Die vorliegende Erfindung betrifft ein Stahlband bzw. einen Stahlkord
für Radialreifen und insbesondere einen Stahlkord für Radialreifen mit einem " 2+5"-Doppeldurchmesserkord,
der durch Verdrillen eines Kerns mit einer Litze hergestellt wird derart, dass sie
die gleiche Drallsteigung und die gleiche Drallrichtung aufweisen, so dass die Anzahl
der Verarbeitungsschritte für den Drillvorgang sich von zwei auf einen verringert
und bei verbesserter Produktivität die Fertigungskosten sinken.
Beschreibung des Standes der Technik
Bei einem Stahlkord mit zweilagig verdrilltem Aufbau unterscheiden
sich der Kern und eine Litze, die eine erste bzw. eine zweite Lage des Stahlkords
bilden, typischerweise hinsichtlich der Steigung und der Drallrichtung wie folgt:
– Stahlkordaufbau1×3(0,20) + 6(0,35)– Steigung des Kerns10 mm– Steigung der Litze18 mm– Drallrichtung des KernsS (rechts)– Drallrichtung der LitzeZ (links)
Aus diesem Grund ist es unmöglich, in der Fertigung eines solchen
Kords das Verdrillen mit einem einzigen Fertigungsschritt auszuführen. Man hat herkömmlicherweise
in zwei Verfahrensschritten verdrillt. Dadurch ergeben sich jedoch für den Kord
erhöhte Herstellungskosten. Weiterhin ist der Kontakt zwischen dem Kern und der
Litze ein Punktkontakt. Wird eine solcher Kord in einen Reifen eingebaut, entstehen
bei dessen Einsatz in den Kordbereichen, in denen der Punktkontakt auftritt, Spannungskonzentrationen.
In Folge dieser Spannungskonzentrationen tritt eine Reibungsermüdung ("fretting")
auf, die die Haltbarkeit des Reifens beeinträchtigt.
Um den oben genannten Nachteil abzuschwächen, hat man ein Verfahren
zur Fertigung von Stahlbändern oder Stahlkords mit zweilagig verdrilltem Aufbau
vorgeschlagen, bei dem ein Stahlkord ausgebildet wird, indem man einen Kern und
eine Litze so verdrillt, dass sie unterschiedliche Drallsteigungen, aber die gleiche
Drallrichtung haben wie folgt:
– Stahlkordaufbau1×2 + 7(0,30)– Steigung des Kerns8 mm– Steigung der Litze16 mm– Drallrichtung des KernsS (rechts)– Drallrichtung der LitzeS (rechts)
In diesem Fall ist bei der Herstellung eines solchen Kords ein Verdrillen
in einem einzigen Verfahrensschritt immer noch unmöglich, da der Kern und die Litze
sich in der Drallsteigung unterscheiden.
Folglich hat man nach diesem Verfahren das Verdrillen in zwei Schritten
ausgeführt, so dass nach wie vor der erhöhte Aufwand für die Kordfertigung auftrat.
Obgleich in Folge der gleichen Drallrichtung ein Linienkontakt zwischen dem Kern
und der Litze entsteht, sind diese Kontaktlinien instabil, da der Kern und die Litze
eine unterschiedliche Drallsteigung aufweisen. M.a.W.: Obgleich sich mit diesem
Verfahren die Beeinträchtigung der Standfestigkeit des Reifens zu einem gewissen
Grad reduzieren lässt, kann es die grundsätzliche Problematik nicht vollständig
beseitigen.
In Fall eines Kords mit Gummibelag kann jedoch eine unzureichende
Durchdringung der Kernlage durch den Deckgummi vorliegen. Wird ein derartiger Kord
auf einen Reifen aufgetragen, bewirkt eine unzureichende Durchdringung des Deckgummis
eine Bewegung der Kernlage. Dadurch beschleunigt sich die durch Feuchtigkeit oder
Salz verursachte Korrosion, was die Stabilität des Reifens erheblich beeinträchtigt.
