Ein Pianoforteinstrument mit einem Instrumentenkorpus mit einem oberen,
umlaufenden Rand und mit einem aufklappbaren Deckel, der im geschlossenen Zustand
auf dem oberen, umlaufenden Rand des Instrumentenkorpus aufliegt und im aufgeklappten,
geöffneten Zustand in ein oder mehreren unterschiedlichen Positionen oberhalb des
oberen, umlaufenden Randes des Instrumentenkorpus vorübergehend fixierbar ist.
Pianoforteinstrumente gibt es insbesondere in aufrechter Bauweise
als Pianos beziehungsweise Klaviere sowie in horizontaler Bauweise als Flügel. Diese
Musikinstrumente sind seit langer Zeit bekannt und vielfach in Benutzung.
Die Pianoforteinstrumente besitzen einen relativ großen und abhängig
vom Instrumententyp unterschiedlich geformten Instrumentenkorpus, in dem Saiten
angeordnet sind, die durch eine Tastenbewegung mit entsprechender Mechanik angeschlagen
und in Schwingungen versetzt werden. Diese Schwingungen werden dann über einen Resonanzboden
verstärkt und als Schallwellen an die Umgebung abgegeben.
Die Pianoforteinstrumente sind auf ihrer Oberseite mit einem aufklappbaren
Deckel versehen. Diese Öffnungsmöglichkeit ist zum einen dazu vorgesehen, zu Wartungs-,
Stimm- und Reparaturzwecken an das Innere im Instrumentenkorpus gelangen zu können.
Insbesondere bei Flügeln ist darüber hinaus zur Verbesserung der Schallabstrahlung
vorgesehen, den Deckel vorübergehend fixieren zu können, da dadurch die von den
Saiten und dem Resonanzboden erzeugten Schallwellen besser an die Umgebung abgegeben
werden können. Im Regelfall ist vorgesehen, den Deckel in drei unterschiedlichen
Schrägstellungen mittels verschiedener Deckelstützen in den entsprechend drei unterschiedlichen
geöffneten Positionen vorübergehend zu fixieren.
Während der Nichtbenutzung des Flügels (oder des sonstigen Pianoforteinstrumentes)
und insbesondere während des Transportes wird der Deckel zumeist geschlossen, um
den Innenraum des Instrumentenkorpus zu schützen.
Das Öffnen der Deckel geschieht durch den Pianisten oder andere Hilfspersonen
durch manuelles Hochheben des Deckels, der an einer Seite mit Scharnieren am Instrumentenkorpus
befestigt ist und an der anderen Seite nach oben geschwenkt werden kann. Gleichzeitig
wird mit der zweiten Hand des Pianisten beziehungsweise seiner Hilfsperson die Deckelstütze
hochgeschwenkt und so in Position gebracht, dass sich der geöffnete Deckel darauf
abstützt. Das Absenken des Deckels erfolgt ebenso. Dabei kann es leicht zu Verletzungen
kommen, da das Gewicht des Deckels insbesondere bei Flügeln recht erheblich ist
und das Anfassen des Deckels während des Schließvorgangs nur am äußeren Rand des
Deckels möglich ist.
Außerdem muss beim Absenken des Deckels aufgrund der relativ großen
Bewegungsstrecke und des Angriffswinkels die Hand des Pianisten beziehungsweise
seines Assistenten die Kante des Deckels ausreichend umgreifen. Dabei stehen im
letzten Teilabschnitt des Absenkvorgangs auf den Rand des Instrumentenkorpus nur
ungünstige Bewegungsabläufe zur Verfügung, die zu einem teilweisen Abrutschen der
Hand und ungewollt raschem Zuschlagen auf dem Oberrand des Instrumentenkorpus führen
können. Auf diese Weise kann es zu Quetschungen und Klemmungen von Fingern oder
Handbereichen zwischen dem Deckel und dem oberen Rand des Instrumentenkorpus kommen.
In der JP 11-30980A wird ein Mechanismus vorgeschlagen, der eine Verletzungsgefahr
reduzieren soll.
Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, ein Pianoforteinstrument
und insbesondere einen Flügel zu schaffen, bei dem die Reduzierung einer Verletzungsgefahr
beim Schließen des Deckels weiter verbessert wird.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass eine Bremsvorrichtung für
die Schließbewegung des Deckels vorgesehen ist, die den Absenkvorgang über den letzten
Abschnitt vor dem Erreichen der geschlossenen Position des Deckels auf dem oberen,
umlaufenden Rand des Instrumentenkorpus deutlich gegenüber dem freien Fall verzögert.
Die Position der Bremsvorrichtung ist gegenüber dem Deckelscharnier so gewählt,
dass der Deckel im Bereich seiner größten Gewichtseinwirkung verzögert wird.
Die Bremsvorrichtung, ein Drehlager und ein Flanschlappen sind in
einem kompakten Bauteil zusammengefasst, das an der Seitenwand des Instrumentenkörpers
befestigt ist.
Durch diese einfache Möglichkeit wird die Verletzungsgefahr nicht
nur deutlich reduziert, sondern praktisch beseitigt. Während des Schließvorgangs
des Deckels, beispielsweise eines Flügels kann der Pianist oder sein Assistent den
Flügeldeckel gefahrlos manuell in die Schließrichtung bewegen. Bis kurz vor Erreichen
der Schließposition kann der Flügeldeckel praktisch wie bisher bewegt werden. Erst
in diesem Moment setzt die Bremsvorrichtung ein und ermöglicht, dass die bedienende
Person den Deckel vor dem entscheidenden, gefahrvollen Abschnitt loslassen kann.
Dieser senkt sich dann in bevorzugten Ausführungsformen automatisch
ohne jede manuelle Unterstützung in seine Auflageposition auf dem Rand des Instrumentenkorpus.
Somit wird verhindert, dass sich der Flügeldeckel wie bei den bisherigen Konzeptionen
mit seinem gesamten Gewicht auf den Fingern abstützt und diese bei einem versehentlichen
ungeschickten Verhalten zwischen der Unterseite des Flügeldeckels und dem oberen
Rand des Instrumentenkorpus einklemmt. Die Verzögerung durch die Bremsvorrichtung
ermöglicht es dem Pianisten oder seinem Assistenten problemlos, den Flügel in dieser
Position knapp oberhalb des oberen Randes des Instrumentenkorpus loszulassen, wonach
dieser dann sanft durch die Bremsvorrichtung gedämpft, durch seine eigene Schwerkraft
aber selbsttätig in den geschlossenen Zustand herabgleitet.
Besonders bevorzugt ist es, wenn die Bremsvorrichtung den Absenkvorgang
mindestens über eine Strecke von 3 cm vor dem Erreichen der geschlossenen Position
des Deckels verzögert. Bei einem solchen Abstand von mindestens 3 cm, insbesondere
aber von etwa 5 bis 7 cm ist es zum einen technisch besonders zweckmäßig möglich,
eine Bremsvorrichtung aufzubauen, und zum anderen ist auch der Abstand des Deckels
zum oberen Rand des Instrumentenkorpus hinreichend groß, um Finger noch einwandfrei
herausbewegen zu können.
Auf dem letzten Teil des Weges beim Absenkvorgang in die untere Ruheposition
des Deckels wird durch die Bremsvorrichtung ganz besonders bei dieser Ausführungsform
keine externe Haltekraft mehr benötigt. Die Finger und Hände des Pianisten befinden
sich dadurch während dieser kritischen Phase nicht mehr in dem Gefahrenbereich zwischen
dem Deckel und der oberen Kante der Seitenwand des Instrumentenkorpus.
Sehr vorteilhaft ist es, wenn die Bremsvorrichtung eine beim Schließen
des Deckels elastisch einrückbare und dadurch beim Öffnen des Deckels wieder ausrückbare
Einrichtung aufweist. Hierzu wird besonders zweckmäßig vorgesehen, dass die Bremsvorrichtung
eine hydraulisch wirkende Anordnung mit einem Zylinder und einer Kolbenstange ist.
