Die Erfindung bezieht sich auf das Verarbeiten und insbesondere, jedoch
nicht ausschließlich, auf das Waschen oder Stabilisieren normalerweise bereits belichteten
fotografischen Materials, wobei das Material eine Vielzahl von Verarbeitungsstufen
durchläuft.
Im Sinne dieser Beschreibung ist unter fotografischem Material ein
im Allgemeinen ebenes Material zu verstehen, das aus Film oder Papier bestehen kann,
ein Schwarz/Weiß- oder Farbbild erzeugt und als fortlaufende Bahn oder in Einzelblattform
vorliegen kann.
Fotografische Silberhalogenidmaterialien sind bekannt, wobei durch
die Verarbeitung dieser Materialien in einer Entwicklungsstufe ein Silber- oder
Farbbild erzeugt wird und das Bild in einer Reihe nachfolgender Bäder stabilisiert
und dauerhaft gemacht wird. Durch diese Bäder werden unerwünschte Materialien, die
sonst entweder die Qualität des fertigen Bildes beeinträchtigen oder eine Verschlechterung
der Bilder im Laufe der Zeit verursachen würden, umgewandelt und aus den fotografischen
Beschichtungen entfernt. Bei typischen Farbsystemen folgt der Entwicklungsstufe
eine Bleichstufe, in der das entwickelte Silber durch Oxidation in eine Form gebracht
wird, die durch ein Fixiermittel im selben oder einem separaten Bad aufgelöst werden
kann. Diesen Stufen zur Entfernung des Silbers folgt dann eine Waschstufe, in der
Wasser oder eine andere Waschlösung verwendet wird, oder eine Stabilisierstufe,
die mit einer Stabilisierlösung arbeitet. Der Einfachheit halber wird diese letztgenannte
Stufe in dieser Beschreibung allgemein als "Waschstufe" bezeichnet. In diesen Stufen
werden restliche Chemikalien entfernt, und gegebenenfalls finden auch Umwandlungsreaktionen
zwischen Bestandteilen der Stabilisierlösung und in den Beschichtungen enthaltenen
Materialien statt. Durch diese erhält das endgültige Bild die erforderliche Beständigkeit.
EP-A-0 762 205 und US-A-5 537 179 beschreiben eine Vorrichtung, in
der das fotografische Material in Waschtanks gewaschen wird. Dabei wird das fotografische
Material mittels aufeinander folgender Paare horizontal angeordneter Walzen abwärts
in den Waschtank transportiert, während Wasser abwärts in die Walzenspalte geleitet
wird. Auf diese Weise erhält man eine einfache mehrstufige Wascheinrichtung.
Andere Beispiele herkömmlicher Verarbeitungsvorrichtung sind in CH-A-364
414 und EP-A-0 410 790 beschrieben.
Das in den vorstehend genannten Veröffentlichungen beschriebene Aufbringen
von Waschflüssigkeit führt dazu, dass die Flüssigkeit eher über die Enden der Walzen
fließt als durch den übrigen Walzenspalt, was dazu führt, dass übermäßig viel Flüssigkeit
verbraucht wird. Es wurden bereits zahlreiche Lösungen für dieses Problem vorgeschlagen,
unter anderem auch der Einsatz von O-Ring-Dichtungen an den Walzenenden, die Walzen
eng umschließende Gehäuse und konvexe oder konkave Walzenenden. Alle diese Lösungen
sind jedoch mechanisch kompliziert und führen letztlich zu einer übermäßigen Abnutzung
der gleitenden oder rollenden Oberflächen. Auch der Einsatz magnetischer Flüssigkeiten
und magnetischer Rückhaltemittel ist bekannt, aber auch er führt zu recht komplizierten
Anordnungen.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine fotografische Verarbeitung
anzugeben, die das Problem der an den Enden der Führungsmittel, zum Beispiel der
Rollen, überfließenden Flüssigkeit ganz oder zumindest teilweise verhindert.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Verarbeiten
eines fotografischen Materials gemäß Anspruch 1 bereitgestellt.
Die Führungsmittel weisen mindestens ein Walzenpaar auf, können jedoch
auch eine Vielzahl übereinander angeordneter Walzenpaare aufweisen.
Vorteilhafterweise sind die Führungsmittel im Wesentlichen vertikal
übereinander angeordnet.
