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Dokumentenidentifikation DE10353667A1 16.06.2005
Titel Reinigungsmittel und dessen Verwendung und Reinigungsverfahren
Anmelder Al Memar, Samir, 83708 Kreuth, DE
Erfinder Al Memar, Samir, 83708 Kreuth, DE
DE-Anmeldedatum 17.11.2003
DE-Aktenzeichen 10353667
Offenlegungstag 16.06.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.06.2005
IPC-Hauptklasse C11D 3/48
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungsmittel und seine Verwendung sowie ein Reinigungsverfahren. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein auf Basis eines oder mehrerer organischer Lösungsmittel konzipiertes Reinigungsmittel, das auch desinfizierende oder zumindest biozide Wirkung entfalten kann und sich für den Einsatz im Bereich der Textilboden-, Möbel- oder Einrichtungsgegenstände- und insbesondere Matratzen-Reinigung und desinfizierenden Reinigung eignet, dessen Verwendung in den vorgenannten Gebieten und ein Verfahren zum Reinigen von Textilböden, Möbeln, Einrichtungsgegenständen und insbesondere von Matratzen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungsmittel und seine Verwendung sowie ein Reinigungsverfahren. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein auf Basis eines oder mehrerer organischer Lösungsmittel konzipiertes Reinigungsmittel, das auch desinfizierende oder zumindest biozide Wirkung entfalten kann und sich für den Einsatz im Bereich der Textilboden-, Möbel- und Einrichtungsgegenstände- und insbesondere Matratzen-Reinigung und desinfizierenden Reinigung eignet, dessen Verwendung in den vorgenannten Gebieten und ein Verfahren zum Reinigen von Textilböden, Möbeln, Einrichtungsgegenständen und insbesondere von Matratzen.

Die Reinigung von textilen Bodenbelägen, Einrichtungsgegenständen, insbesondere solchen mit textilen Bespannungen, textilen Belägen, textilen Überzügen, textilen Unterlagen, Polstern, Kissen, sowie die Reinigung von Matratzen erfolgen im Alltag vornehmlich durch herkömmliches Ausschlagen oder Ausklopfen sowie – insbesondere in einer Umgebung, die das regelmäßige Verbringen der Gegenstände ins Freie nicht gestattet – durch Absaugen mit einem Staubsauger. Letztere sind mit der Zeit immer weiter dahingehend verbessert worden, daß sie nicht nur anhaftende Verschmutzungen, Staub und auch im Zusammenhang mit den genannten Gegenständen auftretende Mikroorganismen wie beispielsweise Milben von den genannten Gegenständen durch einen in das Gerät gerichteten, am Geräteeingang ein Vakuum erzeugenden Luftstrom wegsaugten, diese jedoch an der Luftausstoß-Seite des Staubsaugers wieder ausbliesen; vielmehr wurden immer bessere Filter entwickelt, die Staub, Verschmutzungen und auch Mikroorganismen wie beispielsweise Milben und auch deren Stoffwechsel-Produkte wie deren Kot auffingen und damit dauerhaft beseitigten.

Das letztgenannte Erfordernis, Staub, Verschmutzungen und auch Mikroorganismen wie beispielsweise Milben zuverlässig zu beseitigen, ist in jüngster Vergangenheit immer wichtiger geworden. Grund hierfür ist, daß in der Medizin erkannt wurde, daß eine ganze Reihe von Allergien, die bei Säugern, insbesondere bei Menschen, auftreten, auf die unzureichende Beseitigung von Staub, von Verschmutzungen und zum Teil auch von Mikroorganismen, insbesondere eine Vielzahl von in textilen Materialien vorkommenden Milben, zurückzuführen sind. So sind Hausstaubmilben bzw. der von den Hausstaubmilben produzierte Kot der zweithäufigste Allergie-Auslöser und zeichnen für 25 % aller beim Menschen auftretenden Allergien verantwortlich. Erfahrungsgemäß reicht es zur Beseitigung von Staub und Verschmutzungen, textile Gegenstände regelmäßig und sorgfältig abzusaugen. Den Mikroorganismen ist jedoch auf diesem Weg mit dauerhaftem Erfolg nicht beizukommen: So lassen sich beispielsweise Milben, insbesondere Hausstaubmilben, nur zu einem verschwindend geringen Grad mechanisch (d. h. durch Staubsaugen) entfernen. Es ist daher erforderlich, andere Mittel anzuwenden, um diesem Problem beizukommen, d. h. Milben und andere Mikroorganismen abzutöten und damit den Kreislauf ihrer Vermehrung und permanenten Erzeugung von Allergien hervorrufendem Kot zu unterbrechen.

