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Dokumentenidentifikation DE102004001305A1 04.08.2005
Titel Verfahren und Anlage zum Behandeln von Verbundelementen
Anmelder Result Technology AG, Mammern, CH
Erfinder Busenhart, Peter, Wiesendangen, CH;
Plodeck, Kurt, Neftenbach, CH;
Schibli, Thomas, Frauenfeld, CH
Vertreter Hiebsch und Kollegen, 78224 Singen
DE-Anmeldedatum 07.01.2004
DE-Aktenzeichen 102004001305
Offenlegungstag 04.08.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.2005
IPC-Hauptklasse B03B 9/06
IPC-Nebenklasse B29B 17/02   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Behandeln von Verbundelementen aus festen organischen und/oder anorganischen Verbundwerkstoffen wie Verbunden aus Metall/Metall, Kunststoff/Kunststoff, Metall/Kunststoff oder mineralischen Verbunden mit Metallen und/oder Kunststoffen durch Erzeugung von Feststoffpartikeln aus den Verbundelementen sowie Zugabe dieser Feststoffpartikel zu einem Transportfluid, bei dem relativ zum Strom des Gemisches aus Feststoffpartikeln und Transportfluid wenigstens ein diesen Strom querendes Strömungshindernis angeordnet ist, wird als Hindernis ein zusätzliches Strömungsmittel (Z) eingesetzt, dessen Eindüsung mit dem Strom des Gemisches oder quer zu letzterem durchgeführt wird. Dieses Strömungsmittel (Z) - durch das den Partikeln und/oder der Prozessluft Wärme entzogen wird, wobei Feststoffteile gekühlt werden - besteht aus Wasser, Nebel o. dgl.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln von Verbundelementen aus festen organischen und/oder anorganischen Verbundwerkstoffen wie Verbunden aus Metall/Metall, Kunststoff/Kunststoff, Metall/Kunststoff oder mineralischen Verbunden mit Metallen und/oder Kunststoffen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Zudem erfasst die Erfindung eine Anlage oder Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.

Verbundelemente dieser Art sind beispielsweise verzinnte Kupferleiterbahnen von Schaltungen, faserverstärkte Kunststoffe oder verkupferte Aluminiumdrähte in koextrudierter oder laminierter Form. So bestehen Metall-Metall-Verbunde – – etwa bei Koaxialkabeln – vornehmlich aus einem Metallträger, beispielsweise einem Aluminiumdraht, mit einer galvanisch oder thermisch aufgetragenen Kupferschicht, Kunststoff-Kunststoff-Verbunde beim Anwendungsfall Verpackungsfolie für Lebensmittel aus einem von Polyamiden (PA) gebildeten Kunststoffträger mit auf kaschiertem, laminiertem oder koextrudiertem Polyethylen (PE). Auch Kunststoff-Metallverbunde sind miteinander durch einen Kaschier- oder Laminiervorgang verbunden, z. B. bei einer Glasfaserepoxidplatte als Träger mit Kupferauftrag als Basismaterial für gedruckte Schaltungen. Metall-Kunststoffverbunde umfassen u.a. einen Träger aus Aluminiumblech mit einer aufgeklebten Schutzfolie aus Polypropylen (PP) für Fassadenplatten und Wetterschutzverkleidungen.

Probleme bilden diese Verbundelemente vor allem bei der Entsorgung. Sie werden heute noch teilweise – in umweltunverträglicher Weise – verbrannt oder deponiert und so dem Wirtschaftskreislauf entzogen.

Bei konventioneller Aufbereitung erfolgt der Aufschluss des Verbundelementes über die Korn- bzw. Partikelgröße, die kleiner als die jeweilige Schichtdicke der Komponenten ist. Dieser Aufschluss wird in der Regel über eine zumindest einstufige Feinstzerkleinerung in entsprechenden Mühlen – etwa Hammer-, Prall- oder Gegenstrom-Mühlen – durchgeführt, gegebenenfalls mit Unterstützung von Stickstoff zur Inertisierung und Tiefkühlung.