Aus dem Stand der Technik ist ein Stahlkord (vergl. US
5 802 830) mit einer Kernlage, die zwei verdrillte Drähte aufweist, und
einer Litze aus fünf Drähten bekannt, wobei der Stahlkord insgesamt eine elliptische
Schnittgestalt aufweist. Dieser Drahtaufbau ist nachteilig hinsichtlich der ungleichmäßigen
Durchdringung des Gummis, der Reibungsermüdung, die zwischen dem
Kern und der Litze auftritt, und dem Fehlen eines stabilen und vollständigen Linienkontakts
zwischen Kern und Litze, in Folge dessen es unmöglich ist, die Problematik der Kernbewegungen
zu eliminieren, so dass sich die Standfestigkeit des Reifens deutlich verringert.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist nun, die vorgenannten Nachteile zu überwinden
und einen Stahlkord mit Kreisquerschnitt anzugeben, bei dem die Durchmesser der
Kern- und der Litzdrähte so bestimmt sind, dass eine ausreichende Menge Deckgummi
durch zwischen den Litzdrähten gebildete Zwischenräume hindurch eindringen kann,
so dass man eine verbesserte Dauerstandfestigkeit des Reifens erzielt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, die oben genannten
Probleme zu beseitigen und einen Stahlkord für Radialreifen mit einem Aufbau anzugeben,
der entsteht durch Verdrillen eines Kerns und einer Litze derart, dass sie die gleiche
Drallsteigung und die gleiche Drallrichtung aufweisen, so dass die Anzahl der Verarbeitungsschritte
für das Verdrillen sich von zwei auf einen verringert und so der Fertigungsaufwand
sinkt, während die Produktivität steigt, und man einen stabilen und fast vollständigen
Linienkontakt zwischen Kern und Litze erhält. Dadurch verbessert sich die Dauerstandfestigkeit
der Reifen, für die dieser Stahlkord eingesetzt wird.
Erfindungsgemäß wird dieses Ziel unter Anwendung der Merkmale des
Anspruchs erreicht mit einem Stahlkord für Radialreifen sowie mit einem Radialreifen,
bei dem der Stahlkord im Gürtel, der Karkasse oder dem Wulstbereich verwendet ist.
Erfindungsgemäß weisen die Kern- und die Litzenlage die gleiche Drallrichtung
und Drallsteigung auf. Folglich stehen Kern und Litze nicht in Punkt-, sondern in
Linienkontakt mit einander. Dadurch ist bei dem erfindungsgemäßen Stahlkord das
Auftreten der Reibungsermüdung minimiert. Zusätzlich lässt sich – im Vergleich
mit herkömmlichen Aufbauarten mit zwei Verarbeitungsschritten – das Verdrillen
beim Herstellen des erfindungsgemäßen Kordaufbaus in einem einzigen Verfahrensschritt
durchführen
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Andere Ziele und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung von Ausführungsformen an Hand der beigefügten Zeichnung, in der:
1 eine Schnittdarstellung ist, die einen
erfindungsgemäßen Stahlkord für Radialreifen zeigt.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
Die 1 zeigt einen erfindungsgemäß aufgebauten
Stahlkord.
Wie in 1 gezeigt, hat der Stahlkord eine
Kernlage 1 aus zwei gedrillten Fäden bzw. Drähten 1a und eine
Litzenlage 2, die um die Kernlage 1 herum gelegt ist und und aus
fünf verdrillten Fäden bzw. Drähten 2a besteht. Erfindungsgemäß sind die
Drähte 1a, 2a aus Kohlenstoffstahl mit 0,70 Gew.-% bis 0,96 Gew.-%
Kohlenstoff hergestellt. Um eine verbesserte Haftung an Gummi zu erreichen, sind
die Drähte 1a und 2a mit Messing beschichtet. Die Drähte
1a in der Kernlage 1 und der Draht 2a in der Litzlage
2 haben die gleiche Drallsteigung und die gleiche Drallrichtung. Vorzugsweise
liegt die Drallsteigung im Bereich von 10 mm bis 22 mm. Ebenfalls bevorzugt haben
die Drähte 1a, 2a der Kern- und der Litzenlage 1,
2 vor dem Verdrillen zur Ausbildung des Stahlkords eine Zugfestigkeit von
260 kgf/mm2 bis 385 kgf/mm2.
Vorzugsweise weisen die Drähte 1a der Kernschicht
1 einen Durchmesser dc im Bereich von 0,15 mm bis 0,30 mm auf, die Drähte
2a der Litzenlage 2 einen Durchmesser ds im Bereich von 0,20 mm
bis 0,40 mm. Ebenfalls bevorzugt liegt das Verhältniss der Drahtdurchmesser dc und
ds, d.h. ds/dc, im Bereich von 1,35 bis 1,90.
