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Dokumentenidentifikation DE10343079B3 19.05.2005
Titel Winde für eine Baumaschine
Anmelder Bauer Maschinen GmbH, 86529 Schrobenhausen, DE
Erfinder Pöckl, Rudolf, Dipl.-Ing. (univ.), 86529 Schrobenhausen, DE;
Lanzl, Martin, Dipl.-Ing.(FH), 85051 Ingolstadt, DE
Vertreter Weber & Heim Patentanwälte, 81479 München
DE-Anmeldedatum 17.09.2003
DE-Aktenzeichen 10343079
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.2005
IPC-Hauptklasse E02F 9/00
IPC-Nebenklasse B66D 1/36   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Winde für eine Baumaschine, mit einer Seiltrommel zum Aufnehmen eines Seils und einem Windenbock, an dem die Seiltrommel um eine Drehachse drehbar gelagert ist. Dabei ist die Seiltrommel gegenüber dem Windenhbock um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert, die quer zur Drehachse der Seiltrommel gerichtet ist. Die Erfindung betrifft ferner eine Baumaschine mit eine Winde und ein Verfahren zum Betrieb einer Winde.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Winde zum Betätigen eines Hubseils zum Tragen eines Bodenbearbeitungswerkzeuges für eine Baumaschine, mit einer Seiltrommel zum Aufnehmen des Seils, einem Windenrahmen, in dem die Seiltrommel um eine Drehachse drehbar gelagert ist, einem Windenbock, gegenüber dem der Windenrahmen mit der Seiltrommel über ein Schwenkgelenk um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist, welche quer zur Drehachse der Seiltrommel gerichtet ist, und einem Stellantrieb zum aktiven Verschwenken der Seiltrommel um die Schwenkachse, wobei der Stellantrieb zwei Hydraulikzylinder aufweist, die beiderseits von zwei Stirnseiten der Seiltrommel am Windenrahmen angelenkt sind.

Die Erfindung betrifft ferner eine Baumaschine mit einem Grundkörper, einem am Grundkörper angeordneten Mast und einem Seil, das am Mast geführt ist. Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer Winde.

Es sind Baumaschinen mit einem Bodenbearbeitungswerkzeug, beispielsweise einer Bohrschnecke, einem Verdrängerbohrer, einem Soil-Mixing-Gestänge und/oder einem Bohrgestänge bekannt, das an einem Mast geführt und von einem Hubseil getragen wird, wobei zum Antrieb des Hubseils eine Seilwinde vorgesehen ist. Zum Erstellen von Schrägbohrungen, insbesondere bei der Herstellung von Schrägpfählen, kann der Mast solcher Baumaschinen gegenüber einer Längsachse eines Bauwagens definiert in einer Querrichtung um einen Neigungswinkel neigbar sein. Eine solche Mastneigung kann zu einer Lageänderung des Hubseils bezüglich dem Bauwagen führen, was eine Biegebeanspruchung des Hubseils beim Einlauf in die Seilwinde zur Folge haben kann.

Insbesondere bei der Verwendung schwerer Bodenbearbeitungswerkzeuge werden große Windenzugkräfte benötigt, was wiederum den Einsatz stärkerer Seile bedingt. Diese Seile besitzen häufig eine geringe Elastizität, so dass die aufgrund der Mastneigung auftretende Biegebeanspruchung beim Einlauf in die Winde zu einem unakzeptablen Verschleiß der Seile oder gar zu einem Betrieb mit einer kritischen Belastung bei geneigtem Mast führen kann.

Eine gattungsgemäße Seilwinde ist aus der WO 03/053821 A1 bekannt. Diese Druckschrift beschreibt eine Seilwindenanordnung mit einer um eine Schwenkachse verschwenkbaren Seiltrommel. Die Schwenkachse schneidet dabei die Trommelachse so, dass die Trommelachse bei Verschwenkung der Seiltrommel eine Taumelbewegung um die Schwenkachse ausführt. Zum aktiven Verschwenken der Seiltrommel sind Hydrozylinder vorgesehen.

Die GB 2 296 001 A, die US 4,002,321, die FR 2 278 619 A sowie die GB 2 132 971 A offenbaren weitere Windeneinrichtungen mit jeweils einer um eine Schwenkachse verschwenkbaren Seiltrommel. In allen diesen Fällen sind Hydraulikaktoren zum aktiven Verschwenken der Seiltrommel vorgesehen.

