Die Erfindung bezieht sich auf einen Kondensationsbrühtunnel für Schlachttiere,
aufweisend:
- (a) eine sich in Längsrichtung des Brühtunnels erstreckende Brühzone, längs
derer zu brühende Schlachttiere durch den Brühtunnel befördert werden können;
- (b) eine sich in Längsrichtung des Brühtunnels erstreckende Bodenwanne, die
mindestens einen Ablauf für in dem Brühtunnel kondensiertes Brühwasser aufweist;
- (c) einen Zirkulationskanal oder mehrere Zirkulationskanäle längs des Brühtunnels
mit gegenseitigem Abstand verteilt, der aufweist bzw. die jeweils aufweisen:
- einen Eintritt im oberen Bereich des Brühtunnels;
- einen Austritt im unteren Bereich des Brühtunnels;
- ein zugeordnetes Gebläse zum Fördern eines Luftstroms durch den betreffenden
Zirkulationskanal; und
- eine Anzahl von Düsen zum Einblasen von heißem Wasserdampf in den Luftstrom.
Ein derartiger Kondensationsbrühtunnel ist aus der US4731908 bekannt.
Bei dem bekannten Brühtunnel hat man sich damit zufriedengegeben, den heißen
Wasserdampf enthaltenden Luftstrom in sinnvoller Strömungsmenge und Temperatur in
irgendeiner Weise in die Brühzone einzublasen. Es herrschte die Vorstellung, dass
sich der eingeblasene Luftstrom schon irgendwie hinreichend gleichmäßig mit
der in der Brühzone vorhandenen Luft vermischen werde.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kondensationsbrühtunnel
der eingangs genannten Art mit für das Brühergebnis günstigerer Einbringung der
heißen, feuchten Luft aus dem Zirkulationskanal in die Brühzone verfügbar
zu machen.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Kondensationsbrühtunnel dadurch
gekennzeichnet,
dass bei mindestens einem Zirkulationskanal die folgenden Merkmale vorgesehen sind:
- (d) Der Zirkulationskanal mündet seitlich in die Bodenwanne;
- (e) in der Bodenwanne ist eine Strömungsleitfläche angeordnet, mit der sich
der aus dem Zirkulationskanal austretende Luftstrom auf eine Länge in der Bodenwanne
verteilen lässt, die größer als die in Längsrichtung der Bodenwanne gemessene
Dimension des Zirkulationskanals am Austritt ist;
- (f) mindestens ein Teil der Strömungsleitfläche ist hinsichtlich seiner Positionierung
in der Bodenwanne einstellbar.
Der erfindungsgemäße Brühtunnel ist so ausgebildet, dass die
aus dem Zirkulationskanal bzw. den Zirkulationskanälen austretende, heiße,
feuchtigkeitsbeladene Luft in in Längsrichtung der Brühzone verteilter Form von
unten her der Brühzone zuströmt. Dies führt dazu, dass die längs der Brühzone geförderten
Schlachttiere längs der Brühzone weitgehend gleichbleibende Temperaturund Feuchtigkeitsbedingungen
vorfinden (wenn man nicht mit Absicht einen Temperatur- oder Feuchtegradienten längs
der Brühzone einstellt); hierdurch wird ein besseres Brühergebnis erzielt. Es erscheint
möglich, bei konstanter Brühtunnellänge die Fördergeschwindigkeit der Schlachttiere
zu erhöhen oder bei konstanter Fördergeschwindigkeit der Schlachttiere die Brühtunnellänge
zu verkleinern, ohne gegenüber dem heutigen Standard der Brühqualität eine Verschlechterung
hinnehmen zu müssen.