Mit der EP 0 751 831 B1 wurde ein Verfahren und eine Vorrichtung vorgestellt, mit denen Verbundelemente so behandelt werden können, dass eine Rückgewinnung von Wertstoffen erfolgt. Dazu wird vorgeschlagen, aus den erwähnten Verbundelementen Feststoffpartikel zu erzeugen und diese einem Transportfluid – wie Luft – zuzuführen, wobei relativ zum Strom des Gemisches aus Feststoffpartikeln und Transportfluid wenigstens ein diesen Strom querendes mechanisches Strömungshindernis in Form einer Abrißkante zur Bildung von das Gemisch beschleunigend aufschließenden Heckwirbeln bewegt wird. Beim Übergang in diese Heckwirbel erfolgt sowohl eine plötzliche Erhöhung der Beschleunigung der Feststoffpartikel als auch deren – sie aufschließende – Reibung aneinander.

In Kenntnis dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder das Ziel gesetzt, ein Verfahren zum Betrieb einer Anlage für das Behandeln von gebrauchten Verbundwerkstoffen unter Ausnutzung der physikalischen Messgrößen zur Bestimmung, Steuerung und Regelung von Qualität und Durchsatz zu schaffen unter Berücksichtigung der optimalen Einsatzdauer von verschleissbeanspruchten Werkzeugen sowie der Optimierung von Produktionsunterbrechungen zu Wartungs- und Unterhaltszwecken unter Berücksichtigung manueller Eingriffsmöglichkeiten. Es sollen materialbezogene Startrezepturen entstehen, die – eigenschafts- oder durchsatzbezogen – den Prozess innerhalb von definierten Toleranzbändern starten und betreiben, überwachen sowie steuern/regeln.

Zur Lösung dieser Aufgabe führt die Lehre des unabhängigen Anspruches; die Unteransprüche geben günstige Weiterbildungen an. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen aus zumindest zwei der in der Beschreibung, der Zeichnung und/oder den Ansprüchen offenbarten Merkmale.

Erfindungsgemäß wird zur Behandlung der Verbundwerkstoffe als Hindernis ein zusätzliches Strömungsmedium wie Wasser oder Nebel eingesetzt und so eine Verbesserung des Verfahrens – insbesondere eine Durchsatzsteigerung von beispielsweise 30% – etwa im Beschleuniger gleicher Baugröße – mittels Zufuhr jenes zusätzlichen Strömungsmediums erreicht, welches den Partikeln samt dem benachbarten Umfeld während des Aufschließungsprozesses Wärme entzieht und damit der Kühlung der Feststoffteile förderlich ist. Hierbei kann – bei konstant höchstmöglichem Durchsatz – die Feststoff-Fraktions-Qualität erhalten bleiben. Durch die Kühlung wird das Verschmelzen der Feststoffpartikel verhindert. Beim Zerkleinern des Materials kann eine Eindüsung des zusätzlichen Strömungsmediums einerseits entstehenden Staub binden, anderseits bei wärmeempfindlichen Materialien diese vor materialzerstörender Wärme schützen; es entstehen weniger Anhaftungen durch Anschmelzungen.

Bei der erfindungsgemäßen Anlage sind – bevorzugt mehrere – Düsen vorhanden, mit oder ohne Luftzusatz, die starr oder beweglich angeordnet sind und – verstellbar – große Wassertropfen bis Nebel entströmen lassen. Die Ansteuerung erfolgt mittels Signalen (z.B. Temperatur, rel. Feuchtigkeit, Volumenstrom, Prozessmedium etc.) als Steuerung oder Regelung, zudem ist vorteilhaft, wenn es zu einer Verknüpfung mit dem Inputmaterialtyp kommt.

Der letzte Abschaltzustand wird mit der Neueingabe von Material verglichen, und die Steuerung gibt aufgrund eine r Erfahrungsdatei Informationen, wie lange das Material in der definierten Qualität gefahren werden kann – dies als Entscheidungsgrundlage, ob es sich wirtschaftlich lohnt, das geplante Material noch anzufahren, ob zuerst eine Wartung vorgenommen oder ob ein Material gefahren werden soll, welches eine verhältnismäßig lange Laufzeit – und somit eine wirtschaftliche Produktion – erlaubt. Dies gilt im übrigen vor allem für die Gesamtanlage.

