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Dokumentenidentifikation DE10210934B4 02.06.2005
Titel Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes
Anmelder NexPress Solutions LLC, Rochester, N.Y., US
Erfinder Dräger, Udo, 67346 Speyer, DE;
Schulze-Hagenest, Detlef, Dr., 24113 Molfsee, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Anmeldedatum 13.03.2002
DE-Aktenzeichen 10210934
Offenlegungstag 16.10.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.06.2005
IPC-Hauptklasse B41M 1/06
IPC-Nebenklasse B41M 1/10   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe, bei dem für den jeweils auszuführenden Druckauftrag zwischen der Verwendung von Offsetdruck und der Verwendung von Tiefdruck als für den Druckauftrag sachgerechtem Druckverfahren gewählt wird.

Der Tiefdruck wird besonders ab einer Auflage von 500.000 kostengünstig, weil die Anfertigung des zu gravierenden Druckformzylinders recht aufwendig und teuer ist, jedoch der fertige Druckformzylinder dafür auch eine lange Lebensdauer bzw. Standzeit besitzt. Der Druckvorgang selbst ist bei Tiefdruck, bei dem eine relativ dünnflüssige Druckfarbe verwendet wird, die in gravierten Näpfchen haftet, relativ schnell.

Im Gegensatz dazu ist der Offsetdruck für kleinere Auflagen besonders rentabel, da eine Druckplatte für ihn relativ kostengünstig herstellbar ist und dafür die Standzeit dieser Druckplatte nicht so groß ist wie der Druckform beim Tiefdruck. Der Druckvorgang, bei dem relativ dickflüssigere Druckfarbe auf farbannehmende Bereiche der Druckplatte aufgetragen wird, ist relativ langsamer als beim Tiefdruck.

Zudem hat der Offsetdruck eher beim Schriftendruck seine Stärken und der Tiefdruck beim Bilderdruck.

Wie bereits erwähnt, wird beim Tiefdruck eine dünnflüssigere Druckfarbe verwendet als beim Offsetdruck. Die niedrigere Viskosität dieser Druckfarbe wird in erster Linie durch einen Zusatz von leicht flüchtigen Lösungsmitteln erzielt. Zum Beispiel ist aus der DE 44 01 362 C2 für den Tiefdruck eine bevorzugte Viskosität der Druckfarbe im Bereich von 0,08 bis 1 Pa s entnehmbar.

Der DE 41 08 883 A1 ist ein Tiefdruck- oder Flexodruck – Verfahren entnehmbar, bei dem die Farbmenge über eine Druckbreite thermisch dadurch verändert wird, dass durch Beheizen oder Kühlen die Viskosität der in dieser Zone befindlichen Farbe verändert wird.

Aus der DE 39 04 854 C1 ist eine Temperriereinrichtung zur Regelung der Temperatur an der Oberfläche der Farbwalze einer Druckmaschine, insbesondere einer Offset-Druckmaschine entnehmbar.

Die DE 42 05 713 offenbart ein Verfahren für die Aufbereitung von Farben für den Tiefdruck und für den Offset-Druck.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren aufzuzeigen, bei dem die Zusammensetzung der verwendeten Druckfarbe unabhängig davon ist, ob der Druck als Offset- oder Tiefdruck ausgeführt wird.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß unabhängig von dieser Auswahl dieselbe Druckfarbe verwendet wird, wobei jedoch für den Offsetdruck die Druckfarbe mit etwa Raumtemperatur und einer Viskosität im Bereich von 10 bis 1000 Pa s (Pascal mal Sekunde), vorzugsweise von 40 bis 100 Pa s, und für den Tiefdruck im Bereich von 40 °C bis 150 °C und einer Viskosität von 0,01 bis 0,2 Pa s verwendet wird.

Vorzugsweise ist vorgesehen, daß die Temperatur der Druckfarbe für den Tiefdruck im Bereich von 80 °C bis 100 °C gewählt wird.

