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Dokumentenidentifikation DE60103728T2 23.06.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001222070
Titel HEISSSCHRUMPFFÄHIGE SIEGELBARE MEHRSCHICHTFOLIE
Anmelder Basell Poliolefine Italia S.p.A., Mailand/Milano, IT
Erfinder JOLY, Anne-Marie, B-2223 Schriek (Heist O/D Berg), BE;
BECCARINI, Enrico, I-44100 Ferrara, IT
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 60103728
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 14.03.2001
EP-Aktenzeichen 019153345
WO-Anmeldetag 14.03.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/EP01/02858
WO-Veröffentlichungsnummer 0001070500
WO-Veröffentlichungsdatum 27.09.2001
EP-Offenlegungsdatum 17.07.2002
EP date of grant 09.06.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.06.2005
IPC-Hauptklasse B32B 27/32

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft mehrschichtige, im wesentlichen dreischichtige wärmeschrumpfbare siegelbare Folien, bei denen die Deckschichten ein Propylenpolymer oder eine Polymerzusammensetzung mit definierter Kristallinität und definiertem Schmelzverhalten enthalten und eine Kernschicht eine ein kristallines Propylenpolymer und ein elastomeres Olefinpolymer enthaltende heterophasige Zusammensetzung enthält. Die Folien sind durch optimale Ausgewogenheit von mechanischen Eigenschaften, Verarbeitbarkeit und Siegelbarkeit bei niedrigen Temperaturen gekennzeichnet.

Dreischichtige wärmeschrumpfbare Folien werden in der Regel nach einem Coextrusionsverfahren hergestellt, bei dem man dem zentralen Extruder die die Kernschicht bildende Hauptpolymerkomponente zuführt und den lateralen Extrudern eine geeignete Polymerkomponente zuführt, die die Deckschichten bildet und die Folieneigenschaften, insbesondere ihre Bearbeitbarkeit, verbessert. Je nach angewandter Technik erhält man eine flache oder schlauchförmige Primärfolie, die dann nach der bekannten Kluppenrahmen- bzw. Twin-Bubble-Methode biaxial orientiert wird. Dreischichtige wärmeschrumpfbare Folien bestehen in der Regel aus einer Kernschicht, die im wesentlichen aus linearem Ethylenpolymer niederer Dichte (LLDPE), das mit 1-Octen modifiziert ist, aufgebaut ist, und zwei Außenschichten zur Verbesserung der Folienverarbeitung. Bestimmte Aspekte der Herstellung von wärmeschrumpfbaren Folien auf LLDPE-Basis sind nämlich bekanntlich kritisch, da die Temperatur, bei der der Orientierungsprozeß stattfindet, in der Nähe der Temperatur liegt, bei der das Polymer schmilzt. Daraus ergeben sich möglicherweise Probleme wie ein Reißen der Folie und Instabilität des Schlauchs bei der Herstellung der Folie nach dem Twin-Bubble-Verfahren.

Beispiele für wärmeschrumpfbare Folien werden in der US-PS 4,532,189 angegeben. Dort werden Folien mit 3 oder 5 Schichten beschrieben, bei denen die mittlere Schicht aus linearen Ethylencopolymeren niederer oder mittlerer Dichte unter eventuellem Zusatz von amorphen Ehylen/Propylen-Copolymeren (EPC), Ethylen/Vinylacetat-Copolymeren (EVA) oder Polyethylen niederer Dichte (LDPE) aufgebaut ist und die Außenschichten hauptsächlich aus EPC bestehen. Die Folie soll sich durch gute physikalisch-mechanische Eigenschaften auszeichnen.

In der Patentanmeldung EP-A-586160 werden wärmeschrumpfbare Mehrschichtfolien beschrieben, bei denen die mittlere Schicht aus LLDPE besteht und die Außenschichten aus einem Propylen/Buten-Copolymer oder Mischungen von EPC mit Polybuten oder Mischungen von Propylenhomopolymer oder -copolymer mit einem Propylen/Buten-Copolymer aufgebaut sind. Gemäß dieser Patentanmeldung soll die Folie gute Überlappungssiegelfestigkeitseigenschaften aufweisen.

