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Dokumentenidentifikation DE202005002491U1 04.08.2005
Titel Wälzlagerkäfig
Anmelder Landwehr, Markus, 26382 Wilhelmshaven, DE
DE-Aktenzeichen 202005002491
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 04.08.2005
Registration date 30.06.2005
Application date from patent application 15.02.2005
IPC-Hauptklasse F16C 33/46

Beschreibung[de]

Käfige in Wälzlagern haben die Aufgabe, die umlaufenden Wälzkörper untereinander in einem bestimmten Abstand zu halten und sie in der ggf. vorhandenen, unbelasteten Zone des Lagers zu führen. Dadurch wird zum einen eine gleichmäßig verteilte Einleitung der Lagerkräfte in die Lagerringe und ein ruhiger Lauf des Lagers erzielt, und zum anderen wird verhindert, dass die Wälzkörper aneinander reiben und dadurch unerwünschte Wärme im Lager erzeugen.

Wälzlagerkäfige werden als gepresste Käfige oder als Massivkäfige jeweils einteilig oder mehrteilig hergestellt. Sie sind in ihren Abmessungen derart gewählt, dass sie zwischen den Lagerringen Platz finden, und dass sie in keiner Richtung über die Lagerringe herausstehen.

Gepresste Käfige haben ein geringes Gewicht und bewirken durch ihr geringes Bauvolumen einen guten Zutritt des Lagerschmierstoffes zu den einzelnen Lagerkomponenten.

Massivkäfige werden bei Lagern verwendet, die mit höherer Drehzahl laufen und sind nötig, wenn zusätzlich zum Umlauf des Lagers hohe Beschleunigungen der Wälzkörper auftreten, wie es beispielsweise durch das Einwirken von starken Vibrationen oder durch starkes Abbremsen der Lager geschieht.

Dadurch, dass Massivkäfige einen großen Teil des Lagerfreiraums ausfüllen, ist die Versorgung der Lagerkomponenten mit Schmierstoff kritischer als bei gepressten Käfigen. Die bei sehr großen Rollenlagern teilweise verwendeten Bolzenkäfige, bei denen zylindrische Bolzen durch die hohlgebohrten Wälzrollen gesteckt sind und diese dadurch führen, weisen große, freie Querschnitte innerhalb des Lagers auf und gewährleisten einen ordentlichen Transport des Schmierstoffes zu den Lagerkomponenten. Aufgrund der durchbohrten Wälzkörper kann diese Käfigausführung nur bei sehr großen Lagern verwendet werden und ist zudem sehr kostenintensiv.

Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Wälzlagerkäfig bereitzustellen, welcher durch seine Ausgestaltung einen verbesserten Zutritt des Schmierstoffes zu den einzelnen Lagerkomponenten ermöglicht.

Ein erfindungsgemäßer Käfig weist an den, den Wälzkörpern zugewandten Flächen seiner Stege Vertiefungen auf, welche an der gesamten Kontaktfläche zu einem Wälzkörper von der Drehachse des Wälzlagers aus nach radial auswärts verlaufen. Dadurch entsteht eine Anzahl von Kanälen, durch die der Schmierstoff von einem Lagerring zum anderen, sowie zu den Laufflächen der Wälzkörper gelangen kann. Beim Umlaufen des Lagers wird durch die Drehung der Wälzkörper an deren Oberfläche Schmierstoff mitgetragen. Durch die Vertiefungen in den Stegen kann ein Teil des, von den Wälzkörpern nach dem Wälzkontakt an einem Lagerring aufgenommenen, Schmierstoffes zu dem jeweils anderen Lagerring getragen werden, um dort die Trennung zwischen Wälzkörper und Lagerring durch einen Schmierstofffilm sicherzustellen. Die Umfangspartien der Wälzkörper, welche nicht den Vertiefungen der Stege gegenüberliegen, werden durch das Einziehen des Schmierstoffes in den relativ engen Spalt zwischen Steg und Wälzkörper ausreichend geschmiert, damit es nicht zu einer Festkörperreibung zwischen Wälzkörper und Steg kommt. Die Ausbildung der Vertiefungen in den Stegen ist jedoch deutlich vorteilhaft zur Gewährleistung der Schmierstoffversorgung beim Wälzkontakt zwischen Wälzkörpern und Lagerringen.

