Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Leistungselektronik.
Sie geht aus von einem Stromrichtersystem zur Erhöhung einer Gleichspannung und
einem Windenergiesystem gemäss dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche.
Stand der Technik
Zur Erhöhung einer Gleichspannung sind eine Fülle von Schaltungssystemen,
insbesondere herkömmliche Stromrichtersysteme bekannt. Ein geeignetes Stromrichtersystem
ist beispielsweise in US 4,462,070 offenbart. Das darin beschriebene Stromrichtersystem
dient insbesondere der Kopplung zweier elektrischer Netze. Am Eingang weist das
Stromrichtersystem nach US 4,462,070 dazu einen Gleichspannungskreis auf, der durch
zwei in Reihe geschaltete Gleichspannungskapazitäten gebildet ist, die an einem
Mittelpunktanschluss zusammengeschaltet sind. Darüber hinaus ist mit dem Gleichspannungskreis
ein Spannungswechselrichter verbunden, der als einphasige Brückenschaltung zur
Schaltung zweier Spannungsniveaus der Gleichspannung des Gleichspannungskreises
ausgeführt ist und der der Erzeugung einer Wechselspannung durch entsprechendes
Ansteuern der Schaltelemente des Spannungswechselrichters dient. Weiterhin ist
der Ausgang des Spannungswechselrichters und der Mittelpunktanschluss jeweils mit
einem Anschluss der Primärseite eines Transformators verbunden. An der Sekundärseite
des Transformators ist ein Umrichter angeschlossen, der der Einstellung eines variablen
lastabhängigen Gleichstromes eines an den Ausgang des Umrichters angeschlossenen
und durch eine Induktivität gebildeten Ausgangskreises dient. Der Ausgangskreis
ist über einen gemeinsamen Anschluss des Spannungswechselrichters und des Gleichspannungskreises
direkt mit dem Gleichspannungskreis gekoppelt. Eine zusätzliche Kopplung des Ausgangskreises
mit dem Gleichspannungskreis ist durch den Umrichter gegeben, der an einen weiteren
gemeinsamen Anschluss des Spannungswechselrichters und des Gleichspannungskreises
angeschlossen ist.
Mit dem Stromrichtersystem nach US 4,462,070 ist die bereits erwähnte
Einstellung eines variablen lastabhängigen Gleichstromes möglich. Jedoch ist der
Leitungsaufwand durch die verschiedenen Kopplungen des Gleichspannungskreises mit
dem Ausgangskreis gross und verursacht erhebliche Materialkosten. Des weiteren
ist mit dem Umrichter zwar eine Einstellung eines lastabhängigen Gleichstromes
möglich, nicht jedoch eine Einstellung einer variablen lastunabhängigen Gleichspannung
am Ausgangskreis. Weiterhin dient die Induktivität des Ausgangskreises als Energiespeicher,
sie verursacht jedoch durch ihre grosse und aufwendige Bauweise zusätzliche Materialkosten
und benötigt entsprechend viel Platz. Darüber hinaus ermöglicht der Spannungswechselrichter
die Erzeugung einer Wechselspannung, jedoch werden dadurch, dass nur zwei Spannungsniveaus
der Gleichspannung des Gleichspannungskreises geschaltet werden können, erhebliche
Oberschwingungen in der erzeugten Wechselspannung verursacht, die unerwünscht sind.
Ferner ist durch die Spannungsfestigkeit der Schaltelemente des Spannungswechselrichters
die zu übertragende Leistung von einem elektrischen Netz zum anderen beschränkt,
da die Schaltelemente des Spannungswechselrichters mindestens gegenüber dem Wert
der Gleichspannung des Gleichspannungskreises spannungsfest ausgeführt sein müssen.
Entsprechende Schaltelemente, welche eine genügend hohe Spannungsfestigkeit besitzen
sind zwar allgemein bekannt, jedoch sind solche Schaltelemente teuer und benötigen
aufwendige Zusatzbeschaltungen.
