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Dokumentenidentifikation DE102004039688A1 16.06.2005
Titel Anordnung in Verbindung mit der Pressen- und der Trockenpartie einer Bahnbildungsmaschine
Anmelder Metso Paper, Inc., Helsinki, FI
Erfinder Komulainen, Antti, Keuruu, FI;
Vestola, Juhani, Jyväskylä, FI;
Kurki, Matti, Jyväskylä, FI
Vertreter Patentanwälte Dr. Solf & Zapf, 81543 München
DE-Anmeldedatum 16.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004039688
Offenlegungstag 16.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.06.2005
IPC-Hauptklasse F26B 13/10
IPC-Nebenklasse D21F 2/00   
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist eine Anordnung in Verbindung mit der Pressenpartie und der Trockenpartie einer Blatt-, d. h. Bahnbildungsmaschine. Die Anordnung umfasst erste und zweite Mittel (10, 16) zum Transportieren der Materialbahn (11). Die zweiten Mittel (16) umfassen ein Trockensieb (17) und eine dieses stützende Walze (18). In der Anordnung befindet sich zwischen den ersten und den zweiten Mitteln (10, 16) eine freie Strecke (19), über die die Bahn (11) transferiert wird, wobei die Bahn (11) und das Trockensieb (17) einen sich keilförmig schließenden Spalt (20) bilden. Weiter umfasst die Anordnung, in Laufrichtung des Trockensiebes (17) betrachtet, vor der offenen Strecke (19) Sperrmittel (21), die nahe beim Trockensieb (17) angeordnet sind und dazu dienen, die mit dem Trockensieb (17) mitwandernde Luftschicht zu begrenzen und so die Bildung von Überdruck im besagten sich keilförmig schließenden Spalt (20) zu verhindern.

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist eine in Verbindung mit der Pressenpartie und der Trockenpartie einer Blatt-, d.h. Bahnbildungsmaschine einzusetzende Anordnung, die in der Pressenpartie erste Mittel zum Transportieren der in der Bahnbildungsmaschine herzustellenden Materialbahn und in der Trockenpartie zum Weitertransportieren der in der Bahnbildungsmaschine herzustellenden Bahn dienende zweite Mittel, zu denen ein Trockensieb und eine dieses stützende, innen mit Vakuum beaufschlagte Walze gehören, umfasst, wobei bei dieser Anordnung zwischen den ersten und den zweiten Mitteln eine freie Strecke liegt, über die die Bahn von den ersten Mitteln auf das Trockensieb in den Bereich der vakuumbeaufschlagten Walze, wo die Bahn und das Trockensieb einen sich keilförmig schließenden Spalt bilden, überführt wird, und die Anordnung weiter auf der zur Walze entgegengesetzten Seite der vom Trockensieb gebildeten Schlaufe und in Bahnlaufrichtung betrachtet vor der freien Strecke Sperrmittel aufweist, die nahe beim Trockensieb angeordnet sind um die mit dem Trockensieb mitlaufende Luftschicht zu begrenzen und damit eine Bildung von Überdruck im besagten sich schließenden Spalt zu verhindern, und die Anordnung außerdem im Inneren der vom Trockensieb gebildeten Schlaufe in Verbindung mit der Walze angeordnete Runnability-Komponenten umfasst, die dazu eingerichtet sind, die von der Innenfläche des Trockensiebes mitgeführte Luftschicht zu begrenzen und so eine Bildung von Überdruck in dem vom Trockensieb und der Walze gebildeten sich keilförmig schließenden Spalt zu verhindern.