Zudem hat es sich als günstig erwiesen, die Düse bzw. die Eindüsstation einem Vorzerkleinerer und/oder einer Aufschließeinheit bzw. einem Separator zuzuordnen. Zudem soll der Düse bzw. der Eindüsstation zumindest eine Filtereinrichtung einer Entstaubungsstation nachgeordnet sein.

Im Rahmen der Erfindung liegt auch eine einem Zyklon vorgeschaltete Aufschließ- oder Trenneinheit, in deren Materialzulauf eine einstellbare Zuführleitung für Strömungsmittel mündet.

Weitere Vorteile der Vorrichtung sind nachfolgend aufgelistet:

  • 1. Die Prozesswerkzeuge – insbesondere die der Beschleunigung dienenden Werkzeuge – sind in Stufen oder stufenlos verstellbar.
  • 2. Die Verstellung erfolgt im Stillstand.
  • 3. Die Verstellung erfolgt im Betrieb, der Abstand zwischen Rotorwerkzeug und Statorwerkzeug ist auf der ganzen Überdeckungslänge überwacht.
  • 4. Die Überwachung erfolgt mittels berührungsloser Sensoren, wobei die Verstellung schrittweise je Umdrehung durchgeführt wird, damit ein Kollisionsrisiko der Werkzeuge ausgeschlossen zu werden vermag.
  • 5. Die Überwachung erfolgt auf der Statorseite wie auf der Rotorseite, damit der Abnutzungszustand der Werkzeuge gegeneinander abgestimmt werden kann.
  • 6. Die automatische Einstellung der Werkzeuge kann mit einer in der Steuerung hinterlegten Rezeptureinstellung verglichen werden.
  • 7. Die Rezeptureinstellung kann materialbezogen sein.
  • 8. Zur Erzeugung einer definierten Qualität kann eine Einstellungsbandbreite festgelegt werden, wird diese überschritten so erfolgt ein Signal.
  • 9. Die Qualität des Austrags oder Outputs wird online oder in Chargen automatisch überprüft; die Resultate dieser Überprüfung führen zu Einstellungsänderungen.
  • 10. Die Einstellungsänderungen können die Parameter am Beschleuniger (Werkzeuge, Unterdruck, Drehzahl, Wassereindüsung zur Temperatursenkung, Strömung) beeinflussen.
  • 11. In der Gesamtanlage werden Schredder und Granulator ebenfalls beeinflusst (Drehzahl, Werkzeugabstand, Kühlung).
  • 12. Alle Informationen der gesamten Anlage stehen für statistische Auswertungen zur Verfügung.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in

1: die Draufsicht auf eine Anlage zum Behandeln von Verbundelementen;

2: die teilweise Seitenansicht zu 1 nach deren Pfeil II;

3: den Schnitt durch 1 nach deren Linie III–III;

4: eine Trenn- oder Aufschließeinheit aus der Anlage nach 1 in teilweise geschnittenem Aufriss;

5: den Teilquerschnitt durch 4 nach deren Linie V–-V mit vergrößertem Detail;

6: ein vergrößert dargestelltes Werkzeug der Trenn- oder Aufschließeinheit in Schrägsicht;

7, 8: jeweils einen skizzenhaften Aufriss eines Rotors;

9 bis 11: jeweils eine skizzenhafte Draufsicht auf einen Rotor;

12: Draufsicht und Aufriss zu einem anderen Rotor;

13, 14: jeweils einen skizzenhaften Aufriss eines Stators;

15, 16: jeweils eine skizzenhafte Draufsicht auf einen Rotor;

17, 18: skizzenhafte Seitenansichten eines Stators/Rotors;

19: skizzenhafte Seitenansicht eines Rotors in einem Stator;

20, 21, 22: jeweils ein Verfahrensschema;

23 bis 26: Diagramme zur Funktionsbeschreibung einer Wassereindüsung.