Alternativ kann aber auch die Bremsvorrichtung eine mit mechanischer
Federkraft wirkende Anordnung aufweisen. Möglich ist aber auch der Einsatz von auf
und ab bewegbaren Stützarmen oder von anderen Reibungsmechanismen oder auch eine
Kombination aus diesen oder anderen Konzeptionen.
Praktische Vorteile bietet eine Ausführungsform, bei der der Zylinder
in einem Flanschteil und dieser an einer Seitenwand des Instrumentenkorpus benachbart
zum oberen Rand befestigt ist, und bei der die Kolbenstange eine Abdeckhülse aufweist,
die in dem Zylinder vertikal nach oben herausfahrbar angeordnet ist.
In anderen Ausführungsformen kann es Vorteile bieten, wenn in anderen
Bereichen auf der Unterseite des Deckels alternative Positionen für die Bremsvorrichtung
gewählt werden, an denen sich geeignete Befestigungsmöglichkeiten bieten.
Selbstzentrierend und dadurch die Sicherheit weiter verstärkend ist
es, wenn auf der Unterseite des Deckels eine Aufnahmevorrichtung vorgesehen ist,
die mit dem oberen Bereich des Kolbens zusammenwirkt, insbesondere einen Kopf einer
Abdeckhülse der Kolbenstange oder eines Zentriervorsprunges oder ein oder mehrerer
Stützfinger aufnimmt.
Es kann auch vorgesehen werden, dass die Bremsvorrichtung mit einer
das Wiederausfahren unterstützenden Zusatzeinrichtung versehen ist, die die Aufklappbewegung
aus dem geschlossenen Zustand des Deckels über mindestens einen ersten Abschnitt
des Aufklappvorgangs unterstützt. Solche Zusatzeinrichtung können auch einen zusätzlichen
kleinen Motor oder dergleichen aufweisen. Sie werden optional besonders bei sehr
schweren Deckelkonstruktionen von Flügeln denkbar.
In einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Bremsvorrichtung
nicht an der Seitenwand des Instrumentenkorpus angeordnet ist und am Rand des Deckels
angreift, sondern mittig unter dem Deckel angeordnet ist und sich an einem Teil
eines Gussrahmens des Instrumentenkorpus abstützt.
Für das bremsende, zentrierende, stützende oder dergleichen Verhalten
des an der Seitenwand des Instrumentenkörpers befestigten Bauteils und für die für
das Stützen, das Zentrieren und das Bremsen vorgesehene Aufnahmevorrichtung an der
Innenseite des Deckels sind praktisch nur noch zwei vorgefertigte Bauteile vorgesehen.
Diese beiden Bauteile sorgen nicht nur für das das Gerät schonende
und die Verletzungsgefahr reduzierende Abbremsen, sondern auch für das einfache
und sichere Stützen des Deckels in mehreren Winkelstellungen.
Im Folgenden wird anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
1 eine Seitenansicht eines Flügels, gesehen
von der Tastaturseite aus;
2a eine Draufsicht auf einen Flügel mit
zugeklapptem Deckel;
2b eine Draufsicht auf den Flügel aus
2a mit teilweise aufgeklapptem Deckel;
3a den Flügel aus den 1,
2 und 2a
mit dem geöffneten Deckel in einer ersten Position;
3b den Flügel aus den 1,
2 und 2a
mit dem geöffneten Deckel in einer zweiten Position;
3c den Flügel aus den 1,
2 und 2a
mit dem geöffneten Deckel in einer dritten Position;
4 den Flügel aus den 1
bis 3c während des Schließvorgangs kurz vor
Erreichen der Schließposition;
5 eine vergrößerte Darstellung eines
Schnittes durch die Seitenwand des Instrumentenkorpus mit der Bremsvorrichtung und
einem Abschnitt des Deckels während des Schließvorganges;
6 eine detailliertere Darstellung der
Bremsvorrichtung, teilweise im Schnitt;
7 eine Darstellung der Ausführungsform
aus 5 nach Schließen des Deckels,
8 eine Abwandlung und Weiterbildung der
Ausführungsform aus 7; und
9 eine Perspektive der 8.
