenkströmung versetzt. Zwischen den
in dem Druckgas enthaltenen Flüssigkeitsteilchen und den Festpartikeln treten dabei
unterschiedliche Wirkmechanismen auf. Die festen Teilchen bewegen sich innerhalb
der sich ausbildenden Wirbelsenkströmung nach außen und sinken insbesondere
aufgrund ihrer Schwerkraft zum Boden, wogegen die auf die zylindrische Gehäusewand
auftreffenden Flüssigkeitsteilchen diese benetzen und einen Flüssigkeitsfilm erzeugen,
der durch entsprechende konstruktive Maßnahmen dann nach unten abgeleitet
wird.
Zyklonabscheider sind einfach in ihrem Aufbau, wartungsarm sowie unempfindlich
gegenüber Verschmutzungen.
Zur Erzielung der Wirbelsenkströmung ist es bekannt, das Druckgas
entweder tangential in den Wirbelraum des Abscheiders einzuführen oder bei einer
radialen Zuführung das Druckgas mittels spezieller Leitmittel, sogenannter Drallgeber
oder Drallscheiben, die die Gasströmung ablenken und in Rotation versetzen, in den
Wirbelraum einzuleiten (DE PS 1 107 367 und 1 236 121). Aus GB-A-565 298 ist ein
Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 bekannt.
Derartige Leitmittel sind stets für einen bestimmten Druckluftdurchfluß
ausgelegt. Der beste Wirkungsgrad wird bei dem Nenndurchfluß, für den der
Abscheider bemessen ist, erzielt.
Die Auslegungsparameter sind hinreichend bekannt. Wie der Literatur
zu entnehmen ist, wird bei Zyklonabscheidern der beste Wirkungsgrad, unter Berücksichtigung
aller übrigen Parameter, bei einer Eintrittsgeschwindigkeit des Druckgases in den
Wirbelraum von 14 bis 18 m/s erzielt.
Bei größeren Belastungsschwankungen, wie sie häufig in Druckluftanlagen
der Industrie auftreten, in denen sich die Betriebsbedingungen unvorhergesehen schnell
ändern können, kann sich der Wirkungsgrad der Abscheider infolge geringer Belastung
bis zur völligen Wirkungslosigkeit verschlechtern. Andererseits treten bei zu großen
Belastungen unzulässig hohe Druckverluste auf, so daß die Nennbelastung nicht
überschritten werden sollte.
In der Praxis ist es üblich, daß der bei frequenzgeregelten
Verdichtern nachgeschaltete Zyklonabscheider mit einer Absenkung der Durchflußmenge
von 100% bis auf 20% befahren wird.
Bei ansauggeregelten Verdichtern liegen die üblichen Belastungsschwankungen
bei 100% bis zu 60%.
Aus der DE PS 1 107 367 ist ein Zyklonabscheider bekannt, bei dem
die Leitmittel als austauschbare Einsätze ausgebildet sind, so daß die Charakteristik
zur Erzielung einer möglichst hohen Abscheideleistung weitgehend den Betriebsverhältnissen
angepaßt werden kann.
Die aufgezeigten Nachteile werden mit dieser Lösung jedoch nur bedingt
gelöst, da eine Anpassung nur bei vorher erfaßbaren Änderungen der Betriebsverhältnisse
möglich ist.
Treten unvorhergesehen schnelle Änderungen der Betriebsverhältnisse
auf, ist eine Anpassung mit einer solchen Lösung nicht möglich.
Weiterhin wurde erkannt, daß es weit verbreitet ist, in vorhandene
Druckluftanlagen mit Leitungen eines bestimmten Querschnittes Zyklonabscheider mit
dem gleichen vorgefundenen Querschnitt zu installieren, ohne daß die genauen
Durchflußmengen und somit die erforderliche Größe des Abscheiders bekannt
ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Zyklonabscheider mit
einer Drallscheibe zu schaffen, mit der eine dynamische Anpassung an die jeweiligen
Betriebsverhältnisse möglich ist, so daß auch bei schnellen Änderungen der
Betriebsverhältnisse eine Anpassung erfolgt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei einem gattungsgemäßen
Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe als Leitmittel zur Erzeugung einer Wirbelsenkströmung
innerhalb eines Wirbelraumes dadurch gelöst, daß die Drallscheibe einen Ausschnitt
mit einer entgegen einer Druckgasströmung federelastischen Zunge besitzt, die den
Ausschnitt in Abhängigkeit der hindurchströmenden Druckgasmenge mehr oder weniger
in einem bestimmten öffnungswinkel zu dem Wirbelraum hin öffnet.
Die Federkraft der Zunge ist so bemessen, daß bei wechselnder
Durchflußmenge durch die freigegebene Öffnung, das in den Wirbelraum eintretende
Druckgas stets eine vorgegebene Geschwindigkeit besitzt, bei der zumindest annähernd
der beste Wirkungsgrad der Ausscheidung erzielt wird.