Eine Ausbildung der Stege nach der beschriebenen Art ist besonders vorteilhaft für Wälzlager, welche mit Fett geschmiert werden. Durch die verbesserte Versorgung der Lagerkomponenten mit Fett wird einer Mangelschmierung vorgebeugt. Des weiteren ist es möglich, die nötige Fettmenge in der Lagerstelle zu verringern. Dadurch, dass dann weniger Fett durch das Lager bewegt wird, und da das Fett weniger gewalkt wird, ist von einer geringeren Erwärmung des Lagers mit den daraus erwachsenden Vorteilen zu rechnen. Diese Vorteile sind unter anderem ein geringeres benötigtes Lagerspiel, eine verringerter Drehwiderstand und daraus eine geringere Verlustleistung der Lagerung, sowie eine längere Gebrauchsdauer des Schmierstoffes.

Speziell bei fettgeschmierten Wälzlagern muss auch unter ungünstigen Bedingungen, wie beispielsweise dem Anlauf bei Temperaturen, bei denen das Fett noch relativ steif ist, eine Benetzung der Wälzkörperlaufflächen mit Schmierstoff sichergestellt sein. Damit am Umfang der Wälzkörper keine Zonen entstehen, welche durch den Kontakt mit den Vorsprüngen der Stege nicht ausreichend mit Schmierstoff versorgt werden, sind die Vertiefungen in den Flächen zweier benachbarter Stege, welche einem gemeinsamen Wälzkörper zugeordnet sind, vorteilhaft derart abgeordnet, dass sie entlang der Längsachse des Wälzkörpers um die Breite eines Vorsprunges zueinander versetzt sind. Der auf der Lauffläche des Wälzkörpers mitgeführte Schmierstoff muss somit bei einem Umlauf des Wälzkörpers in seiner Bewegung umgelenkt werden. Durch das dabei erfolgende Aufstauen einer gewissen Menge Schmierstoffes an einem Vorsprung des Steges wird ein Teil des Schmierstoffes in den Spalt zwischen Vorsprung und Wälzkörperlauffläche gezogen und stellt so eine ausreichende Schmierung sicher. Zur Erzielung einer bestimmten Verteilung der Schmierstoffbewegung innerhalb des Lagers kann es vorteilhaft sein, beispielsweise die Vertiefungen, welche in Richtung der Längserstreckung der Stege außen liegen, breiter auszubilden als die Vertiefungen im Bereich der mittleren Längserstreckung der Stege. Der gleiche Effekt lässt sich beispielsweise auch dadurch erreichen, dass bei gleich bleibender Breite der Vertiefungen die Tiefe in Umfangsrichtung des Wälzlagers bei den äußeren Vertiefungen vergrößert wird. Ebenso ist zum Erlangen unterschiedlicher freier Querschnitte eine Variation von Breite und Tiefe der Vertiefungen möglich.

Die radiale Bauhöhe der Stege ist zur Erzielung möglichst großer, freier Querschnitte innerhalb des Lagers so klein wie technisch möglich zu wählen.

Vornehmlich für Lager kleinerer Abmessungen ist die Verwendung eines einteiligen Käfigs vorteilhaft. Dieser kann, je nach Typ des Wälzlagers, vorzugsweise als Kunststoffspritzteil, als Gussteil oder als Sinterteil hergestellt sein. Bei diesen Ausführungen können die Vertiefungen in den Stegen vorteilhaft bereits während der Urformung des Bauteils oder anschließend durch spanende Bearbeitung erzeugt werden. Alternativ ist die Verwendung eines, aus einem Halbzeug durch spanende Bearbeitung hergestellten Käfigs möglich.