In der 1 ist ein Pianoforteinstrument
10 dargestellt, hier am Beispiel eines Flügels. Der Flügel 10
besitzt einen Instrumentenkorpus 20. Er steht auf mehreren Beinen
25, trägt eine Tastatur 26 und ist unterhalb der Tastatur
26 mit Pedalen 27 ausgerüstet.
Der Instrumentenkorpus 20 besitzt darüber hinaus eine Seitenwand
21, die in der 1 links und rechts von der
Tastatur 26 gut zu erkennen ist. Die Seitenwand 21 läuft rund
um den Instrumentenkorpus 20, in dessen Inneren sich die Saiten und der
Resonanzboden (beide nicht dargestellt) befinden.
Oben ist der Instrumentenkorpus 20 durch einen Deckel
30 abgeschlossen, der auf dem oberen Rand 22 der Seitenwand
21 aufliegt.
In der 2a ist eine Draufsicht auf das
Pianoforteinstrument 10 beziehungsweise den Flügel aus der 1
zu erkennen. In dieser Draufsicht sieht man auf der unteren Seite wieder die Tastatur
26. Der Rest des Instrumentenkorpus 20 wird hier durch den Deckel
30 vollständig verdeckt.
Zu erkennen ist stattdessen, dass der Deckel 30 wie bei Flügeln
regelmäßig aus mehreren Teilen besteht. Es handelt sich hier um ein Deckelpaar mit
einem vorderen, der Tastatur 26 benachbarten Teil 33 und einem
hinteren, von der Tastatur 26 weiter entfernt liegenden Teil
34. Der hintere Teil 34 des Deckels 30 ist auf der linken
Seite des Instrumentenkorpus 20 mit zwei bis vier Scharnieren
35 verbunden, während er auf der rechten, geschwungenen Seite des Instrumentenkorpus
20 des Flügels 10 keine feste Verbindung mit dem Instrumentenkorpus
aufweist.
Der vordere Deckelteil 33 ist rechteckig geformt und ist
über ein Längsscharnier 36 entlang seiner hinteren Längskante
37 klappbar mit dem hinteren Deckelteil 34 verbunden. Neben dieser
Verbindung mit dem hinteren Deckelteil 34 ist keine feste Verbindung mit
anderen Elementen vorgesehen, insbesondere auch nicht mit dem Instrumentenkorpus
20.
In 2b ist der gleiche Flügel
10 wie in 2a dargestellt, wobei hier eine
erste Öffnungsmöglichkeit des Flügels 10 genutzt worden ist. Der vordere
Deckelteil 33 ist um seine hintere Längsachse 37 mit dem Längsscharnier
36 geschwenkt worden. Er liegt nun auf dem hinteren Deckelteil
34 auf, welcher seinerseits in diesem Zustand flach auf dem Instrumentenkorpus
20 beziehungsweise auf dem oberen Rand 22 der Seitenwand
21 des Instrumentenkorpus 20 aufliegt.
In dieser Stellung ist unter anderem auch ein Blick in den Innenraum
des Instrumentenkorpus 20 möglich, von dem hier zur Verdeutlichung aber
nur einige Streben und Saiten gezeigt sind.
Diese erste Öffnungsmöglichkeit des Deckels 30 kann zusätzlich
durch eine weitere Öffnungsmöglichkeit zur Verbesserung der Schallabstrahlung genutzt
werden, die in der 3a näher dargestellt ist. Der Deckel
30 kann dabei entweder in der Position aus der 2a
komplett oder aus der Position in der 2b mit zwei aufeinander
geklappten vorderen und hinteren Deckelteilen 33, 34 jeweils um
die Scharniere 35 geschwenkt und so hochgeklappt wird.
Wie man in der 3a erkennt, kann durch
eine kurze Deckelstütze 38a der Deckel 30 in dieser Position vorübergehend
fixiert werden; die Fixierung bedeutet insbesondere, dass der Deckel 30
so stehen bleibt und nicht zufällt.