Gemäß 1 werden Produktionsrückstände, Abfälle od. dgl. als Verbundelemente 10 aus festen organischen und/oder anorganischen Verbundwerkstoffen – wie Verbunden aus Metall/Metall, Kunststoff/Kunststoff, Metall/Kunststoff oder mineralischen Verbunden mit Metallen und/oder Kunststoffen – durch Erzeugung von Feststoffpartikeln in einem Vorzerkleinerer 12 auf eine Korngröße von 5 bis 30 mm zerkleinert sowie über eine Förderschnecke 14 zur Dosierung Silobehältern 16 zugeführt. Aus diesen fördern Dosierschnecken 18 die entstandenen Feststoffpartikel zu einer Trenn- oder Aufschließeinheit 20, in der sie selektiv aufgeschlossen werden.

In der Trenn- oder Aufschließeinheit 20 werden die Verbundelemente 10 in ihre Bestandteile zerlegt sowie die abgelösten Schichten als Gemisch über Rohrleitungen 22 zu einem Zyklon-Filter 24 geführt, um über eine Zellenradschleuse 26 auf einen Elevator 28 zur Förderung des Gemisches der Komponenten in weitere Silos 30 zur Zwischenlagerung gefördert zu werden. Diesen ist eine Förderschnecke 32 nachgeschaltet, über die und einen weiteren Elevator 28a das Gemisch in eine Siebeinrichtung 34 gelangt, in der das Gemisch einer Separation unterzogen wird.

Das nicht sortenreine Gemisch wird zur Separation dann Fließbettseparatoren 36 zugeführt. Die sortenreinen Komponenten werden von der Siebeinrichtung 34 bzw. den Fließbettseparatoren 36 zu einem Extruder 38 oder zu einer Abfüll- oder Absackstation 40 gebracht; die nun sortenrein vorliegenden Komponenten der Verbundelemente 10 werden der Verwertung zugeführt.

Die Trenn- oder Aufschließeinheit 20 enthält in 4, 5 innerhalb eines zylindrischen Gehäuses 42 an – bei 44 angedeuteten – Radialarmen einer vertikalen angetriebenen Welle 45 Werkzeuge 46. Die Wandung 43 des Gehäuses 42 weist eine querschnittlich profilierte Innenfläche 43f auf, beispielsweise in 5 eine Wellenform und in 6 einen sägezahnartigen Querschnitt.

Das als Stator dienende Gehäuse 42 begrenzt die eine Seite des Strömungsweges für das Gemisch aus Feststoffpartikeln und Trägerfluid, beispielsweise Luft; die andere Seite wird in den vier in 4 angedeuteten Etagen durch die Werkzeuge 46 begrenzt bzw. durch eine innerhalb des Konstruktionskreises K der 5 für die Werkzeugpositionen des Radius r liegende Rohrwand 48, die sich zwischen zwei in axialem Abstand c zueinander vorgesehenen Tellern 50 jeder Etage erstreckt. Deren Tellerradius ist mit r1 bezeichnet und misst das 5- bis 10-fache der Weite b eines schmalen axialen Ringraumes 56, der sich innerhalb des Gehäuses 42 parallel zu dessen Mittelachse M erstreckt; letztere ist gleichzeitig Längsachse der Welle 45.

Die Welle 45 bildet mit diesen von ihr abragenden Etagen aus Radialarmen 44, Werkzeugen 46, Rohrwand 48 und Tellern 50 einen Rotor 52, zwischen dessen Etagen die in Spaltabstand e benachbarten beiden Teller 50 einen radialen Spaltraum 54 begrenzen.

Das Gemisch aus Feststoffpartikeln und Transportluft wird dem zwischen Stator 42 und Rotor 52 vorhandenen Ringraum 56 der tiefstliegenden Etage so zugeführt, dass es gegen die Drehrichtung x des Rotors 52 strömt. Dabei entsteht – in dieser Drehrichtung x – hinter jedem Werkzeug 46, das eine Abrißkante 47 anbietet, ein Heckwirbel, wie er in 6 bei Q angedeutet ist. In diesem Heckwirbel Q wird der Gemischstrom abrupt beschleunigt, die Feststoffpartikel werden aneinander gerieben und dabei in ihre Komponenten aufgelöst. Dazu sind Umfangsgeschwindigkeit der Abrißkante 47 des Werkzeugs 46, Prozeßtemperatur und Luftmengendurchsatz ebenso vorwählbar wie die Form der Wirbelbildung durch die Paarung Statorprofil/Werkzeugform.