Ab einer gewissen Baugröße des Wälzlagers ist die Verwendung eines mehrteiligen Massivkäfigs möglich und sinnvoll. Eine Bauart eines solchen Käfigs ist ein sog. Kammdeckelkäfig, bei dem die Stege und eine der beiden Stirnplatten, welche den Käfig axial an den Wälzkörpern führen, einstückig ausgebildet sind. Die zweite Stirnplatte wird als Deckel auf die Stirnseiten der Stege aufgesetzt und schließt dadurch den Käfig in axialer Richtung. Eine Befestigung an den Stegen erfolgt dabei beispielsweise durch eine Vernietung oder durch eine Verschraubung. Die Vertiefungen in den Stegen sind sowohl durch eine Zerspanung, beispielsweise mit einem Scheibenfräser von der Stirnseite des Käfigs aus, als auch durch eine entsprechende Ausbildung der Form beim Spritzen eines Kunststoffkäfigs oder beim Gießen oder Sintern eines Metallkäfigs möglich.

Bei einer weiteren Bauart wird ein radial vollständig in zwei Hälften geteilter Käfig verwendet. Die Käfighälften sind vorzugsweise baugleich und weisen deshalb halbe Stege auf, welche bei der Montage des Käfigs die kompletten Stege ausbilden. Die Verbindung der Käfighälften erfolgt vorzugsweise durch Vernieten oder Verschrauben. Das Einbringen der Vertiefungen in die Stege kann durch das Urformen oder durch eine mechanische Bearbeitung der Käfighälften erfolgen.

Insbesondere bei Wälzlagern größerer Abmessungen ist alternativ zu den genannten Typen die Verwendung eines Käfigs möglich, bei dem die Stege als separate Bauteile ausgebildet sind, welche bei der Montage mit den Abschnitten zur axialen Führung des Käfigs verbunden werden. Dadurch, dass die Stege als Einzelteile hergestellt werden, ist das Einbringen der Vertiefungen in die, später den Wälzkörpern zugewandten, Flächen weniger aufwendig als bei den vorgenannten Käfigbauarten. So ist eine spanende Bearbeitung der Stege aufgrund ihrer allseitigen Zugänglichkeit verhältnismäßig einfach.

Es ist aber auch möglich, den Steg in einem Arbeitsschritt als Spritzguss- oder als Sinterteil einbaufertig herzustellen. Eine Herstellung als Gussbauteil ist ebenfalls denkbar.

In einer vorteilhaften weiteren Ausgestaltung dieser Bauart werden die Stegelemente mit Längsbohrungen versehen, durch welche bei der Montage des Käfigs Stangen gesteckt werden, um die Stirnplatten gegen die Stirnflächen der Stege zu ziehen und dadurch an diesen zu sichern. Eine Verwendung von zwei, in Bezug auf die Längsachse des Lagers radial übereinander angeordneten Stangen ist vorteilhaft, um ein Verdrehen der Stege um eine, zu der Längsachse des Lagers parallele, Achse zu verhindern.

Es ist des weiteren möglich, die Stegelemente in eine Anzahl von Einzelelementen aufzuteilen, welche bei der Montage des Käfigs nacheinander auf die Stangen aufgezogen werden. Solche Einzelelemente können vorzugsweise jeweils einen Vorsprung und eine Vertiefung eines Steges für jeden der beiden benachbarten Wälzkörper ausbilden. Dadurch ergibt sich ein Spritzguss- oder Sinterbauteil ohne Hinterschneidungen, welches in großer Stückzahl preiswert herzustellen ist. In seiner einfachsten Ausführung ist ein solches Einzelteil des Steges eine ebene Platte, welche an ihrer einen Seite einen Vorsprung eines Steges und auf ihrer anderen Seite eine Vertiefung eines Steges ausbildet. Bei der Montage werden mehrere solcher Platten wechselsinnig auf die Stangen aufgezogen. Eine solche Platte ist beispielsweise als Stanzteil herstellbar, wobei aufgrund der sehr hohen benötigten Stückzahlen ein geringer Einzelpreis zu erzielen ist.

In Abhängigkeit von der Fertigungsmethode und dem, aus der Ausgestaltung der Einzelteile resultierenden, Montageaufwand ist dadurch ein für den jeweiligen Anwendungsfall optimaler Aufbau des Käfigs zu erreichen.

Käfige der genannten Bauarten sind auch für mehrreihige Lager verwendbar, die Ausführung und Anordnung der einzelnen Käfigkomponenten sind dann entsprechend zu wählen. Selbiges gilt für die Verwendung solcher Käfige in Axialwälzlagern.

