Die Erfindung betrifft einen Tapetenentferner, der insbesondere für
die mechanisierte Tapetenentfernung geeignet ist, insbesondere im Malerhandwerk.
Bekannt sind für die Durchführung von Tapetenentfernungsarbeiten im
Malergewerk Handspachtel, die aus einem trapezförmigen Blatt mit Handgriff bestehen.
Dabei kann das Blatt vorn glatt oder gezahnt sein.
Mit dem Spachtel wird die Tapete, die angefeuchtet sein kann, hinterfasst
und von der Wand oder Decke abgelöst. Ein insgesamt arbeitsaufwendiger Vorgang,
insbesondere dann, wenn die Tapete mit Zusätzen zum eigentlichen Tapetenkleber verarbeitet
wurde.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein derartiges Tapetenentfernen zu mechanisieren
und dafür eine Vorrichtung vorzuschlagen.
Gelöst wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruches 1, vorteilhafte
Ausführungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Der erfindungsgemäße Tapetenentferner, insbesondere für die mechanisierte
Tapetenentfernung besteht aus einem Aufnahmebehältnis für die entfernte Tapete,
wobei das Aufnahmebehältnis längs oben oder unten einen Schlitz zum Einsaugen der
Tapetenreste aufweist und sich auf der Arbeitsflächenseite im Bereich des Schlitzes
(ober- oder unterhalb und beabstandet) ein Spachtel mindestens über die volle Länge
des Aufnahmebehältnisses erstreckt, das Aufnahmebehältnis auf der gegenüberliegenden
Seite mit einem Werkzeughalter verbunden ist und der Werkzeughalter eine Bewegung
entlang der von der Tapete zu reinigenden Fläche ausführt. Oben oder unten, je nach
Ausführung, aber immer entfernt vom Schlitz ist am Aufnahmebehältnis ein Saugschlauch
oder ein -rohr angeordnet, so dass die entfernte Tapete mittels Unterdruck in das
Aufnahmebehältnis gesaugt wird, vergleichbar etwa mit dem Staubsaugerprinzip.
Die Tapetenreste können im Aufnahmebehältnis gesammelt werden oder
bei entsprechender Größe des Saugrohres bzw. des- rohres durch diese einem weiteren
Auffangbehälter zugeleitet werden.
In einer vorteilhaften Ausführung des Tapetenentferners ist das Aufnahmebehältnis
gegenüber dem Werkzeughalter um eine Längsachse verschwenkbar angeordnet, um unterschiedliche
Trennkräfte des Spachtels zu realisieren.
Eine andere Ausführung sieht vor, dass der Spachtel gegenüber dem
Aufnahmebehältnis verstellbar angeordnet ist, um über veränderte Anstellwinkel zur
Arbeitsfläche die Trennkräfte zu optimieren. Das reicht soweit, dass die Spachtelkante
gegen die Tapete oder auch mit der Tapete bewegt wird.
Ebenso ist vorgesehen, dass das Aufnahmebehältnis durch die Werkzeughalter
auch so geführt sein kann, dass es eine schlangenlinienförmige Bewegung in einer
Ebene und vorzugsweise parallel und unter gleichbleibendem Abstand zur Arbeitsfläche
ausführt.
Zum Entfernen der Tapete wird der Spachtel mit dem Aufnahmebehältnis
zusammen mit dem Werkzeughalter und/oder einem ansteuerbaren Werkzeugträger entlang
eines Gerüstes bewegt. Das Gerüst kann dabei aus zwei auf einem Boden angeordneten
Säulen bestehen, an denen der Werkzeugträger mit Führungselementen geführt ist und
an denen der Werkzeugträger eine Auf- und Abwärtsbewegung durchführt. Der Werkzeugträger
selbst trägt wiederum den eigentlichen Werkzeughalter für den Spachtel und das Aufnahmebehältnis.
Selbiges ist vorgesehen, wenn die Lochwalze über eigene Werkzeughalter verfügt.
In einer weiteren Ausführung ist vorgesehen, dass der Spachtel schwingungserregbar
angeordnet ist.
Der Tapetenentferner soll an einem Ausführungsbeispiel erklärt werden.
Es zeigen:
1 den Tapetenentferner und
2 als Ergänzungswerkzeug eine Lochwalze.
