Die Erfindung betrifft einen Rundbreithalter zum Behandeln textiler
Schlauchware, der in einer Behandlungseinheit integriert und in vertikaler Anordnung
schwebend gehaltenen ist.
Der Rundbreithalter besteht aus
einem teleskopartig verschiebbaren zentralen Träger an dem nach außen spreizbare
Abstützungen angelenkt sind, wobei die Abstützungen mit Elementen zur Längsführung
der Schlauchware verbunden sind,
einer an dem einen Ende des zentralen Trägers als Schlauchware-Einlauf ausgebildeten
ersten Einrichtung zum Zuführen der Schlauchware,
eine an dem anderen Ende des zerttralen Trägers als Schlauchware-Auslauf ausgebildeten
zweiten Einrichtung zum Abführen der Schlauchware,
einer wahlweise an der ersten oder zweiten Einrichtung angreifenden Hubvorrichtung
zum Einstellen der Größe der Rundausbreitung und
einer mit dem zentralen Träger wirkverbundenen Vorrichtung zur Arretierung der eingestellten
Größe der Rundausbreitung.
Bekannt sind aus DE 103 22 231
und DE 103 46 059 Rundbreithalter mit vergleichbarem
Aufbau. Darin sind Magnetlagerungen für Rundbreithalter beschrieben, die wahlweise
mit Permanentmagneten und/oder mit Elektromagneten bestückt sind, die eine an Gewicht
und Belastung des Rundbreithalters anpassbare Lagerung ermöglichen und dabei einen
hinreichenden Warenspalt ausbilden. Sowohl das wenigstens eine Schlauchware-Einlaufteil
als auch das wenigstens eine Schlauchware-Auslaufteil sind dabei erste mit Magneten
bestückte Teile, die unter Ausbildung eines Warenspaltes von wenigstens einem zweiten
mit Magneten bestückten Schlauchware-Einlaufteil und Schlauchware-Auslaufteil umgriffen
sind, und wobei die Magnete der Teile gleiche Polarität aufweisen. Durch die gleiche
Polarität der gegenüberliegend angeordneten Magnete entstehen abstoßende Kräfte,
welche die Ausbildung des Warenspaltes bewirken.
Aus der DE 30 48 957 ist ein
schwebend gehaltener Rundbreithalter bekannt als Teil einer Trockenanlage für textile
Schlauchware. Darin ist ein, durch Steuerung von Elektromagneten, einstellbarer
Warenspalt beschrieben.
Beide vorgenannte Lösungen haben jedoch den Nachteil, dass eine stabile
Positionierung des Rundbreithalters in seiner magnetischen Lagerung nur mit aufwändigen
Einstellarbeiten erreicht werden kann. Zudem wird der aufwändig eingestellte Schwebezustand
und der dadurch entstandene Warenspalt durch äußere Einflüsse, z.B. von der durchlaufenden
Ware, nachteilig beeinflusst und damit instabil.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine aus dem Stand
der Technik bekannte Rundbreithaltereinheit derart weiterzubilden, dass ein einfach
einzustellender, kontinuierlicher Warendurchlauf ermöglicht wird, ohne die Qualität
der durchlaufenden Schlauchware zu beeinträchtigen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass wahlweise am
Ein- oder am Auslauf des Rundbreithalters eine regelbare Magnetlagerung und am gegenüberliegenden
Ende des Rundbreithalters eine herkömmliche Rollenlagerung angeordnet ist.
Vorteilhafterweise wird der Schlauchware-Einlauf am unteren Ende des
vertikal angeordneten Rundbreithalters als Magnetlagerung und der gegenüberliegende,
obere Schlauchware-Auslauf als Rollenlagerung ausgeführt.
