Die Erfindung betrifft einen Wärmertauscher zur Übertragung von Wärme
auf ein Fluid in einem Nutzwärmeleitungssytsem und zum Einbau in ein Heißgasableitungsrohrsystem.
Wärmetauscher werden zunehmend häufiger zur Wärmerückgewinnung aus
Abgasen von Industrieanlagen, insbesondere aus Rauchgas-Feuerstätten verwendet.
Ein Beispiel für die Nutzung von Wärmetauschern ist die Wärmerückgewinnuung
aus Abwärme, die beim Backprozess in einem Bäckereibetrieb anfällt. Es ist bekannt,
Wärmetauscher in Abgasanlagen von Backöfen mit Brennerheizung zu integrieren, um
Wärme aus dem Rauchgas auf ein Fluid zu übertragen, welches den Wärmetauscher in
einem Nutzwärmeleitungssystem durchströmt. Auch ist es bereits bekannt, einen Wärmetauscher
in einem Backschwaden-Ableitungssystem eines Backofens zu integrieren, um Wärme
aus den Backschwaden zurückzugewinnen.
Das zu erwärmende Fluid im Nutzwärmeleitungssystem ist üblicherweise
Wasser. Dies kann Brauchwasser, etwa für die Teigbereitung oder für das Waschen
von Backformen, Backblechen usw. in handwerklichen oder industriellen Bäckereibetrieben
sein. Das im Nutzwärmeleitungssystem beförderte Wasser kann ferner als Wärmeträgermedium
für die Gebäudeheizung dienen.
Üblicherweise sind solche Wärmertauschersysteme nur in relativ modernen
Heißgasableitungsanlagen integriert und bereits ursprünglich bei deren Projektierung
mit berücksichtigt worden.
Das Nachrüsten bereits installierter Rauchgas- bzw. Schwadenableitungsrohrsysteme
mit Wärmetauschern war bisher ein handwerklich aufwendiger Montageprozess.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wärmetauscher der
eingangs genannten Art bereitzustellen, welcher einfach und preiswert zu fertigen
und auf einfache Weise in einem vorhandenen Heißgasableitungsrohrsystem zu integrieren
ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, dass der Wärmetauscher
ein Rohrkörpergehäuse aufweist, welches einen Anschlussrohrleitungsabschnitt mit
Anschlussenden zur Verbindung mit dem Heißgasableitungsrohrsystem und einen zwischen
den Anschlussenden des Anschlussrohrleitungsabschnittes davon abzweigenden und wieder
darin einmündenden Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt hat, wobei in einem der beiden
Rohrleitungsabschnitte ein dessen Durchlasswiderstand für das Heißgas bestimmendes,
steuerbares Sperrelement vorgesehen ist, wohingegen in dem anderen Rohrleitungsabschnitt
ein Wärmeübertragungselement angeordnet ist, welches thermisch mit einer Fluidleitung
des Nutzwärmeleitungssystems gekoppelt oder koppelbar ist.
Der Wärmetauscher mit den vorstehend genannten Merkmalen kann auf
einfache Weise als zusammenhängend montierbare Baueinheit realisiert werden, welche
bereits vorbereitete Anschlussenden zur Verbindung mit dem Heißgasableitungssystem
aufweist. Im Fall der Nachrüstung eines Heißgasbaleitungsrohrsystems mit einer erfindungsgemäßen
Wärmetauscherbaueinheit ist somit lediglich an geeigneter Stelle ein Rohrstück aus
dem Heißgasableitungsrohrsystem zu entfernen und durch die Wärmetauscherbaueinheit
zu ersetzen, wobei dann ggf. noch das Nutzwärmeleitungssystem mit dem Wärmeübertragungselement
zu koppeln ist. Die montagetechnische Integration des Wärmetauschers in das Heißgasableitungsrohrsystem
gestaltet sich vergleichsweise einfach, da das Heraustrennen eines Rohrstücks entsprechender
Länge aus dem Heißgasableitungsrohrsystem üblicherweise völlig problemlos erfolgt
und dann lediglich an den Trennstellen des Heißgasableitungsrohrsystems eine Verbindung
mit den vorbereiteten Anschlussenden der Rohrkörpergehäuse des Wärmetauschers herzustellen
ist.
