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Dokumentenidentifikation DE19750983B4 28.07.2005
Titel Anlage und Verfahren zur Trennung von Stoffgemischen unterschiedlicher Dichte
Anmelder Braungardt, Silke, 60528 Frankfurt, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 18.11.1997
DE-Aktenzeichen 19750983
Offenlegungstag 02.06.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.07.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.07.2005
IPC-Hauptklasse B03B 5/28
IPC-Nebenklasse B03B 9/06   

Beschreibung[de]

Die Menge an Abfallstoffen aller Art wird durch die Zunahme der Bevölkerung immer größer. Die Aufbereitung in Deponien führt zu großem Flächenbedarf. Die Lage in der Nähe von Ortschaften verursacht Belästigungen durch Ammoniak-Dämpfe und Schädigung der Gesundheit durch sich verbreitende Pilze und Sporen. Die Müllverbrennung zur Beseitigung von Abfallstoffen in Verbrennungsanlagen verursacht CO2 als Abgas und es entstehen Schlacken, die für sich deponiert werden müssen. Sofern Abfallstoffe aus Kunststoffen verbrannt werden, entstehen dabei toxisch wirkende Gase und CO2, welche die Atmosphäre belasten.

Sofern solche Abfallstoffe aussortiert und deponiert werden, bilden diese Volumen eine Umweltbelastung oder diese sind instabil und werden langsam biologisch zersetzt. Dies gilt besonders für Verpackungsmaterial aus Kunststoffen mit anhaftenden Nahrungsmittelresten, wie auch Milchbecher.

Der Stand der Technik hat zahlreiche Versuche unternommen, Kunststoffe als Stoffgemische zum Zwecke der Recyclierung zu trennen.

Die DE 28 27 335 A1 beschreibt beispielsweise eine trichterförmige Trennvorrichtung mit zentralem Rührwerk und Trennung von bis zu 200°C erhitzten Kunststoffpartikeln. Probleme bei dieser Vorrichtung scheinen darin zu liegen, daß das Rührwerk eine turbulente Strömung gegen Absetzbleche im mittleren Teil des Trichters bewirkt und das Erhitzen des Trennmediums zu einer Änderung des spezifischen Gewichtes führt. Insbesondere bei mehrschichtigen Kunststoffgegenständen ist der erreichbare Trennungsgrad kaum ausreichend.

Die DD 256 049 A3 beschreibt ein Verfahren zur Aufbereitung von "Plastmüll". Bei diesem Verfahren wird ebenfalls eine trichterförmige Trennvorrichtung verwendet, welche im oberen Bereich der Aufgabe des zu trennenden Materials Ablenkbleche aufweist. Auch bei diesem Verfahren ist der Reinheitsgrad der getrennten Fraktionen kaum ausreichend.

Die FR 25 73 340 beschreibt ein Verfahren zur Aufbereitung von Plastikmaterial nach Abtrennung von Papier mit einem Intensivrührer. Es sollen Kunststoffpartikel in einem zylindrischen Rohr mit einer Verengung unterhalb des Einleitungsrohres durch Erzeugung einer Zone mit reduzierter Fließgeschwindigkeit in eine leichte, aufschwimmende und in eine schwere, absinkende Fraktion getrennt werden. In einer anderen konstruktiven Ausbildung soll in, mit den beiden Oberseiten aufeinanderstehenden Trichtern eine Trennung erfolgen. Diese soll dadurch bewirkt werden, daß der Trennraum parallele, senkrechte Trennwände aufweist, die ebenfalls röhrenförmige Trennflächen darstellen. Auf der kreisförmigen Trennlinie der beiden Trichter soll sich ein kleines Volumen einer Beruhigungszone ausbilden. Diese Zone wird jedoch in waagerechter Richtung von dem ein- und austretenden Trennmedium durchströmt. Diese Vorrichtung gestattet nur die Trennung von Kunststoffen, die aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung größere Differenzen ihrer spezifischen Gewichte aufweisen. Es wird jedoch nur ein unzureichender Trennungsgrad und kein sortenreines Produkt erreicht. Die erzielbare Sortenreinheit ist kaum ausreichend. Auch die Durchsetzkapazität ist in dieser Vorrichtung gering.

Die Veröffentlichung Kunststoffe, 74/1984, Seite 189, rechte Spalte, Zeilen 9-13 von unten, bestätigt, daß sich solche Trennungen nach dem Stand der Technik im Schwimm- und Sink-Verfahren im praktischen Dauereinsatz als zu störanfällig erwiesen haben.