Vor Eintritt in die nächste Etage kann sich der Gemischstrom in jenem Spaltraum 54 kurzzeitig ausdehnen, um dann in den nachgeordneten Abschnitt des Ringraums 56 zu gelangen.

Es sind unterschiedliche Werkzeugformen einsetzbar, deren einfachste – eine in den Ringraum 56 ragende Radialplatte – nicht wiedergegeben ist. Die im Werkzeug 46a der 6 von Vertikalrippen 59 begrenzten Durchbrüche bilden Kammern 60, welche die beschriebene Wirbelbildung verändern; durch die Auslegung der Werkzeuge 46, 46a werden die Intensitäten der entstehenden Verwirbelungen und somit die Wirkungen auf die Verbundelemente verändert (Beschleunigung, Aufprallenergie od. dgl.). Die Vertikalrippen 59 erzeugen – wie gesagt – vertikal nebeneinander gestreckte Kammern 60, nicht gezeigte Wandstege mehrere auch übereinander vorgesehene Kammern 60.

In 7, 8 sind zwei verschiedene Ausbildungen des Rotors 52 skizziert; der obere Rotor 52 ist mit in Pfeilrichtung steckbaren Werkzeugen 46b ausgestattet, der Rotor 52 der 8 mit in seinen oben beschriebenen Ebenen gesondert steckbaren – oder verschraubbaren – Werkzeugen 46b. Diese Gestaltungen führen zu einem einfacheren und schnelleren Rotorwechsel, entsprechende Maßnahmen beim Stator der 13, 14 zu einfacherem und schnellerem Statorwechsel. Im Falle der 14 müssen nun verschlissene Werkzeugteile 41 getauscht werden mit den Folgen längerer Standzeiten und einer Kostenminderung durch größere Teilestückzahl.

Die 9 bis 11 deuten jeweils einen Rotor 52 in Draufsicht an. Beim Rotor 52 nach 11 ist eine – um jene Mittel- oder Längsachse M – beidseitige Laufrichtung möglich, um durch Symmetrie des Verschleißes höhere Standzeiten zu erzielen, in 12 ist das Rotorwerkzeug 46b zur Feinjustierung und Standzeiterhöhung nachstellbar. In 11 sind die Rotorwerkzeuge 46c am Rotor 52 schwenkbar angelenkt, was zu einer variablen Spalteinstellung und ebenfalls zu einer Erhöhung der Standzeit führt. 12 zeigt einen Rotor 52 in Draufsicht und Seitenansicht, bei dem der Strömungseintritt variierbar gestaltet ist, um geringeren Verschleiss in der ersten Verarbeitungsebene zu erreichen.

Nicht dargestellt ist zum einen ein ebenfalls vorgesehener modularer Aufbau des Rotors 52, um dessen Standardsegmente unabhängig von der Beschleunigerdimension werden zu lassen. Zum anderen soll das Rotorwerkzeug zur Erhöhung der Werkzeugstandzeiten durch Nutzung möglich vieler Werkzeugflächen mehrseitig eingesetzt werden können.

Die mehrseitige Einsetzbarkeit von Werkzeugen 41 deutet auch 15 beim Stator 42 an mit den vorstehend zum Rotor 52 erörterten Vorteilen. Der Stator 42 der 16 bietet – – wie für den Rotor 52 zu 9 beschrieben – beidseitige Laufrichtung mit den schon zu 9 genannten Folgen.

Gemäß 17 sind/ist der Stator 42e und/oder der Rotor 52e in radiale Ebenen R1 bis R5 unterteilt, die gegeneinander verschoben zu werden vermögen, um die Flexibilität sowie die materialspezifische Aufschließkonfiguration zu verbessern. Nach 18 sollen die Rotorwerkzeuge 46c vertikal drehbar sein und neue Einstellparameter zur verarbeitungsstufenspezifischen Verweilzeit schaffen. Die Statorwerkzeuge 41c sind hier gegebenenfalls schräge Rillen als neue Konfigurationspartner.

Durch das Einführen der zu trennenden Verbundelemente 10 in den Stator 42 von oben her wird in 19 die Schwerkraft nutzbar gemacht statt einer pneumatischen Förderung; die getrennten Wertstoffe 64 treten hier bodenwärts aus dem Stator 42 aus.