Auch in modernen Bahnbildungsmaschinen gibt es noch Stellen, an denen die Bahn über freie Strecken geführt wird. Eine solche Stelle befindet sich zum Beispiel zwischen der Pressenpartie und der Trockenpartie der Bahnbildungsmaschine. An einer der bekannten Problemstellen wird die Bahn von der Oberfläche der zur Pressenpartie gehörenden Presswalze auf das zur Trockenpartie gehörende Trockensieb überführt. Das Trockensieb ist in Form einer Schlaufe angeordnet, und von den dieses Sieb stützenden Walzen ist eine nahe bei der Presswalze angeordnet. In der Praxis wird die Bahn an dieser Walze auf das Trockensieb geleitet. Außerdem bilden die Bahn und das auf der Walze befindliche Trockensieb einen sich schließenden Spalt. Vom Trockensieb getragen wandert die Bahn in der Trockenpartie weiter in vorwärtiger Richtung.

Am anderen Ende der vom Trockensieb gebildeten endlosen Schlaufe wird die Bahn auf das folgende Trockensieb überführt. Beim Rücklauf ist das Trockensieb leer und läuft schließlich wieder über die nahe bei der Presswalze angeordnete Walze. Vor allem beim Rücklauf führt das Trockensieb eine Luftschicht mit sich, die schließlich in den von der Bahn und dem Trockensieb gebildeten sich schließenden Spalt gelangt. Ein Teil der Luft entweicht aus dem Spalt nach oben und durch das Trockensieb hindurch ins Innere der vakuumbeaufschlagten Walze. Allerdings ist die Luftmenge so groß, dass sich in besagtem Spalt ein beträchtlicher Überdruck aufbaut, der die Bahn und besonders deren lockereren Randpartien beutelartig ausbeult. In Querrichtung der Bahnbildungsmaschine ist diese Ausbeulung unbestimmt, d.h. unregelmäßig, was sich störend auf den Lauf der Bahn auswirkt. Der Überdruck bewirkt außerdem quer gerichtete Strömungen, die zu einem Flattern der Bahn führen. Die Ausbeulung und die unbestimmte Bewegung haben eine Dehnung der Bahn und damit eine Schwächung deren Qualität zur Folge. Durch höhere Geschwindigkeit der Trockenpartie gegenüber der Pressenpartie hat man die Bahn straffer zu spannen und so dieses Problem zu vermeiden versucht. Bei den heutigen schnelllaufenden Bahnbildungsmaschinen gestaltet sich jedoch eine Erhöhung der Geschwindigkeitsdifferenz schwierig. Dazu kommt, dass bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten schon eine kleine relative Veränderung der Geschwindigkeitsdifferenz eine große absolute Veränderung bewirkt, was an der Bahn wechselnde längs gerichtete Kräfte bewirkt. Die Bewegung der Bahn erfolgt dann ruckartig, und das Ausbeulungsproblem tritt zumindest zeitweise in Erscheinung. Gleichzeitig nimmt die Gefahr von Bahnabrissen zu, was eine Verringerung der Gesamtproduktion zur Folge hat.

In der US-Patentschrift 5355593 ist eine Vorrichtung beschrieben, die vor dem sich schließenden Spalt einen Deflektor, d.h. einen Ablenker, und innerhalb der Schlaufe einen Saugkasten hat. Die Dichtungen des Saugkastens nutzen sich ab und führen auch am Trockensieb zu Verschleiß. Außerdem befindet sich der Deflektor weit entfernt von dem besagten Spalt.

Mit dieser Erfindung soll eine neuartige Anordnung geschaffen werden, mir der das Flattern und Ausbeulen der Bahn vermieden wird. Die kennzeichnenden Merkmale der Erfindung gehen aus den beigefügten Patentansprüchen hervor. Mit der erfindungsgemäßen Anordnung wird ein Einlaufen der Luftschicht in den sich schließenden Spalt verhindert. Dabei herrscht dann auf beiden Seiten der Bahn im Wesentlichen der gleiche Druck, so dass ein stabiler Lauf der Bahn gewährleistet ist. Die Anordnung kann aus verschiedenartigen Komponenten zusammengestellt werden, so dass sich das Problem jeweils positionsspezifisch vermeiden lässt. Außerdem kann durch die Anzahl und Bemessung der Elemente die Menge der abzuführenden Luft auf einfache Weise geregelt werden.

