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Dokumentenidentifikation DE102004055354A1 28.07.2005
Titel Bogen als Recurvebogen oder Langbogen
Anmelder Engisch, Egbert, 27248 Ehrenburg, DE
DE-Anmeldedatum 10.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004055354
Offenlegungstag 28.07.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.07.2005
IPC-Hauptklasse F41B 5/00
Zusammenfassung Die Grundtechnik des Bogens (2 Wurfarme) soll erweitert, Schwingungsdämpfer sollen teilweise überflüssig werden. Die Wellenbewegung der Sehne beim Abschuss soll reduziert, die Gestaltungsmöglichkeiten des Bogens sollen erweitert werden.
Die Bogentechnik wird erweitert durch mehrere seitliche Wurfarme (1) und ein Mittelsehnenstück (3) sowie mehrere Wurfarmsehnen (2). Wurfarme können fächerartig oder parallel zu Gruppen zusammengefasst werden, welche mit einer Montageplatte komplett fixiert werden können.
Bogen als Sportgerät oder Jagdwaffe.

Beschreibung[de]

Bei den bekannten Recurve- und Langbogen befinden sich stets nur Wurfarme in der vertikalen Mittenebene gegenüber. Lediglich bei Compoundbogen (z.B. Hoyts "TEC- Bogen") gibt es zur Führung von Schwingungsdämpfern längsgeteilte Wurfarme, die beim montierten Bogen sowohl am Wurfarmlager als auch am Wurfarmende (hier über die Rollenachsen) miteinander verbunden sind. Diese Wurfarmhälften werden bei gleicher Biegung von der Sehne in exakt dieselbe Zugrichtung geführt; sind somit keinesfalls als separate Wurfarme anzusehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die seit Jahrtausonden unveränderte Grundtechnik des Bogens zu erweitern und Stabilisatoren (Schwingungsdämpfer) als lästige Fremdkörper am eigentlichen Bogen zumindest teilweise überflüssig zu machen.

Ausserdem soll das Mass der seitlichen Wellenbewegung, die jede Sehne während des Abschusses beim Vorschnellen ausführt, reduziert werden.

Auch soll beim Schützen das physische und visuelle Gefühl entstehen, mit mehreren Bogen in einer Hand gleichzeitig zu schiessen.

Ferner sollen die Gestaltungsmöglichkeiten ganz erheblich erweitert werden.

Diese Aufgaben werden nach Schutzanspruch 1 gelöst durch den Bogen, der als Recurvebogen oder Langbogen ein- oder mehrteilig ein Sportgerät und/oder eine Jagdwaffe ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogen mindestens zwei ausserhalb der vertikalen Mittenebene des Bogens angeordnete Wurfarme (1) aufweist und mit einem Sehnensystem ausgestattet ist, worin sich mindestens drei Wurfarmsehnen (2) mit einem Mittelsehnenstück (3) vereinigen, wobei nur das Mittelsehnenstück in der vertikalen Mittenebene des Bogens (in Schussrichtung) liegt und keine unmittelbare Verbindung zu den Wurfarmen hat.

Die Kräfte der Wurfarme werden durch die Wurfarmsehnen auf das Mittelsehnenstück und von dort auf den Sehnennockpunkt bzw. auf den Pfeil übertragen. So werden nach der Erfindung alle, auch seitliche Kräfte auf der vertikalen Mittenlinie des Bogens vereint (1/2).

Dieses Mittelsehnenstück könnte theoretisch so kurz sein, dass es nur Raum gibt für den Pfeil und die Zugfinger des Schützen. Jedoch werden Handlichkeit des Bogens und der Zielvorgang verbessert, wenn das Mittelsehnenstück ca. ein Drittel einer herkömmlichen Sehnenlänge ausmacht.

Das Gewicht eines solchen Bogens muss das eines herkömmlichen nicht übersteigen, da die Wurfarme entsprechend ihres geringeren Teilzuggewichtes auch eine geringere Masse haben.

Dieser Bogen basiert auch darauf, dass die Summe der Zuggewichte zu beiden Seiten der vertikalen Mittenebene möglichst symmetrisch also möglichst gleich verteilt ist, wodurch die Mittelsehne dann vertikal steht. Dies wird dadurch möglich, dass heutzutage Wurfarmpaare von exakt dem gleichen Format und dem gleichen Zuggewicht hergestellt werden können. Etwaige desbezügliche Abweichungen werden jedoch dadurch kompensiert, dass sie bei jedem Schuss gleich sind.

Hierdurch wird erfindungsgemäss erreicht, dass der bisher ausser acht gelassene bzw. nur mit Stabilisatoren ausgefüllte Raum seitlich des Bogens nun mit einbezogen wird. Durch die Vielzahl der seitlich verschieden weit ausladenden Wurfarme kann durch diese primären Bogenbauteile und deren eigener Fähigkeit zur Schwingungsaufnahme auf seitliche Stabilisatoren verzichtet werden. Die Bogenmasse wird hier günstiger auf einen grösseren Raum verteilt.