20 zeigt den Eintrag eines zusätzlichen Strömungsmittels Z wie etwa Wasser am Vorzerkleinerer 12 – beispielsweise einem Schredder, einem Granulator, einem Abscheider – eines ersten Horizontes E1 und/oder an der Trenn- oder Aufschließeinheit 20 eines zweiten Horizontes E2 bzw. einem Separator 62 eines dritten Horizontes E3. Durch diesen Eintrag in die genannten Aggregate 12, 20, 62, denen jeweils Filtereinrichtungen 24 einer Entstaubung nachgeordnet sind, wird der Prozessluft Wärme entzogen und damit die Kühlung der Feststoffteile verbessert; durch die Kühlung kann ein Verschmelzen von Feststoffpartikeln verhindert werden. Die Durchsatzsteigerung kann sich dabei beispielsweise auf etwa 30% belaufen. Trotz dieser Durchsatzsteigerung bleibt die Feststoff-Fraktion-Qualität erhalten.

Bevorzugt werden bis zu 210 Liter je Stunde an Strömungsmittel bei geregelter bzw. gesteuerter Temperatur von höchstens 80°C; die untere Grenze kann bei 25°C liegen, die Temperaturdifferenz (&Dgr;T) allenfalls 2% bis 3 betragen. Der erwähnte Wert von 210 lt/h hängt von der Anlagendimension und dem zu behandelnden Material ab und gilt in diesem Fall für eine 4,5 t/h-Anlage sowie für Elektronikschrott. Bei einer 0,5 t/h-Anlage für Aluminiumverbundwerkstoffe beträgt jener Wert 60 lt/h und die Austrittstemperatur an dem auch als ACC bezeichneten Beschleuniger etwa 25°C.

Falls die genannten Temperaturhöchstgrenzen erreicht werden, spricht ein zweiter Regelkreis an, mit dem die Zufuhrmenge an zu behandelnden Materialien entsprechend reduziert wird.

Die aus dem Separator 62 austretenden Wertstoffe sind in 20 bei 64 angedeutet; es sind beispielsweise

Cu, Al, Fe, ...

PE, PVC, PET, ABS, ...

Cellulose.

Die Anordnung nach 21 ist ein Beispiel für die Aufbereitung von Elektronikschrott und enthält Optionen, die offline parallel zum Hauptmaterialfluss betrieben, aber auch nach gewissen Mengenkriterien zugeschaltet werden können. Von einem – Transportband 11 gelangt im freien Fall – oder durch einen Materialzubringer geführter Elektronikschrott in einen Schredder 12a. Vor diesem ist eine Eindüsstation 66 für Wasser als Strömungsmittel Z – samt Kühlung für dieses – angeordnet; das in den Schredder 12a fallende Haufwerk wird benetzt. Der im Schredder 12a auf eine definierte Größe vorzerkleinerte Schrott wird durch einen Materialförderer 15 zu einer nachgeschalteten Vibrationsrinne 17 gebracht und darin als lose Schüttung dosiert einem Überbandmagneten 68 zugefördert; die an diesem abgeschiedenen Fe-Anteile werden über ein Transportband 21 zu einem Fe-Sammelbehälter 25 gebracht.

Das verbleibende Haufwerk gelangt zu einer Siebeinrichtung 34a, in der es in Materialgrößen klassiert und Silobehältern 16 zugeführt wird; ein – ebenfalls mit einer Eindüsstation 66 für Wasser als Strömungsmittel Z ausgestatteter Überlauf 19 der Siebeinrichtung 34a führt zu einem Granulator 69 zum Zwecke der Nachzerkleinerung auf eine definierte Größe; ein dort angeschlossenes Staubabführrohr ist bei 23 kenntlich gemacht. Aus dem Silobehälter 16 wird das Haufwerk dosiert einem Förderband 11a mit Magnettrommel aufgegeben, dem ebenfalls eine Fe-Leitung 21 mit Fe-Sammelbehälter 25 nachgeschaltet ist, zudem ein sog. Zick-Zack-Sichter 70. In diesem wird das Haufwerk in Schwer- und Leichtgut getrennt.

