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Dokumentenidentifikation DE60017267T2 02.06.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001204836
Titel VORRICHTUNG ZUM ENTFERNEN EINES FLÜSSIGKEITSBESTANDTEILS AUS FEINKÖRNIGEN FESTEN STOFFEN
Anmelder Unilever N.V., Rotterdam, NL
Erfinder HAVE TEN, Sander, NL-3133 AT Vlaardingen, NL
Vertreter Lederer & Keller, 80538 München
DE-Aktenzeichen 60017267
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 11.07.2000
EP-Aktenzeichen 009544768
WO-Anmeldetag 11.07.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/EP00/06593
WO-Veröffentlichungsnummer 0001012287
WO-Veröffentlichungsdatum 22.02.2001
EP-Offenlegungsdatum 15.05.2002
EP date of grant 05.01.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.06.2005
IPC-Hauptklasse F26B 3/08

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entfernung einer flüssigen Komponente aus feinteiligen Feststoffen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiters ein Verfahren zum Entfernen dieser Flüssigkeiten aus solchen Stoffen gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 14.

Eine derartige Vorrichtung bzw. ein derartiges Verfahren ist aus der US-A-3 544 089 bekannt.

Eine Vorrichtung zur Aufbereitung von teilchenförmigen oder körnigen Stoffen in einer Wirbelschicht ist in der US 4 033 555 offenbart. Gemäß diesem Dokument kann Feuchtigkeit aus Materialien wie Sand entfernt werden, indem eine Wirbelschicht desselben Sands vorgesehen und der Sand einem Luftstrom mit vorbestimmtem Fließmuster zwecks Zirkulierens und Mischens des Materials ausgesetzt wird. Die offenbarte Vorrichtung besitzt eine Siebplatte, die mit Öffnungen einer bestimmten Form versehen ist, durch welche das Wirbelgas in die Vorrichtung eingeleitet wird. Diese Öffnungen regen die Zirkulation an und schaffen ein kontrolliertes Sprießen des Materials in der Nähe der Wände, und auf diese Weise wird eine innere Zirkulation des Materials in der Wirbelschicht erreicht, die das körnige Material am Aneinanderhaften hindert. Dadurch kann das System auch für körnige Stoffe verwendet werden, die nicht frei fließen, wie z.B. nassen Sand.

Diese Vorrichtung eignet sich jedoch nicht zur Entfernung von Feuchtigkeit aus feinkörnigen, festen Nahrungsmitteln, weil diese Stoffe während der Behandlung leicht beschädigt werden und aufgrund von Überhitzung schwarze Flecken bekommen können. Darüber hinaus kann diese Vorrichtung nicht bei einem semikontinuierlichen Verfahren angewendet werden, da keine Vorkehrungen zur Entfernung des aufbereiteten Materials getroffen sind. Auch ist die Erwärmung des Gases nicht effizient, da keine Angaben darüber gemacht werden, wie die Wirbelgase erwärmt werden und/oder wie die in den Abgasen vorhandene Restwärme im Verfahren genutzt werden kann. Außerdem ist die Einleitung der Wirbelgase über den Boden der Siebplatte nicht sehr effizient, weil diese Gase keine klare axiale und tangentiale Komponente haben. Dafür müssen die Öffnungen in der Siebplatte eine ganz spezielle Gestalt haben.

Aus der US 4 875 435 ist eine Vorrichtung bekannt, die zum kombinierten Trocknen und Umhüllen von pharmazeutischen Stoffen verwendet werden kann. Dazu ist die Vorrichtung gemäß diesem US-Patent mit Sprüheinrichtungen zum Umhüllen versehen. Es werden zwar eine Wirbelschicht oberhalb einer Siebplatte geschaffen und Gase eingeleitet, die den Feststoffen in der Wirbelschicht eine axiale Komponente verleihen, doch wird das Gas, das die tangentiale Komponente für diese Stoffe bildet, oberhalb der Siebplatte eingeleitet. Es wurde nun gefunden, dass eine derartige Einleitung dieses Gases zu keinen guten Ergebnissen führt. Außerdem weist das darin beschriebene System noch weitere Nachteile auf, wie die Tatsache, dass in der Behandlungskammer oberhalb der Siebplatte Flächen vorhanden sind, wo die Verwirbelung nicht optimal ist, was zu nicht hygienischen Bedingungen führt, die bei der Behandlung von Nahrungsmitteln nicht zulässig sind. Auch entstehen heiße Stellen, die zu örtlichen Überhitzungen der Nahrungsmittel führen und so inakzeptable Produkte liefern. Darüber hinaus können die Produkte nicht so aus dem System entfernt werden, dass ein semikontinuierliches Verfahren möglich ist.

