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Dokumentenidentifikation DE10226846B4 12.05.2005
Titel Verwendung eines Komponentensystems zum Färben von Jeans-Stoffen
Anmelder Brauns-Heitmann GmbH & Co. KG, 34414 Warburg, DE
Erfinder Gibbels, Uwe, Dr., 34414 Warburg, DE
Vertreter Patentanwälte Maxton Langmaack & Partner, 50968 Köln
DE-Anmeldedatum 15.06.2002
DE-Aktenzeichen 10226846
Offenlegungstag 08.01.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 12.05.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.05.2005
IPC-Hauptklasse D06P 1/52
IPC-Nebenklasse D06P 3/58   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines Komponentensystems zum Färben von Jeans-Stoffen, welches eine Farbstoffkomponente und eine zweite, eine Farbstoffüberschuß entfernende Komponente umfaßt.

Jeans-Stoffe weisen die Besonderheit auf, daß für Jeans-Gewebe eingefärbte Kettfäden verwendet werden, wohingegen die verwendeten Schußfäden aus nichteingefärbter Baumwolle bestehen. Diese Besonderheit der Jeans-Gewebe verursacht Probleme bei einer nachträglichen Färbung von Jeans-Stoffen. Denn durch die bekannten Produkte zum Nachfärben/Färben von Jeans-Stoffen wird nach dem Färbevorgang ein höchst unbefriedigendes Ergebnis erzielt, da durch die bekannten Färbemittel Kett- und Schußfäden in Jeans-Stoffen gleichmäßig gefärbt werden, so daß in dem nachgefärbten bzw. neugefärbten Jeans-Stoff der eigentliche Jeans-Charakter verloren gegangen ist. Das Resultat ist ein einfach und billig aussehendes Produkt.

DE 197 23 661 A1 offenbart ein Verfahren zur Behandlung von gefärbtem Zellulosematerial durch Fixierung von Substantivfarbstoffen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man das Fasermaterial vor, während oder nach der Färbung mit einer Flotte behandelt, die ein Homo- oder Copolymer, welches durch Polymerisation von N-Vinylformamid oder N-Vinylacetamid und gegebenenfalls weitere in den Ansprüchen genannten copolymerisierbaren Monomeren erhältlich ist, aufweist. Hierdurch würden die erhaltenen Färbungen und Drucke verbesserte Naßechtheiten aufweisen.

EP 0 812 949 A2 offenbart ein Verfahren zur Behandlung von gefärbtem Zellulosematerial durch Fixierung von Reaktivfarbstoffen oder Substantivfarbstoffen, wobei das Fasermaterial vor, während oder nach der Färbung mit einer Flotte, welche spezielle Homo- oder Copolymere aufweist, behandelt wird, wodurch ebenfalls eine verbesserte Naßechtheit erzielt wird.

WO 01/53600 A1 schließlich offenbart eine Färbeschutzmischung, welche insbesondere Denim-Stoffe vor Farbverlust schützen soll. Diese Farbschutzmischung umfaßt speziell ausgebildete Polymere oder Copolymere, umfassend lineare, zyklische oder aber Mischungen solcher Untereinheiten. Hierdurch wird besonders bei Denim-Stoffen eine Bleichung und ein Farbverlust durch Abrieb oder mechanische Beanspruchung gemindert.

Um eine möglichst gute Echtfarbwirkung zu erzielen, werden Reaktiv-Farbstoffe eingesetzt. Diese Reaktiv-Farbstoffe zeichnen sich dadurch aus, daß über reaktionsfreudige Gruppen mit funktionellen Gruppen der jeweiligen Fasern, beispielsweise Baumwolle, kovalente Bindungen gebildet werden. Hierdurch wird eine feste Verbindung des Farbstoffs mit der betreffenden Faser erzielt. Das Resultat sind echte, hochbrillante Textilfärbungen. Werden Jeans-Stoffe mit Reaktiv-Farbstoffen als Textilfarben nach- bzw. eingefärbt, ist das erzielbare Ergebnis von der eingesetzten Menge der Textilfarbe abhängig. Wird zuviel Textilfarbe, basierend auf Reaktiv-Farbstoffen, zugesetzt, so wird das Jeans-Gewebe gleichmäßig gefärbt, und der Jeans-Effekt geht verloren. Wird jedoch zuwenig Textilfarbe, basierend auf Reaktiv-Farbstoffen, zudosiert, ist so gut wie kein Effekt erkennbar.