Die anziehenden Magnetkräfte am unten liegenden Schlauchware-Einlauf
des Rundbreithalters halten diesen in einer vorgegebenen Position, so dass dort
ein gerader erster Warenspalt entsteht, den die Ware nahezu berührungslos und unbeeinträchtigt
in ihrer Qualität durchläuft. Die Reibung zwischen Ware und Maschinenteilen wird
durch den ungehinderten Einlauf so minimiert, dass qualitätsmindernde Verspannungen
und Markierungen in der Ware vermieden werden.
Der erste Warenspalt wird durch die Regelung der Magnetkraft an den
Elektromagneten konstant gehalten. Abhängig von den Signalen aus der Messung der
Abstandssensoren werden die Elektromagneten von einem geeigneten Regler so mit elektrischer
Energie versorgt, dass sich der vorgegebene erste Warenspalt einstellt. Dadurch
entfallen aufwändige mechanische Ausricht- und Einstellarbeiten. Während des Produktionsbetriebs
wird der Rundbreithalter durch die Magnetkräfte in der Schwebe gehalten. Die Regelung
der Magnetlagerung reagiert auf veränderte äußere Einflüsse, wie z.B. veränderten
Warenzug von oben oder unten, und regelt die Zufuhr elektrischer Energie zu den
Magneten entsprechend nach.
Die Rollenlagerung am anderen Ende des Rundbreithalters sorgt für
ausreichende Führung während des laufenden Betriebs und stabilisiert den Breithalter
gegen äußere Einflüsse wie z.B. Kräfte, verursacht durch Unregelmäßigkeiten in der
Warenspannung und/oder Warenstruktur.
Mit Hilfe der Hubvorrichtung kann die Rollenlagerung positioniert
werden. Durch die optimale Positionierung der oben liegenden Rollenlagerung im Bezug
auf den darunter angeordneten, in der Magnetlagerung fixierten Rundbreithalter können
die Fixierwalzen der Rollenlagerung „freigefahren" werden. Auf diese Weise
ist der zweite Warenspalt zwischen den Fixierwalzen und den Stützrollen
einstellbar. Dadurch wird die Flächenpressung der Ware beim Durchlaufen der Rollenlagerung
minimiert und dauerhafte Einwirkungen auf die Qualität der Ware werden vermieden.
Bei Ausfall der Magnetkraft, z.B. durch Stromausfall an den Elektromagneten,
sorgt die Rollenlagerung dafür, dass sich der Rundbreithalter gegen gehäusefeste
Bauteile abstützen kann.
Weitere ausgestaltende Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus
den abhängigen Patentansprüchen, der Erfindungsbeschreibung und den Zeichnungsfiguren
hervor.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
1 eine Rundbreithaltereinheit, die eingangsseitig,
unten mit Magnetlagerung und ausgangsseitig, oben mit Rollenlagerung ausgeführt
ist,
2 die Einzelheit der Magnetlagerung gemäß
Schnitt A–A in 3,
3 die Ansicht der Magnetlagerung gemäß
Schnitt B–B in 2.
Die in 1 dargestellte Rundbreithaltereinheit
1 umfasst im wesentlichen den vertikal angeordneten Rundbreithalter
2 mit veränderlichem Durchmesser, welcher über einen zentralen, teleskopartigen
Träger 3 im unten angeordneten Schlauchware-Einlauf 4 und im oben
angeordneten Schlauchware-Auslauf 5 gelagert ist.
Die schlauchförmige Ware 12 wird über eine mittig, unterhalb
der Rundbreithaltereinheit 1 angeordnete Einlaufwalze 6 dem Rundbreithalter
zugeführt.
Der Schlauchware-Einlauf 4 besteht im wesentlichen aus dem
zentral angeordneten, rotationssymmetrischen Körper 7, der starr verbunden
ist mit dem unteren Ende des zentralen Trägers 3, und der durch den ersten
Warenspalt 14.1 getrennten, außen liegenden Magnetlagerung 8.
Der Schlauchware-Auslauf 5 besteht im wesentlichen aus einer,
an sich bekannten, Rollenlagerung 9, bestehend aus Paaren von Stützrollen
und Fixierwalzen, zwischen denen durch das Anheben des Rundbreithalters mittels
der Magnetkräfte ein zweiter Warenspalt 14.2 entsteht, durch den die Schlauchware
durchgeführt wird.