Aus der DE 42 09 277 A1 ist ein Trennaggregat mit einem exzentrisch in einem zylinderischen Rohr angeordneten Rührer bekannt. Durch eine Abschlußplatte mit kanalförmigen, zum Rohr senkrecht gerichteten Austrittsöffnungen soll eine plötzliche Verminderung der Strömungsgeschwindigkeit bewirkt werden. Aber auch mit dieser im Schwimm- und Sink-Verfahren arbeitenden Vorrichtung ist eine ausreichend sortenreine Trennung mit ausreichendem Durchsatz kaum erzielbar.

Aus Ullmanns Enzyklopädie der Technik, 4. Auflage, Band 2, Verfahrenstechnik I, 1972, Seite 77 ist ein Aufstromklassierer bekannt, welcher mit einem beweglichen Schwanenhals zur Veränderung der Betthöhe ausgerüstet ist. Der Klassierer ist so ausgebildet, daß der freie Zulauf über einen umgestülpten Trichter ausströmt und beim Ausströmen über diesen oben geschlossenen Behälter die Strömungsrichtung nach oben und nach unten ändert. Der Klassierer dient der Abtrennung von Schlamm aus Kaolin. Es soll hiermit eine Feinfraktion von einer Grobfraktion getrennt werden, nicht jedoch Fraktionen unterschiedlicher Dichte. Nur die Betthöhe, nicht aber die Austrittsmenge wird durch den Schwanenhals gesteuert.

Aus der EP 0 557 816 A2, nach der die Oberbegriffe der unabhängigen Patentansprüche gebildet wurden, ist eine Anlage zur Trennung von Stoffgemischen unterschiedlicher Dichte mittels eines flüssigen Trennmediums durch Aufsteigen leichter und Absinken schwerer Fraktionen bekannt, welche folgendes umfaßt: einen Einrührbehälter zur Herstellung einer Mischung des Stoffgemisches und des Trennmediums; wenigstens einen Trennbehälter; ein im mittleren Bereich des Trennbehälters angeordnetes Trennaggregat, durch das die Mischung in den Trennbehälter eingeleitet wird, wobei das Trennaggregat aus zwei sich gegenüberstehenden Kegeln, nämlich einem oberem und einem unteren Kegel aufgebaut ist, wobei die Mischung zentrisch durch einen der Kegel eintritt; Austrittsleitungen oben und unten am Trennbehälter; und wenigstens eine Einrichtung zum Befreien der auf diese Weise getrennten Fraktionen von dem Trennmedium. Dieser Vorschlag ist im technischen Maßstab nicht über ein Versuchsstadium herausgekommen. Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß sich hiermit keine ausreichende Stofftrennung bei akzeptablem Durchsatz erzielen läßt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Anlagen und Verfahren zur Trennung von Stoffgemischen unterschiedlicher Dichte bereitzustellen, durch die mit geringem Aufwand Verbesserungen hinsichtlich Sortenreinheit und Durchsatz erzielt werden.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Anlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, die dadurch gekennzeichnet ist, daß im Trennbehälter ein erstes und ein zweites Leitblech vorgesehen sind, welche horizontal angeordnet sind, die Kegel zwischen sich aufnehmen und einen seitlich nach außen gerichteten Strömungsraum für die austretende Mischung bilden, und daß zwischen den horizontalen Leitblechen mehrere senkrechte Beruhigungsbleche angeordnet sind. Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die kennzeichnende Maßnahme eine erhebliche Verbesserung hinsichtlich der Sortenreinheit der Trennung erzielen läßt.

Vorzugsweise ist eine Einrichtung zur Steuerung der durch die untere Austrittsleitung entnommene Menge vorgesehen (Anspruch 2). Vorzugsweise erfolgt die Steuerung der durch die untere Austrittsleitung entnommenen Menge ohne Querschnittsverkleinerung der Austrittsleitung (Anspruch 3). Insbesondere kann die untere Austrittsleitung als flexibler Schlauch ausgebildet sein, der zur Steuerung der Austrittsmenge heb- und senkbar angeordnet ist (Anspruch 4).

Am oberen Ende des Trennbehälters ist vorteilhaft eine Überlaufeinrichtung angeordnet, an welche die obere Austrittsleistung anschließt (Anspruch 5). Durch die selektive Steuerung der unten entnommenen Menge wird die Höhe des Flüssigkeitsspiegels im Trennbehälter – und damit indirekt die oben über die Überlaufeinrichtung überlaufende Menge – gesteuert.