Aufgrund der vorbeschriebenen Wirkung ist daher eine Färbung mit Textilfarben, welche eine Echtfärbung erzielen, in der Anwendung für den Kunden, in aller Regel den Endverbraucher, ausgesprochen problematisch, da eine genaue Dosierung der Menge der für die Färbung einzusetzenden Textilfarbe vorgenommen werden muß. Dies macht den Einsatz derartiger Textilfarben kompliziert, und die Akzeptanz bei den angesprochenen Endverbrauchern ist entsprechend gering.

Weiterhin kommt erschwerend hinzu, daß sich die Jeans-Gewebe untereinander unterscheiden, so daß eine exakte Vorhersage der zuzudosierenden Menge auf selten des Herstellers als Empfehlung an den Endverbraucher kaum vorgenommen werden kann.

Der vorliegenden Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein Komponentensystem zur Färbung von Jeans-Stoffen zur Verfügung zu stellen, welches die vorgenannten Nachteile nicht aufweist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Verwendung eines Komponentensystems zum Färben von Jeans-Stoffen, umfassend eine Farbstoffkomponente, und eine zweite, eine einen Farbstoffüberschuß entfernende Komponente, wobei die Farbstoffkomponente 85 bis 99,5 Gew% eines Salzes, 0,2 bis 14,5 Gew% eines Entstaubungsmittels und 0,2 bis 8 Gew% eines Farbstoffes umfasst, und wobei die zweite Komponente 80 bis 99 Gew% eines Salzes und 0,2 bis 15 Gew% eines Polyvinylpolymeren umfasst, wobei die Gewichtsprozente jeweils bezogen sind auf die Gesamtmenge der jeweiligen Komponenten, und wobei das Verhältnis der zugesetzten Menge (in Gewichtsprozent) des Farbstoffes zu derjenigen des Polyvinylpolymeren in einem Bereich von 1 : 10 bis 5 : 1 liegt. Bevorzugt umfaßt die Farbstoffkomponente 90 bis 99,5 Gew%, weiter bevorzugt 95 bis 99 Gew% eines Salzes, 0,5 bis 5 Gew% eines Entstaubungsmittels und 0,5 bis 5 Gew%, weiter bevorzugt 0,5 bis 3 Gew% eines Farbstoffes. Die zweite Komponente umfasst bevorzugt 90 bis 99 Gew% eines Salzes und 0,5 bis 5 Gew%, weiter bevorzugt 0,5 bis 4 Gew% eines Polyvinylpolymeren. Des weiteren umfasst die zweite Komponente bevorzugt bis zu 10 Gew% eines Tensides, weiter bevorzugt 0,2 bis 3 Gew%.

Bevorzugt liegt das Verhältnis der zugesetzten Menge des Farbstoffs zu derjenigen des Polyvinylpolymeren in einem Bereich von 1:6 bis 4:1, weiter bevorzugt 1:6 bis 1:1. Weiter bevorzugt ist der Farbstoff ein Substantivfarbstoff.

Ein Substantivfarbstoff (auch Direkt-Farbstoff genannt) ist ein in aller Regel wasserlöslicher Farbstoff, welcher in Substanz auf die betreffende Faser aufzieht. Hierbei werden zu der zu färbenden Faser keine kovalenten Bindungen wie im Falle von Reaktiv-Farbstoffen eingegangen, vielmehr erfolgt eine Bindung des Farbstoffs an die jeweiligen Faser aufgrund von elektrostatischen, sterischen oder sonstigen Wechselwirkungen zwischen der Faser und den Farbstoffmolekülen.