In der Patentanmeldung EP-A-595252 werden dreischichtige wärmeschrumpfbare Folien beschrieben, bei denen die mittlere Schicht aus LLDPE mit zugefügten Additiven, wie hydrierten Kohlenwasserstoffharzen, Polyethylen- oder Polypropylenwachsen usw., besteht. Die Hinzufügung dieser Additive soll den Folien verbesserte physikalisch-mechanische Eigenschaften und eine verbesserte Überlappungssiegelfestigkeit verleihen. Die Außenschichten bestehen aus Polypropylen oder Ethylen-Propylen-Copolymeren, ebenfalls mit den oben aufgeführten Additiven.

In der US-PS 5677044 werden mehrschichtige wärmeschrumpfbare Folien beschrieben, bei denen die mittlere Schicht aus einem linearen Ethylen-Copolymer mit bis zu 20 Mol-% eines &agr;-Olefins und einem Propylencopolymer mit Ethylen und/oder einem &agr;-Olefin besteht, aber keine Einzelheiten zum Schrumpfverhalten bei variierender Temperatur und Polymerzusammensetzung angegeben.

Die Folien aus dem bekannten Stand der Technik stellen jedoch je nach der Zusammensetzung der verschiedenen Schichten verschiedene Probleme. Wenn die Außenschichten aus Polypropylen und/oder Ethylen-Propylen-Copolymeren bestehen, kann die Folie nur bei verhältnismäßig hoher Temperatur heißgesiegelt werden. Außerdem ist der für die Orientierung der Folie ohne Reißen geeignete Temperaturbereich beschränkt und zu verhältnismäßig hohen Temperaturen hin verschoben. Die Verwendung von Propylen-Butylen-Copolymeren in den Außenschichten der Folie soll die Siegeltemperatur herabsetzen. Bei einem Copolymer mit großen Mengen von Buten ist jedoch nachteilig, daß der prozentuale Anteil von in Xylol extrahierbarem Polymer auf Niveaus steigt, die für Anwendungen der Folie auf dem Lebensmittelsektor unannehmbar sind. In allen Fällen kann die Verwendung von Schichten auf Basis von Polyethylen in Kombination mit Schichten auf Basis von Polypropylen wegen der schlechten Verträglichkeit zwischen den verschiedenen Schichten zu Delaminationsproblemen der resultierenden Folie führen.

Es wurde nun gefunden, daß man recht effektive wärmeschrumpfbare siegelbare Folien herstellen kann, bei denen die Deckschichten ein Propylenpolymer oder eine Polymerzusammensetzung mit geeigneten Werten für Kristallinität – ausgedrückt als Prozentsatz von bei einer bestimmten Temperatur geschmolzenem Material -, Schmelzpunkt und xylolunlöslichem Anteil enthalten und die Kernschicht eine heterophasige Zusammensetzung aus einem kristallinen Propylenpolymer und einem elastomeren Olefinpolymer enthält. Die erfindungsgemäßen Folien zeichnen sich durch optimale Ausgewogenheit von mechanischen Eigenschaften, Verarbeitbarkeit und Siegelbarkeit über einen im Vergleich zu den Mehrschichtfolien aus dem Stand der Technik breiteren und niedrigeren Temperaturbereich aus. Außerdem weisen die Folien eine gute Verträglichkeit zwischen den Schichten und insbesondere gute Wärmeschrumpfeigenschaften auf.

Gegenstand der Erfindung ist daher eine mehrschichtige wärmeschrumpfbare siegelbare Folie, bei der die Deckschichten A im wesentlichen aus einem unter:

  • A1) einer

    i) 25–45 Gew.-% eines statistischen Copolymers von Propylen und Ethylen mit 2–5 Gew.-% Ethylen-Einheiten und

    ii) 55–75 Gew.-% eines statistischen Terpolymers von Propylen, Ethylen und 1-Buten mit 2–5 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 6–12 Gew.-% 1-Buten-Einheiten

    enthaltenden Zusammensetzung;
  • A2) einem statistischen Copolymer von Propylen und 1-Buten oder einer Mischung von statistischen Copolymeren von Propylen und 1-Buten mit unterschiedlicher Zusammensetzung, wobei das Copolymer bzw. die Mischung von Copolymeren 4–14 Gew.-% 1-Buten-Einheiten enthält,
ausgewählten Polyolefin mit einem xylolunlöslichen Anteil von mehr als 85 Gew.-%, einem Schmelzmaximum bei Temperaturen über 130°C und einer solchen Kristallinität, daß bei 90°C der Prozentsatz an geschmolzenem Material mehr als 15 Gew.-% beträgt, bestehen

