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Dokumentenidentifikation DE102004054133A1 09.06.2005
Titel Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Silymarin
Anmelder Naturprodukt CZ spol. s.r.o., Praha - Vychod, Sestajovice, CZ
Vertreter Jeck · Fleck · Herrmann Patentanwälte, 71665 Vaihingen
DE-Anmeldedatum 08.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004054133
Offenlegungstag 09.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.06.2005
IPC-Hauptklasse A23L 1/30
Zusammenfassung Nahrungsergänzung auf der Basis von Silymarin, die zu einer Steigerung der Diätqualität mit positiver Wirksamkeit auf die Reduzierung des Risikos einer Zivilisationserkrankung beiträgt und deren Wesen darin besteht, dass diese als Wirkungskomponenten ein Gemisch von 10 bis 90 Gewichts-% der standardisierten Flavonolignanenfraktion aus dem Extrakt der Mariendistel (Cardui mariae extractum siccum) und 90 bis 10 Gewichts-% des galenisch zubereiteten getrockneten Yaconknollens (Smallanthus sonchifolius) enthält.
Dabei sind deren Wirkungskomponenten in einer vorteilhaften Ausführung ggf. mit einer bis zu 20-fachen Gewichtsmenge eines physiologisch unschädlichen Vehikels vermischt.

Beschreibung[de]
Erfindungsbereich

Die Erfindung betrifft die Zusammensetzung eines Nahrungsergänzungsmittels auf der Basis von Silymarin, d.h. einer standardisierten Fraktion von Flavonolignanen aus dem Samenextrakt der Mariendistel (Silybum marianum), die zu einer Erhöhung der Diätqualität mit positiver Wirksamkeit auf die Verminderung des Risikos einer Zivilisationserkrankung, wie Diabetes mellitus und Hyperlipidämie, beiträgt und ggfs. den gesamten Gesundheitszustand des Organismus von Risikogruppen der Bevölkerung günstig beeinflusst.

Die „Silybum marianum (L) Gaertner" (Mariendistel, Asteraceae) findet in der europäischen Traditionsmedizin wegen ihrer hepatoprotektiven Wirkung seit Jahrhunderten Verwendung. Deren Wurzeln, Blätter und Samen wurden als Nahrung zubereitet (Morazzoni und Bombardelli, 1995). Die Bezeichnung Silymarin wird für den Extrakt aus dem Samen der „S. marianum (Cardui mariae extractum siccum)" verwendet, der 70–80% des Silymarinkomplexes, d.h. eines Gemischs aus auf Silibinin standardisierten Flavonolignanen und 30–20% einer chemisch nicht definierten Fraktion, enthält.

Der „S.-marianum"-Extrakt und Silibinin schützen die Leber vor der Wirkung hepatoxischer Stoffe (s. DE-A-19 23 082 und DE-A 35 37 656).

Der „S.-marianum"-Extrakt und Silibinin verhindern die von kupferhaltigen Ionen induzierte Oxidation der menschlichen LDL-Lipoproteine in vitro (s. Škottová et al., 1999).

Der Extrakt und die Flavonolignane der „S. Marinanum", insbesondere das Bilibinin bishemisukcinat sind als unterstützende Therapie bei der Behandlung mit Zitostatika (s. Lentzen at al., 1998) gut wirksam.

In der Tschechischen Republik bildet der „S.-marianum"-Extrakt einen aktiven Bestandteil von Medikamenten, die als Hepatoprotektiva klassifiziert sind, z.B. FLAVOBION®, SILYGAL®, LAGOSA® oder LEGALON® (der Extraktgehalt in einer Tablette ist 100–204mg, d.h. 70–150mg Silymarinkomplex), das Phytopräparat SIMEPAR® enthält den „S.-marianum"-Extrakt in der Kombination mit dem Vitamin B-Komplex, das HEPABEN® mit dem „Fumaria-officinalis"-Extrakt und das HEPATOFALK® PLANTA mit dem „Chelidonium-majus"-Extrakt. Die Indikation dieser Präparate ist um die cholekinetische und choleretische Wirkung erweitert. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln beträgt die Extraktmenge in einer Tablette 15–100mg., d.h. 10–70mg Silymarinkomplex.