Mehrere bevorzugte Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Wälzlagerkäfigs werden im folgenden anhand von Figuren erläutert. Es zeigen:

1 einen Ausschnitt eines Längsschnittes durch ein Radialwälzlager mit einem erfindungsgemäßen Wälzlagerkäfig nach einer bevorzugten Bauart;

2 einen tangentialen Querschnitt durch ein Wälzlager nach 1;

3 ein Einzelelement eines Stegelementes nach einer besonders bevorzugten Bauart;

4 ein Einzelelement eines Stegelementes nach einer weiteren bevorzugten Bauart;

5 ein Stegelement, bei dem die Breite der Vertiefungen variiert ist;

6 ein Stegelement, bei dem die Tiefe der Vertiefungen variiert ist;

7 einen Ausschnitt eines Längsschnittes durch ein Wälzlager mit einem erfindungsgemäßen, einteiligen Wälzlagerkäfig.

1 und 2 zeigen ein radiales Zylinderrollenlager, bei dem der Käfig durch eine Anzahl von Stegelementen (4a), zwei Stirnplatten (7) und Verbindungsstangen (8) ausgebildet ist. Die Stirnplatten (7) werden vorzugsweise durch Muttern (9), welche auf Gewindeenden (8a) der Verbindungsstangen (8) aufgeschraubt sind, gegen die Stirnflächen (4b, 4c) der Stegelemente (4a) gepresst und an diesen gesichert. Die Verbindungsstangen (8) durchragen die Stegelemente (4a) in Bohrungen (10), welche sich zwischen den vorzugsweise parallelen Stirnflächen (4b, 4c) erstrecken.

Die Stegelemente (4a) weisen auf ihren, den Wälzkörpern (1) zugewandten Seiten (4d, 4e) eine Anzahl von Vorsprüngen (5) und Vertiefungen (6) auf, welche sich entlang der Längserstreckung des Wälzlagers vorzugsweise in gleich bleibenden Abständen abwechseln. Die Breite der Vorsprünge (5) und der Vertiefungen (5) bleibt dabei jeweils konstant. An jedem einzelnen Stegelement (4a) sind die Vorsprünge (5) und Vertiefungen (6) an beiden Seiten (4d, 4e) vorzugsweise so angeordnet, dass in Umfangsrichtung des Wälzlagers jeweils ein Vorsprung (5) einer Vertiefung (6) gegenüber liegt.

Die Stirnplatten (7) weisen Durchbrüche, vorzugsweise zylindrische Bohrungen (7a) auf, in welche, zu den Durchbrüchen kongruente, vorzugsweise zylindrische Abschnitte (8b) der Verbindungsstangen (8) mit enger Passung einfassen, so dass die Stegelemente (4a) in ihrer Position an den Stirnplatten (7) und damit in ihrer Position untereinander festgelegt werden. Durch diese Ausgestaltung ist sichergestellt, dass die zur ungestörten Rotation der Wälzkörper (1) erforderlichen Spalte (11) zwischen den Vorsprüngen (5) der Stegelemente (4a) und den Wälzkörpern (1) ausgebildet werden.

Die Länge der Stegelemente (4a) ist derart gewählt, dass zwischen den Stirnflächen der Wälzkörper (1) und den Abschnitten (13, 14) der Stirnplatten (7) Freiräume (12) verbleiben, aber trotzdem eine relativ enge Führung des Käfigs in Richtung der Längserstreckung des Wälzlagers erzielt wird. Beim Abwälzen der Wälzkörper (1) auf den Lagerringen (2, 3) wird der Käfig durch den Kontakt der Stegelemente (4a) an den Wälzkörpern (1) von diesen mitgenommen. In den Spalten (11) und Freiräumen (12) baut sich dabei durch die Rotation der Wälzkörper (1) ein Schmierstofffilm auf, der den direkten Kontakt zwischen den Wälzkörpern (1) und den Stegelementen (4a) sowie zwischen den Wälzkörpern (1) und Abschnitten (13, 14) der Stirnplatten (7) verhindert.