Vorzugsweise mündet eine Leitung zur Überführung der im Einrührbehälter hergestellten Mischung in den Trennbehälter seitlich in den Einrührbehälter (Anspruch 6).

Hinsichtlich der Verfahrensansprüche (Ansprüche 7-12) wird auf die obigen Ausführungen zu den verschiedenen Ausgestaltungen der Anlage verwiesen.

Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen sowie der Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

1 einen Trennbehälter im Querschnitt;

2 eine Seitenansicht des Trennbehälters von 1 mit einem flexiblen Schlauch zur Steuerung der unten entnommenen Menge;

3 einen Einrührbehälter im Querschnitt;

4 eine schematische Darstellung einer Anlage zur Trennung von Stoffgemischen.

Die Ausführungsbeispiele verwenden den technischen Effekt der Erzeugung einer laminaren Fließströmung durch die konstruktive Ausbildung eines "Trennaggregates". Dieses weist zwei parallele, waagerechte Trennbleche auf, zwischen denen die flüssige Phase vorzugsweise von unten durch eine breite Rohrleitung einströmt. Auf diesen Trennblechen sind zwei sich gegenüberstehende Spitzkegel, mit engem Abstand, wie etwa 4 cm, angeordnet, die sich nicht mit den Spitzen berühren. Die Einleitung der flüssigen Phase erfolgt von unten durch ein breites Einleitungsrohr. Die zur Trennung erforderliche laminare Strömung wird durch ein oberes und ein unteres, paralleles Leitblech in Kombination mit mehreren Beruhigungsblechen (29) eingestellt. Diese Bleche bilden einen definierten geometrischen Raum. Erst nach dem Verlassen dieses Raumes am Ende der beiden Trennbleche tritt der technische Effekt des praktisch scharfen Trennschnittes durch das Aufsteigen der spezifisch leichteren und ein Absinken der spezifisch schwereren Fraktionen ein.

Der durch die beiden Trennbleche gebildeten definierte geometrische Raum führt zu einer laminaren Fließströmung nach den Seiten. Die Trennung der Stoffpartikel erfolgt nach dem Austreten aus dem geometrischen Raum, durch mehrere symmetrische, senkrechte, zwischen den Leitblechen (4) und (5) angebrachte Beruhigungsbleche (29), durch Aufsteigen der leichten Fraktion und durch Absinken der schwereren Fraktionen.

Sofern der Raum zwischen den Leitblechen (4) und (5) zu klein wäre, würde keine ausreichende Führung der flüssigen Phase erfolgen in einer laminaren Strömung. Wenn der Raum zu groß wäre, dann könnte sich eine turbulente Strömung entwickeln.

Ein zu geringer Durchmesser des Einleitungsrohres (2) führt zu einer höheren Fließgeschwindigkeit, wodurch die Ausbildung der laminaren Strömung der Partikel in der flüssigen Phase ungünstig beeinflußt wird.

Der Durchmesser des Einleitungsrohres (2) und die Durchmesser der oberen (15) und unteren (14) Austrittsleitungen sind gleich, wodurch der Durchfluß gleichmäßig ist. Ein enger Spaltes ist zwischen den sich gegenüberstehenden Spitzkegeln ausgebildet. Ohne Spalt oder bei zu geringem Spalt wird die laminare Strömung der homogenen Mischung in der flüssigen Phase negativ beeinflußt und dadurch der Trenneffekt verschlechtert.

Ein flexibler Schlauch (12) gestattet nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren das Heben und Senken des Flüssigkeitsspiegels der flüssigen Phase im Trennbehälter (1). Sofern der Anteil der Leichtfraktion wesentlich höher ist, wird über den oberen Ablauf durch vermehrte Höhenverstellung des flexiblen Schlauches (12) mehr Material ausgebracht als durch den Unterlauf. Wird dagegen der flexible Schlauch (12) abgesenkt, so wird mehr spezifisch schwereres Material durch das Trennmedium ausgeführt. Der Austrag ist also auch über die konstruktive Ausbildung des Trennbehälters (1) bei unterschiedlichen Gehalten an Fraktionen durch den flexiblen Schlauch als Konstruktionselement steuerbar.

Es werden unter den Begriffen verstanden:

flüssiges Trennmedium oder flüssige Phase: die Flüssigkeit, deren spezifisches Gewicht zwischen den spezifischen Gewichten der zu trennenden Stoffe liegt.

Fraktion: Diese bezeichnet die abgetrennten Stoffe mit verschiedenem spezifischem Gewicht.

