Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Füllen
eines Hohlraums mit breiförmigem Sprengstoff, insbesondere mit Heavy-ANFO Sprengstoff.
Heavy-ANFO Sprengstoff wird gebildet, indem eine Emulsionsmatrix oder
ein Emulsionssprengstoff mit ANC-Sprengstoff (auch ANFO genannt) bzw. Ammoniumnitrat
(AN) vermischt wird. Emulsionssprengstoff und Emulsionsmatrix basieren auf Wasser-in-Öl-Emulsionen,
die durch Emulgieren einer hochkonzentrierten Nitratsalzlösung mit Rohstoffen auf
Mineralölbasis und einem Emulgator entsteht. Ein ANC-Sprengstoff basiert auf einer
Mischung von Brennstoff und Ammoniumnitrat. Als Brennstoff wird in der Regel ein
Mineralölprodukt verwendet. Es können aber auch andere feste oxydierbare Anteile,
vorzugsweise auf Kohlenstoffbasis, verwendet werden. Das Ammoniumnitrat kann Granulat
(Prills) oder feinkristallines Ammoniumnitrat sein, wobei das feinkristalline Ammoniumnitrat
in der Regel imprägniert ist, um die Neigung zum Zusammenbacken auszuschalten. ANC-Sprengstoff
ist ein rieselfähiger, aus einzelnen Partikeln bestehender Stoff.
Das Mischverhältnis zwischen ANC-Sprengstoff und Emulsion wird nach
verschiedenen Kriterien gewählt. Emulsion und ANC-Sprengstoff unterscheiden sich
wesentlich in ihren Herstellungskosten. Dies insbesondere deshalb, weil bei Emulsionssprengstoffen
die Bearbeitungs- und Herstellungsschritte umfangreicher und die dafür benötigten
Geräte und Einrichtungen komplexer sind. Da ANC-Sprengstoff jedoch nur trocken zündet
und deshalb für die Verwendung in feuchter Atmosphäre nicht geeignet ist, wird durch
die Hinzugabe von Emulsion ein Sprengstoff geschaffen, der auch bei feuchten Verhältnissen
zündet. Zudem ist die Dichte von Emulsionssprengstoff höher als die von ANC-Sprengstoff.
Damit kann bei gleicher Sprengleistung der Emulsionssprengstoff in ein schmaleres
Bohrloch eingeführt werden. Hierdurch werden Bohrkosten eingespart. In der Regel
werden 20 bis 30 Gew.-% Emulsion mit 70 bis 80 Gew.-% ANC-Sprengstoff vermischt.
Der so gebildete Heavy-ANFO Sprengstoff ist eine schlecht fließfähige,
klebrige, breiförmige Masse.
Während die Emulsion eine pumpfähige Masse ist und der aus einzelnen
Partikeln bestehende ANC-Sprengstoff rieselfähig ist und in einem Gasstrom gut gefördert
werden kann, ist der durch deren Mischung entstehende Heavy-ANFO Sprengstoff nur
mit Aufwand förderbar, beispielsweise in einer Transportschnecke.
Heavy-ANFO Sprengstoffe werden in der Regel eingesetzt, um Bohrlöcher
mit Sprengstoff zu füllen. Diese Bohrlöcher sind meist nahezu vertikal verlaufende,
in den zu sprengenden Grund gebohrte Löcher, die am oberen Ende einen Bohrlochmund
aufweisen, über den das Bohrloch mit Sprengstoff gefüllt wird.
Aus der Praxis ist zur Befüllung eines Bohrlochs mit Heavy-ANFO Sprengstoff
ein Fahrzeug bekannt, das getrennte Behälter für Ammoniumnitrat (AN) und Emulsionsmatrix
aufweist und bei dem während der Förderung des Ammoniumnitrats bzw. des ANFO in
einer Transportschnecke Emulsionsmatrix in das Ammoniumnitrat bzw. das ANFO eingeführt
wird. Dabei verläuft die Transportschnecke entlang der Längsachse auf dem Dach des
Fahrzeugs. Der durch die Durchmischung beim weiteren Transport in der Transportschnecke
entstehende Heavy-ANFO Sprengstoff wird am Ende der Transportschnecke, das sich
am Ende des Wagens befindet, ausgestoßen. Dabei ist es vorgesehen, dass der so gebildete
Sprengstoff vom Ende der Transportschnecke in das Bohrloch fällt. Hierbei kann der
Austrag des fertig gemischten Heavy-ANFO Sprengstoffes aus der Schnecke durch einen
kurzen, senkrechten Schlauch am Ende der Schnecke über dem Bohrloch ausgerichtet
werden.
Nachteilig an dem bekannten Fahrzeug ist, dass das Fahrzeug in unmittelbare
Nähe des Bohrlochs gebracht werden muß, damit der gebildete Sprengstoff vom Ende
der Transportschnecke direkt in das Bohrloch fallen kann. Somit muß das Fahrzeug
zur Befüllung mehrerer Bohrlöcher mit Sprengstoff von Bohrloch zu Bohrloch gefahren
werden, was zeitaufwendig ist.
Die schlechten Fließeigenschaften des Heavy-ANFO Sprengstoffs führen
zusätzlich dazu, dass der Sprengstoff schlecht in das Bohrloch einfließt und den
Bohrlochmund teilweise verstopft. Ein vollständiges Befüllen des Bohrlochs ist deshalb
nur langsam und zeitaufwendig möglich. Aufgrund der Neigung zum Verstopfen muß die
Förderleitung zurückgenommen werden. Es können außerdem lediglich Bohrlöcher befüllt
werden, die einen ausreichend großen Querschnitt, insbesondere – wie die Praxis
gezeigt hat – einen Durchmesser von mehr als 115 mm haben. Zudem ist die für
die Förderung des Heavy-ANFO Sprengstoffs vorgesehen Transportschnecke wartungsintensiv,
in der Anschaffung teuer und im Betrieb aufgrund des hohen Energieverbrauchs kastenträchtig.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung das technische Problem
zugrunde, ein wirtschaftlicheres Verfahren und eine bessere Füllvorrichtung zum
Füllen eines Hohlraums mit Sprengstoff vorzuschlagen.
Dieses technische Problem wird durch ein Verfahren und eine Vorrichtung
nach den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Verteilhafte Weiterbildungen sind in den
Unteransprüchen definiert.