Im Folgenden wird die Erfindung an Hand der beigefügten Zeichnungen, die einige Ausführungsformen der Erfindung zeigen, im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Anordnung seitlich betrachtet als Prinzipzeichnung;

2a eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung seitlich betrachtet als Prinzipzeichnung;

2b eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung seitlich betrachtet als Prinzipzeichnung.

In 1 ist die erfindungsgemäße Anordnung in Verbindung mit der Pressen- und der Trockenpartie einer Bahnbildungsmaschine gezeigt. Diese Anordnung umfasst in der Pressenpartie die ersten Mittel 10 zum Transportieren der in der Bahnbildungsmaschine herzustellenden Materialbahn 11. In 1 sind die Pressen- und die Trockenpartie nur teilweise dargestellt. In der Pressenpartie wird die Bahn 11 mit dem Pressfilz 12 transportiert, der durch den von zwei Presswalzen 13 und 14 gebildeten Pressnip geführt wird. Der Pressfilz 12 bildet eine endlose Schlaufe und ist über die Umlenkwalzen 15 an der Stuhlung der Bahnbildungsmaschine abgestützt. Entsprechend hat die Trockenpartie zweite Mittel 16 zum Weitertransportieren der mit der Bahnbildungsmaschine herzustellenden Bahn 11. Diese zweiten Mittel 16 umfassen hier ein Trockensieb 17 und eine dieses Sieb stützende Walze 18. Die Walze 18 ist außerdem innen mit Vakuum beaufschlagt, und dieses Vakuum fixiert die Bahn 11 am Trockensieb 17. Zwischen den ersten Mitteln 10 und den zweiten Mitteln 16 liegt in der Anordnung eine freie Strecke 19, über die hinweg die Bahn übertragen wird. In 1 befindet sich auf dieser freien Strecke 19 die Bahn 11, die von der Oberfläche der Presswalze 14 auf das Trockensieb 17 übergeht. Von der Presswalze 14 wird die Bahn 11 also in den Bereich der vakuumbeaufschlagten Walze 18 geführt, wo die Bahn 11 und das Trockensieb 17 einen sich keilförmig schließenden Spalt 20 bilden.

Gemäß der Erfindung umfasst die Anordnung weiter in Bahnlaufrichtung betrachtet vor der freien Strecke 19 befindliche Sperrmittel 21, die auf der zur Walze 18 entgegengesetzten Seite der vom Trockensieb 17 gebildeten Schlaufe angeordnet sind (1, 2a und 2b). Die Sperrmittel sind außerdem nahe beim Trockensieb angeordnet um die vom Trockensieb mitgeführte Luftschicht zu begrenzen und so zu verhindern, dass sich in dem besagten sich schließenden Spalt ein Überdruck aufbaut. Mit den Sperrmitteln wird also ein erheblicher Teil der vom Trockensieb mitgeführten Luftschicht eliminiert oder ansonsten abgeleitet. Vor allem an der Außenfläche der Siebschlaufe nimmt die Luftschicht an der vorgenannten Stelle beträchtlich zu und führt an der freien Strecke zu Problemen.