Beschrieben ist ebenfalls ein Nahrungsergänzungsmittel mit Wirkung auf Plasmalipide und die Antioxidationskapazität des Bluts gemäß der CZ PV 2000-4404, die als Wirkungskomponenten ein Gemisch des Mariendistelextrakts und mindestens eines n-3- und n-6- polyungesättigte Fettsäuren enthaltendes Pflanzenöls enthält. Dieses Präparat hat eine positive Wirkung auf die Cholesterinparameter, die Lebersteatose und den Antioxidationszustand des Organismus, besitzt jedoch keine präbiotische Wirkung.

Im Zusammenhang mit der Suche nach neuen Naturquellen mit antidiabetischen, Nährwert-, immunostimulierenden und anderen Eigenschaften wurde experimentell festgestellt, dass verarbeitete Knollen des Yacon (Smallanthus sonchifolius) eine präbiotische Wirkung aufweisen, was z.B. in den Artikeln von Romin Pedreschi et al.: „Andean Yacon Root (Smallanthus sonchifolius Poepp. EndI) Fructooligosacharides as a Potential Novel Source of Prebiotics", Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2003, oder Aleš Lebeda et al.: "Biologická a chemická variabilita maky a jakonu", Chem. Listy 97, Seiten 548–556, 2003, beschrieben ist.

Das Bestreben der vorliegenden Erfindung ist daher, ein Nahrungsergänzungsmittel zu schaffen, das die bekannte Wirkung des Silymarin mit der neuentdeckten Wirkung des Yacon in sich vereint.

Zusammenfassung der Erfindung

Eine neue Wirksamkeit gegenüber dem bisherigen Stand weist das Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Silymarin auf, das zu einer Erhöhung der Diätqualität mit positiver Wirksamkeit auf die Verminderung des Risikos einer Zivilisationserkrankung beiträgt, wobei die Erfindung darin besteht, dass das Nahrungsergänzungsmittel als Wirkungskomponenten ein Gemisch aus 10 bis 90 Gewichts-% der standardisierten Flavonolignanenfraktion aus dem Extrakt der Mariendistel (Cardui mariae extractum siccum) und 90 bis 10 Gewichts-% der galenisch zubereiteten, getrockneten Yaconknolle (Smallanthus sonchifolius) enthält.

Ein weitere Ausbildung der Erfindung besteht darin, dass die Wirkungskomponenten des Nahrungsergänzungsmittels ggf. mit einer bis zu 20-fachen Gewichtsmenge eines physiologisch unschädlichen Vehikels vermischt sind, das in einer vorteilhaften Zusammensetzung 0,1 bis 80 Gewichts-% an inertem Füllstoff und 0,05 bis 10 Gewichts-% an Schmierstoffen enthält.

Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist der inerte Füllstoff aus einer Stoffgruppe ausgewählt, die mikrokristalline Zellulose und/oder Siliziumoxid und/oder Kartoffelstärke und/oder Maisstärke und/oder modifizierte Stärke enthält, und sind die Schmierstoffe aus einer Stoffgruppe ausgewählt, die Talkum und/oder hydratisiertes Siliziumoxid und/oder Stearinsäure und/oder Kalziumstearat enthält.

Die Wirksamkeit des Nahrungsergänzungsmittels der genannten Zusammensetzung äußert sich darin, dass sich die Kombination des Sylimarins mit Yacon als Vorbeugung gegen chronische Zivilisationserkrankungen, die durch ein atherogenes Lipoproteinprofil, die Leberstearose und einen verschlechterten Antioxidationszustand des Organismus gekennzeichnet sind, positiv auswirkt. Das Nahrungsergänzungsmittel zeichnet sich ferner durch eine nachweisbar präbiotische Wirksamkeit aus, da Yacon Zucker enthält, der die nichtpatogene Darmflora unterstützt, welche die Tätigkeit des Verdauungssystems günstig beeinflusst.

