Die vorliegende Erfindung betrifft das Erfassen eines Auftretens einer
Axialverschiebung in einer horizontalen Richtung bei einem an einem Fahrzeug montierten
Radar, das Bestimmen des Axialverschiebungsgrads in horizontaler Richtung und die
Korrektur der Axialverschiebung in horizontaler Richtung.
Ein gewisser Typ von Kraftfahrzeug-Radar kann zusätzlich zu dem Abstand
R zu einem Ziel und der Relativgeschwindigkeit V des Ziels auch die laterale Position
X des Ziels durch elektronisches oder mechanisches Abtasten der Funkwellenabstrahlungsrichtung
und dadurch Erfassen des Azimutwinkels &thgr; des Ziels erfassen, wobei die laterale
Position X durch Lösen der Gleichung X = R*sin &thgr; ermittelt wird. Durch Erfassen
der lateralen Position X wird es möglich, den Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstand auf der
Grundlage des Abstands zu einem sich vor dem mit Radar ausgerüsteten Fahrzeug fortbewegenden
Fahrzeug und seiner Relativgeschwindigkeit zu regeln.
Nachdem ein derartiges Kraftfahrzeug-Radar in einem Fahrzeug eingebaut
worden ist, tritt, wenn die Radarachse von einer aus irgendeinem Grund ausgeübten
externen Kraft in einer horizontalen Richtung verschoben wird, eine Verschiebung
des Azimutwinkels &thgr; des Ziels ein, die zu einer fehlerhaften Erkennung eines
Ziels führt, zu dem der Abstand geregelt wird.
DE-A-19833065 beschreibt eine Winkelverschiebungsbestimmungsvorrichtung
zum Bestimmen einer Winkelverschiebung der Zentralachse von Radar, das in einem
automotiven optischen Erfassungssystem verwendet wird. Die Vorrichtung bestimmt
die Winkelverschiebung auf der Grundlage einer relativen Position des Ziels und
entfernt von der bestimmten Winkelverschiebung eine Fehlerkomponente, die erzeugt
wird, wenn ein vorhergehendes Fahrzeug, das sich mit einem lateralen Versatz von
dem Systemfahrzeug fortbewegt, als das Ziel verfolgt wird, und eine Fehlerkomponente,
die erzeugt wird, wenn ein stationäres Objekt, das sich auf einer kurvigen Straße
befindet, mittels des Radars als das Ziel verfolgt wird.
Andere Offenlegungen dieses Typs vom Stand der Technik sind DE19833065A,
DE19633704A, US-A-5495254, DE19952056, DE19751004A, DE19964020A, DE19610351A und
GB-A-2334842.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren
zum Erfassen eines Auftretens einer Axialverschiebung in einer horizontalen Richtung
bei einem auf einem Fahrzeug angeordneten Radar das Messen einer Frequenz, mit der
eine mittels des genannten Radars durchgeführte Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung
durch Drücken eines Bremspedals ausgesetzt oder rückgesetzt wird, und
das Bestimmen, dass eine Achse des genannten Radars in horizontaler Richtung verschoben
ist, wenn die genannte gemessene Frequenz der Regelungsaussetzung oder – rücksetzung
größer als ein vorbestimmter Schwellenwert ist.
Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst eine
Vorrichtung zum Erfassen des Auftretens einer Axialverschiebung in einer horizontalen
Richtung in einem auf einem Fahrzeug angeordneten Radar Mittel zum Messen einer
Frequenz, mit der eine mittels des genannten Radars durchgeführte Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung
durch Drücken eines Bremspedals ausgesetzt oder rückgesetzt wird, und Mittel zum
Bestimmen, dass eine Achse des genannten Radars in horizontaler Richtung verschoben
ist, wenn die genannte gemessene Frequenz der Regelungsaussetzung oder -rücksetzung
größer als ein vorbestimmter Schwellenwert ist.
1 ist ein Diagramm, das die Konfiguration
eines Radars für Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung zeigt;
2 ist ein Diagramm zum Erläutern einer
Axialverschiebung in einer horizontalen Richtung;
3 ist ein Diagramm zum Erläutern einer
Axialverschiebung in einer horizontalen Richtung;
4 ist ein Diagramm zum Erläutern, wie
der Axialverschiebungsgrad in horizontaler Richtung bestimmt wird;
5 ist ein Diagramm zum Erläutern, wie
der Axialverschiebungsgrad in horizontaler Richtung bestimmt wird;
6 ist ein Diagramm zum Erläutern, wie
der Axialverschiebungsgrad in horizontaler Richtung bestimmt wird;
7 ist ein Diagramm zum Erläutern, wie
der Axialverschiebungsgrad in horizontaler Richtung bestimmt wird;
8 ist ein Diagramm zum Erläutern, wie
der Axialverschiebungsgrad in horizontaler Richtung bestimmt wird; und
9 ist ein Diagramm zum Erläutern, wie
der Axialverschiebungsgrad in horizontaler Richtung bestimmt wird.
