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Dokumentenidentifikation DE202005004583U1 30.06.2005
Titel Pferdeschuh
Anmelder Schlatermund, Annelen, 21109 Hamburg, DE
Vertreter Vonnemann, Kloiber & Kollegen, 20099 Hamburg
DE-Aktenzeichen 202005004583
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.06.2005
Registration date 25.05.2005
Application date from patent application 18.03.2005
IPC-Hauptklasse A01L 3/06
IPC-Nebenklasse B68B 5/00   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe.

Pferdeschuhe zum Aufziehen auf Pferdehufe sind in unterschiedlichen Ausführungsformen seit langem bekannt. Sie dienen unterschiedlichen Zwecken. Insbesondere können sie dazu dienen, den Huf zu schützen, wenn das Hufeisen verloren gegangen ist oder zum schnellen, notfallmäßigen Ersetzen von Hufeisen. Zum Schutz des am Huf befestigten Hufeisens kann ein gattungsgemäßer Pferdeschuh zudem über den mit Hufeisen beschlagenen Huf übergezogen werden.

Ein derartiger Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe ist z. B. aus der EP 0 651 943 A1 bekannt. Der dort offenbarte Pferdeschuh weist einen Sohlenabschnitt und einen fest damit verbundenen oberen Abschnitt auf, wobei der Pferdeschuh aus Naturgummi oder einem vergleichbaren synthetischen Material besteht. Dabei dient der Gummiteil zum Absorbieren von Schlägen und Vibrationen. Wenn der bekannte Pferdeschuh über den mit Hufeisen beschlagenen Huf aufgezogen wird, kann er darüber hinaus die Lebensdauer des Hufeisens verlängern.

Nachteilig an dem bekannte Pferdeschuh ist jedoch, daß ein dem Pferdehalter wohlbekanntes und weitverbreitetes Problem der Pferdehaltung mit diesem Pferdeschuh nicht gelöst werden kann. So haben viele Pferde die Unart, mit den Hufen etwa gegen Stallwände oder Anhängerplanken zu schlagen. Dabei können sie sich Sehnenschäden oder Piephacken zuziehen. Außerdem können durch das Schlagen der Pferde Schäden an den Stallwänden oder den Klappen und Planken der Pferdeanhänger entstehen. Außerdem kommt es bei der Eingewöhnung neuer Pferde in eine bestehende Herde auch dazu, daß Pferde sich untereinander mit den Hufen schlagen.

Diese Unart des Schlagens gegen Stallwände oder Anhängerplanken wird häufig auf eine üble Angewohnheit des Pferdes zurückgeführt, die durch das beim Schlagen gegen die Stallwand oder Anhängerplanke entstehende laute Geräusch des Schlages begünstigt zu werden scheint, da das Pferd offenbar an dem Schlaggeräusch Gefallen findet. Hierdurch wird jedoch das Pferd weiter zum Schlagen animiert.

Mit dem oben beschriebenen vorbekannten Pferdeschuh lässt sich dieses Problem nicht lösen, da der Schuh bewußt so ausgelegt ist, daß er elastisch ist. Dies bedeutet, daß die Energie des Schlages im wesentlichen in dem Sohlenmaterial des Pferdeschuhs gespeichert wird und daher letztlich die Schlagenergie auf z. B. die Stallwand übertragen wird. Dies führt zu den genannten unerwünschten Schlaggeräuschen, welche das Pferd weiter anstacheln.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe anzugeben, der geeignet ist, Schäden an Stallwänden, Anhängern und ähnlichem durch Schlagen des Pferdes mit dem Huf zu verringern bzw. zu vermeiden. Außerdem soll ein gattungsgemäßer Pferdeschuh angegeben werden, welcher darüber hinaus geeignet ist, dem Pferd die Unart des Schlagens abzugewöhnen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe gelöst, der eine aus textilem Material hergestellte Sohle aufweist. Der Vorteil ist, daß textiles Material starke Absorptionsfähigkeit für mechanische Schläge und Vibrationen hat. Demgegenüber treten die elastischen Eigenschaften von textilem Material in den Hintergrund. Auf diese Weise kann beim Schlagen des Pferdes die Wucht des Schlages stark abgemindert werden, da ein Großteil der Schlagenergie in dem textilen Material absorbiert und dort im wesentlichen in Wärmeenergie umgewandelt wird. Hierdurch wird mit Vorteil vermieden, daß sich die gesamte Kraft des Schlages auf die Sehnen, Bänder und Knochen des Pferdes überträgt und zu gesundheitlichen Schäden wie z. B. Piephacke, Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen oder Schleimbeutelentzündungen führt. Ebenso werden Schäden an Stallwänden, Klappen oder Planken von Anhängern stark reduziert. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs mit aus textilem Material hergestellter Sohle ist, daß das Geräusch des Schlages durch die starke Energieabsorption in dem textilen Material praktisch wegfällt. Hierdurch verlieren Pferde, die lediglich aus übler Angewohnheit schlagen, oft den Spaß am Schlagen. Es ist somit möglich, dem Pferd durch Aufziehen des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs die Unart des Schlagens abzugewöhnen.