Das Komponentensystem hat den großen Vorteil, daß eine genaue Dosierung des zuzusetzenden Farbstoffs bzw. der Farbstoffkomponente im Unterschied zu bekannten Farbstoffen nicht mehr notwendig ist. Ganz gleich, ob eine einzelne Jeans-Hose oder aber eine Jeans-Hose mit einer Jeans-Jacke sowie weiteren Jeans-Stoffen gewaschen wird, kann immer die gleiche Menge der Farbstoffkomponente und der zweiten Komponente eingesetzt werden, wobei dann jeweils eine Färbewirkung erzielt wird, durch welche der Jeans-Charakter des zu färbenden Gewebes weitgehend erhalten bleibt. Das Komponentensystem ist daher ausgesprochen einfach und vielseitigst auch auf unterschiedliche Jeans-Stoffe anzuwenden.

Durch die im Komponentensystem vorgenommene Einstellung des Verhältnisses der zugesetzten Menge des Farbstoffs der Farbstoffkomponente zu derjenigen des Polyvinylpolymeren der zweiten Komponente wird eine Färbung von Jeans-Stoffen ermöglicht, durch welche der Jeans-Effekt erhalten bleibt. Das Polyvinylpolymere kann bei den angegebenen Verhältnissen einen auf dem gefärbten Textil vorhandenen Farbstoffüberschuß entfernen, da durch das Polyvinylpolymeren eine starke Komplexverbindung mit den zugesetzten Farbstoffen eingegangen wird. Hierdurch wird der vorhandene Farbstoffüberschuß sehr einfach und gründlich von dem gefärbten Jeans-Stoff abgezogen. Gleichzeitig ist durch das genannte Verhältnis auch sichergestellt, daß nicht übermäßig viel Farbstoff abgezogen wird. Erstaunlicherweise hat sich gezeigt, daß mit dem Komponentensystem ausgesprochen farbechte gefärbte Jeans-Stoffe erhalten werden können, ein Effekt, den der Fachmann eigentlich nur bei der Verwendung von Reaktiv-Farbstoffen erwartet hätte. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß eine relativ geringe Menge an Farbstoffen eingesetzt wird, welche eine hohe Affinität zu dem zu färbenden Jeans-Stoff aufweisen. Darüber hinaus lassen sich mit dem Komponentensystem gefärbte Jeans-Stoffe erhalten, welche ausgesprochen hohe Werte für die Wasserechtheit, Waschechtheit bei 40°C und die Schweißechtheit aufweisen.

Bevorzugt ist das Polyvinylpolymere der zweiten Komponente ein Homopolymer, insbesondere Polyvinylpyridin-N-Oxid, und/oder ein Copolymer, weiter bevorzugt ein Copolymer, hergestellt aus Monomeren, ausgewählt aus einer Gruppe umfassend 1-Vinylimidazol und/oder 1-Vinyl-2-Pyrrolidon. Derartige Polyvinylcopolymere nehmen vorteilhafterweise den gesamten Farbüberschuß, welcher sich auf dem gefärbten Jeans-Stoff befindet, ab, jedoch nicht so vollständig, daß die gesamte aufgebrachte Textilfarbe vollständig abgenommen wird. Polyvinylcopolymere der genannten Substanzklasse ergeben gefärbte Jeans-Stoffe, welche auch nach dem Färben einen Jeans-Charakter aufweisen.

Bevorzugt weist die zweite Komponente des Komponentensystems weniger als etwa 2 Gew% des Polyvinylpolymeren auf. Derartige Mengen des Polyvinylpolymeren in der zweiten Komponente weisen insbesondere unter Berücksichtigung des Verhältnisses derselben zu der zugesetzten Menge an Farbstoff in der Farbstoffkomponente hervorragende Eigenschaften insbesondere in bezug auf die Erreichung eines jeanstypischen Färbecharakters auf. Des weiteren weisen die mit Polyvinylpolymeren der genannten Menge gefärbten Jeans-Stoffe insbesondere eine sehr hohe Waschechtheit auf, d.h. auch nach mehrmaligem Waschen ist keine starke Entfärbung festzustellen.

Die genannten und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden Beispiele verdeutlicht.