Die Stegelemente (4a) werden besonders bevorzugt als einbaufertige Spritzgussteile aus einem alterungs- und ölbeständigen, druck- und verschleißfesten Kunststoff gefertigt. Die Stirnplatten (7) werden besonders bevorzugt aus Blech als Brennschneidteile mit minimierter mechanischer Nachbearbeitung gefertigt. Besonders bevorzugt werden die Stirnplatten (7) mehrfach radial geteilt gefertigt, so dass beim Brennschneiden aus einer Blechtafel durch eine entsprechende Schachtelung der Einzelteile die Menge des anfallenden Abfallbleches minimiert wird. Die so entstehenden Segmente werden vor der eventuell anfallenden mechanischen Bearbeitung und vor der Montage des Käfigs vorzugsweise durch Verschweißen zu kompletten Stirnplatten (7) zusammengefügt.

3 zeigt eine besonders bevorzugte Bauart eines Einzelelementes eines Stegelementes. Dieses weist an seinen, später den Wälzkörpern zugewandten Seiten jeweils nur einen Vorsprung (5) und eine Vertiefung (6) auf. Bei der Montage des Käfigs wird eine Anzahl dieser Einzelelemente über Bohrungen (10) auf Verbindungsstangen aufgezogen, so dass eine Baueinheit entsteht, welche in ihrer Abfolge der Vorsprünge (5) und Vertiefungen (6) einem Stegelement (4a) des Ausführungsbeispiels nach 1 und 2 entspricht. Eine bereits beschriebene Breitenvariation der Vertiefungen (6) über die Längserstreckung des Stegelementes (4a) kann dabei durch die Verwendung verschiedener, entsprechend ausgeformter Einzelelemente erzielt werden.

Die Konturen der Vorsprünge (5) und der Vertiefungen (6) entsprechen bei Verwendung in einem vergleichbaren Wälzlager den Konturen der bei den Stegelementen (4a) nach 1 und 2 ausgebildeten Vorsprüngen (5) und Vertiefungen (6).

Der übrige Aufbau und die Funktion des Käfigs entsprechen vorzugsweise dem beschriebenen Ausführungsbeispiel nach 1 und 2, so dass darauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird.

4 zeigt eine weitere bevorzugte Bauart eines Einzelelementes eines Stegelementes. Dieses ist bevorzugt als ebenes Bauteil ausgeführt und wird vorzugsweise durch einen Stanz- oder Schneidvorgang aus Plattenmaterial hergestellt. Es weist an seiner einen, später einem Wälzkörper zugewandten, Seite einen Vorsprung (5) und an seiner anderen, später einem Wälzkörper zugewandten, Seite eine Vertiefung (6) auf. Bei der Montage des Käfigs wird eine Anzahl dieser Einzelelemente – wie dargestellt – mit wechselsinnig ausgerichteten Vorsprüngen (5) über ihre Bohrungen (10) auf Verbindungsstangen aufgezogen. Die dadurch entstehende Baueinheit entspricht in ihrer Abfolge der Vorsprünge (5) und Vertiefungen (6) einem Stegelement des Ausführungsbeispiels nach 1 und 2.

Es ist des weiteren möglich, durch eine entsprechende Wahl der Dicke der Abschnitte, welche den Vorsprung (5) und die Vertiefung (6) ausbilden, bei der Montage der Einzelelemente zu einem Stegelement das Breitenverhältnis der Vorsprünge (5) zu den Vertiefungen (6) in gewissen Grenzen frei zu wählen. Durch die Verwendung von entsprechend ausgestalteten Einzelelementen ist auch hierbei eine beschriebene Breitenvariation der Vertiefungen (6) über die Längserstreckung des Stegelementes erreichbar.

Die Konturen der Vorsprünge (5) und der Vertiefungen (6) entsprechen bei Verwendung in einem vergleichbaren Wälzlager den Konturen der bei den Stegelementen nach 1 und 2 ausgebildeten Vorsprüngen (5) und Vertiefungen (6).

Der übrige Aufbau und die Funktion des Käfigs entsprechen vorzugsweise dem beschriebenen Ausführungsbeispiel nach 1 und 2, so dass darauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird.

