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Dokumentenidentifikation DE69824805T2 04.08.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0000909984
Titel Vorrichtung und Verfahren zum Verarbeiten fotografischen Materials
Anmelder Eastman Kodak Co., Rochester, N.Y., US
Erfinder Earle, Anthony, Harrow, GB;
Wells, Leslie Robert, Harrow, GB
Vertreter WAGNER & GEYER Partnerschaft Patent- und Rechtsanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69824805
Vertragsstaaten DE, FR, GB
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 02.09.1998
EP-Aktenzeichen 982029407
EP-Offenlegungsdatum 21.04.1999
EP date of grant 30.06.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.08.2005
IPC-Hauptklasse G03D 3/13
IPC-Nebenklasse G03D 3/06   G03D 5/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf das Verarbeiten und insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, auf das Waschen oder Stabilisieren normalerweise bereits belichteten fotografischen Materials, wobei das Material eine Vielzahl von Verarbeitungsstufen durchläuft.

Im Sinne dieser Beschreibung ist unter fotografischem Material ein im Allgemeinen ebenes Material zu verstehen, das aus Film oder Papier bestehen kann, ein Schwarz/Weiß- oder Farbbild erzeugt und als fortlaufende Bahn oder in Einzelblattform vorliegen kann.

Fotografische Silberhalogenidmaterialien sind bekannt, wobei durch die Verarbeitung dieser Materialien in einer Entwicklungsstufe ein Silber- oder Farbbild erzeugt wird und das Bild in einer Reihe nachfolgender Bäder stabilisiert und dauerhaft gemacht wird. Durch diese Bäder werden unerwünschte Materialien, die sonst entweder die Qualität des fertigen Bildes beeinträchtigen oder eine Verschlechterung der Bilder im Laufe der Zeit verursachen würden, umgewandelt und aus den fotografischen Beschichtungen entfernt. Bei typischen Farbsystemen folgt der Entwicklungsstufe eine Bleichstufe, in der das entwickelte Silber durch Oxidation in eine Form gebracht wird, die durch ein Fixiermittel im selben oder einem separaten Bad aufgelöst werden kann. Diesen Stufen zur Entfernung des Silbers folgt dann eine Waschstufe, in der Wasser oder eine andere Waschlösung verwendet wird, oder eine Stabilisierstufe, die mit einer Stabilisierlösung arbeitet. Der Einfachheit halber wird diese letztgenannte Stufe in dieser Beschreibung allgemein als "Waschstufe" bezeichnet. In diesen Stufen werden restliche Chemikalien entfernt, und gegebenenfalls finden auch Umwandlungsreaktionen zwischen Bestandteilen der Stabilisierlösung und in den Beschichtungen enthaltenen Materialien statt. Durch diese erhält das endgültige Bild die erforderliche Beständigkeit.

EP-A-0 762 205 und US-A-5 537 179 beschreiben eine Vorrichtung, in der das fotografische Material in Waschtanks gewaschen wird. Dabei wird das fotografische Material mittels aufeinander folgender Paare horizontal angeordneter Walzen abwärts in den Waschtank transportiert, während Wasser abwärts in die Walzenspalte geleitet wird. Auf diese Weise erhält man eine einfache mehrstufige Wascheinrichtung.

Andere Beispiele herkömmlicher Verarbeitungsvorrichtung sind in CH-A-364 414 und EP-A-0 410 790 beschrieben.

Das in den vorstehend genannten Veröffentlichungen beschriebene Aufbringen von Waschflüssigkeit führt dazu, dass die Flüssigkeit eher über die Enden der Walzen fließt als durch den übrigen Walzenspalt, was dazu führt, dass übermäßig viel Flüssigkeit verbraucht wird. Es wurden bereits zahlreiche Lösungen für dieses Problem vorgeschlagen, unter anderem auch der Einsatz von O-Ring-Dichtungen an den Walzenenden, die Walzen eng umschließende Gehäuse und konvexe oder konkave Walzenenden. Alle diese Lösungen sind jedoch mechanisch kompliziert und führen letztlich zu einer übermäßigen Abnutzung der gleitenden oder rollenden Oberflächen. Auch der Einsatz magnetischer Flüssigkeiten und magnetischer Rückhaltemittel ist bekannt, aber auch er führt zu recht komplizierten Anordnungen.

Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine fotografische Verarbeitung anzugeben, die das Problem der an den Enden der Führungsmittel, zum Beispiel der Rollen, überfließenden Flüssigkeit ganz oder zumindest teilweise verhindert.

Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Verarbeiten eines fotografischen Materials gemäß Anspruch 1 bereitgestellt.

Die Führungsmittel weisen mindestens ein Walzenpaar auf, können jedoch auch eine Vielzahl übereinander angeordneter Walzenpaare aufweisen.

Vorteilhafterweise sind die Führungsmittel im Wesentlichen vertikal übereinander angeordnet.

Das Rückhaltefluid, das aus einem Gas, vorzugsweise Luft, bestehen kann, kann in im Wesentlichen axialer Richtung von den Enden Walzen her zum Beispiel als Strahl eingeleitet werden.

Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Verarbeiten von fotografischem Material gemäß Anspruch 7 bereitgestellt.

Auf diese Weise wird das Überfließen der Verarbeitungslösung an den Enden der Führungsmittel in einer besonders einfachen und zweckmäßigen Weise verhindert. Da kein mechanischer Kontakt entsteht, entfällt auch jede Oberflächenabnutzung und damit jede Notwendigkeit, diese konstant zu korrigieren. Fotografisches Material unterschiedlicher Breite kann in einfacher verarbeitet werden, zum Beispiel durch Veränderung der Geschwindigkeit des Rückhaltefluids und/oder seines Angriffspunkts an der Entwicklerlösung.

Die Vorrichtung kann bequem entleer werden, indem man einfach die Zufuhr der Lösung und des Fluids unterbricht.

Dadurch dass unnötige Verluste an Entwicklungsflüssigkeit vermieden werden, weil die Flüssigkeit auf den Kontaktbereich mit dem fotografischen Material beschränkt wird, wird weniger Flüssigkeit benötigt, wodurch die Einstandskosten und auch die Abwassermenge minimiert werden.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine schematische Stirnansicht der Vorrichtung;

2 eine Vorderansicht der Vorrichtung gemäß 1; und

3 eine vergrößerte Ansicht der Zuführdüse der Vorrichtung.

In den Figuren wird eine Bahn des zu waschenden belichteten fotografischen Films 1 abwärts in die Walzenspalte dreier vertikal übereinander angeordneter Transportwalzenpaare 3/4, 5/6 und 7/8 geleitet. Die Walzen rotieren in an seitlichen Rahmen 30, 32 der Vorrichtung vorgesehenen Lagern. Zum Waschen des Films 1 wird Lösung 34 durch Rohre 11, 12 und 13 in die Spalte der einzelnen Walzenpaare geleitet. Alternativ kann auch die Lösung nur durch das oberste Rohr 11 zugeführt werden und dann abwärts (a) entlang dem Film 1 während dessen Transport durch die Vorrichtung und (b) über die zylindrischen Walzenoberflächen fließen. In den Walzenspalten bleibt die Lösung stehen und benässt den Film während dessen Transport durch den Spalt. Der größte Teil der Lösung wird um den Umfang der rotierenden Walzen herum mitgeschleppt und fließt auf die darunter befindlichen Walzen und schließlich in eine (nicht dargestellte) Auffangwanne.

Jedem der Walzenpaare 3/4, 5/6 und 6/7 ist ein Paar Düsen 17/20, 18/21 und 19/22 zugeordnet, die von den Enden der Walzenspalte her in die Walzenspalte gerichtet sind. Den Düsen 1722 wird Pressluft zugeführt, deren Geschwindigkeit so eingestellt ist, dass die Waschlösung von den Enden der Walzen entfernt in den Walzenspalten gesammelt wird.