Eine ähnliche Vorrichtung ist in der US 4 532 155 offenbart. Daher bestehen beim Einsatz dieser Vorrichtung dieselben Nachteile wie oben ausgeführt.

Gemäß der US 3 908 045 ist eine Vorrichtung zur Beschichtung von Waschmittelteilchen mit einer Lochplatte vorgesehen, durch die ein Wirbelgas derart eingeleitet wird, dass eine verwirbelbare Substanz in einer Wirbelschicht eingehüllt wird. Es wird zwar Luft eingeleitet wird, die eine tangentiale Komponente für die Teilchen erzeugt, doch ist nicht klar, ob diese Luft oberhalb oder unterhalb der Lochplatte eingeleitet wird.

Gemäß der US 4 866 858 bzw. JP 54040480 kann der Wärmeübergang in einer Wirbelschicht verbessert werden, wenn das Wirbelgas in Form von sequentiellen Strömen eingeleitet wird (wodurch so etwas wie ein pulsierender Gasstrom entsteht).

Die Verwendung einer zentral angeordneten Öffnung zur Entfernung des Reaktionsprodukts aus einem Wirbelschichtsystem ist z.B. in der US 4 640 023 offenbart.

Die US-A-3 544 089 offenbart eine Vorrichtung zur Entfernung einer flüssigen Komponente aus feinteiligen Feststoffen. Die Vorrichtung besitzt ein Gehäuse, das in eine Gaseinleitkammer und eine Reaktions/Trockenkammer unterteilt ist. Der Feststoff wird der zweiten Kammer zugeführt und mit dem Gas aus der Gaseinleitkammer getrocknet.

Es wurde untersucht, ob eine neue Vorrichtung entwickelt werden und ein neues Verfahren gefunden werden kann, mit der bzw. dem eine flüssige Komponente, insbesondere Feuchtigkeit, aus feinteiligem Material, insbesondere feinteiligen Nahrungsmitteln, unter Überwindung der Probleme des oben genannten Standes der Technik entfernt werden kann. Diese Untersuchung führte zu den vorliegenden, neuen Erfindungen in Bezug auf eine Vorrichtung und ein Verfahren. Daher betrifft die vorliegende Erfindung in erster Linie eine neue Vorrichtung zur Entfernung einer flüssigen Komponente aus feinteiligen Feststoffen, umfassend:

  • – ein Gehäuse
  • – eine Lochplatte, die das Gehäuse in eine erste Kammer und eine zweite Kammer unterteilt, wobei die erste Kammer eine Gaseinleitkammer und die zweite Kammer eine Reaktions/Trockenkammer ist, wobei die Vorrichtung:
  • – Mittel zur Zuführung der feinteiligen Feststoffs in die zweite Kammer,
  • – ein Gasaustrittssystem zur Entfernung der Gase aus der zweiten Kammer aufweist
  • und dadurch gekennzeichnet ist, dass
  • – die erste Kammer mit einem ersten Gaseinlass und einem zweiten Gaseinlass versehen ist, wobei der erste Gaseinlass und der zweite Gaseinlass voneinander getrennt sind,
  • – der erste Gaseinlass im Boden der ersten Kammer vorgesehen ist und dem Gas eine axiale Richtung verleiht, und
  • – der zweite Gaseinlass unterhalb der Platte angeordnet ist und dem Gas eine Komponente in tangentialer Richtung verleiht,
  • – die Lochplatte mit einer Auslassöffnung versehen ist, die mit einem entfernbaren Stopfen zum Freigeben und Verschließen der Auslassöffnung versehen ist,
  • – Heizeinrichtungen zum Erwärmen der über den ersten Gaseinlass und den zweiten Gaseinlass eingeleiteten Gase vorgesehen sind.

