Zusammensetzung zur Verringerung der Eisenoxidbildung in Schlacken von Stahlschmelzen und Verfahren zur Herstellung einer Schlacke mit niedrigem Eisenoxidgehalt
Anmelder
Minerals & Metals Italia S.p.A., Lovere, Bergamo, IT
Erfinder
Bellicini, Marcello, 24065 Lovere (Bergamo), IT
Vertreter
Reitstötter, Kinzebach & Partner (GbR), 81679 München
DE-Aktenzeichen
60104109
Vertragsstaaten
AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Verringerung
und Vermeidung der Bildung von Eisenoxiden in der Schlacke beim Schmelzen von Stahl
und ein Verfahren, bei dem man eine Schlacke mit einem geringen Gehalt an Eisenoxiden
erhält.
Insbesondere betrifft die Erfindung eine Zusammensetzung, die geeignet
ist, die Bildung von Eisenoxiden in der Schlacke, welche während der Herstellung
von Stahl aus Eisenschrott in einem elektrischen Ofen anfällt, zu vermeiden oder
zu verringern, sowie ein Schmelzverfahren, dass die Verwendung einer solchen Zusammensetzung
beinhaltet.
Elektrische Öfen mit direktem elektrischen Lichtbogen wie beispielsweise
Konstruktionen mit exzentrischem Bodenabstich (eccentric bottom tapping (EBT)) sind
heutzutage zur Herstellung von Stahl aus Alteisen weit verbreitet. Diese weisen
eine Abstichöffnung am Boden zum Abstechen des geschmolzenen Stahls in eine Pfanne
oder eine Abstichöffnung in der Seite auf. Diese Öfen nutzen die Energie, welche
durch Leitung, Konvektion und Strahlung von einem elektrischen Lichtbogen freigesetzt
wird, welcher sich zwischen Graphitelektroden (eingeführt durch die Decke des Ofens)
und dem Material, mit welchem der Ofen beladen ist, ausbildet.
Diese Öfen besitzen im Allgemeinen eine bekannte zylindrische Tiegelstruktur
mit einer vertikalen Achse (Schachtofen) und einem konkaven Boden aus Lochplatten.
Der Boden ist mit etwa 30 cm starken Schamottblöcken und mit etwa
60 cm leitfähigem, feuerfestem Bodenmaterial ausgekleidet. Die Seitenwände sind
etwa 70 cm mit feuerfestem Material ausgekleidet, von denen etwa 30 cm den Bereich
der sich bewegenden Schlacke abdecken und die übrigen 30 cm den Sicherheitsims bilden.
Die Decke des Ofens besteht aus einem metallischen Material und wird
mit Wasser gekühlt.
Die Beladung des Ofens besteht üblicherweise aus etwa 90 Gew.-% Alteisen
und etwa 10 Gew.-% Roheisen und/oder Kohlenstoff. Additive wie Kalk und Kalkstein
werden zu einem späteren Zeitpunkt während des Schmelzvorgangs zugegeben, um eine
Schlacke zu bilden, wohingegen feines Kohlenstoffpulver zum Schutz der Auskleidung
der Seitenwände und der Decke vor Strahlung eingebracht wird.
Bevor man es in den Ofen einbringt, wird das Alteisen und das Roheisen
anhand üblicher Parameter wie Größe und chemischer Zusammensetzung sortiert.
Die Beladung erfolgt dann von oben in den Ofen, wobei man geeignete
Körbe verwendet, welche vorzugsweise mit Brennstoff-befeuerten Brennern vorgeheizt
werden, um den Schmelzvorgang zu unterstützen.
Die Produktionskapazität des Ofens liegt üblicherweise bei 60 bis
120 Tonnen.
Wenn der Beladungsvorgang beendet ist, wird der Ofen durch Absenken
der Decke geschlossen. Letztere trägt üblicherweise drei Elektroden, welche in den
Ecken eines gleichseitigen Dreiecks angeordnet sind, um den dreiphasigen Starkstromkreis
ordnungsgemäß auszugleichen.