Reinfraktion: bezeichnet abgetrennte Stoffe gleicher chemischer Zusammensetzung.

Partikel: bezeichnet Stoffteile als Granulat oder als Mahlgut.

Trennaggregat: Trennvorrichtung (3) mit konstruktiver Ausbildung zur Erzeugung der laminaren Strömung.

In den Figuren sind die verschiedenen Elemente mit folgenden Bezugszeichen gekennzeichnet:

1Trennbehälter 2Rohrleitung 3Trennaggregat 4Oberes Blech, Leitblech 5Unteres Blech, Leitblech 6Oberer Kegel 7Unterer Kegel 8Kegelwinkel 9Zylindrische Teilvorrichtung 10Obere konische Teilvorrichtung 11Untere konische Teilvorrichtung 12Flexible Schlauchverbindung 13Heb- und Senkvorrichtung 14Ventil 15Ableitungsrohr 16Überlaufkasten 17Konischer Einrührbehälter 18Rührwerk 19Einrührer 20Austritts-Verbindungsleitung zur Trennstufe 21Einleitungsrohr 22Austrittsschieber für Fremdgut 23Siebentwässerung Oberlauf 24Filter 25Pufferbecken 26Siebentwässerung Unterlauf 27Filter 28Rückführleitung Trennmedium 29Beruhigungsbleche 30Rückführleitung 31Zentrifuge 32Rohrleitung

Vorteilhaft weist die Länge der Trennbleche (4) und (5) zum Durchmesser des zylindrischen Teiles (9) des Trennbehälters (1) ein Verhältnis von 0,4–0,6, vorzugsweise von 0,47–0,50, auf, wie bei einer Länge der Trennbleche von 900 mm zum Durchmesser des zylindrischen Teiles (9) von 1,900 mm.

Vorteilhaft ist der Durchmesser des oberen und des unteren Austrittes des flüssigen Trennmediums dem Durchmesser der Eintrittsrohrleitung (2) gleich, vorzugsweise 100 mm.

Bei den im folgenden erläuterten Ausführungsformen des Verfahrens besteht ein funktionelles Zusammenwirken der konstruktiven Ausbildung der Trennvorrichtung als Trennaggregat mit den parallelen Leitflächen mit mehreren, senkrecht angebrachten Beruhigungsblechen (29) mit der laminaren Strömung der flüssigen Phase des Trennmediums zum Bewirken des Trennschnittes der Partikel und der Steuerung der unteren Austrittsmenge, z. B. durch die konstruktive Anordnung des flexiblen Schlauches zum Heben und Senken des Spiegels der flüssigen Phase zum Bewirken der Änderung der Mengen (Volumen), des Austrittes der flüssigen Phase. Das Verfahren arbeitet ohne Verwendung von Ventilen, welche beim Schließen automatisch Querschnittsverkleinerung des Durchflusses bewirken würden, wodurch Materialanhäufungen vor dem Ventil entstehen, die zu Verstopfungen führen.

Eine Ausführungsform des Verfahrens zur Trennung von Stoffgemischen unterschiedlicher spezifischer Gewichte der Komponenten mittels eines Trennmediums in flüssiger Phase kann mit folgenden Verfahrensstufen durchgeführt werden:

