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Dokumentenidentifikation DE202004019803U1 28.04.2005
Titel Rundbreithalter zum Behandeln textiler Schlauchware
Anmelder Lindauer DORNIER Gesellschaft mbH, 88131 Lindau, DE
DE-Aktenzeichen 202004019803
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 28.04.2005
Registration date 24.03.2005
Application date from patent application 23.12.2004
IPC-Hauptklasse D06C 5/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rundbreithalter zum Behandeln textiler Schlauchware, der in einer Behandlungseinheit integriert und in vertikaler Anordnung schwebend gehaltenen ist.

Der Rundbreithalter besteht aus

einem teleskopartig verschiebbaren zentralen Träger an dem nach außen spreizbare Abstützungen angelenkt sind, wobei die Abstützungen mit Elementen zur Längsführung der Schlauchware verbunden sind,

einer an dem einen Ende des zentralen Trägers als Schlauchware-Einlauf ausgebildeten ersten Einrichtung zum Zuführen der Schlauchware,

eine an dem anderen Ende des zerttralen Trägers als Schlauchware-Auslauf ausgebildeten zweiten Einrichtung zum Abführen der Schlauchware,

einer wahlweise an der ersten oder zweiten Einrichtung angreifenden Hubvorrichtung zum Einstellen der Größe der Rundausbreitung und

einer mit dem zentralen Träger wirkverbundenen Vorrichtung zur Arretierung der eingestellten Größe der Rundausbreitung.

Bekannt sind aus DE 103 22 231 und DE 103 46 059 Rundbreithalter mit vergleichbarem Aufbau. Darin sind Magnetlagerungen für Rundbreithalter beschrieben, die wahlweise mit Permanentmagneten und/oder mit Elektromagneten bestückt sind, die eine an Gewicht und Belastung des Rundbreithalters anpassbare Lagerung ermöglichen und dabei einen hinreichenden Warenspalt ausbilden. Sowohl das wenigstens eine Schlauchware-Einlaufteil als auch das wenigstens eine Schlauchware-Auslaufteil sind dabei erste mit Magneten bestückte Teile, die unter Ausbildung eines Warenspaltes von wenigstens einem zweiten mit Magneten bestückten Schlauchware-Einlaufteil und Schlauchware-Auslaufteil umgriffen sind, und wobei die Magnete der Teile gleiche Polarität aufweisen. Durch die gleiche Polarität der gegenüberliegend angeordneten Magnete entstehen abstoßende Kräfte, welche die Ausbildung des Warenspaltes bewirken.

Aus der DE 30 48 957 ist ein schwebend gehaltener Rundbreithalter bekannt als Teil einer Trockenanlage für textile Schlauchware. Darin ist ein, durch Steuerung von Elektromagneten, einstellbarer Warenspalt beschrieben.

Beide vorgenannte Lösungen haben jedoch den Nachteil, dass eine stabile Positionierung des Rundbreithalters in seiner magnetischen Lagerung nur mit aufwändigen Einstellarbeiten erreicht werden kann. Zudem wird der aufwändig eingestellte Schwebezustand und der dadurch entstandene Warenspalt durch äußere Einflüsse, z.B. von der durchlaufenden Ware, nachteilig beeinflusst und damit instabil.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine aus dem Stand der Technik bekannte Rundbreithaltereinheit derart weiterzubilden, dass ein einfach einzustellender, kontinuierlicher Warendurchlauf ermöglicht wird, ohne die Qualität der durchlaufenden Schlauchware zu beeinträchtigen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass wahlweise am Ein- oder am Auslauf des Rundbreithalters eine regelbare Magnetlagerung und am gegenüberliegenden Ende des Rundbreithalters eine herkömmliche Rollenlagerung angeordnet ist.

Vorteilhafterweise wird der Schlauchware-Einlauf am unteren Ende des vertikal angeordneten Rundbreithalters als Magnetlagerung und der gegenüberliegende, obere Schlauchware-Auslauf als Rollenlagerung ausgeführt.