Während des Schmelzvorgangs wird ein Sauerstoffstrom durch Schamott-Düsen,
welche sich im Boden oder an der Seite des Ofens befinden, in das Schmelzbad eingeblasen.
Typischerweise beträgt die eingebrachte Menge an Sauerstoff etwa 35 bis 42 Nm3
pro Tonne Beladungsmaterial. Dies entspricht einer Fließrate von etwa 4200–5400
Nm3 pro Stunde für das Schmelzen von 100 Tonnen Alteisen, wobei die Gesamtzeit
etwa 50 Minuten beträgt.
Die Hauptfunktion des Sauerstoffs ist es, unerwünschte chemische Elemente,
welche im Alteisen und im Roheisen vorliegen, durch Oxidation zu entfernen. Bei
diesen Elementen handelt es sich beispielsweise um Silizium, Aluminium, Vanadium,
Titan, Zirkonium, Blei, Zink, Magnesium, Kalzium und überschüssigen Kohlenstoff.
Leider tritt auf dieser Stufe auch eine unerwünschte Oxidation einer
gewissen Eisenmenge auf.
Die gebildeten Oxide wandern aus dem Schmelzbad an die Oberfläche,
wo sie eine fließende Schicht bilden, welche üblicherweise als
Schlacke bezeichnet wird.
Andere unerwünschte chemische Elemente wie beispielsweise Schwefel,
Sauerstoff und einige andere werden auf dieser Stufe nur teilweise entfernt. Ihre
Entfernung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich während der Behandlung,
welcher der Stahl in nachfolgenden Schritten unterworfen wird, welche man als „außerhalb
des Ofens" bezeichnet, wie beispielsweise zuerst in der Kokille und dann im Kokillenofen.
Beim Schmelzprozess in einem elektrischen Ofen wird auch eine gewisse
Menge an Kohlenstoff zugegeben. Vorteilhafterweise wird eine erste Kohlenstoffmenge
zusammen mit dem Alteisen zu Beginn des Vorgangs eingebracht, wobei die Menge üblicherweise
im Bereich von etwa 10 bis etwa 12 Kilogramm pro Tonne Alteisen beträgt. Eine zweite
Menge wird wenige Minuten vor Beendigung des Schmelzvorgangs zugegeben; üblicherweise
beträgt diese Menge etwa 2 bis etwa 5 Kilogramm pro Tonne Alteisen. Am Ende des
Schmelzvorgangs hat der flüssige Stahl ungefähr die folgende chemische Zusammensetzung
in Gewichtsteilen: 0,1% C, 0,2% Mn, kein Si, 0,015% P, 0,030% S, kein Al sowie Spuren
an Cu, Sn, Bi, As und Sb, wobei die Restmenge Fe ist.
Der Anteil an Cu, Sn, Bi, As und Sb kann nur durch Auswahl des Befüllungsmaterials,
welches in den Ofen eingebracht wird, eingestellt werden.
Wenn der geschmolzene Stahl die erforderliche chemische Zusammensetzung
aufweist, wird er in die Pfanne abgestochen.
Üblicherweise entleert man den Ofen nicht vollständig und sammelt
die auf der Oberfläche des flüssigen Stahls fließende Schlacke getrennt davon. Wenn
der Stahl in die Pfanne abgestochen ist, belässt man eine kleine Menge an Stahl
(der Fuß oder das Bad) im Ofen, um das Einsetzen des Schmelzens der nächsten Chargen
zu erleichtern.
Die abgetrennte Schlacke wird dann in einen geeigneten Behälter entlehrt,
wo man sie abkühlt, zerstößt und in kleine Stücke zerkleinert und letztendlich auf
einen Schlackenhaufen wirft, da sie nicht wiederverwendet werden kann.
Zum einen aufgrund des Eisenverlusts und der durch sie mitgenommenen
Wärme und teilweise aufgrund der Transportkosten und der geeigneten Entsorgung stellt
die Schlacke einen finanziellen Verlust dar.