  • 1. Einführen des zu trennenden, zerkleinerten Stoffgemisches, insbesondere aus Kunststoffgemischen, über das Einleitungsrohr (32) in das durch das Einleitungsrohr (21) getrennt eingeleitete flüssige Trennmedium in einen unten konischen, bereits gefluteten Einrührbehälter (17) in konstanter Menge einer Konzentration von 10–20, vorzugsweise von 10–15 Gewichtsprozent, auf die flüssige Phase gerechnet, Vermischen zu einer homogenen Mischung mittels eines Rührwerkes (18) mit einer Rührwelle mit ein oder mehreren Einrührern (19), wie Rührpropeller mit verstellbaren Rührblättern, wobei die Rührgeschwindigkeit so eingestellt wird, daß Verunreinigungen, wie aus Metallteilen und Fremdstoffen, in den konischen, unteren Teil absinken und die homogene Mischung in laminarer Strömung kontinuierlich seitlich, etwa in der Mitte durch die Austrittsverbindungsleitung (20) einfließt und Verunreinigungen durch einen Austrittsschieber (22) periodisch abgezogen werden,
  • 2. Eintreten des homogenen Stoffgemisches in einen Trennbehälter (1), der aus einem zylindrischen Teil (9) und einem oberen (10) und einem unteren (11) konischen Teil gebildet ist, durch eine Rohrleitung (2) dicht oberhalb des unteren konischen Teiles (10), die in der Mitte des zylindrischen Teiles (9) senkrecht nach unten gebogen ausgebildet ist, aus dieser frei austretend in ein Trennaggregat (3) eintritt, das einen geometrischen Raum bildet und aus einem oberen (4) und einem unteren (5) runden oder kreisförmigen Trennblech gebildet ist, auf denen obere (6) und untere (7) Kegel mit einem Abstand angeordnet sind, mit einem Kegelwinkel (8) von 100–130°, vorzugsweise von 120°, und die Kegel mit den Spitzen eng aufeinanderstehen zum Bewirken turbulenzfreier Führung des homogenen Gemisches im flüssigen Trennmedium, und dadurch das in den gefluteten Trennbehälter (1) ohne Verwirbelung in Kombination mit mehreren senkrechten Beruhigungsblechen (2) eintretende, homogene Stoffgemisch mit einer laminaren Fließgeschwindigkeit einen Trennschnitt der Komponenten mit unterschiedlichem spezifischem Gewicht (g/cm3) bewirkt und erst am Ende der Trennbleche (4) und (5) die Stoffpartikel einer zerkleinerten Korngröße von 10–50, vorzugsweise 20–30 mm, aufsteigen oder absinken in die konischen Teile (10) und (11) des Trennbehälters (1) und dadurch eine Stofftrennung in eine leichte und eine oder mehrere schwere Fraktionen bewirkt wird, und eine Regelung der flüssigen Phase mit den getrennten Fraktionen mittels eines flexiblen Schlauches (12) durch das geöffnete Ventil (14) erfolgen kann, der durch einen Flaschenzug (13) oder einen Spindelantrieb höhenverstellbar ist, derart, daß die obere Krümmung des Schlauches (12) als kommunizierende Röhre die gleiche Höhe mit dem Flüssigkeitsspiegel in dem Trennbehälter (1) einstellt und die leichte Fraktion am oberen konischen Teil (10) durch das Ableitungsrohr (15) mit dem darin angeordneten Überlaufkasten (16) austritt und die schwere Fraktion oder Fraktionen im unteren konischen Teil (11) des Trennbehälters (1) austritt und die getrennten Fraktionen durch Siebentwässerung (23) und (26) und über Filter (24) und (27) von der flüssigen Phase abgetrennt werden und diese in ein Pufferbecken (25) fließt und aus diesem das flüssige Trennmedium über eine Rückführleitung (28) in den Einrührbehälter (17) recycliert wird, und die getrennten Fraktionen zentrifugiert oder über Hydrocyclone von einer Restmenge an flüssiger Phase und gegebenenfalls durch eine Nachtrocknung befreit werden und danach den Silos zur weiteren Verwendung zugeführt werden und beim Stillstand der Anlage das untere Ventil (14) geschlossen wird und dadurch der Trennbehälter (1) gefüllt bleibt bis zum Wiederanfahren des Durchsatzes an Stoffgemisch.

Vorteilhaft wird die Abflußrichtung und die Menge des flüssigen Trennmediums am oberen Ablauf (15) und/oder am unteren Austritt (14) durch Einstellung einer variablen Höhe des flexiblen Schlauches (12) durch Änderung der Höhe des kommunizierenden Flüssigkeitsspiegels im Trennbehälter (1) bewirkt.

Als Trennmedium werden vorteilhaft Wasser oder in Wasser gelöste anorganische Salze, wie NaCl, KCl, MgSO4 mit einer Einstellung unterschiedlicher spezifischer Gewichte (g/cm3) zwischen 1,1–1,4 oder aus Wasser und mit Wasser mischbaren, organischen Flüssigkeiten, wie Isopropylalkohol mit 0,80–0,98 (g/cm3) verwendet, und das eingestellte spezifische Gewicht des flüssigen Trennmediums wird zwischen dem spezifischen Gewicht der leichten und der schweren Fraktion eingestellt.

Nach Abtrennung der leichten Fraktion werden vorteilhaft in weiteren Trennbehältern in gleicher Weise eine oder mehrere schwere Fraktionen von der jeweils leichteren Fraktion abgetrennt, in gleicher Weise weiter behandelt und ausgeführt.

Die Zerkleinerung des Stoffgemisches erfolgt vorteilhaft durch Extrusion zum Granulat oder durch Mahlen zum Mahlgut.

Getrennt werden z.B. zerkleinerte Stoffgemische wie Erze, Kohle von Gangart oder Metalle, wie Aluminium von Eisen, oder nicht mischbare Flüssigkeiten mit unterschiedlichem spezifischem Gewicht, wie Wasser und Öle.

