Technisches Gebiet
Tiermedizin/Medizintechnik
Problemstellung
Die Magendrehung des Hundes ist eine perakut verlaufende Erkrankung
meist großer Hunde, die ohne rasche chirurgische Intervention zum Tod des Tieres
führt.
Es handelt sich um eine übermäßige Gärung von im Magen befindlichen
Futtermassen, die zu massiver Aufgasung, Organverlagerung und Tod durch Kreislaufversagen
innerhalb weniger Stunden führt.
Ziel der Operation ist die möglichst rasche Entleerung des Magens
mit nachfolgender Rückdrehung.
Da eine Magensonde in aller Regel durch die Abdrehung nicht über den
Schlund in den Magen vorgeschoben werden kann erfolgt die Magenentleerung normalerweise
über einen Bauchschnitt mit anschließender chirurgischer Öffnung der Magenwand.
Stand der Technik
Die derzeitigen auf dem Markt befindlichen chirurgischen Sauger sind
mit dem Absaugen des Mageninhaltes eines Hundes überfordert.
Dies liegt vor allem an der durch mangelndes Kauen bedingten, sich
durch Aufquellen im Magen weiter steigernden Teilchengröße (z. T. mehrere Zentimeter),
so daß alle konventionellen Saugleitungen (Innendurchmesser ca. 5 bis 7 mm) in Kürze
verstopfen.
Die Entleerung über eine Magensonde (sofern in den Magen vorschiebbar)
scheitert an den gleichen Verhältnissen.
Derzeit wird der Mageninhalt daher von Hand mittels verschiedener
Gerätschaften (Löffeln, Schälchen, etc.) Stück für Stück über den Magenschnitt entfernt,
was einerseits bei z.T. mehreren Litern Inhalt langwierig ist (ca. 30 Min.) und
andererseits mit einem hohen Risiko der Kontaminierung der umliegenden Bauchhöhle
einhergeht (tropfende Instrumente, Verschütten beim Herauslöffeln, Überlaufen beim
ersten Eintauchen von Hilfsmitteln in den Magen).
Problemlösung
Das Absaugrohr nach Breuer löst all diese Probleme.
Die Überlegung, einen sterilisierbaren Aufsatz für einen handelsüblichen
Naßstaubsauger zu entwickeln, der in jeder Praxis für Reinigungsaufgaben zu finden
ist und über genügend Kraft und Volumen verfügt, um auch größere Brocken und mehrere
Liter Futterbrei ohne Mühe aus dem Magen zu entfernen, ist neu.
Durch die Verwendung von Edelstahl ist ein problemloses Autoklavieren
(Sterilisieren) möglich, so daß ein den chirurgischen Erfordernissen angemessenes
hygienisches Arbeiten ermöglicht wird.
Der aufgesetzte Drahtkorb verhindert eine Verletzung der Magenwand
durch Ansaugen, ohne diesen könnte sich der gesamte Querschnitt des Rohres am Magen
festsaugen, was aufgrund der hohen Saugkraft des Naßstaubsaugers gegebenenfalls
zu ernsthaften Schäden führt.
Durch den großen Querschnitt des Absaugrohres können auch große Futterteile
passieren.
Im Einsatz wird das Rohr an den Saugschlauch eines Naßstaubsaugers
(Standard-Nennweite 35 mm) angeschlossen, der mit einer handelsüblichen sterilen
Schlauchfolie aus dem Medizinbedarf überzogen wird, welche am sterilen Absaugrohr
festgeklebt wird und somit auch den unsterilen Saugschlauch weiträumig steril umkleidet
(Länge 2 m).
Über einen Schnitt in der Magenwand wird das Absaugrohr dann in den
Magen eingeführt und dessen Inhalt in kürzester Zeit (1 bis 2 Minuten) komplett
abgesaugt, wobei das Risiko einer Kontamination der Bauchhöhle auf ein Minimum reduziert
werden kann. Dies verkürzt die Operationsdauer erheblich und sorgt so für eine verbesserte
Überlebensrate bei vermindertem Risiko postoperativer Komplikationen (Bauchfellentzündung).
Beschreibung
Das Absaugrohr nach Breuer besteht aus einem 33 cm langen Edelstahlrohr
mit einem Innendurchmesser von 35 mm und einer Materialstärke von 1,5 mm. Der Innendurchmesser
ermöglicht die problemlose Verbindung mit einem Saugschlauch der Standard-Nennweite
35 mm.
An einer Seite ist ein den Außendurchmesser des Rohres etwas überragender
kugeliger Edelstahlkorb (Durchmesser ca. 45 mm) angebracht.
Dieser besteht aus zwei sich in der Aufsicht im rechten Winkel kreuzenden
und im Rohrinneren angeschweißten Edelstahldrähten (Materialstärke 2mm).