1 zeigt die Konfiguration eines Radars für
Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Distanzkontrolle als ein Beispiel für ein Radar, auf das die
vorliegende Erfindung angewendet wurde.
In 1 berechnet ein elektronisches Steuergerät
10 (ECU) den Wenderadius des mit Radar ausgerüsteten Fahrzeugs auf der
Grundlage eines Signals von einem Giergeschwindigkeitssensor 12 und eines
Signals von einem Fahrzeuggeschwindigkeitssensor 14 und legt das Ergebnis
zusammen mit Fahrzeuggeschwindigkeitsdaten an ein FM-CW-Radar 16 an. Das
FM-CW-Radar 16 strahlt eine mit einer Dreieckswelle frequenzmodulierte
Funkwelle im Millimeterwellenband in Vorwärtsrichtung des Fahrzeugs ab und berechnet
den Abstand zu einem vor ihm befindlichen Ziel und dessen Relativgeschwindigkeit.
Ferner tastet das FM-CW-Radar 16 die Abstrahlungsrichtung der oben beschriebenen
Funkwelle ab, berechnet die laterale Position des Ziels anhand der Energieverteilung
der reflektierten Welle und legt das Ergebnis zusammen mit den Abstands- und Relativgeschwindigkeitsdaten
an das elektronische Steuergerät 10 an.
Auf der Grundlage dieser Daten erzeugt und sendet das elektronische
Steuergerät 10 ein Steuersignal zum Beibehalten eines konstanten Abstands
zu dem sich vor ihm fortbewegenden Fahrzeug. An das elektronische Steuergerät
10 wird auch ein Bremssignal und ein Einstellsignal für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung
angelegt. Die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung wird von dem Einstellsignal
für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung gestartet und von dem Bremssignal
unterbrochen.
Wenn das FM-CW-Radar 16 richtig installiert ist, wird ein
Ziel 20, das sich in der gleichen Spur vor dem mit Radar ausgerüsteten
Fahrzeug fortbewegt, wie in 2 gezeigt wird, richtig
erkannt und die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung wird auf der Grundlage des
Abstands zu dem Ziel 20 und seiner Relativgeschwindigkeit richtig durchgeführt.
Andererseits können, wenn die Achse des Radars 16 in horizontaler
Richtung verschoben ist, wie in 3 gezeigt wird, die
lateralen Positionen der Ziele 20 und 22 nicht richtig erkannt
werden und in einem extremen Fall wird das sich in einer benachbarten Spur fortbewegende
Ziel 22 fehlerhaft als das in der Bahn vor dem mit Radar ausgerüsteten
Auto erkannt.
In diesem Fall kann, da der Abstand zu dem Ziel 20 nicht
richtig erkannt wird, der Abstand zu dem sich vorausbewegenden Fahrzeug zu klein
werden; jedes Mal, wenn das eintrifft, muss der Fahrer das Bremspedal betätigen
und dann die Regelung rücksetzen, wenn der richtige Abstand wieder erreicht worden
ist, das heißt, der Vorgang des Aussetzens der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung
durch Drücken des Bremspedals und der Vorgang des Rücksetzens der Regelung werden
häufig durchgeführt. Daher kann durch Messen der Frequenz, mit der die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung
ausgesetzt oder rückgesetzt wird, das Auftreten einer Axialverschiebung in einer
horizontalen Richtung in dem Radar 16 entdeckt werden. Beispielsweise wird
das an das elektronische Steuergerät 10 angelegte Bremssignal oder Einstellsignal
für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Abstandsregelung (1) von
einem Zähler gezählt, der periodisch rückgesetzt wird, und wenn der Zählerwert einen
vorbestimmten Wert übersteigt, wird bestimmt, dass eine Axialverschiebung in einer
horizontalen Richtung aufgetreten ist. Diese Verarbeitung kann auch mit Software
implementiert werden.
Im Folgenden wird beschrieben, wie der Axialverschiebungsgrad in horizontaler
Richtung bestimmt wird. Wenn die Relativgeschwindigkeit eines Ziels im Wesentlichen
gleich der Bewegungsgeschwindigkeit des mit Radar ausgerüsteten Fahrzeugs ist, wird
das Ziel als stationär erkannt. Wenn es in horizontaler Richtung keine Axialverschiebung
gibt, sollte die Ortskurve 26 der relativen Position, die durch von dem
Abstand R und dem Azimutwinkel &thgr; des als stationär erkannten Ziels
24 (zum Beispiel dem Mast einer elektrischen Straßenlampe) bestimmt wird,
eine Gerade mit einem Azimutwinkel von 0 sein, wie in 4
gezeigt wird. Dementsprechend kann der Winkel &Dgr;&thgr; der Axialverschiebung
in horizontaler Richtung anhand des Winkels der Ortskurve 26 des stationären
Ziels 24 bestimmt werden.