Auch die GB 882 874 und die GB 1 249 405 betreffen beide Windeneinrichtungen mit verschwenkbaren Seiltrommeln, wobei die Verschwenkung hier durch die Seilkraft bewirkt wird. Dabei sind zusätzliche Elemente zum Bedämpfen und/oder Begrenzen der Verschwenkbewegung vorgesehen.

Eine Baumaschine mit einem Grundkörper, einem am Grundkörper angeordneten Mast und einem Seil, das am Mast geführt ist, ist beispielsweise aus der DE 101 13 561 A1 bekannt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine besonders zuverlässige und in der Herstellung wirtschaftliche Winde für eine Baumaschine, ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Winde sowie eine Baumaschine anzugeben, die eine Verringerung des Verschleißes und der Belastung des Seiles beim Betrieb der Baumaschine ermöglichen.

Vorrichtungsmäßig wird diese Aufgabe durch eine Winde mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Baumaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst. Eine verfahrensmäßige Lösung liegt in einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.

Eine erfindungsgemäße Winde für eine Baumaschine zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Seiltrommel gegenüber dem Windenbock um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist, welche quer zu der Drehachse der Seiltrommel gerichtet ist.

Ein Grundgedanke der Erfindung liegt darin, die Seiltrommel gegenüber einem Teil der Baumaschine, insbesondere gegenüber einem Bauwagen, um eine Schwenkachse verschenkbar zu lagern, wobei die Schwenkachse mit der Drehachse einen von null verschiedenen Winkel einschließt. Hierdurch wird die Seiltrommel mit einem weiteren Freiheitsgrad ausgestattet, der es ermöglicht, die Drehachse der Seiltrommel an eine veränderliche Seillage anzupassen. Ein gezieltes Verschwenken der Seiltrommel ermöglicht es, einen Seileinlaufwinkel des Seils auf die Seiltrommel weitgehend zu optimieren. In geeigneter Weise kann hierbei der Seileinlaufwinkel so gewählt werden, dass ein Biegewinkel des Seils beim Einlaufen in die Seiltrommel klein ist und somit die Biegebeanspruchung und auch der Verschleiß des Seils reduziert ist. Aufgrund der Verschwenkbarkeit der Seiltrommel kann insbesondere eine Änderung des Seileinlaufwinkels beim Neigen eines Mastes der Baumaschine in Querrichtung zum Seilverlauf ausgeglichen werden. Hierdurch wird ein besonders zuverlässiges Aufspulen des Seils bei einer ein- oder mehrlagigen Wicklung und gleichzeitig ein besonders geringer Seilverschleiß gewährleistet.

Grundsätzlich kann der Winkel zwischen der Schwenkachse und der Drehachse ein spitzer Winkel oder ein stumpfer Winkel sein. Geeigneterweise beträgt der Winkel zwischen der Schwenkachse und der Drehachse jedoch etwa 90°. Dies ermöglicht einen symmetrischen Aufbau einer Lagerung der Seiltrommel, der zur Aufnahme hoher Seilzugkräfte, wie sie beim Betrieb der Baumaschine auftreten können, besonders gut geeignet ist. Vorzugsweise verläuft die Schwenkachse in etwa senkrecht zu einer Einlaufebene des Seils, in der sich das Seil insbesondere bei einer Neigungsbewegung des Mastes und/oder beim Auf- und/oder beim Abwickeln des Seils auf bzw. von der Seiltrommel bewegt. Bei einer derartigen Anordnung kann der Seileinlaufwinkel bei besonders kleinen Verschwenkungswinkeln der Seiltrommel um die Schwenkachse optimiert werden.

Die erfindungsgemäße Winde zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die Seiltrommel drehbar in einem Windenrahmen gelagert ist, welcher gegenüber dem Windenbock schwenkbar ist. Eine solche Anordnung kann hohe Winden- und Seilzugkräfte besonders gut aufnehmen. Dabei ist der Windenrahmen über ein Schwenkgelenk am Windenbock gelagert. Ein derartiges Schwenkgelenk kann der Aufnahme eines erheblichen Teils der Windenzugkräfte dienen, so dass ein Verschwenken der Seiltrommel um die Schwenkachse bei besonders geringem Kraftaufwand möglich ist. Bevorzugt sind entlang der Schwenkachse zur Lagerung des Windenrahmens am Windenbock zwei Schwenkgelenke vorgesehen.