Zur Behandlung von insbesondere textilen Gegenständen, beispielsweise im (aber nicht beschränkt auf den) Haushaltsbereich sind zahlreiche Reinigungsmittel bekannt, von denen einige auch eine zumindest andeutungsweise desinfizierende Wirkung haben. Wichtige Komponenten solcher Mittel des Standes der Technik, die teilweise schon seit langer Zeit in Gebrauch sind, sind Wasser und ein oder mehrere Detergentien und/oder organische Lösungsmittel zur Vermittlung einer reinigenden Wirkung sowie Gerüche neutralisierende oder unangenehme Gerüche mit einem angenehmen Duft überdeckende Mittel. Nachteil solcher bekannter Reinigungsmittel ist, daß sie aufgrund des hohen Wassergehalts eine starke Durchfeuchtung der Textilien (beispielsweise Teppiche oder Teppichböden, Polster, Matratzen, Decken, Gardinen) bewirken und die gereinigten Gegenstände bis zur vollständigen Austrocknung, die teilweise mehrere Tage in Anspruch nahm, nicht wieder in Gebrauch genommen werden konnten. Ein weiterer Nachteil war, daß der Reinigungsvorgang mit der wäßrigen Phase mitunter nicht alle mikroorganismen-bedingten Verschmutzungen – oder auch nicht alle Mikroorganismen selbst – entfernen konnte. Im Ergebnis war also die Reinigung textiler Gegenstände durch überwiegend wäßrige Reiniger nicht vollständig. Dies war umso unbefriedigender, als beobachtet wurde, daß auch Rückstände beispielsweise von in den Reinigern enthaltenen Detergentien nicht vollständig aus den Textilien (Teppichen, Teppichböden, Matratzen) entfernt werden konnten, was nicht nur deren Erscheinungsbild sukzessive verschlechterte, sondern auch zu anderen Nachteilen (wie beispielsweise zurückbleibenden Gerüchen) führte und zudem einer erneuten, schnelleren Verschmutzung Vorschub leistete.

Im Laufe der Zeit wurden für die vorgenannten Zwecke auch Reinigungsmittel, zum Teil mit desinfizierender Wirkung, auf der Basis überwiegend oder gar ausschließlich organischer Komponenten bekannt. In der Druckschrift DE-A 195 12 687 entsprechend der Druckschrift EP-A 0 716 143 werden beispielsweise biologische Reinigungs- und Desinfektionsmittel offenbart, die zu 80 bis 98 Vol.-% aus einem leichtflüchtigen, antibakteriell wirkenden Alkohol mit einem einwertigen Kohlenwasserstoff-Rest wie beispielsweise Isopropanol und zu 2 bis 20 % aus einem „Kondensationsprodukt" des Isoprens wie beispielsweise Citrusterpen, insbesondere Orangenterpen, bestehen. Das Mittel kann gegebenenfalls einen oder mehrere Emulgatoren (beispielsweise Rhizinusölethoxylat oder Fettalkoholethoxylat) und einen oder mehrere Stoffe zur Verbesserung der Geruchsanmutung (beispielsweise kalt gepreßtes Orangenöl) enthalten.

Nachteil des genannten Mittels ist, daß das antibakterielle Spektrum einwertiger Alkohole und insbesondere von Isopropanol beschränkt ist und eine desinfizierende Wirkung mit dem genannten Mittel mitunter deswegen nicht in dem gewünschten Maß erreicht wird, weil sich der Alkohol (Isopropanol) als antibakterielles Mittel aufgrund seines niedrigen Molekulargewichts zu schnell verflüchtigt und damit die Einwirkzeit zu gering ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn ein solches Mittel in Form eines feinen Sprühnebels appliziert wird, dessen Tröpfchen bereits mit dem Zeitpunkt des Beginns des Sprühvorgangs zu verdampfen beginnen. Darüber hinaus kann mit einem einwertigen Alkohol, insbesondere Isopropanol, eine biozide Wirkung über eine antibakterielle Wirkung hinaus kaum erreicht werden. Mit anderen Worten: Eine oft (beispielsweise im Bereich Alten- und Krankenpflege) gewünschte antivirale Wirkung wird mit diesem Mittel des Standes der Technik nicht erreicht.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, den Nachteilen des Standes der Technik abzuhelfen. Insbesondere sollte das antibakterielle Spektrum eines Reinigungsmittels der gattungsgemäßen Art verbreitert werden. Eine weitere Aufgabe der Erfindung war, ein Reinigungsmittel der gattungsgemäßen Art bereitzustellen, das auch eine antivirale Wirkung gegenüber wenigstens im häuslichen und pflegerischen Bereich häufig vorkommenden viralen Krankheitserregern entfaltet.

In gegenüber dem Stand der Technik überraschender Weise konnte diese Aufgabe gelöst werden durch ein Reinigungsmittel, das über an sich für diesen Zweck bekannte Komponenten hinaus eine biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung enthält. Es wurde nämlich unerwarteterweise gefunden, daß biozid wirkende Isoprenoid-Verbindungen nicht nur das Biozidie-Spektrum des Isopropanols ergänzen, sondern die biozide Wirkung des Mittels gegen bestimmte Mikroorganismen (Milben, Bakterien, Viren) durch die Gegenwart einer weiteren biozid wirkenden Isoprenoid-Komponente oder gar mehrerer weiterer biozid wirkender Isoprenoid-Komponenten neben Isopropanol synergistisch verstärkt wird.

Die Erfindung betrifft somit ein Reinigungsmittel mit biozider Wirkung, das mindestens ein bei Raumtemperatur leicht flüchtiges organisches Lösungsmittel mit biozider Wirkung und gegebenenfalls mindestens einen Aromastoff und gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Hilfsstoffe) umfaßt, wobei das Reinigungsmittel zusätzlich wenigstens eine biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung umfaßt.

Die Erfindung betrifft weiter die Verwendung eines Reinigungsmittels gemäß der nachfolgenden detaillierten Beschreibung zur Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion textiler Materialien.

Schließlich betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Reinigung, insbesondere zur zumindest teilweise desinfizierenden Reinigung, von textilen Gegenständen mittels Behandlung mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden, organisch aufgebauten Reinigungsmittel, wobei man einen oder mehrere textile Gegenstände

  • – gegebenenfalls auf herkömmliche Weise einer an sich bekannten mechanischen Vorreinigung unter Absaugen oder Aussaugen unterzieht; und
  • – mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel gemäß der nachfolgenden detaillierten Beschreibung behandelt.