Es hat sich gezeigt, dass zwar kleine runde Rohre verwendet werden können, die Luft aber wirkungsvoller ist, wenn sie dicht an den Walzenspalt und die Lösung herangeführt wird. Wie in der vergrößerten Ansicht einer der Düsen 17 in 3 zu erkennen ist, weist das freie Ende 24 der Düse eine schmale flache rechteckige Gestalt auf, die diese Positionierung erleichtert. Alternativ zur rechteckigen Form kann das freie Ende auch V-förmig ausgebildet sein. Die günstigste Form für einen gegebenen Walzendurchmesser, eine gegebene Transportgeschwindigkeit des fotografischen Materials und die Viskosität der Lösung kann in jedem Fall experimentell bestimmt werden. Durch Veränderung der Geschwindigkeit der aus den Düsen austretenden Luft ist es möglich, den benässten Bereich der Walzen zu verändern, um ihn zum Beispiel unterschiedlichen Breiten des durch die Vorrichtung hindurch transportierten fotografischen Materials anzupassen.

Die Erfindung wurde vorstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, in denen das fotografische Material abwärts durch die Walzen hindurch transportiert wird; sie ist jedoch gleichermaßen auch in Vorrichtungen einsetzbar, in denen das Material sich aufwärts bewegt und die somit im Gegenstrommodus arbeiten.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Verarbeiten eines fotografischen Materials mit:

    Führungsmitteln (3, 4; 5, 6; 7, 8), die vertikal übereinander liegende Spalte bilden, durch die sich das Material in vertikaler Richtung bewegt;

    Mitteln (11, 13), die derart angeordnet sind, dass sie Entwicklerlösung (34) zum Verarbeiten des Materials in einen Spalt an der Oberseite der Führungsmittel transportieren; und

    Rückhaltemitteln (1722), die in der Nähe der Enden eines jeden Spalts angeordnet sind, derart, dass sie im Wesentlichen verhindern, dass die Entwicklerlösung über die Enden der Führungsmittel nach unten fließt,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    die Rückhaltemittel in einer im allgemeinen axialen Richtung angeordnet sind, um Flüssigkeit mit einer Geschwindigkeit in den Spalt zu leiten derart, dass die Entwicklerlösung in einem Reservoir im Spalt von den Spaltenden weg gehalten wird.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel mindestens zwei Walzen aufweisen.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit in einer im allgemeinen axialen Richtung von jedem Walzenende weg geleitet wird.
  4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Führungsmitteln, die vorzugsweise vertikal übereinander angeordnet sind und von denen jedes mit Entwicklerlösung versehen ist und mit Flüssigkeit, wie zuvor beschrieben, versorgt wird.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit als Strahl in den Spalt oder in jeden Spalt geleitet wird.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit ein Gas ist, vorzugsweise Luft.
  7. Verfahren zum Verarbeiten von fotografischem Material, bei dem

    das Material in einer vertikalen Richtung durch Führungsmittel (3, 4; 5, 6; 7, 8) bewegt wird, die vertikal übereinander angeordnete Spalte bilden;

    Entwicklerlösung (34) in einen Spalt in der Oberseite der Führungsmittel zum Verarbeiten des Materials transportiert wird;

    gekennzeichnet durch die Schritte:

    Leiten einer Flüssigkeit in den Spalt durch Rückhaltemittel (17, 22), die in der Nähe der Spaltenden in einer im allgemeinen axialen Richtung angeordnet sind, wobei die Strömungsgeschwindigkeit der Flüssigkeit derart einstellbar ist, dass im Wesentlichen vermieden wird, dass die Flüssigkeit über die Enden nach unten fließt.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel mindestens zwei Walzen aufweisen, durch die das fotografische Material transportiert wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit im Wesentlichen axial von jedem Walzenende weg geleitet wird.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als ein Führungsmittel vorgesehen ist, von denen eines über einem anderen angeordnet ist, vorzugsweise vertikal, und dass Entwicklerlösung mindestens zu einem oberen Führungsmittel transportiert wird und zwischen aufeinander folgenden Führungsmitteln am Material herunterfließen kann.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das fotografische Material derart angeordnet ist, dass es sich nach oben durch die Führungsmittel bewegt und dass die Entwicklerlösung über die Materialoberfläche zwischen aufeinander folgenden Führungsmitteln hindurch nach unten strömen kann.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit Gas ist, vorzugsweise Luft.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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