Vorzugsweise ist das Sperrelement eine in dem Anschlussrohrleitungsabschnitt
vorgesehene Sperrklappe, die gesteuert zwischen einer Stellung des Verschlusses
und einer Stellung maximaler Freigabe des Durchlassquerschnittes des Anschlussrohrleitungsabschnitts
um eine zur Rohrleitung orthogonale Achse schwenkbar ist. Das Wärmeübertragungselement
befindet sich bei dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in dem Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt.
Es ist daher eine Betriebsweise möglich, bei der die Absperrklappe
den Durchlassquerschnitt des Anschlussrohrleitungsabschnitts im Wesentlichen völlig
freigibt, so dass die Wärmetauscher-Baueinheit insgesamt einen minimalen Strömungs-widerstand
für das Heißgas bildet und das Heißgas daher zu einem großen Teil durch den Anschlussrohrleitungsabschnitt
abströmen kann. Bei dieser Betriebsweise findet keine oder allenfalls minimale Wärmerückgewinnung
statt. Diese Betriebsweise kann gewählt werden, wenn aktuell kein Nutzwärmebedarf
vorliegt oder wenn ein Betrieb mit minimalem Strömungswiderstand des Heißgasableitungsrohrsystems
erforderlich ist. Letzteres kann z.B. der Fall sein, wenn das Heißgasableitungsrohrsystem
ein an einer Feuerstätte angeschlossenes Rauchgasableitungssystem ist und der Brennbetrieb
der Feuerstätte zweitweilig minimalen Rauchgasableitungswiderstand des Ableitungssystems
erfordert.
In einer anderen Betriebsart kann die Absperrklappe in der Stellung
des Verschlusses des Durchlassquerschnittes des Anschlussrohrleitungsabschnittes
dafür sorgen, dass das Heißgas, etwa Rauchgas, ausschließlich den Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt
des Wärmetauschers durchströmt und dabei das Wärmeübertragungselement umströmt,
um Wärme an das Fluid in der Nutzwärmeleitung abzugeben. Diese Betriebsweise des
Wärmertauschers ist daher die Betriebsweise maximaler Wärmerückgewinnung in dem
System.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass
das Sperrelement wahlweise in Zwischenstellungen zwischen den genannten Extremstellungen
gesteuert einstellbar ist, um den Wirkungsgrad bei der Wärmerückgewinnung bzw. einen
gewünschten Strömungswiderstand der Wärmetauscher-Baueinheit in spezifischen Bedarfssituationen
einzustellen.
Als Schwenkantrieb für die Absperrklappe dient gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung ein steuerbarer Elektromotor, welcher außen an dem
Anschlussrohrleitungsabschnitt angeordnet ist, wobei die Motorachse die Wand des
Anschlussrohrleitungsabschnittes in abgedichteter Weise quer zur Rohrachse durchsetzt
und die Schwenkachse der Absperrklappe bildet. Aus Gründen der Vereinfachung der
Geometrie des Wärmetauschers und aus Gründen von Strömungswiderstandsbetrachtungen
ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass der
Anschlussrohrleitungsabschnitt im Wesentlichen axial geradlinig verläuft. Der Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt
kann einen gekrümmten Verlauf oder einen Polygonverlauf haben. Eine solche Polygonanordnung
läßt sich auf einfache Weise aus aneinander angefügten geradlinigen Rohrabschnitten
realisieren. Der Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt bildet allgemein einen das Sperrelement
im Anschlussrohrleitungsabschnitt umgehenden Nebenschlusspfad.
Das Wärmeübertragungselement ist gemäß einer besonders bevorzugten
Ausführungsform ein patronenartiger, länglicher Topf, der an seiner Deckelseite
Fluidleitungsanschlüsse aufweist, die zum Zwecke der Zuleitung und Ableitung des
zu erwärmenden bzw. erwärmten Fluids mit dem Nutzwärmeleitungssystem zu verbinden
sind. Zum Einsetzen des Wärmeübertragungselementes in das Rohrkörpergehäuse, ist
vorzugsweise am Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt ein stutzenartiger Ansatz vorgesehen.
Dieser sturtzenartige Ansatz dient als Einsteckführung und Halterung für das Wärmeübertragungselement.
Zur Fixierung des Wärmeübertragungselementes weist der stutzenförmige Ansatz zweckmäßgerweise
an seinem nach außen abstehenden Ende einen Befestigungsflansch auf, welcher mit
einem Gegenflansch des Wärmeübertragungselementes zu verbinden ist.
Das Rohrkörpergehäuse des Wärmetauschers nach der Erfindung besteht
vorzugsweise aus Metall, insbesondere Edelstahl.