Insbesondere wird das Problem durch ein Verfahren zum Füllen eines
Hohlraums mit einem breiförmigen Sprengstoff gelöst, bei dem ein rieselfähiger Sprengstoff,
insbesondere ein ANC-Sprengstoff, und ein pumpfähiger Sprengstoff, insbesondere
ein Emulsianssprengstoff, in einem Mischbereich unmittelbar an einer Füllöffnung
des Hohlraums oder im Hohlraum zu einem breiförmigen, insbesondere zu einem Heavy-ANFO
Sprengstoff, vermischt werden. Indem die für sich gut förderfähigen Komponenten
– ANC-Sprengstoff und Emulsion – erst unmittelbar an der Füllöffnung
des zu befüllenden Hohlraums oder im Hohlraum selbst vermischt werden, entsteht
der schlecht zu fördernde Heavy-ANFO Sprengstoff erst unmittelbar an der Füllöffnung,
bzw. im Hohlraum. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann somit der erheblich höhere
Förderaufwand für schlecht förderfähigen, gemischten Sprengstoff reduziert werden,
indem die gut förderfähigen, zu mischenden Komponenten bis zum tatsächlichen Füllort
getrennt gefördert werden.
Die getrennte Förderung bringt den zusätzlichen Vorteil, dass bei
der Vermischung von gegebenenfalls zunächst nicht sprengfähigen Komponenten der
Sprengstoff erst unmittelbar am oder im zu füllenden Hohlraum entsteht. Dadurch
ist der Bereich, in dem sprengfähiges Material gehandhabt wird beschränkt. Dies
ist aus Sicherheitsaspekten vorteilhaft, da auf diese Weise Unfälle, insbesondere
Fehlzündungen, beim Transport der Komponenten zum zu befüllenden Hohlraum vermieden
werden.
Bevorzugt weist der rieselfähige Sprengstoff Ammoniumnitrat, feste
oxydierbare Anteile, Mineralölprodukte, ANC-Sprengstoff oder ein Gemisch der vorgenannten
Stoffe auf. Ein ANC-Sprengstoff (auch ANFO-Sprengstoff genannt) ist der eingangs
näher beschriebene, auf Ammoniumnitrat basierende ANC-Sprengstoff. ANFO ist rieselfähig,
körnig und nicht pumpfähig. Eine pneumatische Förderung ist möglich. ANFO weist
eine Dichte von 0,7 bis 0,8 kg/l auf. Eine Änderung dieser Dichte ist nur bedingt
möglich. ANFO ist nicht wasserbeständig. Das erfindungsgemäße Verfahren ist ohne
weiteres jedoch auch auf andere in einem Gasstrom zu fördernde Sprengstoffe oder
Sprengstoffkomponenten anwendbar, die im folgenden auch dem Begriff rieselfähiger
Sprengstoff zugeordnet werden, obwohl sie für sich genommen von der Fachwelt nicht
unmittelbar als „Sprengstoff" bezeichnet werden. Feste oxydierbare Anteile
sind beispielsweise Aluminiumpulver, Aluminiumpulver enthaltende Mischungen, Ammoniumnitrat
oder Holzmehl. Mineralölprodukte können beispielsweise Öl oder auch Dieselkraftstoff
sein.
Der pumpfähige Sprengstoff weist bevorzugt eine Emulsionsmatrix, einen
Emulsionssprengstoff, ein Water Gel, rieselfähigen Sprengstoff oder ein Gemisch
der vorgenannten Stoffe auf. Die Emulsion ist ein Emulsionssprengstoff oder eine
Emulsionsmatrix. Diese basieren auf Wasser-in-Öl-Emulsionen, die durch Emulgieren
einer hochkonzentrierten Nitratsalzlösung mit Mineralöl entsteht. Zusätzlich können
Zusatzstoffe wie beispielsweise Aluminium beigemischt sein. Diese Wasser-in-Öl-Emulsion
wird zum zündfähigen Sprengstoff, indem in der Emulsion Gaseinschlüsse erzeugt werden
bzw. die Dichte der Emulsionsmatrix gesenkt wird. Diese können entweder durch chemisch
nicht aktive Zusatzstoffe, wie beispielsweise Micro-Hohlkugeln oder Zusatzstoffen
mit poröser Oberflächen wie AN-Prills oder Aluminiumpulver, erzeugt werden. Gaseinschlüsse
können jedoch auch durch chemisch aktive Zusatzstoffe wie das „chemische
Gasen" erzeugt werden. Die so sensibilisierte Emulsionsmatrix wird dann als Emulsionssprengstoff
bezeichnet. Emulsionssprengstoffe sind fließfähig und quasiflüssig (viskos), pumpfähig
und können nicht pneumatisch gefördert werden. Sie weisen eine Dichte von 1,1 bis
1,3 kg/l auf – eine Änderung dieser Dichte ist möglich. Emulsionssprengstoffe
sind wasserfest. Die Zugabe des gesamten oder eines Teiles des Brennstoffes zur
Herstellung eines Sprengstoffes mit ausgeglichener Sauerstoffbilanz kann über die
Emulsionsmatrix oder über die Ölzugabe in das Ammoniumnitrat erfolgen. Die Emulsionsmatrix
kann vor Ort hergestellt werden (SMS = Site Mix System) oder als fabrikmäßig produzierte,
fertige Emulsionsmatrix (RP = repumpable) eingesetzt werden. Water Gels sind sogenannte
Slurry-Sprengstoffe bzw. Sprengschlämme, d.h. detonierbare Gemische aus Wasser,
oxydierbaren Salzen und oxydierbaren Stoffen mit leicht- bis zähflüssiger bzw. körnig-breiiger
bis gelatinöser Zustandsform.
Der breiförmige Sprengstoff ist ein Gemisch aus dem rieselfähigen
Sprengstoff und dem pumpfähigen Sprengstoff. Ein solcher breiförmiger Sprengstoff
kann bevorzugt ein sogenannter Heavy-ANFO-Sprengstoff sein. Hierbei kann das Mischungsverhältnis
von rieselfähigem zu pumpfähigen Sprengstoff beliebig gewählt werden, bevorzugt
10:90 bis 90:10 betragen – es handelt sich um eine auf den
Einzelfall des Anwendungsgebietes abgestimmte Mischung. Werden beispielsweise ANC/ANFO
und Emulsionssprengstoffe gemischt, so kann dies in jedem beliebigen Verhältnis
zueinander geschehen. Mischt man diese Komponenten im Verhältnis 80 zu 20, dann
entsteht ein breiförmiger Heavy-ANFO Sprengstoff mit einer Dichte von etwa 1,0 kg/l
und dieser Sprengstoff erhält durch den Anteil an Emulsion eine bessere, allerdings
immer noch begrenzte Wasserfestigkeit.
