| Dokumentenidentifikation |
DE102004060353A1 04.08.2005 |
| Titel |
Vorrichtung und Verfahren zum Abtrennen eines Rohrs unter Verwendung einer Sprengvorrichtung mit Mehrpunktzündung |
| Anmelder |
Halliburton Energy Services, Inc., Dallas, Tex., US |
| Erfinder |
Grattan, Antony F., Mansfield, Tex., US; Patterson, Michael L., Lafayette, La., US; Barker, James M., Mansfield, Tex., US; Wuensche, Thomas J., Granbury, Tex., US |
| Vertreter |
Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, 80538 München |
| DE-Anmeldedatum |
15.12.2004 |
| DE-Aktenzeichen |
102004060353 |
| Offenlegungstag |
04.08.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
04.08.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
F42D 3/00
|
| Zusammenfassung |
Die vorliegende Erfindung betrifft das Abtrennen eines Steigrohrs, Leitungsrohrs oder Futterrohrs in einem Öl- oder Gasförderschacht und genauer ein System und ein Verfahren zum Herstellen und Verwenden einer Sprengvorrichtung mit Mehrpunktzündung, welche eine verstärkte Druckwelle zum Abtrennen eines Steigrohrs, Leitungsrohrs oder Futterrohrs in einem Öl- oder Gasförderschacht erzeugt. Ein Ausführungsbeispiel verwendet mindestens zwei gegenüberliegende Zünder zum Zünden einer Säule aus Sprengmaterial von gegenüberliegenden Enden her, wodurch gegenläufige Druckwellen erzeugt werden, welche zu einem Mittelpunkt zwischen den Initialzündern laufen, und eine Formladungsanordnung mit einer Beschichtung, welche sich bei dem Mittelpunkt befindet, welche unmittelbar vor der Ankunft der gegenläufigen Druckwellen zündet und welche einen anfänglichen, schnell strömenden Strahl erzeugt, um das Zielrohr vor der Ankunft des Druckstoßes, welcher von den Initialzündungen ausgeht, vorzukerben.
|
| Beschreibung[de] |
|
GEBIET DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen und
Verwenden einer Sprengvorrichtung mit Mehrpunktzündung, welche eine verstärkte Druckwelle
erzeugt, und insbesondere ein System zum Abtrennen eines Steigrohrs, Leitungsrohrs
oder Futterrohrs bzw. zum Ausüben von Stoßwirkungen auf in einem Bohrloch befindliche
Strukturen in einem Öl- oder Gasförderschacht unter Verwendung einer Sprengvorrichtung
mit Mehrpunktzündung.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Verwendung von Sprengvorrichtungen zum Abtrennen von Leitungsrohren,
Steigrohren oder Futterrohren, welche zum Auskleiden von Förderschächten, wie etwa
Öl- und Erdgasförderschächten oder ähnlichem verwendet werden, ist in der Technik
gut bekannt. Beispielsweise offenbart die U.S.-Patentanmeldungsveröffentlichung
Nr. US 2003/0047312, veröffentlicht am 13. März 2003 durch William T. Bell, ein
Verfahren und eine Vorrichtung zum Abtrennen eines Bohrrohrs, eines Futterrohrs
und anderer massiver rohrförmiger Strukturen durch die Fernzündung einer Trennsprengladung.
Gewerbliche Aktivitäten, welche die Exploration von Gas, Rohöl, Mineralien
und selbst von Wasser oder Dampf betreffen, erfordern die Verwendung eines Steigrohrmaterials
mit einem großem Durchmesser und einer großen Wanddicke, welches in einem Bohrloch
hängt, welches bis zu mehrere Meilen weit in die Erdkruste eindringen kann. Das
Bohrloch kann Abweichungen in einer beliebigen Anzahl von Graden aufweisen, so daß
Biegungen und Winkel in dem Bohrloch erzeugt werden. In derartigen Tiefen und in
derartigen Umgebungen wirken extreme hydrostatische Drücke.
Bei gewerblichem Betrieb von Förderschächten können Ereignisse vorkommen,
welche es erfordern, daß der Rohrzug an einem Punkt unter der Oberfläche abgetrennt
wird. Beispielsweise kann die Förderschachtbohrungs-Seitenwand gegen das Bohrgestänge
kollabieren und dabei verhindern, daß dieses in der Förderschachtbohrung bewegt
oder aus dieser entfernt wird. Typischerweise ist es wünschenswert, durch Abtrennen
des Rohrs an einem Punkt unmittelbar über dem Punkt, bei welchem das Rohr gefangen
ist, möglichst viel von dem Rohr zu entfernen und den freien Abschnitt herauszuziehen.
In einem derartigen Fall kann ein verseiltes Gerät in dem zentralen
Bohrrohrströmungskanal aufgehängt werden, um die Tiefenposition des Behinderungspunkts
zu bestimmen und zu messen. Diese Information kann verwendet werden, um ein Sprengabtrennungsgerät
in dem Bohrrohrströmungskanal anzuordnen, um das Bohrgestänge über dem Behinderungspunkt
abzutrennen und danach das freie Bohrgestänge über dem Behinderungspunkt herauszuziehen
und dadurch möglichst viel von der Förderschachtbohrungs-Investition zu retten.
Typischerweise umfaßt ein Sprengabtrennungsgerät für ein Bohrrohr
eine bedeutende Menge eines starken Sprengstoffs, wie etwa RDX, HMX oder HNS, welcher
zu „Pellets" hoher Dichte kompaktiert ist. Die Pelletdichte wird typischerweise
kompaktiert, um bei einer Detonation eine Druckwellengeschwindigkeit zu erreichen,
welche einen Druckstoß liefert, welcher das Rohr abtrennt.
Typischerweise umfaßt das Rohrabtrennungsgerät ein Außengehäuse, welches
ein dünnwandiges metallisches Rohr mit einem geeigneten Außendurchmesser, welcher
mit dem Durchmesser des Bohrrohrströmungskanals, welcher zum Abtrennen vorgesehen
ist, verträglich ist. Das obere Ende des Außengehäuserohrs ist mit einem Gewindeverschluß
abgeschlossen, welcher isolierte elektrische Verbinder entlang einer Axialrichtungsöffnung
aufweist. Der Verschluß des oberen Endes des Außengehäuses wird extern geeignet
vorbereitet, um einen Hängezug aufzunehmen, wie etwa ein elektrisch leitendes Seilgestänge
oder eine kontinuierliche Rohrverbindungs-Untereinheit.
Typischerweise ist das untere Ende des Außengehäuses mit einer rohrförmigen
Anordnung verschlossen, welche einen Schnauzenverschluß mit Bajonettverschluß umfaßt.
Die Schnauzenverschlußanordnung umfaßt eine relativ kurze Länge eines starkwandigen
Rohrs, welches in Axialrichtung von einem Innenbohrungsverschluß ausgehend verläuft.
Der Bohrungsverschluß durchdringt die Hülse des Außengehäuserohrendes, während der
rohrförmige Abschnitt des Schnauzenverschlusses von dem unteren Ende des Außengehäuserohrs
ausgehend verläuft. Der Bohrungsverschluß ist in Verlauf um den Umfang davon durch
Hochdruck-Dichtungsringe abgedichtet und um den Außendurchmesser des Außengehäuserohrs
befestigt.
Der rohrförmige Abschnitt des Schnauzenverschlusses liefert typischerweise
einen geschlossenen Kammerraum zum Umschließen elektrischer Leiter und ein unteres
Zündvorrichtungsgehäuse zum Umschließen eines Zünders, wie etwa eines Sprengbrückendrahtzünders
(EBW-Zünders (für engl.: exploding bridge wire; A.d.Ü.)) oder eines Sprengfolienzünders
(EFI's (für engl.: exploding foil initiator; A.d.Ü.)).
Bei einem typischen Rohrabtrennungsgerät ist das obere Ende des Außengehäuses
ein rohrförmiges Innengehäuse zum Umschließen einer elektronischen Sprengpatrone.
Unter dem rohrförmigen Innengehäuse befindet sich ein zylindrisches oberes Zündvorrichtungsgehäuse.