Die Anschlussenden des Anschlussrohrleitungsabschnittes sind gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung als Steckverbindungsabschnitte zur Herstellung
von Steckverbindungen mit komplementären Steckbverbindungsabschnitten des Heißgasableitungsrohrsystems
ausgebildet. Dies können z.B. konisch geformte Steckbverbindungsabschnitte sein,
wie sie z.B. in der EP 0 780 635 B1
oder in der DE 94 19 304 U oder in
der DE 195 19073 A offenbart sind.
Gemäß einer Variante der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass zumindest
der das Wärmeübertragungselement aufweisende Rohrleitungsabschnitt, also insbesondere
der Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt, eine Wärmeisolierung aufweist.
Das Wärmeübertragungselement sollte vorzusgweise aus Metall mit großem
Wärmeleitvermögen bestehen.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist der Wärmetauscher ein
Element eines Baukastensystems, insbesondere Steckverbindungssystems, von Rohrkörperelementen
zur Bildung von Heißgasableitungsanlagen, insbesondere Abgasableitungsanlagen. Dabei
ist vorzugsweise zumindest das Rohrkörpergehäuse mit Sperrelement und dessen Antrieb
als zusammenhängend montierbare Baueinheit vormontiert, wobei die Anschlussenden
des Anschlussrohrleitungsabschnittes zur Verbindung, insbesondere Steckmontage mit
komplementären Anschlussenden anderer Elemente des Baukastensystems vorbereitet
sind.
Vorzugsweise ist der Wärmetauscher insgesamt als zusammenhängend montierbare
Baueinheit inklusive Wärmeübertragungselement vorbereitet.
Eine besonders bevorzugte Verwendung des Wärmetauschers nach der Erfindung
ist der Einsatz im Rauchgasableitungssystem einer insbesondere unter Verbrennung
von Gas oder Öl befeuerten Backofenanordnung, insbesondere einer Backstraße. Bei
dem Betrieb von Backstraßen fällt ein hohes Maß an Abwärme an. Die Rauchgastemperaturen
können durchaus im Bereich von 200° bis 300°C liegen, so dass ein besonders
lohnenswerter Einsatz des Wärmetauschers möglich ist.
Eine weiterhin bevorzugte Verwendung des Wärmetauschers nach der Erfindung
ist die Integration in ein Backschwadenableitungssystem einer Backofenanordnung,
insbesondere einer Backstraße.
Gegenstand der Erfindung soll somit auch ein Rauchgasableitungssystem
einer Backofenanordnung, insbesondere Backstraße, sein, bei dem ein erfindungsgemäßer
Wärmetauscher integriert ist.
Gegenstand der Erfindung soll ferner ein Backschwadenableitungssystem
einer Backofenanordnung, insbesondere einer Backstraße, sein, bei dem ein erfindungsgemäßer
Wärmetauscher integriert ist.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend
unter Bezugnahme auf die Figur näher erläutert.
Die Figur zeigt eine Seitenansicht der bevorzugten Wärmetauscherbaueinheit.
Der Wärmetauscher weist einen Anschlussrohrleitungsabschnitt (2) mit einem
Anschlussende (3) für die Heißgaszuleitung und einem Anschlussende (5)
für die Heißgasableitung auf. Der Anschlussrohrleitungsabschnitt (2) ist
in dem gezeigten Ausführungsbeispiel axial geradlinig aus drei Rohrsteckelementen
(8, 10, 12) ausgebildet. Jedes Rohrsteckelement (10,
12) hat an seinem entgegengesetzten Ende konisch geformte und zueinander
komplementäre Steckverbindungsabschnitte (4, 6). Die Steckverbindungsabschnitte
(4) weisen konische Erweiterungen auf, wohingegen die Steckverbindungabschnitte
(6) konisch verjüngt sind. Das mittlere Rohrsteckelement (10)
des Anschlussrohrleitungsabschnittes (2) enthält eine Absperrklappe (14),
die um eine orthogonal zur Rohrachse (16) verlaufende Schwenkachse (18)
zwischen einer Stellung des Verschlusses und einer Stellung maximaler Freigabe des
Durchlassquerschnittes des Anschlussrohrleitungsabschnittes (2) verschwenkbar
ist. Als Schwenkantrieb dient ein steuerbarer Elektromotor (20), welcher
außen auf dem Rohrelement (10) angeordnet und fixiert ist und dessen die
Schwenkachse (18) definierende Motorwelle durch die Wand des Rohrelementes
(14) abgedichtet hindurchgeführt ist.