Als bevorzugtes Beispiel für einen rieselfähigen Sprengstoff soll
im weiteren der ANC-Sprengstoff herangezogen werden. Als bevorzugtes Beispiel für
einen pumpfähigen Sprengstoff soll im weiteren der Emulsions-Sprengstoff bzw. die
Emulsion herangezogen werden.
Als Mischbereich des rieselfähigen Sprengstoffs, beispielsweise des
ANC-Sprengstoffes, mit dem pumpfähigen Sprengstoff, beispielsweise der Emulsion,
ist der Bereich zu verstehen, in dem ANC-Sprengstoff und Emulsion zuerst miteinander
in Kontakt kommen und in dem sie sich zu Heavy-ANFO Sprengstoff vermischen. Dieser
Mischbereich kann ein Teilbereich einer Vorrichtung sein. Der Mischbereich kann
jedoch auch ein Teilbereich des zu füllenden Hohlraums sein. Der Mischbereich kann
an der Füllöffnung des Hohlraums angeordnet sein. Bei einem als vertikales Bohrloch
ausgestalteten Hohlraum fällt der gemischte breiförmige Sprengstoff, beispielsweise
der Heavy-ANFO Sprengstoff von dort in das Bohrloch und füllt dieses im Verlauf
der Befüllung. Bei horizontalen Bohrlöchern wird der gemischte Heavy-ANFO Sprengstoff
bevorzugt durch den Impuls der bei der Mischung zusammentreffenden Emulsion und
des ANC-Sprengstoffs, so wie deren im wesentlichen in Richtung der Längsachse des
Bohrlochs ausgerichteten Strömungsrichtung nach der Durchmischung in das Bohrloch
getragen und dieses befüllt. Durch Änderungen der Strömungsrichtung des gemischten
Heavy-ANFO Sprengstoffs, beispielsweise durch Schwenken einer Vorrichtung, aus der
der gemischte Heavy-ANFO Sprengstoff austritt, kann dieser innerhalb des Bohrlochs
und insbesondere innerhalb eines nicht zylindrisch geformten Hohlraums gut verteilt
werden. Ebenso kann der Mischbereich an dem der Füllöffnung entferntesten Endpunkt
des Hohlraums, beispielsweise dem Bohrlochtiefsten liegen. Von dort wird der gemischte
Heavy-ANFO Sprengstoff durch den nachströmenden Sprengstoff in dem Hohlraum verteilt.
Der zu füllende Hohlraum ist jeder mit einer Sprengladung zu füllende
Hohlraum. In der Regel ist dies ein Bohrloch in einem Grund. Dieses Bohrloch wird
für die durchzuführende Sprengung in den Grund eingebohrt und hat in der Regel eine
zylindrische Form. Grund ist hierbei die Bezeichnung der Oberfläche, die die Füllöffnung
umgibt. Der Grund kann nahezu vertikal, nahezu horizontal oder in jeder sonstigen
Orientierung verlaufen, je nachdem, in welchem Körper ein Hohlraum vorhanden ist
und in welcher Lage und Ausrichtung sich die Füllöffnung befindet. Hohlräume können
aber auch bereits existierenden hohle Räume im Grund sein, beispielsweise Spalten.
Ein Hohlraum im Sinne der Erfindung kann auch eine Patrone oder ein sonstiges mit
Sprengstoff zu füllendes Gefäß sein.
Die Füllöffnung des Hohlraums ist eine von außen zugängliche Öffnung,
über die der Sprengstoff in den Hohlraum eingeführt werden kann. Bei einem Bohrloch
ist dies der Bohrlochmund. Bei bereits bestehenden Hohlräumen kann dies eine bereits
existierende Öffnung oder eine von außen für den Zugang zum Hohlraum speziell hinzugefügte
Öffnung sein. Bei Patronen oder Gefäßen wird in der Regel eine nach dem Füllen zu
verschließende Öffnung bereits bei der Herstellung der Patrone oder des Gefäßes
vorgesehen.
Eine Vermischung von rieselfähigem Sprengstoff und pumpfähigem Sprengstoff
unmittelbar an der Füllöffnung erfolgt immer dann, wenn der durch die Vermischung
entstehende breiförmige Sprengstoff seine schlecht fließfähigen Eigenschaften erst
an einem Ort entwickelt, wo er ohne zusätzlichen Förderaufwand in den Hohlraum eingebracht
werden kann. Dabei kann der Beginn der Vermischung auch außerhalb der Füllöffnung
sein, solange die vollständige Vermischung zu schlecht fließfähigem breiförmigem
Sprengstoff erst an einer Stelle erfolgt, von der aus der breiförmige Sprengstoff
ohne zusätzliche Fördermittel in den Hohlraum gelangt und diesen befüllt.
Durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung entstehen beim Fördern
und beim Laden des riesel- und pumpfähigen Sprengstoffes sowie des breiförmigen
Sprengstoffes geringere mechanische Beanspruchungen als bei dem Schneckensystem
des Standes der Technik. Im oder am Mischladefahrzeug ist damit bevorzugt kein fertiger
Sprengstoff vorhanden und auch kleinere Bohrlochdurchmesser von weniger als 115
cm können mit einer Leistung von mehr als 100 kg/min, bevorzugt mehr als 150 kg/min
geladen werden. Außerdem können die Fahrzeuge mit geringeren Antriebsleistungen
und einfacherer Mechanik gebaut und betrieben werden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung wird der rieselfähige Sprengstoff
in einem Förderstrom gefördert und der pumpfähige Sprengstoff in den Förderstrom
des rieselfähigen Sprengstoffes eingebracht. Bei breiförmigen Sprengstoffen bzw.
Heavy-ANFO Sprengstoffen liegt der Anteil des rieselfähigen Sprengstoffes in der
Regel höher als der des pumpfähigen Sprengstoffes. Da zudem der rieselfähige Sprengstoff
in einem Gasstrom gefördert wird, während der pumpfähige Sprengstoff als pumpfähiger
Stoff als solcher gefördert wird, wird ein bessere Durchmischung erzielt, wenn der
bevorzugt volumenmäßig geringere pumpfähige Sprengstoff in den bevorzugt volumenmäßig
größeren Förderstrom des rieselfähigen Sprengstoffes eingebracht wird. Hierbei wird
der rieselfähige Sprengstoff bevorzugt mit einer hohen Geschwindigkeit durch den
eingespritzten pumpfähigen Sprengstoffsstrom geblasen.