Erfindungsgemäß ist die Schwenkachse bezüglich der Drehachse versetzt und verläuft außerhalb der Seiltrommel. Eine solche Anordnung erlaubt einen besonders kompakten Aufbau der Winde bei reduzierten Hebelkräften im Schwenkgelenk.

Nach der Erfindung ist es weiterhin vorgesehen, dass das Schwenkgelenk mittig unterhalb der Seiltrommel angeordnet ist. Das Schwenkgelenk kann dabei insbesondere in einer Seileinlaufrichtung unterhalb der Seiltrommel angeordnet sein. Eine mittige Anordnung des Schwenkgelenks ist bevorzugt bezüglich zweier Stirnseiten der Seiltrommel gegeben. Alternativ oder zusätzlich kann das Schwenkgelenk auch entlang der Schwenkachse mittig bezüglich eines Kreisumfangs der Seiltrommel angeordnet sein. Eine derartige Anordnung ist zur Aufnahme hoher Seilzugkräfte besonders gut geeignet.

Nach der Erfindung ist es ferner zweckmäßig, dass eine Verschwenkungsmesseinrichtung zur Messung einer Verschwenkung, insbesondere eines Verschwenkungswinkels, der Seiltrommel gegenüber dem Windenbock vorgesehen ist. Geeigneterweise weist die Verschwenkungsmesseinrichtung dabei einen Stellwertgeber und/oder Inkrementalgeber auf.

Um ein besonders zuverlässiges Auf- und/oder Abwickeln des Seiles bei geringem Seilverschleiß zu gewährleisten, ist es erfindungsgemäß, dass ein Stellantrieb zum aktiven Verschwenken der Seiltrommel um die Schwenkachse vorgesehen ist.

Grundsätzlich kann der Stellantrieb beispielsweise ein Getriebe aufweisen, das eine Neigung des Mastes mechanisch in einen Verschwenkungswinkel umsetzt. Besonders geeignet ist es jedoch, dass der Stellantrieb mindestens einen Hydraulikzylinder aufweist, der einerseits am Windenrahmen und andererseits am Windenbock angelenkt sein kann. Hiermit wird ein besonders zuverlässiger und wartungsarmer Stellantrieb zur Verfügung gestellt. Erfindungsgemäß weist der Stellantrieb zwei Hydraulikzylinder auf, die beiderseits der beiden Stirnseiten der Seiltrommel am Windenrahmen angelenkt sind. Eine solche beiderseitige Anordnung insbesondere gegeneinander wirkender Hydraulikzylinder ermöglicht ein besonders zuverlässiges und sicheres Verschwenken der Seiltrommel bei hohen Seilzugkräften.

Eine besonders brauchbare Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Winde ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Längenmesseinrichtung zur Messung einer von der Seiltrommel auf- und/oder abgewickelten Seillänge vorgesehen ist. Bei bekannten Abmessungen der Winde und/oder des Seils kann aus einer solchen Seillängenmessung auf die Position einer anstehenden Wicklung, d.h. eines Seileinlaufpunktes, bezüglich einer Längsachse der Seiltrommel geschlossen werden. Hieraus wiederum kann der momentan optimale Verschwenkungswinkel ermittelt werden und die Seiltrommel über den Stellantrieb entsprechend verschwenkt werden. Somit kann ein besonders verschleißarmes Wickeln des Seils auch bei besonders breiten Seiltrommeln erreicht werden.

Ein besonders präzises Verschwenken der Seiltrommel wird gemäß einer Weiterbildung der Erfindung schließlich dadurch ermöglicht, dass eine Steuereinrichtung zur Steuerung des Stellantriebs vorgesehen ist, die insbesondere mit der Verschwenkungsmesseinrichtung in Verbindung steht. Für eine besonders wirkungsvolle Optimierung des Seileinlaufwinkels kann die Verschwenkungsmesseinrichtung alternativ oder zusätzlich auch mit der Längenmesseinrichtung in Verbindung stehen.

Grundsätzlich kann es sich bei dem Seil um ein beliebiges fadenförmiges Gut, einschließlich einem Draht, Kabel oder Schlauch handeln. Erfindungsgemäß handelt es sich bei dem Seil jedoch um ein Trage- oder Hubseil der Baumaschine. Insbesondere weist das Seil ein Metallmaterial, bevorzugt Stahl auf. Vorteilhafterweise ist der Umfang des Seils in etwa kreisförmig und/oder über die Seillänge in etwa durchmesserkonstant, wobei der Durchmesser typischerweise etwa 40 mm beträgt. Bei der erfindungsgemäßen Winde handelt es sich vorteilhafterweise um eine Freilaufwinde oder eine Freifallwinde mit Restzug und/oder Schleppseilautomatik.