Unter dem unteren Zündvorrichtungsgehäuse befindet sich eine Menge eines Sprengmaterials.
Das untere Zündvorrichtungsgehäuse ist durch eine geeignete Feder elastisch von
dem Bohrungsverschluß des Schnauzenverschlusses mit Bajonettverschluß getrennt.
Das obere Zündvorrichtungsgehäuse umfaßt einen geschlossenen Kammerraum zum Umschließen
elektrischer Leiter, gewöhnlich eines Sprengbrückendrahtzünders (EBW-Zünders) oder
eines Sprengfolienzünders (EFI's).
Typischerweise besteht das Sprengmaterial aus Sprengstoffpellets,
welche als feste Zylinderabschnitte mit einer Axialöffnung ausgebildet sind, welche
innerhalb der Außengehäusehülse angeordnet sind, so daß die oberste Pelletseite
anliegend mit dem oberen Zündvorrichtungsgehäuse verbunden ist und sich die untere
Zündvorrichtung in anliegender Verbindung mit der untersten Pelletseite befindet.
Die Anordnung wird sodann durch die Druckfeder zwischen dem Schnauzenverschlußabsatz
und dem unteren Zündvorrichtungsgehäuse zusammengedrückt, bis ein Anschlag zwischen
dem Schnauzenverschlußabsatz und dem unteren distalen Ende des Außengehäuserohrs
erfolgt.
Die Verwendung von Sprengladungen zum Durchschlagen von Leitungsrohr
und Steigrohr in einem Ölförderschacht ist in der Technik gut bekannt. Das Patent
von Bell offenbart eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Abtrennen eines Bohrrohrs
durch gleichzeitiges Zünden gegenüberliegender Enden einer Säule aus Sprengstoffpellets
durch elektrisch ausgelöste Sprengdrahtzünder (EBW's). Ferner ist die Verwendung
von Formladungen zum Durchschlagen von Leitungsrohr oder Steigrohr bei einer Förderschachtbohrung
gut bekannt. Eine Formladung ist ein generell zylindrisches oder becherförmiges
Gehäuse, welches ein offenes Ende aufweist und worin ein geformter Sprengstoff angebracht
ist, welcher generell als Hohlkegel gestaltet ist, dessen konkave Seite dem offenen
Ende des Gehäuses zugewandt ist. Die konkave Oberfläche des Sprengstoffs ist mit
einer dünnen Metallbeschichtung beschichtet, welche, wie in der Technik gut bekannt
ist, bei Detonation des Sprengstoffs durch Explosionswirkung veranlaßt wird, hydrodynamisch
einen Materialstrahl mit fluidartigen Eigenschaften zu bilden. Dieser Strahl aus
viskosem Material besitzt eine geeignete Durchschlagskraft zum Durchschlagen des
Förderschachtrohrs, dessen Betonauskleidung und der umgebenden Erdformation. Typischerweise
ist die Formladung derart gestaltet, daß die Beschichtung auf der konkaven Oberfläche
davon eine einfache konische Beschichtung definiert, welche einen kleinen in Radialrichtung
verlaufenden Scheitelbereich mit einem Radialwinkel in zu der Achse des im Bohrloch
befindlichen Geräts, welches verwendet wird, um die Formladung in dem Bohrloch anzuordnen,
hin gewandter Anordnung aufweist. Formladungen des Typs, welcher typischerweise
verwendet wird, um Leitungsrohr, Futterrohr und Steigrohr in einer Förderschachtbohrung
zu durchschlagen, können konische Formladungen, gerade Formladungen oder gekrümmte
Formladungen sein. Formladungen können dem beschichteten oder dem unbeschichteten
Typ angehören.
Generell wird die resultierende Formladung mittels einer Zündvorrichtung
gezündet, welche eine zeitgesteuerte Zündungsabfolge einer Zünderanordnung auslöst.
Die Zünderanordnung leitet ein Signal, wie etwa die kontinuierliche Verbrennung
einer Sprengschnur oder eine elektrische Ladung, zu einem Zünder, welcher bei dem
Zündungspunkt in proximaler Anordnung an dem Sprengmaterial angeordnet ist. Der
Zünder kann ein Zwischendetonator bzw. eine Zündladung sein, welcher bzw. welche
bei bzw. nahe bei dem Scheitelbereich der Formladung angeordnet ist und derart angeordnet
ist, daß die Sprengzündschnur, die Sprengschnur oder der elektrische Zünder in enger
Nähe zu der Zündladung zur Zündung der Formladung angeordnet werden können.
Die Tiefe, in welcher derartige Arbeitsvorgänge erfolgen können, kann
zu einem großen hydrostatischen Druck führen, welcher dazu neigt, den Druck des
Explosionsstoßes zu dämpfen und zu unterdrücken und eine Abtrennung des Rohrs zu
verhindern.
Um die Wirkung eines derartigen hydrostatischen Drucks zu überwinden
und den Rohrabtrennungs-Druckstoß zu verstärken, erfolgten bei früheren Geräten
Bemühungen, den Sprengstoff gleichzeitig von gegenüberliegenden Enden der Sprengstoffsäule
her zu zünden. Gleichzeitige Zündungen an gegenüberliegenden Enden des Sprengstoffs
liefern eine Druckwellenfront von einem Ende, welche bei dem Mittelpunkt des Sprengstoffs
mit einer Druckwellenfront von dem gegenüberliegenden Ende des Sprengstoffs kollidiert.
Die Kollision der Druckwellenfronten kann die Wirkungen der Explosion an dem Ort
der Kollision auf das 4- bis 5fache des Normaldrucks vervielfachen.
Ungeachtet der Verstärkung des vorgesehenen Rohrabtrennungs-Druckstoßes,
welcher durch die kollidierenden Wellenfronten erzeugt wird, kann die Verstärkung
des Drucks in bestimmten Tiefen und für bestimmte Dicken von Leitungsrohr, Steigrohr
oder Futterrohr ungenügend sein, um die erwünschte Rohrabtrennung zu bewirken.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Einige Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung betreffen eine
Spreng-Abtrennvorrichtung mit Mehrpunktzündung, welche ein äußeres Gehäuse umfaßt,
welches einen Innenraum aufweist, welcher sich zwischen gegenüberliegenden distalen
Enden des Gehäuses erstreckt. Eine explosionsgekoppelte Ansammlung von Sprengmaterial
ist in dem Gehäuseinneren angeordnet. Ein erster, ein zweiter und ein dritter Zünder
sind an einem ersten, zweiten und dritten Ort jeweils mit der Ansammlung von Sprengmaterial
verbunden, wobei sich der dritte Ort zwischen dem ersten und dem zweiten Ort befindet.
Bei einem Ausführungsbeispiel wird mindestens eine Zündvorrichtung verwendet, um
eine zeitgesteuerte Zündungsabfolge der Zünder auszulösen, welche mit den Sprengmaterialien
verbunden sind.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Offenbarung umfaßt die Sprengvorrichtung
mit Mehrpunktzündung eine Formladung und eine Beschichtung, welche eine Vorkerbung
des Leitungsrohrs bzw. Steigrohrs an dem Ort der vorgesehenen Trennung bewirkt,
wodurch die Trennwirkung der mehreren Druckwellen und der nachfolgenden Wellenkollisionen
verstärkt wird.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel betrifft die Offenbarung ein
Verfahren zum Abtrennen einer rohrförmigen Struktur, welches das Anordnen einer
explosionsgekoppelten Ansammlung von Sprengmaterial, welche einen ersten Bereich,
einen zweiten Bereich und einen dritten Bereich, welcher sich mindestens teilweise
zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich befindet, in der rohrförmigen Struktur
umfaßt. Es werden mindestens zwei Druckwellen, welche durch das Sprengmaterial laufen,
durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem ersten Bereich eines Sprengmaterials
verbunden ist, zum Zünden einer ersten Druckwelle in dem ersten Bereich eines Sprengmaterials,
und durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem zweiten Bereich eines
Sprengmaterials verbunden ist, zum Zünden einer zweiten Druckwelle in dem zweiten
Bereich eines Sprengmaterials erzeugt. Mindestens eine weitere Druckwelle wird durch
Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem dritten Bereich eines Sprengmaterials
verbunden ist, zum Auslösen einer dritten Druckwelle in dem dritten Bereich eines
Sprengmaterials zwischen der ersten und der zweiten Druckwelle erzeugt.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel betrifft die Offenbarung ein
Verfahren zum Ausüben von Stoßwirkungen auf eine Struktur, wobei das Verfahren das
Anordnen einer explosionsgekoppelten Ansammlung von Sprengmaterial, welche einen
ersten Bereich und einen zweiten Bereich aufweist, nahe bei der Struktur umfaßt.