Nach dem eigentlichen Bedruckungsvorgang ist ein wichtiger Vorgang die Trocknung der Druckfarbe auf dem Bedruckstoff, damit die Druckfarbe am Bedruckstoff haftet. Hierfür sind prinzipiell unterschiedliche Trocknungsarten oder Trocknungsbegünstigungen bekannt, die auch erfindungsgemäß anwendbar sind, insbesondere Absorption von Bestandteilen durch den Bedruckstoff (sogenanntes Wegschlagen), Kalttrocknung, Hitzebeaufschlagung, UV-Bestrahlung, Wärmeentzug oder Kühlung, insbesondere je nach Zusammensetzung der Druckfarbe und Eigenschaften des Bedruckstoffes.

Umgekehrt kann auch eine zu schnelle Trocknung der Druckfarbe, insbesondere für den Tiefdruck, erfindungsgemäß verhindert werden.

Eine chemische Trocknung der Druckfarbe findet zum Beispiel durch Oxidation statt, insbesondere bei höheren Temperaturen. Da erfindungsgemäß eine höhere Temperatur verwendet wird, um für den Tiefdruck eine niedrigere Viskosität zu erzielen und zu erhalten, kann der Druckfarbe erfindungsgemäß wenigstens ein nicht oder langsam oxidierender Binder zugesetzt werden, um eine zu frühe Trocknung der Druckfarbe schon beim eigentlichen Bedruckungsvorgang zu verhindern.

Andererseits kann eine Trocknung einer Druckfarbe mittels radikalisch polymerisierender Bindemittel erreicht werden, insbesondere durch UV-Bestrahlung, so daß erfindungsgemäß bevorzugt vorgesehen ist, daß der Druckfarbe wenigstens ein durch UV-Licht abbindender Binder zugesetzt wird.

Bei der UV-Trocknung polymerisiert die Druckfarbe nach ihrer Bestrahlung in Bruchteilen von Sekunden, wobei eine Bestrahlung bevorzugt im Wellenlängenbereich von etwa 100 nm bis etwa 380 nm, insbesondere mit einer Quecksilberdampflampe, erfolgen kann. Zusätzlich können sogenannte Fotoinitiatoren zugesetzt werden.

Eine nächste Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Druckfarbe wenigstens eine aliphatische Substanz mit einem Schmelzpunkt im Bereich von 40 °C bis 120 °C zugesetzt wird, wobei bevorzugt die aliphatische Substanz in Pulverform der Druckfarbe zugesetzt wird.

Vorzugsweise kann die aliphatische Substanz etwa 10 % bis etwa 30 % des Volumens der Druckfarbe ausmachen. Hierdurch wird erreicht, daß die Viskosität der Druckfarbe bei Erreichen des Schmelzpunktes der aliphatischen Substanz scharf abnimmt.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Bedrucken eines Bedruckstoffes mit wenigstens einer Druckfarbe, bei dem für den jeweils auszuführenden Druckauftrag zwischen der Verwendung von Offsetdruck und der Verwendung von Tiefdruck als für den Druckauftrag sachgerechtem Druckverfahren gewählt wird, dadurch gekennzeichnet, dass unabhängig von dieser Auswahl dieselbe Druckfarbe verwendet wird, wobei jedoch für den Offsetdruck die Druckfarbe mit etwa Raumtemperatur und einer Viskosität im Bereich von 10 bis 1000 Pa s (Pascal mal Sekunde), vorzugsweise von 40 bis 100 Pa s, und für den Tiefdruck im Bereich von 40 °C bis 150 °C und einer Viskosität von 0,01 bis 0,2 Pa s verwendet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Druckfarbe für den Tiefdruck im Bereich von 80 °C bis 100 °C gewählt wird.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckfarbe wenigstens ein durch UV-Licht abbindender Binder zugesetzt wird.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckfarbe wenigstens eine aliphatische Substanz mit einem Schmelzpunkt im Bereich von 40 °C bis 120 °C zugesetzt wird.
  5. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die aliphatische Substanz in Pulverform der Druckfarbe zugesetzt wird.
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