Die anziehenden Magnetkräfte am unten liegenden Schlauchware-Einlauf des Rundbreithalters halten diesen in einer vorgegebenen Position, so dass dort ein gerader erster Warenspalt entsteht, den die Ware nahezu berührungslos und unbeeinträchtigt in ihrer Qualität durchläuft. Die Reibung zwischen Ware und Maschinenteilen wird durch den ungehinderten Einlauf so minimiert, dass qualitätsmindernde Verspannungen und Markierungen in der Ware vermieden werden.

Der erste Warenspalt wird durch die Regelung der Magnetkraft an den Elektromagneten konstant gehalten. Abhängig von den Signalen aus der Messung der Abstandssensoren werden die Elektromagneten von einem geeigneten Regler so mit elektrischer Energie versorgt, dass sich der vorgegebene erste Warenspalt einstellt. Dadurch entfallen aufwändige mechanische Ausricht- und Einstellarbeiten. Während des Produktionsbetriebs wird der Rundbreithalter durch die Magnetkräfte in der Schwebe gehalten. Die Regelung der Magnetlagerung reagiert auf veränderte äußere Einflüsse, wie z.B. veränderten Warenzug von oben oder unten, und regelt die Zufuhr elektrischer Energie zu den Magneten entsprechend nach.

Die Rollenlagerung am anderen Ende des Rundbreithalters sorgt für ausreichende Führung während des laufenden Betriebs und stabilisiert den Breithalter gegen äußere Einflüsse wie z.B. Kräfte, verursacht durch Unregelmäßigkeiten in der Warenspannung und/oder Warenstruktur.

Mit Hilfe der Hubvorrichtung kann die Rollenlagerung positioniert werden. Durch die optimale Positionierung der oben liegenden Rollenlagerung im Bezug auf den darunter angeordneten, in der Magnetlagerung fixierten Rundbreithalter können die Fixierwalzen der Rollenlagerung „freigefahren" werden. Auf diese Weise ist der zweite Warenspalt zwischen den Fixierwalzen und den Stützrollen einstellbar. Dadurch wird die Flächenpressung der Ware beim Durchlaufen der Rollenlagerung minimiert und dauerhafte Einwirkungen auf die Qualität der Ware werden vermieden.

Bei Ausfall der Magnetkraft, z.B. durch Stromausfall an den Elektromagneten, sorgt die Rollenlagerung dafür, dass sich der Rundbreithalter gegen gehäusefeste Bauteile abstützen kann.

Weitere ausgestaltende Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus den abhängigen Patentansprüchen, der Erfindungsbeschreibung und den Zeichnungsfiguren hervor.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

In den Zeichnungen zeigen:

1 eine Rundbreithaltereinheit, die eingangsseitig, unten mit Magnetlagerung und ausgangsseitig, oben mit Rollenlagerung ausgeführt ist,

2 die Einzelheit der Magnetlagerung gemäß Schnitt A–A in 3,

3 die Ansicht der Magnetlagerung gemäß Schnitt B–B in 2.

Die in 1 dargestellte Rundbreithaltereinheit 1 umfasst im wesentlichen den vertikal angeordneten Rundbreithalter 2 mit veränderlichem Durchmesser, welcher über einen zentralen, teleskopartigen Träger 3 im unten angeordneten Schlauchware-Einlauf 4 und im oben angeordneten Schlauchware-Auslauf 5 gelagert ist.

Die schlauchförmige Ware 12 wird über eine mittig, unterhalb der Rundbreithaltereinheit 1 angeordnete Einlaufwalze 6 dem Rundbreithalter zugeführt.

Der Schlauchware-Einlauf 4 besteht im wesentlichen aus dem zentral angeordneten, rotationssymmetrischen Körper 7, der starr verbunden ist mit dem unteren Ende des zentralen Trägers 3, und der durch den ersten Warenspalt 14.1 getrennten, außen liegenden Magnetlagerung 8.