Es werden mindestens zwei Druckwellen erzeugt, welche durch das Sprengmaterial laufen,
wobei mindestens eine Welle in dem ersten Bereich eines Sprengmaterials entsteht
und mindestens eine Welle in dem zweiten Bereich eines Sprengmaterials entsteht.
Mindestens eine weitere Druckwelle wird zwischen der ersten und der zweiten Druckwelle
erzeugt.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
Die Erfindung ist gemeinsam mit weiteren Vorteilen davon am besten
durch Verweis auf die folgende Beschreibung bei Betrachtung in Verbindung mit der
beigefügten Zeichnung zu verstehen, wobei:
1 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine zusammengesetzte Sprengpatronenanordnung mit einer konischen Beschichtung,
welche einen halbkugelförmigen Scheitelbereich aufweist, darstellt;
2 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine zusammengesetzte Sprengpatronenanordnung darstellt, welche einen einzigen Zünder
umfaßt, welcher an einem Ort zwischen mehreren Zündern angeordnet ist;
3 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine Sprengpatronenanordnung darstellt und gegenläufige Wellenfronten und eine Formladung
umfaßt;
4 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine Sprengpatronenanordnung darstellt und mehrere gegenläufige Wellenfronten umfaßt;
5 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine Sprengpatronenanordnung mit einer Formladung mit einer konischen Beschichtung
darstellt;
6 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine Formladung mit einer konischen Beschichtung mit mehreren Zündern, welche an
dem Außenumfang der konischen Ladung angeordnet sind, darstellt;
7 ein Querschnittsdiagramm ist, welches
eine Sprengpatronenanordnung und eine Formladung, welche eine konische Beschichtung
mit einem halbkugelförmigen Scheitelbereich umfaßt, darstellt und ferner ein Mehrgeschwindigkeits-Sprengmaterial
mit relativ unterschiedlichen Detonationsgeschwindigkeiten darstellt.
GENAUE BESCHREIBUNG
Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Spreng-Abtrennvorrichtung
und ein Verfahren zum Erzeugen des Phänomens einer verstärkten Druckwelle. Die Vorrichtung
wird typischerweise zum Abtrennen dickwandiger rohrförmiger Zielobjekte durch Detonieren
einer Sprengladung in dem ringförmigen Umfang eines Zielrohrs verwendet, wo die
Wirkung herkömmlicher Trennvorrichtungen aufgrund der extremen Dicke des Zielrohrs
oder aufgrund extremer hydrostatischer Drücke, welche die Wirkung der Explosion
dämpfen, wie etwa in einem tiefen Öl- oder Gasförderschacht, begrenzt ist bzw. diese
unwirksam sind. Die Vorrichtung und das Verfahren sind nicht auf diese Typen von
Zielobjekten beschränkt und können auch für dünnwandige Zielobjekte und weniger
extreme hydrostatische Drücke verwendet werden.
Die Vorrichtung und das Verfahren der vorliegenden Offenbarung verwenden
typischerweise ein Sprengmaterial oder eine Ansammlung von Sprengmaterialien zum
Erzeugen mehrerer Druckwellen. Ein Sprengmaterial ist ein Material, welches unter
definierten Bedingungen unter Erzeugung einer Druckwelle explodiert. Ein Sprengmaterial
kann aus mehreren Komponenten zusammengesetzt sein, welche mehrere Sprengstoffe
umfassen und nichtexplosive Materialien umfassen können, solange die gesamte Ansammlung
explosionsfähig ist. Ferner können benachbarte Gruppen mit verschiedenen Kombinationen
bzw. Mischungen von Sprengstoffen vorhanden sein. Wenn eine Explosionskopplung derartiger
Gruppen vorliegt, können diese weiterhin gemeinsam als „Sprengmaterial" bezeichnet
werden, obgleich mehrere Materialien vorhanden sein können und sogar mehrere unterschiedliche
benachbarte Gruppen, welche jeweils aus mehreren Materialien bestehen, vorhanden
sein können.
Für die vorliegende Offenbarung wird „explodieren" als Durchlaufen
einer schnellen chemischen Reaktion unter Erzeugung von Lärm, Wärme und gewaltsamer
Ausdehnung von Gasen definiert und umfaßt keine Kernreaktionen. Die Explosion läuft
durch das Material und wird durch das Sprengmaterial mit Brennstoff versorgt. Wenn
die Druckwelle, welche durch die Explosion erzeugt und angetrieben wird, schneller
als mit Schallgeschwindigkeit läuft, so kann die Druckwelle speziell als Schockwelle
bezeichnet werden und kann die Explosion als Detonation bezeichnet werden. Wenn
die Druckwelle, welche durch die Explosion erzeugt und angetrieben wird, langsamer
als mit Schallgeschwindigkeit läuft, so kann die Druckwelle allgemeiner als Druckwelle
bezeichnet werden und kann die Explosion als Verpuffung bezeichnet werden. Obgleich
das Sprengmaterial bei vielen Beispielen durch eine Detonation explodiert und Schockwellen
erzeugt, können alternative Beispiele, welche viele der Vorteile der vorliegenden
Erfindung bieten, Druckwellen verwenden, welche durch eine Verpuffung eines Sprengmaterials
erzeugt werden. Für die Zwecke der vorliegenden Offenbarung werden Schockwellen
und Druckwellen gemeinsam als Druckwellen bezeichnet.
Ferner werden, wenn benachbarte Gruppen oder Abschnitte eines Sprengmaterials
anliegend oder in ausreichender Nähe angeordnet sind, so daß eine Explosion einer
Gruppe bzw. eines Abschnitts des Sprengmaterials (durch Detonation oder durch Verpuffung)
zu einer Explosion einer benachbarten Gruppe bzw. eines benachbarten Abschnitts
führt, die zwei benachbarten Gruppen bzw. Abschnitte als explosionsgekoppelt bezeichnet.
Es können Sperren bzw. Zwischenmaterialien zwischen den explosionsgekoppelten Materialien
vorhanden sein, solange eine Explosion von mindestens einem davon zu einer Explosion
der gekoppelten Gruppe führt.
Die mehreren Ausführungsbeispiele der Erfindung bestehen aus zwei
allgemeinen geometrischen Anordnungen. Bei einem Ausführungsbeispiel sind eine Säule
aus einem Sprengmaterial und mehrere Zünder entsprechend den Explosionszeitsteuerungs-
und Trennanforderungen geometrisch entlang einer gemeinsamen Achse verteilt. Die
Säule kann eine anliegend angeordnete Ansammlung von Sprengmaterial, eine Ansammlung
von Abschnitten verschiedener Kombinationen von Sprengmaterialien, welche anliegend
angeordnet sind, oder eine Säule von Abschnitten aus einem Sprengmaterial (aus Sprengmaterialien),
welche durch Wände oder andere Materialien getrennt sein können, jedoch weiterhin
explosionsgekoppelt sind, sein. Bei jedem der obigen Fälle ist das Sprengmaterial
(sind die Sprengmaterialien) üblicherweise explosionsgekoppelt. Bei einem weiteren
Ausführungsbeispiel ist eine Formladungspatronenanordnung oder eine andere Wellenformungs-
oder Metallstrahlprojektilformungsanordnung zwischen zwei Säulen aus einem Sprengmaterial
angeordnet, welche entlang einer gemeinsamen Achse angeordnet sind. Die Sprengstoffsäulen
können bezüglich der gemeinsamen Achse die gleiche Länge aufweisen oder nicht, und
die Sprengstofftypen können den gleichen Typen zugehören oder nicht, basierend auf
den Anforderungen hinsichtlich der Explosionsgeschwindigkeit. Bei einem weiteren
Ausführungsbeispiel kann das Sprengmaterial bzw. können Abschnitte des Sprengmaterials
explosionsgekoppelt und in einer nicht säulenförmigen Gestalt, wie etwa einer kugelförmigen
Masse oder einer anderen Gestalt, welche für bestimmte erwünschte Wellenwechselwirkungen
oder Wirkungsabgabebedingungen nützlicher sein kann, angeordnet sein.