Zur Erzielung einer effizienten Verwirbelung des feinteiligen Materials, bei der die Teilchen eine axiale und tangentiale Geschwindigkeitskomponente erhalten, während das feinteilige Material während der Aufbereitung gleichzeitig oberhalb der Lochplatte bleibt, wurde gefunden, dass es am besten ist, wenn die Lochplatte mit Löchern mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 4 mm versehen ist. Optimale Ergebnisse werden erzielt, wenn die Gesamtfläche der Löcher in der Platte 10 bis 30 %, vorzugsweise 15 bis 25 %, der Gesamtfläche der Platte ausmacht.

Um zu gewährleisten, dass die Wirbelschicht die Form einer Ringschicht aus verwirbelten Teilchen annimmt, wobei die Entfernung des Endprodukts erleichtert wird, wurde gefunden, dass es günstig ist, wenn die Platte Kegel- oder Wokform aufweist, während die Auslassöffnung am untersten Punkt des Kegels bzw. Woks vorgesehen ist.

Die Dicke der Platte und die Größe der darin vorgesehenen Löcher wirken sich auf die Geschwindigkeit der tangential eingeleiteten Gaskomponente und somit auf die Bildung der Wirbelschicht aus. Es wird daher die Verwendung einer Platte bevorzugt, bei der das Verhältnis (t/d) zwischen der Dicke (t) der Platte und dem Durchmesser (d) der Löcher in der Platte 0,2-1,6 beträgt.

Die Position des Eintritts des über den Gaseinlass eingeleiteten Gases wirkt sich auf die Effizienz der Bildung der Wirbelschicht aus. Es wurde gefunden, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn der Gaseinlass an einer Stelle oberhalb 0,4 h, vorzugsweise an einer Stelle oberhalb 0,5 h, vom Boden des Gehäuses vorgesehen ist, wobei h die Höhe der Kammer ist.

Zur Steuerung der Temperatur in der Reaktionskammer wird ein Wärmefühler in der ersten Kammer und vorzugsweise auch ein Wärmefühler in der zweiten Kammer angeordnet. Die Wärmefühler erzeugen ein Signal, das zur Steuerung der Temperatur der Gasströme in den Einlässen mit Hilfe von Regelungsmitteln zur Regelung des Aufheizens dieser Gasströme angelegt wird.

Eine Vorrichtung, die zur Erzielung eines effizienten Wärmeübergangs in der Wirbelschicht eingesetzt werden kann, ist ein Pulsator, der vorzugsweise im über den Einlass eingeleiteten Gasstrom angeordnet ist. Dabei kann die Geschwindigkeit dieses Gasstroms pulsförmig sein, was in einer Wirbelschicht resultiert, in welcher der Abstand zwischen den einzelnen Teilchen während der Aufbereitung verändert werden kann. Diese Pulsation wird vorzugsweise mit einer Amplitude zwischen 0,25 und 10 Hertz durchgeführt.

Zur Ermöglichung eines semikontinuierlichen Verfahrens wurde gefunden, dass die Anbringung einer Auslassöffnung in der Platte zu höchst brauchbaren Ergebnissen führte. Es wird daher bevorzugt eine Vorrichtung verwendet, bei der ein Stopfen an einem Kolben angebracht ist, welcher Stopfen an die Form und Größe der Auslassöffnung in der Platte angepasst ist, wobei die Auslassöffnung einen Durchmesser von 100 bis 200 mm aufweist.