Organische Stoffgemische, etwa aus PE, PS, PVC, PET mit den spezifischen Gewichten 0,96; 1,05; 1,30; 1,31 können in mehreren Stufen in Trennbehältern in Reinfraktionen getrennt werden.

Beispielsweise kann in einer Anlage mit der Größe des Trennbehälters (1) mit den Dimensionen: Gesamthöhe 4m; Durchmesser des zylindrischen Teiles 1,90 m; Höhe des zylindrischen Teiles mindestens 2 m mit einer Durchsatzkapazität von 1–2 t/h eingeführter Kunststoffmischung eine Trennung in praktisch sortenreine Fraktionen erfolgen.

Die Anlage umfaßt vorteilhaft einen konischen Einrührbehälter (17) mit Einleitungsrohr (21) zum Einführen des Stoffgemisches mit Trennmedium über das Eingangsrohr (32) und zerkleinertem Stoffgemisch, ein Rührwerk (18) mit Rührwelle und mit Einrührern (19), wie mit Rührpropellern mit verstellbaren Rührblättern zur Erzeugung einer homogenen Mischung und einer Austrittsverbindungsleitung (20) zum Austritt der homogenen Mischung an einer Seite des zylindrischen Teiles (22) und einem Austrittschieber (22) am unteren Ende des konischen Teiles zum periodischen Abführen von Fremdstoffen als Verunreinigungen und diese weiter aus einem Trennbehälter (1) aus dem zylindrischen Teil (9) und einem oberen (10) und einem unteren konischen Teil (11), in dem ein Trennaggregat (3) angeordnet ist, das einen geometrischen Raum bildet, der durch die Leitbleche (4) und (5) begrenzt ist und auf den Leitblechen Kegel als oberer (6) und unterer (7) Kegel mit den Spitzen mit nur geringem Abstand, wie von etwa 4–5 cm, sich gegenüberstehen. Am äußeren Rand der Leitbleche (4) und (5) sind senkrechte Beruhigungsbleche (29) angeordnet, wobei durch die gebogene Rohrleitung (2) von unten durch den unteren Kegel (7) die homogene Mischung zentrisch eintritt und durch diese Bleche in laminarer Fließgeschwindigkeit strömt und bei dem runden, vorzugsweise kreisförmigen Ende der Leitbleche (4) und (5) der Trennschnitt eintritt und die spezifisch leichtere Fraktion über das Ableitungsrohr (15) mit Überlaufkasten (16) austritt und am unteren Ende die spezifisch schwereren Fraktionen oder Fraktion durch das Ventil (14) und den heb- und senkbaren, flexiblen Schlauch (12) austritt und das Trennaggregat (3) im zylindrischen Teil (9) konstruktiv befestigt ist und die abgetrennten Fraktionen zur Abtrennung des flüssigen Trennmediums mit der spezifisch leichteren Fraktion auf die Siebvorrichtung (23) und mit der spezifisch schwereren Fraktion auf die Siebvorrichtung (26) und danach über Filter (24) und (27) geleitet werden und das Trennmedium in ein Pufferbecken (25) fließt und aus diesem über eine Rückführleitung (28) in den Einrührbehälter (17) recycliert wird, und die getrennten Fraktionen gegebenenfalls über Zentrifuge (31) und/oder durch Wärmevorrichtung nachgetrocknet und danach Silos zugeführt werden und gegebenenfalls weiter zu trennende schwere Fraktionen durch die Rohrleitung (32) in den zweiten Einrührbehälter (17) eingeführt werden.

Auf dem kreisförmigen Rand der Leitbleche (4) und (5) können insbesondere 12–15 Beruhigungsbleche (29) gleichmäßig radial angeordnet und verschweißt sein, in paralleler, senkrechter Anordnung zwischen den Leitblechen (4) und (5).

Die Anlage kann z.B. folgende Dimensionen aufweisen:

Durchmesser des zylindrischen Teiles (9) 1900 mm,

Durchmesser des Trennaggregates (3) 900 mm,

Durchmesser der Kegel (6) und (7) 500 mm,

Winkelspitzen der Kegel etwa 120°,

Abstand der Spitzen der Kegel 46, vorzugsweise 4 cm,

Höhe der parallelen Leitbleche (4) und (5) etwa 300 mm,

Durchmesser der Rohrleitung (2) etwa 110 mm,

Breite der Beruhigungsbleche (2) etwa 100 mm mit Randabstand von etwa 20 mm.