Bei Windenergiesystemen, die heute aufgrund schwindender Energieressourcen
verstärkt als alternative Energielieferanten eingesetzt werden, werden Übertragungssysteme,
insbesondere Gleichspannungsübertragungssystem, wie beispielsweise lange Gleichspannungskabel
zur Übertragung der elektrischen Energie benötigt. Ein derartiges Windenergiesystem
ist in DE 196 20 906 C2 offenbart. Darin umfasst das Windenergiesystem mindestens
eine Windenergieanlage, wobei jede Windenergieanlage einen von einem Rotor angetriebenen
Generator aufweist, der über eine Gleichrichtereinheit mit einem Gleichspannungsübertragungssystem
verbunden ist. Das Gleichspannungsübertragungssystem ist mit einer Stromrichternetzkopplungsstation
verbunden, die über einen Netztransformator an ein gängiges elektrisches Versorgungsnetz
angekoppelt ist.
Bei einem Windenergiesystem nach DE 196 20 906 C2 ist das Gleichspannungsübertragungssystem
verlustbehaftet, insbesondere wenn hohe Leistungen, hervorgerufen durch den Einsatz
mehrere Windkraftanlagen, zu übertragen sind. Diese Verluste erhöhen sich drastisch,
wenn das Gleichspannungsübertragungssystem beispielsweise eine lange Gleichspannungsleitung
aufweist, wie sie gängigerweise bei Off-Shore-Systemen, aufgrund der langen Distanz
zwischen den Windkraftanlagen im Meer bis zum Land, eingesetzt wird. Ein geeignetes
Windenergiesystem zur Lösung dieser Probleme ist derzeit nicht bekannt.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Stromrichtersystem zur Erhöhung
einer Gleichspannung anzugeben, das besonders einfach und kostengünstig aufgebaut
ist und es ermöglicht, eine hohe Leistung zu übertragen. Ferner ist ein Windenergiesystem
derart weiterzubilden, dass eine Übertragung elektrischer Energie von Windkraftanlagen
des Windenergiesystems mit hoher Leistung über ein Gleichspannungsübertragungssystem
zu einem elektrischen Versorgungsnetz möglichst verlustarm und mit geringem Schaltungsaufwand
erfolgt. Diese Aufgaben werden durch die Merkmale des Anspruchs 1 und 8 gelöst.
In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung angegeben.
Das erfindungsgemässe Stromrichtersystem weist einen ersten Spannungswechselrichter
auf, dessen erster und zweiter Eingangsanschluss mit einem Gleichspannungskreis
verbunden ist, der durch mindestens zwei in Reihe geschaltete Gleichspannungskapazitäten
gebildet ist, die an einem Mittelpunktanschluss zusammengeschaltet sind. Erfindungsgemäss
ist der Mittelpunktanschluss über einen dritten Eingangsanschluss des ersten Spannungswechselrichters
mit einer Mittelpunktspannungsstufe des als Stufenschaltung zur Erzeugung dreier
Schaltspannungsniveaus ausgebildeten ersten Spannungswechselrichters verbunden.
Der Vorteil der Stufenschaltung und deren Verbindung mit dem Mittelpunktanschluss
besteht darin, dass gegenüber einer einphasigen Brückenschaltung mit zwei möglichen
Schaltspannungsniveaus mehr
Leistung übertragen kann, da die doppelte Gleichspannung des Gleichspannungskreises
bei Schaltelementen mit gleicher Spannungsfestigkeit angelegt und geschaltet werden
kann. Zudem wird eine vorteilhafte Reduktion der Oberschwingungen erzielt, da drei
Schaltspannungsniveaus geschaltet werden können und somit ein exakterer sinusförmiger
Verlauf der zu erzeugenden Wechselspannung generiert werden kann.