In Abhängigkeit von der Art des Alteisens, der Ofencharakteristik
und der Verfahrensbedingungen beträgt die im Schmelzvorgang gebildete Schlackenmenge
typischerweise 10 bis 14% der geschmolzenen Masse und die Schlackenzusammensetzung
(in Gewichtsteilen) liegt innerhalb der folgenden Bereiche SiO2 = 8–15%;
Al2O3 = 3–7%; Fe2O3 = 36–55%;
MnO = 4–8%; Cr2O3 = 1–4%; CaO = 19–25%;
MgO = 2–6% zuzüglich geringer Anteile anderer Bestandteile.
Hieraus folgt, dass etwa 3,5–7,7 Tonnen an Fe2O3,
entsprechend etwa 2,5–5,5 Tonnen Eisen, während der Herstellung einer Stahlmenge
von etwa 100 Tonnen gebildet werden. Dies entspricht einem Verlust von etwa 2,5–5,5%
des in den Ofen eingebrachten Eisens, mit einem entsprechenden Anstieg der Kosten.
Es ist bekannt, dass die Zugabe von metallischem Aluminium in granulärer
Form die Bildung von Eisenoxiden unterbindet und daher die Ergebnisse des Schmelzvorgangs
verbessert.
Dieses Material ist jedoch sehr teuer und würde in ziemlich großer
Menge benötigt. Tatsächlich beträgt auf Basis seines Redox-Potentials (E0
= –1,706) die stöchiometrische Menge an metallischem Aluminium in granulärer
Form, welche zur Vermeidung des Verlusts (d. h. der Oxidation) von einer Tonne Stahl
benötigt wird, etwa 322 kg. In anderen Worten, 644 kg granuläres metallisches Aluminium
würden benötigt werden, um diesen Verlust von etwa 4% auf etwa 2% abzusenken. Jedoch
erreicht die Ausbeute dieser Redox-Reaktion in der Praxis niemals den theoretischen
Wert und die benötigte Menge an granulärem metallischem Aluminium ist teuerer als
das zurückgewonnene Eisen. Da dieses Verfahren nicht ökonomisch ist, hat es keine
Anwendung gefunden.
Auch wenn der größte Anteil an Eisenoxiden, welche in der Schlacke
vorliegen, Eisenoxid (Fe2O3) ist, beschränkt sich der in der
Beschreibung und den Ansprüchen verwendete Ausdruck „Eisenoxide" nicht auf
diese Verbindung, sondern umfasst alle weiteren Eisenoxide wie beispielsweise Fe3O4,
FeO und Fe0,97O.
Die EP-A-1 028 166 der Anmelderin offenbart und beansprucht eine Zusammensetzung
und ein Verfahren zur Vermeidung und Verringerung der Bildung von Eisenoxiden in
der Schlacke beim Schmelzen von Stahl. Die bekannt Zusammensetzung umfasst 35 bis
50 Gew.-% C, 10 bis 20 Gew.-% Al, 25 bis 40 Gew.-% Al2O3,
0 bis 3 Gew.-% CaO und 0 bis 3 Gew.-% MgO, wobei jedoch die Gesamtmenge an CaO und
MgO 1 bis 6% beträgt.
Nun hat die Anmelderin überraschenderweise gefunden, dass die Performance,
die durch die Zusammensetzung der EP-A-1 028 166 erreicht wird, weiter verbessert
werden kann, ohne dass die ökonomischen Vorteile der Verwendung von Nebenprodukten
anderer metallogischer Prozesse wie beispielsweise der Schlacken, wie sie beispielsweise
bei der Herstellung von Primäraluminium (wo das Metall aus seinem Erz gewonnen wird),
bei der Herstellung von Sekundäraluminium (wo das Metall aus Aluminiumschrott gewonnen
wird) und bei der Herstellung von Silicium anfallen, aufgegeben werden muss.
Daher betrifft ein erster Gegenstand dieser Erfindung die Bereitstellung
einer Zusammensetzung, umfassend 50 bis 60 Gew.-% C, 7 bis 10 Gew.-% Al, 15 bis
20 Gew.-% Al2O3, 7 bis 10 Gew.-% CaO und 2 bis 5 Gew.-% MgO.
Vorzugsweise enthält diese Zusammensetzung weiterhin 2 bis 7 Gew.-%
und besonders bevorzugt 4 bis 6 Gew.-% SiO2.