Der Förderstrom des rieselfähigen Sprengstoffes bzw. des ANC-Sprengstoffs
ist bevorzugt ein Luft- bzw. Gasstrom, in dem der aus einzelnen Partikeln bestehende
ANC-Sprengstoff gefördert wird. Der Förderstrom kann aber auch eine Rieselung, beispielsweise
der beim Ausschütten des ANC-Sprengstoffs aus einem Behälter entstehende Materialstrom,
sein, in die der pumpfähiger Sprengstoff eingebracht wird.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden
der rieselfähige Sprengstoff und der pumpfähige Sprengstoff in getrennten Förderströmen
gefördert, wobei zum Zeitpunkt des Vermischens des einen Förderstroms mit dem anderen
ein Unterschied in der Fördergeschwindigkeit zwischen dem Förderstrom des rieslfähigen
Sprengstoffs und dem Förderstrom des pumpfähigen Sprengstoffes besteht bzw. eingestellt
wird. Beispielsweise wird bei einem rascher als die Emulsion strömenden Förderstrom
des ANC-Sprengstoffs eine gute Vermischung mit der Emulsion erzeugt, indem die mit
rascher Geschwindigkeit auf die Emulsion treffenden Partikel des ANC-Sprengstoffs
den soliden Förderstrom der Emulsion aufteilen. Zudem entstehen durch den Geschwindigkeitsunterschied
Turbulenzen in den Förderströmen, die eine gute Durchmischung unterstützen.
Als Zeitpunkt des Vermischens wird jeder Punkt verstanden, an dem
Partikel des rieselfähigen Sprengstoffs auf den Förderstrom des pumpfähigen Sprengstoffes
bzw. der Emulsion oder Teile der Emulsion auftreffen. Dies kann der Punkt des ersten
Zusammentreffens von ANC-Sprengstoff und Emulsion sein. Es kann aber auch jeder
weitere Punkt sein, an dem nicht gemischte Teilströme oder Teile der beiden Förderströme
aufeinander treffen.
Ein Unterschied in der Fördergeschwindigkeit kann erzeugt werden,
indem der Massenstrom des einen Förderstromes geringer ist, als der des anderen.
Beispielsweise kann die Emulsion langsamer gefördert werden, als der ANC-Sprengstoff.
Ein Unterschied kann weiter dadurch erzeugt werden, dass ein Förderstrom beschleunigt
wird, indem er einer Querschnittsverengung unterzogen wird. Ebenso kann ein Unterschied
in der Fördergeschwindigkeit erzeugt werden, indem ein Förderstrom durch Aufprall
verlangsamt wird, indem er beispielsweise auf Objekte, insbesondere Prallplatten,
gerichtet wird. Eine weitere Verlangsamung eines Förderstroms kann erzeugt werden,
indem der Förderstrom einer Querschnittserweiterung unterzogen wird. Diese Möglichkeiten
bestehen sowohl für den ANC-Sprengstoff als auch für Emulsions-Förderströme.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden der rieselfähige
bzw. ANC-Sprengstoff und die Emulsion in getrennten Förderströmen gefördert werden,
wobei zum Zeitpunkt des Vermischens die Förderrichtung des Förderstroms der Emulsion
im Winkel zur Förderrichtung des Förderstroms des ANC-Sprengstoffs steht. Die unterschiedliche
Förderrichtung führt dazu, dass die Partikel des ANC-Sprengstoffs auf die Emulsion
auftreffen und diese Zerteilen, so dass eine größere Durchmischung erfolgt.
Die Förderrichtung des Förderstroms der Emulsion ist die Richtung,
in die sich die Emulsion, bzw. Teile der Emulsion kurz vor dem Zeitpunkt des Vermischens
bewegen. Dies kann die Flussrichtung eines aus einer Öffnung austretenden, geschlossenen
Stroms von Emulsion sein. Es kann aber auch die Bewegungsrichtung einzelner Emulsionsteile
sein, die sich im Mischbereich bewegen.
Ebenso ist die Förderrichtung des Förderstroms des ANC-Sprengstoffs
die Richtung, in der die Partikel des ANC-Sprengstoffs kurz vor dem Zeitpunkt des
Vermischens bewegt werden. Dies kann die hauptsächliche Richtung der in einem Gasstrom
geförderten Partikel sein, kann aber auch die Richtung sein, die ein einzelnes Partikel
vor dem Zeitpunkt des Vermischens hat.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird ein geschlossener
Förderstrom des pumpfähigen Sprengstoffes bzw. der Emulsion aufgelöst. Durch eine
Zerteilung eines geschlossenen Förderstroms kann die Mischung mit dem rieselfähigen
Sprengstoff verbessert werden, da dieser in Zwischenräume des aufgeteilten Förderstroms
eindringen kann und damit auch mit in der Mitte des Förderstroms der Emulsion geförderten
Teilen der Emulsion gemischt wird.
Ein geschlossener Förderstrom ist der aus einer Öffnung austretende
Materialstrom des pumpfähigen Sprengstoffes bzw. der Emulsion. Ein geschlossener
Förderstrom kann aber auch ein Teilstrom eines aus einer Öffnung austretenden Materialstroms
der Emulsion sein, der in einzelne Materialströme zerlegt wird, beispielsweise indem
er an einem keilförmigen Element geteilt wird.
Eine Auflösung eines geschlossenen Förderstroms erfolgt, wenn dieser
in eine Anzahl kleinerer Teilströme zerlegt wird oder in einzelne
Teile, die nicht mehr in einem zusammenhängenden Strom fließen, zerteilt wird. Dies
kann durch eine Düse erfolgen, die am Ende einer Förderleitung für die Emulsion
angeordnet ist, und durch die der geschlossene Förderstrom zerteilt wird, beispielsweise
in einem Sprühkegel versprüht wird. Weiter kann ein geschlossener Förderstrom durch
ein Düsenblech am Ende einer Förderleitung für die Emulsion in eine Anzahl von Teilströmen
zerteilt werden. Ebenso kann ein geschlossener Förderstrom durch Aufprall auf Objekte,
beispielsweise ein Prallblech, aufgelöst und in einzelne Teile zerteilt werden.