Angenommen, dass die Zentralachse des Radars um &Dgr;&thgr; nach links
verschoben wird, wie in 5 gezeigt wird, dann wird das
stationäre Ziel 24 zu dem Zeitpunkt T1 erfasst, wie von
24-1' in 6 angedeutet wird, als wenn es um
&Dgr;&thgr; nach rechts relativ zu dem Winkel &thgr;1, wo es sein sollte,
verschoben wird. Desgleichen wird das stationäre Ziel 24 zu den Zeitpunkten
T2 und T3 erfasst, als ob es relativ zu &thgr;2
bzw. &thgr;3 um &Dgr;&thgr; nach rechts verschoben ist, wie von
24-2' und 24-3' in 6 gezeigt wird.
Hier können dann, wenn sich das stationäre Ziel 24 in einer
ausreichenden Entfernung befindet und die Abstände R1, R2
und R3 groß genug sind und &Dgr;&thgr; klein genug ist, 24-1',
24-2' und 24-3' wie in 7 gezeigt
angenähert werden, sodass der Abstand Ln zwischen beliebigen Positionen
24-n und 24-n' als
Ln = Rn·sin &Dgr;&thgr;
ausgedrückt werden kann und La' in 8 kann
mit Ln angenähert werden, wenn
&agr;n = &thgr;n – &Dgr;&thgr;
klein genug ist.
Wenn der Erfassungswinkel &thgr;n – &Dgr;&thgr; des
stationären Ziels 24 klein genug ist, dann kann, da R1' ,...,
Rn' in 9 mit R1,..., Rn
angenähert werden können, die Neigung t der 24-1',..., 24-n' (die
mit einer Gerade angenähert werden können) verbindenden Ortskurve 26' als
tan t = (L1 – Ln) / (R1
– Rn) = (R1 · sin&Dgr;&thgr; – Rn·
sin&Dgr;&thgr;) / (R1 – Rn) = sin&Dgr;&thgr; ((R1
– Rn) / (R1 – Rn) = sin&Dgr;&thgr;
ausgedrückt werden. Ferner kann sie, wenn &Dgr;&thgr; klein genug ist, als
sin t = sin&Dgr;&thgr;
t = &Dgr;&thgr;
angenähert werden.
Dementsprechend kann der Winkel &Dgr;&thgr; der Axialverschiebung
des Radars dann, wenn &Dgr;&thgr; klein genug ist und das stationäre Ziel
24 weit genug entfernt ist und der Erfassungswinkel &thgr;n
– &Dgr;&thgr; klein genug ist, ungefähr als die Neigung t der Ortskurve
26' des stationären Ziels 24 erfasst werden.
Bei der Korrektur des Azimutwinkels &thgr; mithilfe des so bestimmten
Axialverschiebungswinkels &Dgr;&thgr; ist erwünscht, dass er beispielsweise als
&thgr;n – &Dgr;&thgr;/2, nicht als &thgr;n – &Dgr;&thgr;,
korrigiert wird, wobei der Axialverschiebungsgrad &Dgr;&thgr; in horizontaler Richtung
wiederholt mit Hilfe des korrigierten Azimutwinkels &thgr; bestimmt wird.
Wenn die Korrektur auf das berechnete Ergebnis des Azimutwinkels &thgr;
angewendet werden soll, dann kann der Messbereich zum Beispiel, wenn der Messbereich
±8° und der Korrekturbetrag –2° beträgt, von –10°
bis +6° reichen, das heißt, der Messbereich auf der positiven Seite wird kleiner.
Daher ist es wünschenswert, dass die Korrektur nicht auf das berechnete Ergebnis
des Winkels sondern auf den Positionsgeberausgang angewendet wird, der beim mechanischen
Abtasten der Abstrahlungsrichtung die Abstrahlungsrichtung anzeigt.
Der Prozess zum Bestimmen der Axialverschiebung und der Axialverschiebungskorrekturprozess,
die oben beschrieben werden, können mit Software in dem elektronischen Steuergerät
10 implementiert werden. Es ist wünschenswert, dass der bestimmte Axialverschiebungsgrad
in einem nichtflüchtigen Speicher gespeichert wird.
Die obige Beschreibung verwendete ein FM-CW-Radar als Beispiel, es
versteht sich aber, dass die vorliegende Erfindung auch auf andere Radartypen angewendet
werden kann, zum Beispiel ein Laserradar.