Die Trennungen spezifisch leichterer Stoffe und spezifisch schwererer Stoffe erfolgt im flüssigen Trennmedium in dem Trennaggregat (3); dieses wird durch parallele, z.B. runde oder kreisförmige oder eckige Flächen (4) und (5) in einem nach den Seiten offenen, definierten Raum gebildet; auf den Flächen im Innenraum sind sich gegenüberstehende kegelförmige Körper (6) und (7) angeordnet zur Einstellung der Fließrichtung der flüssigen Phase. Zwischen den Flächen können mehrere senkrechte, radiale, symmetrisch angeordnete Führungselemente befestigt sein zur Führung der laminaren Strömung. Beim Austritt an den Enden der parallelen Flächen wird der Trennschnitt bewirkt, die spezifisch leichtere Fraktion strömt auf und die spezifisch schwerere Fraktion oder Fraktionen in dem Trennmedium sinken ab und treten an den oberen und unteren Austrittsöffnungen aus. Das Trennmedium wird abgetrennt und recycliert, die Fraktionen werden von Restwasser befreit und den Silos zugeführt. Das Trennaggregat (3) ist zentral in dem Trennbehälter (1) angeordnet; dieser weist eine Rohrleitung (2) für die Einleitung der homogenen Mischung, sowie Austrittsöffnungen für die getrennten Fraktionen mit dem Trennmedium auf.

Beispiel:

In den Einrührbehälter (17) wird das auf etwa 10–30 mm zerkleinerte Kunststoffgemisch, Provenienz "Grüner Punkt", durch das Einleitungsrohr (21) in einer Konzentration von etwa 10% (kg Kunststoff/kg Trennemedium) eingeleitet und mit dem Einrührer (19) mit verstellbaren Rührblättern mit Wasser als Trennmedium homogenisiert.

Die homogene Mischung wird kontinuierlich mit einem Durchsatz von 1–1,2 t/h über die gebogene Rohrleitung (2) in den bereits mit Trennmedium gefluteten Trennbehälter (1) eingeleitet.

Es tritt in dem Trennaggregat (3) in laminarer Strömung durch die Leitbleche (5) und (6) der Trenneffekt ein.

Beim Austreten aus dem gedachten geometrischen Raum erfolgt die Stofftrennung in eine spezifisch leichtere, aufsteigende und in eine absinkende, spezifisch schwerere Fraktion. Diese Fraktionen werden auf den Sieben (23) und (26) und über die Filter (24) und (27) von dem Wasser als flüssige Phase abgetrennt. Es erfolgt gegebenenfalls auch eine Entwässerung mit einer Zentrifuge.

Das abfließende Wasser als Trennmedium wird in das Pufferbecken (25) abgeleitet und aus diesem in den Trennbehälter (1) recycliert.

Es sind folgend Fraktionen getrennt worden:

Die Restfraktionen können in gleicher Weise mit einer MgSO4-Lösung als Trennmedium getrennt werden.

Das Verfahren mit der Anlage zu seiner Durchführung bietet die folgenden Vorteile:

Vermeidung der Beseitigung von Abfallstoffen durch Deponierung oder Verbrennung; Erzeugung von Wertstoffen zur Wiederverwendung aus Stoffgemischen durch Auftrennung der Komponenten in Fraktionen, wie Reinfraktionen, Aufarbeitung von organischen Abfallstoffen aus Haushalten und aus industrieller Produktion zu Wertstoffen. Das Verfahren hat durch die Rückgewinnung von Stoffen eine hohe Wirtschaftlichkeit bei geringem Einsatz von Betriebsmitteln. Es führt zu keiner Umweltbelastung aus gasförmigen, flüssigen oder festen Abfallstoffen, die nicht entstehen. Das Verfahren hat den Vorteil, daß das flüssige Trennmedium im Kreislauf geführt wird. Sofern wäßrige Lösungen daraus abzuführen wären, enthalten diese keine toxisch wirkenden Verbindungen, sondern nur Salze, die Nährstoffe darstellen.