Auch kann ein geschlossener Förderstrom durch das Zusammentreffen mit einem anderen
Strom, beispielsweise dem Förderstrom des ANC-Sprengstoffs, aufgelöst und in einzelne
Teilströme und/oder Teile zerlegt werden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung verbleibt der Mischbereich während
des Befüllens im Verhältnis zum Hohlraum am selben Ort. Auf diese Weise kann auf
Maßnahmen verrichtet werden, die eine Verschiebung des Mischbereichs bewirken würden.
Das Verfahren ist dadurch einfach durchzuführen.
Bei einem im Verhältnis zum Hohlraum ortsfesten Mischbereich wird
der breiförmige Heavy-ANFO Sprengstoff an stets derselben Stelle gemischt und von
dieser Stelle aus in dem Hohlraum verteilt.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung wird der Mischbereich
während des Befüllens im Verhältnis zum Hohlraum bewegt. So kann der Mischbereich
zu Beginn des Befüllens in einem der Füllöffnung entfernten Endbereich des Hohlraums
liegen, beispielsweise im Bohrlochtiefsten, und während des Befüllens, insbesondere
in Abhängigkeit der zunehmenden Füllung des Hohlraums mit Heavy-ANFO Sprengstoff,
in Richtung auf die Füllöffnung bewegt werden. Das Mischen der Emulsion und des
ANC-Sprengstoffs und damit die Erzeugung von schlecht fließfähigem Heavy-ANFO Sprengstoff
erfolgt dann an einem Ort, von dem der Heavy-ANFO Sprengstoff nicht mehr fortbewegt
werden muss. Probleme beim Transport von Heavy-ANFO Sprengstoff, insbesondere das
Haftenbleiben an Flächen oder der Einsatz hoher Transportenergien zur Förderung
des schlecht fließfähigen Materials, treten bei dieser Ausgestaltung nicht auf.
Der Mischbereich wird im Verhältnis zum Hohlraum bewegt, wenn eine
Vorrichtung, an deren Ende ANC-Sprengstoff und Emulsion voneinander getrennt austreten,
zu Beginn der Befüllung mit diesem Ende in den Endbereich, beispielsweise das Bohrlochtiefste,
gebracht wird. Die aus dem Ende austretenden Förderströme von Emulsion und ANC-Sprengstoff
vermischen sich dann in diesem im Endbereich liegenden Mischbereich zu Heavy-ANFO
Sprengstoff. Ist der Endbereich mit Heavy-ANFO Sprengstoff gefüllt, wird der Mischbereich
vom Endbereich in Richtung auf die Füllöffnung bewegt, indem die Vorrichtung teilweise
aus dem Hohlraum herausgezogen wird. So kann der Mischbereich im Bereich des noch
nicht mit Heavy-ANFO Sprengstoff gefüllten Bereichs des Hohlraums gehalten werden
und der Heavy-ANFO Sprengstoff in Schichten in den Hohlraum eingefüllt werden.
Ebenso wird der Mischbereich im Verhältnis zum Hohlraum bewegt, wenn
eine Vorrichtung, in die der Mischbereich mindestens zum Teil eingegliedert ist
und aus der vollständig oder teilweise gemischter Heavy-ANFO Sprengstoff aus einem
Autrittende austritt, zu Beginn des Füllens mit dem Austrittende in den Endbereich
gebracht wird und dann im Verhältnis zum Füllgrad des Hohlraums mit Heavy-ANFO Sprengstoff
aus dem Hohlraum gezogen wird. Dies kann bei einer Vorrichtung erfolgen, die teleskopartig
ausgebildet ist, so daß bei auf der Füllöffnung aufliegender Vorrichtung das Austrittende
der Vorrichtung in Richtung auf die Füllöffnung zurückgefahren werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird das Mischungsverhältnis
von Emulsion und ANC-Sprengstoff während des Befüllens verändert. Der zu befüllende
Hohlraum kann durch verschiedene Materialien oder Material-Schichten begrenzt sein,
für deren optimale Sprengung unterschiedliche Zusammensetzungen von Heavy-ANFO Sprengstoff
notwendig sind. So kann insbesondere der Feuchtigkeitsgrad innerhalb des Hohlraums
unterschiedlich sein, so dass in feuchten Bereichen ein höherer Anteil an Emulsion
für gute Sprengeigenschaften des Sprengstoffs notwendig ist, während in trockeneren
Bereichen auch große Anteile von ANC-Sprengstoff ausreichen, um gute Sprengeigenschaften
zu erzielen. Wegen der höheren Verspannung einer Sprengung im Bohrlochtiefsten kann
die Notwendigkeit bzw. Neigung bestehen, im Bohrlochtiefsten einen Sprengstoff mit
höherer Dichte und Leistung einzusetzen, während im oberen Teil einer Bruchwand
der Sprengwiderstand wesentlich geringer ist und man daher aus wirtschaftlichen
Gründen gerne mit einem Sprengstoff geringerer Leistung und/oder Dichte arbeitet.
Deshalb eignet sich ein Emulsionssprengstoff bevorzugt als sogenannte Fußladung,
während ANC/ANFO eine häufig bevorzugtere Oberladung darstellt, insbesondere wenn
noch Wasser im Bohrlochtiefsten ansteht.
Als Mischungsverhältnis wird der prozentuale Gewichtsanteil der jeweiligen
Komponente – Emulsion und ANC-Sprengstoff – an dem Gesamtgewicht der
addierten Komponenten angesehen. Bei herkömmlichen Heavy-ANFO Sprengstoff liegt
dieses Mischungsverhältnis bei 10-90 Gew. %, bevorzugt bei 20-30 Gew. %, Emulsionsmatrix
bzw. Emulsionssprengstoff und 90-10 Gew. %, bevorzugt 80-70 Gew.
%, ANC-Sprengstoff.
In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird der Hohlraum zunächst
teilweise mit aus ANC-Sprengstoff und Emulsion gemischtem Heavy-ANFO Sprengstoff
befüllt und daran anschließend mit ANC-Sprengstoff vollständig gefüllt. Diese Ausgestaltung
ermöglicht es, tiefer im Hohlraum befindliche feuchte Bereiche mit Heavy-ANFO Sprengstoff
zu füllen, um einen zündfähigen Sprengstoff zu erhalten, und trockene, obere Bereiche
mit kostengünstigen ANC-Sprengstoff zu füllen, der in trockenen Bereichen auch ohne
Beimischung von Emulsion zündet.