Ein aus geradlinigen Rohrabschnitten (22, 24,
26) zusammengesetzter und in der Figur einen Polygonverlauf aufweisender
Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt (28) zweigt bei (30) unmittelbar
nach dem Zuleitungsanschlussende (3) von dem Anschlussrohrleitungsabschnitt
(2) ab und mündet bei (32) unmittelbar vor dem Ableitungsanschlussende
(5) wieder in den Anschlussrohrleitungsabschnitt (2) ein. Heißgas,
welches den Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt (28) durchströmt, umgeht
daher die Absperrklappe (14).
An dem Rohrelement (22) des Nebenschluss-Rohrleitungsabschnittes
(28) ist ein stutzenförmiger Ansatz (34) als Einstecköffnung und
Halterung für ein Wärmeübertragungselement (36) vorgesehen, welches die
Form eines länglichen Topfs oder Hülsenkörpers aufweist, welcher mit einem großen
Teil seiner Länge in den Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt (28) hineinreicht,
wenn er in der gezeigten Montageanordnung ist.
Das Wärmeübertragungselement (36) weist an seiner außen liegenden
Stirnseite einen Zulaufanschluss (37) und einen Ablaufanschluss (38)
für die Zuleitung und die Ableitung von Wasser oder ggf. eines anderen Nutzwärmetransportmediums
auf. Die Anschlüsse (37, 38) sind mit einem Nutzwärmeleitungssystem
zu verbinden, über welches das zu erwärmende Wasser bzw. Wärmetransportmedium zu
dem Wärmeübertragungselement hinzuführen und das im Wärmeübertragungselement erwärmte
Wasser bzw. Wärmeträgerfluid wieder abzuführen ist.
Im Inneren des Wärmeübetragungselementes (36) erstreckt sich
ein an dem Zulaufanschluss (37) angeschlossenes Rohr (40), welches
kurz vor dem stirnseitigen Einsteckende (42) in den Hohlraum (44)
des Wärmeübetragungselementes (36) mündet. Vor dem Ablaufanschluss (38)
erstreckt sich allenfalls ein sehr kurzes Rohrstück (47) in den Hohlraum
(44) hinein. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass über den Zulaufanschluss
(37) zugeführtes Wärmeträgerfluid einen möglichst langen Weg im Hohlraum
(44) des Wärmeübetragungselementes zurückzulegen hat, bis es wieder an
dem Ablaufanschluss (38) ablaufen kann. Die so erzielte lange Aufenthaltsdauer
des Fluids im Wärmeübertragungselement (36) stellt eine gute Wärmeaufnahme
des Wärmeträgerfluids sicher.
Zur Fixierung des Wärmeübertragungselementes (36) an dem
Stutzen (34) weisen das Wärmeübertragungselement (36) und der
Stutzen (34) miteinander zu verbindende Befestigungsflansche (46,
48) auf.
In der Figur ist der Wärmetauscher in einem Zustand gezeigt, in dem
die Absperrklappe (14) so eingestellt ist, dass sie den Durchlassquerschnitt
des Anschlussrohrleitungsabschnittes (2) nahezu vollständig verschließt.
Heißgas, welches an dem Anschlussende (3) in die Wärmetauschereinheit einströmt,
passiert somit nahezu vollständig den Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt (28),
wie dies anhand der Pfeile (50) angedeutet ist. Das Heißgas umströmt dabei
die in den Nebenschluss-Rohrleitungsabschnitt (28) hineinreichenden Teile
des Wärmeübertragungselementes (36), so dass es dabei zur Wärmeübertragung
von Heißgas auf das Nutzwärmeträgerfluid im Hohlraum (44) des Wärmeübertragungselementes
(36) kommen kann.
Bedarfsweise kann die motorisch verstellbare Absperrklappe
(14) in eine andere Schwenkstellung gebracht werden, um einen Anteil des
Heißgases unmittelbar durch den Anschlussrohrleitungsabschnitt (2) hindurch
abzuleiten. In diesem Zusammenhang sei darauf hinhgewiesen, dass es sich bei dem
Rohrabschnitt (10) mit Sperrklappe (14) und Stellmotor um ein
Standard-Element der Abgasanlagentechnik handeln kann, wie es z.B. als „motorisch
gesteuerte Abgasklappe" in der Fachliteratur bezeichnet wird.