Für einen effizienten Energieverbrauch wurde gefunden, dass es von Vorteil ist, wenn in dem von der Kammer wegführenden Gasauslasssystem ein indirekter Wärmetauscher vorgesehen ist, wobei das Gas im Gasauslasssystem in indirektem Wärmeaustausch mit dem frischen Gas steht, das über Einlässe in das System eingeleitet wird. Das den Wärmetauscher verlassende Gas kann durch Verwendung eines Ventils im Wärmetauscher in zwei Ströme geteilt werden, wobei die beiden Gasströme über die Einlässe in das System eingeleitet werden. Das Verhältnis, in dem die Gasströme über die Einlässe eingeleitet werden, kann durch die Lage des Ventils gesteuert werden.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Entfernen einer flüssigen Komponente aus einem feinteiligen Feststoff in einem Reaktor, wobei der feinteilige Feststoff durch vorgewärmtes Gas derart verwirbelt wird, dass die festen Teilchen während der Wärmebehandlung eine ringförmige Wirbelschicht aus Teilchen bilden, u.zw. bei einer Temperatur und über einen Zeitraum, die zum Entfernen der flüssigen Komponente ohne Überhitzen des feinteiligen Feststoffs ausreichen, worauf der behandelte feinteilige Feststoff als Endprodukt aus dem Reaktor entfernt wird, während anschließend frischer feinteiliger Feststoff, aus dem die flüssige Komponente noch zu entfernen ist, in den Reaktor eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das vorgewärmte Gas den festen Teilchen eine axiale Geschwindigkeitskomponente verleiht und ein vorgewärmtes Gas, das in den Reaktor unterhalb einer Lochplatte eingeleitet wird, die eine Barriere zwischen einer Einleitkammer für die Behandlungsgase und einer Reaktionskammer bildet, den festen Teilchen eine tangentiale Geschwindigkeitskomponente verleiht.

Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn das die tangentiale Geschwindigkeitskomponente verleihende Gas in den Reaktor unterhalb einer Lochplatte eingeleitet wird, die eine Barriere zwischen einer Einleitkammer für die Behandlungsgase und einer Reaktionskammer bildet.

Für das Wirbelgas anwendbare Gasgeschwindigkeiten können von über 0,5 m/s, vorzugsweise über 1,5 mls, bis weniger als 50 m/s, vorzugsweise weniger als 10 m/s, reichen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Gase, die die axiale Geschwindigkeitskomponente und die tangentiale Geschwindigkeitskomponente verleihen, in die Einleitkammer in einem Verhältnis Vax:Vtang = 0,1 bis 10 eingeleitet werden, wobei Vax die Geschwindigkeit des die axiale Komponente verleihenden Gases und Vtang die Geschwindigkeit des die tangentiale Komponente verleihenden Gases ist. Die Gase sollten mit einer derartigen Geschwindigkeit in den Reaktor eingeleitet werden, dass der feinteilige Feststoff, der über der Lochplatte eingebracht wird, in Form einer ringförmigen Wirbelschicht aus Feststoffteilchen oberhalb der Lochplatte bleibt.

Die in der Reaktionskammer anzuwendende Temperatur sollte sorgfältig innerhalb eines bestimmten Bereichs gesteuert werden, was dadurch erzielt werden kann, dass die Gase in den Reaktor direkt unterhalb der Lochplatte mit einer Temperatur in einem Bereich zwischen 180 und 350°C, vorzugsweise 200 und 300°C, eingeleitet werden.

Der wirkungsvollste Energieverbrauch lässt sich erreichen, indem die Temperatur der in den Reaktor eingeleiteten Gase durch das Signal von einem Temperaturfühler in der Einleitkammer des Reaktors gesteuert wird, welches Signal an einen indirekten Wärmetauscher gesendet wird, wo frisches Einleitgas mit aus dem Reaktor abgezogenem Gas in indirektem Wärmeaustausch steht. Wird ein Signal von einem zweiten Wärmefühler, diesmal angeordnet in der Reaktionskammer, gleichermaßen für diese Regelung verwendet, ist eine noch effizientere Temperatursteuerung möglich.

Die Verweilzeit des feinteiligen Materials im Reaktor kann zweckmäßig zwischen 15 und 90 s, vorzugsweise zwischen 20 und 60 s, dauern.