Aus dem Zick-Zack-Sichter 70 austretendes Schwergut wird durch eine Leitung 31 zu einer Sammelstelle 33 getragen, wohingegen das Leichtgut zu einem Zyklon 72 mit Zellenradschleuse 26 gelangt, in dem Nichteisen-Metalle (NE) abgeschieden werden; die Fe-Anteile werden durch die Fe-Leitung 21 abgeführt. Die NE-Anteile werden von einer weiteren Vibrationsrinne 17 aufgenommen, der eine Bandwaage 73 vorgeschaltet ist und welche die Zuführmenge für einen nachgeordneten Beschleuniger 74 dosiert, in den – durch eine Leitung 75 zugebrachtes – Wasser eingedüst wird und dessen Austragsorganen wenigstens eine weitere Wassereindüsung zugeordnet ist. Im übrigen wird der Austrag an einem weiteren Sichter in Form eines Zyklons 72 in Materialstrom – Rohrleitung 78 – und Luftstrom geteilt; die austretende Luft wird durch eine Luftleitung 27 zu einem Staubfilter als Aufbereitungseinrichtung 80 geführt und dort in – von einem Ventilator 29 beschleunigt – gefilterte Luft und Staub getrennt, welcher aus einer Zellenradschleuse 26a in einen Sammelbehälter 35 gelangt.

Der aus jenem Zyklon 72 kommende Materialstrom wird in einem Trennsieb 76 in einzelne Austragswertstoffe 64 getrennt; die diesbezüglichen – dem Trennsieb 76 nachgeordneten – Fließbettseparatoren 62 sind ebenfalls einer Aufbereitungseinrichtung 80 für Luft und Staub zugeordnet.

Bei A bzw. B sind – beidseits der Gruppe von Fließbettseparatoren 62 – optionale Stationen angedeutet. Station A enthält zumindest ein Trennsieb 76 für die Trennung von Schwer- und Leichtfraktionen der austretenden Wertstoffe 64, Station B ein Dosiersilo 8l mit elektrostatischer Separation 82, in der Leiter (Metalle) und Nichtleiter (Kunststoffe od. dgl.) als Austrags-Wertstoffe 65 getrennt werden.

22 zeigt ein Funktionsschema mit einem Materialzulauf 15 zu einem Beschleuniger 74 als Aufschließ- oder Trenneinheit, der durch eine Leitung 22a mit einem Zyklon 72 mit Austragsleitung 71 verbunden ist. Dessen Staubaustrag 23a ist ein Staubfilter 80 sowie diesem ein Ventilator 29a nachgeschaltet. An dem Materialzulauf 15 ist ein für den Zufluss von Wasser als Strömungsmittel Z durch eine manuell einstellbare Zuführleitung 75 vorgesehen. Dem Regelventil 67 ist ein Ein/Aus-Schaltventil 67a vorgeordnet, und das Regelventil 67 ist mit einem Regler 84 verbunden sowie letzterer – wie auch die Leitung 22a – mit einer Steuerung 86 für die Signalaufzeichnung.

Die 23 bis 26 verdeutlichen die Funktion der Wassereindüsung. So ist der 23 der Funktionsbereich für die Regelung der Wassereindüsmenge zwischen den temperaturbestimmten linearen Funktionsgrenzen F, Ft über der Zeitachse (in Minuten) zu entnehmen. 24 verdeutlicht die Arbeitstoleranzen und lässt dazu den Mittel- oder Sollwert G innerhalb eines Toleranzbandes T erkennen. Hierzu treten in 25 bei Normalfunktion Kurven des Istwertes C sowie der Wassermenge H in Prozenten, die hier z.B. 70% betragen kann. Der Sollwert liegt hier bei 57°C, um die Wassereindüsung zum Einsatz freizugeben; der Sollwert kann innerhalb des Toleranzbandes T gehalten werden.

Wird der Sollwert überschritten, ergibt sich eine Funktionsweise nach 26 mit dem Auslösen eines Alarms wegen zu hoher Temperaturen. Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass auch mittels eines zweiten Regelkreises die Materialzufuhr verringert werden kann, um die gewünschte Temperatur zu halten.