Unter „Reinigungsmitteln" werden in der nachfolgenden Beschreibung und in den Patentansprüchen Mittel verstanden, die aus einer oder – bevorzugt – mehreren Komponente(n) aufgebaut sind und eine Befreiung von festem, flüssigem oder gasförmigem Schmutz bzw. Verschmutzungen an oder in Gegenständen bewirken, die mit einem solchen Mittel behandelt werden. Unter „desinfizierend wirkenden Mitteln" oder „Desinfektionsmitteln" werden im Rahmen der vorliegenden Beschreibung und der Patentansprüche solche Mittel verstanden, mit deren Hilfe sich an oder in Gegenständen, die mit einem solchen Mittel behandelt werden, die Zahl von Mikroorganismen allgemein oder von mindestens einem Mikroorganismus aus der Gruppe Milben, Bakterien, Keime, Viren speziell pro Flächen- oder Volumeneinheit in meßbarer Weise verringern läßt. Dabei ist es für die Verwendung des obigen Begriffes ohne Bedeutung, ob sich eine allgemein biozide oder speziell bakterizide, nematizide, viruzide Wirkung erzielen läßt.

Erfindungsgemäß umfaßt ein Reinigungsmittel gemäß der vorliegenden Erfindung als eine Komponente mindestens ein bei Raumtemperatur leicht flüchtiges organisches Lösungsmittel mit biozider Wirkung. Erfindungsgemäß kann ein derartiges Lösungsmittel oder können mehrere derartige Lösungsmittel vorhanden sein. Aufgrund der sorgfältigen Kontrolle der bioziden Wirkung und aufgrund des Erfordernisses der leichten Flüchtigkeit wird vorzugsweise ein einziges leicht flüchtiges organisches Lösungsmittel mit biozider Wirkung verwendet.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das leicht flüchtige organische Lösungsmittel mit biozider Wirkung ein einwertiger biozid wirkender Alkohol. Besonders bevorzugt wird ein Alkohol mit 1 bis 6 Kohlenstoff-Atomen verwendet. Infrage kommen beispielsweise Methanol, Ethanol, n-Propanol, i-Propanol, n-Butanol, i-Butanol, sec-Butanol, n-Pentanol und/oder einer seiner isomeren Alkohole und/oder n-Hexanol und/oder einer seiner isomeren Alkohole. Es kann ein derartiger Alkohol verwendet werden, oder es können mehrere derartige Alkohole verwendet werden. Denkbar sind beispielsweise ein Alkohol aus der Gruppe Methanol, Ethanol, n-Propanol und i-Propanol oder Mischungen aus zwei oder mehreren der C1- bis C6-Alkohole, bevorzugt Mischungen aus zwei oder mehreren C1- bis C3-Alkoholen, beispielsweise Mischungen aus Ethanol und n-Propanol oder Mischungen aus Ethanol und i-Propanol. Besonders bevorzugt ist ein Mittel, in dem Ethanol und/oder i-Propanol als Lösungsmittel Verwendung finden, am meisten bevorzugt in dem Ethanol oder i-Propanol allein als Lösungsmittel verwendet wird oder eine Mischung aus Ethanol und i-Propanol verwendet wird. Ethanol bzw. Isopropanol ist in großen Mengen preiswert verfügbar, und zwar in reiner oder auch (für industrielle Zwecke aus steuerlichen Gründen vergällter, beispielsweise mit Pyridin) vergällter Form und entfaltet allein bereits eine an sich bekannte biozide Wirkung. Darüber hinaus wirkt Ethanol bzw. Isopropanol als Lösungsmittel sowohl für organische als auch für eine große Zahl anorganischer Verunreinigungen und eignet sich damit für Reinigungszwecke, insbesondere für die hier angesprochene Reinigung textiler Materialien, besonders gut. Weiter sind Ethanol und i-Propanol bei Raumtemperatur, worunter im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Temperatur von etwa 20°C verstanden wird, und Normaldruck, worunter im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein Druck im Bereich von etwa 1 bar verstanden wird, leicht flüchtig und ermöglichen damit einen schnellen, keine Flüssigkeits- oder Dampf-Reste des Lösungsmittels in den textilen Materialien zurücklassenden Reinigungsvorgang.

Gegebenenfalls kann das Reinigungsmittel mit biozider Wirkung gemäß der vorliegenden Erfindung auch mindestens einen Aromastoff enthalten. Unter „Aromastoff" wird im Rahmen der vorliegenden Beschreibung und der Patentansprüche ein – üblicherweise niedermolekularer – Stoff verstanden, der aufgrund seiner Leichtflüchtigkeit bei Raumtemperatur und Normaldruck leicht flüchtig ist, d. h. in die Gasphase übergeht und dann von den Geruchsrezeptoren als ein Geruchsereignis auslösendes Molekül erkannt wird. Bevorzugt werden erfindungsgemäß leichtflüchtige organische Aromastoffe oder Aroma-Komponenten, von denen einer) oder mehrere in dem Reinigungsmittel enthalten sein kann/können. Weiter bevorzugt wird/werden ein oder mehrere leichtflüchtige(r) organischer) Aroma-Komponente(n) natürlichen Ursprungs verwendet, wobei als solcher) ohne Beschränkung alle dem Fachmann für diesen Zweck bekannten Aromastoffe oder Aroma-Komponenten allein oder in Form von Mischungen mehrerer von ihnen verwendet werden können.