Es können zwar alle Arten von feinteiligen Nahrungsmitteln der erfindungsgemäßen Behandlung, insbesondere unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, unterzogen werden, doch wurde gefunden, dass sich sehr gute und unerwartete Ergebnisse erzielen lassen, wenn das Nahrungsmittel körniger Reis ist und die daraus entfernte flüssige Komponente Wasser ist. Der Gasstrom kann unter sämtlichen inerten, nahrungsmitteltauglichen Gasen ausgewählt werden, vorzugsweise wird hierfür aber Luft oder Stickstoff als Gas eingesetzt.

In der angeschlossenen Zeichnung ist die erfindungsgemäße Vorrichtung schematisch dargelegt. Zur Veranschaulichung der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Zeichnung und die Verwendung der Vorrichtung gemäß dieser Zeichnung detaillierter beschrieben.

Zu trocknendes Material wie körniger Reis wird von einem Speicher 10 in die Reaktionskammer 4 eines Reaktors umfassend ein Gehäuse 1 gefüllt, das mit einer Lochplatte 2 in Wokform versehen ist, die mit Löchern 11 einer Größe von etwa 2 mm versehen ist und das Gehäuse 1 in eine Gaseinleitkammer 3 und eine Reaktions/Trockenkammer 4 unterteilt. Ein Wirbelgas wird mit einer Geschwindigkeit von 15 m/s über Gaseinlässe 5 im Boden 7 in die Kammer 3 eingespeist. Dieser Gasstrom verleiht den Teilchen in der Kammer 4 eine axiale Komponente. Gleichzeitig wird ein Gas mit einer Geschwindigkeit von 35 m/s über Gaseinlässe 6 direkt unterhalb der Platte 2 eingeleitet. Dieses Gas liefert eine tangentiale Komponente an die Feststoffteilchen in der Kammer 4. Auf diese Weise bildet der feinteilige Feststoff eine ringförmige Wirbelschicht in der Kammer 4 aus. Die über Einlässe 5 und 6 eingeleiteten Gase werden im Heizgerät 18 erwärmt, nachdem sie im Wärmetauscher 15 in indirektem Wärmeaustausch mit den das System über den Auslass 17 verlassenden Gases vorgewärmt worden sind. Die Temperatur der über 5 und 6 eingeleiteten Gase wird mit Hilfe von Wärmefühlern 12 und 13 gesteuert, die in der Kammer 3 bzw. 4 angeordnet sind. Die Wärmefühler erzeugen ein Signal, das an die mit der Heizeinrichtung 18 und dem darin befindlichen Ventil 16 verbundenen Regelungmitteln 14 angelegt wird. Um die Aufbereitung unterbrechen und das getrocknete Produkt aus dem Reaktor entfernen zu können, ist eine Öffnung 8 in der Platte 2 vorgesehen, welche Öffnung mit einem Stopfen 9 versehen ist, der hinsichtlich Form und Größe an die Öffnung 8 angepasst ist und die Öffnung 8 während des Trocknungsprozesses verschließt, aber nach Unterbrechung der Gaszufuhr zum System unter Verwendung eines Kolbens 19 angehoben werden kann. Das getrocknete Produkt wird über eine Leitung entfernt, die mit einem Separator 20 verbunden ist, in dem das Produkt abgekühlt und von überschüssigem Gas abgetrennt wird. Die das System über den Auslass 17 verlassenden Abgase werden einem Separator 24 zugeführt, der vorzugsweise als Zyklon ausgebildet ist, wo Staub und Gas getrennt werden, worauf die Gase zum Wärmetauscher 15 geleitet werden, der über den Einlass 21 auch mit frischem Gas versorgt wird. Für den Transport des Gases wird ein Ventilator 22 verwendet. Das Ventil 16 wird zur Ableitung des Gases aus dem Ventilator 22 in zwei Strömen 5 und 6 im gewünschten Verhältnis verwendet.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Entfernung einer flüssigen Komponente aus feinteiligen Feststoffen, umfassend:

    – ein Gehäuse (1)

    – eine Lochplatte (2), die das Gehäuse (1) in eine erste Kammer (3) und eine zweite Kammer (4) unterteilt, wobei die erste Kammer (3) eine Gaseinleitkammer und die zweite Kammer (4) eine Reaktions/Trockenkammer ist, wobei die Vorrichtung:

    – Mittel (10) zur Zuführung des feinteiligen Feststoffs in die zweite Kammer (4),

    – ein Gasaustrittssystem (17) zur Entfernung der Gase aus der zweiten Kammer (4) aufweist

    und dadurch gekennzeichnet ist, dass

    – die erste Kammer (3) mit einem ersten Gaseinlass (5) und einem zweiten Gaseinlass (6) versehen ist, wobei der erste Gaseinlass (5) und der zweite Gaseinlass (6) voneinander getrennt sind,

    – der erste Gaseinlass (5) im Boden (7) der ersten Kammer (3) vorgesehen ist und dem Gas eine axiale Richtung verleiht, und

    – der zweite Gaseinlass (6) unterhalb der Platte (2) angeordnet ist und dem Gas eine Komponente in tangentialer Richtung verleiht,

    – die Lochplatte (2) mit einer Auslassöffnung (8) versehen ist, die mit einem entfernbaren Stopfen (9) zum Freigeben und Verschließen der Auslassöffnung (8) versehen ist,