Das Öffnen in die dargestellte angehobene schräge Position geschieht
durch Muskelkraft, wobei die Hände des Pianisten oder seines Assistenten den Deckel
30 beziehungsweise das Deckelpaar bestehend aus einem vorderen Deckelteil
33 und einem hinteren Deckelteil 34 im Bereich des Randes des
Deckelteiles 34 auf der den Scharnieren 35 abgewandten, rechten
Seite des Flügels 10 anfassen und anheben, während mit der anderen Hand
des Pianisten oder seines Assistenten die Deckelstütze
38a aus einer insbesondere horizontalen Ruheposition in eine aufgerichtete
Stützposition gemäß der Darstellung in 3a gebracht
wird.
3b zeigt, dass eine andere, etwas längere
Deckelstütze 38b ebenso alternativ eingesetzt werden kann, um den Deckel
30 in einer anderen, weiter geöffneten Position relativ zum Instrumentenkorpus
20 vorübergehend, also etwa für die Dauer eines Konzertes oder eines Teiles
davon, zu fixieren.
3c zeigt eine noch weiter geöffnete Position
des Deckels 30 relativ zum Instrumentenkorpus 20, die durch eine
dritte, noch längere Deckelstütze 38c so fixiert wird. Die Wahl der Öffnung
ist abhängig von den Umgebungsbedingungen oder der Musikart, die von dem Pianisten
gespielt werden soll oder auch von bestimmten Klangvorstellungen des Pianisten.
Natürlich ist es auch möglich, nicht nur drei, sondern auch weniger
oder mehr verschiedene Schrägstellungen vorzusehen, in dem mehr oder weniger jeweils
unterschiedliche Deckelstützen 38a, 38b, 38c für das
Pianoforteinstrument vorgesehen werden.
Nach Beendigung der Musikdarbietung erfolgt das Schließen des Deckels
30, also der Absenkvorgang, in im Wesentlichen umgekehrter Form verglichen
mit dem Öffnen. Eine Hand des Pianisten oder seines Assistenten hebt den Deckel
30 beziehungsweise die beiden Deckelteile 33, 34 im Bereich
einer Position gegenüber den Scharnieren 35 leicht an, während mit der
anderen Hand die jeweils in Benutzung befindliche Deckelstütze 38a,
38b, 38c in ihre waagerechte Ruheposition zurückbewegt wird. Die
stützende erste Hand des Pianisten oder seines Assistenten bewegt dann den Deckel
30 nach unten in Richtung auf die Schließstellung zu, die in
1 dargestellt war.
4 zeigt, dass es auf dem letzten Teil
dieser Schließbewegung des Deckels 30 in die unterste Ruheposition jetzt
nicht mehr wie beim bekannten Stand der Technik zu Verletzungen von Fingern oder
Hand von Pianisten oder Assistenten kommen kann, da der Deckel 30 mit seiner
Unterseite 31 durch eine auch schon in den 3a,
3b und 3c
dargestellte Bremsvorrichtung 50 gebremst wird. Diese Bremsvorrichtung
wirkt in der dargestellten Ausführungsform auf den hinteren Deckelteil
34 ein, auf dem der vordere Deckelteil 33 in geöffnetem Zustand
aufliegt.
Für diesen letzten Bewegungsabschnitt wird erfindungsgemäß durch die
Bremsvorrichtung 50 dafür gesorgt, dass keine manuelle Haltekraft mehr
erforderlich ist. Durch eine insbesondere hydraulisch gebremste Anordnung erfolgt
dieser Absenkvorgang in diesem letzten Abschnitt automatisch und langsam.
Dabei zeigt die 5 eine bevorzugte und
besonders zuverlässige Anordnung der Bremsvorrichtung 50. Es handelt sich
um eine Kombination mit einem Zylinder 51 und einer Kolbenstange
52, die in dem Zylinder 51 läuft. Der Zylinder 51 ist
in einem Basiskörper positioniert, der in der dargestellten Ausführungsform als
Flanschteil 56 ausgebildet ist. Die Kolbenstange 52 ist ein- und
ausfahrbar und trägt eine Abdeckhülse 54.