Der Schlauchware-Auslauf 5 besteht im wesentlichen aus einer, an sich bekannten, Rollenlagerung 9, bestehend aus Paaren von Stützrollen und Fixierwalzen, zwischen denen durch das Anheben des Rundbreithalters mittels der Magnetkräfte ein zweiter Warenspalt 14.2 entsteht, durch den die Schlauchware durchgeführt wird.

Die schlauchförmige Ware 12 wird über eine mittig, oberhalb der Rundbreithaltereinheit 1 angeordnete Abzugswalze 10 wieder flachgebreitet und aus der Rundbreithaltereinheit abgeführt.

Am Schlauchware-Auslauf 5 ist eine an sich bekannte Hubvorrichtung 11 montiert. Diese steht über die Rollenlagerung 9 mit dem Rundbreithalter 2 in Verbindung. Durch Anheben und Absenken der Rollenlagerung 9 kann der Durchmesser des Rundbreithalters 2 verändert werden.

Eine an sich bekannte, nicht dargestellte Arretiervorrichtung am zentralen Träger sorgt dafür, dass der gewählte Durchmesser des Rundbreithalters während der Warenführung erhalten bleibt.

2 zeigt Einzelheiten der geregelten Magnetlagerung im Schlauchware Einlauf gemäß Schnitt A–A in 3.

Mittig angeordnet ist der rotationssymmetrische Körper 7, welcher starr verbunden ist mit dem unteren Ende des zentralen, teleskopartigen Trägers 3 des Rundbreithalters. Durch den ersten Warenspalt 14.1 getrennt ist außen die Magnetlagerung 8 angeordnet. Die Magnetlagerung 8 besteht im wesentlichen aus zwei Modulen 8.1. Jedes dieser Module 8.1 ist mit Elektromagneten 8.2 und Abstandssensoren 8.3 ausgestattet. Die Komponenten des Regelkreises sind durch geeignete Energie- und Steuerleitungen miteinander verbunden. Eine Stromquelle 8.5 sorgt für die notwendige Stromzufuhr zu allen Regelkreisen. Der schematisch dargestellte Regler 8.4 nimmt die Signale aus der Messung der Abstandssensoren 8.3 auf und regelt entsprechend den Signalen die Stromzufuhr zu dem betreffenden Elektromagneten, so dass sich der vorgegebene erste Warenspalt 14.1 einstellt. Die Module 8.1 sind starr mit den gestellfesten Rahmenteilen 13 verbunden.

3 zeigt Einzelheiten der Magnetlagerung im Schlauchware-Einlauf gemäß Schnitt B–B in 2.

Zentral angeordnet ist der rotationssymmetrische Körper 7, welcher in dieser Ausführung als Hohlkörper ausgebildet ist. Durch den ersten Warenspalt 14.1 getrennt ist außen, den Körper 7 umgreifend, die Magnetlagerung 8 angeordnet. Die Magnetlagerung 8 besteht im wesentlichen aus den Modulen 8.1. Jedes der Module 8.1 ist mit zwei Regelkreisen ausgestattet. Jeder Regelkreis besteht aus einem Elektromagneten 8.2, einem Abstandssensor 8.3 und einem Regler, der hier nicht dargestellt ist. Die Module 8.1 sind starr mit den gestellfesten Rahmenteilen 13 verbunden.

Die strukturelle Ausbildung des Rundbreithalters 2 ist bekannt, deshalb wird hier nicht im Detail darauf eingegangen.