und eine Kernschicht B im wesentlichen aus einer heterophasigen Zusammensetzung, die
  • a) 20–60 Gew.-% eines Propylenhomopolymers mit einem als in Xylol bei 25°C unlöslicher Anteil in Gewichtsprozent bestimmten Isotaktizitätsindexwert von mehr als 80 oder eines kristallinen Propylencopolymers mit Ethylen und/oder 1-Buten mit mindestens 85 Gew.-% Propylen-Einheiten und einem Isotaktizitätsindexwert von mindestens 80 oder von Gemischen davon und
  • b) 40–80 Gew.-% eines Ethylencopolymers mit Propylen und/oder 1-Buten und gegebenenfalls einem Dien, das 20–60 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist,
enthält, besteht.

Das Schmelzmaximum und das Kristallinitätsniveau bei einer gegebenen Temperatur werden mittels Differentialkalorimetrie (DSC) bestimmt.

Das die Deckschichten A bildende Polyolefin hat vorzugsweise eine solche Kristallinität, daß bei 100°C der Prozentsatz an geschmolzenem Material mehr als 20 Gew.-% beträgt und bei 110°C der Prozentsatz an geschmolzenem Material mehr als 30 Gew.-% beträgt.

Das die Schichten A bildende Polyolefin besteht vorzugsweise aus einer Zusammensetzung A1 aus 30–40 Gew.-% eines statistischen Copolymers von Propylen und Ethylen mit 3–4 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 60–70 Gew.-% eines statistischen Terpolymers von Propylen, Ethylen und 1-Buten mit 3–4 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 8–10 Gew.-% 1-Buten-Einheiten.

Andere bevorzugte Ausführungsformem des die Schichten A bildenden Polyolefins sind die statistischen Copolymere A2 von Propylen und 1-Buten mit einem Gesamtgehalt von 4–8 Gew.-% 1-Buten-Einheiten, besonders bevorzugt als Mischung von Copolymeren mit unterschiedlichem Gehalt an 1-Buten-Einheiten.

Die zur Bildung der Schichten A verwendeten Polyolefinzusammensetzungen können durch Mischen der Komponenten in schmelzflüssigem Zustand, beispielsweise in einem Mischer mit großem Homogenisierungsvermögen oder in einem Extruder, hergestellt werden. Vorzugsweise erhält man die Zusammensetzungen jedoch durch Synthese nach einem sequentiellen Polymerisationsverfahren mit stereospezifischen Ziegler-Natta-Katalysatoren wie in den erteilten europäischen Patentschriften 400333 und 472946 beschrieben.

Die zur Herstellung der Kernschicht B verwendete heterophasige Zusammensetzung enthält ein kristallines Propylenpolymer oder -copolymer und ein elastomeres Olefincopolymer, wie oben näher aufgeführt. Vorzugsweise enthält die heterophasige Zusammensetzung der Schicht B:

  • a) 25–45 Gew.-% eines Propylenhomopolymers mit einem als in Xylol bei 25°C unlöslicher Anteil in Gewichtsprozent bestimmten Isotaktizitätsindexwert von mehr als 80 oder eines kristallinen Propylencopolymers mit Ethylen und/oder 1-Buten mit mindestens 85 Gew.-% Propylen-Einheiten und einem Isotaktizitätsindexwert von mindestens 80 oder von Gemischen davon und
  • b) 55–75 Gew.-% eines Ethylencopolymers mit Propylen und/oder 1-Buten und 0–10 Gew.-% eines Diens, das 20–60 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist.

Bei dem gegebenenfalls in Fraktion b) der Schicht B vorliegenden Dien handelt es sich vorzugsweise um 1,3-Butadien, 1,4-Hexadien oder 5-Ethyliden-2-norbornen.

Besonders bevorzugt enthält die heterophasige Zusammensetzung der Kernschicht B:

  • a) 30–40 Gew.-% eines kristallinen Propylencopolymers mit Ethylen mit mindestens 90 Gew.-% Propylen-Einheiten und
  • b) 60–70 Gew.-% eines Ethylencopolymers mit Propylen, das 25–60 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist.