Original-Jeans verschiedener Markenhersteller wurden unter unterschiedlichen Bedingungen in unterschiedlichen Waschmaschinen mit den folgenden Farbstoffkomponenten bzw. zweiten Komponenten behandelt:

Farbstoffkomponente A

Die in der Farbstoffkomponente A verwendeten Farbstoffe sind Reaktiv-Farbstoffe. Der Farbstoff setzt sich aus 16,67 Gew% Rot RB gran. 133, 74,07 Gew% Marineblau GG gran. 133 und 9,26 Gew% Brillantblau R spez. zusammen, wobei die Gewichtsprozente jeweils auf die Gesamtmenge des Farbstoffs bezogen sind. Die einzelnen genannten im Farbstoff enthaltenen Farbstoffbestandteile stammen von der Firma DyStar Textilfarben GmbH & Co., Leverkusen, Deutschland.

0,35 g des vorstehend definierten Farbstoffes wurden zusammen mit 675 g Natriumchlorid als Salz und 75 g Metasilikat (Hersteller: SILMACO N.V., Lanaken, Belgien) als Alkali-Fixierer sowie 0,25 g Pluriol E 400 (BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen), einem Polyethylenglykol, als Entstaubungsmittel gemischt. Die so gewonnene Farbstoffkomponente A diente als Vergleichssubstanz.

Farbstoffkomponente B

Der Farbstoff der Farbstoffkomponente B setzte sich zusammen aus 4,68 Gew% Sirius Blau S-BRR, 4,08 Gew% Telon Marine AMF, 4,68 Gew% Sirius Schwarz OB-V, 1,20 Gew% Isolan Schwarz 2S-LDN, 1,20 Gew% Sirius Rubin K-2BL, 0,30 Gew% Telon Gelb A3RL sowie 83,86 Gew% Natriumsulfat. Die vorgenannten Farbstoffe sind sämtliche substantive Farbstoffe und stammen von der Firma DyStar Textilfarben GmbH & Co., Leverkusen, Deutschland. 4 g dieser Farbstoffmischung wurden mit 145 g Natriumchlorid (Firma BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Deutschland) und 1 g Pluriol E 400 vermengt.

Zweite Komponente

Als zweite Komponente wurden Mischungen verwendet von 0,6 g Ninol LMP (Firma STEPAN EUROPE, Voreppe, Frankreich), ein Tensid auf der Basis von Alkylolamiden und Alkylolaminen, und 0,9 Marlon ARL (Firma Brenntag GmbH, Mülheim, Deutschland), ein Tensid auf der Basis von Mischungen aus Benzolsulfonsäuren mit C10-C13-Alkylderivaten sowie Natriumtoluolsulfonat (Beispiele A1, A2, B1 und B2), bzw. 1,5 g Ninol LMP und 2,25 g Marlon ARL (Beispiel C1) mit 1 g Sokalan HP 56-Granulat (BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen, Deutschland) (Muster B1), 10 g Sokalan HP 56-Granulat (Beispiel B2), 20 g Sokalan HP 56-Granulat (Beispiele A1 und C1) sowie 5 g Sokalan HP 56-Granulat (Beispiel A2) eingesetzt. Sokalan HP 56-Granulat ist ein Polyvinylpyrrolidon, gewonnen aus 1-Vinyl-imidazol und 1-Vinyl-2-Pyrrolidon. Diese Mischungen wurden auf eine Menge von 150 g aufgefüllt mit Natriumchlorid als Salz.

Mit den vorgenannten Mischungen wurden unterschiedliche Jeans-Stoffe gefärbt:

Beispiel A

Hier wurde eine Original-Jeans der Marke "Revils" gefärbt. Zunächst wurde im Beispiel A0 als Standardmuster eine Original-Jeans der Marke "Revils" bei 40°C mit einem handelsüblichen Vollwaschmittel, beispielsweise der Marke "Ariel", Henkel KGaA, Düsseldorf, Deutschland, gewaschen. Das Waschen erfolgte in einer Waschmaschine der Marke "AEG 70529", Firma AEG-Hausgeräte, Nürnberg, Deutschland.

Im Beispiel A1 wurde die "Revils"-Jeans mit der Farbstoffkomponente B bei 40°C gefärbt, wobei anschließend bei 40°C nachgewaschen wurde mit der zweiten Komponente, bestehend aus 20 g Sokalan HP 56-Granulat, 0,6 g Ninol LMP, 0,9 g Marion ARL, wobei dieses Gemisch aufgefüllt wurde auf eine Menge von 150 g durch Natriumchlorid als Salz.

