1. Befestigung von Knöpfen und anderen Applikationen
Die Erfindung betrifft eine Befestigung von Knöpfen und anderen Applikationen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Befestigung von Knöpfen und anderen Applikationen auf Kleidungsstücken,
Sitz- und Liegemöbeln und anderen Gegenständen mit textilem Bezug oder Bezug aus
Leder soll auf eine Art ermöglicht werden, die ein Minimum an Arbeitsaufwand bei
einem Maximum an Stabilität der Befestigung gewährleistet.
Knöpfe und andere Applikationen werden bislang entweder aufgenäht,
aufgeklebt oder genietet.
Das Aufnähen ist ein aufwändiger Prozess, der nur bei hohen Stückzahlen
den wirtschaftlichen Einsatz von Automaten zur Unterstützung erlaubt. Bei Fertigung
in geringen Stückzahlen, Einzelanfertigungen und Reparaturen ist das Verfahren weitgehend
manuell und daher vergleichsweise arbeitsaufwändig. Es sind darüber hinaus in jedem
Falle Werkzeuge einzusetzen wie Nähmaschine, Nähnadel, Faden oder Garn, die gerade
im Falle von dringenden Reparaturen nicht in jeder Situation verfügbar sind. Genähte
Befestigungen sind zudem in der Regel nicht beständig, sondern verlieren nach unbestimmter
Zeit oder durch leichten unbeabsichtigtem Zug am Knopf bzw. der Applikation ihre
Wirkung. Oftmals geht im Schadensfall auch der Knopf oder die Applikation verloren.
Das Aufkleben ist für Knöpfe nicht geeignet und wird lediglich für
bestimmte dekorative Applikationen verwendet.
Das Nieten ist zwar ein verhältnismäßig einfacher Prozess, erfordert
jedoch in jedem Fall den Einsatz eines speziellen Werkzeugs (Nietzange). Genietete
Befestigungen zeichnen sich in der Regel durch hohe Stabilität aus. Der damit erkaufte
Nachteil ist die nahezu Unmöglichkeit, die genietet Verbindung ohne großen Aufwand
und ohne Beschädigung von Material zu lösen. Für Schließknöpfe an Kleidungsstücken
wird das Nieten deshalb so gut wie gar nicht eingesetzt.
Diese Erfindung soll alle die genannten Nachteile weitgehend ausschließen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zur Befestigung von Knöpfen
und Applikationen eine vorgefertigte Gegenplatte und ein vorgefertigter Dorn mit
Widerhaken aus Kunststoff verwendet werden. Der Dorn kann mit der Gegenplatte fest
verbunden oder gar aus einem Guss sein. Der Dorn wird durch die Löcher von Knopf
oder Applikation und durch den Stoff des Gegenstandes, an dem er/sie befestigt werden
soll, geschoben und in der Gegenplatte durch einfaches Einführen durch Einrasten
fixiert.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteil bestehen darin, dass
- a) keine Werkzeuge zur Befestigung von Knöpfen und Applikation benötigt wird,
- b) der Aufwand und die Anforderungen an Geschicklichkeit geringer sind als bei
anderen Verfahren
- c) die Befestigung stabil und strapazierfähig ist,
- d) die Befestigung einfach durch das Durchneiden des Dorns gelöst werden kann,
- e) die benötigten Materialien (Gegenplatte und Dorn) auf kleinstem Raum mitgeführt
werden können,
- f) Dorn und Gegenplatte in verschiedenen Ausführungen und Größen in großen Mengen
kostengünstig hergestellt werden können,
- g) eine Ausführung von Dorn und Gegenplatte jeweils für viele unterschiedliche
Situationen und Gegenstände passt,
- h) bei Fertigungen in großer Stückzahl eine Automatisierung durch den Einsatz
einfacher Maschinen denkbar ist.
Ausführungsbeispiele sind in der Zeichnung dargestellt und werden
im folgenden beschrieben.
Version I
Ausführungsbeispiele für das Befestigen von Knöpfen oder anderer Applikationen
mit 2 oder 4 Löchern.
In der Ausführung für 2 Löcher ist ein Dorn (1)
mit der Gegenplatte fest verbunden, in der Ausführung für 4 Löcher sind 2 Dorne
(2) mit der Gegenplatte fest verbunden. Zum Befestigen
werden die Dorne von der Unterseite des Materials, auf dem die Befestigung erfolgen
soll, durch das Material und die Löcher des Knopfes oder der Applikation gedrückt
{3). Die Dorne werden anschließend gebogen und die freien
Enden der Dorne durch die noch freien Löcher des Knopfes oder der Applikation geführt,
durch das Material gedrückt (4) und in je einem Loch
in der Gegenplatte festgemacht (5). Die Spitze des Dorns
ist mit Widerhaken ausgestattet, die im Fixierungsloch der Gegenplatte einrasten.
Dadurch ist eine variable Länge des Befestigungsdorns je nach Materialstärke und
Dicke des Knopfes und der Applikation möglich. Die Dornspitze, die aus der Gegenplatte
auf der Unterseite herausragt wird mit einer Schere oder einem Messer abgeschnitten
(6).
Version II a
Ausführungsbeispiel für das Befestigen von Knöpfen oder anderen Applikationen
mit 2 Löchern. Im Gegensatz zur Version I ist hier der Dorn (7)
nicht fest mit der Gegenplatte (8 und 9)
verbunden. Die beiden freien Enden des Dorns sind beide mit Widerhaken ausgestattet
und werden von oben durch die Löcher des Knopfes oder der Applikation und durch
das darunter liegende Material geführt (10,
11 und 12).
Anschließend werden beide Dornspitzen in einem Loch in der Gegenplatte fixiert (13
und 14) und die überragenden Enden abgeschnitten
(15).
Version II b
Ausführungsbeispiel für das Befestigen von Knöpfen oder anderen Applikationen
mit 4 Löchern. Im Gegensatz zur Version II a verfügt der Dorn hier über 4 Spitzen
mit Widerhaken (16 und 17),
die so angeordnet sind, dass sie durch alle 4 Löcher des Knopfes oder der Applikation
geführt werden können (20 bis 23).
Sodann wird die Spitze in der Gegenplatte (18 und
19) fixiert (24).
Version III
Ausführungsbeispiel für das Befestigen von Knöpfen oder anderen Applikationen,
bei denen der Befestigungsdorn fest mit dem Knopf oder der Applikation verbunden
ist.
Der Dorn an der Unterseite des Gegenstandes (25),
den es zu befestigen gilt, wird durch das darunter liegende Material gedrückt und
in das Fixierungsloch der Gegenplatte (26 und
27) geschoben (28).
Die Spitze des Dorns ist mit Widerhaken ausgestattet, die im Fixierungsloch der
Gegenplatte einrasten (30). Die Dornspitze, die aus
der Gegenplatte auf der Unterseite herausragt, wird mit einer Schere oder einem
Messer abgeschnitten (29).
In diesem Falle ist der Befestigungsdorn fest mit der Gegenplatte
an deren Oberseite verbunden (33). Er wird durch das
darüber liegende Material gedrückt und in das Fixierungsloch des Knopfes (31
und 32) geschoben. Die Spitze des Dorn ist
mit Widerhaken ausgestattet, die im Fixierungsloch des Knopfes einrasten (34).
Die Dornspitze, die aus dem Knopf auf der Oberseite herausragt, wird mit einer Schere
oder einem Messer abgeschnitten (35).