Kondensationsbrühtunnel arbeiten nach dem Grundprinzip, einem zirkulierten
Luftstrom durch Einblasen von heißem Wasserdampf sowohl Feuchtigkeit als auch
Wärme zuzuführen. Es wird so viel an Wärme zugeführt, dass an den Schlachttieren
die optimale Brühtemperatur (in der Regel etwas unterhalb von 60°C) herrscht. In
Bezug auf die gewünschte Temperatur der Schlachttierkörper ist die Luft mit Wasserdampf
übersättigt, so dass ein Teil der Feuchtigkeit an den Schlachttieren (aber auch
an den Wänden der Brühzone) kondensiert und dadurch eine sehr intensive Wärmeübertragung
auf die Schlachttiere stattfindet. Die Wärmeübertragung ist näher am Zuführende
des Brühtunnels naturgemäß größer als weiter innen im Brühtunnel, weil
die frisch eingeförderten Schlachttiere noch sehr erheblich unterhalb der Brühtemperatur
sind und deshalb mehr Wasser an ihnen auskondensiert. Das an den Schlachttieren
auskondensierende Wasser läuft an den Schlachttieren hinab und nimmt Schmutz von
den Schlachttierkörpern nach unten mit.
Die Einstellbarkeit der Positionierung der Strömungsleitflächen lässt
sich einerseits im Herstellerwerk des Brühtunnels nutzen, z.B. Variieren der Einstellung
in Abhängigkeit davon, wie groß die Länge des Brühtunnels bzw. der Abstand
zwischen mehreren Zirkulationskanälen des Brühtunnels ist. Sie lässt sich aber auch
im Schlachthof nach Lieferung des Brühtunnels nutzen, z.B. um eine möglichst gute
Anpassung an die lokalen Gegebenheiten oder auch an Ergebnisse eines Probebetriebs
zu bewerkstelligen. So wird z.B. in einem Schlachthof, der überwiegend kleinere
und leichtere Schlachttiere verarbeitet, eine andere Einstellung günstiger sein
als bei einem anderen Schlachthof.
Als in dem erfindungsgemäßen Brühtunnel zu brühende Schlachttiere
kommen besonders bevorzugt Schweine in Frage. Man kann aber auch andere Schlachttiere
verarbeiten, die üblicherweise gebrüht werden und in den meisten Fällen vor der
späteren Zerlegung nicht enthäutet werden.
Vorzugsweise sind bei dem Brühtunnel bei allen Zirkulationskanälen
die oben angegebenen Merkmale (d), (e) und (f) vorgesehen. Es gibt aber auch Fälle,
bei denen man bei einem Teil der Zirkulationskanäle weniger perfekt arbeiten kann,
z.B. auf die Einstellbarkeit der Positionierung der Strömungsleitfläche verzichten
kann.
Es ist besonders bevorzugt, wenn durch die Einstellung mindestens
eines Teils der Strömungsleitfläche die Höhe des Strömungsquerschnitts zwischen
einem unteren Rand der Strömungsleitfläche und dem Boden der Bodenwanne änderbar
ist. Je kleiner man die Höhe des Strömungsquerschnitts einstellt, desto mehr der
feuchtigkeitsbeladenen Luft wird mehr in Längsrichtung der Bodenwanne strömen. Es
wird ausdrücklich betont, dass die genannte Höhe des Strömungsquerschnitts nicht
längs der Bodenwanne konstant sein muss (also der untere Rand der Strömungsleitfläche
nicht parallel zur Bodenwanne verlaufen muss). Es ist zuweilen sogar von Vorteil,
diese Höhe in Längsrichtung der Bodenwanne gezielt zu variieren, z.B. unmittelbar
gegenüber dem Austritt des Zirkulationskanals eine geringere Höhe zu haben als in
einem Längsrichtung-Abstand von dem Austritt des Strömungskanals. Insofern wird
bei den Ansprüchen, in denen es um die Höhe des Strömungsquerschnitts bzw. den Abstand
zwischen dem Rand der Strömungsleitfläche und der Bodenwanne geht, ein gemittelter
Wert dieser Höhe bzw. dieses Abstands betrachtet.