In einem Windenergiesystem mit mindestens einer Windenergieanlage,
die je eine Gleichrichtereinheit aufweist, und mit einem Gleichspannungsübertragungssystem
ist die Gleichrichtereinheit erfindungsgemäss über das Stromrichtersystem zur Erhöhung
der Gleichspannung nach der Erfindung mit dem Gleichspannungsübertragungssystem
verbunden. Dadurch wird äusserst vorteilhaft erreicht, dass eine Erhöhung der Gleichspannung,
insbesondere der Übertragungsgleichspannung des Gleichspannungsübertragungssystems
zur Übertragung einer grossen Leistung besonders einfach und mit einem sehr geringen
Schaltungsaufwand durchgeführt werden kann, ohne dass Schaltelemente, insbesondere
in der Gleichrichtereinheit für eine höhere Spannungsfestigkeit neu ausgelegt und
eingesetzt werden müssen. Desweiteren wird durch die Erhöhung der Übertragungsgleichspannung
vorteilhaft erreicht, dass eine Übertragung elektrischer Energie der Windkraftanlage
des Windenergiesystems mit hoher Leistung mit minimalen Verlusten im Gleichspannungsübertragungssystem
zu einem elektrischen Versorgungsnetz erfolgen kann.
Diese und weitere Aufgaben, Vorteile und Merkmale der vorliegenden
Erfindung werden aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels der Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung offensichtlich.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemässen Stromrichtersystems,
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemässen Stromrichter-systems,
- Fig. 3a
- eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemässen Stromrichtersystems,
- Fig. 3b
- eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemässen Stromrichter-systems,
- Fig. 3c
- eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemässen Stromrichter-systems,
- Fig. 4
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemässen Stufenschaltung zur Erzeugung
dreier Spannungsschaltstufen und
- Fig. 5
- eine Ausführungsform eines erfindungsgemässen Windenergiesystems.
Die in der Zeichnung verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung
sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind
in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Die beschriebene
Ausführungsform steht beispielhaft für den Erfindungsgegenstand und hat keine beschränkende
Wirkung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
In Fig. 1 ist eine Ausführungsform eines erfindungsgemässen Stromrichtersystems
zur Erhöhung einer Gleichspannung gezeigt. Das Stromrichtersystem gemäss Fig. 1
ist durch mindestens ein Teilstromrichtersystem 2 gebildet. Ein solches Teilstromrichtersystem
2 weist einen eingangseitigen Gleichspannungskreis 3 auf, der durch mindestens
zwei in Reihe geschaltete Gleichspannungskapazitäten 21a, 21b gebildet ist, die
als Energiespeicher dienen. Gemäss Fig. 1 sind zwei der Gleichspannungskapazitäten
21a, 21b zu einem Mittelpunktanschluss 4 zusammengeschaltet. Darüber hinaus ist
der Gleichspannungskreis 3 erfindungsgemäss mit einem ersten und einem zweiten
Eingangsanschluss 23a, 23b eines ersten Spannungsgleichrichters 5 verbunden, der
der Erzeugung einer ausgangsseitigen Wechselspannung dient. Der Mittelpunktanschluss
4 ist mit einem ersten Anschluss 22a der Primärwicklung 8 eines Transformators
7 verbunden, dessen zweiter Anschluss 22b der Primärwicklung 8 an den Ausgang des
ersten Spannungswechselrichters 5 angeschlossen ist. Gemäss Fig. 1 ist die Sekundärwicklung
9 des Transformators 7 mit dem Eingang eines zur Erzeugung einer ausgangsseitigen
Gleichspannung vorgesehenen Umrichters 6 verbunden.
Erfindungsgemäss ist gemäss Fig. 1 der Mittelpunktanschluss 4 des
Gleichspannungskreises 3 über einen dritten Eingangsanschluss 23c des ersten Spannungswechselrichters
5 mit einer Mittelpunktspannungsstufe 24 des als Stufenschaltung zur Erzeugung
dreier Schaltspannungsniveaus ausgebildeten ersten Spannungswechselrichters 5 verbunden.