    – Heizeinrichtungen (15, 18) zum Erwärmen der über den ersten Gaseinlass (5) und den zweiten Gaseinlass (6) eingeleiteten Gase vorgesehen sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, worin die Lochplatte mit Löchern (11) mit einem Durchmesser zwischen 0,5 und 4 mm versehen ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, worin die Gesamtfläche der Löcher in der Platte (2) 10 bis 30 %, vorzugsweise 15 bis 25 %, der Gesamtfläche der Platte ausmacht.
  4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, worin die Platte (2) Wokform aufweist, wobei die Auslassöffnung (8) am untersten Punkt des Woks vorgesehen ist.
  5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, worin das Verhältnis (t/d) zwischen der Dicke (t) der Platte (2) und dem Durchmesser (d) der Löcher (11) in der Platte 0,2–1,6 beträgt.
  6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, worin der zweite Gaseinlass (6) an einer Stelle oberhalb 0,4 h, vorzugsweise an einer Stelle oberhalb 0,5 h, vom Boden des Gehäuses (1) vorgesehen ist, wobei h die Höhe der ersten Kammer (3) ist.
  7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, worin ein Wärmefühler (12) in der ersten Kammer (3) vorgesehen ist.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, worin auch ein Wärmefühler (13) in der zweiten Kammer (4) vorgesehen ist.
  9. Vorrichtung nach den Anspruch 7 oder 8, worin der Wärmefühler (12) oder die Wärmefühler (12) und (13) mit Regelungsmitteln (14) zur Regelung des Aufheizens der Gasströme für den ersten Einlass (5) und den zweiten Einlass (6) verbunden sind.
  10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 9, worin der zweite Gaseinlass (6) mit Mitteln zum Pulsieren des über den zweiten Einlass (6) eingeleiteten Gasstroms versehen ist.
  11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 10, worin der Stopfen (9) an einem Kolben (19) angebracht ist, wobei der Stopfen (9) an die Form und Größe der Auslassöffnung (8) in der Platte (2) angepasst ist, welche Auslassöffnung einen Durchmesser von 100 bis 200 mm aufweist.
  12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 11, worin in dem von der zweiten Kammer (4) wegführenden Gasauslasssystem (17) ein indirekter Wärmetauscher (15) vorgesehen ist, wobei das Gas im Auslass (17) in indirektem Wärmeaustausch mit dem frischen Gas (21) steht, das über den ersten Gaseinlass (5) und/oder über den zweiten Gaseinlass (6) in das System eingeleitet wird.
  13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 12, worin in dem den Wärmetauscher (15) verlassenden System ein Ventil (16) zur Aufteilung des Einleitgases auf den ersten Gaseinlass (5) und den zweiten Gaseinlass (6) angeordnet ist.
  14. Verfahren zum Entfernen einer flüssigen Komponente aus einem feinteiligen Feststoff in einem Reaktor, wobei der feinteilige Feststoff durch vorgewärmtes Gas derart verwirbelt wird, dass die festen Teilchen während der Wärmebehandlung eine ringförmige Wirbelschicht aus Teilchen bilden, u.zw. bei einer Temperatur und über einen Zeitraum, die zum Entfernen der flüssigen Komponente ohne Überhitzen des feinteiligen Feststoffs ausreichen, worauf der behandelte feinteilige Feststoff als Endprodukt aus dem Reaktor entfernt wird, während anschließend frischer feinteiliger Feststoff, aus dem die flüssige Komponente noch zu entfernen ist, in den Reaktor eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das vorgewärmte Gas den festen Teilchen eine axiale Geschwindigkeitskomponente verleiht und ein vorgewärmtes Gas, das in den Reaktor unterhalb einer Lochplatte eingeleitet wird, die eine Barriere zwischen einer Einleitkammer für die Behandlungsgase und einer Reaktionskammer bildet, den festen Teilchen eine tangentiale Geschwindigkeitskomponente verleiht.
  15. Verfahren nach Anspruch 14, worin die Gase, die die axiale Geschwindigkeitskomponente und die tangentiale Komponente verleihen, in die Einleitkammer in einem Verhältnis von Vax:Vtang = 0,1 bis 10 eingeleitet werden, wobei Vax die Geschwindigkeit des die axiale Komponente verleihenden Gases und Vtang die Geschwindigkeit des die tangentiale Komponente verleihenden Gases ist.
  16. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 15, worin die Gase mit einer derartigen Geschwindigkeit in den Reaktor eingeleitet werden, dass der feinteilige Feststoff, der über der Lochplatte eingebracht wird, in Form einer ringförmigen Wirbelschicht aus Feststoffteilchen oberhalb der Lochplatte bleibt.
  17. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 16, worin die Temperatur der in den Reaktor eingeleiteten Gase an einer Stelle direkt unter der Lochplatte in einem Bereich zwischen 180 und 350°C, vorzugsweise 200 und 300°C, liegt.
  18. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 17, worin die Temperatur der in den Reaktor eingeleiteten Gase durch ein Signal von einem Temperaturfühler in der Einleitkammer des Reaktors gesteuert wird, welches Signal an einen indirekten Wärmetauscher gesendet wird, wo frisches Einleitgas mit aus dem Reaktor abgezogenem Gas in indirektem Wärmeaustausch steht.
  19. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 18, worin die Verweilzeit des feinteiligen Materials im Reaktor zwischen 15 und 90 s, vorzugsweise zwischen 20 und 60 s, beträgt.
  20. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 19, worin die Behandlungskammer des Reaktors mit einem Kolben ausgestattet wird, der mit einem Stopfen versehen ist, welcher hinsichtlich Gestalt und Größe mit einer Öffnung im untersten Teil der Lochplatte übereinstimmt, welcher Kolben nach Beendigung der Behandlung einer Charge von feinteiligem Feststoff angehoben wird, worauf das behandelte Endprodukt unter Nutzung des innerhalb der Reaktionskammer herrschenden Überdrucks aus dieser Kammer entfernt wird.
  21. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 20, worin das die tangentiale Geschwindigkeitskomponente für die Feststoffteilchen erzeugende Gas unter Pulsieren mit einer Amplitude von 0,25 bis 10 Hertz in den Reaktor eingeleitet wird.
  22. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 21, worin der feinteilige Feststoff ein Nahrungsmittel, insbesondere körniger Reis, und die daraus zu entfernende flüssige Komponente Wasser ist.
  23. Verfahren nach den Ansprüchen 14 bis 22, worin das angewendete Gas ein Inertgas, vorzugsweise Luft oder Stickstoff, ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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