Im Beispiel A2 wurde wiederum mit der Farbstoffkomponente B bei 40°C die Original-Jeans gefärbt und anschließend bei 40°C nachgewaschen mit einer zweiten Komponente gemäß Beispiel A1, wobei jedoch statt 20 g Sokalan HP 56-Granulat nunmehr nur 5 g Sokalan HP 56-Granulat verwendet wurde, wobei entsprechend mehr Natriumchlorid als Salz zugegeben wurde.

Beispiel B

Als Standard diente hier eine Original-Jeans der Marke "Pioneer", welche bei 40°C mit einem handelsüblichen Vollwaschmittel der Marke "Ariel", Procter & Gamble, Schwalbach, Deutschland, gewaschen wurde.

Im Beispiel B1 wurde die Farbstoffkomponente B zur Färbung bei 40°C in einer Waschmaschine der Marke "Primavera" der Firma Miele & Cie GmbH & Co KG, Gütersloh, Deutschland, gefärbt und anschließend bei 40°C nachgewaschen mit einer Mischung aus 0,6 g Ninol LMP, 0,9 g Marlon ARL, 1 g Sokalan HP 56-Granulat, wiederum aufgefüllt auf eine Menge von 150 g mit Natriumchlorid als Salz, als zweite Komponente.

Entsprechend wurde im Beispiel B2 verfahren, jedoch wurde hier 10 g Sokalan HP 56-Granulat verwendet und entsprechend weniger Natriumchlorid als Salz zugesetzt.

Beispiel C

Als Standard diente Beispiel C0, nämlich eine Original-Jeans der Marke "Levi Strauss", gewaschen bei 40°C mit einem handelsüblichen Vollwaschmittel der Marke "Ariel", Procter & Gamble, Schwalbach, Deutschland.

In einer Waschmaschine "W 935" der Firma Miele & Cie GmbH & Co KG, Gütersloh, Deutschland, wurde in Beispiel C1 die Farbstoffkomponente B zur Färbung der Original"Levi Strauss"-Jeans bei 40°C verwendet, wobei anschließend bei 40°C nachgewaschen wurde mit einer Mischung aus 20 g Sokalan HP 56-Granulat, 1,5 g Ninol LMP und 2,25 g Marlon ARL, jeweils aufgefüllt auf 150 g durch eine entsprechende Zugabe von Natriumchlorid als Salz.

Im Beispiel C2 wurde bei 40°C in einer Waschmaschine "W 935" der Firma Miele & Cie GmbH & Co KG, Gütersloh, Deutschland, unter Verwendung der Farbstoffkomponente A bei 40°C die Original-Jeans gefärbt und anschließend bei 40°C nachgewaschen mit einem handelsüblichen Waschmittel der Marke "Ariel", Firma Procter & Gamble, Schwalbach, Deutschland.

In Beispiel C3 wurde in einer Waschmaschine der Marke "Primavera" der Firma Miele & Cie GmbH & Co KG, Gütersloh, Deutschland, die Farbstoffkomponente B zur Färbung bei 40°C der Original-Jeans verwendet, wobei anschließend bei 40°C nachgewaschen wurde mit einem handelsüblichen Vollwaschmittel der Marke "Ariel" der Firma Procter & Gamble, Schwalbach, Deutschland.

Die solchermaßen gewaschenen und gefärbten unterschiedlichen Jeans wurden auf die Wasserechtheit gemäß DIN EN ISO 105-E01, Waschechtheit gemäß DIN EN ISO 105-C06 bei 40°C und Schweißechtheit gemäß DIN ISO EN 105-E04 überprüft. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 1 bis 3 wiedergegeben.

1. Wasserechtheit
2. Waschechtheit bei 40°C
3. Schweißechtheit

In den Tabellen 1 bis 3 steht

WO
für Wolle,
PAN
für Polyacryl,
PES
für Polyester,
PA
für Polyacetat,
CO
für Baumwolle und
CA
für Acetat.