5 zeigt in einem Ausschnitt einen Käfig, dessen Stegelemente (4a) zur Erzielung einer bestimmten Verteilung der Schmierstoffbewegung innerhalb des Lagers bevorzugt derart ausgebildet sind, dass bei gleicher Tiefe die Breite der Vertiefungen (6) entlang der Längserstreckung der Stegelemente (4a) variiert ist. Die Vertiefungen (6) in der Nähe der Stirnplatten (7) sind breiter ausgebildet als die Vertiefungen (6) im Bereich der mittleren Längserstreckung der Stegelemente (4a). Die Vorsprünge (5) weisen vorzugsweise eine konstante Breite auf. Durch diese Ausgestaltung ergeben sich im Bereich der Enden der Wälzkörper (1) größere Querschnitte für den Durchtritt des Schmierstoffes. Dieses dient dazu, den Schmierstofffluss trotz eines geringeren, durch das Verdrängen des Schmierstoffes durch die abwälzenden Wälzkörper (1) bewirkten, Druckes im Schmierstoff in ausreichender Menge zu gewährleisten.

Der übrige Aufbau und die Funktion des Käfigs entsprechen vorzugsweise dem beschriebenen Ausführungsbeispiel nach 1 und 2, so dass darauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird.

6 zeigt in einem Ausschnitt einen Käfig, dessen Stegelemente (4a) derart ausgebildet sind, dass bei gleich bleibender Breite die Tiefe der in der Nähe der Stirnplatten (7) angeordneten Vertiefungen (6) vergrößert ist. Dadurch ergeben sich, ebenso wie bei der Ausführung nach 5, im Bereich der Enden der Wälzkörper (1) größere Querschnitte für den Durchtritt des Schmierstoffes.

Der übrige Aufbau und die Funktion des Käfigs entsprechen vorzugsweise dem beschriebenen Ausführungsbeispiel nach 1 und 2, so dass darauf an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird.

7 zeigt in einem Ausschnitt in radialer Aufsicht einen einteiligen Käfig eines Radialkugellagers. Der Käfig wird bevorzugt als einbaufertiges Kunststoffteil durch Spritzgießen erzeugt. Die Stege (4) sind auf einer der Stirnseiten des Kugellagers stofflich fest miteinander verbunden, wobei diese Verbindung durch die, auf dieser Seite des Lagers ineinander übergehenden Abschnitte (13, 14) erfolgt. Der anderen Stirnseite des Lagers zugewandt überdecken die Abschnitte (13, 14) die kugeligen Wälzkörper (1) in Umfangsrichtung des Wälzlagers nur so weit, dass der montierte Käfig durch die Umschließung der Wälzkörper (1) von diesen in axialer Richtung in seiner Position gehalten wird. Dadurch ergeben sich zu dieser Stirnseite des Käfigs Öffnungen, deren Innenmaß nur etwas kleiner ist als der Durchmesser der Wälzkörper (1). Zur Montage im Lager wird der Käfig mit seiner offenen Stirnseite zwischen den Lagerringen über die bereits in das Lager eingelegten Wälzkörper (1) gedrückt. Die Abschnitte (13, 14) sind derart ausgebildet, dass sie dabei wegfedern und den Weg für die Wälzkörper (1) freigeben. In der Endposition des Käfigs federn die Abschnitte (13, 14) zurück und schließen die Wälzkörper (1) ein, so dass der Käfig von diesen im Lager axial gehalten wird.

Die Vorsprünge (5) und Vertiefungen (6) in den Seiten (4e, 4e) der Stege (4) werden beim Spritzgießen des Käfigs erzeugt. Sie sind derart ausgeformt, dass sowohl ihre Fertigung möglich ist, als auch, dass ihre Funktion im Wälzlager gewährleistet ist.