1Rundbreithaltereinheit 2Rundbreithalter 3Zentraler, teleskopartiger Träger 4Schlauchware-Einlauf 5Schlauchware-Auslauf 6Einlaufwalze 7Rotationssymmetrischer Körper 8Magnetlagerung 8.1Magnetlagerungsmodul 8.2Elektromagnet 8.3Abstandssensor 8.4Regler 8.5Stromquelle 9Rollenlagerung 10Abzugswalze 11Hubvorrichtung 12Schlauchförmige Ware 13Gestellrahmen 14.1Erster Warenspalt 14.2Zweiter Warenspalt

Anspruch[de]
  1. Rundbreithalter zum Behandeln textiler Schlauchware (12) umfassend,

    einen teleskopartig verschiebbaren zentralen Träger (3), an dem nach außen spreizbare Abstützungen angelenkt sind, wobei die Abstützungen mit Elementen zur Längsführung der Schlauchware (12) verbunden sind,

    eine an dem einen Ende des zentralen Trägers (3) als Schlauchware-Einlauf (4) ausgebildete erste Einrichtung zum Zuführen der Schlauchware (12),

    eine an dem anderen Ende des zentralen Trägers (3) als Schlauchware-Auslauf (5) ausgebildete zweite Einrichtung zum Abführen der Schlauchware (12),

    eine wahlweise an der ersten oder zweiten Einrichtung angreifende Hubvorrichtung (11) zum Einstellen der Größe der Rundausbreitung und

    eine mit dem zentralen Träger (3) wirkverbundene Vorrichtung zur Arretierung der eingestellten Größe der Rundausbreitung, dadurch gekennzeichnet,

    dass wahlweise die erste oder zweite Einrichtung aus einem, an dem einen freien Ende des zentralen Trägers (3) angeordneten, vorzugsweise rotationssymmetrischen Körper (7), sowie aus mit Elektromagneten (8.2) bestückten Modulen (8.1) besteht, welche Module (8.1) den Körper (7) unter Ausbildung eines ersten Warenspaltes (14.1) teilweise umgreifen,

    dass jedes der Module (8.1) Abstandssensoren (8.3) zur Regelung der magnetischen Kräfte der Elektromagnete (8.2) besitzt,

    dass die Elektromagnete (8.2) magnetische Kräfte ausbilden, welche ein Magnetlager für den zentralen Träger (3) bilden,

    dass die an dem anderen freien Ende des zentralen Trägers (3) angeordnete Einrichtung eine an sich bekannte Rollenlagerung (9) ist, welche aus Paaren von Stützrollen und Fixierwalzen besteht zwischen denen ein zweiter Warenspalt (14.2) ausgebildet ist.
  2. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rotationssymmetrische Körper (7) vollständig aus ferromagnetischem Werkstoff besteht.
  3. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rotationssymmetrische Körper (7) teilweise aus ferromagnetischem Werkstoff besteht.
  4. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Außenumfang des rotationssymmetrischen Körpers (7) ferromagnetische Elemente integriert sind.
  5. Rundbreithalter nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Außenumfang des rotationssymmetrischen Körpers (7) permanentmagnetische Elemente integriert sind.
  6. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektromagnete (8.2) und die Abstandssensoren (8.3) in den Modulen (8.1) integriert sind.
  7. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu den Elektromagneten (8.2) auch Permanentmagnete in den Modulen (8.1) integriert sind.
  8. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung und Regelung des ersten Warenspaltes (14.1) mindestens drei Abstandssensoren (8.3) und mindestens drei Elektromagnete (8.2) in gleichen Abständen umfangsverteilt an den Modulen (8.1) angeordnet sind.
  9. Rundbreithalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Elektromagnet (8.2) und ein Abstandssensor (8.3) zusammen mit einem Regler (8.4) einen Regelkreis bilden.
  10. Rundbreithalter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Regler (8.4) alle Regelkreise der Magnetlagerung (8) steuert.
  11. Rundbreithalter nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass alle Regelkreise der Magnetlagerung (8) aus einer Stromquelle (8.5) gespeist werden.
  12. Rundbreithalter nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Regelkreis der Magnetlagerung (9) aus einer eigenen Stromquelle (8.5) gespeist wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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