In Fig. 4 ist eine Ausführungsform der Stufenschaltung gezeigt. Darin weist die
Stufenschaltung die bereits erwähnte Mittelpunktspannungsstufe 24 auf, die der
Erzeugung einer Nullschaltspannung dient. Zudem weist die Stufenschaltung gemäss
Fig. 4 eine erste zur Erzeugung einer positiven Schaltspannung vorgesehenen Schaltstufe
25 und eine zweite zur Erzeugung einer negativen Schaltspannung vorgesehenen Schaltstufe
26 auf. Erfindungsgemäss ist die Mittelpunktspannungsstufe 24 gemäss Fig. 4 mit
der ersten Schaltstufe 25 verbunden. Ferner ist der Gleichspannungskreis 3 über
den ersten Eingangsanschluss 23a des Wechselrichters 5 mit der ersten Schaltstufe
verbunden. Darüber hinaus ist die Mittelpunktspannungsstufe 24 mit der zweiten
Schaltstufe 26 verbunden, wobei zusätzlich der Gleichspannungskreis 3 über den
zweiten Eingangsanschluss 23b des ersten Spannungswechselrichters 5 mit der zweiten
Schaltstufe 26 verbunden ist. Die Stufenschaltung des ersten Spannungswechselrichters
5 ist gemäss Fig. 4 mittels Leistungshalbleiterschalter, insbesondere passive Schaltelemente
wie beispielsweise Dioden und/oder aktive Schaltelemente wie beispielsweise Thyristoren
und/oder Bipolartransistoren mit isoliert angeordneter Gateelektrode, die ansteuerbar
sind, realisiert. Desweiteren ist in Fig. 4 ein Prinzipschaltbild der Stufenschaltung
mit idealisierten Schaltern dargestellt, die der Funktionsweise der elektrischen
Schaltelemente entsprechen.
Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, die Schaltfrequenz
der aktiven Schaltelemente des ersten Spannungswechselrichters 5 im Bereich zwischen
300 Hz und 2000 Hz zu wählen, um die durch die Schaltvorgänge der aktiven Schaltelemente
generierten Oberschwingungen möglichst gering zu halten. Der Vorteil des als Stufenschaltung
ausgebildeten ersten Spannungswechselrichters 5 liegt darin, dass zur Erzeugung
der ausgangsseitigen Wechselspannung eine höhere Gleichspannung des Gleichspannungskreises
3 geschaltet werden kann, woraus in erwünschtem Masse eine höhere zu übertragende
Leistung resultiert. Die Schaltelemente werden vorteilhafterweise nicht stärker
belastet und müssen gegenüber einer herkömmlichen einphasigen Brückenschaltung
mit zwei möglichen Spannungsniveaus nicht für eine höhere Spannungsfestigkeit ausgelegt
werden. Zusätzlich ermöglicht die Stufenschaltung gemäss Fig. 4 eine Reduktion
der Oberschwingungen, da drei Spannungsniveaus der Gleichspannung des Gleichspannungskreises
3 geschaltet werden können und somit ein exakterer sinusförmiger Verlauf der zu
erzeugenden Wechselspannung erzielt wird.
Ferner ist der Umrichter 6 gemäss Fig. 1, der wie bereits erwähnt,
eingansseitig mit dem Transformator 7 verbunden ist, als Spannungsgleichrichter
zur Erzeugung einer ausgangsseitigen Gleichspannung ausgebildet, wodurch mit dem
daran angeschlossenen Transformator 7 am Ausgang des Umrichters eine Gleichspannung
erzeugt und vorteilhaft lastunabhängig variiert und insbesondere in gewünschtem
Masse lastunabhängig gegenüber der Gleichspannung des Gleichspannungskreises erhöht
werden kann. Vorzugsweise ist das Übersetzungsverhältnis zwischen der Primärseite
8 und der Sekundärseite 9 des Transformators 7 im Bereich zwischen 1:5 und 1:50
gewählt, so dass die Wechselspannung an der Sekundärseite 9 bezüglich der Wechselspannung
an der Primärseite erhöht wird, woraus dann die gewünschte erhöhte Gleichspannung
mittels des vorstehend beschriebene Umrichters 6 an dessen Ausgang generiert wird.
Durch den Transformator 7 erfolgt weiterhin eine galvanische Trennung zwischen
dem Gleichspannungskreis 3 und dem Ausgang des Umrichters 6, wodurch Leitungsmaterial
eingespart werden kann, da keine weiteren Verbindungen zwischen dem Gleichspannungskreis
3 und dem Ausgang des Umrichters 6 vorgesehen sind.
