Die Neuerung bezieht sich auf ein wenigstens zweiteiliges Inseminationsbesteck
für die künstliche Besamung von Nutztieren, insbesondere Schweinen, umfassend einen
Besamungskatheter mit einem aus einem Kunststoffrohr bestehenden Katheterschaft,
zumeist mit einer Verdickung am distalen Ende, und ein Gegenstück hierzu, nämlich
eine Spermatube mit einer Abgabetülle, zur Aufnahme des zu applizierenden Spermas.
Der Besamungskatheter hat ein distales Ende, das in die Vagina des Tiers eingeführt
wird, und ein proximales Ende, an dem die Spermatube angesetzt wird.
Bei der künstlichen Besamung wird das zumeist bereits einige Tage
alte oder aus tiefgefrorenem Lagerzustand aufgetaute Sperma einerseits möglichst
sparsam, andererseits aber doch so reichlich, daß eine gute Befruchtungseffizienz
erzielt wird, und außerdem möglichst schonend und ohne Druckstöße, die das Sperma
schädigen könnten, appliziert. Bei der Schweinebesamung, bei der je Applikation
relativ große Mengen an Sperma verabreicht werden müssen, wird das eingangs genannte
Inseminationsbesteck verwendet, nämlich jeweils für den Einmalgebrauch ein Besamungskatheter
und eine Spermatube. Diese Teile und deren Verwendung sind an sich bekannt, beispielsweise
beschreibt DE 91 13 536 U Konstruktionen
der Spermatube, EP 1 169 978 A1
Konstruktionen des Besamungskatheters und DE
200 15 979 A die Kombination der beiden Teile als Inseminationsbesteck.
Bei einem Inseminationsbesteck für die Rinderbesamung ist es aus der DE
16 16 899 A bekannt, daß der Spermabehälter an seinem auf den Besamungskatheter
aufsetzbaren Ende mit einem Außengewinde versehen und in das mit entsprechendem
Innengewinde versehene Ende des Katheters einschraubbar ist. Und in der
EP 1380 269 A1 ist ein Inseminationsbesteck
beschrieben, bei dem in das Ende des Katheterschafts ein Gewinde geschnitten ist,
in das die Tülle der Spermatube eingeschraubt wird, deren Außenform sich an das
Gewinde anpaßt.
Der übliche Besamungskatheter besteht aus einem etwa 50 cm langen
Kunststoffrohr mit einem Außendurchmesser von 7 mm und einem Innendurchmesser von
4 mm und also einer Wandstärke von ca. 1,5 mm, das an seiner distalen Spitze einen
auf die Anatomie des Schweins abgestimmten verdickten Kopf, insbesondere einen Schaumstoffkörper,
aufweist. Die Tuben sind üblicherweise Tuben aus einem flexiblen Kunststoff, insbesondere
aus Polyäthylen niedriger Dichte, mit einem Füllungsvolumen in der Größenordnung
von bis zu 100 ml. Zur Durchführung der Besamung werden z. B. gemäß der genannten
EP 1 380 269 A1 die Tube und der
Katheter gekoppelt, indem in das hintere, proximale Rohrende des in situ befindlichen
Besamungskatheters die Tülle der Spermatube eingeschraubt wird, nachdem die Tüllenspitze
abgetrennt worden ist, und wird der Tubeninhalt durch den Katheter hindurch appliziert.
Zum schonenden Einführen des Tubeninhalts wird beispielsweise das nach außen überstehende
Stück des Katheterschafts leicht nach oben gebogen, so daß der Tubeninhalt durch
die Schwerkraft weiterbefördert wird. Für diese Einführung wird ihm ausreichend
Zeit gelassen. Durch die Verschraubung werden Probleme vermieden, die sich andernfalls
dadurch ergeben, daß die Koppelung der Tube am Katheterende, wenn sie nur durch
das Einstecken der konischen Tülle in den Katheterschaft bewirkt wird, unzureichend
ist, insbesondere da das Schwein dazu neigt, durch Wedeln mit dem Schwanz die Tube
vom Katheter zu schlagen.