Die Menge der vom Trockensieb mitgeführten Luft wird von mehreren Faktoren mitbestimmt, von denen als relevanteste die Trockensiebgeschwindigkeit und die Länge der Strecke, auf der sich die Luftschicht frei bilden kann, zu nennen sind. Die in unmittelbarer Nähe der Trockensieboberfläche befindliche Luft bewegt sich mit der gleichen Geschwindigkeit wie das Trockensieb, und die Dicke der Grenzluftschicht tendiert zu ständiger Zunahme. Um eine ausreichende Sperrwirkung zu erzielen, werden die Sperrmittel in einem Abstand von 1–12 mm vom Trockensieb angeordnet. Es gestaltet sich jedoch vorteilhaft, die Sperrmittel möglichst nahe beim Trockensieb anzuordnen, wobei dann ein zunehmend größerer Teil der Grenzluftschicht und besonders deren sich schnell fortbewegenden Anteils abgesondert wird. Im Hinblick auf die Wirkung der Sperrmittel ist auch deren relative Position zum sich schließenden Spalt von Bedeutung. Generell gestaltet es sich vorteilhaft, die Sperrmittel möglichst nahe bei besagtem Spalt anzuordnen, wobei dann die Bildung einer neuen Grenzluftschicht unterbunden ist. Mit anderen Worten, die Strecke, auf der sich eine Luftschicht bilden kann, bleibt dann vorteilhaft kurz. Gemäß der . Erfindung ist der Abstand der Sperrmittel von der Berührungsstelle zwischen Walze und Trockensieb kleiner als 3000 mm und beträgt bevorzugt 50–1500 mm. Dabei kann dann die mit den Sperrmitteln reduzierte Grenzluftschicht vor dem Spalt nicht erneut zunehmen.

Das Reduzieren der Grenzluftschicht kann auf verschiedene Weise erfolgen. Allgemein genommen werden die Sperrmittel gemäß der Erfindung entweder passiv oder aktiv gestaltet. Die aktiven Sperrmittel bestehen aus beweglichen oder drehbaren Elementen oder Luftströmungsvorrichtungen. In 1 ist als Sperrmittel 21 der o. g. Pressfilz 12 eingesetzt, der sich gegenläufig zum Trockensieb 17 bewegt. Der Pressfilz läuft fast mit ebenso hoher Geschwindigkeit wie das Trockensieb, aber, wie gesagt, in entgegengesetzter Richtung, wodurch eine äußerst effektive Beseitigung der Luftschicht erzielt wird. Auch in 2b ist ein aktives Sperrmittel 21 gezeigt, das in diesem Fall aus einer rotierenden Hilfswalze 22 besteht. Diese Hilfswalze wird bevorzugt in zur Laufrichtung des Trockensiebes entgegengesetzter Richtung rotiert. Die Wirkung der aktiven Sperrmittel erstreckt sich in der Praxis über einen bestimmten Aktionsbereich. Trotzdem werden die Sperrmittel möglichst nahe beim Trockensieb anzuordnen versucht. Gemäß der Erfindung beträgt der Abstand der aktiven Sperrmittel vom Trockensieb 3–12 mm. Dabei erstreckt sich die Wirkung der Sperrmittel dann bis zum Trockensieb, so dass der Hauptteil der Luftschicht entfernt wird.

Entsprechend bestehen die passiven Sperrmittel aus Luftleitelementen oder Schabern. Die passiven Sperrmittel haben keine weiterreichende Wirkung und müssen deshalb näher als die aktiven Sperrmittel beim Trockensieb angeordnet werden. Gemäß der Erfindung beträgt der Abstand der passiven Sperrmittel vom Trockensieb 1–6 mm. Schaber zum Beispiel können sogar in direktem Kontakt mit dem Trockensieb angeordnet werden. Solche Sperrmittel mit Kontakt erfordern allerdings Wartung und können Abnutzung des Trockensiebes bewirken, selbst wenn sie so hergestellt sind, dass sie sich in ihrer Abnutzung der Fläche, die sie eventuell berühren, anpassen. In 2a ist ein Luftleitelement 23 gezeigt, mit dem ein erheblicher Teil der Luftschicht von der Oberfläche des Trockensiebes abgeleitet wird.

Besonders bei passiven Luftleitelementen gestaltet es sich einfach, mehrere davon hintereinander anzuordnen, wobei die Luftschicht dann stufenweise reduziert wird. Die Luftleitelemente können auch z.B. mit Vakuum zum Abführen der Luft von der betreffenden Stelle kombiniert werden. Auch können aktive und passive Sperrmittel kombiniert oder hintereinander angeordnet werden, so dass ein möglichst großer Teil der Grenzluftschicht am Eindringen in den sich schließenden Spalt gehindert wird.