Hinsichtlich der Baumaschine ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass zum Auf- und/oder Abwickeln des Seils eine erfindungsgemäße Winde vorgesehen ist.

Eine Weiterbildung einer erfindungsgemäßen Baumaschine besteht darin, dass eine Neigeeinrichtung vorgesehen ist, mit der der Mast gegenüber dem Grundkörper quer, insbesondere bezüglich einer Verlaufrichtung des Seils und/oder einer durch den Mast und den Grundkörper verlaufenden Achse, neigbar ist. Eine derartige Neigeeinrichtung erlaubt es, den Mast gegenüber dem Grundkörper mit einem Querneigungswinkel von bis zu 10°, bevorzugt bis zu 5° zu neigen und Bohrungen und gegebenenfalls Pfähle mit einer entsprechenden Neigung gegenüber der Horizontalen herzustellen.

Nach der Erfindung ist es ferner bevorzugt, dass eine Neigungsmesseinrichtung zur Messung einer Querneigung des Mastes bezüglich des Grundkörpers vorgesehen ist, die mit einer Steuereinrichtung eines Stellantriebs der Winde in Verbindung steht, wobei der Stellantrieb zum erfindungsgemäßen Verschwenken der Seiltrommel dienen kann. Hierdurch wird ein Querneigungswinkel-abhängiges Verschwenken der Seiltrommel um eine Schwenkachse derart ermöglicht, dass eine Biegebeanspruchung des Seils beim Einlauf in die Seiltrommel weitestgehend reduziert ist.

Um besonders große Seilzugkräfte bereitstellen zu können, ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass die Winde am Grundkörper angeordnet ist. Geeigneterweise ist die Winde an einem Teil des Grundkörpers angeordnet, der nicht durch die Neigeeinrichtung gegenüber dem Grundkörper neigbar ist.

Im Hinblick auf das Verfahren ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung eines Stellantriebs zum Verschwenken der Seiltrommel der Winde in Abhängigkeit einer Querneigung eines Mastes bezüglich einem Grundkörper erfolgt. Eine solche, insbesondere durch eine Steuereinrichtung veranlasste Steuerung erlaubt es, eine Biegebeanspruchung eines am Mast geführten Seils beim Einlaufen in die Seiltrommel zu reduzieren und den Seilverschleiß zu verringern.

Geeigneterweise wird der Stellantrieb dabei derart gesteuert, dass ein Seileinlaufwinkel des Seils in die Seiltrommel beim Auf- und/oder Abwickeln des Seils einen bestimmten Wert einnimmt. Dieser Wert wird vorteilhafterweise so bestimmt, dass ein Biegewinkel und somit die Biegebeanspruchung beim Einlaufen des Seils in die Seiltrommel möglichst gering ist. Der Wert kann dabei von einem Steigungswinkel abhängen, unter dem das Seil auf der Seiltrommel aufgespult ist, und der bei einer ersten Seillage durch Rillen bestimmt sein kann, die an der Seiltrommel ausgebildet sind. Geeigneterweise beträgt der Wert 3°–4° gegenüber einer Senkrechten zur Drehachse der Seiltrommel. Der Wert kann ferner von der Position der anstehenden Wicklung des Seils entlang einer Längsachse der Seiltrommel abhängen. Bevorzugt ist es dabei, dass die Steuerung des Stellantriebs in Abhängigkeit einer von der Seiltrommel auf- und/oder abgewickelten Seillänge erfolgt, da aus dieser Seillänge die Position der anstehenden Wicklung entlang der Seiltrommel bestimmt werden kann.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter erläutert, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine teilweise geschnittene Frontansicht einer erfindungsgemäßen winde in einem unverschwenkten Zustand;

2 eine teilweise geschnittene Frontansicht der Winde aus 1 in einem verschwenkten Zustand; und

3 eine Seitenansicht einer Baumaschine mit einer winde gemäß der Erfindung.

