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Dokumentenidentifikation DE202005000138U1 28.04.2005
Titel Aufzug
Anmelder Feierabend, Stefan, 33014 Bad Driburg, DE
Vertreter Fiedler, Ostermann & Schneider Patentanwälte, 33106 Paderborn
DE-Aktenzeichen 202005000138
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 28.04.2005
Registration date 24.03.2005
Application date from patent application 05.01.2005
IPC-Hauptklasse B66B 11/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Aufzug mit einer in einem Schacht geführten Aufzugskabine und mit einem Gegengewicht, die an einem Tragseil aufgehängt sind, sowie mit einer in einem oberen Bereich des Schachts angeordneten Antriebseinheit enthaltend eine Treibscheibe, über die das Tragseil antreibbar ist, und mit einer Umlenkrolle.

Aus der EP 0 779 233 B1 ist ein Aufzug mit einer Aufzugskabine und mit einem Gegengewicht bekannt, wobei sowohl der Aufzugskabine als auch dem Gegengewicht jeweils eine Umlenkrolle zugeordnet sind. Die jeweiligen Enden des von einer Treibscheibe einer Antriebseinheit angetriebenen Tragseils sind an unterschiedlichen Befestigungsstellen in einem oberen Bereich des Schachtes befestigt. Nachteilig an dem bekannten Aufzug ist, dass die Treibscheibe relativ voluminös ausgelegt sein muss und eine größere Tragseillänge vorgesehen sein muss.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Aufzug mit einer in einem Schacht geführten Aufzugskabine und mit einem Gegengewicht derart weiterzubilden, dass eine Platz sparende Antriebseinheit mit geringerer Tragseillänge sowie Reduzierung von Betriebsgeräuschen bereitgestellt wird.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung in Verbindung mit dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheibe und/oder die Umlenkrolle derart fest angeordnet sind, dass das Tragseil die Treibscheibe und/oder die Umlenkrolle um einen Winkel von mindestens 180° umschlingt.

Nach der Erfindung ist eine feste räumliche Anordnung zwischen einer Treibscheibe und einer Umlenkrolle vorgesehen, wobei ein Tragseil die Treibscheibe und/oder die Umlenkrolle um einen Winkel von mindestens 180° umschlingt. Durch den relativ hohen Umschlingungsgrad des Tragseils, insbesondere an der Treibscheibe, kann dieselbe mit einem verringerten Durchmesser konstruiert sein, so dass die Antriebseinheit zusammen mit der ebenfalls kompakten Umlenkrolle Platz sparend in dem oberen Bereich des Schachtes angeordnet sein kann. Ein zusätzliches Vorsehen von Umlenkrollen am Gegengewicht oder an der Aufzugskabine ist nicht erforderlich. Es ergibt sich nach der Erfindung somit eine kompakte und autark arbeitende Antriebseinheit, die sich vorteilhaft in bereits vorhandene Gebäude ohne Fahrschacht einbauen lässt.

Nach einer bevorzugten Weiterbildung ist ein erstes Ende des Tragseils mit dem Gegengewicht verbunden, so dass das Tragseil einen Festpunkt an dem Gegengewicht bildet. Vorzugsweise ist ein zweites Ende des Tragseils mit einer Oberseite der Aufzugskabine verbunden, so dass das Tragseil einen zweiten Festpunkt mit der Aufzugskabine bildet. Vorteilhaft ergibt sich hierdurch eine vereinfachte Montage des Aufzugs, wobei die Antriebseinheit alle wesentlichen antriebstechnischen Komponenten enthält und die Enden des Tragseils lediglich an dem Gegengewicht bzw. der Aufzugskabine befestigt werden muss.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Antriebseinheit etwa im Querschnitt des Schachtes mittig angeordnet, dass heißt in einer Längsmittelebene des Schachtes angeordnet, so dass eine symmetrische Führung des Tragseils an die Aufzugskabine bzw. das Gegengewicht gewährleistet ist.

Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine Draufsicht auf einen mit einer Antriebseinheit für einen Aufzug versehenen Schacht,

2 einen Schnitt entlang der Linie II–II in 1,

3 ein schematischer Längsschnitt durch einen Aufzug nach einer ersten Ausführungsform und

4 ein schematischer Längsschnitt durch einen Aufzug nach einer zweiten Ausführungsform.