Vorzugsweise liegt die Menge an C in dieser Zusammensetzung im Bereich
von 54 bis 57%; der Gehalt an Aluminium liegt im Bereich von 8 bis 9%; der Gehalt
an Aluminiumoxid liegt im Bereich von 16 bis 19%; die Gesamtmenge an Kalziumoxid
und Magnesiumoxid liegt im Bereich von 9 bis 12%.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung um ein Pulver, worin die durchschnittliche Teilchengröße
0,1 bis 5 mm und besonders bevorzugt 0,1 bis 1,5 mm beträgt.
In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der
erfindungsgemäßen Zusammensetzung um eine Mischung agglomerierter Massen, die vorzugsweise
Größen im Bereich von 20 bis 120 mm aufweisen.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen werden vorzugsweise durch
feines Vermahlen der Bestandteile, anschließende Zugabe eines Bindemittels und Granulierung
der erhaltenen Paste hergestellt, wobei man Körner mit einer vorbestimmten durchschnittlichen
Größe erhält. Vorzugsweise wird das Bindemittel mit Wasser verdünnt.
Besonders geeignet sind Bindemittel auf Basis von Aluminium- und Siliziumverbindungen
und gegebenenfalls einiger weiterer Elemente wie beispielsweise Montmorillonit,
auch als Bentonit bekannt.
Ein zweiter Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die Bereitstellung
eines Verfahrens zur Herstellung einer granulären Zusammensetzung, umfassend die
folgenden Schritte:
1) Vermischen von Kohlenstoff, Aluminium, Aluminiumoxid, Calciumoxid und Magnesiumoxid,
2) Kneten dieser Mischung,
3) Trocknen,
4) Granulieren der so erhaltenen Mischung,
5) Gegebenenfalls Vermahlen der so erhaltenen Mischung,
wobei 100 Gewichtsteile der Mischung 50 bis 60 Gew.-% C, 7 bis 10 Gew.-% Al, 15
bis 20 Gew.-% Al2O3, 7 bis 10 Gew.-% CaO und 2 bis 5 Gew.-%
MgO umfassen.
Wie bereits gesagt, wird der Knetschritt vorzugsweise in Gegenwart
von Wasser und besonders bevorzugt mit einem geeigneten Bindemittel ausgeführt.
In dem speziellen Fall, wenn Bentonit verwendet wird, gibt man das Bindemittel in
einer Menge von 3 bis 15 Gew.-%, bezogen auf die zu granulierende Masse, und Wasser
in einer Menge von 6 bis 15 Gew.-% zu, wobei diese Menge ebenfalls auf die zu granulierende
Masse bezogen ist.
Der Trocknungsschritt wird vorzugsweise bei 50 bis 200°C durchgeführt.
Alternativ kann man die erfindungsgemäße Zusammensetzung durch einfaches
Vermischen der Bestandteile ohne Knet-, Trocknungs- und Granulierungsschritte
herstellen.
Ein dritter Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft die Bereitstellung
eines Verfahrens zur Verringerung und Vermeidung der Bildung von Eisenoxiden in
der Schlacke bei der Stahlherstellung in einem elektrischen Ofen, wobei man:
a) Alteisen in Gegenwart üblicher Additive schmilzt,
b) Einen Sauerstoffstrom durch das Schmelzbad einleitet,
c) pro Tonne geschmolzenem Stahl 3 bis 12 kg einer Zusammensetzung innerhalb
eines Zeitraums von wenigstens 10 Minuten in der letzten Stufe des Schmelzprozesses,
bevor der Stahl in die Pfanne abgestochen wird, zugibt
wobei die Zusammensetzung 50 bis 60 Gew.-% C, 7 bis 10 Gew.-% Al, 15 bis 20 Gew.-%
Al2O3, 7 bis 10 Gew.-% CaO und 2 bis 5 Gew.-% MgO umfasst.
Vorzugsweise beträgt die Menge an Zusammensetzung, die in das Schmelzbad eingebracht
wird, 4 bis 8 kg pro Tonne geschmolzenem Stahl.