Das Rückhaltefluid, das aus einem Gas, vorzugsweise Luft, bestehen
kann, kann in im Wesentlichen axialer Richtung von den Enden Walzen her zum Beispiel
als Strahl eingeleitet werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Verarbeiten
von fotografischem Material gemäß Anspruch 7 bereitgestellt.
Auf diese Weise wird das Überfließen der Verarbeitungslösung an den
Enden der Führungsmittel in einer besonders einfachen und zweckmäßigen Weise verhindert.
Da kein mechanischer Kontakt entsteht, entfällt auch jede Oberflächenabnutzung und
damit jede Notwendigkeit, diese konstant zu korrigieren. Fotografisches Material
unterschiedlicher Breite kann in einfacher verarbeitet werden, zum Beispiel durch
Veränderung der Geschwindigkeit des Rückhaltefluids und/oder seines Angriffspunkts
an der Entwicklerlösung.
Die Vorrichtung kann bequem entleer werden, indem man einfach die
Zufuhr der Lösung und des Fluids unterbricht.
Dadurch dass unnötige Verluste an Entwicklungsflüssigkeit vermieden
werden, weil die Flüssigkeit auf den Kontaktbereich mit dem fotografischen Material
beschränkt wird, wird weniger Flüssigkeit benötigt, wodurch die Einstandskosten
und auch die Abwassermenge minimiert werden.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine schematische Stirnansicht der Vorrichtung;
2 eine Vorderansicht der Vorrichtung gemäß
1; und
3 eine vergrößerte Ansicht der Zuführdüse
der Vorrichtung.
In den Figuren wird eine Bahn des zu waschenden belichteten fotografischen
Films 1 abwärts in die Walzenspalte dreier vertikal übereinander angeordneter
Transportwalzenpaare 3/4, 5/6 und
7/8 geleitet. Die Walzen rotieren in an seitlichen Rahmen
30, 32 der Vorrichtung vorgesehenen Lagern. Zum Waschen des Films
1 wird Lösung 34 durch Rohre 11, 12 und
13 in die Spalte der einzelnen Walzenpaare geleitet. Alternativ kann auch
die Lösung nur durch das oberste Rohr 11 zugeführt werden und dann abwärts
(a) entlang dem Film 1 während dessen Transport durch die Vorrichtung und
(b) über die zylindrischen Walzenoberflächen fließen. In den Walzenspalten bleibt
die Lösung stehen und benässt den Film während dessen Transport durch den Spalt.
Der größte Teil der Lösung wird um den Umfang der rotierenden Walzen herum mitgeschleppt
und fließt auf die darunter befindlichen Walzen und schließlich in eine (nicht dargestellte)
Auffangwanne.
Jedem der Walzenpaare 3/4, 5/6
und 6/7 ist ein Paar Düsen 17/20,
18/21 und 19/22 zugeordnet, die von den Enden
der Walzenspalte her in die Walzenspalte gerichtet sind. Den Düsen 17–22
wird Pressluft zugeführt, deren Geschwindigkeit so eingestellt ist, dass die Waschlösung
von den Enden der Walzen entfernt in den Walzenspalten gesammelt wird.
Es hat sich gezeigt, dass zwar kleine runde Rohre verwendet werden
können, die Luft aber wirkungsvoller ist, wenn sie dicht an den Walzenspalt und
die Lösung herangeführt wird. Wie in der vergrößerten Ansicht einer der Düsen
17 in 3 zu erkennen ist, weist das freie Ende
24 der Düse eine schmale flache rechteckige Gestalt auf, die diese Positionierung
erleichtert. Alternativ zur rechteckigen Form kann das freie Ende auch V-förmig
ausgebildet sein. Die günstigste Form für einen gegebenen Walzendurchmesser, eine
gegebene Transportgeschwindigkeit des fotografischen Materials und die Viskosität
der Lösung kann in jedem Fall experimentell bestimmt werden. Durch Veränderung der
Geschwindigkeit der aus den Düsen austretenden Luft ist es möglich, den benässten
Bereich der Walzen zu verändern, um ihn zum Beispiel unterschiedlichen Breiten des
durch die Vorrichtung hindurch transportierten fotografischen Materials anzupassen.
Die Erfindung wurde vorstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben, in denen das fotografische Material abwärts durch die Walzen hindurch
transportiert wird; sie ist jedoch gleichermaßen auch in Vorrichtungen einsetzbar,
in denen das Material sich aufwärts bewegt und die somit im Gegenstrommodus arbeiten.