| Dokumentenidentifikation |
DE102004001951A1 11.08.2005 |
| Titel |
Mobile Schwerstoff-Trennanlage |
| Anmelder |
Wirtz, Robert Douglas, Windhuk/Windhoek, NA |
| Erfinder |
Wirtz, Robert Douglas, Windhook, NA; Posch, Jürgen, 73035 Göppingen, DE |
| Vertreter |
Patentanwälte Kewitz & Kollegen Partnerschaft, 60325 Frankfurt |
| DE-Anmeldedatum |
13.01.2004 |
| DE-Aktenzeichen |
102004001951 |
| Offenlegungstag |
11.08.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
11.08.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
B03B 7/00
|
| IPC-Nebenklasse |
B03B 5/10
|
| Zusammenfassung |
Die vorliegende Erfindung betrifft eine mobile Schwerstoff-Trennanlage, welche zum Abtrennen von Mineralien, vorzugsweise Diamanten, aus einem Aushub geeignet ist. Vorteilhafterweise ist die Anlage dabei auf dem Gelände, das nach geographischen Gegebenheiten als geeignet ausgewählt wurde, raupenmobil.
|
| Beschreibung[de] |
|
Die vorliegende Erfindung betrifft eine mobile Schwerstoff-Trennanlage,
welche geeignet ist zum Abtrennen von Mineralien, vorzugsweise Diamanten, aus einem
Aushub. Vorteilhafterweise ist die Anlage dabei auf dem Gelände, das nach geographischen
Gegebenheiten als geeignet ausgewählt wurde, raupenmobil.
Nach herkömmlicher Vorgehensweise wird zunächst ein Gebiet sondiert,
auf welchem beispielsweise Vorkommen an vulkanischen Röhren bestehen, welche wiederum
auf das Vorkommen von Diamanten und/oder Mineralien hindeuten. Solche Areale, die
Abmessungen im Bereich von 50 bis 200 km für eine Kantenlänge aufweisen (das entspricht
bis zu 40.000 km2), werden dann in Quadranten eingeteilt, wobei es einer
sorgfältigen Abschätzung bedarf, was die Häufigkeit des Vorkommens an Mineralien
in den jeweiligen Quadranten des Areals betrifft. Danach werden dann eine oder mehrere
stationäre Trennanlagen zur Abtrennung von mit Diamanten und/oder Mineralien angereichertem
Material aus dem Aushub installiert. Es kann vorkommen, dass die Einschätzung betreffend
die Anhäufung der Mineralien in bestimmten Quadranten im Vorfeld nicht zutreffend
war, was dann dazu führt, dass beachtliche Mengen an Aushub auf dem Gelände über
beträchtliche Strecken hin zu der Trennanlage transportiert werden müssen. Zudem
sollte beachtet werden, dass nur 0–20 % Gewichtsprozent des Aushubes nach
dem Trennverfahren als so genanntes „schweres Konzentrat" übrig bleiben und
folglich meist über 80% Ausschuss (Abfall und Abraum) wieder zurück an die Stelle
des Aushubes transportiert werden müssen. Unter Umständen ist der Ausschuss mit
Schwermetallen oder Ähnlichem belastet und kann nicht ohne weiteres an der ursprünglichen
Aushubstelle wieder ausgeladen werden.
Bislang hat es keine Alternative zu den aufwändigen Transporten des
Aushubes gegeben, insbesondere konnte keine technische Lösung bereitgestellt werden,
die es möglich machte, statt der großen Mengen an Aushub vielmehr die Trennanlage
zu bewegen, also eine mobile Trennanlage zu gestalten, die kontinuierlich, dem Abbau
folgend, aufbereitet.
Es ist somit die Aufgabe der Erfindung, die beschriebenen Probleme
zu umgehen und eine mobile Trennanlage zur Verfügung zu stellen, welche auf dem
fraglichen Areal bewegt werden kann. Gelöst wird die Aufgabe der Erfindung durch
eine mobile Trennanlage, wie in den Zeichnungen und den Patentansprüchen offenbart.
Dabei ist von besonderer Bedeutung, dass die so genannte Setzmaschine
exakt horizontal ausgerichtet ist, da anderenfalls eine Sortierung nach Dichte nicht
stattfinden kann.
Insbesondere dieses technische Problem ist nach Anlagen gemäß dem
Stand der Technik bislang nicht gelöst worden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung erfolgt die Rohmaterialgewinnung
mittels raupenmobilen Baggers, welcher das Rohmaterial einem Aufgabetrichter
1.1 zuführt. Über dem Aufgabetrichter ist der Abscheiderost 1.2
angeordnet. Dieser trennt Material mit einer Kantenlänge von größer als 80 mm ab.
Dieses Material wird seitlich abgekippt und deponiert.
Das Material kleiner als 80 mm gelangt über die Aufgaberinne
2 zum Gurtförderer 3, welcher das Material der Siebmaschine zuführt.
Dort wird eine Trennung von kleiner als 1,6 mm und größer als 25 mm vorgenommen.