1Wälzkörper 2Lageraußenring 3Lagerinnenring 4Steg 4aStegelement 4c, 4dStirnseite 4e, 4eSeite 5Vorsprung 6Vertiefung 7Stirnplatte 7aDurchbruch, zylindrischer Abschnitt 8Verbindungsstange 8aGewindeabschnitt 8bkongruenter Abschnitt, zylindrischerr Abschnitt 9Mutter 10Bohrung 11Spalt 12Freiraum 13, 14überdeckender Abschnitt

Anspruch[de]
  1. Wälzlagerkäfig, umfassend:

    a) eine Anzahl von Stegen (4), welche in Umfangsrichtung des Wälzlagers zwischen den Wälzkörpern (1) angeordnet sind, wobei die Stege (4) derart ausgebildet sind, dass zwischen ihnen und den Wälzkörpern (1) Spalte (11) ausgebildet werden,

    b) Abschnitte (13, 14), welche die Wälzkörper (1) wenigstens teilweise beidseitig in je einer Ebene orthogonal zur Längserstreckung des Wälzlagers überdecken, wobei die Abschnitte (13, 14) derart ausgebildet sind, dass zwischen ihnen und den Wälzkörpern (1) in Richtung der Längserstreckung des Wälzlagers beidseitig Freiräume (12) verbleiben,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    c) die Stege (4) an ihren, den Wälzkörpern (1) zugewandten Seiten (4d, 4e) jeweils eine Anzahl von Vorsprüngen (5) und Vertiefungen (6) aufweisen, wobei die Vertiefungen (6) die Seiten (4d, 4e) der Stege (4) vollständig im wesentlichen radial zu der Längserstreckung des Wälzlagers durchragen.
  2. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Stege (4) durch ein separates Stegelement (4a) ausgebildet wird. Vorzugsweise werden alle Stege derart ausgebildet.
  3. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 2), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Stegelemente (4a) durch eine Anzahl von wenigstens zwei Einzelelementen ausgebildet wird.
  4. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 3), dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Einzelelemente wenigstens einen Vorsprung (5) und wenigstens eine Vertiefung (6) ausbildet.
  5. Wälzlagerkäfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte (13, 14), die einer der, orthogonal zu der Längserstreckung des Wälzlagers ausgerichteten, Ebenen zugeordnet sind, durch wenigstens ein Bauteil ausgebildet werden, welches mit wenigstens einem der Stege (4) oder Stegelemente (4a) fest, stofflich fest oder lösbar verbunden ist.
  6. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 5), dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Bauteil, welches die Abschnitte (13, 14) ausbildet, ein im wesentlichen ringförmiges Segment ist.
  7. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 6), dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte (13, 14) durch Stirnplatten (7) ausgebildet werden, welche orthogonal zur Längserstreckung des Wälzlagers im wesentlichen eben sind.
  8. Wälzlagerkäfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Stege (4) oder wenigstens eines der Stegelemente (4a) Bohrungen (10) aufweist, durch welche Verbindungsstangen (8) geführt sind. Die Verbindungsstangen (8) durchragen wenigstens einen Anteil der Bauteile, welche die Abschnitte (13, 14) ausbilden, und halten diese Bauteile durch eine geeignete Ausgestaltung in fester Verbindung an dem wenigstens einen Steg (4) oder an dem wenigstens einen Stegelement (4a).
  9. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 8), dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstangen an ihren Enden Gewindeabschnitte (8a) aufweisen. Auf diese werden Muttern (9) aufgedreht, die mit einer ihrer Stirnseiten an den Bauteilen anliegen, welche die Abschnitte (13, 14) ausbilden.
  10. Wälzlagerkäfig nach einem der Ansprüche 1) bis 7), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der Stege (4) oder wenigstens eines der Stegelemente (4a) mit wenigstens einem der, zu einer der beiden Stirnseiten des Wälzlagers zugewandten, Abschnitte (13, 14) stofflich fest verbunden ist.
  11. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 4), dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Einzelelemente genau einen Vorsprung (5) und genau eine Vertiefung (6) ausbildet.
  12. Wälzlagerkäfig nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass der Wälzlagerkäfig einteilig geformt ist.
  13. Wälzlagerkäfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei der Vertiefungen (5) wenigstens eines der Stege (4) oder der Stegelemente (4a) in ihrer Breite in Richtung der Längserstreckung des Wälzlagers und/oder in ihrer Tiefe orthogonal zu der Längserstreckung des Wälzlagers zueinander unterschiedlich sind.
  14. Wälzlagerkäfig nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei der Vorsprünge (5) wenigstens eines der Stege (4) oder der Stegelemente (4a) in ihrer Breite in Richtung der Längserstreckung des Wälzlagers zueinander unterschiedlich sind.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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