Die vorliegende Offenbarung beschreibt hinsichtlich Geometrie und
Zeitsteuerung mehrere Anordnungen zur Zündung der Explosion in dem Sprengmaterial.
Generell sind die geometrische Anordnung und die Zeitsteuerung der Initialzündung
der Explosion in dem Sprengmaterial geeignet abgestimmt, um zu
bewirken, daß mehrere Druckwellen an gegenüberliegenden Enden des Sprengmaterials
entstehen, und zu bewirken, daß die Druckwellen bei bzw. nahe bei einem Mittelpunkt
kollidieren.
Eine weitere Zündung einer Explosion in dem Sprengmaterial ist geeignet
abgestimmt, um vor, nach oder gleichzeitig mit den Initialzündungen bei bzw. nahe
bei dem Ort der Kollision der ursprünglichen Druckwellen zu erfolgen. Der Vorgang
wird gewöhnlich durch eine primäre Zündvorrichtung ausgelöst, welche mit den jeweiligen
Zündern verbunden ist, wobei die Zeitsteuerung zwischen dem ursprünglichen Auslösen
der Zündvorrichtung bis zu der tatsächlichen Zündung bei den mehreren Zündungspunkten
durch die jeweiligen Zünder gesteuert wird. Für die Zwecke der vorliegenden Offenbarung
umfaßt der Ausdruck „verbunden" bzw. „gekoppelt" sowohl eine direkte
Verbindung bzw. Berührung als auch eine indirekte Verbindung, wobei beispielsweise
Wirkungen auf oder durch ein Element eines verbundenen Paars das andere Element
des verbundenen Paars selbst in Abwesenheit einer direkten Verbindung wirksam beeinflussen.
Die kombinierte Wirkung der mehreren Druckwellen erzeugt einen verstärkten Druckstoß
bzw. verstärkte Druckstöße, wodurch eine Abtrennung des Zielrohrs bewirkt wird.
Obgleich die Initialauslösungsvorrichtung als primäre Zündvorrichtung bezeichnet
wird, soll der Ausdruck eine beliebige Vorrichtung, einen Schalter, eine Maschine
oder ein anderes Instrument bezeichnen, welches verwendet wird, um den Ablauf zu
starten, welcher zu der Zündung von Explosionen (Detonationen oder Verpuffungen)
in dem Sprengmaterial führt. Ferner können, obgleich in vielen Fällen eine einzige
Zündvorrichtung vorhanden ist, um die Zeitsteuerung der mehreren Zündungen sehr
genau zu steuern, bei alternativen Ausführungsbeispielen mehrere Zündvorrichtungen
vorhanden sein, welche verschiedene Aspekte der Zündungsabfolge getrennt und unabhängig
auslösen.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel ist der Zündungsort, welcher
sich bei bzw. nahe bei dem Ort der Kollision der ursprünglichen Druckwellen befindet,
eine Formladungsvorrichtung mit einer Beschichtung, welche unmittelbar vor der Ankunft
der Druckwellen zu einer Strahlausbildungswirkung des Beschichtungsmaterials, welche
gegen das Zielrohr gerichtet ist, führt, was zu einer Vorkerbung des Zielrohrs führt,
welche das Zielrohr schwächt und dessen Abtrennung fördert. Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel
kann die Formladung unbeschichtet sein.
Es kann eine Anzahl möglicher Verfahrensweisen verwendet werden, um
die Zeitsteuerung der Zündung des Sprengmaterials und den Ort der Verstärkung der
resultierenden Druckwellen und des Druckstoßes abzustimmen. Die Zündtechnik erfordert,
daß mindestens zwei genau zeitgesteuerte Zündungsereignisse zu dem Zweck ausgelöst
werden, daß diese mit einem dritten Zündungsereignis oder mehreren nachfolgenden
Zündungsereignissen, welches bzw. welche zwischen den ursprünglichen Druckfronten
erfolgt bzw. erfolgen, oder mit den mehreren Druckfronten, welche erzeugt werden,
wechselwirken. Die ersten zwei Druckfronten dienen dazu, eine dritte, ursprüngliche
Druckfront zu verstärken oder ein drittes, nachfolgendes Druckereignis zu begrenzen.
Die verbesserte Druckwechselwirkung bewirkt aufgrund der Druckwellenwechselwirkung
und der Zerstörungswirkung auf das Zielrohr eine wirksamere Trennung des Zielrohrs.
Eine Verfahrensweise besteht darin, gleichzeitige Zündungen an gegenüberliegenden
Enden einer Säule aus einem Sprengmaterial erfolgen zu lassen, wobei mehrere Wellenfronten
erzeugt werden, welche zu einem Zwischenpunkt der Säule aus Sprengmaterial laufen,
und ein drittes Zündungereignis einer Formladung oder einer anderen Wellenformungsanordnung
mit einer Beschichtung, welche einen Strahl in Radialrichtung von der dritten Explosionsstelle
gegen die Innenwand des Zielrohrs erzeugt, erfolgen zu lassen, was zu einer Schwächung
und Vorkerbung des Zielrohrs unmittelbar vor der Ankunft des Druckstoßes, welcher
durch die gegenüberliegenden Initialzündungen des Sprengmaterials erzeugt wird,
führt. Das dritte Zündungsereignis kann derart zeitgesteuert werden, daß dieses
unmittelbar vor der Ankunftszeit des Druckstoßes erfolgt, welcher durch die gegenüberliegenden
Initialzündungen des Sprengmaterials erzeugt wird.
Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel kann die Auslösung des
dritten Explosionsereignisses gleichzeitig mit der Ankunftszeit des Druckstoßes,
welcher durch die gegenüberliegenden Initialzündungen des Sprengmaterials erzeugt
wird, oder danach erfolgen.
Die Zündung der Sprengstoffe kann durch eine beliebige Anzahl verschiedener
Zünder, welche optische Zünder, elektrische Zünder oder elektrische Zündvorrichtungen
(in der vorliegenden Schrift gemeinsam als Sprengzünder bezeichnet), Schwachsprengzündschnüre
oder eine zeitgesteuerte Sprengkette (in der vorliegenden Schrift gemeinsam als
Sprengzünder bezeichnet) umfassen, erreicht werden. Eine elektrische Zündung kann
durch Verwenden eines Hochspannungsentladungssystems und Zünder des EBW- oder EFI-Typs
erreicht werden, wobei das Hochspannungsentladungssystem eine zusätzliche Zeitsteuerungsschaltungsanordnung
aufweisen kann, um die erforderlichen Verzögerungen zwischen Zündungsereignissen
zu erzeugen. Eine Sprengzündung kann ferner durch Verwenden einer Schwachsprengzündschnur
(MDF; für engl.: Mild Detonation Fuze; A.d.Ü.) zum Herstellen einer
ununterbrochenen Zündungssprengkette in Verlauf durch die Sprengstoffsäule (ohne
vorherige Zündung der Säule) erreicht werden, wobei die Zeitsteuerung durch Verwenden
zuvor abgemessener MDF-Längen verwirklicht wird. Ein weiteres Verfahren zum Verwirklichen
einer Zeitsteuerung durch eine Sprengkette besteht darin, verschiedene Sprengstofftypen
zu verwenden, welche entsprechend den Änderungen der Zeit, welche zum Verbrauchen
verschiedener Abschnitte der Sprengstoffsäule benötigt wird, ausgewählt sind. Die
Druckwellenform kann gleichfalls in dieser Weise manipuliert werden, beispielsweise
mit einem Kern, welcher aus einem schneller verbrennenden Sprengstoff hergestellt
ist, und einem umgebenden Zylinder aus einem langsamer verbrennenden Sprengstoff,
welche beide Bestandteil des gleichen Sprengstoffbereichs bzw. der gleichen Sprengstoffgruppe
sein können. Ungeachtet des Verfahrens der Zeitsteuerung werden mehrere Zündungspunkte
eingerichtet, um wechselwirkende Druckfronten zu erzeugen. Ähnlich sind die Zünder
ungeachtet des verwendeten Verfahrens dadurch mit dem Sprengmaterial verbunden,
daß sich diese in Kontakt mit dem Sprengmaterial oder in der Nähe davon befinden
und über einen ausreichenden Wirkungszugang verfügen, so daß der Zünder eine Explosion
in dem Sprengmaterial auslösen kann. Wechselwirkungen mehrerer Druckwellen können
durch Einführen nachfolgender Zündungspunkte und Einrichten weiterer Orte von Druckwellenkollisionen
und Druckwellenwechselwirkungen erreicht werden.