Die 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Winde 10. Die Winde 10 weist eine zylindrische Seiltrommel 12 zur Aufnahme eines in 3 gezeigten Seils 20 auf. Nahe ihren Stirnseiten 14 sind an der Seiltrommel 12 kreisringförmige Spulenwände 17, 17' zur lateralen Begrenzung der Wicklungen des Seils 20 ausgebildet. Die Seiltrommel 12 ist mittels eines Antriebsmotors 24 um eine Drehachse 13 rotierend antreibbar, wobei die Drehachse 13 mit der Längsachse der zylindrischen Seiltrommel 12 zusammenfällt. Das von der Seiltrommel 12 abgewickelte und in den 1 und 2 nicht dargestellte Seil 20 verläuft in etwa in der Zeichenebene der 1 und 2 und in etwa in der mit dem Pfeil 21 angedeuteten Verlaufsrichtung.

Über Lager 11 ist die Seiltrommel 12 an ihren Stirnseiten 14 an einem Windenrahmen 15 um die Drehachse 13 drehbar gelagert. Dabei umfasst der Windenrahmen 15 die Seiltrommel 12 gabelartig. Hierzu weist der Windenrahmen 15 zwei vorstehende Seitenelemente 6, 6' auf, die über ein im Wesentlichen in der Zeichenebene verlaufendes Lagerblech 16 des Windenrahmens 15 miteinander in Verbindung stehen. Das Lagerblech 16 kann dabei eine Ebene bilden, in der auch die Drehachse 13 liegt. Auch können zwei Lagerbleche 16 beiderseits der Seiltrommel 12 vorgesehen sein.

Der Windenrahmen 15 ist an seinem Lagerblech 16 über ein Schwenkgelenk 34 um eine Schwenkachse 30 an einem Windenbock 32 verschwenkbar angelenkt. Die Schwenkachse 30 steht dabei in etwa senkrecht zur Zeichenebene der 1 und 2 und durchläuft das als Gleitlager ausgebildete Schwenkgelenk 34 mittig.

Die Schwenkachse 30 liegt sowohl in einer Symmetrieachse 4 der Seiltrommel 12 als auch in einer Symmetrieachse 5 des Windenbocks 32, wobei beide Symmetrieebenen 4, 5 in den 1 und 2 senkrecht zur Zeichenebene verlaufen.

Stirnseitig beiderseits der Seiltrommel 12 ist am Windenrahmen jeweils ein Hydraulikzylinder 18, 19 angeordnet. Die Kolbenstangen der Hydraulikzylinder 18, 19 sind an den Seitenelementen 6, 6' und deren Kolbengehäuse am Windenbock 32 angelenkt. Bei dem in 1 dargestellten Zustand der Winde 10 sind die Kolbenstangen der Hydraulikzylinder 18, 19 um dieselbe Länge aus den Kolbengehäusen ausgefahren und die Seiltrommel 12 befindet sich gegenüber dem Windenbock 32 in einem nicht verschwenkten Zustand. In dem in 2 dargestellten Zustand ist die Kolbenstange des Hydraulikzylinders 19 gegenüber dem nicht verschwenkten Zustand der Seiltrommel 12 um einen Einfahrweg weitestmöglich eingefahren und die Kolbenstange des Hydraulikzylinders 18 gegenüber dem unverschwenkten Zustand um diesen Einfahrweg weiter ausgefahren, so dass die Drehachse 13 der Seiltrommel 12 gegenüber dem Windenbock 32 um den Verschwenkungswinkel &agr; um die Schwenkachse 30 verschwenkt ist.

Zur Bestimmung des Verschwenkungswinkel &agr; ist am Windenbock 32 ein als Inkrementalgeber ausgebildeter Stellwertgeber 36 angeordnet, der über eine am Seitenelement 6' angeordnete Zahnstange 37 betätigbar ist.

Der Windenbock 32 steht schließlich über arretierbare Gelenke 38 mit einem nur teilweise dargestellten Grundkörper 42 in Verbindung.

3 zeigt eine als Bohrgerät ausgebildete Baumaschine 40. Die Baumaschine 40 weist einen mit einem Raupenfahrwerk ausgestatteten und als Oberwagen oder Bauwagen ausgebildeten Grundkörper 42 auf, an dem frontseitig ein Mast 44 angelenkt ist. Am Mast verfahrbar ist eine Bohreinrichtung 48 angeordnet, die ein Bohrgestänge 49 aufweist. Das Bohrgestänge 49 ist an seinem oberen Ende an einem Seil 20 aufgehängt, das über mehrere Umlenkrollen am Mast 44 entlang zur Winde 10 verläuft, die am Grundkörper 42 vom Mast 44 beabstandet angeordnet ist. Die Winde 10 ist dabei als Hauptwinde ausgebildet, die Lasten von mehr als hunderte Tonnen aufnehmen kann.

