Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die seit Jahrtausonden unveränderte
Grundtechnik des Bogens zu erweitern und Stabilisatoren (Schwingungsdämpfer) als
lästige Fremdkörper am eigentlichen Bogen zumindest teilweise überflüssig zu machen.
Ausserdem soll das Mass der seitlichen Wellenbewegung, die jede Sehne
während des Abschusses beim Vorschnellen ausführt, reduziert werden.
Auch soll beim Schützen das physische und visuelle Gefühl entstehen,
mit mehreren Bogen in einer Hand gleichzeitig zu schiessen.
Ferner sollen die Gestaltungsmöglichkeiten ganz erheblich erweitert
werden.
Diese Aufgaben werden nach Schutzanspruch 1 gelöst durch den Bogen,
der als Recurvebogen oder Langbogen ein- oder mehrteilig ein Sportgerät und/oder
eine Jagdwaffe ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogen mindestens zwei ausserhalb
der vertikalen Mittenebene des Bogens angeordnete Wurfarme (1) aufweist
und mit einem Sehnensystem ausgestattet ist, worin sich mindestens drei Wurfarmsehnen
(2) mit einem Mittelsehnenstück (3) vereinigen, wobei nur das
Mittelsehnenstück in der vertikalen Mittenebene des Bogens (in Schussrichtung) liegt
und keine unmittelbare Verbindung zu den Wurfarmen hat.
Die Kräfte der Wurfarme werden durch die Wurfarmsehnen auf das Mittelsehnenstück
und von dort auf den Sehnennockpunkt bzw. auf den Pfeil übertragen. So werden nach
der Erfindung alle, auch seitliche Kräfte auf der vertikalen Mittenlinie des Bogens
vereint (1/2).
Dieses Mittelsehnenstück könnte theoretisch so kurz sein, dass es
nur Raum gibt für den Pfeil und die Zugfinger des Schützen. Jedoch werden Handlichkeit
des Bogens und der Zielvorgang verbessert, wenn das Mittelsehnenstück ca. ein Drittel
einer herkömmlichen Sehnenlänge ausmacht.
Das Gewicht eines solchen Bogens muss das eines herkömmlichen nicht
übersteigen, da die Wurfarme entsprechend ihres geringeren Teilzuggewichtes auch
eine geringere Masse haben.
Dieser Bogen basiert auch darauf, dass die Summe der Zuggewichte zu
beiden Seiten der vertikalen Mittenebene möglichst symmetrisch also möglichst gleich
verteilt ist, wodurch die Mittelsehne dann vertikal steht. Dies wird dadurch möglich,
dass heutzutage Wurfarmpaare von exakt dem gleichen Format und dem gleichen Zuggewicht
hergestellt werden können. Etwaige desbezügliche Abweichungen werden jedoch dadurch
kompensiert, dass sie bei jedem Schuss gleich sind.
Hierdurch wird erfindungsgemäss erreicht, dass der bisher ausser acht
gelassene bzw. nur mit Stabilisatoren ausgefüllte Raum seitlich des Bogens nun mit
einbezogen wird. Durch die Vielzahl der seitlich verschieden weit ausladenden Wurfarme
kann durch diese primären Bogenbauteile und deren eigener Fähigkeit zur Schwingungsaufnahme
auf seitliche Stabilisatoren verzichtet werden. Die Bogenmasse wird hier günstiger
auf einen grösseren Raum verteilt.
Die seitliche Wellenbewegung der Sehne beim Abschuss wird deshalb
reduziert, weil das Mittelsehnenstück nur ca. ein Drittel so lang frei schwingen
kann wie eine herkömmliche Sehne.
Durch die Vielzahl der Wurfarme wird der Bogen viel plastischer und
erweckt den Eindruck, mit mehreren Bogen in einer Hand gleichzeitig denselben Pfeil
verschiessen zu können.
Die unteren seitlichen Wurfarme sollen nicht sehr weit von der Vertikalen
abweichen, damit die Wurfarmsehnen die Kleidung des Schützen nicht berühren können.
Die Wurfarme einer Gruppe können einzeln hergestellt und am Wurfarmlager
befestigt werden oder als Bau- und Montagegruppe einteilig im Verbund hergestellt
werden, indem sie z. B. an der Wurfarmbasis seitlich in einem bestimmten Winkel
miteinander verleimt/verklebt werden oder gleich aus einem Stück hergestellt werden.
Letztere Variante hat den Vorteil, dass die Winkel innerhalb der Montagegruppe
nicht bei jeder Montage neu justiert werden müssen.
Befestigt wird solch eine Montagegruppe z.B. mittels 1 oder 2 Schrauben
und einer Montageplatte (5), die die Montagegruppe von vorn und seitlich
sowie auch das Wurfarmlager seitlich umfasst.
Weitere Ausgestaltungen des Sehnensystems zeigen Mittelsehnenstücke
mit mehr als 2 Endpunkten (dargestellt jeweils nur 1 Wurfarmgruppe; 11/12),
auch ringförmig (13).