Besonders vorteilhaft hat es sich in Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs erwiesen, wenn die Sohle aus Filz hergestellt ist. Dabei weist Filz auf der einen Seite die erforderliche Robustheit für den Einsatz am Pferdehuf auf, andererseits ist die mechanische Absorptionsfähigkeit von Filz hervorragend zur Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe geeignet. Filz läßt sich zudem gut verarbeiten. Ferner ist Filz bedingt Wasser abweisend bei geeigneter Wahl des Filzmaterials. Für den Anwendungsbereich am Pferdehuf ist es außerdem von Vorteil, daß Filz luftdurchlässig ist.

Besonders wirksam in Bezug auf die Absorption des Schlages ist es gemäß der Erfindung, wenn die Sohle eine Dicke von mindestens etwa 2 cm bis 3 cm aufweist. Bei dieser Dicke läßt sich insbesondere das Geräusch des Schlages, welches entsteht, wenn das Pferd gegen eine resonante Stallwand oder Teile des Anhängers schlägt, nahezu vollständig absorbieren. Dennoch ist die Sohle nicht zu dick, um das Pferd beim Laufen zu behindern. Insbesondere, wenn der Pferdeschuh nicht auf allen vier Hufen des Pferdes getragen werden soll, wäre eine zu dicke Sohle nicht akzeptabel, da das Pferd dann gleichsam unterschiedlich lange Beine hätte. Dies wäre auch beim Stehen im Stall, wo das Schlagen des Pferdes ein häufiges Problem ist, von Nachteil, da das Pferd Haltungsschäden erleiden könnte, wenn einzelnen Hufe durch den Pferdeschuh exzessiv erhöht würden. Daher hat sich die erfindungsgemäße Dicke von etwa 2 cm bis 3 cm für die Sohle als optimal erwiesen.

In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs ist vorgesehen, daß die Sohle mehrlagig, vorzugsweise zweilagig, ist, wobei die einzelnen Lagen dauerhaft miteinander verbunden sind. Hierdurch kann für den Bereich der Sohle, welcher mit dem Pferdehuf direkt in Verbindung kommt, ein anderes textiles Material ausgewählt werden, als für die Lage der Sohle, welche sich außen befindet und daher mit dem Untergrund in Berührung steht. Die völlig unterschiedlichen Anforderungen an Beständigkeit, Robustheit bzw. Verträglichkeit können somit mit Vorteil für jede Lage unabhängig berücksichtigt werden. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, daß die einzelnen Lagen dauerhaft miteinander verbunden sind, damit sie sich im Gebrauch nicht ungewollt voneinander lösen.

Wenn gemäß einer anderer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs eine Außenlage als Außensohle ausgebildet ist, wobei die Außensohle vorzugsweise eine Dicke von etwa 0,5 cm bis 1 cm aufweist, kann ein spezielles Material ausgewählt werden, welches bei einer Dicke von nur 0,5 cm bis 1 cm besonders hohe Beständigkeit gegen Abrieb beim Kontakt mit dem Untergrund aufweist. Die Dicke von 0,5 bis 1 cm stellt dabei sicher, daß der Pferdeschuh ausreichend lange benutzt werden kann, ohne daß die Sohle abgewetzt wird.