Die heterophasige Zusammensetzung für die Schicht B wird vorzugsweise nach einem sequentiellen Polymerisationsverfahren mit hoch spezifischen Ziegler-Natta-Katalysatoren hergestellt. Die Komponente a) wird im allgemeinen im ersten Polymerisationsschritt gebildet, während die Komponente b) in einem nachfolgenden Polymerisationsschritt gebildet wird. Als Katalysatoren eignet sich insbesondere das Produkt der Reaktion einer festen Komponente, die eine Titanverbindung und eine Elektronendonatorverbindung (interner Elektronendonator) auf Magnesiumchlorid geträgert enthält, mit einer Trialkylaluminiumverbindung und einer Elektronendonatorverbindung (externer Elektronendonator). Bei der Titanverbindung handelt es sich vorzugsweise um Titantetrachlorid. Der interne Elektronendonator wird vorzugsweise unter Alkyl-, Cycloalkyl- und Arylphthalaten und insbesondere unter Diisobutylphthalat, Di-n-butylphthalat und Di-n-octylphthalat ausgewählt. Der externe Donator wird vorzugsweise unter Siliciumverbindungen mit mindestens einer -OR-Gruppe, worin R für einen Kohlenwasserstoffrest steht, z.B. Diphenyldimethoxysilan, Methyl-t-butyldimethoxysilan, Diisopropyldimethoxysilan, Cyclohexylmethyldimethoxysilan, Dicyclopentyldimethoxysilan dund Phenyltriethyoxysilan, ausgewählt.

Beispiele für diese heterophasigen Zusammensetzungen sowie für ihre Herstellung geeignete Polymerisationsverfahren und Katalysatoren werden in den erteilten europäischen Patentschriften 400333 und 472946 beschrieben.

Die heterophasigen Zusammensetzungen sind auch durch mechanisches Mischen der Komponenten a) und b) bei einer über ihrem Erweichungs- oder Schmelzpunkt liegenden Temperatur erhältlich.

Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist die in der Schicht B zu verwendende heterophasige Zusammensetzung teilvernetzt, in der Regel mit Peroxiden.

Die Schmelzflußrate gemäß ASTM D 1238, Condition L, der heterophasigen Zusammensetzung der Schicht B hat vorzugsweise Werte im Bereich von 0,4 bis 3 g/10 Minuten und besonders bevorzugt von 0,5 bis 1,5 g/10 Minuten.

Nach einer möglichen Ausführungsform der Erfindung besteht das Polymermaterial der Kernschicht B aus einer Polymerzusammensetzung, die bis zu 75 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Schicht B, einer Komponente, die mit dem die Schichten A bildenden Polymer im wesentlichen identisch ist, aber eine Schmelzflußrate im Bereich von 0,5 bis 1 g/10 Minuten aufweist, enthält. Auch im Fall dieser Ausführungsform kann die die Kernschicht B bildende Zusammensetzung entweder durch Mischen der Komponenten in schmelzflüssigem Zustand oder direkt in einem Extruder oder vorzugsweise nach einem sequentiellen Polymerisationsverfahren hergestellt werden, wie in den oben aufgeführten Patentschriften beschrieben.

Die erfindungsgemäßen Folien können zweckmäßigerweise nach an sich bekannten Verfahren, wie dem Kluppenrahmenverfahren oder dem Twin-Bubble-Verfahren, hergestellt werden. Im ersten Fall kann die Orientierung der Folie in Maschinen- und Querrichtung nacheinander oder gleichzeitig, vorzugsweise gleichzeitig, z.B. auf einer Lisim-Bruckner-Maschine, erfolgen. Im zweiten Fall stellt man durch Extrusion der Polymerkomponenten, aus denen sich die verschiedenen Schichten zusammensetzen, durch einen Ringschlitz eine schlauchförmige Primärfolie mit konzentrischen Schichten her. Die Primärfolie wird kalibriert und schnell abgekühlt und dann durch IR-Strahlung oder Heißluft erhitzt und durch Anblasen mit Druckluft (Querorientierung) und Erhöhung der Geschwindigkeit der Abnahmewalze (Längsorientierung) in zwei Richtungen orientiert. Die biaxial orientierte Folie wird dann zur Stabilisierung der molekularen Orientierung der Folie schnell abgekühlt.