Inseminationsbestecke sind Geräte für den Einmalgebrauch, für die
der Herstellungsaufwand möglichst niedrig sein soll. Das Schneiden der Innengewinde
in die abgelängten Stücke des Katheter-Kunststoffrohrs erfordert jedoch einigen
Aufwand zur Entfernung der dabei entstehenden Kunststoffspäne, von denen nichts
im Katheterschaft zurückbleiben darf. Das Innengewinde dichtet auch nicht gut ab,
wenn bei der Besamung anstelle der Tubentülle eine Verlängerung aus einem härteren
Material als LDPE in das Katheterende gesteckt wird und die Tube dann ihrerseits
an das andere Ende der Verlängerung angekoppelt wird.
Durch die Neuerung soll ein Inseminationsbesteck nut Katheter-Tuben-Koppelung
geschaffen werden, das mit kleinerem Aufwand herstellbar ist und auch mit Katheterverlängerungen
eine zuverlässige Abdichtung erlaubt. Dies wird, ausgehend von einem Inseminationsbesteck
mit einer Haltestruktur im Katheterschaft, dadurch erreicht, daß die Innenwand des
Katheterschafts vom Katheterende axial einwärts scharfkantige Durchmesserstufen
abnehmenden Durchmessers bis zum Innendurchmesser des Katheterschafts aufweist.
Im Katheterschaftende ist also ein Stufenprofil gebildet, insbesondere ein Stufenkonus.
Durch diese Maßnahme ergibt sich eine Gestaltung des Katheterschaftendes, durch
die ein formschlüssiger Halt der Abgabetülle der Tube im Katheterschaft und dadurch
ein ausreichend stabiler Halt, der dem Besamer die Handhabung des Besamungsvorgangs
insbesondere bei einer zeitlich ausgedehnteren Applikation erleichtert, mit einem
Gerät ermöglicht wird, bei dessen Serienproduktion der Aufwand des Entfernens der
Bearbeitungsspäne vermindert ist. Die Durchmesserstufen können durch Ausbohren hergestellt
werden, wobei ein Großteil der Späne sogleich nach hinten abgeführt wird. Anschließend
kann restlicher Staub leicht herausgewischt werden, da er sich nicht in Rinnen oder
dergleichen, wie sie ein Gewinde aufweist, festsetzt. Der Halt der Koppelung erweist
sich als für den Zweck ausreichend, und die Kanten der Durchmesserstufen bewirken
in Verbindung mit dem Material der Tubentülle eine vollständige Abdichtung, so daß
keine Spermaflüssigkeit verloren geht. Insbesondere durch passende Materialauswahl
und Gestaltung des Stufenprofils als spitzen Stufenkegel braucht die Abgabetülle
der Spermatube nicht besonders bearbeitet zu sein, die ringförmigen Stufenkanten
des Katheterschafts erzeugen ringförmige Dichtbereiche zwischen dem Katheterschaft
und der Tülle und gleichzeitig einen stabilen Halt.
Eine geeignete Materialgegenüberstellung ist hierbei Polypropylen/Polyäthylen
oder andere Kunststoffe mit vergleichbaren Charakteristiken. Das Polyäthylen als
Material für die Tube ist ausreichend elastisch, daß sich die Kanten des Stufenprofils
darin eindrücken, und ist außerdem spermaverträglich, gut bearbeitbar, und beispielsweise
durch ein Hitzeimpulsverfahren, ein Infrarotverfahren oder durch Ultraschallschweißung
leicht verschließbar. Polypropylen ist demgegenüber härter und ist obendrein biegbar
bei guter Knickfestigkeit. An sich käme auch Hart-PVC in Frage, dieses hat aber
eine mangelhafte Knickfestigkeit. Das Stufenprofil kann so bemessen sein, daß der
Katheterschaft über einen Großteil seiner Länge einen konstanten Innendurchmesser
hat und sich vom Katheterschaftende bis zum Bereich des über seine Länge konstanten
Innendurchmessers des Katheterschafts hintereinander mehrere, vorzugsweise vier,
Bereiche mit jeweils ebenfalls konstantem und gegenüber dem Großteil der Länge erhöhtem
Durchmesser erstrecken, wobei die Kanten der Durchmesserstufen in einer Konusfläche
liegen, die der zunächst glatten Außenfläche der Abgabetülle der Tube geometrisch
ähnlich ist. Es kann – unter der Voraussetzung, daß die Länge der Abgabentülle
28 mm beträgt – 10 bis 20 mm weit in den Katheterschaft eingeschnitten sein
und sein resultierender Konuswinkel zwischen Mantellinie und Achse kann im Bereich
von 2,5° bis 5°, vorzugsweise bei 3° bis 3,3°, liegen. Vorzugsweise
soll die Länge des Stufenprofils die Länge der Abgabetülle nicht überschreiten,
da jenseits von deren Mündung eine glatte Katheter-Innenwand zu bevorzugen ist.