Wenn die erfindungsgemäße Zusammensetzung in Form eines Pulvers vorliegt,
wird sie vorzugsweise in den Ofen durch Einblasen oberhalb und/oder unterhalb der
Schlacke unter Verwendung getrockneter Luft als Transportvehikel eingebracht.
Alternativ kann man die erfindungsgemäße Zusammensetzung, wenn Sie
in Form eines Pulvers vorliegt, auch direkt in das Schmelzbad einbringen, indem
man sie mit einer Ultraschall-Lanze injiziert, die an der Seite des Ofens angeordnet
ist, oder indem man sie durch die Verrohrung unterhalb des Ofens oder an der Seite
des Ofens injiziert oder in anderer geeigneter Weise einbringt, wie beispielsweise
durch Zugabe aus Körben während der Beladung des Ofens.
Wenn die erfindungsgemäße Zusammensetzung in Form agglomerierter Massen
vorliegt, kann sie im Gegenzug durch die Decke oder die Türe des Ofens eingebracht
werden.
Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung, ohne
sie jedoch in irgendeiner Weise zu beschränken.
EXPERIMENTE
Beispiel 1
Herstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
Die oben angegebenen Mengen an C, Al, Al2O3,
CaO, MgO und SiO2 wurden innig gemischt und mit 40 kg Bentonit und 53
Litern Wasser verknetet, agglomeriert und bei 155°C in einem Ofen mit heißer
Luft getrocknet, gesiebt und gemahlen, um einen Feinstoff mit einer Teilchengröße
von 0,1 bis 2,5 mm zu erhalten.
Beispiel 2Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
99,5 Tonnen Alteisen, 6 Tonnen Roheisen und 300 kg Kohlenstoff in
Stücken wurden von oben in einen elektrischen Ofen mit direktem Lichtbogen und exzentrischem
Bodenabstich (EBT) mit einer Kapazität von 100 Tonnen eingebracht, wobei das Beladungsmaterial
mit Hilfe von Körben eingebracht wurde.
Der Ofen wurde dann durch Absenken der Decke verschlossen und die
Beladung wurde auf etwa 1650°C erhitzt.
Unter Verwendung einer Ultraschall-Lanze wurde ein Sauerstoffstrom
in einer Menge von 32 Nm3 pro Tonne Beladung während des Schmelzvorgangs
von der Seite des Ofens in das Schmelzbad injiziert.
Eine Probe, die der Schlacke etwa 18 Minuten vor dem Abstich des geschmolzenen
Stahls entnommen wurde, wies die folgende Zusammensetzung in Gew.-% auf: 13,38%
SiO2; 3,73% Al2O3; 46,22% Fe2O3;
6,22% MnO; 2,63% Cr2O3; 20,82% CaO; 4,35% MgO; sonstige Nebenbestandteile
2,66%. Die Gesamtmenge an gebildeter Schlacke wurde auf etwa 12 Tonnen geschätzt.
700 kg der Zusammensetzung, hergestellt gemäß Beispiel 1, wurden oberhalb
und unterhalb der Schlackenschicht mit Hilfe trockener Luft unter Druck eingebracht.
Diese Maßnahme begann direkt nach Probenentnahme und dauerte 16 Minuten.
Dies ergab eine Schlacke, enthaltend 28,75 Gew.-% Fe2O3,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Schlacke.
Vergleichsbeispiel 1
Das Verfahren aus Beispiel 2 wurde wiederholt mit dem Unterschied,
dass eine Zusammensetzung A gemäß Beispiel 1 der EP-A-1 028 166, mit der folgenden
Zusammensetzung in Gew.-% eingesetzt wurde: Al = 12,86%; Al2O3
= 30,00%; CaO = 2,86%; MgO = 2,14%; C = 45,00%; SiO2 = 7,14%.
Die finale Schlacke enthielt 33,83 Gew.-% Fe2O3,
bezogen auf ihr Gesamtgewicht.
Demzufolge ist die Abnahme an Eisen in der Schlacke, die mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung erhalten wird, um wenigstens 10% höher im Vergleich zu der wichtigen
Verringerung, die mit der Zusammensetzung der EP-A-1 028 166 erreicht wird.