Vorzugsweise ist die Strömungsleitfläche insgesamt ein haubenartiges
Gebilde, welches mit einem ersten Längsrand an die Bodenwanne anschließt und
mit einem zweiten Längsrand beabstandet von dem Boden der Bodenwanne endet. Es ist
ganz besonders bevorzugt, wenn die Strömungsleitfläche in einem Schnitt des Brühtunnels
quer zu seiner Längserstreckung betrachtet, eine bogenartig gekrümmte Form hat.
"Bogenartig gekrümmt" kann exakt oder im Wesentlichen kreisbogenförmig sein, muss
es aber nicht.
Vorzugsweise besteht die Strömungsleitfläche im Wesentlichen aus Blech,
insbesondere rostfreiem Stahlblech.
Vorzugsweise ist zur Einstellbarkeit mindestens eines Teils der Strömungsleitfläche
eine Schraubverbindung (zu einem anderen Teil der Strömungsleitfläche oder zu einer
Halterung der gesamten Strömungsleitfläche) vorgesehen, die lösbar ist und bei unterschiedlichen
Positionierungen festziehbar ist. Hierfür gibt es eine ganze Reihe konstruktiver
Möglichkeiten, insbesondere Schraubbolzen mit Langloch, Schraubbolzen mit einer
Bohrungsreihe, Klemmung zwischen zwei Anpressteilen. Andere konstruktive Alternativen
sind möglich, z.B. Klemmung mit Federkraft, sowohl mit formschlüssiger Rastungsreihe
für diskrete Positionierungen als auch ohne Derartiges.
Vorzugsweise hat die Bodenwanne einen trapezförmigen Querschnitt mit
im Wesentlichen vertikalen seitlichen Begrenzungen und einem Boden, der zu einer
Seite hin schräg abwärts verläuft. Diese Geometrie der Bodenwanne führt dazu, dass
ein besonders großer freier Querschnitt zur Verfügung steht (der problemlos
zum Teil für die Luftstromverteilung über einen Teil der Länge der Bodenwanne genutzt
werden kann) und dass die Abführung des kondensierten Brühwassers aus der Bodenwanne
sich besonders effektiv und gründlich abspielt.
Vorzugsweise verläuft - im Querschnitt betrachtet - der Boden der
Bodenwanne zu einer Seite der Bodenwanne hin schräg abwärts und ist mindesten ein
Bodenablauf am Übergang zwischen dem tiefen Rand des Bodens und der seitlichen Begrenzung
der Bodenwanne vorgesehen. Diese Ausbildung des Bodens und des Bodenablaufs ergeben
eine besonders effektive und gründliche Wasserabfuhr. Wenn über die Länge der Bodenwanne
mehrere Bodenabläufe vorhanden sind, ist es möglich, aber nicht zwingend erforderlich,
ein Gefälle des Bodens der Bodenwanne in Längsrichtung jeweils zum betreffenden
Bodenablauf hin vorzusehen.
Vorzugsweise ist der Brühtunnel dadurch gekennzeichnet, dass - im
Querschnitt quer zur Längserstreckung des Brühtunnels gesehen - eine linke Reihe
und eine rechte Reihe oberer Querträger, die in Längsrichtung des Brühtunnels beabstandet
sind, und untere Querträger, die in Längsrichtung des Brühtunnels beabstandet sind,
vorgesehen sind; und dass die Bodenwanne auf den oberen und unteren Querträgern
gelagert ist. Dieses Gerippe aus Querträgern kann z.B. durch aufrechte Stützen auf
dem Boden des Schlachthofs abgestützt sein. Sowohl die Querträger als auch ggf.
die Stützen bestehen typischerweise aus Stahlprofilen.
Der Brühtunnel ist vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, dass zur Lagerung
von Querträgern dienende, in Längsrichtung des Brühtunnels beabstandete Stützen
vorgesehen sind; dass - im Querschnitt quer zur Längserstreckung des Brühtunnels
betrachtet - links und rechts Begrenzungswände der Brühzone vorgesehen sind; dass
die Begrenzungswände unten auf Längsprofilen ruhen, die an den Querträgern befestigt
sind; und dass die Begrenzungswände in der unteren Stirnseite einen Längsschlitz
aufweisen, in den mit Spiel jeweils ein aufragender Rand der Bodenwanne greift.