In das Katheterrohr aus Polypropylen kann das Stufenprofil mit Hilfe
eines Bohrers in Form eines Metalldorns mit zum Ende zu stufenweise abnehmendem
Durchmesser von z. B. 6 mm bis 4 mm, jeweils 1,5 mm bis 2 mm lang, eingeschnitten
werden. Die entstehenden Materialspäne werden durch passende Rinnen des Bohrers
und schließlich erforderlichenfalls noch durch einen einfachen Wischvorgang vollständig
entfernt. Der Vorgang läßt sich leicht automatisieren, was für die Durchführung
der Neuerung vorteilhaft ist.
Weitere Einzelheiten, Vorteile und Weiterbildungen der Neuerung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:
– 1 in teilweise geschnittener
Seitenansicht das distale Ende einer Spermatube und das proximale Ende eines Katheterschafts
kurz vor deren Koppelung;
– 2 eine Darstellung entsprechend
1 des Zustands nach der Koppelung;
– 3 in vergrößertem Maßstab ein
zur Herstellung eines Stufenprofils verwendetes Werkzeug.
Zur künstlichen Besamung eines Schweins wird ein Besamungskatheter
1, der aus einem Katheterschaft 2 und einem an dessen distaler
Spitze sitzenden, in den Figuren nicht sichtbaren Formkörper besteht, in die Vagina
des Schweins bis zur Cervix eingeführt. Der Katheterschaft besteht beim beschriebenen
Beispiel aus einem etwa 50 cm langen Rohr aus Polypropylen mit einem Außendurchmesser
von 7 mm, einer Wandstärke von 1,5 mm und einem Innendurchmesser von 4 mm.
Die zu applizierenden Spermien werden in einer Spermatube
9 herangebracht. Die Spermatuben 9 bestehen jeweils aus einem
Behälterteil 10 und einer Abgabetülle 11. Beim dargestellten Modell
hat die gesamte Spermatube 9 eine Länge von 172 mm. Die Abgabetülle
11 ist 28 mm lang und leicht konisch ausgebildet, indem sie an ihrem Fußpunkt
einen Außendurchmesser von 4 mm bis 6 mm, im Speziellen: 5,4 mm, und an ihrer Spitze
einen Außendurchmesser von 2 mm bis 3,5 mm, im Speziellen: ca. 3 mm, hat. Die Abgabetülle
11 ist vorne an der Spitze geschlossen. An die Spitze schließt sich nach
vorne noch eine etwa hammerförmige Verbreiterung 13 an, die als Stapelhilfe
beim Stapeln der zunächst noch leeren Tuben dient, indem sie verhindert, daß beim
Stapeln die konischen Tüllen ineinandergesteckt werden und sich dann nur noch schwer
trennen lassen. Die Tülle 11, die ja dem Abgeben des Tubeninhalts dient,
ist innen hohl, während der Verschlußkörper 13 massiv sein kann. Die Teile
10, 11 und 13 stellen zusammen ein einstückiges flexibles
Kunststoff-Spritzgußstück, ein in Blastechnik hergestelltes Element oder ein in
einem kombinierten Spritz-Blas-Verfahren hergestelltes Element aus Polyäthylen niedriger
Dichte dar.
Wie 1 zeigt, bricht oder schneidet der
Besamer vor dem Besamungsvorgang die Tüllenspitze mit der Verbreiterung
13 ab, wie durch eine Schere symbolisiert ist.