Als Aroma-Komponenten sind dem Fachmann beispielsweise eine ganze Reihe von Isoprenoid-Verbindungen bekannt. Unter „Isoprenoid-Verbindungen" werden im Rahmen der vorliegenden Beschreibung und der Patentansprüche solche (häufig auch unter dem Begriff „Terpene" zusammengefaßte) Verbindungen verstanden, die aus zwei oder mehr (drei, vier, sechs, acht usw.) C5-Isopren-Einheiten aufgebaut sind („Terpene", „Sesquiterpene", „Diterpene", „Triterpene", „Tetraterpene") und gegebenenfalls zu Ringe enthaltenden Strukturen verbunden sind und gegebenenfalls funktionelle Gruppen (C=C-Doppelbindungen, Hydroxyl-Gruppen, Aldehyd-Gruppen usw., ohne daß diese Aufzählung als Beschränkung auf bestimmte funktionelle Gruppen zu verstehen ist) aufweisen. Nicht beschränkende Beispiele für erfindungsgemäß geeignete terpenartige Aroma-Komponenten sind Citrus-Terpene aus der Gruppe Limonen (in Orangenöl, Zitronenöl oder Pfefferminzöl), Nerol (aus Orangenblüten), Citral (in Lemongrasöl, Zitronenöl), Citronellal (in Citronellöl), &agr;-Farnesen (in Citronellöl), Zingiberen (in Ingweröl), Camphen (in Citronellöl und Ingweröl), Menthol (in Pfefferminzöl), Farnesol (in Maiglöckchenöl) usw.. Vom Menschen in den verwendeten Konzentrationen als angenehm duftend empfundene leichtflüchtige Isoprenoid-Aroma-Komponenten sind erfindungsgemäß als Aromastoff in den Reinigungsmitteln besonders bevorzugt.

Die Reinigungsmittel mit biozider Wirkung gemäß der Erfindung können als wahlfreie, nicht unbedingt zu verwendende Komponente einen oder mehrere an sich bekannte(n) Hilfsstoffe) umfassen. Derartige Hilfsstoffe können – neben anderen Stoffen – einen oder mehrere Stoffe aus der Gruppe Emulgatoren und Konservierungsmittel umfassen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfassen die Reinigungsmittel mit biozider Wirkung einen oder mehrere Emulgatoren, weiter bevorzugt einen oder mehrere Emulgatoren natürlichen Ursprungs, die noch weiter bevorzugt zur Erfüllung des wünschenswerten Erfordernisses, leicht flüchtig zu sein, ein niedriges Molekulargewicht aufweisen. Am meisten bevorzugt wird ein oder werden zwei Emulgatoren verwendet. Diese sind mit Vorteil Alkylenoxid-Addukte, besonders vorteilhaft Ethylenoxid-Addukte an polare Verbindungen wie Fettalkohole oder natürliche Öle; aus dem Stand der Technik sind für diesen Zweck beispielsweise Fettalkoholethoxylate mit einem Gehalt an Ethylenoxid (EO) von 2 bis 10 Mol, vorzugsweise 4 bis 8 Mol, EO pro Mol Fettalkohol, beispielsweise ungesättigtem Fettalkohol, bekannt.

In besonderen Ausführungsformen können die Reinigungsmittel mit biozider Wirkung gemäß der Erfindung geringe Mengen Wasser enthalten. Dies könnte den Vorteil eines gewissen Lösungsvermögens des Reinigungsmittels für anorganische Komponenten erbringen. Der Wasser-Anteil darf jedoch im Hinblick auf die Forderung, nicht zu einem Durchnässen der zu behandelnden textilen Gegenstände zu führen, nicht hoch liegen. Der Wasseranteil liegt daher bei maximal 10 Vol.-%, bevorzugt bei maximal 5 Vol.-%, noch weiter bevorzugt bei maximal 2 Vol.-% und am meisten bevorzugt bei 0 Vol.-%.

Eine erfindungsgemäß essentielle Komponente der Reinigungsmittel mit biozider Wirkung ist wenigstens eine biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung. Derartige Verbindungen sind – wie oben definiert – häufig auch unter dem Begriff „Terpene" zusammengefaßte Verbindungen, die aus zwei oder mehr (drei, vier, sechs, acht usw.) C5-Isopren-Einheiten aufgebaut sind („Terpene", „Sesquiterpene", „Diterpene", „Triterpene", „Tetraterpene") und sind gegebenenfalls zu Ringe enthaltenden Strukturen verbunden und weisen gegebenenfalls funktionelle Gruppen (C=C-Doppelbindungen, Hydroxyl-Gruppen, Aldehyd-Gruppen usw., ohne daß diese Aufzählung als Beschränkung auf bestimmte funktionelle Gruppen zu verstehen ist). Besonders bevorzugt sind erfindungsgemäß wenigstens eine, weiter bevorzugt genau eine, biozid wirkende Oligoterpen-Verbindung; mehrere derartige Verbindungen können verwendet werden, müssen jedoch in ihrem Biozidie-Verhalten genau aufeinander abgestimmt werden. Von den genannten Oligiterpen-Verbindungen sind Diterpen-, Triterpen- und Tetraterpenverbindungen allein oder in Kombination – mit der vorgenannten Auflage – besonders bevorzugt.