Diese Art der Anbringung der Begrenzungswände der Brühzone entkoppelt
Begrenzungswände von dem unmittelbaren Kontakt mit den zwei Längsrandbereichen der
Bodenwanne. Wärmedehnungen und Wärmekontraktionen der Begrenzungswände sind unabhängig
von der Bodenwanne möglich. Außerdem ergibt sich (Längsschfitz/aufragender
Rand der Bodenwanne) oder ist möglich eine einfachere, gute Dichtung zwischen dem
unteren Endbereich der betreffenden Begrenzungswand und der Bodenwanne. Es wird
darauf hingewiesen, dass auf jeder Seite die Begrenzungswand aus mehreren, in Längsrichtung
des Brühtunnels aneinander anschließenden Abschnitten bestehen kann. Vorzugsweise
sind die Begrenzungswände in wärmeisolierender Konstruktion ausgeführt, insbesondere
Verbundplatte mit Schaumkunststoff zwischen metallischen Deckplatten.
Vorzugsweise weist der Brühtunnel eine Einrichtung zum Einspritzen
von flüssigem Wasser in den Luftstrom auf. In diesem Fall wird also ein Teil des
insgesamt einzubringenden Wassers in flüssiger Form eingebracht und ein anderer
Teil in dampfförmiger Form. Auf diese Weise lassen sich Feuchtigkeit und Temperatur
in der Brühzone präziser steuern.
Vorzugsweise weist der Brühtunnel eine Einrichtung zum Erhöhen des
Drucks des flüssigen Wassers zum Einspritzen auf. Bei einem Druck, der oberhalb
des Drucks öffentlicher Wasserleitungsnetze liegt, läßt sich das flüssige
Wasser in sehr fein vernebelter Form einspritzen. Außerdem wird man von Druckschwankungen
und lokalen Druckunterschieden des öffentlichen Wasserleitungsnetzes frei.
Vorzugsweise weist der Brühtunnel ein System zum Erzeugen von heißem
Wasserdampf auf, an das die Düsen zum Einblasen von heißem Wasserdampf in
den Luftstrom angeschlossen sind. Dies ist in aller Regel günstiger als etwa die
Zufuhr von heißem Wasserdampf zu dem Brühtunnel von einer separaten Erzeugungsstelle
her, wiewohl letzteres alternativ möglich ist.
Vorzugsweise weist der Brühtunnel eine Einrichtung zum Regeln der
Menge des in den Luftstrom eingeblasenen Wasserdampfs auf; besonders bevorzugt ein
Regeln der Wasserdampfmenge nach Maßgabe der Temperatur in der Brühzone des
Brühtunnels. Die Menge des pro Zeiteinheit in den Luftstrom eingeblasenen Wasserdampfs
ist ein optimales Mittel zum Regeln der Temperatur in der Brühzone.
Vorzugsweise weist das Wasserdampf-Erzeugungssystem bzw. die Speisung
des Wasserdampf-Erzeugungssystems mit Wasser eine Einrichtung zur Wasserenthärtung
auf. Enthärtetes Wasser führt zu einem besseren Brühergebnis, ganz zu schweigen
von der Reduzierung von Verkalkungserscheinungen im Wasserdampf-Erzeugungssystem
und an den Düsen.
Vorzugsweise weist der Brühtunnel eine Einrichtung zum Verwirbeln
und Zentrieren der Luftströmung in der Brühzone des Brühtunnels auf. Dies schafft
gleichmäßigere und intensiveren Wärmeübertragungsbedirigungen von der Luftströmung
zu den Schlachttieren.
Die in den Ansprüchen 12 bis 16 angegebenen Vorzugsmerkmale sind vorzugsweise
bei allen Zirkulationskanälen verwirklicht. Es gibt jedoch Ausführungsfälle, bei
denen es ausreicht, nur bei einem Teil der Zirkulationskanäle derart zu verfahren.