Ungeachtet der Endgestaltung besteht die verbesserte Vorrichtung aus
mehreren Zündungspunkten (es werden mindestens 3 Zündungspunkte verwendet), um eine
Begrenzung oder eine Wechselwirkung von Druckwellenfronten zu erreichen, welche
den Druck und die Wirkung der mehreren Zündungsereignisse verstärkt, um eine Abtrennungswirkung
auf das Zielrohr durch Vorkerbungs- oder Druckwellenwechselwirkungstechniken zu
erreichen.
Sprenganordnung
Die Sprenganordnung umfaßt generell eine Säule aus einem Sprengmaterial,
wobei Zünder an mehreren gegenüberliegenden oder geometrisch verteilten Orten an
oder in dem Sprengmaterial angeordnet sind. 1 stellt
die zweiendige gleichzeitige Zündung mit einer Formladung und einer Beschichtung
in Anordnung an einem Ort zwischen den mehreren Zündern dar. Eine Sprenganordnung
kann unter Verwendung einer Anzahl von Zündungsvorrichtungen, wie etwa Schwachsprengzündschnur-
und -Zwischendetonator-Anordnungen oder unter Verwendung von Sprengbrückendrahtzündern
(EBW-Zündern) oder eines Sprengfolienzünders (EFI's) oder anderer Zünder hergestellt
werden, um eine Explosion des Sprengmaterials auszulösen.
1 ist eine Querschnittsansicht der Sprenganordnung
10, welche ein rohrförmiges Patronenaußengehäuse 12 und eine Innenbohrung
14 aufweist und eine obere Säule aus einem Sprengmaterial 2 in
Abschluß durch einen Verbindungsverschluß 16 an einem oberen Ende und an
dem gegenüberliegenden unteren Ende eine untere Säule aus einem Sprengmaterial
3 in Abschluß durch einen Klemmschnauzenverschluß 18 enthält.
Der Verbindungsverschluß 16 umfaßt eine Axialbohrung 20 zum Führen
von Zündsignalleitungen zu einem Zündschnurgehäuse 22, wobei dies allgemeiner
als Bestandteil der Zündungsvorrichtung bzw. -vorrichtungen bezeichnet wird. Ein
Vorsprung 17, welcher von der Basis des unteren Endes des Verbindungsverschlusses
16 hervorsteht, ist außen mit einem Gewinde zur Befestigung des erwünschten
Hängezugs, wie etwa eines Stromkabels oder eines Versorgungsrohrs, an dem Patronenaußengehäuse
12 versehen. Das Zündschnurgehäuse 22 ist nahe bei einem oberen
Sprengmaterial 2 angeordnet.
Das untere Ende des Patronenaußengehäuserohrs 12 wird durch
einen Klemmschnauzenverschluß 18 wirksam geöffnet und geschlossen. Der
Klemmschnauzenverschluß 18 umfaßt eine Verschlußbasis 26, welche
einen Dichtungsring aufweist, welcher in dem unteren Ende der Bohrung
28 des Patronenaußengehäuses angebracht ist. Von dem inneren Ende der Verschlußbasis
26 steht ein Führungsrohrvorsprung 30 hervor, welcher eine Axialdurchbohrung
49 und eine Aufnahmefassung 51 für eine untere Zünderanordnung
aufweist. Die Verschlußbasis 26 ist durch Befestigungselemente, wie etwa
Scherstifte oder Schrauben, an dem Patronenaußengehäuse 12 befestigt oder
ist außen mit einem geeigneten Gewinde versehen, so daß diese mit der Innenbohrung
des unteren Endes des Patronenaußengehäuses übereinstimmt. Von dem oberen inneren
Ende des Basisverschlusses 26 steht ein Führungsrohrvorsprung
30 zum Berühren eines unteren Endes einer Kompressionsfeder 33
hervor. Das obere Ende der Kompressionsfeder 33 befindet sich in proximalem
Kontakt mit dem unteren Ende einer unteren Masse des Sprengmaterials 3.
Bei einem Ausführungsbeispiel ist ein drittes Sprengmaterial
4 proximal zwischen einer unteren Seite des oberen Sprengmaterials
2 und einer oberen Seite des unteren Sprengmaterials 3 angeordnet.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel umfaßt das dritte Sprengmaterial eine Formladungsvorrichtung
mit einer Beschichtung 5 mit konischem Profil. Bei den beschriebenen Ausführungsbeispielen
kann das Sprengmaterial 2, 3 und 4 aus dem gleichen Materialtyp
oder aus verschiedenen Materialien oder verschiedenen Kombinationen von Materialien
bestehen. Ferner kann jedes Sprengmaterial ein gleichförmiges Material oder ein
Verbund bzw. eine Mischung verschiedener Materialien sein. Derartige verschiedene
Materialien können gleichmäßig gemischt werden, generell in Bereichen, welche in
Radial- oder Axialrichtung verlaufen, angeordnet werden, wie etwa als Kern und ein
umgebender Zylinder oder als eine Reihe von Scheiben, oder in anderer Weise in einer
anliegenden Weise bzw. allgemeiner in einer explosionsgekoppelten Weise kombiniert
werden.
Elektrische Anordnung
Das obere Ende des Zündschnurgehäuses 22 befindet sich in
proximalem Kontakt mit dem unteren Ende des Verbindungsverschlusses 16.
Das Zündschnurgehäuse 22 bzw. allgemeiner die Zündungsanordnung umschließt
eine primäre Zündvorrichtung, wie etwa eine kapazitive Auslösepatrone zum Auslösen
der sequentiellen zeitgesteuerten Auslösung eines oberen Zünders 42 und
eines unteren Zünders 40 und eines mittleren Zünders 44, welcher
an einem Ort zwischen dem ersten und dem zweiten Zünder angeordnet ist.
Bei einem ersten Ausführungsbeispiel läuft eine erste Schwachsprengzündschnur
46 in einem Rohr 50, welches in Axialrichtung durch die Säule
aus Sprengstoffpellets verläuft, nach unten, und eine zweite Schwachsprengzündschnur
47 von gleicher Länge ist spiralförmig über der Säule aus Sprengstoffpellets
angeordnet. Aufgrund der gleichen Längen davon bewirken diese eine gleichzeitige
Zündung der Oberseite und der Unterseite der Säule. Bei diesem Ausführungsbeispiel
läuft eine dritte Schwachsprengzündschnur 48 durch das Rohr 50
zu einem Zünder 44 an einem Ort zwischen dem ersten und dem zweiten Zündungspunkt.
Für die Zwecke der vorliegenden Offenbarung kann jede dieser Zündschnüre als Zündungsanordnung
bezeichnet werden, welche eine Leitungsbahn zwischen der primären Zündvorrichtung
und einem der Zündungspunkte herstellt. Da jede Zündungsanordnung mit der Zündvorrichtung
verbunden ist, ist für gewöhnlich Fachkundige zu ersehen, daß die Gruppe von Zündungsanordnungen
auch als eine einzige Zündungsanordnung bezeichnet werden kann, welche die getrennten
Leitungsbahnen verbindet. In der vorliegenden Offenbarung sollen Ausdrucksweisen,
welche getrennte Anordnungen für jede Leitungsbahn betreffen, beide Gesichtspunkte
gleichermaßen betreffen.