Anspruch[de]
  1. Anlage zur Trennung von Stoffgemischen unterschiedlicher Dichte mittels eines flüssigen Trennmediums durch Aufsteigen leichter und Absinken schwerer Fraktionen, mit:

    – einem Einrührbehälter (17) zur Herstellung einer Mischung des Stoffgemisches und des Trennmediums,

    – wenigstens einem Trennbehälter (1),

    – einem im mittleren Bereich des Trennbehälters (1) angeordneten Trennaggregat (3), durch das die Mischung in den Trennbehälter (1) eingeleitet wird, wobei das Trennaggregat (3) aus zwei sich gegenüberstehenden Kegeln, nämlich einem oberen und einem unteren Kegel (6, 7) aufgebaut ist, wobei die Mischung zentrisch durch einen der Kegel (6, 7) eintritt,

    – Austrittsleitungen (14, 15) oben und unten am Trennbehälter (1),

    – wenigstens einer Einrichtung zum Befreien der auf diese Weise getrennten Fraktionen von dem Trennmedium,

    dadurch gekennzeichnet, daß

    im Trennbehälter (1) ein erstes und ein zweites Leitblech (4, 5) vorgesehen sind, welche horizontal angeordnet sind, die Kegel (6, 7) zwischen sich aufnehmen und einen seitlich nach außen gerichteten Strömungsraum für die austretende Mischung bilden, und

    zwischen den horizontalen Leitblechen (4, 5) mehrere senkrechte Beruhigungsbleche (29) angeordnet sind.
  2. Anlage nach Anspruch 1, mit einer Einrichtung zur Steuerung der durch die untere Austrittsleitung (14) entnommene Menge.
  3. Anlage nach Anspruch 2, welche so ausgebildet ist, daß die Steuerung der durch die untere Austrittsleitung (14) entnommene Menge ohne Querschnittsverkleinerung der Austrittsleitung (14) erfolgt.
  4. Anlage nach Anspruch 3, bei welcher die untere Austrittsleitung (14) als flexibler Schlauch ausgebildet ist, der zur Steuerung der Austrittsmenge hebund senkbar angeordnet ist.
  5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher am oberen Ende des Trennbehälters (1) eine Überlaufeinrichtung (16) angeordnet ist, an welche die obere Austrittsleitung (15) anschließt.
  6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welcher eine Leitung zur Überführung der im Einrührbehälter (17) hergestellten Mischung in den Trennbehälter (1) seitlich in den Einrührbehälter (17) mündet.
  7. Verfahren zur Trennung von Stoffgemischen unterschiedlicher Dichte mittels eines flüssigen Trennmediums durch Aufsteigen leichter und Absinken schwerer Fraktionen, mit folgenden Schritten:

    – Herstellen einer Mischung des Stoffgemisches und des Trennmediums durch Einrühren des Stoffgemisches in das Trennmedium in einem Einrührbehälter (17),

    – Einleiten der Mischung in einen Trennbehälter (1) über ein Trennaggregat (3), welches aus zwei sich gegenüberstehenden Kegeln, nämlich einem oberen und einem unteren Kegel (6, 7) aufgebaut ist, wobei die Mischung zentrisch durch einen der Kegel (6, 7) eintritt,

    – Entnehmen der leichteren Fraktionen des Stoffgemisches samt Trennmedium oben am Trennbehälter (1) über eine obere Austrittsleitung (15) und der schwereren Fraktionen unten am Trennbehälter (1) über eine untere Austrittsleitung (14),

    – Befreien der auf diese Weise getrennten Fraktionen von dem Trennmedium, dadurch gekennzeichnet, daß

    die Mischung nach dem Einführen in den Trennbehälter (1) zwischen einem ersten und einem zweiten horizontalen Leitblech, welche die Kegel (6, 7) zwischen sich aufnehmen, seitlich nach außen und durch zwischen den horizontalen Leitblechen (4, 5) angeordnete senkrechte Beruhigungsbleche (29) strömt.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, bei welchem die unten am Trennbehälter (1) entnommene Menge gesteuert wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, bei welchem die Steuerung der unten am Trennbehälter (1) entnommenen Menge ohne Querschnittsverkleinerung der Austrittsleitung (14) erfolgt.
  10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, bei welchem die Steuerung der unten am Trennbehälter (1) entnommenen Menge durch Heben und Senken eines die untere Austrittsleitung (14) bildenden, flexiblen Schlauchs erfolgt.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, bei welchem mit der Steuerung der unten am Trennbehälter (1) entnommenen Menge auch der Flüssigkeitsspiegel im Trennbehälter (1) eingestellt wird, so daß hierdurch auch die oben am Trennbehälter (1) über eine dort angeordnete Überlaufeinrichtung (16) ablaufende Menge beeinflußt wird.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei welchem die Mischung seitlich aus dem Einrührbehälter (17) entnommen wird, so daß im Einrührbehälter (17) nach unten sinkende Teile nicht in den Trennbehälter (1) überführt werden.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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