Die erforderliche Eintrittsgeschwindigkeit in den Wirbelraum ist bereits
bekannt und liegt im Bereich zwischen 14 bis 18 m/s.
In einer weiteren Ausgestaltung besteht die Drallscheibe aus einem
federelastischen Material mit einem spiralförmigen Freischnitt, durch den eine segmentförmige
federnde Zunge gebildet wird, die in der Drallscheibe, in Abhängigkeit der durchströmenden
Druckluft, wiederum eine Öffnung zu dem Wirbelraum freigibt.
Damit wurde erfindungsgemäß eine dynamische Drallscheibe geschaffen,
die sich weitgehendst der jeweiligen Durchflußmenge anpaßt.
Bei Absenkung der Durchflußmenge bleibt eine ausreichende Zyklonwirkung
über einen großen Bereich der abgesenkten Durchflußmenge erhalten.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt eines Zyklonabscheiders mit einer dynamischen Drallscheibe
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Drallscheibe
- Fig. 3
- die Drallscheibe mit geöffneter Zunge.
Der in Fig. 1 in seinen wesentlichen Teilen dargestellte Zyklonabscheider
I besteht aus einem Filterkopf 1 mit einem Einlaß des Druckgases A und einem
Auslaß B, einem Filtergehäuse 2, das mit den Filterkopf 1 dichtend verbunden
ist, einem Leitschutz 4, einem Ablaß 5 und einer Drallscheibe 6, die durch
ein Schraubgewinde 3 im Filterkopf 1 gehalten wird.
Das in den Einlaß A in den Filterkopf 1 eingeleitete Druckgas
durchströmt durch eine Öffnung 9, Fig. 3, die dynamisch wirkende Drallscheibe 6
und gelangt in einen Wirbelraum 10, der durch das gegen den Filterkopf 1 abgedichtete
Filtergehäuse 2 gebildet wird.
Die Drallscheibe 6 besteht aus einem federelastischen Material mit
einem, wie in Fig. 2 dargestellt ist, spiralförmigen Freischnitt 7, durch den eine
segmentförmige federnde Zunge 8 gebildet wird.
Die durch das Druckgas auf die Drallscheibe 6 wirkende Kraft öffnet
die Zunge 8 in Abhängigkeit von der Durchflußmenge des Druckgases in einem
vorbestimmten Öffnungswinkel α, Fig. 3, der von der Federkonstanten des Drallscheibenmaterials
und der Länge des Freischnitts abhängig ist.
Die Parameter sind so zu wählen, daß bei Durchfluß des
Druckgases sich bei einem Druck von 7 bar eine Drallgeschwindigkeit zwischen 14
und 18 m/sec einstellt.
Zur Erzeugung der notwendigen Drallgeschwindigkeit ist bei einem Zyklonabscheider
1 mit einem Durchlaßquerschnitt von 1/2" und einer Drallscheibe 6 aus Carbon
mit einer Materialstärke von 0,3 mm eine Kraft von 0,009 bar erforderlich.
Bei einer Absenkung der Durchflußmenge auf 75 % wird nur noch
eine Kraft von 0,003 bar auf die Drallscheibe 6 ausgeübt. Die Öffnung 9 wird durch
die Zunge 8 soweit geschlossen, daß die Drallgeschwindigkeit erhalten bleibt.
Durch das öffnen der Zunge 8 wird das in den Wirbelraum 10 einströmende
Druckgas in eine Wirbelsenkströmung versetzt. Unter Ausnutzung von Zentrifugalkräften
erfolgt eine Abscheidung von flüssigen und festen Teilchen. Die dabei auf die zylindrische
Innenwand des Filtergehäuses 2 aufteffenden Flüssigkeitsteilchen aus dem Druckgas
benetzen diese und erzeugen einen Flüssigkeitsfilm, der nach unten, zu dem Ablaß
5 abgeleitet wird. Die festen Teilchen bewegen sich innerhalb der sich ausbildenden
Wirbelsenkströmung ebenfalls nach außen und sinken vorwiegend aufgrund ihrer
Schwerkraft zum Boden.
Der Leitschutz 4-verhindert, daß das weiter zum Auslaß
B strömende, gereinigte Druckgas ausgeschiedenes Wasser mitreißt.
Mit dem erfindungsgemäßen Zyklonabscheider mit einer Drallscheibe
6 wird eine dynamische Anpassung über einen großen Bereich an die jeweiligen
Betriebsverhältnisse, bei einem günstigen Wirkungsgrad, erreicht. Die Zyklonwirkung
bleibt auch bei einer schnellen Absenkung der Durchflußmenge erhalten.