Ein Aufzug 1 besteht im Wesentlichen aus einer Aufzugskabine 2, einem Gegengewicht 3, einer Antriebseinheit 4 und einem Tragseil 5, über die die Aufzugskabine 2 über die Antriebseinheit 4 mit dem Gegengewicht 3 koppelnd verbunden ist.

Die Aufzugskabine 2 ist in einem vertikalen Schacht 6 eines nicht dargstellten Gebäudes über Führungen 7 geführt und weist in bekannten Weise Raum zur Aufnahme von Personen bzw. Gegenständen auf.

Wie aus 2 ersichtlich ist, ist die Antriebseinheit 4 nach einer ersten Ausführungsform des Aufzugs 1 gemäß den 1 bis 3 in einem oberen Endbereich 8 des Schachtes 6 fest an einer schematisch dargestellten Traverse 12 des Schachtes 6 oder an einer Führungsschiene des Aufzuges bzw. Gegengewichtes befestigt. Die Antriebseinheit 4 weist im Wesentlichen einen Elektromotor 9, eine mit der Abtriebswelle des Elektromotors 9 gekoppelte Treibscheibe 10 sowie eine Umlenkrolle 11 auf. Die Treibscheibe 10 und die Umlenkrolle 11 sind achsparallel im Wesentlichen in horizontaler Richtung nebeneinander angeordnet. Sie erstrecken sich in einer Längsmittelebene 13 des Schachtes 6. Der Elektromotor 9 ist daneben in einem der Längsmittelebene 13 nahen Bereich angeordnet.

Wie aus 3 ersichtlich ist, ist die Treibscheibe 10 um mehr als 180° von dem Tragseil 5 umschlingt. Der Umschlingungsgrad liegt bei ca. 270°, da ein von unten kommender vertikaler Tragseilabschnitt 16 und mit einem zweiten Ende 14 des Tragseils 5 an einer Oberseite 15 der Aufzugskabine 2 befestigtes Tragseil 5 um die Treibscheibe 10 herumgelegt ist und unter Kreuzung auf der Umlenkrolle 11 aufliegt . Auf der Umlenkrolle 11 liegt das Tragseil 5 unter Erfassung eines Umschlingwinkels von ca. 180°, wobei ein Gegengewicht-Tragseilabschnitt 17 des Tragseils 5 auf einer der Treibscheibe 10 abgewandten Seite der Umlenkrolle 11 sich in vertikaler Richtung nach unten erstreckt, wobei ein erstes Ende 18 des Gegengewicht-Tragseilabschnitts 17 an dem Gegengewicht 3 befestigt ist und somit einen Festpunkt bildet. Der Aufzugskabinen-Tragseilabschnitt 16 und der Gegengewicht-Tragseilabschnitt 17 verlaufen etwa parallel zueinander, wobei die freien Enden der Abschnitte 16, 17 fest mit dem Gegengewicht 3 bzw. der Aufzugskabine 2 verbunden sind. Auf einer den Enden 14, 18 abgewandten Seite der Tragseilabschnitte 16, 17 erfolgt eine Anbindung an die in die Antriebseinheit 4 integrierte Treibscheibe 10 sowie Umlenkrolle 11. Bei Betrieb des Aufzugs 1 rotieren die Treibscheibe 10 und die Umlenkrolle 11 gegensinnig um die jeweiligen Drehachsen, die sich senkrecht zu den Tragseilabschnitten 16, 17 sowie senkrecht zu der Längsachse des Schachtes 6 erstrecken. In einem Bereich zwischen der Treibscheibe 10 und der Umlenkrolle 11 kreuzt sich das Tragseil 5 bzw. schneiden sich zwei Umschlingungsabschnitte 19, 19' des Tragseils 5 bzw. schneiden sich in einer Projektionsebene, die senkrecht zu den Drehachsen der Treibscheibe 10 bzw. der Umlenkrolle 11 verläuft. Der Aufzugskabinen-Tragseilabschnitt 16 erstreckt sich somit in einer Vertikalebene, die zwischen der Treibscheibe 10 und der Umlenkrolle 11 angeordnet ist.

Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung gemäß 4 erfolgt eine andersartige Umschlingung der Treibscheibe 10 und der Umlenkrolle 11. Die mit dem ersten Ausführungsbeispiel übereinstimmenden Bauteile sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Die Besonderheit der Ausführungsform eines Aufzugs 1' gemäß 4 besteht darin, dass die Antriebseinheit 4' fest auf einer Oberseite 15 der Aufzugskabine 2 befestigt ist. Hierdurch lässt sich eine weitere Reduzierung der Länge eines Tragseils 5' verwirklichen, da dieses lediglich einen einzigen vertikalen Gegengewichts-Tragseilabschnitt 17' aufweist. Der vertikale Aufzugskabinen-Tragseilabschnitt fällt weg. Die Treibscheibe 10 und die Umlenkrolle 11 sind zweifach von dem Tragseil 5' umschlingt, wobei das Tragseil 5' im Wesentlichen axial versetzt auf dem Umfang der Treibscheibe 10 bzw. der Umlenkrolle 11 anliegt. Bei Bewegung der Aufzugskabine 2 rotieren die Treibscheibe 10 und die Umlenkrolle 11 gleichsinnig um ihre jeweiligen Drehachsen.

Die erfindungsgemäße Anordnung von Treibscheibe 10 und Umlenkrolle 11 ermöglicht eine kompakte Bauweise der Antriebseinheit 4, 4'. Selbstverständlich kann nach einer nicht dargestellten Weise auch eine Mehrzahl von Tragseilen 5, 5' vorgesehen sein, die in axialer Richtung versetzt zueinander angeordnet sind. Hierdurch kann die Treibfähigkeit erhöht werden.


Anspruch[de]
  1. Aufzug mit einer in einem Schacht geführten Aufzugskabine und mit einem Gegengewicht, die an einem Tragseil aufgehängt sind, sowie mit einer in einem oberen Bereich des Schachts angeordneten Antriebseinheit enthaltend eine Treibscheibe, über die das Tragseil antreibbar ist, und mit einer Umlenkrolle, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheibe (10) und/oder die Umlenkrolle (11) derart fest angeordnet sind, dass das Tragseil (5, 5') die Treibscheibe (10) und/oder die Umlenkrolle (11) um einen Winkel von mindestens 180° umschlingt.
  2. Aufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragseil (5) die Treibscheibe (10) und/oder die Umlenkscheibe (11) mit einem Umschlingungswinkel von mindestens 270° umgibt.
  3. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) in einem konstanten Abstand zueinander angeordnet sind, wobei die Umlenkrolle (11) in der Antriebseinheit integriert ist.
  4. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) im Wesentlichen in einem horizontalen Abstand zueinander festgelegt sind.
  5. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragseil (5, 5') derart verläuft, dass es sich in einer senkrecht zur Achse der Treibscheibe (10) und/oder der Umlenkrolle (11) verlaufenden Projektionsebene schneidet.
  6. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) derart achsparallel unter Umlegung des Tragseils (5, 5') an denselben angeordnet sind, dass ein erstes Ende (18) des Tragseils (5, 5') fest mit dem Gegengewicht (3) verbunden ist.
  7. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) derart achsparallel unter Umlegung des Tragseils (5, 5') an denselben angeordnet sind, dass ein zweites Ende (14) des Tragseils (5, 5') fest mit einer Oberseite (15) der Aufzugskabine (2), verbunden ist.
  8. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragseil (5) auf der Treibscheibe (10) und der Umlenkrolle (11) derart umgelegt ist, dass die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) bei Betrieb gegensinnig zueinander rotieren und ein vertikaler Abschnitt (16) des Tragseils (5) in einer sich zwischen der Treibscheibe (10) und der Umlenkrolle (11) erstreckenden Vertikalebene verläuft.
  9. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (4) an einer im oberen Bereich des Schachtes (6) angeordneten Traverse (12) oder an einem oberen Ende einer Führungsschiene der Aufzugskabine (2) oder des Gegengewichtes (3) befestigt ist.
  10. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (4') an einer Oberseite (15) der Aufzugskabine (2) befestigt ist, wobei das Tragseil (5') die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) derart umschlingt, dass die Treibscheibe (10) und die Umlenkrolle (11) gleichsinnig um ihre Drehachsen rotieren.
  11. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (4, 4') im Bereich einer vertikalen Längsmittelebene (13) des Schachtes (6) verläuft.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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