Bei den erfindungsgemäßen Folien handelt es sich vorzugsweise um Dreischichtfolien mit ABA-Aufbau, wobei die Schichten A und B die weiter oben beschriebenen Zusammensetzungen aufweisen. Die verschiedenen Schichten können in variablen Mengen, bezogen auf das Gesamtgewicht der Folie, vorliegen. Vorzugsweise liegt jede der beiden Außenschichten in Mengen im Bereich von etwa 5 bis etwa 45 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Folie, vor. Besonders bevorzugt liegt jede der Außenschichten in Mengen zwischen 10 und 30 Gew.-% vor. Die beiden Außenschichten liegen vorzugsweise in gleichen Teilen vor. Im Vergleich zu Folien aus dem Stand der Technik mit ähnlichem Aufbau haben die erfindungsgemäßen Folien eine gleichwertige Einreißfestigkeit sowie eine verbesserte Verarbeitbarkeit. Die Folien lassen sich nämlich ohne jegliche Schlauchinstabilitätsprobleme in einem gegenüber den herkömmlicherweise zur Anwendung kommenden Temperaturbereichen breiteren und niedrigeren Temperaturbereich leicht orientieren. Vorteilhaft ist bei der Orientierung bei niedriger Temperatur auch eine Verbesserung der mechanischen und optischen Eigenschaften der Folie. Die erfindungsgemäßen Folien sind auch durch eine gute Verträglichkeit zwischen den Schichten, die die Delaminationsprobleme verringert, und durch eine im Vergleich zu ähnlich aufgebauten Folien, bei denen die Außenschichten aus Polypropylen und/oder Propylen-Ethylen-Copolymeren aufgebaut sind, niedrigere Siegelanspringtemperatur (SAT) gekennzeichnet.

Neben den angegebenen Komponenten können die erfindungsgemäßen Folien Additive, wie Haftvermittler, Stabilisatoren, Antioxidantien, Korrosionsschutzmittel, Verarbeitungshilfsmittel usw., sowie sowohl organische als auch anorganische Substanzen, die bestimmte Eigenschaften ergeben können, enthalten.

Die erfindungsgemäßen wärmeschrumpfbaren Folien haben breite Anwendbarkeit auf dem Verpackungssektor, insbesondere bei der Verpackung von kleinen Gegenständen, Lebensmitteln usw.

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern und nicht einschränken.

BEISPIELE

Dreischichtfolien mit ABA-Struktur wurden nach dem Twin-Bubble-Verfahren und den folgenden Schritten hergestellt:

  • – Zufuhr des Polymers oder der Polymerzusammensetzung für die Deckschichten und die Kernschicht zu den jeweiligen Extrudern und Extrusion der dreischichtigen Schlauchfolie mit Kopftemperaturen zwischen 180 und 220°C;
  • – Abkühlen der Primärschlauchfolie auf Raumtemperatur;
  • – Erhitzen der Primärschlauchfolie in einem Ofen mit IR-Strahlen oder Heißluft;
  • – biaxiale Orientierung der Folie durch Verstrecken bis zu einem Verhältnis von 5–6 sowohl in Längs- als auch in Querrichtung;
  • – Abkühlen der biaxial orientierten Schlauchfolie auf Raumtemperatur.

Die Dicke der Folie lag im Bereich von 16–20 Mikron. Zur Gesamtdicke trug jede der Außenschichten 15% und die mittlere Schicht 70% bei.

In allen Beispielen wurden die Deckschichten A aus einer durch sequentielle Polymerisation hergstellten heterophasigen Zusammensetzung HC-1 aus

  • i) 35 Gew.-% eines statistischen Copolymers von Propylen und Ethylen mit 3,25 Gew.-% Ethylen-Einheiten und
  • ii) 65 Gew.-% eines statistischen Terpolymers von Propylen, Ethylen und 1-Buten mit 3,25 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 9,2 Gew.-% 1-Buten-Einheiten
hergestellt.

Die Zusammensetzung wies eine Schmelzflußrate gemäß ASTM D 1238, Condition L, von 5,5 g/10 Minuten, einen xylolunlöslichen Anteil von 91%, ein Schmelzmaximum von 135°C und einen Anteil an geschmolzenem Material bei 90°C von 16% auf.

Bei der Kernschicht in Beispiel 1 handelte es sich um eine heterophasige Zusammensetzung HC-2, die eine Schmelzflußrate gemäß ASTM D 1238, Condition L, von 0,6 g/10 Minuten aufwies und aus

  • a) 30 Gew.-% eines statistischen Propylencopolymers mit Ethylen mit 3,25 Gew.-% Ethylen-Einheiten, einer intrinischen Viskosität [&eegr;] von 1,5 dl/g und einem in Xylol bei 25°C löslichen Anteil von etwa 9 Gew.-% und
  • b) 70 Gew.-% eines Propylencopolymers mit Ethylen, das 30 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält, eine intrinischen Viskosität [&eegr;] von 3,2 dl/g aufweist und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist,
bestand.