Bei weiteren Ausführungsbeispielen kann die Sprenganordnung mit Sprengbrückendrahtzündern
(EBW-Zündern) oder einem Sprengfolienzünder (EFI) oder anderen Zündern hergestellt
werden, um die Explosion des Sprengmaterials auszulösen.
Bei weiteren Ausführungsbeispielen können mehrere Zündungen vorhanden
sein, nämlich eine erste, eine zweite und eine dritte. Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen
sind mindestens drei Zündungen vorhanden, bei welchen eine geeignete Zeitsteuerung
erfolgt, um eine erste Druckwelle (bzw. eine Gruppe von Druckwellen), welche an
einem ersten Ort einer Sprengstoffmasse beginnt, und eine zweite Druckwelle (bzw.
eine Gruppe von Druckwellen), welche an einem zweiten Ort einer Sprengstoffmasse
beginnt, und eine dritte bzw. nachfolgende Zündung an einem Ort zwischen dem ersten
Ort und dem zweiten Ort, vorzugsweise einem Ort, welcher derart angeordnet ist,
daß sich die Druckwellen von der ersten und der zweiten Zündung bei bzw. nahe bei
dem dritten bzw. nachfolgenden Zündungspunkt zwischen dem ersten und dem zweiten
Zündungspunkt kreuzen, auszulösen.
Ein Zündschnurgehäuse 22 ist an dem unteren Ende des Verbindungsverschlusses
16 befestigt und erstreckt sich von diesem ausgehend in die Innenbohrung
des Patronenaußengehäuses 12. Unter dem Zündschnurgehäuse 22 befindet
sich ein oberes Zündergehäuse 32. Ein oberer Zünder, wie etwa ein Sprengbrückenzünder
(EBW-Zünder) oder ein Sprengfolienzünder (EFI), ist in eine Aufnahmefassung eingesetzt,
welche in dem oberen Zündergehäuse seitlich von der Gehäuseachse ausgebildet ist.
Eine Rohrleitung 50 verbindet die kapazitive Auslösepatrone in dem Zündschnurgehäuse
mit dem oberen Zünder. Die Rohrleitung 50 verbindet die kapazitive Auslösepatrone
ferner mit einem unteren Zünder. Die gleiche Rohrleitung 50, bzw. bei einigen
Ausführungsbeispielen verschiedene Rohrleitungen, verbindet die kapazitive Auslösepatrone
mit einem Zünder, welcher an einem Ort zwischen dem oberen und dem unteren Zünder
angeordnet ist. Zündsignalleitungen 46 und 48 laufen von der Auslösepatrone
zu dem oberen Zündergehäuse und entlang der Wand der Gehäusebohrung 14.
Ein Leitungskanal führt die Leitungen 46 durch die Schnauzenverschlußbasis
26 in das Innere 51 des Schnauzenrohrs.
Ein weiteres Verfahren, welches verwendet wird, um zeitgesteuerte
sequentielle Zündungen der Sprengstoffsäule zu erzeugen, besteht darin, elektrische
Zünder, wie etwa Sprengbrückendrahtzünder (EBW-Zünder) und Sprengfolienzünder (EFI's),
zu verwenden. Ein Sprengbrückendrahtzünder (EBW-Zünder) umfaßt eine kleine Menge
eines mäßig starken bis starken Sprengstoffs, welche durch die explosive Verdampfung
eines Metallfilaments bzw. einer -folie (EFI) aufgrund eines Hochspannungsstoßes,
welcher auf das Filament wirkt, gezündet wird. Eine kapazitive Auslösepatrone ist
grundsätzlich eine elektrische Kondensatorentladungsschaltung, welche geeignet wirkt,
um sich mit einer hohen Schwellenspannung abrupt zu entladen. Bedeutsamerweise ist
der EBW-Zünder oder der EFI relativ unempfindlich gegen statische oder Hochfrequenzspannungen.
Infolgedessen wirken die kapazitive Auslöseschaltung und der EBW bzw. EFI zusammen,
um einen bedeutenden Sicherheitsvorteil zu erreichen. Es ist ein Stoß ungewöhnlich
hoher Spannung erforderlich, um den EBW-Zünder (bzw. den EFI) zu
zünden, und die kapazitive Auslösepatrone liefert den Hochspannungsstoß in einer
genau gesteuerten Weise. Das System ist relativ unempfindlich gegen statische Entladungen,
elektrische Streufelder und Hochfrequenzemissionen. Aufgrund der Tatsache, daß die
EBW- und EFI-Zündersysteme funktional gleich sind, soll ein Verweis auf einen EBW-Zünder
einen EFI im folgenden und in den beigefügten Ansprüchen der Erfindung umfassen
und einschließen.
2 stellt ein getrenntes Ausführungsbeispiel
einer Sprenganordnung dar, welches generell eine Säule aus Sprengmaterial umfaßt,
wobei Zünder an mehreren gegenüberliegenden oder geometrisch verteilten Orten an
bzw. in dem Sprengmaterial angeordnet sind. 1 stellt
die zweiendige gleichzeitige Zündung, wobei ein dritter Zünder an einem Ort zwischen
den mehreren Zündern angeordnet ist, dar. Ferner können elektrische und nichtelektrische
Techniken, welche Fachkundigen bekannt sind, gleichfalls verwendet werden, um das
Zündsignal bzw. den Detonationsvorgang wirksam von der primären Zündvorrichtung
zu den mehreren Zündungspunkten in, an oder in Verbindung mit der explosionsgekoppelten
Anordnung des Sprengmaterials zu übertragen.
Arbeitsweise
3 stellt ein Ausführungsbeispiel eines
Mehrpunktzündungssystems dar, wobei genau zeitgesteuerte Zündungspunkte mehrere
Druckwellenfronten und Wechselwirkungen mehrerer Druckwellen erzeugen. Ein erster
Zünder 40 und ein zweiter Zünder 42 sind geeignet, gleichzeitig
und vorzugsweise vor einem dritten Zünder 44 ausgelöst zu werden. Zu einer
vorbestimmten Zeit sind die Druckwellenfronten, welche durch den ersten und den
zweiten Zünder erzeugt wurden, in gleichachsige, jedoch entgegengesetzte Richtungen
entlang der gemeinsamen Achse 60 gelaufen. Zu einer vorbestimmten Zeit
beginnt ein dritter Zünder 44 an einem dritten Zündungspunkt zwischen dem
ersten und dem zweiten Zünder. Die dritte Druckwelle läuft in gleichachsigen und
entgegengesetzten Richtungen in Axialrichtung durch die Säule aus Sprengmaterial
und in Radialrichtung durch die Säule aus Sprengmaterial. Die Druckwellenfronten,
welche durch den ersten und den zweiten Zünder erzeugt werden, sind von begrenzendem
Charakter und erzeugen jeweils eine relativ inkompressible Wellenfront, welche in
Axialrichtung zu einem Ort zwischen dem ersten und dem zweiten Zünder läuft. Die
Amplitude der Druckwellen, welche durch den dritten Zünder 44 erzeugt werden
(welche sich auf die Druckwellen zubewegen, welche durch den ersten und den zweiten
Zünder erzeugt wurden), steigt an, und diese kollidieren mit den Druckwellenfronten,
welche durch den ersten und den zweiten Zünder erzeugt wurden. Die Wechselwirkung
dieser Druckwellenfronten pflanzt sich in Radialrichtung fort und bewirkt eine Druckwellenwechselwirkung
mit dem Zielrohr. Ferner werden tertiäre und nachfolgende Druckwellenkollisionen
durch die sekundären Kollisionen erzeugt.