Die Erfindung und Ausgestaltungen der Erfindung werden nachfolgend
anhand eines zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispiels noch näher erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Kondensationsbrühtunnel im Querschnitt quer zur Längserstrekkung des Brühtunnels;
- Fig. 2
- den unteren Endbereich des Brühtunnels von Fig. 1 in größerem Maßstab;
- Fig. 3
- einen Teil des Brühtunnels von Fig. 1 in einer Blickrichtung des Pfeils III
in Fig. 1.
Der in Fig. 1 dargestellt Kondensationsbrühtunnel 2, im Folgenden
kurz "Brühtunnel" genannt, hat als die wesentlichsten Bestandteile:
- ein tragendes Gestell 4;
- aufrechte, seitliche Begrenzungswände 6;
- eine Begrenzungsdecke 8;
- einen Zirkulationskanal 10;
- eine Bodenwanne 12;
- mindestens eine Strömungsleitfläche 14;
- eine Verwirbelungs- und Zentriereinrichtung für die Luftströmung in der Brühzone;
- und mindestens einen Ablauf 16.
Außerdem ist dem Brühtunnel 2 ein oberer Förderer 18 zugeordnet.
Der Förderer 18 weist einen Längsträger 20, eine Reihe von auf Rollen längs des
Längsträgers 20 bewegbaren Katzen 22, jeweils einen Transporthaken 24 hängend an
der betreffenden Katze 22, und jeweils eine Schlingkette 26 hängend an dem betreffenden
Haken 24 auf. An jeder Schlingkette 26 kann mit einem Hinterbein angehängt ein Schwein
28 kopfunten hängen. Der Haken 24 durchgreift einen Längsschlitz 30 in der oberen
Begrenzung 8, und bürstenartige Dichtungen 32 dichten den Längsschlitz 30 ab, ohne
die Bewegung des Haken 24 längs des Längsschlitzes 30 zu verhindern. Eine angetriebene
Transportkette zum Fördern der Katzen 22 längs des Längsträgers 20 ist nicht eingezeichnet.
Längs des Brühtunnels 2 kann ein Zirkulationskanal 10 oder - insbesondere
bei längeren Brühtunneln 2 - mehrere Zirkulationskanäle 10 mit gegenseitigem Abstand
vorgesehen sein. Analoges gilt für den Ablauf 16, wobei selbst bei kürzeren Brühtunneln
2 in der Regel mehrere Abläufe 16 vorgesehen sind und wobei der Abstand der Abläufe
16 keineswegs mit dem Abstand der Zirkulationskanäle 10 übereinstimmen muss.
Der Zirkulationskanal 10 bzw. jeder Zirkulationskanal 10 weist als
wichtigste Bestandteile auf:
- einen Eintritt 34 im oberen Bereich der betreffenden Wand 6 des Brühtunnels
2;
- einen Austritt 36 in einer seitlichen Begrenzung der Bodenwanne 12;
- ein zugeordnetes Gebläse 38 zum Fördern eines Luftstroms durch den Zirkulationskanal
10;
- eine Anzahl von Düsen 84 zum Einblasen von heißem Wasserdampf in den durch
den Zirkulationskanal 10 strömenden Luftstrom.
Die Hauptlänge des Zirkulationskanals 10 ist vertikal, parallel außerhalb
einer der Begrenzungswände 6. Vom Eintritt 34 geht der Kanal 10 zunächst ein Stück
waagerecht. Dort sitzt dann das Gebläse 38. Unten gibt es eine Umlenkung zu einem
im Wesentlichen waagerechten Endabschnitt mit dem Austritt 36 am Ende. Der beschriebene
Zirkulationskanal 10 befindet sich also hauptsächlich außerhalb der sonstigen
Umgrenzung des Brühtunnels 2, und zwar normalerweise auf der Rückseite des Brühtunnels
2, während sich in Fig. 1 rechts von dem Brühtunnel 2 normalerweise ein von Personen
begehbarer Gang des Schlachthofs befindet.