Weiter ist es in Ausgestaltung der Erfindung günstig, wenn die Außensohle aus einem feuchtigkeitsabweisenden Material, vorzugsweise Nadelfilz hergestellt ist. Bekanntlich wird Nadelfilz meist auf mechanischem Wege trocken hergestellt. Durch geeignetes wechselndes Einstechen und Ausziehen einer Vielzahl von auf einem Nadelbalken befestigten Nadeln mit Widerhaken wird ein bauschiges Faservlies verfestigt, wodurch ein besonders starkes und festes Fasergebilde entsteht, welches leicht, luftdurchlässig und in Grenzen auch elastisch ist. Aufgrund dieses Herstellungsprozesses ist Nadelfilz sehr belastbar und feuchtigkeitsabweisend, so daß der Hufschuh auch bedingt auf feuchten Weiden eingesetzt werden kann. Bei dem mehrlagigen Aufbau kann bei der Wahl des Materials für die äußere Sohle auf die genannten Eigenschaften Wert gelegt werden, da die zur Lösung der Aufgabe erforderliche mechanisch absorbierende Eigenschaft unabhängig durch die Innensohle erfüllt werden kann.

Zur Sicherstellung einer dauerhaften und belastbaren Verbindung der einzelnen Lagen des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs hat es sich gemäß der Erfindung als besonders günstig erwiesen, wenn die Lagen verklebt und mit einem Faden vernäht sind, wobei der Faden ein Kunststofffaden und/oder imprägniertes, vorzugsweise gewachstes, Garn ist.

In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs umfaßt dieser ein den Huf des Pferdes vorzugsweise vollständig umschließendes, aus textilem Material hergestelltes Schaftteil, welches mit einer Innenlage der Sohle dauerhaft verbunden ist. Dabei dient das Schaftteil dazu, die Sohle fest an den Pferdehuf zu befestigen. Dies wird besonders wirksam erreicht, wenn der Schaffteil den Huf des Pferdes vollständig umschließt. Dadurch, daß gemäß der Erfindung auch der Schaffteil aus textilem Material hergestellt ist, werden weitere absorbierende Eigenschaften für mechanische Vibrationen und Schläge erzielt. Beispielsweise werden etwaige auf den Huf übertragende Schwingungen auf diese Weise auch von dem Schaftteil absorbiert. Auch für den Fall, daß das Pferd beim Schlagen nicht nur mit der Hufunterseite, sondern auch mit den Hufseitenflächen gegen Gegenstände oder andere Pferde schlägt, ist es vorteilhaft, wenn auch dieser Hufbereich mit textilem, absorbierenden Material umschlossen ist.

In Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs ist der Schaftteil aus Filz hergestellt. Die absorbierenden Eigenschaften von Filz sind dabei besonders gut für die Erzielung der o. g. Wirkungen geeignet.

Gemäß der Erfindung weist das Schaftteil eine Dicke von mindestens etwa 2 cm bis 3 cm auf. Hierdurch wird ein Optimum der Absorptionsfähigkeit für Schläge und Vibrationen erreicht, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Schaftteil des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs das Pferd in seiner Bewegung nicht dadurch beeinträchtigen darf, daß es zu dick ist.

Um gemäß der Erfindung einen besonders sicheren Halt des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs am Pferdehuf sicherzustellen, ist das Schaftteil an einem oberen Ende mit einem Befestigungsteil versehen. Gegenüber dem alleinigen Aufziehen des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs auf den Pferdehuf wird durch dieses Befestigungsteil ein noch sichererer Halt erreicht.

Besonders günstig hat sich nach einer Variante der Erfindung dabei erwiesen, wenn das Befestigungsteil aus elastischem Kunststoff, vorzugsweise Neopren, hergestellt ist. Hierdurch wird erreicht, daß ein fester Halt am Bein des Pferdes sichergestellt wird, indem das Befestigungsteil sich an die anatomische Form des Pferdebeins anpassen kann, ohne daß dabei Scheuerstellen entstehen. Neopren ist besonders haltbar und zudem feuchtigkeitsbeständig. Ferner hat sich die Verwendung von Neopren bereits im Pferderennsport bewährt, wo Gamaschen aus Neopren zum Einsatz kommen.

Der Halt des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs auf dem Pferdehuf wird noch verbessert, wenn das Befestigungsteil mit Klettverschlüssen zum Befestigen des Pferdeschuhs an einem Pferdebein versehen ist. Die Klettverschlüsse sind besonders leicht zu öffnen und zu schließen und bieten dennoch einen ausreichend festen Halt.

Gemäß der Erfindung läßt sich der Sitz des Pferdeschuhs durch das Befestigungsteil noch weiter verbessern, wenn ein erster und ein zweiter Klettverschluß zum Anbringen oberhalb des Fesselkopfes und ein dritter Klettverschluß zum Anbringen unterhalb des Fesselkopfes vorgesehen sind. Dabei bestehen die Klettverschlüsse aus Nylongurtband.

Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf eine Zeichnung beispielhaft beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den Figuren der Zeichnung zu entnehmen sind.

Funktionsmäßig gleiche Teile sind dabei mit denselben Bezugszeichen versehen.

Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen:

1 Seitenquerschnittsansicht des auf einen Pferdehuf aufgezogenen erfindungsgemäßen Pferdeschuhs

2 Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Pferdeschuh

3 Pferd mit auf die Pferdehufe aufgezogenen erfindungsgemäßen Pferdeschuhen

In der 1 ist ein erfindungsgemäßer Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe zu erkennen, welcher eine äußere Sohle 1 aufweist. Die äußere Sohle 1 ist auf eine innere Sohle 2 von unten aufgeklebt. Außerdem sind die äußere Sohle 1 und die innere Sohle 2 zusätzlich miteinander mit einem Kunststofffaden 6 vernäht.

Die äußere Sohle besteht aus Nadelfilz und weist eine Dicke 7 von ca. 0,5 cm auf. Sie bildet den unteren Abschluß des Hufschuhs und somit die Auftrittsfläche des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs.

Die innere Sohle 2 bildet den inneren Teil des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs. Auf die innere Sohle 2 tritt der Huf 8 des Pferdes. Die innere Sohle 2 besteht aus Filzmaterial mit einer Innensohlendick 9 von ca. 2 bis 3 cm. Das starke Filzmaterial der Innensohle 2 mindert die Wucht des Schlages ab und verhindert somit, daß sich die gesamte Wucht des Schlages auf die Sehnen, Bänder und Knochen des Pferdes überträgt. Außerdem wird durch die starke Dämpfung des Schlages innerhalb der inneren Sohle 2 das Schlaggeräusch nahezu eliminiert.

Nach oben schließt sich an die innere Sohle 2 ein Schaftteil 3 an. In der seitlichen Schnittdarstellung der 1 ist das Schaftteil 3 auf der linken Seite im Schnitt zu erkennen, wohingegen auf der rechten Seite die Stirnfläche des Schaftteils 3 zu erkennen ist. Dies liegt daran, daß das Schaftteil 3 um den gesamten Huf herumläuft, jedoch an der Hinterseite über einen Klettverschluß 5 schließbar offen ist. Dies wird weiter unten im Zusammenhang mit der Figurenbeschreibung zu 2 deutlicher werden. Das Schaftteil 3 hat eine Dicke 10 von ca. 2 bis 3 cm und besteht ebenso wie die innere Sohle 2 aus Filz. Das Schaftteil 3 ist mit der inneren Sohle 2 mit dem Kunststofffaden 6 vernäht. Alternativ zu dem Kunststofffaden 6 kann auch imprägniertes Garn verwendet werden. Das Schaftteil 3 hat eine Höhe 11 zwischen 5 cm und 10 cm, um den Pferdehuf 8 der Höhe nach vollständig zu umgeben. Die Höhe 11 wird dabei je nach der Höhe des Hufs 8 gewählt.

An der Oberseite ist das Schaftteil 3 mit einem Befestigungsteil 4 mit Kunststofffaden 6 vernäht. Das Befestigungsteil 4 besteht aus Neopren. Das Befestigungsteil 4 beginnt am Kronrand 13 des Pferdehufs 8 und erstreckt sich bis zur Mitte des Mittelfußbeins 14 des Pferdes. Die Höhe 15 des Befestigungsteils 4 beträgt daher zwischen 8 cm und 10 cm. Die Dicke 12 des Befestigungsteils 4 beträgt etwa 0,5 cm.

Am oberen Ende des Befestigungsteils 4 sind drei Klettverschlüsse 5 befestigt. Die Klettverschlüsse 5 werden auf das Befestigungsteil 4 mit Kunststofffaden 6 aufgenäht. Zu jedem Klettverschluß 5 gehört ein in der Zeichnung nicht dargestelltes Gurtband aus Nylon. Die Klettverschlüsse 5 sind so an dem Befestigungsteil 4 angenäht, daß zwei Klettverschlüsse 5 mit einer Breite 16 von jeweils 1 cm über dem Fesselkopf 19 und ein Klettverschluß 5 mit einer Breite 18 von 4 cm in der Fessel angebracht werden.