Die vorgenannte(n) biozid wirkende(n) Isoprenoid-Verbindungen) wird/werden in einer weiter bevorzugten Ausführungsform in Form eines aus natürlichen Quellen gewonnenen, eine oder mehrere Komponenten umfassenden Destillats, Eluats oder Konzentrats verwendet. Solche Destillate, Eluate oder Konzentrate haben für die Verwendung in den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln mit biozider Wirkung den Vorteil, daß sie aus den natürlichen Quellen wie beispielsweise Pflanzen oder Pflanzenteilen (Blättern, Blüten, Fruchtständen, Wurzeln, Stämmen, Rinden, Stengeln, Früchten, Samen o. ä.) im Rahmen schonender Verfahren gewonnen werden können und in Form von Destillaten, Eluaten oder Konzentraten in den vorliegenden Reinigungsmitteln verwendet werden können. Darüber hinaus sind mitunter in solchen aus natürlichen Quellen gewonnenen Destillaten, Eluaten oder Konzentraten vorteilhafterweise mehrere Isoprenoid-Verbindungen in relativen Mengen zugegen, die zu einer unerwartet guten synergistischen Biozid-Wirkung aller beteiligten Komponenten zusammen mit dem verwendeten biozid wirkenden Lösungsmittel (beispielsweise Ethanol und/oder i-Propanol) führen.

Erfindungsgemäß sind solche Reinigungsmittel mit biozider Wirkung besonders bevorzugt und werden mit Vorteil verwendet, die als biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung wenigstens ein Triterpen enthalten, noch weiter bevorzugt wenigstens ein Triterpen aus der Gruppe Azadirachtin, Azadirachtanin und Salannin. Überraschend wurde gefunden, daß die genannten Triterpene, und ganz besonders Azadirachtin, eine die biozide Wirkung von Isopropanol synergistisch ergänzende biozide Wirkung aufweist und damit zur desinfizierenden Reinigung von textilen Gegenständen der oben genannten Gruppe besonders gut geeignet ist. Überraschend ist weiter, daß Azadirachtin nicht nur die (beispielsweise für die Reinigung von Matratzen wichtige) Bekämpfung von Milben zusammen mit Isopropanol erfolgreich ermöglicht, sondern auch zusammen mit Isopropanol gegen andere Mikroorganismen wirksam ist. Diese synergistische mikrobizide Wirkung erstreckt sich auch in die erfolgreiche Viruzidie von Mitteln, die Azadirachtin als biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung umfassen, was nach dem Stand der Technik selbst bei Berücksichtigung der zahlreichen bekannten Wirkungen von Azadirachtin nicht erwartet werden konnte.

In einer weiteren, ebenfalls bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfaßt das Reinigungsmittel mit biozider Wirkung gemäß der Erfindung als biozid wirksame Isoprenoid-Verbindung Neembaum-Öl, bevorzugt mit einem biozid wirksamen Gehalt an Azadirachtin. Dieser liegt bei dem aus der Pflanze (meist durch Extraktion von Kernen mit Lösungsmitteln unterschiedlicher Polarität und Entfernen des Lösungsmittels) gewonnenen Produkt Neembaum-Öl natürlichen Ursprungs im Bereich von 0,001 bis 10% (angegeben als Volumenmenge, bezogen auf 100 Volumenteile des Öls). Die biozid wirksame Wirkung in einem Reinigungsmittel gemäß der Erfindung kann noch erreicht werden, wenn die Menge an Azadirachtin im Reinigungsmittel im Bereich von 0,001 bis 1 Vol.-% liegt. Dieser Gehalt an Azadirachtin wird erreicht bei Verwendung von Neembaum-Öl in dem erfindungsgemäßen Reinigungsmittel in einer Menge im Bereich von 0,1 bis 10 Vol.-%, bezogen auf das Reinigungsmittel-Gesamtvolumen.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfaßt das Reinigungsmittel mit biozider Wirkung das mindestens eine bei Raumtemperatur leicht flüchtige organische Lösungsmittel mit biozider Wirkung in einer Menge von 70 bis 98 Vol.-%, weiter bevorzugt in einer Menge von 75 bis 97 Vol.-%, noch mehr bevorzugt in einer Menge von 80 bis 96 Vol.-%. In den Fällen, in denen das Reinigungsmittel gemäß der Erfindung keinen Aromastoff enthält, liegt die Menge an mindestens einer biozid wirkenden Isoprenoid-Verbindung bei mindestens 2 Vol.-%, vorzugsweise bei mindestens 3 Vol.-% und am meisten bevorzugt bei mindestens 4 Vol.-%. Sie kann jedoch auch höher liegen, insbesondere wenn mehrere biozid wirkende Isoprenoid-Verbindungen verwendet werden, überschreitet jedoch in der Regel nicht 10 Vol.-%. Die Restmenge des Mittels können mindestens ein Aromastoff, gegebenenfalls mehrere Aromastoffe, beispielsweise in Mengen von bis zu 25 Vol.-%, bevorzugt in Mengen von 5 bis 15 Vol.-%, weiter bevorzugt in Mengen von 8 bis 12 Vol.-%, und/oder ein oder mehrere weitere Hilfsstoffe) sein.