Besonders deutlich in Fig. 2 sieht man den Aufbau des Gestells 4.
Das Gestell 4 weist als die wesentlichsten Bestandteile eine - in der Blickrichtung
der Fig. 2 - linke Reihe und rechte Reihe von aufrechten Stützen 42, eine Reihe
von unteren Querträgern 44 und eine linke Reihe und eine rechte Reihe von oberen
Querträgern 46 auf. Die unteren Querträger 44 und die oberen Querträger 46 sind
an den Stützen 42 z.B. durch Schweißung befestigt. Die Stützen 42, die unteren
Querträger 44 und die oberen Querträger 46 sind jeweils aus Stahlprofil hergestellt.
Die Stützen 42 stehen unten auf dem Schlachthofboden 48.
Ebenfalls in Fig. 2 erkennt man besonders deutlich die Bodenwanne
12. Der in Fig. 2 zwischen links außen und rechts außen befindliche,
mittlere Bereich der Bodenwanne 12, der im vorliegenden Anmeldungstext häufig als
die (eigentliche) Bodenwanne 12 angesprochen ist, hat einen trapezförmigen Querschnitt
mit im Wesentlichen vertikalen seitlichen Begrenzungen 50 und 52, einem Boden 54,
der von links nach rechts in Fig. 2 leicht schräg abwärts verläuft, und einem waagerechten
oberen Ende. Oben rechts und links schließt sich jeweils ein nahezu waagerechter
Abschnitt 58 mit Gefälle zur Bodenwanne 12 an, wodurch die Bodenwanne 12 (im weiteren
Sinn) komplettiert wird. An der Oberseite der eigentlichen Bodenwanne 12 befindet
sich ein nach oben schwenkbares Gitter 60 mit Durchtrittsschlitzen und/oder Durchtrittslöchern,
die einen Großteil seiner Fläche einnehmen. Die Bodenwanne 12 besteht aus
rostfreiem Stahlblech. Der bereits beschriebene Austritt 36 des Zirkulationskanals
10 erstreckt sich über die gesamte Höhe der seitlichen Begrenzung 50 der Bodenwanne
12, könnte aber auch weniger hoch sein. Die Längserstreckung des Austritts 36, gemessen
rechtwinklig zur Zeichnüngsebene der Fig. 2 und damit gemessen in Längsrichtung
der Bodenwanne 12, ist bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel gut doppelt so groß
wie die Höhe des Austritts 36, siehe Fig. 3, könnte aber durchaus noch länger sein.
Innerhalb des trapezförmigen Raums im mittleren Bereich der Bodenwanne
12 ist austrittsseitig von dem Austritt 36 die Strömungsleitfläche 14 angeordnet.
Die Strömungsleitfläche 14 hat eine Länge, gemessen rechtwinklig zur Zeichnungsebene
der Fig. 2, die im wesentlichen gleich groß oder größer ist als die
in gleicher Richtung gemessene Länge des Austritts 36. Die Strömungsleitfläche 14
weist einen oberen Teil 14a, der ortsfest ist, und einen unteren Teil 14b auf, der
relativ zu dem Teil 14a einstellbar ist. In der gezeichneten Einstellung hat die
Strömungsleitfläche 14 insgesamt im Wesentlichen die Form eines etwa 110°-Kreisbogens,
wobei der linke obere Rand der Strömungsleitfläche 14 an die Bodenwanne 12 anschließt
(konkret auf dem dortigen Abschnitt 58 aufliegt und befestigt ist) und der rechte-untere
Rand in einem Abstand d oberhalb des Bodens 54 der Bodenwanne 12 endet. Ferner erkennt
man eine Halterungsstrebe 61, die an einer Abwinklung 62 eine Schraube 64 mit Mutter
trägt. Mittels der Schraube 64 ist der rechte-untere Rand des oberen Teils 14a der
Strömungsleitfläche 14 gehalten. Der untere Teil 14b der Strömungsleitfläche 14