Wie man insbesondere den Tabellen 1 und 2 entnehmen kann, weist die Mischung C3, in welcher ein handelsübliches Vollwaschmittel verwendet wurde, die schlechtesten Werte für die Wasserechtheit und Waschechtheit bei 40°C auf. Der gefärbte Jeans-Stoff gemäß Beispiel C2, bei welchem ein Reaktiv-Farbstoff (Farbstoff A) zum Einsatz kam, wies zwar sowohl für die Wasserechtheit, Waschechtheit als auch Schweißechtheit hervorragende Werte auf, welche dem Standard CO entsprachen, jedoch hatte die entsprechend gefärbte Jeans ein sehr "billiges" Aussehen, da sie gleichmäßig eingefärbt war, d.h. sowohl Kett- als auch Schußfaden vollständig und gleichmäßig gefärbt waren. Einen Jeans-Charakter wies die gefärbte Jeans gemäß Beispiel C2 nicht mehr auf.

Sämtliche weiteren Beispiele A1, A2, B1, B2 und C1 wiesen den typischen Jeans-Charakter auf. Allerdings konnte festgestellt werden, daß je höher der Anteil des zugesetzten Polyvinylpolymeren in der zweiten Komponente war, eine etwas stärkere Entfärbung der frischgefärbten Original-Jeans auftrat. In dieser Hinsicht optimale Ergebnisse lieferten die Beispiele A2 und B1. Im Hinblick auf die überprüften Kriterien Wasserechtheit, Waschechtheit bei 40°C und Schweißechtheit konnten sämtliche der Beispiele A1, A2, B1, B2 und C1 überzeugen. In jeder Hinsicht zufriedenstellende Ergebnisse konnten insbesondere gemäß Beispiel A2 erzielt werden.

Als besonders vorteilhaft hat sich ein Komponentensystem herausgestellt, welches in seiner Farbstoffkomponente weniger als 1 Gew% Entstaubungsmittel und weniger als 3 Gew% Farbstoff, wobei die Restmenge durch Salz, bevorzugt Natriumchlorid, gebildet wird, und in seiner zweiten Komponente weniger als 0,5 Gew% Tensid und weniger als 4 Gew% Polyvinylpolymeren, wobei die Restmenge durch Salz, bevorzugt Natriumchlorid, gebildet wird, aufweist, wobei die jeweiligen Gewichtsprozent-Angaben bezogen sind auf die Gesamtmenge der jeweiligen Komponenten.


Anspruch[de]
  1. Verwendung eines Komponentensystems, umfassend eine Farbstoffkomponente und eine zweite, eine einen Farbstoffüberschuß entfernende Komponente, wobei die Farbstoffkomponente 85 bis 99,5 Gew% eines Salzes, 0,2 bis 14,5 Gew% eines Entstaubungsmittels und 0,2 bis 8 Gew% eines Farbstoffes umfaßt, und wobei die zweite Komponente 80 bis 99 Gew% eines Salzes und 0,2 bis 15 Gew% eines Polyvinylpolymeren umfaßt, wobei die Gewichtsprozente jeweils bezogen sind auf die Gesamtmenge der jeweiligen Komponenten, und wobei das Verhältnis der zugesetzten Menge (in Gew%) des Farbstoffs zu derjenigen des Polyvinylpolymeren in einem Bereich von 1:10 bis 5:1 liegt, zum Färben von Jeans-Stoffen.
  2. Verwendung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis in einem Bereich von etwa 1:6 bis etwa 4:1 liegt.
  3. Verwendung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Polyvinylpolymer ein Homopolymer und/oder Copolymer ist.
  4. Verwendung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Polyvinylpolymer ein Copolymer ist, hergestellt aus Monomeren, ausgewählt aus einer Gruppe umfassend 1-Vinylimidazol und/oder 1-Vinyl-2-Pyrrolidon.
  5. Verwendung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbstoffkomponente weniger als etwa 1 Gew%, bezogen auf die Gesamtmenge der Komponente, Farbstoff umfaßt.
  6. Verwendung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Komponente weniger als etwa 2 Gew% des Polyvinylpolymeren umfaßt.
  7. Verwendung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff ein substantiver Farbstoff ist.
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