Da erfindngsgemäß die Kern- und die Litzenlage die gleiche Drallsteigung
und -richtung aufweisen, stehen sie in Linienkontakt miteinander – im Gegensatz
zu herkömmlichen Anordnungen, wo Punktkontaktstellen vorliegen. Daher minimert der
erfindungsgemäße Stahlkord das Auftreten der Reibermüdung. Zusätzlich kann das Verdrillen
für die Herstellung des erfindungsgemäßen Kordaufbaus in einem einzigen Verfahrensschritt
erfolgen – im Vergleich zu herkömmlichen Anordnungen, die zwei Verfahrensschritte
erfordern.
Um den erfindungsgemäßen Stahlkord zu bewerten, wurden die physikalischen
Eigenschaften einer Kordprobe mit ds = 0,35 mm, dc = 0,25 mm und
ds/dc = 1,40 ausgemessen. Die nach der Messung erhaltenen Ergebnisse sind in der
Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1
Wie aus der vorgehenden Beschreibung ersichtlich, stellt die vorliegende
Erfindung einen Stahlkord für Radialreifen mit einem Aufbau bereit, der durch Verdrillen
eines Kerns und einer Litze derart entsteht, das beide die gleiche Drallsteigung
und die gleiche Drallrichtung aufweisen, so dass Kern und Litze in einem stabilen
und fast vollständigen Linienkontakt miteinander stehen. Die zwischen Kern und Litze
auftretende Reibungsermüdung in Folge wiederholter Bewegungen eines Reifens, in
den der Stahlkord eingebaut ist, wird durch den stabilen und vollständigen Linienkontakt
zwischen Kern und Litze minimiert. Dadurch erhält man eine verbesserte Dauerstandfestigkeit
des Reifens. Erfindungsgemäß werden die Kern- und Litzendurchmesser zweckmäßigerweise
so bestimmt, dass durch die Zwischenräume zwischen den Litzdrähten eine ausreichende
Menge des Deckgummis in den Stahlkord eindringen kann. Dadurch lässt sich das Problem
aus einer Bewegung des Kerns beseitigen und so die Dauerstandfesitgkeit des Reifens
verbessern.
Obgleich zur Erläuterung oben die bevorzugten Ausführungsformen der
Erfindung offenbart sind, ist für den Fachmann einzusehen, dass daran verschiedene
Modifikationen, Zusätze und Auswechslungen möglich sind, ohne den Umfang der Erfindung,
wie sie in den beigefügten Ansprüchen definiert ist, zu verlassen.
Anspruch[de]
Ein Stahlband für Gürtelreifen und ein Gürtelreifen unter Verwendung
eines Stahlbands in einem Gürtel, einem Gehäuse oder einer Wulstumlage hiervon,
wobei das Stahlband folgendes umfaßt: eine Kernschicht (1), die über zwei
gedrehte Drähte (1a) verfügt und eine Litzenschicht (2), die über
fünf gedrehte Drähte (2a) verfügt, um die selbe Drehsteigungslänge und
Drehrichtung aufzuweisen wie die Kernschicht, wobei das Stahlband einen runden Querschnitt
hat und die Drehsteigungslänge im Kern und in der Litze zwischen 10 mm und 22 mm
liegt, wobei besagt Drähte der besagten Kern- und Litzenschicht aus Kohlenstoffstahl
bestehen und einen Kohlenstoffanteil zwischen 0,7 und 0,96 Massenteil aufweist und
auf den jeweiligen Oberflächen mit Messing überzogen ist, um eine verbesserte Haftungskraft
mit dem Gummi zu erzielen, und besagte Drähte haben eine Reißfestigkeit von 260
kgf/mm2 bis 385 kgf/mm2, bevor sie gedreht werden, um das
besagte Stahlband zu bilden, wobei die besagten Drähte der besagten Kernschicht
einen Durchmesser (dc) zwischen 0,15 mm und 0,30 mm aufweisen und die besagten Drähte
der besagten Litzenschicht einen Durchmesser zwischen 0,20 und 0,40 mm aufweisen
und das Verhältnis zwischen den Drahtdurchmessern (ds) und (dc) ds/dc in einem Bereich
zwischen 1,35 und 1,90 ist und wobei die besagten beiden Drähte der Kernschicht
in Kontakt mit den fünf Drähten der Litzenschicht sind.