Die Erfindung betrifft weiter die Verwendung eines Reinigungsmittels mit biozider Wirkung gemäß der vorangehenden detaillierten Beschreibung zur Reinigung und insbesondere zur desinfizierenden Reinigung textiler Materialien. Dabei wird erfindungsgemäß unter „desinfizierender Reinigung" ein Reinigungsvorgang verstanden, bei dem der Bestand an wenigstens einem Mikroorganismus und insbesondere der Bestand an wenigstens einem Mikroorganismus aus der Gruppe Milben, Bakterien und Viren nachweisbar reduziert wird. Es liegt natürlich ebenfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung, den Bestand an mehreren oder sogar an allen infrage kommenden Mikroorganismen in der zu reinigenden Umgebung, d. h. in oder an den textilen Materialien der genannten Gruppe, nachweisbar zu reduzieren oder gar vollständig zu beseitigen.

In bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Verwendung sind die textilen Materialien gewählt aus der Gruppe Teppiche, Teppichböden, Polster, Polsterbezüge, Matratzen, Decken und Gardinen. Besonders bevorzugt finden die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel mit biozider Wirkung Verwendung bei der Reinigung und desinfizierenden Reinigung von Matratzen, mit besonderem Vorteil bei solchen Matratzen, die einen Befall mit Milben, insbesondere Hausstaubmilben, aufweisen. Im Rahmen der erfindungsgemäßen Verwendung konnte der Milbenbefall deutlich reduziert werden, indem die Milben weitgehend abgetötet wurden, und konnte so das Allergiepotential der Milbenexkremente (in erster Linie Milbenkot) gesenkt werden.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Reinigung und insbesondere zur zumindest teilweise desinfizierenden Reinigung von textilen Gegenständen. Der Begriff „zumindest teilweise desinfizierend" wird im Rahmen der Verfahrenserfindung genauso verstanden, wie dies oben im Zusammenhang mit dem Begriff „desinfizierende Reinigung" definiert wurde. Selbstverständlich kann dieser Begriff auch den Zustand einer vollständigen Desinfektion im Sinne der Beseitigung aller Mikroorganismen (Milben, Bakterien, Viren, Pilze) einschließen.

Die Reinigung oder desinfizierende Reinigung der textilen Gegenstände, die bevorzugt aus der Gruppe Teppiche, Teppichböden, Poster, Polsterbezüge, Matratzen, Decken und Gardinen gewählt sind, erfolgt mittels Behandlung mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden, organisch aufgebauten Reinigungsmittel. Im Rahmen des Reinigungsverfahrens werden ein textiler Gegenstand oder mehrere textile Gegenstände nacheinander oder gleichzeitig gegebenenfalls in einem ersten Schritt auf herkömmliche Weise einer an sich bekannten mechanischen Vorreinigung unter Absaugen oder Aussaugen unterzogen. Dieser Schritt ist im Verfahren ein möglicher, nicht jedoch ein zwingender Schritt und kann beispielsweise dann weggelassen werden, wenn die textilen Gegenstände ansonsten regelmäßig angesaugt werden, wie beispielsweise in Hotels. Das Absaugen oder Aussaugen kann beispielsweise so geschehen, daß man mittels eines herkömmlichen Staubsaugers, bevorzugt mit geeigneten Filtern zur Abscheidung keimbeladener oder mikroorganismenbeladener Saug-Abluft, den textilen Gegenstand absaugt oder aussaugt. Auf diesem Weg werden in herkömmlicher Weise grobe Verschmutzungen, Staub und andere partikuläre Materialien (beispielsweise Hautschuppen bei Matratzen), jedoch auch Milbenkot, entfernt.

Ein Entfernen von Mikroorganismen (beispielsweise Milben bei Matratzen) ist jedoch mittels einer mechanischen Behandlung der textilen Materialien bzw. Gegenstände nicht möglich. Vielmehr bedarf es dazu des Behandlungsschritts des erfindungsgemäßen Verfahrens, nämlich der Behandlung der textilen Materialien bzw. Gegenstände mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel gemäß der vorliegenden Erfindung, wie es oben im einzelnen beschrieben wurde. Genauer gesagt, wird der textile Gegenstand bzw. werden mehrere textile Gegenstände mit einem mindestens ein bei Raumtemperatur leicht flüchtiges organisches Lösungsmittel mit biozider Wirkung und wenigstens eine biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung umfassenden Reinigungsmittel mit biozider Wirkung behandelt.

Grundsätzlich kann die Behandlung auf allen dem Fachmann für diesen Zwecke einfallenden Verfahrenswegen durchgeführt werden. Dies sind beispielsweise Eintauchen, Aufbringen durch Hindurchführen durch einen Flüssigkeitsvorhang, Aufsprühen, Einnebeln, Belassen des Gegenstandes in einer mit dem Reinigungsmittel gesättigten Atmosphäre usw.. Bevorzugt wird jedoch erfindungsgemäß ein Verfahren, in dem die Behandlung mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel eine Sprühbehandlung ist. Alternativ ist bevorzugterweise auch eine Eintauchbehandlung möglich. Diese kann beispielsweise zur Anwendung kommen bei Teppichen, Teppichböden, Polstern, Polsterbezügen, Matratzen, Decken und Gardinen. Insbesondere das Besprühen von Matratzen mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel gemäß der Erfindung hat sich sehr bewährt: Die Expositionszeit ist für die Erzielung einer bioziden Wirkung ausreichend und liegt bei 5 bis 30 Minuten, vorzugsweise 10 bis 20 Minuten, wodurch nicht nur eine gute Reinigung, sondern – gegenüber den meisten infrage kommenden Mikroorganismen und insbesondere Milben – auch die gewünschte Desinfektion erreicht werden kann.

In einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens kann der textile Gegenstand/können die textilen Gegenstände einer Behandlung mit dem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel in der Weise unterzogen werden, daß der/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände für eine die biozide Wirkung garantierende Zeit einer Atmosphäre ausgesetzt wird/werden, die ein Reinigungsmittel gemäß der obigen detaillierten Beschreibung in einer Konzentration umfaßt, bei der eine biozide Wirkung erreicht wird. Dazu wird der Gegenstand/werden die Gegenstände in einen Raum gebracht, dessen Atmosphäre das Reinigungsmittel mit seinen Komponenten beispielsweise bei geringfügig gegenüber Raumtemperatur erhöhter Temperatur und/oder geringfügig gegenüber Normaldruck verringertem Druck in hoher Konzentration, gegebenenfalls sogar in Sättigungskonzentration (bei dem dort herrschenden Druck bzw. der dort herrschenden Temperatur) enthält oder umfaßt. Der Raum kann ein gegenüber dem Gegenstand/den Gegenständen großer Raum (im Sinne eines Zimmers) oder ein Raum sein, der nur wenig größer als der Gegenstand/die Gegenstände ist, beispielsweise Kasten, eine Box oder auch ein mehr oder weniger flexibles Behältnis. Der Gegenstand bzw. die Gegenstände (beispielsweise ein oder mehrere Polster oder Matratze(n)) werden vorzugsweise in einer solchen Atmosphäre des Raums für eine eine biozide Wirkung garantierende Zeit belassen. Diese Zeit kann beispielsweise bei 5 Minuten bis 5 Stunden liegen und kann von verschiedenen Parametern, beispielsweise auch von der Reinigungsmittel-Konzentration und von dem Typ des Mikroorganismus, abhängen. Bevorzugte Zeiten liegen bei 15 Minuten bis 1 Stunde; weiter bevorzugte Zeiten liegen bei 20 bis 40 Minuten. Die Konzentration an eine biozide Wirkung entfaltendem Reinigungsmittel gemäß der Erfindung liegt bei 0,1 bis 20 % (Volumen pro Volumen des Raums), weiter bevorzugt bei 1 bis 10 %, am meisten bevorzugt bei 2 bis 8 %. Im Anschluß daran wird/werden der/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände entweder einem verringerten Luftdruck oder Vakuum oder der Luft ausgesetzt, so daß das Reinigungsmittel weitgehend oder vollständig verdampfen kann und im Ergebnis keine oder nur geringe Rückstände in dem textilen Material verbleiben.

Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens umfaßt eine Behandlung, bei der (a) der/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände in einem abgeschlossenen Raum einem Unterdruck, bevorzugt einem Vakuum, ausgesetzt werden, weiter bevorzugt einem Unterdruck oder Vakuum unter gleichzeitiger mechanischer Behandlung, die in einem Rütteln, Klopfen oder einer Behandlung mit Wellen (beispielsweise Ultraschallwellen) bestehen kann, ausgesetzt werden, und der/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände anschließend (b) in demselben abgeschlossenen Raum für eine die biozide Wirkung garantierende Zeit einer Atmosphäre ausgesetzt wird/werden, die ein Reinigungsmittel gemäß der obigen detaillierten Beschreibung in einer Konzentration umfaßt, bei der eine biozide Wirkung erreicht wird. Die Zeiten und Konzentrationen können in den Bereichen liegen, die vorstehend für andere Behandlungsverfahren angegeben wurden. Diese Verfahrensvariante hat den Vorteil, daß insbesondere große Gegenstände wie Matratzen oder Polster in einer schnellen und auch größere Durchsätze erlaubenden Verfahrensweise effizient behandelt werden können, die zudem leicht automatisiert werden kann. Insbesondere kann mit weiterem Vorteil eine Behandlung erfolgen, bei der nach Abschluß des vorgenannten Verfahrensschritts (b) die beiden Schritte (a) und (b) in derselben Reihenfolge oder auch nur einer der beiden Schritte (a) oder (b) getrennt vom anderen wiederholt werden kann/können. Auch in diesen Fällen ist es erfindungsgemäß besonders bevorzugt, den/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände entweder einem verringerten Luftdruck oder Vakuum oder der Luft auszusetzen, so daß das Reinigungsmittel weitgehend oder vollständig verdampfen kann und im Ergebnis keine oder nur geringe Rückstände in dem textilen Material verbleiben.

Im Ergebnis kann als Ergebnis des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht nur eine Reinigung (einschließlich einer Desodorierung) von textilen Gegenständen erreicht werden, sondern auch eine zumindest teilweise Desinfektion solcher Gegenstände. Besonders bemerkenswert ist, daß gerade im Bereich der Reinigung von Matratzen im Haushalts- wie im gewerblichen Bereich (Krankenhäuser, Pflegeheime, Hotels) außergewöhnliche Erfolge in der Reinigung (einscließlich Desodorierung) und Desinfektion von Matratzen erreicht werden. Die antimikrobielle Behandlung (unter Einschluß einer antiviralen Wirkung) mit dem erfindungsgemäßen Reinigungsmittel mit biozider Wirkung war bei den verwendeten Komponenten und den vergleichsweise kurzen Behandlungs- und Einwirkzeiten unerwartet und hinsichtlich der Höhe der Effekte überraschend.

Die Erfindung ist nicht auf die in der vorstehenden Beschreibung angegebenen Ausführungsformen beschränkt, sondern ergibt sich aus dem Umfang der nachfolgenden Patentansprüche im Lichte der vorangehenden Beschreibung.


