Die Neuerung betrifft ein Hufeisen für den Pferdesport mit mehreren
Bohrungen zur Aufnahme von verrastbaren Stollen.
Pferde müssen in regelmäßigen Abständen mit Hufeisen beschlagen werden.
Bei Hufeisen für Pferde, die überwiegend auf weichem Boden laufen, sind zudem an
der Unterseite der Hufeisen Stollen vorgesehen, um für die Pferde auch auf nicht
ausreichend Stabilität verleihenden Untergründen den notwendigen sicheren Tritt
zu gewährleisten. Gebräuchlich sind hier Stollen, die über Schraubverbindungen mit
Hufeisen verbunden werden. In der jüngeren Vergangenheit haben sich aber zunehmend
auch Stollen etabliert, welche mittels einer Rastverbindung in den Hufeisen gesichert
sind. Derartige Stollen sind beispielsweise aus der DE-OS
102 61 085 bekannt und in mehrerlei Hinsicht von großem Vorteil. So ist
eine Rast- wesentlich leichter herstellbar als eine Schraubverbindung. Die verrastbaren
Stollen lassen sich viel leichter montieren und demontieren, es ist praktisch ausgeschlossen,
dass sie sich während des Reitens lösen können oder auch ein Verdrecken der Bohrung
ist nicht weiter problematisch, da die Stollen auch dann befestigt werden können.
Um eine besonders sichere Verbindung zwischen Hufeisen und Stollen und damit eine
lange Laufzeit der Stollen zu erreichen, ist es aber notwendig, nicht nur die Stollen,
sondern auch die diese aufnehmenden Hufeisen standardmäßig möglichst so präzise
aufzuarbeiten, dass sie höchsten Anforderungen und Belastungen Stand halten und
dass Fehler bei der Herstellung und Vorbereitung der Hufeisen praktisch ausgeschlossen
sind.
Von daher stellt sich der vorliegenden Neuerung die Aufgabe, ein Hufeisen
für den Pferdesport zu schaffen, das für die Aufnahme der darin zu verrastenden
Stollen optimal vorbereitet und ausgebildet ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Bohrungen an der Unterseite
des Hufeisens einen korrespondierend zu den Stollen ausgebildeten Rastabsatz geringeren
Durchmessers mit einer Tiefe von 3 – 5 mm aufweisen.
Die neuerungsgemäßen Hufeisen sind den in dem Hufeisen zu verrastenden
Stollen besonders gut angepasst, so dass eine sichere, einfache und dauerhafte Verrastung
gewährleistet ist. Sie weisen dazu einen Rastabsatz an der Unterseite des Hufeisens
auf, der einen geringeren Durchmesser als die übrige Bohrung hat und der aufgrund
seiner Ausbildung und Anordnung korrespondierend zu dem Rastbereich des Stollens
ausgebildet ist.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform davon sieht vor, dass
der Rastabsatz eine Tiefe von 4 mm aufweist. Dieses Maß sollte dem Abstand zwischen
den Rastelementen und einem Anschlag an dem Stollen entsprechen, so dass ein präzises
Einrasten gewährleistet ist. Da die Rastelemente selbst aber lediglich eine Sicherung
des Stollens gegen Herausziehen in Richtung seiner Längsachse bilden, ist es notwendig,
hier für zusätzlichen Halt vor allem auch in radialer Richtung für den Stollen zu
sorgen. Dies wird in erster Linie durch die durch den Rastabsatz gebildete zylindrische
Fläche bewerkstelligt, weswegen eine möglichst exakte Bearbeitung dieser Fläche
notwendig ist.
Von besonderer Relevanz ist dabei das Verhältnis der quasi zweiteiligen
Bohrung bzw. der beiden Durchmesser bezüglich der eigentlichen Bohrung und bezüglich
des Rastabsatzes als deren unterer Abschnitt zueinander. Insofern wird vorgeschlagen,
dass der Rastabsatz einen Durchmesser aufweist, der ca. 80 – 85 des Durchmessers
der Bohrung entspricht. Bei einem handelsüblichen Hufeisen mit einer Dicke von 10
mm entspricht dies einer Tiefe des Rastabsatzes von den bereits erwähnten 4 mm.
Optimal ist dieses Größenverhältnis zwischen den Durchmessern gewählt,
wenn der Rastabsatz einen Durchmesser aufweist, der 83,3 % des Durchmessers der
Bohrung entspricht.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Durchmesser der Bohrung
ca. 12 mm und der Durchmesser des Rastabsatzes ca. 9, 5 – 10 mm, vorzugsweise
9,7 mm beträgt.