In Fig. 2 ist eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Stromrichtersystems gezeigt, wobei sich diese durch die erste und vorstehend beschriebene
Ausführungsform des Stromrichtersystems gemäss Fig. 1 dahingehend unterscheidet,
dass der erste Spannungswechselrichter 5 des Teilstromrichtersystems 2 erfindungsgemäss
über eine Resonanzkapazität 10 mit dem zweiten Anschluss 22b der Primärwicklung
8 des Transformators 7 verbunden ist. Diese Resonanzkapazität 10 dient vorteilhaft
der Bildung eines Resonanzschwingkreises, womit ein weiches Schalten der Leistungshalbleiterschalterschalter
des ersten Spannungswechselrichters 5, insbesondere bei einer Nullspannung und
oder einem Nullstrom, möglich ist.
Gemäss Fig. 1 und Fig. 2 ist bei dem Teilstromrichtersystem 2 des
Stromrichtersystems der Ausgang des Umrichters 6 erfindungsgemäss mit einer Gleichspannungsfilterschaltung
11 zur Glättung der ausgangsseitigen Gleichspannung verbunden. Die Gleichspannungsfilterschaltung
11 weist dazu vorzugsweise eine Gleichspannungsfilterinduktivität und eine Gleichspannungsfilterkapazität
auf. Ferner ist gemäss Fig.1 und Fig. 2 eine parallel zu der Gleichspannungsfilterschaltung
11 geschaltete Oberschwingungsfilterschaltung 12 vorgesehen, die einen Serienschwingkreis
aufweist. Der Serienschwingkreis ist auf eine Oberschwingungsfrequenz, insbesondere
auf die zweite harmonische Schwingung bezüglich der Grundschwingung der Wechselspannung
am Ausgang des ersten Spannungswechselrichters 5 abgestimmt und dient der Filterung
dieser Oberschwingung in der Gleichspannung am Ausgang des Umrichters 6.
Wie vorstehend beschrieben, kann mit dem Stromrichtersystem durch
ihren einfachen und kostengünstigen Aufbau und durch eine effiziente Erhöhung der
Gleichspannung eine hohe Leistung übertragen werden. Gemäss einer in Fig. 3a dargestellten
dritten Ausführungsform des erfindungsgemässen Stromrichtersystems ist das Stromrichtersystem
durch mehrere Teilstromrichtersysteme 2 gebildet, wodurch vorteilhaft noch höhere
Leistungen übertragen werden können. Gemäss Fig. 3a sind im Falle, dass das Stromrichtersystem
durch mehrere Teilstromrichtersysteme 2 gebildet ist, die Teilstromrichtersysteme
2 ausgangsseitig in Reihe und eingangsseitig parallel geschaltet. Mittels der ausgangsseitigen
Reihenschaltung der Teilstromrichtersysteme 2 addieren sich die einzelnen Teilgleichspannungen
an den Ausgängen der Teilstromrichtersysteme 2 zu einer Gesamtgleichspannung, die
dann zur Übertragung einer gewünschten hohen Leistung genutzt werden kann. Eine
Anpassung an eine geforderte hohe Leistung ist durch Variation der Anzahl der Teilstromrichtersysteme
2 des Stromrichtersystems sehr einfach möglich.
In einer in Fig. 3b gezeigten vierten Ausführungsform des erfindungsgemässen
Stromrichtersystems ist ein zweiter Spannungswechselrichter 27 vorgesehen, der
eingangsseitig mit dem ersten und zweiten Eingangsanschluss 23a, 23b des ersten
Spannungswechselrichters 5 verbunden ist. Zudem ist der zweite Spannungswechselrichter
27 mit dem Mittelpunktanschluss 4 eingangseitig verbunden. Ausgangsseitig ist der
zweite Spannungswechselrichter 27 an den zweiten Anschluss 22b der Primärwicklung
8 des Transformators 7 angeschlossen, so dass eine Parallelschaltung des zweiten
Spannungswechselrichters 27 zu dem ersten Spannungswechselrichter 5 gebildet ist.
