Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Grubengasgewinnung außerhalb
des üblichen den Senkungstrog begrenzenden Einwirkungs- oder Einflusswinkels von
Abbaueinwirkungen über Tage und innerhalb eines Grenzwinkels für Grubengaszirkulation
im Steinkohlengebirge und damit zur Vermeidung einer den Treibhauseffekt unterstützenden
Gasfreisetzung, bei dem Bohrlöcher in die Gebirgsbereiche gestoßen und anschließend
das Grubengas abgesaugt wird.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zu
entwickeln und vorzuschlagen, das es ermöglicht, die durch den Bergbau freigesetzten
Grubengasmengen möglichst weitgehend hereinzugewinnen.
Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass die Bohrlöcher
zunächst senkrecht ins Gebirge gestoßen und dann gezielt so abgelenkt und orientiert
werden, dass die infolge der Abbaueinwirkungen in diesem Bereich entstandenen oder
entstehenden Gaszirkulationswege senkrecht bis diagonal sowohl in Streich- als auch
in Einfallrichtung betrachtet, durchbohrt werden.
Die Erfindung ermöglicht es durch die Orientierung der entsprechenden
Bohrlöcher bzw. Bohrungen, dass diese den Tatbestand nutzt, dass zwar der übliche
Einwirkungs- oder Einflusswinkel, der in der Regel zwischen 50 gon und 100 gon beträgt,
die Bergschäden über Tage zur Seite hin begrenzt, dass aber die Abbaueinwirkungen
darüber hinaus wirken und asymptotisch zu Null gehen, was insbesondere die Gaswegsamkeit
im Gebirge betrifft bzw. die entstehenden Gaszirkulationswege. Die im Bereich des
Einwirkungs- oder Einflusswinkels erfassten oder entstehenden Senkungen sind für
das Verfahren insofern von Interesse, als dadurch Schieflagen und Krümmungen und
horizontale Zerrungen und Pressungen sowie senkrechte Streckungen und Stauchungen
entstehen. Wesentlich für die Zirkulation des Grubengases und die Orientierung der
Bohrlöcher zur Gewinnung des Grubengases sind vor allem die horizontalen Zerrungen
und senkrechten Streckungen des Gebirges, denn diese öffnen die Klüfte und Aufscherungen
und Abbau bedingten Risse und blättern die Schichtflächen oberhalb des Abbaus vorteilhaft
auf. Dazu kommen außerhalb bzw. seitlich des Abbaus konvexe Krümmungen, die dort
einen Anlass für gaszirkulationsrelevante Zerrungen des Gebirges sind. Zerrungen
und Streckungen lassen artifiziell Gaswegsamkeiten bzw. Gaszirkulationswege entstehen,
die durch das Verfahren gemäß der Erfindung aufgeschlossen werden und für die Grubengasgewinnung
benutzt werden, dies vor allem zwischen dem Grenzwinkel für Abbaueinwirkung über
Tage, d. h. also im Bereich des Senkungstroges und dem Grenzwinkel für Grubengaszirkulation
infolge Abbau bzw. bergmännischer Tätigkeit. Die Erfindung berücksichtigt weiter,
dass zunächst oberhalb des Abbaus gaszirkulationsrelevante Aufblätterungen und neben
dem Abbau Zerrrungen entstehen. Dadurch wird das Grubengas mit Abklingen der Aufblätterung
zur Seite in den dortigen Zerrungsbereich gedrückt. Dieser Bereich geht über den
Einwirkungswinkel, der etwa 99 % der Senkungen erfasst, weit hinaus. Mit diesem
Einwirkungswinkel werden nämlich 92 % der Zerrungen und Pressungen sowie der Krümmungen
erfasst, die aber relevant für die Gaszirkulationswege sind, die das Gas auch in
den Bereich außerhalb des Einwirkungs- und Einflusswinkels des Abbaus treibt. Berücksichtigt
man die durch die Abbautätigkeit entstehenden Gebirgsbewegungen, so errechnet sich
ein Einwirkungswinkel von 18 gon, da erst dann die Zerrungen aus Krümmungen und
die Zerrungen aus unterschiedlichen Verschiebungen überall im Gebirge gleiche Werte
haben und somit die Gebirgsharmonie wiederhergestellt ist. Innerhalb dieses Bereiches,
d. h. also insbesondere jenseits des Senkungstroges bis zu den Rändern des Einwirkungswinkels
(18 gon) migriert das Grubengas und gelangt über große Flächen verteilt in die Atmosphäre.