Wegen der besonders hohen Anforderungen an die Stabilität, vor allem
in Hinblick auf den seitlichen Halt des Stollens in der Bohrung bzw. dem Rastabsatz
ist es zweckmäßig, wenn der Rastabsatz mit einer Reibahle nachbearbeitet ist. Hier
wird vor allem der Einsatz einer Reibahle 10 H7 vorgeschlagen, womit eine besonders
gute Anpassung an die Außenkonturen des Raststollens im relevanten Bereich zwischen
Rastelementen und Anschlag erreicht wird.
Üblicherweise werden die Bohrungen für die Aufnahme der Raststollen
in einem separaten Arbeitsgang hergestellt. Dies betrifft sowohl die alten Ausführungen
mit Schraubverbindung, als auch die Raststollen. Hierzu ist der Einsatz mehrerer
Bohrer notwendig, was durch einen neuen Vorschlag entbehrlich wird. Dieser sieht
so aus, dass bei der Herstellung und/oder Bearbeitung des Hufeisens ein Bohrkern
an der Stelle der späteren Bohrung positioniert ist, der korrespondierend zu dieser
ausgebildet ist. Dieser Bohrkern wird bei der Herstellung oder Bearbeitung des Hufeisens
an der Stelle positioniert, an der ansonsten eine Bohrung in einem separaten Arbeitsgang
eingebracht werden müsste. Stattdessen ist nun ein Bohrkern vorgesehen, der nach
Herstellung und Abkühlung des geschmiedeten Eisens einfach entfernt
wird, woraufhin die Bohrung als solche verbleibt. In diese kann dann der Raststollen
direkt eingesetzt werden. Es kommt hinzu, dass mit dieser Variante der Neuerung
Fehler seitens des Schmieds vermieden werden, insbesondere was den falschen Durchmesser
oder die falsche Positionierung der Bohrung betrifft.
Ergänzend hierzu ist vorgesehen, dass der Bohrkern aus gehärtetem
Metall hergestellt ist und entsprechend gegenüber dem Hufeisen härter ist. Damit
kann der Bohrkern nach dem Bearbeiten des Hufeisens mit einem einfachen Schlag wieder
aus der Bohrung herausgetrieben werden. Grundsätzlich sind zwei Varianten eines
Bohrkerns denkbar, nämlich die Variante mit einem abgestuften Bohrkern, der korrespondierend
zu der eigentlichen Bohrung und in einem anderen Abschnitt korrespondierend zu dem
Rastabsatz im Hufeisen ausgebildet ist. Der Bohrkern weist also zwei Durchmesser
auf, von denen einer mit der eigentlichen Bohrung und der andere mit dem Rastabsatz
korrespondiert. Die Alternative dazu sieht einen Bohrkern konstanten Durchmessers
vor, welcher korrespondierend zu dem Durchmesser des Rastabsatzes ausgebildet ist.
Hierbei ist es notwendig, dass die eigentliche Bohrung von der Oberseite des Hufeisens
her noch hergestellt und soweit heruntergeführt wird, bis der neuerungsgemäße Rastabsatz
mit der auf den Stollen abgestimmten Tiefe verbleibt.
Beim Einsatz der Raststollen ist es notwendig, dass diese über ausreichenden
Halt am Rastabsatz der Bohrung verfügen. Von daher ist vorgesehen, dass in die Bohrung
eine Stabilisierungshülse aus gehärtetem Metall eingesetzt ist, welche zur Aufnahme
des Stollens dient. Diese Stabilisierungshülse entspricht in ihrem inneren Durchmesser
dem Außendurchmesser des Raststollens, d. h. sie dient zur Aufnahme des Stollens,
während sie gleichzeitig an der Außenseite am Hufeisen verankert oder wenigstens
fest gelagert ist. Da sich mit zunehmender Zeit auch weichere Hufeisen, beispielsweise
aus Aluminium, großer Beliebtheit erfreuen, kann es notwendig sein, die neuerungsgemäßen
Stabilisierungshülsen in solchen Fällen einzusetzen, um zu verhindern, dass sich
die Stollen in das weichere Material des Hufeisens hineinfressen und dabei dafür
sorgen, dass der Halt verloren geht.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sieht dabei vor, dass die
Stabilisierungshülse als Zylinder ausgebildet ist, dessen Durchmesser dem des späteren
Rastabsatzes entspricht. Da dieser Rastabsatz der relevante Bereich ist, der korrespondierend
zu dem Stollen zwischen dessen Anschlag und den Federelementen ausgebildet ist,
genügt es im Prinzip, wenn die Stabilisierungshülse vergleichbar kurz nur in diesem
Teil der Bohrung angeordnet ist. Alternativ dazu ist daran gedacht, dass die Stabilisierungshülse
als abgestufter Zylinder mit zwei verschiedenen Durchmessern ausgebildet ist, wovon
einer mit der eigentlichen Bohrung und der andere mit dem Rastabsatz in seinen Ausmaßen
korrespondiert.