Der nachfolgenden Tabelle sind mehrere Kombinationsmöglichkeiten zu entnehmen, darunter sechs Kombinationen, die nicht empfehlenswert sind, wozu auf die Legende des Blattes verwiesen sei.

Kombinationsmöglichkeiten

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Behandeln von Verbundelementen aus festen organischen und/oder anorganischen Verbundwerkstoffen wie Verbunden aus Metall/Metall, Kunststoff/Kunststoff, Metall/Kunststoff oder mineralischen Verbunden mit Metallen und/oder Kunststoffen durch Erzeugung von Feststoffpartikeln aus den Verbundelementen sowie Zugabe dieser Feststoffpartikel zu einem Transportfluid, wobei relativ zum Strom des Gemisches aus Feststoffpartikeln und Transportfluid wenigstens ein diesen Strom querendes Strömungshindernis angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass als Hindernis ein zusätzliches Strömungsmittel (Z) eingesetzt wird, dessen Eindüsung mit dem Strom des Gemisches oder quer zu letzterem durchgeführt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch den Einsatz von Wasser, Nebel od. dgl. als Strömungsmittel (Z).
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Strömungsmittel den Partikeln und/oder der Prozessluft Wärme entzogen wird, wobei Feststoffteile gekühlt werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für einen Durchsatz von etwa 4 t/h Elektronikschrott bis zu 210 lt/h an Strömungsmittel bei geregelter bzw. gesteuerter Temperatur von höchstens 80°C eingesetzt werden.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen der Höchsttemperatur durch eine zweiten Regelkreis die Zufuhrmenge an Verbundelementen entsprechend verringert wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Strömungsmittel Staub gebunden wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse/n mittels Signalen gesteuert wird/werden.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundelemente von oben her in einem Stator eingeführt und durch Schwerkraft gefördert werden (19).
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch wenigstens ein weiteres in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbartes Merkmal.
  10. Anlage zum Behandeln von Verbundelementen aus festen organischen und/oder anorganischen Verbundwerkstoffen wie Verbunden aus Metall/Metall, Kunststoff/Kunststoff, Metall/Kunststoff oder mineralischen Verbunden mit Metallen und/oder Kunststoffen, bei der ein Strömungsweg für ein aus dem/den Verbundelement/en hergestellte Feststoffpartikel tragendes Transportfluid von einer äußeren Wandung (43) eines Gehäuses als Stator (42) sowie einer Schar von aufeinanderfolgenden, um eine sie drehende Welle (45) als Achse eines Rotors (52) relativ zur Wandung bewegten Werkzeugen (46, 46a bis 46c) begrenzt ist, insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach wenigstens einem der voranstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Strömungsweg zumindest eine zusätzliche Düse für den Einsatz eines Strömungsmittels (Z) wie Wasser oder Nebel vorgesehen ist.
  11. Anlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse/n bewegbar angeordnet ist/sind.
  12. Anlage nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse/n bezüglich der Größe ihres Austrages einstellbar ausgebildet ist/sind.
  13. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse/n mit einer Signalsteuerung versehen sind.
  14. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse Teil einer Eindüsstation (66) für das Strömungsmittel (Z) ist.
  15. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse bzw. die Eindüsstation (66) einem Vorzerkleinerer (12) und/oder einer Aufschließeinheit (20) bzw. einem Separator (62) zugeordnet ist.
  16. Anlage nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Düse bzw. der Eindüsstation zumindest eine Filtereinrichtung (24) einer Entstaubungsstation nachgeordnet ist.
  17. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 16, gekennzeichnet durch eine einem Zyklon (72) vorgeschaltete Aufschließ- oder Trenneinheit (74a), in deren Materialzulauf (15) eine einstellbare Zuführleitung (75) für Strömungsmittel (Z) mündet.
  18. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass dem Regelkreis für die Austragsmenge der Düse/n ein weiterer Regelkreis für die Eintragsmenge der zu verarbeitenden Werkstoffe vorgesehen ist.
  19. Anlage nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelkreise zueinander etwa gegenläufig gestaltet sind.
  20. Anlage nach einem der Ansprüche 10 bis 19, gekennzeichnet durch wenigstens ein weiteres in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbartes Merkmal.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen






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