ist z.B. durch ein Langloch oder durch eine Öffnungsreihe mittels der Schraube 64
an der Halterungsstrebe 60 befestigt, und zwar in einer Weise, dass mehrere Positionierungen
des unteren Teils 14b relativ zu dem oberen Teil 14a möglich sind. Je nach Positionierung
ist die Höhe d größer oder kleiner. Je größer die Höhe d ist, desto
größer ist der Anteil der feuchten Luft L, die aus dem Austritt 36 direkt
durch den offenen Strömungsquerschnitt 66 in den rechten, oben quasi offenen Teil
des Zentralbereichs der Bodenwanne 12 ausströmt. Der nicht auf diese Weise direkt
ausströmende Teil der Luft bewegt sich mehr in Längsrichtung der Bodenwanne 12 und
tritt entweder vor dem vorderen Ende oder hinter dem hinteren Ende des Austritts
36 von links nach rechts in Fig. 2 in den nach oben hin freien Raum der Bodenwanne
12 aus, oder in Längsrichtung der Bodenwanne 12 nach vorn oder nach hinten. Es versteht
sich, dass längs der Strömungsleitfläche 14 verteilt mehrere Halterungsstreben 61
vorgesehen sind.
Ferner erkennt man in Fig. 2, dass der Ablauf 16 an einer "Ecke" (im
Querschnitt!) des Zentralbereichs der Bodenwanne 12 ansetzt, nämlich am Übergang
zwischen dem tieferen Rand des Bodens 54 und der dortigen seitlichen Begrenzung
52. Diese "Ecke" ist nicht benachbart dem Austritt 36, sondern von dem Austritt
36 beabstandet, so dass die Bewegung des Luftstroms L das Abfließen von kondensiertem
Brühwasser auf dem Boden 54 in den Ablauf 16 noch unterstützt. Man sieht in Fig.
2, dass der Anschluss des Ablaufs 16 an der "Ecke" der Bodenwanne 12 so ausgeführt
ist, dass Wasser nicht nur nach unten in den Ablauf 16 laufen kann, sondern auch
gleichsam waagerecht von links nach rechts in den Ablauf 16 übertreten kann. Abgesehen
vom unmittelbaren Anschluss an die Bodenwanne 12 ist der Ablauf 16 als rundes Rohr
ausgebildet, das an ein Abwassersystem angeschlossen ist.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die beschriebene Einstellbarkeit
des unteren Teils 14b der Strömungsleitfläche 14 relativ zu dem oberen Teil 14a
nur eine von mehreren erfindungsgemäßen Möglichkeiten der Einstellbarkeit
der Positionierung der Strömungsleitfläche ist. Eine andere Möglichkeit wäre insbesondere
die winkelmäßige Verstellung der räumlichen Positionierung der Strömungsleitfläche.
Besonders bevorzugt sind allerdings Einstellmöglichkeiten, bei denen der Abstand
d vergrößert oder verkleinert wird.
Schließlich sieht man in Fig. 2 noch besonders deutlich eine
bevorzugte Möglichkeit des Anschlusses zwischen den Begrenzungswänden 6 und dem
Gestell 4. Sowohl links als auch rechts ist jeweils ein Längsprofil 68 vorgesehen,
das an einer Reihe von oberen Querträgern 46 befestigt ist. In dem Längsprofil 68
ruht jeweils der untere Endbereich einer Begrenzungswand 6. Jede Begrenzungswand
6 hat in ihrer unteren Stirnseite einen Längsschlitz 70, in den mit Spiel ein aufragender
Rand 72 eines Abschnitts 58 der Bodenwanne 12 ragt. Auf diese Weise ist ein Herausdrücken
von kondensiertem Wasser aus dem Brühtunnel 2 an dieser Stelle unterbunden. Außerdem
erkennt man einen inneren Abdeckwinkel 74 zum Abdecken des Übergangs zwischen dem
inneren-unteren Endbereich der Begrenzungswand 6 und der Oberseite des Abschnitts
58 der Bodenwanne 12.