In der 2 ist der in 1 dargestellte erfindungsgemäße Pferdeschuh in der Draufsicht zu erkennen. Insbesondere ist zu erkennen, daß das Schaftteil 3 mit der Dicke 10 von 2cm bis 3cm in der Draufsicht über das Befestigungsteil 4 mit der Dicke 12 von demgegenüber lediglich 0,5cm hinausragt. Weiter ist zu erkennen, daß die Innensohle 2 der Querschnittsflächenform des Hufs 8 angenähert ist. Der Huf 8 ist in der 2 nicht dargestellt. Der Pferdeschuh gemäß der Erfindung ist wie in 2 dargestellt nach hinten durch einen Klettverschluß 5 schließbar offen, um das Aufziehen auf den Pferdehuf 8 zu erleichtern.

In der 3 ist ein Pferd 20 dargestellt, über dessen Hufe 8 erfindungsgemäße Pferdeschuhe aufgezogen sind. Von außen zu erkennen ist in der Fig. das Schaftteil 3, welches um den gesamten Huf 8 herum verläuft, sowie das Befestigungsteil 4, welches am Kronrand 13 beginnt und sich bis zur Mitte des Mittelfußbeins 14 erstreckt. Außerdem sind die Klettverschlüsse 5 zu erkennen, welche in der Fessel 17 bzw. oberhalb des Fesselkopfs 19 angebracht sind.

Um den erfindungsgemäßen Pferdeschuh auf die Hufe 8 des Pferdes 20 aufzuziehen, wird der Pferdeschuh von vorne über den Huf 8 aufgezogen, so daß der Huf 8 auf der inneren Sohle 2 aufliegt. Anschließend wird der Klettverschluß 5 mit der Dicke 18 von ca. 4 cm um die Fessel 17 gelegt und zusammen mit dem nicht dargestellten Nylongurtband zusammengezogen, bis das Schaftteil 3 formschlüssig mit dem Huf 8 des Pferdes 20 ist. Außerdem ist in dem zusammengezogenen Zustand das Befestigungsteil 4 formschlüssig mit dem Bereich der Fessel 17, welcher sich von dem Kronrand 13 bis zum unteren Rand des Fesselkopfes 19 erstreckt. Hierdurch wird vorteilhaft ein sicherer Sitz des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs um die Hufe 8 herum sichergestellt. Insbesondere sind die in der 1 dargestellten Zwischenräume 21 nicht mehr vorhanden. Insofern stellt die 1 den Pferdeschuh in einem nicht zugeschnürten Zustand dar.

Durch den Formschluß zwischen Unterseite der Hufe 8 und der inneren Sohle 2 einerseits, dem Umfang der Hufe 8 und dem Schaftteil 3 andererseits sowie der Fessel 17 mit dem Befestigungsteil 4 wird mit Vorteil erreicht, daß sämtliche Schläge oder Vibrationen, welche auf die Hufe 8 einwirken, in der aus Filz bestehenden inneren Sohle 2 weitestgehend absorbiert werden. Ein weiterer Teil der Schlageinwirkung und/oder Vibration wird in dem Schaftteil 3 absorbiert, nachdem er über die Umfangsfläche des Hufs 8 auf das Schaftteil 3 übertragen wurde.

Wenn nun das Pferd 20 beispielsweise mit dem Hinterhuf 8 aufgrund seiner Unart wie gewohnt beispielsweise gegen die Stallwand oder gegen eine Planke eines Pferdeanhängers schlägt, so wird der überwiegende Teil der Schlagenergie in der Innensohle 2 mit Dicke 9 von ca. 2cm bis 3 cm sowie in dem Schaffteil 3 mit Dicke 10 von ebenfalls ungefähr 2 bis 3 cm absorbiert. Als Folge daraus entfällt das Geräusch des Schlages weitestgehend. Sofern das Pferd 20 lediglich aus übler Angewohnheit schlägt, wird es den Spaß an dem Schlagen mangels Schlaggeräusches verlieren. Somit ist es möglich, dem Pferd 20 die Unart des Schlagens mit Hilfe des Pferdeschuhs gemäß der vorliegenden Erfindung abzugewöhnen.