Das Trockensieb führt auch an seiner Innenfläche eine gewisse Menge Luft mit sich. Diese Luft wandert in den vom Trockensieb und der Walze gebildeten sich schließenden Spalt und von da durch das Trockensieb hindurch auf die Außenseite der Siebschlaufe. Da sämtliche überschüssige Luft Probleme an der freien Strecke verursacht, umfasst die Anordnung auch innerhalb der Trockensiebschlaufe angeordnete Runnability-Komponenten. Diese Runnability-Komponenten werden bevorzugt in Verbindung mit der Walze angeordnet und dienen dazu, die zusammen mit der Innenfläche der Trockensiebschlaufe wandernde Luftschicht zu begrenzen. So wird ein Aufbau von Überdruck in dem vom Trockensieb und der Walze gebildeten sich schließenden Spalt und damit ein Durchdringen von Luft durch das Trockensieb hindurch verhindert. In 2a besteht die Runnability-Komponente 24 aus einem Blaskasten 25, mit dem ein die Grenzluftschicht im Inneren der Schlaufe begrenzender Blasluftstrom 29 erzeugt wird. An der Unterkante des Blaskastens ist ein zweiter Blasluftstrom 29 vorhanden, der im Inneren der Schlaufe Unterdruck erzeugt, der die an der Unterseite des Trockensiebes zu transportierende Bahn an das Trockensieb fixiert. Neben dem Festsaugen der Bahn am Sieb dienen die beiden Blasluftströme auch dazu, die eventuell im Inneren der Siebschlaufe wandernde Luft zu entfernen. Im Inneren der Siebschlaufe können auch entsprechende Komponenten wie außerhalb der Schlaufe eingesetzt werden, wenngleich der verfügbare Montageraum beschränkt ist. Anderseits erfordern die passiven Luftleitelemente nur wenig Platz.

Um eine möglichst starke Sperrwirkung zu erzielen, wird der Blaskasten nahe beim Trockensieb angeordnet. Gemäß der Erfindung beträgt der Abstand des Blaskastens 25 vom sperrmittelseitigen Teil des Trockensiebes 17 höchstens 50 mm, bevorzugt 5 bis 20 mm. Außerdem werden Funktion und Anordnung des Luftleitelements 23 auch von den Eigenschaften des Trockensiebes mitbestimmt. Mit dem Luftleitelement wird die an der Oberfläche des Trockensiebes vorhandene Grenzschicht an die gewünschte Stelle gelenkt, so dass das Eindringen der nachteiligen Grenzschicht zwischen die Walze 18 und den Blaskasten 25 unterbunden wird. Gleichzeitig wird verhindert, dass sich die Bahn von der Unterseite des Trockensiebes löst. Bei der Ausführungsform in 2a ist das Luftleitelement 23 im Wesentlichen oberhalb des Blaskastens 25 wirksam. In der besagten Situation hat das Trockensieb eine normale Luftdurchlässigkeit von etwa 1000–2000 m3/h/m2. Bei größeren Permeabilitätswerten als den vorgenannten befindet sich die optimale Stelle des Luftleitelements 23 im Bereich zwischen der Walze 18 und dem Blaskasten 25.

In 1 und 2a ist als Walze 18 eine an sich herkömmliche Saugwalze gezeigt, in der eine durch Dichtungen 26 begrenzte Saugzone ausgebildet ist. Über den gelochten Mantel der Saugwalze richtet sich die Unterdruckwirkung durch das Trockensieb hindurch auf die Bahn, die auf diese Weise am Trockensieb haftenden diesem folgt. In 2b ist die Unterdruckzone durch einen besonderen Saugkasten 27 begrenzt, der gegen die Oberfläche der Saugwalze 18 abgedichtet ist. Dabei lässt sich ein größerer Teil des Saugwalzenmantels als zuvor mit Vakuum beaufschlagen. Gleichzeitig gestaltet es sich einfach, an den Saugkasten 27 einen die Grenzluftschicht reduzierenden Blaskasten 25 zu fügen.