Das auf dem Zwischendeck entstehende Material mit einer Größe von 1,6 bis 25 mm
wird über den Steilfördergurt 7 oder ein ähnliches Transportorgan der Setzmaschine
zugeführt. Material kleiner als 1,6 mm und größer als 25 mm gelangt über einen Haldengurtförderer
6.2 auf die Haldendeponie (Abraum). Das Produkt mit einer Größe von 1,6
bis 25 mm wird in der Setzmaschine 8.1 in Schwer- und Leichtstoffe getrennt
(Dichte je größer oder kleiner als 3 Tonnen/m3), wobei die Schwerstoffe
über die Entwässerungssiebmaschine 8.4 entwässert werden und in einen speziell
verschlossenen Container eingebracht werden. Bei diesem Produkt handelt es sich
um das mit Diamanten durchsetzte Gewinnungsprodukt, welches dann der weiteren Diamantengewinnung
zugeführt wird. Das Material, welches leichter als die vorgeschriebene Ausschlussgrenze
ist und somit in der Setzmaschine oben abgeführt wird, gelangt über die Entwässerungssiebmaschine
8.5 über ein Förderband 9 auf die Abraumhalde.
Die Wasseraufbereitung ist so angeordnet, dass über Wassersammelbehälter
8.6 das Wassersandgemisch über die Pumpe 8.7 dem Zyklon
8.9 zugeführt wird. Das im ersten Zulauf befindliche Leichtwasser wird
über den Überlauf dem zweiten Sammelbehälter 8.6 zugeführt und gelangt
über die Pumpe 8.8 direkt in die Setzmaschine. Der hier durchgeführte Wasserhaushalt
wird durch das im Endprodukt befindliche Restwasser mittels einem mobilem Tankfahrzeug
mit Frischwasserzufuhr versorgt.
Die zuvor bezeichnete Anlage ist auf ein hydraulisch angetriebenes
Raupenlaufwerk 11 montiert und wird über einen Dieselstromgenerator
12 sowie das Hydraulikaggregat 13 bewegt. Die gesamte Anlage kann
mittels Funkfernsteuerung vom Bagger aus bedient werden oder vom zentralen Operationsterminal
bedient und überwacht werden. Die dort aufgebaute SPS-gesteuerte
Elektroschaltanlage 14 steuert sämtliche Ablaufprozesse vollautomatisch.
Die gesamte Anlage ist so konstruiert, dass sie in zwei Transportmodulen
transportiert werden kann und nach dem Aufbau vor Ort als vollmobile Aufbereitungsanlage
autark arbeiten kann.
1 zeigt die erfindungsgemäße Anlage schematisch.
2 ist eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen mobilen
Schwerstoff-Trennanlage.
1.1- Aufgabetrichter
1.2- Abscheiderost
2.- Aufgaberinne
3.- Gurtförderer
4.- Siebmaschine
5.- Rutschen
6.1- Sammelband Körnung 0-1,6 u. 25-x
6.2- Haldengurtförderer
7.- Steilfördergurt (Z-Förderer)
8.- Setzmaschine
8.1- Setzmaschine (Motor Drehkolbenschieber)
8.2- Austragsregler
8.3- Gebläse
8.4- Entwässerungssiebmaschine für Schwergut
8.5- Entwässerungssiebmaschine für Leichtgut
8.6- Wassersammelbehälter (Pumpensumpf als 2-Kammerbehälter mit
Überlauf)
8.7- Pumpe für Zyklon
8.8- Pumpe für Setzmaschine
8.9- Zyklon (Hydrozyklon ∅ 300)
9.- Förderband (Gurtförderer für Körnung 1,6-25 (+0-13))
10.- Stahlbau/Chassis
11.- Raupenlaufwerk
12.- Dieselstromgenerator
13.- Hydraulikaggregat
14.- Elektroschaltanlage
15.- Bedienkabine mit Klimaanlage
|
| Anspruch[de] |
- Anlage zum Abtrennen von mit Diamanten und/oder anderen Mineralien
angereichertem Material von einem Aushub, umfassend einen Abscheiderost (1.2),
eine Siebmaschine (4) und eine Setzmaschine (8), dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwerstofftrennanlage mobil ist.
- Mobile Schwerstoff-Trennanlage nach Anspruch 1, wobei der Abscheiderost
so gestaltet ist, dass Material mit einer Teilchengröße von kleiner als 1,6 mm und
größer als 25 mm aussortiert wird.
- Mobile Schwerstofftrennanlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei
die Setzmaschine Schwer- und Leichtstoffe trennt.
- Mobile Schwerstofftrennanlage nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 3, wobei die Dichte der Schwerstoffe größer als 3 Tonnen/m3 und
die der Leichtstoffe kleiner als 3 Tonnen/m3 ist.
- Mobile Schwerstofftrennanlage nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 4, wobei die Setzmaschine geeignet ist, Schwerstoffe über eine Entwässerungsmaschine
in einen verschlossenen Container einzubringen.
- Verfahren zum Abtrennen von mit Diamanten und/oder anderen Mineralien
angereichertem Material von einem Aushub mittels einer mobilen Schwerstoff-Trennanlage,
umfassend die Schritte:
Zuführen von Rohmaterial (Aushub) zu einem Aufgabetrichter über einen Abscheiderost,
Abtrennen von Material einer Kantenlänge von größer als 80 mm,
Zuführen des Materials einer Kantenlänge von kleiner als 80 mm zu einer Siebmaschine,
Abtrennen von Material einer Größe von 1,6 mm bis 25 mm,
Zuführen des Materials einer Größe von 1,6 bis 25 mm zu einer Setzmaschine
und
Trennen von Material nach Schwerstoffen mit einer Dichte von größer als 3 Tonnen/m3
und Leichtstoffen mit einer Dichte von kleiner als 3 Tonnen/m3.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen
|
|
|