Dadurch entsteht eine beachtliche Bedeutung für das Kyoto-Protokoll, denn dieses
Grubengas belastet die Umwelt, obwohl es wegen der großen Fläche und der stetigen
Gaszirkulation sowie der weitläufigen Austritte aus dem Boden messtechnisch schwer
zu bestimmen ist. Mit der erfindungsgemäßen Orientierung der Bohrlöcher zur Grubengasgewinnung
wird nun dieses Grubengas hereingewonnen und kann nutzbar gemacht werden. Dabei
ist die Umweltbelastung nicht nur auf die Zeit während des Abbaus von Steinkohle
beschränkt, sondern auch auf die Zeit danach, denn die Klüfte, Scherflächen und
Risse bleiben geöffnet, solange darunter oder im Umfeld kein Abbau geführt wird,
bei dem die Zirkulationswege zugepresst werden. Vorteilhaft ist dabei weiter, dass
die einmal geweiteten Zirkulationswege für das Grubengas mehr oder weniger senkrecht
einfallen und durch den Überlagerungsdruck nicht zugepresst werden. Damit besteht
für den gesamten Zeitraum die Möglichkeit, mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens
das die Umwelt ansonsten belastende Grubengas abzusaugen und nutzbar zu machen.
Nach einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass die Bohrlöcher außerhalb oder innerhalb des Grenzwinkels für Grubengaszirkulation
orientiert und möglichst horizontal und oberhalb des Abbauniveaus abgelenkt werden.
Die Anordnung der Bohrlöcher außerhalb des Einwirkungs- oder Einflusswinkels der
Abbaueinwirkungen hat den Vorteil, dass die Bohrlöcher lange genug stehen können,
um der Grubengasgewinnung zur Verfügung zu stehen. Von daher werden sie in der Regel
innerhalb des Grenzwinkels für die Grubengaszirkulation hergestellt, seltener noch
außerhalb dieses Grenzwinkels. Sie werden zunächst einmal senkrecht in den Erdboden
eingebracht, um dann gezielt in Richtung Abbau abgelenkt und damit in den Bereich
der Gaszirkulationswege zu gelangen.
Nach einer weiteren zweckmäßigen Ausbildung ist vorgesehen, dass die
Bohrlöcher in horizontalen Zielbereichen in Richtung Abbau oder in die entgegengesetzte
Richtung orientiert werden, wobei die Richtung im Wesentlichen davon abhängt, wo
die senkrechte Bohrung gestoßen worden ist. Wichtig ist dabei, dass auf diese Art
und Weise die senkrecht stehenden und durch den Abbau entstandenen Gaszirkulationswege
angefahren und durchfahren werden.
Dementsprechend sieht eine Weiterbildung vor, dass die Bohrlöcher
in Abbaurichtung abgelenkt und die artifiziell geöffneten Zirkulationswege nicht
unterbaut werden. Durch das Unterbauen besteht die Gefahr, dass die artifiziell
geöffneten Zirkulationswege so beeinflusst werden, dass sie entweder sich ganz schließen
oder aber sich so verändern, dass dann die gewünschte Gasgewinnung nicht mehr möglich
ist.
Der Abbau im Steinkohlenbergbau wirkt im Wesentlichen auf die über
dem Abbau befindlichen Gebirgsbereiche ein, sodass die Erfindung sinnvollerweise
vorsieht, dass die Bohrlöcher über den laufenden und/oder geplanten Abbau geführt
werden, um hier eine Hereingewinnung des Gases sicherzustellen.