In den Beispielen 2 bis 4 handelte es sich bei der Kernschicht um eine Mischung der heterophasigen Zusammensetzung HC-2 mit einer heterophasigen Zusammensetzung HC-3, die aus 136°C und einen Anteil an geschmolzenem Material bei 90°C von 20% aufweist, in variablen Mengen.

Beispiel 5 ist ein Vergleichsbeispiel mit einer Kernschicht aus Dowlex NG 5056 E, wobei es sich um mit 1-Octen modifiziertes LLDPE von Dow Chemicals handelt.

Die Eigenschaften der Folien wurden nach den folgenden Methoden bestimmt:

  • Zusammensetzung von Polymeren:

    Bestimmung des Gewichtsprozentsatzes der verschiedenen Monomereinheiten mittels IR.
  • Xylolunlösliche Fraktion:

    2 g Polymer werden unter Rühren in 250 cm3 Xylol bei 135°C gelöst. Nach 20 Minuten wird die Lösung unter Rühren auf eine Temperatur von 25°C abkühlen gelassen. Nach 30 Minuten wird das ausgefallene Polymer abfiltriert. Nach Entfernen des Lösungsmittels aus der Lösung durch Abdampfen im Stickstoffstrom wird der Rückstand bei 80°C unter Vakuum bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Auf diese Art und Weise wird der Prozentsatz an bei 25°C in Xylol löslichem Polymer berechnet und so der Prozentsatz an unlöslichem Polymer bestimmt.
  • Schmelzflußrate: ASTM D 1238, Condition L.

    Schmelzenthalpie, Schmelzpunkt und % geschmolzenes Material: ASTM D 3418-82.
  • Dichte: ASTM D 1505.
  • Trübung: ASTM D 1003.
  • 45°-Glanz: ASTM D 2457.
  • Einreißfestigkeit:

    ASTM D 1004, Bestimmung sowohl in Querrichtung (TD) als auch in Maschinenrichtung (MD).
  • Reißfestigkeit und Reißdehnung:

    ASTM D 882, Bestimmung sowohl in Querrichtung (TD) als auch in Maschinenrichtung (MD).
  • Schrumpf: ASTM D 2732.

Die wichtigsten Eigenschaften der Folien sind in Tabelle 1 dargestellt, und ein Detail des Schrumpfniveaus als Prozentsatz der Anfangsabmessungen nach 5 Minuten in einem Ofen bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 120°C ist in Tabelle 2 angegeben. Die Schrumpfeigenschaften der Folie gemäß Beispiel 1 bei einer Temperatur unter 100°C zeigen eine eindeutige Verbesserung im Vergleich mit der Folie gemäß Beispiel 5, die LLDPE als Kernschicht enthält und sehr große Ähnlichkeit mit den Folien aus dem Stand der Technik hat. Die Folien gemäß den Beispielen 2 bis 4 zeigen einen geringeren Schrumpf, aber interessante mechanische Eigenschaften.


Anspruch[de]
  1. Mehrschichtfolie, bei der die Deckschichten A im wesentlichen aus einem unter:

    A1) einer

    i) 25–45 Gew.-% eines statistischen Copolymers von Propylen und Ethylen mit 2–5 Gew.-% Ethylen-Einheiten und

    ii) 55–75 Gew.-% eines statistischen Terpolymers von Propylen, Ethylen und 1-Buten mit 2–5 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 6–12 Gew.-% 1-Buten-Einheiten

    enthaltenden Zusammensetzung;

    A2) einem statistischen Copolymer von Propylen und 1-Buten oder einer Mischung von statistischen Copolymeren von Propylen und 1-Buten mit unterschiedlicher Zusammensetzung, wobei das Copolymer bzw. die Mischung von Copolymeren 4–14 Gew.-% 1-Buten-Einheiten enthält,

    ausgewählten Polyolefin mit einem xylolunlöslichen Anteil von mehr als 85 Gew.-%, einem Schmelzmaximum bei Temperaturen über 130°C und einer solchen Kristallinität, daß bei 90°C der Prozentsatz an geschmolzenem Material mehr als 15 Gew.-% beträgt, bestehen

    und eine Kernschicht B im wesentlichen aus einer heterophasigen Zusammensetzung, die