Die seitliche Wellenbewegung der Sehne beim Abschuss wird deshalb reduziert, weil das Mittelsehnenstück nur ca. ein Drittel so lang frei schwingen kann wie eine herkömmliche Sehne.

Durch die Vielzahl der Wurfarme wird der Bogen viel plastischer und erweckt den Eindruck, mit mehreren Bogen in einer Hand gleichzeitig denselben Pfeil verschiessen zu können.

Die unteren seitlichen Wurfarme sollen nicht sehr weit von der Vertikalen abweichen, damit die Wurfarmsehnen die Kleidung des Schützen nicht berühren können.

Die Wurfarme einer Gruppe können einzeln hergestellt und am Wurfarmlager befestigt werden oder als Bau- und Montagegruppe einteilig im Verbund hergestellt werden, indem sie z. B. an der Wurfarmbasis seitlich in einem bestimmten Winkel miteinander verleimt/verklebt werden oder gleich aus einem Stück hergestellt werden.

Letztere Variante hat den Vorteil, dass die Winkel innerhalb der Montagegruppe nicht bei jeder Montage neu justiert werden müssen.

Befestigt wird solch eine Montagegruppe z.B. mittels 1 oder 2 Schrauben und einer Montageplatte (5), die die Montagegruppe von vorn und seitlich sowie auch das Wurfarmlager seitlich umfasst.

Weitere Ausgestaltungen des Sehnensystems zeigen Mittelsehnenstücke mit mehr als 2 Endpunkten (dargestellt jeweils nur 1 Wurfarmgruppe; 11/12), auch ringförmig (13).


Anspruch[de]
  1. Bogen, der als Recurvebogen oder Langbogen ein – oder mehrteilig ein Sportgerät und/oder eine Jagdwaffe ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogen mindestens zwei ausserhalb der vertikalen Mittenebene des Bogens angeordnete Wurfarme (1) aufweist und mit einem Sehnensystem ausgestattet ist, worin sich mindestens drei Wurfarmsehnen (2) mit einem Mittelsehnenstück (3) vereinigen, wobei nur das Mittelsehnenstück in der vertikalen Mittenebene des Bogens (in Schussrichtung) liegt und keine unmittelbare Verbindung zu den Wurfarmen hat.
  2. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Bogen mindestens 3 fächerartig (1) oder parallel (5) angeordnete Wurfarme (1) aufweist, wovon mindestens 2 von der senkrechten Mittenebene des Bogens abweichend in den Raum seitlich des Bogens mehr oder weniger weit ausladend hineinragen.
  3. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarme oberhalb des Griffstückes in gerader oder ungerader Zahl zu einer Wurfarmgruppe zusammengefasst sind so wie entsprechend auch diejenigen unterhalb des Griffstückes, soweit sie jeweils mehr als ein einzelner Wurfarm sind, wobei die Wurfarmgruppen im gleichen Winkel zur Pfeilachse angeordnet sind wie herkömmliche Einzelwurfarme.
  4. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarmsehnen aller Wurfarme einer Wurfarmgruppe aus verschiedenen Richtungen kommend an einem der 2 Enden der Mittelsehnenstückes zusammengeführt und durch Einhängen in die Wurfarmnocken gespannt werden, um dann vom Nockpunktbereich des Mittelsehnenstückes aus gleichzeitig und gleichmässig ausgezogen zu werden.
  5. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarme innerhalb einer Gruppe gleiche oder verschiedene Krümmungen sowie gleiche oder verschiedene Längen haben, die jedoch zu beiden Bogenseiten hin symmetrisch ausgeprägt sind, so dass alle Nocken in einer Ebene liegen können aber nicht müssen.
  6. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarmlager (4) je nach Zahl und seitlicher Ausrichtung der Wurfarme auch entsprechend seitlich aus der vertikalen Mittenebene des Bogens herausragen.
  7. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelsehnenstück dicker ist als eine Wurfarmsehne.
  8. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelsehnenstück beim gespannten Bogen ca. ein Drittel der Distanz zwischen den am weitesten auseinanderliegenden Wurfarmnocken ausmacht.
  9. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Sehnensystem einteilig (geknotet oder gespleisst) ist oder mehrteilig durch Verbinder aus Metall oder Kunststoff zusammengefasst ist. Hier werden die Sehnenschlaufen durch eine Hakenplatte (8) oder durch einen Stahlfederring (9) verbunden.
  10. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarme innerhalb einer Wurfarmgruppe verschiedene Zuggewichte haben können, die sich aber auf beide Seiten des Bogens symmetrisch verteilen.
  11. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarme einer Gruppe jeweils einzeln an den Wurfarmlagern befestigt werden oder mittels einer Montageplatte alle zusammen mit 1 bis 2 Schrauben (10) oder mit Klappbügeln fixiert werden.
  12. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarme in sich eine gerade Mittellinie haben oder eine leicht geschweifte (4).
  13. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die obere Wurfarmgruppe an Wurfarmlagern seitlich unterhalb des Griffstückes befestigt ist (7).
  14. Bogen nach Schutzanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wurfarme in sich Gabelungen haben (3) mit eigenständigen Nocken.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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