Ferner ist es in einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens möglich, Teile des Hohlraums nur mit Emulsion zu füllen. Dies ist insbesondere
bei besonders feuchten Teilbereichen des Hohlraums zweckmäßig, oder an Stellen wo
eine besonders hohe Sprengkraft erzielt werden soll, die dann durch die höhere Dichte
des Emulsionssprengstoffes erreicht wird.
Das zuvor genannte technische Problem wird des weiteren insbesondere
durch eine Füllvorrichtung zum Füllen eines Hohlraums mit breiförmigem Sprengstoff
gelöst die eine erste Förderleitung für einen ersten Förderstrom von rieselfähigem
Sprengstoff, eine zweite Förderleitung für einen zweiten Förderstrom von pumpfähigem
Sprengstoff und ein an eine Füllöffnung des Hohlraum anzusetzendes oder durch die
Füllöffnung in den Hohlraum einzuführendes Verbindungselement zur Zusammenführung
des ersten und des zweiten Förderstroms aufweist. Bei der erfindungsgemäßen Füllvorrichtung
werden die zu breiförmigem Heavy-ANFO Sprengstoff zu vermischenden Komponenten ANC-Sprengstoff
und Emulsion voneinander getrennt in einer ersten Förderleitung und einer zweiten
Förderleitung zu einer Füllöffnung des Hohlraums gefördert und erst dort oder sogar
erst in dem Hohlraum durch ein Verbindungselement zusammengeführt. Dadurch wird
der nur schwer fließfähige Heavy-ANFO Sprengstoff, der durch das beim Zusammenführen
des ersten und des zweiten Förderstroms erfolgende Mischen von ANC-Sprengstoff und
Emulsion entsteht, erst an der Füllöffnung des Hohlraums oder im Hohlraum erzeugt.
Damit kann in einer derartigen Füllvorrichtung auf die aufwendigen Elemente, die
zum Transport von Heavy-ANFO Sprengstoff benötigt werden, beispielsweise Transportschnecken,
verrichtet werden.
Eine Förderleitung ist ein Bauelement, das zur Förderung des in ihr
zu transportierenden Materials geeignet ist. Sie kann eine Rohrleitung, Schlauchleitung,
ein Kanal oder ein sonstiges einen Massenstrom führendes Element sein. Insbesondere
kann auch das Material der Förderleitung auf das zu fördernde Gut abgestimmt sein.
Vorzugsweise sind die Förderleitung für Emulsion und ANC-Sprengstoff aus Kunststoff
gefertigte Schläuche. Die Förderleitungen können aber auch aus Metall, insbesondere
Aluminium, oder anderem, geeigneten Material sein.
Die getrennte Förderung von rieselfähigem und pumpfähigen Sprengstoff
bzw. ANC-Sprengstoff und Emulsion, sowie die Möglichkeit, diese in Schläuchen zu
fördern, führen dazu, daß bei der erfindungsgemäße Vorrichtung diese Komponenten
von einer vom Hohlraum entfernten Lagerposition leicht zum Hohlraum gefördert werden
können. Insbesondere beim Füllen einer Vielzahl von Bohrlöchern können die Förderleitung
und das Verbindungselement leicht von Bohrloch zu Bohrloch getragen werden, ohne
dass das verwendete Fahrzeug umgesetzt werden muß.
Das Verbindungselement dient der Zusammenführung des ersten und des
zweiten Förderstroms an der Füllöffnung oder in dem Hohlraum. Dabei führt es den
ersten und den zweiten Förderstrom derart zusammen, dass sich der ANC-Sprengstoff
und die Emulsion an der Füllöffnung oder im Hohlraum zu Heavy-ANFO Sprengstoff vermischen.
Das Verbindungselement kann ein Element sein, durch das die Förderströme in Leitungen
durchfließen, wobei sie im Verbindungselement gemischt werden können. Das Verbindungselement
kann aber auch jegliches Element sein, das die Förderleitungen zusammenhält und
durch die Art des Zusammenhaltens die Strömungsrichtung der Förderströme beim Vermischen
beeinflußt. Bei paralleler, benachbarter Führung der ersten Förderleitung zur zweiten
Förderleitung erfolgt dies bereits, wenn das Verbindungselement das Ende der ersten
Förderleitung so mit dem Ende der zweiten Förderleitung verbindet, dass die aus
den Enden austretenden Förderströme nebeneinander, in nahezu gleicher Strömungsrichtung
austreten. Durch die Aufweitung der Förderströme, die durch das Austreten aus der
Förderleitung erzeugt wird, treffen die Förderströme teilweise aufeinander und führen
zu einer Vermischung von ANC-Sprengstoff und Emulsion. Die Vermischung kann unterstützt
werden, indem die Enden derart miteinander verbunden werden, dass die austretenden
Förderströme im Winkel aufeinander gerichtet sind. Die Vermischung von bevorzugt
ANC-Sprengstoff und Emulsion findet bei einer derartigen Ausgestaltung der Füllvorrichtung
außerhalb der Füllvorrichtung, beispielsweise im Hohlraum statt. Das Verbindungselement
kann hierbei ein einfaches Band sein, das um die parallel und benachbart gehaltenen
Enden der Förderleitungen zur Verbindung derselben gewickelt wird.
So verbindet das Verbindungselement in einer Ausgestaltung der Füllvorrichtung
einen in Strömungsrichtung am Ende der ersten Förderleitung vorgesehenen
ersten Auslass für ANC-Sprengstoff mit einem in Strömungsrichtung am Ende der zweiten
Förderleitung vorgesehenen zweiten Auslass für Emulsion.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch dazu verwendet werden,
lediglich Emulsion oder ANC-Sprengstoff in einen Hohlraum einzufüllen. Ebenso können
in den Förderleitungen für Emulsion und ANC-Sprengstoff auch andere Komponenten
gefördert werden, die im Hohlraum zu Sprengstoff vermischt werden. So können in
der ersten Leitung beispielsweise Aluminiumpulver aufweisende Mischungen gefördert
werden, die im Hohlraum mit Emulsion aus der zweiten Förderleitung vermischt wird.