Durch diese Parallelschaltung wird der Leistungsfluss des Stromrichtersystems eingangseitig
auf die beiden Spannungswechselrichter 5, 27 aufgeteilt, so dass jeder einzelne
Spannungswechselrichter 5, 27, insbesondere deren Schaltelemente, weniger stark
belastet wird. Der zweite Spannungswechselrichter 27 ist ebenfalls, wie der erste
Spannungswechselrichter 5, als Stufenschaltung zur Erzeugung dreier Schaltspannungsniveaus
ausgebildet und weist somit den vorstehend beschriebenen Aufbau gemäss Fig. 4 auf.
Es hat sich auch für den zweiten Spannungswechselrichter 27 als vorteilhaft erwiesen,
die Schaltfrequenz der aktiven Schaltelemente des zweiten Spannungswechselrichters
27 im Bereich zwischen 300 Hz und 2000 Hz zu wählen, um die durch die Schaltvorgänge
der aktiven Schaltelemente generierten Oberschwingungen möglichst gering zu halten.
In einer in Fig. 3c gezeigten fünften Ausführungsform des erfindungsgemässen
Stromrichtersystems ist der zweite Spannungswechselrichter 27 eingangsseitig mit
dem ersten und zweiten Eingangsanschluss 23a, 23b des ersten Spannungswechselrichters
5 verbunden ist. Zudem ist der zweite Spannungswechselrichter 27 mit dem Mittelpunktanschluss
4 eingangseitig verbunden. Ausgangsseitig ist der zweite Spannungswechselrichter
27 anstelle des Mittelpunktanschlusses 4 an den ersten Anschluss 22a der Primärwicklung
8 des Transformators 7 angeschlossen, so dass eine Parallelschaltung des zweiten
Spannungswechselrichters 27 zu dem ersten Spannungswechselrichter 5 gebildet ist.
Durch diese Parallelschaltung wird der Leistungsfluss des Stromrichtersystems eingangseitig
auf die beiden Spannungswechselrichter 5, 27 aufgeteilt, so dass jeder einzelne
Spannungswechselrichter 5, 27, insbesondere deren Schaltelemente, weniger stark
belastet wird. Der zweite Spannungswechselrichter 27 ist ebenfalls, wie der erste
Spannungswechselrichter 5, als Stufenschaltung zur Erzeugung dreier Schaltspannungsniveaus
ausgebildet und weist somit den vorstehend beschriebenen Aufbau gemäss Fig. 4 auf.
In Fig. 5 ist eine Ausführungsform eines erfindungsgemässen Windenergiesystems,
insbesondere mit einem Gleichspannungsübertragungssystem 17 gezeigt. Das Windenergiesystem
gemäss Fig. 5 umfasst mindestens eine Windenergieanlage 13, die je einen von einem
der Übersichtlichkeit wegen in Fig. 5 nicht gezeigten Rotor angetriebenen Generator
14 aufweist, der über eine Gleichrichtereinheit 15 an das Gleichspannungsübertragungssystem
17 angeschlossen ist. Gemäss Fig. 5 ist das Gleichspannungsübertragungssystem
17 mit einer Stromrichternetzkopplungsstation 18 verbunden, die der Ankopplung über
einen Netztransformator 19 an ein gängiges elektrisches Versorgungsnetz 20 dient.
Zur Verringerung der Verluste des Gleichspannungsübertragungssystems
17 des Windenergiesystems ist die Gleichrichtereinheit 15 über ein Stromrichtersystem
nach der Erfindung zur Erhöhung der Gleichspannung, insbesondere der Übertragungsgleichspannung
des Gleichspannungsübertragungssystems 17, mit dem Gleichspannungsübertragungssystem
17 verbunden. Diese Erhöhung der Übertragungsgleichspannung wirkt sich besonders
vorteilhaft bei Gleichspannungsübertragungssystemen mit langen Übertragungswegen
aus, wie sie oft bei Off-Shore Anwendungen von Windenergiesystemen vorkommen. Zum
einem, da Verluste, insbesondere Wärmverluste, die bei zu niedriger Übertragungsgleichspannung
durch einen grossen Strom bedingt durch die hohe zu übertragende Leistung hervorgerufen
werden, bei einer erhöhten Übertragungsgleichspannung minimiert werden. Zum anderen,
um Material, beispielsweise Leitungsmaterial einzusparen, welches bei zu niedriger
Übertragungsgleichspannung und gleichzeitig hoher zu übertragender Leistung benötigt
wird, um den entsprechend hohen Strom bewältigen zu können.