Der mehrfach erwähnte Senkungstrog bzw. der Einwirkungs- oder Einflusswinkel
der Abbaueinwirkungen ist der Ausgangspunk der Aufblätterungen, weshalb es zweckmäßig
ist, wenn die Bohrlöcher senkrecht oder diagonal zur Abbaurichtung angeordnet werden
oder auch abgelenkt werden, sodass sie genau in diesen Bereich hineingelangen. Damit
werden die Zirkulationswege mehr oder weniger senkrecht bis diagonal sowohl in Streich-
als auch in Einfallrichtung durchbohrt. Dadurch gelingt es, das Grubengas auch seitlich
der Abbauflächen zwischen dem üblichen Einflusswinkel für die Anforderungen der
Bergschädenbearbeitung, d. h. zwischen dem so genannten Senkungstrog und dem Grenzwinkel
für die Grubengaszirkulation hereinzugewinnen.
Üblicherweise werden im Bergbau die einzelnen Flöze in Abbaustreifen
unterteilt hereingewonnen. Dies berücksichtigt das Verfahren insofern, als die Bohrlöcher
so orientiert werden, dass die Aufteilung der Abbaufläche in mehrere Abbaubetriebe/Abbaustreifen
berücksichtigend orientiert werden. Insbesondere werden die Bohrlöcher so orientiert,
dass die einzelnen Abbaustreifen eine Einheit bilden bzw. dass zwei oder mehrere
Abbaustreifen eine Einheit bilden. Dadurch ist eine Anpassung auch an sich ändernde
Gegebenheiten möglich, sodass das Verfahren vielseitig eingesetzt werden kann.
Schließlich sieht die Erfindung vor, dass das abgesaugte Grubengas
der Energieversorgung zugeführt wird, was auch deshalb optimal möglich ist, weil
relativ reines Grubengas mit hohen Prozenten hereingewonnen werden kann und zwar
mit deutlich über 50 % Methan im Methan-Luftgemisch.
Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass unter Berücksichtigung
der bestehenden Auflagen nicht nur Grubengas im Bereich des Abbaus selbst hereingewonnen
wird, sondern auch in den Nachbarbereichen, die bisher für die Grubengasgewinnung
völlig unberücksichtigt blieben. Damit können unter Berücksichtigung des Kyoto-Protokolls
Umweltbelastungen deutlich reduziert oder gar ganz vermieden werden, weil man eben
auch in den Bereichen Grubengas hereingewinnt, in die das Grubengas aufgrund der
Abbaueinwirkungen migriert ist und unter Umständen lange gespeichert bleibt, die
bisher völlig unberücksichtigt blieben. Diese Bereiche sind die bis zu etwa 18 gon.
Es ist also ein wesentlich größerer Bereich als der durch den Senkungstrog erkennbare
Bereich. Die nach dem Verfahren mögliche Grubengasgewinnung dient merkantilen Zwecken
aber vor allem auch dem Umweltschutz. Wesentlich dabei ist die erreichte Wirtschaftlichkeit,
die insbesondere auch dadurch erreicht wird, dass die hergestellten Bohrungen bzw.
Bohrlöcher gezielt die Gaszirkulationswege durchschneiden und damit ein Hereingewinnen
der dort gespeicherten großen Gasmengen ermöglichen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt
ist. Es zeigt:
1 einen schematisch wiedergegebenen Abbaubetrieb
mit Grenzwinkeln.
In 1 ist das Steinkohlengebirge allgemein
mit 1 bezeichnet und ein angedeutetes Flöz mit 2. Oberhalb dieses Flözes
2 bzw. des dort stattfindenden oder stattgefundenen Abbaus entsteht ein
Senkungstrog 3, wobei dabei auch gaszirkulationsrelevante Aufblätterungen
und neben dem Abbau Zerrungen entstehen. Dadurch wird das Grubengas mit Abklingen
der Aufblätterung zur Seite in den dortigen Zerrungsbereich gedrückt, also in den
Bereich auch außerhalb des Senkungstroges 3. Die Erdoberfläche im Bereich
des Senkungstroges 4 liegt damit entsprechend weit unterhalb der übrigen
Erdoberfläche 4'.