Im Prinzip könnte die Grenzluftschicht durch Erhöhung der Kapazität der Saugwalze eliminiert werden. In der Praxis hat sich dies jedoch als unmöglich erwiesen. Das Vakuum muss auf einem bestimmten Niveau gehalten werden, das durch die Bahneigenschaften bestimmt ist. Einerseits ist der Öffnungsanteil des Walzenmantels bereits optimiert, und anderseits ist eine Vergrößerung des Manteldurchmessers wegen der beengten Platzverhältnisse oft unmöglich. Eine Vergrößerung der Saugwalze bedeutet auch zusätzliche Kosten. Somit wird gemäß der Erfindung die Luftschicht oder wenigstens ein beträchtlicher Teil derselben vor der freien Strecke eliminiert. Dabei kann die Saugwalze in Abstimmung auf eine kontrollierte Bahnführung geregelt werden und es bleibt dennoch Kapazität zum Abführen der restlichen überschüssigen Luft übrig. Die Anordnung wird bevorzugt so eingestellt, dass eine kontrollierte Luftabführung gewährleistet ist und den Bahnlauf störende Luftströmungen vermieden werden. Die Anzahl der Sperrmittel und deren Abstand vom Trockensieb und vom sich schließenden Spalt werden fallspezifisch gewählt. In der Praxis ist die mit der Saugwalze abzuführende Luftmenge durch diese Faktoren bestimmt. So eliminiert ein nahe beim Trockensieb und sich schließenden Spalt angeordnetes leistungsfähiges Sperrmittel die Grenzluftschicht fast völlig, so dass eine Überdruckbildung im Spalt vermieden wird.

In 2a und 2b sind Richtung und Größe der Grenzluftschicht auf der Außenseite der Schlaufe durch voll ausgezeichnete Pfeile dargestellt. Entsprechend sind Richtung und Größe der Grenzluftschicht auf der Innenseite der Schlaufe durch gestrichelte Pfeile dargestellt. Das Trockensieb ist durch eine gestrichelte Linie, die Bahn durch eine punktgestrichelte Linie dargestellt. In Wirklichkeit liegt die Bahn am Trockensieb an; in den Zeichnungen sind Bahn und Trockensieb jedoch aus Anschaulichkeitsgründen voneinander getrennt dargestellt.

Vor allem die Anordnung aktiver Sperrmittel in der Nähe des Trockensiebes erfordert die Beachtung spezieller Belange. So gestaltet es sich vorteilhaft, dass sich Pressfilz und Trockensieb unter großem Winkel treffen, wobei sich die beiden Bespannungen eine kurze Strecken entgegengesetzt zueinander bewegen. Außerdem gestaltet es sich vorteilhaft, die die Bespannungen stützenden Walzen möglichst nahe beieinander anzuordnen, wodurch ein möglichst ruhiger Lauf der Bespannungen erreicht wird. Die Sperrmittel können dann ganz nahe beim Trockensieb angeordnet werden mit der Folge eines wirksamen Eliminierens der Grenzluftschicht. Trotz der geringen Abstände sind die berührungsfreien Sperrmittel verschleißfrei und lassen sich durch vorausschauende Planung sogar ohne Mehrkosten verwirklichen.

Die erfindungsgemäße Anordnung eignet sich für alle Produktionsarten und für verschiedene Einsatzstellen. Die Grenzluftschicht kann auf unterschiedliche Weise eliminiert werden, und in jedem Fall ist eine ausreichende Reduktionskapazität gegeben. Die Anordnung gestaltet sich auch vorteilhaft in der Verwirklichung, und ihre Kapazität kann, zum Beispiel bei wachsender Produktionsgeschwindigkeit, auf einfache Weise erhöht werden. Außerdem kommt man bei dieser Anordnung mit den herkömmlichen Saugwalzen aus, weil ja das Mitwandern der Grenzluftschicht vor dem sich schließenden Spalt begrenzt oder völlig eliminiert wird. Die Bahn läuft dann störungsfrei, und Produktions- und Qualitätsprobleme werden vermieden.