Die schlauchförmige Ware 12 wird über eine mittig, oberhalb
der Rundbreithaltereinheit 1 angeordnete Abzugswalze 10 wieder
flachgebreitet und aus der Rundbreithaltereinheit abgeführt.
Am Schlauchware-Auslauf 5 ist eine an sich bekannte Hubvorrichtung
11 montiert. Diese steht über die Rollenlagerung 9 mit dem Rundbreithalter
2 in Verbindung. Durch Anheben und Absenken der Rollenlagerung
9 kann der Durchmesser des Rundbreithalters 2 verändert werden.
Eine an sich bekannte, nicht dargestellte Arretiervorrichtung am zentralen
Träger sorgt dafür, dass der gewählte Durchmesser des Rundbreithalters während der
Warenführung erhalten bleibt.
2 zeigt Einzelheiten der geregelten Magnetlagerung
im Schlauchware Einlauf gemäß Schnitt A–A in 3.
Mittig angeordnet ist der rotationssymmetrische Körper 7,
welcher starr verbunden ist mit dem unteren Ende des zentralen, teleskopartigen
Trägers 3 des Rundbreithalters. Durch den ersten Warenspalt 14.1
getrennt ist außen die Magnetlagerung 8 angeordnet. Die Magnetlagerung
8 besteht im wesentlichen aus zwei Modulen 8.1. Jedes dieser Module
8.1 ist mit Elektromagneten 8.2 und Abstandssensoren
8.3 ausgestattet. Die Komponenten des Regelkreises sind durch geeignete
Energie- und Steuerleitungen miteinander verbunden. Eine Stromquelle 8.5
sorgt für die notwendige Stromzufuhr zu allen Regelkreisen. Der schematisch dargestellte
Regler 8.4 nimmt die Signale aus der Messung der Abstandssensoren
8.3 auf und regelt entsprechend den Signalen die Stromzufuhr zu dem betreffenden
Elektromagneten, so dass sich der vorgegebene erste Warenspalt 14.1 einstellt.
Die Module 8.1 sind starr mit den gestellfesten Rahmenteilen
13 verbunden.
3 zeigt Einzelheiten der Magnetlagerung
im Schlauchware-Einlauf gemäß Schnitt B–B in 2.
Zentral angeordnet ist der rotationssymmetrische Körper
7, welcher in dieser Ausführung als Hohlkörper ausgebildet ist. Durch den
ersten Warenspalt 14.1 getrennt ist außen, den Körper 7 umgreifend,
die Magnetlagerung 8 angeordnet. Die Magnetlagerung 8 besteht
im wesentlichen aus den Modulen 8.1. Jedes der Module 8.1 ist
mit zwei Regelkreisen ausgestattet. Jeder Regelkreis besteht aus einem Elektromagneten
8.2, einem Abstandssensor 8.3 und einem Regler, der hier nicht
dargestellt ist. Die Module 8.1 sind starr mit den gestellfesten Rahmenteilen
13 verbunden.
Die strukturelle Ausbildung des Rundbreithalters 2 ist bekannt,
deshalb wird hier nicht im Detail darauf eingegangen.
1- Rundbreithaltereinheit
2- Rundbreithalter
3- Zentraler, teleskopartiger Träger
4- Schlauchware-Einlauf
5- Schlauchware-Auslauf
6- Einlaufwalze
7- Rotationssymmetrischer Körper
8- Magnetlagerung
8.1- Magnetlagerungsmodul
8.2- Elektromagnet
8.3- Abstandssensor
8.4- Regler
8.5- Stromquelle
9- Rollenlagerung
10- Abzugswalze
11- Hubvorrichtung
12- Schlauchförmige Ware
13- Gestellrahmen
14.1- Erster Warenspalt
14.2- Zweiter Warenspalt