Ausführungsbeispiele der Erfindung

Die Möglichkeiten einer konkreten Anwendung der Erfindung sind aus den folgenden Beispielen ersichtlich:

Beispiel 1

Die Wirksamkeit der ausgewählten Zusammensetzung des Nahrungsergänzungsmittels, d.h. des Nutrazeutikums, wurde an einer Gruppe von 44 Freiwilligen, sog. Probanden, der metabolischen Beratungsstelle eines der Krankenhäuser der Olmützer Region getestet, wobei das Kriterium für deren Eingliederung in die Studie der Befund des metabolischen Syndroms, d.h. der nachweisbaren Hyperinsulinämie, Hypertinie, Hypertriglyzeridämie und Fettleibigkeit waren. Ihr Einverständnis zur Studiendurchführung gab die ethische Kommission des entsprechenden Krankenhauses. Die Probanden wurden in drei Gruppen eingeteilt:

  • 1) PLACEBO: 15 Probanden, d.h. Patienten, dieser Gruppe wurde mikrokristalline Zellulose P als Placebo in einer Tagesdosis von 3,2g gereicht, wobei eine Kapsel 200mg Zellulose P enthielt.
  • 2) SILYMARIN: 14 Probanden wurde Silymarin in einer Tagesdosis von 0,8g gereicht, wobei eine Kapsel 134mg Silymarin enthielt.
  • 3) SILYMARIN-YACON: 15 Probanden dieser Gruppe wurde ein kombiniertes Präparat in einer Tagesdosis von 0,8g Silymarin und 2,4g Yacon gereicht, wobei 1 Kapsel 50mg Silymarin und 150mg der galenisch zubereiteten Yaconknolle enthielt.

Die klinische Studie wurde im Verlauf des Jahres 2002 durchgeführt, wobei die Präparate den Probanden während einer Dauer von 90 Tagen gereicht wurden. Anschließend wurden die Ergebnisse der Studie mittels des statistischen Verfahrens der Streuungsanalyse, der sog. ANOVA, eingeschätzt. Die Eingangsergebnisse zu Beginn des 1. Monats des Studienverlaufs und die Endergebnisse am Ende des 3. Monats des Studienverlaufs sowie deren Differenz wurden statistisch ausgewertet und mit den Werten der Placebos verglichen. Die Ergebnisse sind aus der Tabelle 1 ersichtlich.

Die resultierende Wirkung des nur Silymarin enthaltenden Nutrazeutikums äußerte sich in einer statistisch bedeutenden Verminderung des Spiegels der Triglyzeride. Bei der Kombination von Yacon und Silymarin konnte eine statistisch bedeutende Verminderung des Spiegels der Triglyzeride und der Glukose im Blut der Patienten festgestellt werden. Es konnten dabei keinerlei statistisch bedeutende, negative Einflüsse beider gereichter Nutrazeutika auf die Parameter des Sicherheitslabors festgestellt werden.

Tabelle 1 Der Einfluss des Silymarin (SIL) + Yacon (YAC) auf die Triglyzeride (TAG), das Cholesterol und die Glukose bei Probanden mit einem metabolischen Syndrom (Durchschnitt ± S.D. *p < 0,05).
Beispiel 2

Die hypolipidemischen und Antioxidationseffekte des Yacons, des Silymarins und der Kombination dieser Drogen wurden an Ratten an zwei Experimentalmodellen der diätinduzierten Veränderungen im Lipidmetabolismus und dem Antioxidationszustand der Ratten studiert. Beide Diäten enthielten 1% Cholesterin und 10% qualitativ unterschiedliches Fett. Zum Hervorrufen der Lebersteatose mit Fibrose und proatherogenen Änderungen im Lipoproteinprofil wurde Schweinefett verwendet, das reich an gesättigten und monoungesättigten Fettsäuren ist (lard fat diet = LFD), und zur Sensibilisierung des Oxidationszustands der Ratten wurde Johannisbeeröl verwendet, das reich an polyungesättigten Fettsäuren ist (black currant oil diet = BCOD). Yacon und Silymarin wurden 3 Wochen lang als Bestandteil dieser Diäten in einer Konzentration von 0,1, 0,5 und 1,0% gereicht. Bei der Drogenkombination wurden Diätkonzentrationen von 1% Yacon (mikronisierter Staub aus getrockneten Knollen) und 0,33% Silymarin gewählt.