Gemäss Fig. 5 werden bei höheren Leistungen mehrere Windenergieanlagen
13 eingesetzt, wobei erfindungsgemäss die Gleichrichtereinheiten 15 über eine Gleichspannungsverschienung
16 parallel geschaltet sind, um vorteilhaft eine redundante Einspeisung der Gleichrichtereinheiten
15 zu erreichen
Bei dem erfindungsgemässen Windenergiesystem gemäss Fig. 5 hat es
sich darüber hinaus als vorteilhaft erwiesen, dass der Umrichters 6 des Stromrichtersystems
vorzugsweise aktive Schaltelemente und/oder passive Schaltelemente aufweist, wobei
mittels aktiver Schaltelemente, insbesondere mittels ansteuerbarer Halbleiterschalter
die Übertragungsgleichspannung vorteilhaft durch eine geeignete Ansteuerung in
der Höhe variiert werden kann.
Bei Windenergiesystemen, die extremen Einflüssen wie Temperaturschwankungen
und/oder Klima- und Umwelteinflüssen unterworfen sind, weist der Umrichters 6 vorzugsweise
passive Schaltelemente, insbesondere Dioden auf. Durch den Einsatz von diesen
passiven Schaltelementen wird erreicht, dass beispielsweise Ansteuerschaltungen
für die Schaltelemente entfallen können, was insbesondere den Wartungsaufwand und
eine mögliche Ausfallrate beispielsweise bei Off-Shore Anwendungen von Windenergiesystemen,
welche wegen der auftretenden Wetterbedingungen im Meer nur zu bestimmten Jahreszeiten
gewartet werden, erheblich verringert. Zudem wird die Erhöhung der Übertragungsgleichspannung
sehr einfach und mit geringem Schaltungsaufwand erzielt, da eine mögliche Mitwirkung
der Gleichrichtereinheit 15 an der Übertragungsgleichspannungserhöhung nicht erfolgt
und damit ein erheblicher Kosten-, Isolations- und Schaltungsaufwand durch Neuauslegung
und Austausch leistungselektronischer Schaltelemente der Gleichrichtereinheit
15 entfällt.
Es versteht sich, dass der Fachmann andere als die im Ausführungsbeispiel
angegebenen Blöcke, Einheiten und Signale mit gleicher Wirkung verwenden kann.
Bezugszeichenliste
- 2
- Teilstromrichtersystem
- 3
- Gleichspannungskreis
- 4
- Mittelpunktanschluss
- 5
- erster Spannungswechselrichter
- 6
- Umrichter
- 7
- Transformator
- 8
- Primärseite
- 9
- Sekundärseite
- 10
- Resonanzkapazität
- 11
- Gleichspannungsfilterschaltung
- 12
- Oberschwingungsfilterschaltung
- 13
- Windenergieanlage
- 14
- Generator
- 15
- Gleichrichtereinheit
- 16
- Gleichspannungsverschienung
- 17
- Gleichspannungsübertragungssystem
- 18
- Stromrichternetzkopplungsstation
- 19
- Netztransformator
- 20
- elektrisches Versorgungsnetz
- 21a, 21b
- Gleichspannungskapazität
- 22a
- erster Anschluss der Primärseite des Transformators
- 22b
- zweiter Anschluss der Primärseite des Transformators
- 23a,
- erster Eingangsanschluss des ersten Spannungswechselrichters
- 23b
- zweiter Eingangsanschluss des ersten Spannungswechselrichters
- 23c
- dritter Eingangsanschluss des ersten Spannungswechselrichters
- 24
- Mittelpunktspannungsstufe
- 25
- erste Schaltstufe
- 26
- zweite Schaltstufe
- 27
- zweiter Spannungswechselrichter