Anspruch[de]
  1. In Verbindung mit der Pressenpartie und der Trockenpartie einer Bahnbildungsmaschine einzusetzende Anordnung, die

    – in der Pressenpartie erste Mittel (10) zum Transportieren der in der Bahnbildungsmaschine herzustellenden Bahn (11) und

    – in der Trockenpartie zum Weitertransportieren der mit der Bahnbildungsmaschine herzustellenden Bahn (11) dienende zweite Mittel (16), zu denen ein Trockensieb (17) und eine dieses stützende, innen mit Vakuum beaufschlagte Walze (18) gehören, umfasst,

    – wobei bei dieser Anordnung zwischen den ersten und den zweiten Mitteln (10, 16) eine freie Strecke (19) liegt, über die die Bahn (11) von den ersten Mitteln (10) auf das Trockensieb (17) in den Bereich der vakuumbeaufschlagten Walze (18), wo die Bahn (11) und das Trockensieb (17) einen sich keilförmig schließenden Spalt (20) bilden, überführt wird, und die Anordnung weiter auf der zur Walze (18) entgegengesetzten Seite der vom Trockensieb (17) gebildeten Schlaufe und in Laufrichtung des Trockensiebes (17) betrachtet vor der freien Strecke (19) Sperrmittel (21) aufweist, die nahe beim Trockensieb (17) angeordnet sind um die mit dem Trockensieb (17) mitlaufende Luftschicht zu begrenzen und damit eine Bildung von Überdruck im besagten sich schließenden Spalt (20) zu verhindern, und die Anordnung außerdem im Inneren der vom Trockensieb (17) gebildeten Schlaufe in Verbindung mit der Walze (18) angeordnete Runnability-Komponenten (24) umfasst, die dazu eingerichtet sind, die von der Innenfläche des Trockensiebes (17) mitgeführte Luftschicht zu begrenzen und so eine Bildung von Überdruck in dem vom Trockensieb (17) und der Walze (18) gebildeten sich schließenden Spalt zu verhindern, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Sperrmittel (21) vom Trockensieb (17) 1–12 mm beträgt und die Runnability-Komponenten (24) wenigstens einen Blaskasten (25) umfassen.
  2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des Blaskastens (25) vom sperrmittelseitigen (21) Teil des Trockensiebes (17) höchstens 50 mm, bevorzugt 5–20 mm beträgt.
  3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Sperrmittel (21) von der Berührungsstelle zwischen der Walze (18) und dem Trockensieb (17) weniger als 3000 mm, am besten 50–1500 mm beträgt.
  4. Anordnung nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrmittel (21) als passive oder als aktive Sperrmittel konzipiert sind.
  5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die aktiven Sperrmittel (21) aus beweglich oder rotierbar angeordneten Elementen (22) oder Luftströmungsvorrichtungen bestehen.
  6. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die passiven Sperrmittel (21) aus Luftleitelementen (23) oder Schabern bestehen.
  7. Anordnung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der aktiven Sperrmittel (21) vom Trockensieb (17) 3–12 mm beträgt.
  8. Anordnung nach Anspruch 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der passiven Sperrmittel (21) vom Trockensieb (17) 1–6 mm beträgt.
  9. Anordnung nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Blaskasten (25) sowohl vor der Walze (18) als auch hinter der Walze (18) wenigstens je einen Blasluftstrom (29) liefert.
  10. Anordnung nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in Verbindung mit der Walze (18) Vakuumvorrichtungen (26, 27) zur Erzeugung von Unterdruck wenigstens über einen Teil des Umfanges des zur Walze (18) gehörenden gelochten Mantels angeordnet sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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