Die Kombination von 1% Yacon und 0,33% Sifymarin (1) führte zur Verminderung des VLDL-Cholesterins und verhinderte das Ansteigen der Plasma- und der VLDL-Triglyzeride. In der Leber äußerte sich die Wirkung der Drogenkombination als Verminderung des Cholesteringehalts und TAG bei der Fettdiät (LFD). Die Oxidationsparameter wurden durch die Drogenkombination bei der Fettdiät nur unbedeutend beeinflusst, aber im Falle der Diät mit polyungesättigten Fettsäuren (BCOD) stieg nach der Drogenkombination der Spiegel des Blut-GSH an. Diese Ergebnisse deuteten die potentielle hypotriglyzeridemische und die VLDL-vermindernde Wirkung der Yaconknollen an. In der Kombination des Yacons mit Silymarin, das vor allem die Cholesterinparameter und das GSH positiv beeinflusst, wurde außerdem eine Verminderung der Lipide in der Leber und eine Erhöhung des GSH im Blut erzielt. Die Kombination von Yacon und Silymarin erweist sich deshalb als vielversprechend bei einer positiven Beeinflussung und der Vorbeugung von Zivilisationserkrankungen, die sich durch ein atherogenes Lipoproteinprofil, die Lebersteatose und eine Verschlechterung des Antioxidationszustands des Organismus auszeichnen.

Figur 1 Wirkung eines Gemisches von Yacon + Silymarin auf das Profil der Lipoproteide und der Leberlipide bei Ratten (Durchschnitt ± S.E., n = 6, *p < 0,05).
Beispiel 3

Als optimale, den Anforderungen an die Stabilität und Homogenität nachkommende Medikamentenform wurde nach klinischer Erprobung eine 300mg-Gelatinekapsel mit folgender, beispielhafter Zusammensetzung gewählt: • gemahlene getrocknete Yaconknollen 150mg • mikronisierter Silymarinkomplex 70mg • Siliziumstearan 6mg • Maisstärke 37mg • mikrokristalline Zellulose 37mg

Industrielle Verwendbarkeit

Das Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Silymarin kann zur Vorbeugung von Zivilisationserkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus und Hyperlipidämie, ggfs. als präventives Nahrungsergänzungsmittel, das den Gesamtzustand des menschlichen Organismus günstig beeinflusst, verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Silymarin, das zu einer Erhöhung der Diätqualität mit positiver Wirkung auf die Verminderung des Risikos einer Zivilisationserkrankung beiträgt, dadurch gekennzeichnet, dass das Nahrungsergänzungsmittel als Wirkungskomponenten ein Gemisch aus 10 bis 90 Gewichts-% der standardisierten Flavonolignanenfraktion aus dem Extrakt der Mariendistel (Cardui mariae extractum siccum) und 90 bis 10 Gewichts-% der galenisch zubereiteten, getrockneten Yaconknolle (Smallanthus sonchifolius) enthält.
  2. Nahrungsergänzungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass seine Wirkungskomponenten ggfs. mit einer bis zu 20-fachen Gewichtsmenge eines physiologisch unschädlichen Vehikels vermischt sind.
  3. Nahrungsergänzungsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das physiologisch unschädliche Vehikel 0,1 bis 80 Gewichts-% an inertem Füllstoff und 0,05 bis 10 Gewichts-% an Schmierstoffen enthält.
  4. Nahrungsergänzungsmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der inerte Füllstoff aus einer Stoffgruppe ausgewählt ist, die mikrokristalline Zellulose und/oder Siliziumoxid und/oder Kartoffelstärke und/oder Maisstärke und/oder modifizierte Stärke enthält.
  5. Nahrungsergänzungsmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmierstoffe aus einer Stoffgruppe ausgewählt sind, die Talkum und/oder hydratisiertes Siliziumoxid und/oder Stearinsäure und/oder Kalziumstearat enthält.
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