4 stellt das weitere Ausführungsbeispiel
eines Mehrpunktzündungssystems dar, wobei genau zeitgesteuerte Zündungspunkte und
eine Formladungs-Sprenganordnung mehrere Druckwellenfronten und Wirkungen erzeugen,
welche die Abtrennung des Zielrohrs durch Vorkerben der Innenwand des Zielrohrs
verbessern. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind ein erster Zünder 40 und
ein zweiter Zünder 42 geeignet, gleichzeitig ausgelöst zu werden. Zu einer
vorbestimmten Zeit sind die Druckwellenfronten, welche durch den ersten und den
zweiten Zünder erzeugt wurden, in gleichachsige, jedoch entgegengesetzte Richtungen
entlang der gemeinsamen Achse 60 gelaufen. Zu einer vorbestimmten Zeit
beginnt ein dritter Zünder 44 an einem dritten Zündungspunkt zwischen dem
ersten und dem zweiten Zünder. Bei diesem Ausführungsbeispiel befindet sich der
dritte Zündungspunkt in einer Formladungsanordnung. Die Sprengkraft der Formladungsanordnung
bewirkt eine Strahlwirkung der Beschichtung der Formladungsanordnung, welche gegen
die Innenwand des Zielrohrs gerichtet ist. Bei alternativen Ausführungsbeispielen
ist es möglich, daß diese Formladung keine Beschichtung aufweist, jedoch weiterhin
einige der gleichen vorteilhaften Ergebnisse liefert. Die Druckwellenfronten, welche
durch den ersten und den zweiten Zünder erzeugt werden, erzeugen jeweils eine relativ
inkompressible Wellenfront, welche zu einem Punkt zwischen dem ersten und dem zweiten
Zünder läuft, wo der dritte Zünder und die Formladungsanordnung angeordnet sind.
Die Wirkung der Zündung und eines nachfolgenden Strahls bzw. nachfolgender Metallteilchen,
welche durch den dritten Zünder erzeugt wird, wird fokussiert und wirkt in Radialrichtung
in Richtung der Zielwand. Vorzugsweise, jedoch nicht notwendigerweise, wird die
Zeitsteuerung derart verwirklicht, daß eine erste Abtrennungswirkung durch die Vorkerbung
des Zielrohrs vor einer zweiten Wirkung, welche durch die Kollision der ersten und
zweiten Wellenfront, welche gegenläufig sind, erzeugt wird. Eine stark fokussierte
Radialrichtungswirkung wird aufgrund der begrenzenden Druckwellenfronten, welche
konvergierend auf den Punkt der dritten Zündung zulaufen, erzeugt. Die Verstärkung
und die Fokussierung, welche durch dieses Prinzip erreicht werden, liefern eine
sehr wirksame Trennwirkung, wenn die Vorrichtung in einem rohrförmigen Zielobjekt
angeordnet und gezündet wird, und können vorteilhafte Wirkungen bei anderen Zielobjekten
liefern. Die Abtrennung wird durch Stahldurchschlags- und Druckwellenwechselwirkungs-Bruchmechanismen
infolge des starken angewandten Druckstoßes innerhalb der Begrenzung der ersten
und der zweiten Druckwellenfront und der nachfolgenden Kollision davon erreicht.
5 stellt ein Ausführungsbeispiel einer
Sprengpatronenanordnung dar, welche eine Formladung mit einer konischen Beschichtung
umfaßt. Die Anordnung umfaßt einen ersten Bereich eines Sprengmaterials
2, einen zweiten Bereich eines Sprengmaterials 3 und einen dritten
Bereich eines Sprengmaterials 4, welches aus einer anderen Materialkombination
als Material 2 oder Material 3 bestehen kann. Der dritte Bereich
eines Sprengmaterials 4 ist in einer Formladung enthalten, welche eine
Beschichtung 5 und einen Zünder 44 aufweist.
6 stellt ein Ausführungsbeispiel einer
Ansammlung von Sprengmaterial dar, welche generell eine kugelförmige Gesamtgestalt
aufweist. Das dargestellte spezielle Ausführungsbeispiel umfaßt eine Formladung
in der Mitte, jedoch können andere Ausführungsbeispiele einfach eine Ansammlung
von explosionsgekoppeltem Sprengmaterial umfassen, ohne eine Formladung zu umfassen.
7 stellt ein Ausführungsbeispiel eines
Abschnitts einer Ansammlung von Sprengmaterial dar, wobei ein Bereich eines Sprengmaterials
4 aus einem äußeren Ring eines Sprengmaterialtyps und einem inneren Kern
eines alternativen Sprengmaterialtyps, welcher eine andere Explosionsgeschwindigkeit
aufweisen kann, hergestellt ist.
Ein Abtrennungsgerät mit Mehrpunktzündung des offenbarten Typs und
eine Verfahrensweise gemäß Beschreibung führen aufgrund der erreichten Fokussierungs-
und Richtungsabstimmung der Explosionsdruckwelle zu einer wirksameren Sprengvorrichtung.
Die Säulenlänge und der Durchmesser des Geräts sind durch die Zielgröße und betriebliche
Anforderungen bestimmt. Das Gerät soll einen relativ schmalen Durchmesser aufweisen
und kann eine beliebige Länge aufweisen.
Obgleich lediglich einige Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
beschrieben wurden, sei darauf hingewiesen, daß die vorliegende Erfindung in vielen
weiteren speziellen Formen verwirklicht werden kann, ohne von Prinzip oder Schutzumfang
der vorliegenden Erfindung abzuweichen. Daher sind die vorliegenden Beispiele in
erläuterndem Sinne und nicht in beschränkendem zu verstehen, und die Erfindung soll
nicht auf die in der vorliegenden Schrift angegebenen Einzelheiten beschränkt sein,
sondern kann innerhalb des Schutzumfangs der beigefügten Ansprüche samt dem vollständigem
Umfang von Äquivalenten davon abgewandelt werden.
|
| Anspruch[de] |
- Spreng-Abtrennvorrichtung, umfassend:
ein äußeres Gehäuse, welches einen Innenraum aufweist, welcher sich zwischen gegenüberliegenden
distalen Enden des Gehäuses erstreckt;
eine explosionsgekoppelte Ansammlung von Sprengmaterial, welche in dem Innenraum
angeordnet ist;
einen ersten Zünder, welcher an einem ersten Ort mit der Ansammlung von Sprengmaterial
verbunden ist;
einen zweiten Zünder, welcher an einem zweiten Ort mit der Ansammlung von Sprengmaterial
verbunden ist;
einen dritten Zünder, welcher an einem Ort zwischen dem ersten Ort und dem zweiten
Ort mit der Ansammlung von Sprengmaterial verbunden ist; und
mindestens eine Zündvorrichtung, welche mit mindestens einem der Zünder verbunden
ist, um eine zeitgesteuerte Zündungsabfolge der Zünder, welche sich in Kontakt mit
den Sprengmaterialien befinden, auszulösen.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Gehäuse ungefähr rohrförmig
ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Ansammlung von Sprengmaterial
eine Säule aus Sprengmaterial umfaßt.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Ansammlung von Sprengmaterial
eine kugelförmige Sprengmaterialmasse umfaßt.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei der erste und der zweite Zünder
an gegenüberliegenden Enden des Sprengmaterials angeordnet sind und der dritte Zünder
an einem Ort zwischen dem ersten und dem zweiten Zünder angeordnet ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei der dritte Zünder mit einer Formladungsanordnung
in Anordnung an einem Ort zwischen dem ersten und dem zweiten Zünder verbunden ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei der dritte Zünder mit einer Formladungsanordnung
mit einer Beschichtung verbunden ist und an einem Ort zwischen dem ersten und dem
zweiten Zünder angeordnet ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei der erste und der zweite Zünder
jeweils in einer geeigneten Weise mit der Zündvorrichtung verbunden sind, um eine
ungefähr gleichzeitige Auslösung des ersten und des zweiten Zünders zu bewirken.
- Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei der dritte Zünder an einem Ort zwischen
dem ersten und dem zweiten Zünder angeordnet ist und in einer geeigneten Weise mit
der Zündvorrichtung verbunden ist, um eine Zündung zu einer vorgewählten Zeit zu
bewirken.
- Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei die vorgewählte Zeit vor der Auslösung
des ersten und des zweiten Zünders liegt.
- Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei die vorgewählte Zeit ungefähr gleichzeitig
mit der Zündung des ersten und des zweiten Zünders ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei die vorgewählte Zeit nach der Zündung
des ersten und des zweiten Zünders liegt.
- Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei die Vielzahl der Zünder auf der
Oberfläche des kugelförmigen Sprengmaterials verteilt ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei eine Vielzahl der Zünder in der
Oberfläche des kugelförmigen Sprengmaterials verteilt ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei eine Vielzahl der Zünder in enger
Nähe zu der Oberfläche des kugelförmigen Sprengmaterials, jedoch von dieser abgesetzt
verteilt ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Zünder elektrische Zünder sind.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Zünder Sprengzünder sind.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei mindestens einer der Zünder ein
optischer Zünder ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei mindestens einige der Zünder elektrische
Zünder sind und wobei mindestens einige der Zünder Sprengzünder sind.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Sprengmaterialien die gleiche
Fortpflanzungsgeschwindigkeit einer Druckwelle aufweisen.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Sprengmaterialien verschiedene
Fortpflanzungsgeschwindigkeiten einer Druckwelle aufweisen.
- Verfahren zum Abtrennen einer rohrförmigen Struktur, umfassend:
Anordnen einer explosionsgekoppelten Ansammlung von Sprengmaterial, welche einen
ersten Bereich, einen zweiten Bereich und einen dritten Bereich, welcher sich mindestens
teilweise zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich befindet, aufweist;
Erzeugen von mindestens zwei Druckwellen, welche durch das Sprengmaterial laufen,
durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem ersten Bereich eines Sprengmaterials
verbunden ist, zum Auslösen einer ersten Druckwelle in dem ersten Bereich eines
Sprengmaterials und durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem zweiten
Bereich eines Sprengmaterials verbunden ist, zum Auslösen einer zweiten Druckwelle
in dem zweiten Bereich eines Sprengmaterials;
Erzeugen mindestens einer weiteren Druckwelle zwischen der ersten und der zweiten
Druckwelle durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem dritten Bereich
eines Sprengmaterials verbunden ist, zum Auslösen einer dritten Druckwelle in dem
dritten Bereich eines Sprengmaterials.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei die erste und die zweite Druckwelle
ungefähr gleichzeitig ausgelöst werden.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei die erste und die zweite Druckwelle
nacheinander ausgelöst werden.
- Verfahren nach Anspruch 23, wobei die dritte Druckwelle vor der Auslösung
der ersten und der zweiten Druckwelle ausgelöst wird.
- Verfahren nach Anspruch 23, wobei die dritte Druckwelle nach der Auslösung
der ersten und der zweiten Druckwelle ausgelöst wird.
- Verfahren nach Anspruch 23, wobei die dritte Druckwelle ungefähr gleichzeitig
mit der Auslösung der ersten und der zweiten Druckwelle erzeugt wird.
- Verfahren nach Anspruch 23, wobei der Verbindungspunkt des Zünders,
welcher die dritte Druckwelle auslöst, die Auslösungsstelle der dritten Druckwelle
ist; und wobei die dritte Druckwelle vor der Ankunft der ersten oder der zweiten
Druckwelle an der Auslösungsstelle der dritten Druckwelle ausgelöst wird.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei eine primäre Zündvorrichtung verwendet
wird, um die zeitgesteuerte Auslösung der Druckwellen zu beginnen; und wobei die
Zeitsteuerung der Auslösung der Druckwellen durch die Verwendung von Sprengzündern
mit definierter Länge abgestimmt wird, welche die primäre Zündvorrichtung mit den
Auslösungsstellen der jeweiligen Druckwellen verbinden, welche sich in Kontakt mit
den jeweiligen Bereichen eines Sprengmaterials befinden, welche die jeweiligen Wellen
erzeugen.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei eine primäre Zündvorrichtung verwendet
wird, um die zeitgesteuerte Auslösung der Druckwellen zu beginnen; und wobei die
Zeitsteuerung der Auslösung der Druckwellen durch die Verwendung von elektrischen
Zündern abgestimmt wird, welche die primäre Zündvorrichtung mit den Auslösungsstellen
der jeweiligen Druckwellen verbinden, welche sich in Kontakt mit den jeweiligen
Bereichen eines Sprengmaterials befinden, welche die jeweiligen
Wellen erzeugen.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei eine primäre Zündvorrichtung verwendet
wird, um die zeitgesteuerte Auslösung der Druckwellen zu beginnen; und wobei die
Zeitsteuerung der Auslösung der Druckwellen durch die Verwendung von optischen Zündern
abgestimmt wird, welche die primäre Zündvorrichtung mit den Auslösungsstellen der
jeweiligen Druckwellen verbinden, welche sich in Kontakt mit den jeweiligen Bereichen
eines Sprengmaterials befinden, welche die jeweiligen Wellen erzeugen.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei eine primäre Zündvorrichtung verwendet
wird, um die zeitgesteuerte Auslösung der Druckwellen zu beginnen; und wobei die
Zeitsteuerung der Auslösung der ersten und der zweiten Druckwelle durch die Verwendung
von Sprengzündern mit gleicher Länge abgestimmt wird, welche die primäre Zündvorrichtung
mit den Auslösungsstellen der jeweiligen Druckwellen verbinden, welche sich jeweils
in Kontakt mit den jeweiligen Bereichen eines Sprengmaterials befinden.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei eine primäre Zündvorrichtung verwendet
wird, um die zeitgesteuerte Auslösung mindestens einiger der Druckwellen zu beginnen;
und wobei die Zeitsteuerung der Auslösung der ersten und der zweiten Druckwelle
durch die Verwendung von Sprengzündern mit ungleicher Länge abgestimmt wird, welche
die primäre Zündvorrichtung mit den Auslösungsstellen verbinden, welche sich jeweils
in Kontakt mit dem ersten und dem zweiten Bereich eines Sprengmaterials befinden.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei eine primäre Zündvorrichtung verwendet
wird, um die zeitgesteuerte Auslösung mindestens einiger der Druckwellen zu beginnen;
und wobei die Zeitsteuerung der Auslösung der ersten und der zweiten Druckwelle
durch die Verwendung von elektrischen Zündern abgestimmt wird, welche die primäre
Zündvorrichtung mit den Auslösungsstellen verbinden, welche sich jeweils in Kontakt
mit dem ersten und dem zweiten Bereich eines Sprengmaterials befinden.
- Verfahren nach Anspruch 22, wobei der dritte Bereich eines Sprengmaterials
eine Formladung umfaßt; und wobei die Formladung vor der Ankunft der ersten oder
der zweiten Druckwelle an der Zündungsstelle der Formladung gezündet wird.
- Verfahren nach Anspruch 35, wobei die Formladung in dem dritten Bereich
eines Sprengmaterials eine Beschichtung aufweist.
- Verfahren nach Anspruch 36, wobei die Formladung die rohrförmige Struktur
in Radialrichtung außerhalb der Formladung vor der Ankunft der ersten oder der zweiten
Druckwelle bei der rohrförmigen Struktur in Radialrichtung außerhalb der Formladung
vorkerbt.
- Verfahren nach Anspruch 36, wobei die Formladung die rohrförmige Struktur
in Radialrichtung außerhalb der Formladung ungefähr gleichzeitig mit der Ankunft
der ersten und der zweiten Druckwelle bei der rohrförmigen Struktur in Radialrichtung
außerhalb der Formladung vorkerbt.
- Verfahren zum Ausüben einer Stoßwirkung auf eine Struktur, wobei das
Verfahren umfaßt:
Anordnen einer explosionsgekoppelten Ansammlung von Sprengmaterial, welche einen
ersten Bereich, einen zweiten Bereich und einen dritten Bereich, welcher sich mindestens
teilweise zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich befindet, aufweist;
Erzeugen von mindestens zwei Druckwellen, welche durch das Sprengmaterial laufen,
durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem ersten Bereich eines Sprengmaterials
verbunden ist, zum Auslösen einer ersten Druckwelle in dem ersten Bereich eines
Sprengmaterials und durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem zweiten
Bereich eines Sprengmaterials verbunden ist, zum Auslösen einer zweiten Druckwelle
in dem zweiten Bereich eines Sprengmaterials;
Erzeugen mindestens einer weiteren Druckwelle zwischen der ersten und der zweiten
Druckwelle durch Verwenden mindestens eines Zünders, welcher mit dem dritten Bereich
eines Sprengmaterials verbunden ist, zum Auslösen einer dritten Druckwelle in dem
dritten Bereich eines Sprengmaterials.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen
|
|
|