Die Kolbenstange 52 ist dabei ein in dem Zylinder
51 hydraulisch gebremster Stößel. Die Schließ- oder Abwärtsbewegung
40 des Deckels 30 kann nun langsam oder ohne Muskelkraft dadurch
gebremst werden, dass die Abdeckhülse 54 in das Flanschteil 56
und damit zugleich die Kolbenstange 52 in den Zylinder 51 hydraulisch
gedämpft eingeschoben wird.
An der Seitenwand 21 des Instrumentenkorpus 20 ist
wie insbesondere in 5 gut zu erkennen das Flanschteil
56 mit dem darin angeordneten Zylinder 51 befestigt, was hier
durch eine Schraube 53 angedeutet ist.
In 5 ist die für den Betrachter im ausgefahrenen
Zustand sichtbare Abdeckhülse 54 gut zu erkennen, die ihm die aktuelle
Stellung der Elemente der Bremsvorrichtung präsentiert. 6
zeigt nun zur deutlicheren Darstellung eine detaillierte Darstellung der Bremsvorrichtung
50 in diesem Moment, wie sie sich im Inneren der Bremsvorrichtung
50 zeigen würden. In dem Basiskörper bzw. Flanschteil 56 und auf
dem Zylinder 51 läuft die hier ebenfalls ausgeschoben dargestellte ausfahrbare
Kolbenstange 52. Die Kolbenstange 52 ist mit der Abdeckhülse
54 abgedeckt, welche sich ihrerseits auf dem Zylinder 52 in dem
Flanschteil 56 auf und ab bewegt und auf ihrer Oberseite noch mit einem
Kopf 55 versehen ist.
Zu erkennen ist noch ein Flanschlappen 57 als Element des
Flanschteiles 56 und eine Hubbegrenzung 58 für die Abdeckhülse
54, die ein Herausrutschen der Abdeckhülse 54 aus dem Zylinder
51 bzw. dem Flanschteil 56 verhindert.
Nach dem Schließen des Deckels 30 wird die in der
7 dargestellte Position erreicht.
Der Zylinder 51 kann in einer Kammer mit Gas gefüllt sein.
Beim Zusammendrücken, also dem Einschieben der Kolbenstange 52 in den Zylinder
51, baut sich Gasdruck auf. Dieser Gasdruck kann beim Öffnen des Deckels
30 bzw. des Deckelpaares 33, 34 genutzt werden, das selbstständige
Ausfahren der Kolbenstange 52 samt Abdeckhülse 54 aus dem Zylinder
51 zu bewirken. Der Deckel 30 ist zumindest in der
dargestellten und bevorzugten Ausführungsform nicht mit dem Kopf 55, der
Abdeckhülse 54, der Kolbenstange 52 oder einem anderen Element
des Kolbens verbunden, so dass die Anhebung des Deckels 30 und das Ausfahren
der Kolbenstange 52 der Bremsvorrichtung 50 zwar gleichzeitig,
aber unabhängig geschehen. Die Gasdruckfüllung im Zylinder 51 dient dann
nur dem Ausfahren der Kolbenstange 52 aus dem Zylinder 51.
Denkbar ist aber auch eine andere Kopplung oder auch eine zusätzliche
Unterstützung der Anhebebewegung oder eines Abschnittes der Anhebebewegung des Deckels
30, wozu aber der vorbeschriebene Gasdruck allein nicht ausreicht.
Der Deckel 30 besitzt in dem Bereich unmittelbar oberhalb
des Zylinders 51 eine Aufnahmevorrichtung 32. Diese Aufnahmevorrichtung
32 weist ein insbesondere aus Metall hergestelltes Positionierungsteil
71 auf, das ein zentrales Loch 72 mittig über der Abdeckhülse
54 und deren Kopf 55 vorgesehen hat. Der Kopf 55 der
Abdeckhülse 54 kann dadurch in das Loch 72 des Positionierungsteils
71 eingreifen und in das hintere und damit über diesem Loch 72
angeordnete Sackloch 73 im Deckel 30 hineinragen.