Die Neuerung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Hufeisen
für den Pferdesport geschaffen ist, das besonders gut zur Aufnahme von verrastbaren
Stollen geeignet ist, indem sich an der Unterseite des Hufeisens ein Rastabsatz
mit geringerem Durchmesser als die eigentliche Bohrung befindet, der eine Tiefe
von ca. 3 – 5 mm aufweist und damit ausreichenden seitlichen Halt für die
Stollen gewährleistet. Dies liegt zum einen daran, dass die vorgeschlagene Tiefe
ausreichend bemessen ist, um den seitlichen Halt zu gewährleisten und ein Einrasten
zwischen dem Anschlag und den Federelementen im Rastbereich des Stollens bewirkt
und zum anderen daran, dass dieser Bereich besonders präzise vorbereitet und bearbeitet
werden kann.
Weitere Einzelheiten des Neuerungsgegenstandes ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:
1 ein Hufeisen in Draufsicht,
2 einen Stollen und eine Bohrung,
3 eine Bohrung mit Bohrkern und
4 eine Bohrung mit Stabilisierungshülse.
1 zeigt ein Hufeisen 1 mit den
Bohrungen 2, 3, 4 und 5 von der Unterseite
7 her. Lediglich in die hier im Prinzip verdeckte Bohrung 2 ist
ein Stollen 6 eingesetzt, was hier nur zur Veranschaulichung dienen soll.
In 2 ist eine Bohrung dargestellt, bestehend
aus der eigentlichen Bohrung 2 und dem Rastabsatz 8 geringeren
Durchmessers. Es handelt sich also quasi um eine zweiteilige Bohrung. Die Tiefe
dieses Rastabsatzes 8 ist hier so bemessen, dass ausreichender, vor allem
seitlicher Halt als Ergänzung zu den Rastelementen für den Stollen 6 gegeben
ist. Von daher korrespondiert die Tiefe t mit dem Stollen 6 und zwar in
dessen Rastbereich 13 zwischen dem Anschlag 12 einerseits und
den beiden Rastelementen 16 und 17 andererseits. Zur Herstellung
der Bohrung 2 wird zunächst von der Unterseite 7 her die Bohrung
14 in das Hufeisen getrieben, anschließend wird die eigentliche Bohrung
2 von der Oberseite 15 des Hufeisens her eingetrieben, so dass
sich der Rastabsatz 8 bildet. Dieser sollte dann noch mit einer Reibahle
exakt nachbearbeitet werden, so dass sich eine präzise Verbindung
zwischen Hufeisen 1 und dem eingesetzten Raststollen 6 ergeben
kann.
3 zeigt das Hufeisen 1 mit der
Bohrung 2, in die der Bohrkern 9 eingesetzt ist. Dieser ist aus
einem gehärteten Metall hergestellt und kann somit nach der Herstellung bzw. Bearbeitung
des Hufeisens 1 durch einen einfachen Schlag wieder aus diesem herausgetrieben
werden. Mit 9' und in gestrichelter Darstellung dargestellt ist eine Variante
dieses Bohrkerns 9, bei der deren Durchmesser lediglich dem Durchmesser
des Rastabsatzes 8 entspricht. Nach Entfernen dieses Bohrkerns
9' wäre also die eigentliche Bohrung 2 mit dem größeren Durchmesser
noch herzustellen.
Schließlich zeigt 4 ein Hufeisen
1 mit der Stabilisierungshülse 10, die ebenfalls aus härterem
Metal als das Hufeisen 1 hergestellt ist und deren Zweck primär darin liegt,
zusätzlichen seitlichen Halt für den Stollen im Bereich des Rastabsatzes zu bieten,
insbesondere dann, wenn das Hufeisen 1 aus einem weicheren Material, wie
beispielsweise Aluminium, hergestellt ist.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden,
werden allein und in Kombination als wesentlich für die Neuerung angesehen.