Der in 1 dargestellte Tapetenentferner
besteht aus einem Aufnahmebehältnis 1 für die entfernte Tapete
2, wobei das Aufnahmebehältnis 1 längs oben oder unten einen Schlitz
3 zum Einsaugen der abgetrennten Tapete 2 aufweist und sich auf
der Arbeitsflächenseite im Bereich des Schlitzes 3 ein Spachtel
4 mindestens über die volle Länge des Aufnahmebehältnisses 1 erstreckt.
Das Aufnahmebehältnis 1 auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Werkzeughalter
6 verbunden.
Zum Entfernen der Tapete wird der Spachtel 4 mit dem Aufnahmebehältnis
1 zusammen mit dem Werkzeughalter 6 und/oder einem ansteuerbaren
Werkzeugträger entlang eines Gerüstes bewegt. Das Gerüst kann dabei aus zwei auf
einem Boden angeordneten Säulen bestehen, an denen der Werkzeugträger mit Führungselementen
geführt ist und an denen der Werkzeugträger eine Auf- und Abwärtsbewegung durchführt.
Der Werkzeugträger selbst trägt wiederum den eigentlichen Werkzeughalter
6 für den Spachtel 4 und das Aufnahmebehältnis
1.
Oben entfernt vom Schlitz 3 ist am Aufnahmebehältnis
1 ein Saugschlauch oder ein -rohr 5 angeordnet, so dass die entfernte
Tapete 2 mittels Unterdruck in das Aufnahmebehältnis 1 gesaugt
wird. Die Tapetenreste 2 können im Aufnahmebehältnis 1 gesammelt
werden oder bei entsprechender Größe des Saugrohres 5 bzw. des -rohres
durch diese einem weiteren Auffangbehälter zugeleitet werden.
In der dargestellten Ausführung ist der Saugschlauch oder das -rohr
5 an der Reinigungsklappe 7 angeordnet, über die alle Bereiche
des Innern des Aufnahmebehältnisses 1 zugängig sind. Die Reinigungsklappe
7 ist verschließ- und verriegelbar.
Weiterhin wird gezeigt, dass das Aufnahmebehältnis 1 gegenüber
dem Werkzeughalter 6 um eine Längsachse 10 verschwenkbar angeordnet,
um unterschiedliche Trennkräfte des Spachtels 4 zu realisieren. Dies erfolgt
mittels einer Kolben-Zylinder-Kombination 8, die sich einerseits am Aufnahmebehältnis
1 und andererseits am Werkzeughalter 6 abstützt. Möglich sind
auch verschieb- und feststellbare Schienenpaarungen als mechanische Variante.
Zur Unterstützung des Entfernen der Tapete durch den Spachtel
4 ist vorgesehen, die Tapete vorher einzuweichen. Eine Lochwalze
9, die dem Spachtel 4 vorgeschaltet ist, verbessert dabei das
Eindringen von Feuchtigkeit in die Tapete. Die Lochwalze 9 ist mit dem
Aufnahmebehältnis 1 verbunden oder verfügt über eigene Werkzeughalter
6. Die Bewegung wird analog der des Aufnahmebehältnisses 1 realisiert.
Ebenfalls vorgesehen, aber nicht dargestellt, ist, dass der Spachtel 4
schwingungserregbar ist, was das Lösen der Tapete ebenfalls unterstützt. Dies kann
durch einen seitlich angeordneten elektrotechnisch angetriebenen Schwingungserreger
erfolgen. Ist ein Arbeitsabschnitt bearbeitet, kann auf einfache Weise durch Weiterrollen
des Gerüstes der nächste Arbeitsabschnitt erreicht werden.
Zweifellos wird man beim Einsatz des Tapetenentferners nicht umhinkommen,
hier und da per Hand nachzureinigen - entscheidend ist aber, dass die größte Arbeit
bereits maschinell erfolgt und der Handwerker die Zeit für andere Arbeiten nutzen
kann.
1- Aufnahmebehältnis
2- entfernte Tapete
3- Schlitz
4- Spachtel
5- Saugrohr- oder -schlauch
6- Werkzeughalter
7- Reinigungsklappe
8- Kolben-Zylinder-Kombination
9- Lochwalze
10- Längsachse