In einer Ausgestaltung der Erfindung verläuft die zweite Förderleitung
mindestens teilweise in der ersten Förderleitung. Dadurch kann der durch die Füllvorrichtung
eingenommene Raum reduziert werden. So kann die Füllvorrichtung derart ausgelegt
werden, dass sie auch in schmale Füllöffnungen, beispielsweise den Bohrlochmund
eines engen Bohrlochs, eingeführt werden kann. Zudem tritt bei einer derartigen
Anordnung der eine Förderstrom innerhalb des anderen Förderstroms aus, wodurch eine
gute Mischung der Förderströme erzeugt wird. Abhängig von den Druckverlusten, die
durch die Querschnittsverengung der ersten Förderleitung entstehen, wenn die zweite
Förderleitung in dieser geführt wird, kann durch entsprechend große Wahl des Durchmessers
der ersten Förderleitung die zweite Förderleitung für die gesamte Füllvorrichtung
innerhalb der ersten Förderleitung geführt werden. In einer Weiterbildung dieser
Ausgestaltung wird die zweite Förderleitung durch Verbindungselemente, insbesondere
Stege, mindestens am Ende der ersten Förderleitung koaxial zu dieser gehalten. Das
Verbindungselement kann aber auch als Rohr ausgestaltet werden, das an die erste
Förderleitung angeschlossen wird und in die die zweite Förderleitung eingeführt
wird.
Bevorzugt wird die Vermischung des ersten Förderstroms mit dem zweiten
Förderstrom dadurch gesteuert, daß der in Strömungsrichtung am Ende der zweiten
Förderleitung angeordnete zweite Auslass mindestens eine Düse aufweist. Durch eine
Düse wird der zweite Förderstrom beschleunigt. Damit kann erreicht werden, dass
der zweite Förderstrom beim Zusammentreffen mit dem ersten Förderstrom eine höhere
Geschwindigkeit als dieser hat, bzw. ein bestehender Geschwindigkeitsunterschied
kann erhöht werden. Dies ist deshalb von Vorteil, weil mit zunehmendem Geschwindigkeitsunterschied
zwischen den Förderströmen die Vermischung der Förderströme, insbesondere durch
Turbulenzen und Aufspaltungsvorgänge der Förderströme, verbessert wird. Ferner kann
eine Düse den zweiten Förderstrom am Auslass zerteilen, aufweiten oder in einzelne
Teilströme zerlegen. Eine Auflösung eines soliden Förderstroms in einzelne Teilströme,
bzw. einzelne Teile ist von Vorteil, weil dadurch der erste Förderstrom besser in
den ersten Förderstrom eindringen und sich mit diesem vermischen kann.
Eine Düse ist jede Querschnittsverengung des Förderstroms. Außerdem
ist jedes Element, das zu einer Aufweitung, Zerstreuung oder Zerteilung bzw. zu
seiner (teilweisen) Richtungsänderung des Förderstroms führt als Düse geeignet.
Zur Änderung der Strömungsgeschwindigkeit des Förderstroms für rieselfähigem
Sprengstoff und zu dessen Aufweitung, Zerstreuung oder Zerteilung kann auch die
erste Förderleitung eine Düse aufweisen.
Das Vermischen der Förderströme kann im Hohlraum selbst, aber auch
im Verbindungselement erfolgen. Hierzu weist das Verbindungselement in einer weiteren
Ausgestaltung der Erfindung eine Mischkammer für die Zusammenführung des ersten
und des zweiten Förderstroms auf. Eine im Verbindungselement vorgesehene Mischkammer
erlaubt es die Mischbedingungen unabhängig von dem zu füllenden Hohlraum immer gleich
zu halten. So kann die Mischkammer für eine besonders günstige Zusammenführung der
Förderströme ausgebildet sein. Je nach Form des zu füllenden Hohlraums kann eine
Mischung der Förderströme im Hohlraum ineffizient sein, wenn beispielsweise der
Hohlraum einen im Verhältnis zu den Querschnitten der Förderleitung sehr großen
Querschnitt hat und die zu mischenden Förderströme nicht gut zusammengeführt werden.
Besonders in einem solchen Fall ist es von Vorteil, wenn durch eine vordefinierte
Mischkammer eine gleichbleibend gute Mischung der Förderströme erzeugt wird.
Eine Mischkammer ist ein Bereich, in dem die Förderströme aufeinandertreffen
und miteinander vermischt werden. Die Mischkammer kann ein abgegrenzter Raum in
dem Verbindungselement sein, der Zuleitungen für riesel- und pumpfähigem Sprengstoff
sowie einen Auslass für die gemischten Förderströme aufweist. Die Mischkammer kann
jedoch auch ein Teilbereich eines Elements sein, in dem die Förderströme zusammengeführt
werden. So kann der Mischbereich Teil eines Rohrs sein, in dem der erste Förderstrom
gefördert wird und in den durch eine Zuleitung die Emulsion eingeführt wird.
Die Mischung der Förderströme muß beim Verlassen der Mischkammer noch
nicht vollständig abgeschlossen sein. So können die Förderströme in der Mischkammer
des Verbindungselements zusammengeführt und teils vermischt werden, während die
vollständige Mischung von riesel- und pumpfähigem Sprengstoff zu breiförmigem (Heavy-ANFO)
Sprengstoff erst im Hohlraum abgeschlossen wird.
Um ein Anhaften des teilweise oder ganz gemischten Heavy-ANFO Sprengstoffs
an Wänden der Mischkammer zu verhindern, kann diese mit geeigneten Materialien beschichten
werden, die ein Anhaften des Heavy-ANFO Sprengstoffs verhindern. Bevorzugt wird
ein Anhaften auch durch den Gas- bzw. Luftstrom des ANC-Sprengstoffes unterbunden.
Eine einfache Konstruktion wird erreicht, wenn der bereits beschriebene
zweite Auslass in die Mischkammer mündet. In einem solchen Fall kann das Verbindungselement
als einfaches Bauelement mit einem Innenraum, beispielsweise als Rohr, ausgebildet
sein, in das der zweite Auslass, beispielsweise in Form einer Zuleitung, mündet.
Die Mischung in der Mischkammer wird bei einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung verbessert, indem in der Mischkammer statische Mischer und/oder dynamische
Mischer vorgesehen werden. Diese führen den sich miteinander vermischenden Förderströmen,
bzw. dem vermischten Heavy-ANFO Sprengstoff Energie zu und ändern deren Strömungsrichtung.
Damit werden die zu vermischenden Förderströme besser miteinander in Kontakt gebracht,
so dass eine verbesserte Mischung erzielt wird.