Die Montage des Zylinders 51 erfolgt im dargestellten Ausführungsbeispiel
über das Flanschteil 56 seitlich an der Innenseite der Seitenwand
21, und zwar auf der den Scharnieren 35 gegenüberliegenden, hier
also rechten Seite des Pianoforteinstrumentes 10. Das Flanschteil
56 kann, muss aber nicht, derart gestaltet werden, dass daran auch die
Deckelstützen 38a, 38b, 38c schwenkbar gelagert werden
können, um hierfür keine gesonderten Elemente mehr vorsehen zu müssen. Als Beispiel
für eine solche Lagerung ist im Ausführungsbeispiel eine schwenkbare Lagerung an
zwei auskragenden Laschen 39a beziehungsweise an einer darin angeordneten
zentralen Bohrung oder herausragenden Achse 39b vorgesehen.
Eine von vielen weiteren Befestigungsmöglichkeiten für eine Bremsvorrichtung
50 ist mit dem Bezugszeichen 59 als zentrale Positionierung unter
dem Deckelteil 34 in der 2b bereits angedeutet.
Um die relative Positionierung besser erkennbar zu machen, ist schematisch eine
Positionierung der Bremsvorrichtung 50 entsprechend der Ausführungsform
der 4 bis 7
ebenfalls in der 2b mit dem Bezugszeichen
50 vermerkt.
Statt einer hydraulisch wirkenden Bremsvorrichtung ist auch eine durch
Federkraft zur Erzielung der Bremswirkung ausgerüstete Bremsvorrichtung
50 denkbar.
Beim Anheben des Deckels 30 bzw. des Deckelpaares
33, 34 aus seiner untersten Ruheposition gemäß den 1
und 7 durch Muskelkraft, fährt die von der
Kolbenstange 52 getragene Abdeckhülse 54 der Bremsvorrichtung
50 durch Gasdruckkraft automatisch in ihre ausgefahrene Position (vergleich
die 5 und 6),
so dass bei erneutem Absenken des Deckelpaares 33, 34 die erneute
Bremswirkung wieder gegeben ist.
Anstelle des durch Gasdruck bewirkten Ausfahrens der Kolbenstange
52 beim manuellen Öffnen des Deckel 30 kann auch Federkraft zum
Ausfahren Verwendung finden.
Die Kolbenstange 52 kann auch ihrerseits als Hohlkörper ausgebildet
sein.
Anstelle eines linear wirkenden Zylinders 51 mit Kolbenstange
52 sind auch schwenkbar wirkende Bremshebel (nicht dargestellt) möglich,
die ihrerseits in ihrer Bewegung hydraulisch oder durch Federkraft in der den Deckel
30 schließenden Bewegungsrichtung 40 gebremst und in der entgegengesetzten
Richtung beim Öffnen des Deckelpaares bestehend aus dem vorderen und hinteren Deckelteil
33, 34 ausgefahren werden.
8 zeigt die Seitenansicht einer Abwandlung
und Weiterentwicklung der in 7 dargestellten Bremsvorrichtung
50. An der Innenseite der Seitenwand 21 ist das verglichen mit
der Ausführungsform in 7 verstärkt ausgebildete Flanschteil
56 mittels Schrauben 80 befestigt. Im Befestigungsbereich
81 ist auch die Seitenwand 21 zur Innenseite verstärkt ausgebildet.
Das Flanschteil 56 und ein Basisteil 82 für die Lasche
39a sind so ausgebildet, dass der Zylinder 51 der Bremsvorrichtung
50 darin mittels eines Gewindes 83 befestigt werden kann. Der
Kopf 55 der Abdeckhülse 54 ragt ohne Belastung durch den Deckel
30 bis zu einer Endstellung 84 aus dem Zylinder 51 heraus.
Bei Belastung durch den Deckel 30 wird der Kopf 55 bis in eine
Schließstellung bewegt.
Dem Kopf 55 ist wie in 7 eine
im Deckel 30 befestigte Aufnahmevorrichtung 32 zugeordnet. diese
hat jedoch in 8 eine andere Ausbildung. Dem rund ausgebildeten
Kopf 55 ist eine im wesentlichen ebene Gleitfläche 85 zugeordnet.