Anspruch[de]
Zusammensetzung, umfassend 50 bis 60 Gew.-% C, 7 bis 10 Gew.-% Al,
15 bis 20 Gew.-% Al2O3, 7 bis 10 Gew.-% CaO und 2 bis 5 Gew.-%
MgO.
Zusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend weiterhin 2 bis 7 Gew.-%
SiO2.
Zusammensetzung nach Anspruch 2, enthaltend 4 bis 6 Gew.-% SiO2.
Zusammensetzung nach einem der Anspüche 1 bis 3, worin der Anteil an
C im Bereich von 54 bis 57% liegt.
Zusammensetzung nach einem der Anspüche 1 bis 3, worin der Anteil an
Aluminium im Bereich von 8 bis 9% liegt.
Zusammensetzung nach einem der Anspüche 1 bis 3, worin der Anteil an
Aluminiumoxid im Bereich von 16 bis 19% liegt.
Zusammensetzung nach einem der Anspüche 1 bis 3, worin die Gesamtmenge
an Magnesiumoxid und Calciumoxid im Bereich von 9 bis 12% liegt.
Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Zusammensetzung
ein Pulver ist, worin die durchschnittliche Teilchengröße 0,1 bis 5 mm beträgt.
Zusammensetzung nach Anspruch 8, wobei die Zusammensetzung ein Pulver
ist, worin die durchschnittliche Teilchengröße 0,1 bis 1,5 mm beträgt.
Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Zusammensetzung
eine Mischung agglomerierter Massen ist, die eine Größe im Bereich von 20 bis 120
nm aufweisen.
Verfahren zur Herstellung einer granulären Zusammensetzung, umfassend
die folgenden Schritte: 1) Vermischen von Kohlenstoff, Aluminium, Aluminiumoxid, Calciumoxid
und Magnesiumoxid,
2) Kneten dieser Mischung,
3) Trocknen,
4) Granulieren der so erhaltenen Mischung,
5) gegebenenfalls Vermahlen der so erhaltenen Mischung,
wobei 100 Gewichtsteile der Mischung 50 bis 60 Gew.-% C, 7 bis 10 Gew.-% Al, 15
bis 20 Gew.-% Al2O3, 7 bis 10 Gew.-% CaO und 2 bis 5 Gew.-%
MgO umfassen.
Verfahren nach Anspruch 11, wobei man Schritt 2 in Gegenwart von Wasser
durchführt.
Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei man Schritt 2 in Gegenwart
eines Bindemittels durchführt.
Verfahren nach Anspruch 13, wobei das Bindemittel Bentonit ist.
Verfahren nach den Ansprüchen 12 bis 14, wobei die Menge an Bentonit
3 bis 15 Gew.-% und die Menge an Wasser 6 bis 15 Gew.-%, bezogen auf die zu granulierende
Masse beträgt.
Verfahren nach den Ansprüchen 12 bis 15, wobei Schritt 3 bei einer
Temperatur von 50 bis 200°C durchgeführt wird.
Verfahren zur Verringerung und Vermeidung der Bildung von Eisenoxiden
in der Schlacke bei der Stahlherstellung in einem elektrischen Ofen, wobei man:
a) Alteisen in Gegenwart üblicher Additive schmilzt,
b) einen Sauerstoffstrom durch das Schmelzbad einleitet,
c) pro Tonne geschmolzenem Stahl 3 bis 12 kg einer Zusammensetzung innerhalb eines
Zeitraums von wenigstens 10 Minuten in der letzten Stufe des Schmelzprozesses, bevor
der Stahl in den Tiegel abgestochen wird, zugibt,
wobei die Zusammensetzung 50 bis 60 Gew.-% C, 7 bis 10 Gew.-% Al, 15 bis 20 Gew.-%
Al2O3, 7 bis 10 Gew.-% CaO und 2 bis 5 Gew.-% MgO umfasst.
18. Verfahren nach Anspruch 17, wobei die Menge der Zusammensetzung, die in Schritt
c) zugegeben wird, 4 bis 8 kg pro Tonne geschmolzenem Stahl beträgt.