Schließlich erkennt man in Fig. 2 links und rechts jeweils eine
Wand 76, welche das Gestell 4 nach außen abschließt. Jede Wand 76 ruht
unten in einem auf dem Boden 48 des Schlachthofs befestigten Profil und geht oben
in das Längsprofil 68 über.
In Fig. 3 sieht man einen Großteil des Zirkulationskanals 10
in anderer Blickrichtung. An den Ausgang des Gebläsegehäuses 78 ist ein Abschnitt
10a des Kanals 10 angeschlossen, der sich, von oben nach unten fortschreitend, in
Längsrichtung LR des Brühtunnels 2 vergrößert. Nach unten schließt sich
ein Abschnitt 10b an, der von oben nach unten gleichbleibenden Strömungsquerschnitt
hat. Auch in Fig. 3 erkennt man den Austritt 36.
Oben im Abschnitt 10a ist ein Rohr 80 mit Austrittsöffnungen (Düsen)
eingebaut. Dort wird flüssiges Wasser unter Überdruck in den Luftstrom L eingespritzt.
Oben im Abschnitt 10b ist ein sich in der Längsrichtung LR des Brühtunnels 2 erstreckendes
Rohr 82 mit Düsenöffnungen 84 eingebaut. Durch die Düsenöffnungen 84 wird heißer,
unter Überdruck stehender Wasserdampf in den Luftstrom L eingeblasen.
Wenn man Fig. 3 betrachtet, befindet sich ein nicht eingezeichneter
Dampferzeuger entweder in naher Zuordnung zu dem Brühtunnel 2 oder an einer davon
entfernteren Stelle des Schlachthofs. Durch eine Rohrleitung 90 wird heißer
Wasserdampf herangeführt. In einem Zirkulationsabscheider 88 wird auskondensiertes
Wasser abgeschieden. Mittels einer Mengendosiereinrichtung 86 wird anschließend
der Dampf, der den Zustand gesättigten Wasserdampfs hat, dem Rohr 82 mit den Düsenöffnungen
84 zugeführt. Die Mengendosiereinrichtung 86 ist von der Funktion her ein Ventil,
welches linear öffnet und schließt nach Maßgabe der Temperatur, die
in der Brühzone 100 gemessen wird. Wenn dort die Temperatur unterhalb der Solltemperatur
ist, wird mehr Dampf eingeblasen, und umgekehrt.
Es ist eine nicht eingezeichnete Wasserenthärtungseinrichtung zur
Enthärtung des Wassers für das Rohr 80 und/oder für den Wasserdampf vorgesehen.
Die kreuzschraffierten Bauteile 92 und 94 sind flexible Verbindungsabschnitte
vor dem Gebläse 38 und hinter dem Gebläse 38.
In Fig. 1 sieht man zugespitzte Längsvorsprünge 96 an den Begrenzungswänden
6, und zwar an der rechten Begrenzungswand 6 zwei Längsvorsprünge 96 beabstandet
übereinander und an der linken Begrenzungswand 6 zwei Längsvorsprünge 96 beabstandet
übereinander. Bei jedem Längsvorsprung 96 ist die Unterseite konkav-abgerundet ausgeführt;
die Oberseite verläuft schräg abwärts geneigt zur Längsmittelebene der Brühzone
100 hin. Durch die Längsvorsprünge 96 ist eine Einrichtung zum Verwirbeln und Zentrieren
der Luftströmung in der Brühzone des Brühtunnels gebildet. Die Längsvorsprünge 96
lenken die in der Brühzone 100 von unten nach oben strömende, dampfbeladene Luftströmung
mehr zur Mitte (zwischen links und rechts in Fig. 1) der Brühzone 100. Außerdem
wird eine Verlängerung der Verweildauer der Luft in der Brühzone 100 und eine vergleichmäßigende
Durchmischung erreicht. Außerdem sind oben Strömungsleitbleche 98 vorgesehen,
welche eine Beruhigung der Einströmung in den Eintritt 34 bewirken.