Einerseits am Mast 44 und andererseits am Grundkörper 42 sind v-artig Neigezylinder 45 einer Neigeeinrichtung angelenkt, durch die der Mast 44 quer zur Zeichenebene gegenüber dem Grundkörper 42 neigbar ist. Dabei kann die Seiltrommel 12 gegenüber dem Grundkörper 42 entsprechend der Neigung des Mastes 44 verschwenkt werden.


Anspruch[de]
  1. Winde (10) zum Betätigen eines Hubseils zum Tragen eines Bodenbearbeitungswerkzeuges für eine Baumaschine (40), mit

    – einer Seiltrommel (12) zum Aufnehmen des Seils (20),

    – einem Windenrahmen (15), in dem die Seiltrommel (12) um eine Drehachse (13) drehbar gelagert ist,

    – einem Windenbock (32), gegenüber dem der Windenrahmen (15) mit der Seiltrommel (12) über ein Schwenkgelenk (34) um eine Schwenkachse (30) schwenkbar gelagert ist, welche quer zur Drehachse (13) der Seiltrommel (12) gerichtet ist, und

    – einem Stellantrieb zum aktiven Verschwenken der Seiltrommel (12) um die Schwenkachse (30), wobei der Stellantrieb zwei Hydraulikzylinder (18, 19) aufweist, die beiderseits von zwei Stirnseiten (14) der Seiltrommel (12) am Windenrahmen (15) angelenkt sind,

    dadurch gekennzeichnet,

    – dass die Schwenkachse (30) bezüglich der Drehachse (13) versetzt ist und außerhalb der Seiltrommel (12) verläuft, und

    – dass das Schwenkgelenk (34) mittig unterhalb der Seiltrommel (12) angeordnet ist.
  2. winde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel zwischen der Schwenkachse (30) und der Drehachse (13) etwa 90° beträgt und/oder dass die Schwenkachse (30) in etwa senkrecht zu einer Einlaufebene des Seiles (20) verläuft.
  3. Winde nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verschwenkungsmesseinrichtung zur Messung einer Verschwenkung, insbesondere eines Verschwenkungswinkels (&agr;), der Seiltrommel (12) gegenüber dem Windenbock (32) vorgesehen ist, die bevorzugt einen Stellwertgeber (36) aufweist.
  4. Winde nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Längenmesseinrichtung zur Messung einer von der Seiltrommel (12) auf- und/oder abgewickelten Seillänge vorgesehen ist.
  5. Winde nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung zur Steuerung des Stellantriebs vorgesehen ist, die insbesondere mit der Verschwenkungsmesseinrichtung und/oder der Längenmesseinrichtung in Verbindung steht.
  6. Baumaschine (40) mit

    – einem Grundkörper (42),

    – einem am Grundkörper (42) angeordneten Mast (44) und

    – einem Seil (20), das am Mast (44) geführt ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass zum Auf- und/oder Abwickeln des Seils (20) eine Winde (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 vorgesehen ist.
  7. Baumaschine (40) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Neigeeinrichtung vorgesehen ist, mit der der Mast (44) gegenüber dem Grundkörper (42) quer neigbar ist.
  8. Baumaschine (10) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dass eine Neigungsmesseinrichtung zur Messung einer Querneigung des Mastes (44) bezüglich des Grundkörpers (42) vorgesehen ist, die mit einer Steuereinrichtung eines Stellantriebs der Winde (10) in Verbindung steht.
  9. Baumaschine (40) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Winde (10) am Grundkörper (42) angeordnet ist.
  10. Verfahren zum Betrieb einer Winde (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung eines Stellantriebs zum Verschenken der Seiltrommel (12) der Winde (10) in Abhängigkeit einer Querneigung eines Mastes (44) bezüglich einem Grundkörper (42) erfolgt.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellantrieb derart gesteuert wird, dass ein Seileinlaufwinkel des Seils (20) in die Seiltrommel (12) beim Auf- und/oder Abwickeln des Seils einen bestimmten Wert einnimmt.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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