Der Zerrungsbereich geht deutlich über den des Einwirkungswinkels,
der 99 % der Senkungen erfasst, hinaus. Mit diesem Einwirkungswinkel 5
werden nämlich nur 92 % der Zerrungen und Pressungen sowie der Krümmungen erfasst.
Dazu kommen 88 % der Stauchungen und Streckungen. Mit der erfindungsgemäßen Orientierung
der Bohrlöcher 9, 10 zur Grubengasgewinnung zwischen dem Einwirkungs-
und Einflusswinkel 5 und dem Grenzwinkel 6 für die Grubengaszirkulation
in Folge der Abbautätigkeit wird durch die Erfindung der Tatbestand genutzt, dass
die Gebirgsbewegungen in Form des Abbaus dem allgemein gültigen Naturgesetz des
geringsten Energieaufwandes folgen. Danach geschieht das, was den geringsten Energieaufwand
erforderlich macht. Die Orientierung der Bohrlöcher 9, 10 zur
Grubengasgewinnung außerhalb des üblichen Einflusswinkels 5 für die Bergschädenbearbeitung
beachtet, dass Krümmungen im Gebirge 1 zu Verschiebungen von Gebirgsmaterial
in Richtung Abbau führen. Dasselbe geschieht durch den Trend, dass das Gebirge
1 in Richtung Abbau wandert und zwar abnehmend mit größer werdenden Abstand
zum Abbau, was dann wie bei der Krümmung zu Zerrungen führt. Die Zerrungen sind
mit 12, die Streckungen mit 11 bezeichnet.
Die beiden vorgenannten und vorstehend beschriebenen zerrungsauslösenden
Vorgänge folgen dem allgemein gültigen Naturgesetz des geringsten Energieaufwandes
in einer Art und Weise, dass sie sich stützen und nicht behindern. Dieser Sachverhalt
erzwingt einen Einwirkungswinkel bzw. Grenzwinkel 6 von rund 18 gon, damit
die Zerrungen aus Krümmungen und die Zerrungen aus unterschiedlichen Verschiebungen
überall im Gebirge gleiche Werte haben und somit Gebirgsbewegungsharmonie entsteht.
Über die auseinander gezerrten Klüfte, Scherflächen und Risse, die
zwischen den Einwirkungswinkel 5 und dem Einwirkungswinkel bzw. Grenzwinkel
6 vorhanden sind, migriert das Grubengas, über große Flächen verteilt,
letztlich in die Atmosphäre. Damit kommt das Kyoto-Protokoll ins Spiel, denn dieses
Grubengas belastet die Umwelt, was jetzt bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
nicht mehr erfolgt, weil es rechtzeitig hereingewonnen und nutzbar gemacht wird.
Dabei ist die Umweltentlastung nicht nur auf die Zeit während des Abbaus von Steinkohle
beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf einen großen Zeitraum danach.
Wie erkennbar ist, weisen die Zerrungen innerhalb des Bereiches zwischen
den Winkeln 5 und 6 in Richtung Abbau. Dadurch sind diejenigen
Klüfte, Aufscherungen und Risse, die senkrecht zu dieser Zerrungsrichtung streichen,
artifiziell geöffnet und für die Grubengaszirkulation und die Grubengasgewinnung
wichtig. Die entsprechende Orientierung der Bohrlöcher 9, 10 nutzt
im vorstehenden Zusammenhang, dass aufgrund des großen räumlichen Abstandes vom
initiierenden Abbau die artifiziell geweiteten Zirkulationswege mehr oder weniger
senkrecht einfallen. Sie sind durch den Überlagerungsdruck nicht beeinflusst, sodass
sie für die wirtschaftlich und den Umweltschutz wichtigen Grubengasgewinnungsschritte
voll zur Verfügung stehen. Zweckmäßigerweise wird dabei das abgelenkte Bohrloch
10 entgegen der Abbaurichtung 8 geführt, sodass die Gaszirkulationswege
mehr oder weniger senkrecht bis diagonal geschnitten werden bzw. durchbohrt werden.
Alle genannten Merkmale, auch die der Zeichnung allein zu entnehmenden,
werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.