    a) 20–60 Gew.-% eines Propylenhomopolymers mit einem als in Xylol bei 25°C unlöslicher Anteil in Gewichtsprozent bestimmten Isotaktizitätsindexwert von mehr als 80 oder eines kristallinen Propylencopolymers mit Ethylen und/oder 1-Buten mit mindestens 85 Gew.-% Propylen-Einheiten und einem Isotaktizitätsindexwert von mindestens 80 oder von Gemischen davon und

    b) 40–80 Gew.-% eines Ethylencopolymers mit Propylen und/oder 1-Buten und gegebenenfalls einem Dien, das 20–60 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist,

    enthält, besteht.
  2. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der das die Schichten A bildende Polyolefin aus einer Zusammensetzung A1 aus 30–40 Gew.-% eines statistischen Copolymers von Propylen und Ethylen mit 3–4 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 60–70 Gew.-% eines statistischen Terpolymers von Propylen, Ethylen und 1-Buten mit 3–4 Gew.-% Ethylen-Einheiten und 8–10 Gew.-% 1-Buten-Einheiten besteht.
  3. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der das die Schichten A bildende Polyolefin aus einem statistischen Copolymer von Propylen und 1-Buten mit 4–10 Gew.-% 1-Buten-Einheiten besteht.
  4. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der das die Schichten A bildende Polyolefin aus einer Mischung statistischer Copolymere von Propylen und 1-Buten mit unterschiedlichem Gehalt an 1-Buten-Einheiten besteht.
  5. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der die die Schicht B bildende heterophasige Zusammensetzung aus:

    a) 25–45 Gew.-% eines Propylenhomopolymers mit einem als in Xylol bei 25°C unlöslicher Anteil in Gewichtsprozent bestimmten Isotaktizitätsindexwert von mehr als 80 oder eines kristallinen Propylencopolymers mit Ethylen und/oder 1-Buten mit mindestens 85 Gew.-% Propylen-Einheiten und einem Isotaktizitätsindexwert von mindestens 80 oder von Gemischen davon und

    b) 55–75 Gew.-% eines Ethylencopolymers mit Propylen und/oder 1-Buten und 0 – 10 Gew.-% eines Diens, das 20–60 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist,

    besteht.
  6. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der das gegebenenfalls in Fraktion b) der Schicht B vorliegende Dien aus der Gruppe bestehend aus 1,3-Butadien, 1,4-Hexadien und 5-Ethyliden-2-norbornen stammt.
  7. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der die die Schicht B bildende heterophasige Zusammensetzung aus:

    a) 30–40 Gew.-% eines kristallinen Propylencopolymers mit Ethylen mit mindestens 90 Gew.-% Propylen-Einheiten und

    b) 60–70 Gew.-% eines Ethylencopolymers mit Propylen, das 25–60 Gew.-% Ethylen-Einheiten enthält und in Xylol bei 25°C vollständig löslich ist,

    besteht.
  8. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der die die Schicht B bildende heterophasige Zusammensetzung teilvernetzt ist.
  9. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der die die Schicht B bildende heterophasige Zusammensetzung eine Schmelzflußrate gemäß ASTM D 1238, Condition L, im Bereich von 0,4 bis 3 g/10 Minuten aufweist.
  10. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der die die Schicht B bildende heterophasige Zusammensetzung eine Schmelzflußrate gemäß ASTM D 1238, Condition L, im Bereich von 0,5 bis 1,5 g/10 Minuten aufweist.
  11. Mehrschichtfolie nach Anspruch 1, bei der die Polymerzusammensetzung der Schicht B ferner bis zu 75 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Schicht B, einer Komponente, die mit dem die Schicht A bildenden Polymer im wesentlichen identisch ist, aber eine Schmelzflußrate gemäß ASTM D 1238, Condition L, im Bereich von 0,5 bis 1 g/10 Minuten aufweist, enthält.
  12. ABA-Dreischichtfolie nach einem der Ansprüche 1-11, bei der jede der Deckschichten A in Mengen von 5 bis 45 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Folie, vorliegt.
  13. ABA-Dreischichtfolie nach einem der Ansprüche 1-11, bei der die Deckschichten A in gleichen Mengen von jeweils 10 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Folie, vorliegen.
  14. Verwendung einer Mehrschichtfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 13 als wärmeschrumpfbare und siegelbare Folie auf dem Verpackungssektor.
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