Diese Konstellation erlaubt bei Absenkung oder Anhebung des Deckels 30
eine Relativbewegung zwischen Kopf 55 und Gleitfläche 85. Das
Loch 72 und gegebenenfalls das Sackloch 73 im Deckel
30 sind in 8 einem aus dem Basisteil
82 herausragenden Bolzen 86 zugeordnet. Dieser Bolzen
86 durchdringt bei geschlossenem Deckel 30 das Loch
72 und verhindert dadurch unter anderem seitliche Verschiebungen des Deckels
30 beim Transport.
In der Lasche 39a sind ein oder mehrere als Stützfinger ausgebildete
Deckelstützen 38a, 38b um die Achse
39b drehbar gelagert. Bei geschlossenem Deckel 30 liegen diese
Deckelstützen 38a, 38b flach unter dem Deckel 30. Zur
Abstützung der Deckelstützen 38a, 38b kann eine Leiste
87 vorgesehen sein. Die Deckelstützen 38a, 38b sind mit
unteren und seitlichen Puffern 88a, 88b aus geräuschminderndem
Material versehen.
Bei Nichtgebrauch können sie so durch ihr Eigengewicht auf die Leiste
87 fallen. Bei Gebrauch werden sie nach oben bis in eine durch Anschlag
89 definierte Stützstellung geschwenkt. Dort greifen sie in eine Kerbe
90 in der Aufnahmeeinrichtung 32 ein. Diese Kerbe 90
und gegebenenfalls die Form der Deckelstütze sind so bemessen, dass die durch den
Anschlag 89 vorgegebene Stützstellung der verschieden langen Deckelstützen
38 einen korrekten Eingriff der Stirnseiten in die Kerbe 90 gewährleistet.
Eine extrem lang ausgebildete Deckelstütze 38c kann zwischen den Deckel
30 beziehungsweise die Aufnahmevorrichtung 32 und das Basisteil
82 oder ein anderes Teil der Bremsvorrichtung 50 eingesetzt werden.
9 zeigt eine perspektivische Darstellung
der in 8 gezeigten Bremsvorrichtung 50. Dort
sind zusätzlich Schwenkhebel 91 und 92 vorgesehen, die bei Bedarf
als Auflage für den Deckel 30 dienen können, um den Kolben 52
in der Schließstellung zu entlasten. Sie können aber auch als Stützbasis für eine
gesonderte, längere Deckelstütze 38c dienen,
10- Pianoforteinstrument
20- Instrumentenkorpus
21- Seitenwand des Instrumentenkorpus
22- oberer Rand der Seitenwand des Instrumentenkorpus
25- Beine
26- Tastatur
27- Pedale
30- Deckel
31- Unterseite des Deckels
32- Aufnahmevorrichtung
33- vorderes Deckelteil
34- hinteres Deckelteil
35- Scharniere
36- Längsscharnier
37- hintere Längskante des vorderen Deckelteils
38a- Deckelstütze
38b- Deckelstütze
38c- Deckelstütze
39a- Lasche
39b- Achse
40- Schließbewegung beim Absenkvorgang
50- Bremsvorrichtung
51- Zylinder der Bremsvorrichtung
52- Kolbenstange der Bremsvorrichtung
53- Schraube
54- Abdeckhülse des Kolbenstange
55- Kopf der Abdeckhülse der Kolbenstange
56- Flanschteil
57- Flanschlappen
58- Hubbegrenzung für die Abdeckhülse
59- Alternativposition für die Bremsvorrichtung
71- Positionierungsteil
72- Loch
73- Sackloch im Deckel
80- Schraube
81- Verstärkung der Seitenwand 21
82- Basisteil für Lasche 39a und Achse 39b
83- Gewinde
84- Endstellung
85- Gleitfläche
86- Bolzen am Basisteil 82
87- Leiste
88a- Puffer in der Deckelstütze 38a
88b- Puffer in der Deckelstütze 38b
89- Anschlag
90- Kerbe in 32
91- Schwenkhebel
92- Schwenkhebel