Statische Mischer sind in der Mischkammer angeordnete Objekte, die
einen Förderstrom behindern. Dies können von der Seite in die Mischkammer ragende
Stäbe, Platten, Kegel oder sonstige die Strömungsrichtung des Förderstroms verändernde
Elemente sein. Statische Mischer können auch Prallplatten sein, auf die ein Förderstrom,
beispielsweise der zweite Förderstrom, auftrifft und an dieser Prallplatte in Teilströme,
bzw. Teile zerlegt wird. Dynamische Mischer sind angetriebene Elemente, die nicht
nur die Strömungsrichtung eines Förderstroms verändern, sondern in dieser Veränderung
dem Förderstrom Energie zuführen, indem sie ihn beispielsweise in eine Richtung
beschleunigen.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der Füllprozess
einfacher durchgeführt werden, indem um das Verbindungselement eine von diesem abstehende
Stützplatte vorgesehen ist. Insbesondere wenn das Verbindungselement durch eine
Füllöffnung in den Hohlraum eingeführt wird, ist es von Vorteil, wenn die Position
des Verbindungselements durch die Stützplatte, die auf der Umgebungsfläche der Füllöffnung
aufliegt, gehalten wird. Dann braucht der Benutzer der Füllvorrichtung die Füllvorrichtung
während des Füllprozesses nicht halten, was zu einer einfacheren Bedienbarkeit führt.
Eine Stützplatte kann jedes Element sein, dass geeignet ist, das Verbindungselement
in seiner in die Füllöffnung eingeschobenen Position zu halten. Bei einer als Bohrlochmund
ausgestalteten Füllöffnung wird die Stützplatte in der Regel eine meist runde Platte
sein, die auf dem Füllöffnungsrand aufliegt. Eine Stützplatte kann aber auch aus
Einzelelementen, beispielsweise Ständern bestehen, die die Füllvorrichtung in der
Füllöffnung halten. So kann die Stützplatte beispielsweise ein Dreifuß sein.
Ein besonders guter Halt des Verbindungselements am Rand der Füllöffnung
wird erreicht, wenn die Stützplatte Stützelemente, beispielsweise Stützfüße, aufweist.
Die Stützelemente können derart ausgestaltet sein, dass sie gut in den die Füllöffnung
umgebenden Grund eindringen. Beispielsweise können die Stützelemente kegelförmig
sein. Das Verbindungselement kann bevorzugt besonders einfach von einem Operator
von Bohrloch zu Bohrloch versetzt werden, ohne daß das Förderfahrzeug umgesetzt
werden müßte.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die erste Förderleitung
für den rieselfähigen Sprengstoff an ein Fördergebläse und einen Behälter für Ammoniumnitrat
(AN) bzw. rieselfähigen Sprengstoff oder ANC-Sprengstoff angeschlossen. AN-Prills
bzw. ANC-Sprengstoff kann als aus einzelnen rieselfähigen Partikeln bestehender
Stoff auf einfache Weise in einem Gasstrom transportiert werden.
Ein Fördergebläse ist ein Bauelement, das einen Gasstrom erzeugt,
in dem die AN- bzw. ANC-Sprengstoff Partikel transportiert werden. Dies kann ein
Gebläse oder eine Pumpe sein, aber auch der Auslass eines Druckbehälters oder einer
Düse, die einen bestehenden Gasstrom beschleunigt.
Ein Behälter für ANC-Sprengstoff bzw. AN-Prills ist jede Aufbewahrungsform
für ANC-Sprengstoff oder AN-Prills, von der aus die ANC-Sprengstoff Partikel bzw.
AN-Prills in einen Gasstrom eingebracht werden können. Dies können geschlossene
Behälter, teils offene Behälter oder Schüttung sein. Die Behälter können ortsfeste
oder bewegliche Behälter sein. Beispielsweise kann der Behälter auf einem Fahrzeug
montiert sein, so dass die AN-Prills oder der ANC-Sprengstoff zum Sprengort transportiert
werden kann und mittels der Füllvorrichtung in den Hohlraum eingefüllt werden kann.
Bei einem durch einen Gasstrom gebildeten Förderstrom für rieselfähigen
Sprengstoff ist das Verbindungselements derart ausgestaltet, dass es die Füllöffnung
des Hohlraums nicht verschließt. Somit kann das in dem gemischten breiförmigen Sprengstoff,
bevorzugt Heavy-ANFO, nicht eingebrachte Gas aus dem Hohlraum gut entweichen, ohne
dass die vollständige Füllung des Hohlraums mit Sprengstoff durch Gaseinschlüsse
behindert wird.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die zweite Förderleitung
für pumpfähigen Sprengstoff bzw. Emulsion an eine Förderpumpe angeschlossen, die
an einen Mischer für Öl-Emulgator-Gemisch und wässriger Nitratsalzlösung angeschlossen
ist. Die Emulsion wird als pumpfähiges Material am einfachsten mit einer Förderpumpe
gefördert. Aus Sicherheitsaspekten ist es vorteilhaft, eine aus Öl-Emulgator-Gemisch
und Nitratsalzlösung bestehende Emulsion erst unmittelbar vor dem Einbringen in
die zweite Förderleitung mit einer Sensibilisierungskomponente bzw. einem Dichteregulierungsmittel
zu vermischen. Durch Mischung der Komponenten Öl-Emulgator-Gemisch und Nitratsalzlösung
entsteht eine Emulsionsmatrix, die nach Vermischung mit dem Dichteregulierungsmittel
nach Ablauf einer Reaktionszeit einen Emulsionssprengstoff bildet. Damit in der
zweiten Förderleitung kein zündfähiger Sprengstoff gefördert werden muss, wird deshalb
die Mischung der Komponenten so durchgeführt, dass der zündfähige Emulsionssprengstoff
erst bei der Mischung mit AN-Prills bzw. ANC-Sprengstoff oder sogar erst im Hohlraum
entsteht.
Das Öl-Emulgator-Gemisch und die Nitratsalzlösung werden bevorzugt
in Behältern gelagert, wobei diese Behälter ortsfest oder bewegbar sein können.
Beispielsweise können diese Behälter auf einem Fahrzeug vorgesehen werden und von
diesem am Sprengort mittels der Füllvorrichtung mit ANC-Sprengstoff vermischt und
in einen Hohlraum eingefüllt werden.
Der pumpfähige Sprengstoff bzw. die Emulsion kann auch bereits gemischt
in einem Behälter gelagert und ggf. auf einem Fahrzeug transportiert werden. Dadurch
entfällt der Mischprozeß der Emulsion am Sprengort. Die Vorrichtung kann einfacher
ausgestaltet werden, da keine Misch- und Dosierelemente für die Mischung der Emulsion
vorgesehen werden müssen.