Aufgrund der äußeren Sohle 1, welches aus festerem Nadelfilz mit Dicke 7 von ca. 0,5 cm besteht, ist eine Erweiterung der Einsatzmöglichkeit des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs möglich. Beispielsweise können neue Pferde den erfindungsgemäßen Pferdeschuh zur Eingewöhnung in eine bestehende Herde tragen, um Schlagverletzungen untereinander zu verhindern. In diesem Falle sollten auch die Pferde der Herde die erfindungsgemäßen Pferdeschuhe tragen. Dabei ermöglicht die feuchtigkeitsabweisende Sohle 1 den Einsatz des erfindungsgemäßen Pferdeschuhs auch auf feuchten Weiden. Außerdem kann der erfindungsgemäße Pferdeschuh beim Laufen auf gefrorenem Boden zur Vermeidung von Huflederhautentzündungen eingesetzt werden.

Wenn der Stute die erfindungsgemäßen Pferdeschuhe über die Hinterhufe aufgezogen werden, lassen sich Schlagverletzungen des Hengstes durch die Stute beim Decken im Natursprung vermeiden. Sofern die Pferdeschuhe über die Vorderhufe gezogen werden, können Bockhufe bei Pferden mit entsprechender Veranlagung vermieden werden, indem das Kürzen der Zehe durch Scharren verhindert wird.

Hiermit ist ein Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe vorgeschlagen, mit dem die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gelöst wird, insbesondere können Schäden an Stallwänden und Anhängern durch Schlagen des Pferdes vermieden werden. Ferner werden die Verletzungen auf Seiten des Pferdes durch Schlagen vermindert.

Schließlich wird durch Wegfall des Schlaggeräusches dem Pferd der Spaß am Schlagen genommen, so daß es sich die Unart des Schlagens mit der Zeit abgewöhnt.

1äußere Sohle 2innere Sohle 3Schaftteil 4Befestigungsteil 5Klettverachluß 6Kunststoffaden 7Außensohlendicke 8Huf 9Innensohlendicke 10Schaftteildicke 11Schaftteilhöhe 12Befestigungsteildicke 13Hufkronrand 14Mittelfußbein 15Befestigungsteilhöhe 16Klettverschlußbreite 17Fessel 18Kletkverschlußbreite 19Fesselkopf 20Pferd 21Zwischenraum

Anspruch[de]
  1. Pferdeschuh zum Aufziehen auf Pferdehufe (8), dadurch gekennzeichnet , daß er eine aus textilem Material hergestellte Sohle (2) aufweist.
  2. Pferdeschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle (2) aus Filz hergestellt ist.
  3. Pferdeschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle (2) eine Dicke von mindestens etwa 2 cm bis 3 cm aufweist.
  4. Pferdeschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle (2, 3) mehrlagig, vorzugsweise zweilagig, ist, wobei die einzelnen Lagen (1 ,2) dauerhaft miteinander verbunden sind.
  5. Pferdeschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Außenlage als Außensohle (1) ausgebildet ist, wobei die Außensohle (1) vorzugsweise eine Dicke (7) von etwa 0,5 cm bis 1 cm aufweist.
  6. Pferdeschuh nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Außensohle (1) aus einem feuchtigkeitsabweisenden Material, vorzugsweise Nadelfilz, hergestellt ist.
  7. Pferdeschuh nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagen (1, 2) verklebt und mit einem Faden (6) vernäht sind, wobei der Faden (6) ein Kunststoffaden und/oder imprägniertes, vorzugsweise gewachstes, Garn ist.
  8. Pferdeschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet daß er ein den Huf (8) des Pferdes (20) vorzugsweise vollständig umschließendes, aus textilem Material hergestelltes Schaftteil (3) umfaßt, welches mit einer Innenlage (2) der Sohle dauerhaft verbunden ist.
  9. Pferdeschuh nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaftteil (3) aus Filz hergestellt ist.
  10. Pferdeschuh nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaftteil (3) eine Dicke (10) von etwa 2 cm bis 3 cm aufweist.
  11. Pferdeschuh nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaftteil (3) an einem oberen Ende mit einem Befestigungsteil (4) versehen ist.
  12. Pferdeschuh nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsteil (4) aus elastischem Kunststoff, vorzugsweise Neopren, hergestellt ist.
  13. Pferdeschuh nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Befestigungsteil (4) mit Klettverschlüssen (5) zum Befestigen des Pferdeschuhs an einem Pferdebein (14) versehen ist.
  14. Pferdeschuh nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß ein erster und ein zweiter Klettverschluß (5) zum Anbringen oberhalb des Fesselkopfes (19) und ein dritter Klettverschluß (5) zum Anbringen unterhalb des Fesselkopfes (19) vorgesehen sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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