Anspruch[de]
  1. Reinigungsmittel mit biozider Wirkung, umfassend mindestens ein bei Raumtemperatur leicht flüchtiges organisches Lösungsmittel mit biozider Wirkung und gegebenenfalls mindestens einen Aromastoff und gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Hilfsstoff(e), wobei das Reinigungsmittel zusätzlich wenigstens eine biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung umfaßt.
  2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, umfassend als leicht flüchtiges organisches Lösungsmittel wenigstens einen einwertigen, biozid wirkenden Alkohol, vorzugsweise wenigstens einen einwertigen, biozid wirkenden Alkohol mit einer C1- bis C6-Alkylgruppe, weiter bevorzugt wenigstens einen einwertigen, biozid wirkenden Alkohol mit einer C1- bis C3-Alkylgruppe, noch weiter bevorzugt wenigstens Isopropanol.
  3. Reinigungsmittel nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, umfassend als Aromastoff wenigstens eine leichtflüchtige organische Aroma-Komponenten, vorzugsweise weingstens eine leichtflüchtige organische Aroma-Komponente natürlichen Ursprungs, noch weiter bevorzugt wenigstens eine leichtflüchtige Isoprenoid-Aroma-Komponente natürlichen Ursprungs, am meisten bevorzugt wenigstens eine vom Menschen als in den verwendeten Konzentrationen angenehm duftend empfundene leichtflüchtige Isoprenoid-Aroma-Komponente natürlichen Ursprungs.
  4. Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, umfassend als weitere(n) Hilfsstoffe) einen oder mehrere Emulgator(en), vorzugsweise einen oder mehrere Emulgator(en) natürlichen Ursprungs, noch mehr bevorzugt einen oder mehrere Emulgator(en) natürlichen Ursprungs mit niedrigem Molekulargewicht.
  5. Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, umfassend als biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung wenigstens eine biozid wirkende Terpen-Verbindung, bevorzugt wenigstens eine biozid wirkende Oligoterpen-Verbindung, noch mehr bevorzugt wenigstens eine biozid wirkende Diterpen-, Triterpen- und/oder Tetraterpen-Verbindung.
  6. Reinigungsmittel nach Anspruch 5, umfassend die wenigstens eine biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung in Form eines aus natürlichen Quellen gewonnenen, eine oder mehrere Komponente(n) umfassenden Destillats oder Eluats oder Konzentrats.
  7. Reinigungsmittel nach Anspruch 5 oder Anspruch 6, umfassend als biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung wenigstens ein Triterpen, vorzugsweise wenigstens ein Triterpen aus der aus Azadirachtin, Azadirachtanin und Salannin bestehenden Gruppe.
  8. Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 5 bis 7, umfassend als biozid wirkende Isoprenoid-Verbindung Neembaum-Öl, vorzugsweise mit einem biozid wirksamen Gehalt an Azadirachtin und/oder Azadirachtanin.
  9. Verwendung eines Reinigungsmittels gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8 zur Reinigung und insbesondere desinfizierenden Reinigung textiler Materialien.
  10. Verwendung nach Anspruch 9, worin die textilen Materialien gewählt sind aus der Gruppe, die besteht aus Teppichen, Teppichböden, Polstern, Polsterbezüge, Matratzen, Decken und Gardinen.
  11. Verfahren zur Reinigung, insbesondere zur zumindest teilweise desinfizierenden Reinigung, von textilen Gegenständen mittels Behandlung mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden, organisch aufgebauten Reinigungsmittel, wobei man einen oder mehrere textile Gegenstände

    – gegebenenfalls auf herkömmliche Weise einer an sich bekannten mechanischen Vorreinigung unter Absaugen oder Aussaugen unterzieht; und

    – mit einem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8 behandelt.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, worin der textile Gegenstand/die textilen Gegenstände gewählt ist/sind aus der Gruppe, die besteht aus Teppichen, Teppichböden, Polstern, Polsterbezügen, Matratzen, Decken und Gardinen.
  13. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, worin die Behandlung mit dem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel eine Sprühbehandlung ist.
  14. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, worin die Behandlung mit dem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel eine Tauchbehandlung ist.
  15. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, worin die Behandlung mit dem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel eine Behandlung ist, bei der der/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände für eine die biozide Wirkung garantierende Zeit einer Atmosphäre ausgesetzt wird/werden, die ein Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8 in einer Konzentration umfaßt, bei der eine biozide Wirkung erreicht wird.
  16. Verfahren nach Anspruch 15, worin die Behandlung mit dem eine biozide Wirkung aufweisenden Reinigungsmittel eine Behandlung ist, bei der (a) der/die textile(n) Gegenstand/Gegenstände in einem abgeschlossenen Raum einem Unterdruck, bevorzugt einem Vakuum, ausgesetzt werden, weiter bevorzugt einem Unterdruck oder Vakuum unter gleichzeitiger mechanischer Behandlung, und anschließend (b) in demselben abgeschlossenen Raum für eine die biozide Wirkung garantierende Zeit einer Atmosphäre ausgesetzt wird/werden, die ein Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8 in einer Konzentration umfaßt, bei der eine biozide Wirkung erreicht wird.
  17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei die beiden Verfahrensschritte (a) und (b) in derselben Reihenfolge oder einer der beiden Verfahrensschritte (a) oder (b) getrennt vom anderen nach Abschluß des Schrittes (b) wiederholt werden.
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