Zur stabilen Ankoppelung der Spermatube 9 an den Besamungskatheter
1 ist in das proximale Ende 14 des Katheterschafts 2
ein Stufenprofil 15 eingeschnitten. Es hat eine axiale
Länge in der Größenordnung von 10 bis 15 mm und besteht aus vier Stufen
20, 21, 22 und 23 mit vom Ende her abnehmendem
Durchmesser und mit dazwischenliegenden scharfen vorspringenden Kanten
25, 26, 27 und 28, die kreisförmige Umlauflinien
bilden und im Axialschnitt Winkel in der Größenordnung von 90° haben. Die Durchmesserstufen
haben im gezeichneten Beispiel jeweils konstanten Durchmesser, eine geringe Konizität
würde aber auch möglich sein. Beim beschriebenen bevorzugten Beispiel, bei dem das
Rohr des Katheterschafts 2 bei einem Außendurchmesser von 7 mm eine Wandstärke
von 1,1 mm hat, haben die Durchmesserstufen haben jeweils eine axiale Länge von
1,5 mm und eine Durchmesserdifferenz zwischen benachbarten Stufen in der Größenordnung
von 0,16 mm bis 0,17 mm. In der vergrößernden Darstellung sind die vier Stufen
20, 21, 22 und 23 und das Rohrlumen
24, zwischen denen die scharfkantige kreisförmige Stufenkanten
25, 26, 27 und 28 liegen, gezeigt. Durch diese
Bemessung ergibt sich eine diese ringförmigen Kanten verbindende Konusfläche mit
einem Konuswinkel von etwas mehr als 6°, was auch im wesentlichen dem Konuswinkel
der konischen Tülle 11 entspricht. Wird nun die Tülle 11 in den
Katheterschaft 2 gegebenenfalls unter leichtem Drehen eingeschoben, so
verkeilt sie sich an den Kanten 25 bis 28, die das Material der
Tülle 11 leicht eindrücken oder einbeulen. Die Abgabetülle 11
wird also mit Kraft bis zum Anschlag eingeschoben, wobei sich durch die elastische
Formänderung in der tubennäheren Hälfte der Tülle 11 vorübergehende ringförmige
Rinnen bilden, in denen die harten Kanten mit einer gewissen Pressung anliegen,
mit dem doppelten Effekt, daß erstens die Tülle 11 mit der daranhängenden
Samentube 10 fest mit dem Katheter 1 verbunden ist und daß zweitens
die Pressung zwischen den Kanten 25, 26 und 27 und der
Außenseite der Tülle 11 eine vollständige Abdichtung ergibt, die auch bei
einem längeren Besamungsvorgang das Aussickern von Spermaflüssigkeit verhindert.
Es hat sich erwiesen, daß auch durch einen Schlag mit dem Schweineschwanz die so
angekoppelte Tube 9 nicht aus dem Katheter 1 herausgeschlagen
wird.
3 zeigt noch – nicht maßstäblich
– in Seitenansicht einen Senker oder Bohrer 29, der zur Herstellung
des Stufenprofils am Schaftende verwendet werden kann. Er weist ein Stufenprofil
komplementär zum Stufenprofil im Katheterschaft auf, außerdem eine Anlagefläche
30, mit der das Werkzeug schließlich nach Erreichen der erforderlichen
Eindringtiefe am Rohrrand anschlägt. Der Senker oder Bohrer 29 schneidet
beim Drehen den Katheterschaft innenseitig spanabhebend und transportiert mit Hilfe
von Nuten 31 die anfallenden Späne nach hinten und somit aus dem Katheterschaft
heraus. Nach vollständigem Einsenken des Bohrers in das Schaftende wird er unter
Hinterlassung des Stufenprofils im Schaftende wieder zurückgezogen, wobei dann die
Schaftinnenseite weitgehend frei von Spänen ist. Um auch noch kleine Späne und Stäube
zu entfernen, kann noch beispielsweise eine rotierende Rundbürste eingeführt werden,
die die restliche Sauberkeit bewirkt. Bei einer beispielsweise Ausführung sind die
einzelnen Durchmesserstufen jeweils axial 1,5 mm lang und haben Durchmesser von
5,53 mm, 5,365 mm, 5,2 mm, 5,035 mm und 4,87 mm.