Die Erfindung betrifft einen gepolsterten Schulterträger zum Übertragen
einer Last auf eine Schulter einer Trägerin/eines Trägers, mit einem Trägerband
und einem Polsterteil, das einen zwischen dem Trägerband und der Schulter angeordneten
ersten seitlichen Bereich und einen zwischen dem Trägerband und dem Hals der Trägerin/des
Trägers angeordneten zweiten seitlichen Bereich hat, wobei mindestens ein Teil des
Trägerbandes mit einem Teil des ersten seitlichen Bereiches derart verbunden ist,
daß das Trägerband und das Polsterteil in den miteinander verbundenen Teilen gemeinsam
eine Elastizität in Trägerlängsrichtung haben, die geringer als die Elastizität
des zweiten seitlichen Bereiches des Polsterteiles in Trägerlängsrichtung ist.
Ein solcher Schulterträger ist aus unserem Gebrauchsmuster Nr. 202
02 242.0 bekannt. Bei diesem Schulterträger gibt es eine Ausführungsform (10),
bei der ein Trägerband an einem bandförmigen Polsterteil befestigt ist, das zwischen
dem Trägerband und der Schulter einer Trägerin/eines Trägers verläuft, wobei das
bandförmige Polsterteil breiter als das Trägerband ist und einen näher am Hals der
Trägerin/des Trägers liegenden seitlichen Bereich hat, der nicht von dem Trägerband
abgedeckt ist. Das Trägerband ist an dem bandförmigen Polsterteil angenäht, wobei
aus der Praxis bekannt ist, das Trägerband nur längs seiner zum Hals der Träger/des
Trägers zugekehrten Seitenkante an dem bandförmigen Polsterteil anzunähen, während
an anderen Stellen des Trägerbandes, insbesondere an der vom Hals der Trägerin/des
Trägers abgekehrten Seitenkante keine feste Verbindung zu dem bandförmigen Polsterteil
besteht. Infolgedessen liegt das Trägerband außerhalb seiner dem Hals der Trägerin/des
Trägers zugekehrten Seitenkante im Tragezustand lose auf dem Polsterteil auf. Durch
die Befestigung des Trägerbandes an dem Polsterteil längs der dem Hals der Trägerin/des
Trägers zugekehrten Seitenkante des Trägerbandes wird die Elastizität des Polsterteiles
nicht nur im Bereich der Naht, sondern im gesamten Bereich, der von dem Trägerband
abgedeckt wird, verringert. Der mit dem Polsterteil erhoffte Polstereffekt wird
daher zumindest in dem von dem Trägerband abgedeckten Bereich des Polsterteiles
verringert. Obwohl der bekannte Schulterträger in einem halsseitigen Bereich eine
höhere Elastizität als in einem armseitigen Bereich aufweist, empfindet die Trägerin/der
Träger den Tragekomfort des bekannten Schulterträgers als nicht optimal, wenn eine
besonders hohe Last auf den Schulterträger wirkt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, den eingangs genannten
Schulterträger so weiterzubilden, daß er auch bei hohen Lasten keine unangenehmen
Druckstellen auf der Schulter der Trägerin/des Trägers bewirkt.
Die Aufgabe der Erfindung wird dadurch gelöst, daß das Trägerband
nur in einem auf eine von dem Hals der Trägerin/des Trägers abgekehrten Seitenkante
des Trägerbandes begrenzten Teil mit dem dieser Seitenkante gegenüberliegenden Teil
des ersten seitlichen Bereiches des Polsterteiles verbunden ist und außerhalb dieser
Teile im Tragezustand lose auf dem ersten seitlichen Bereich des Polsterteiles aufliegt.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Schulterträgers besteht darin, daß
die Polsterwirkung nahezu über die gesamte Breite des ersten und zweiten seitlichen
Bereichs des Polsterteiles gleichmäßig zur Verfügung steht, da das Polsterteil mit
dem Trageband nur längs der vom Hals der Trägerin/des Trägers abgekehrten Seitenkante
des Trägerbandes verbunden ist. Der erfindungsgemäße Schulterträger zeichnet sich
durch einen äußerst hohen Tragekomfort auch bei hohen Lasten aus. Besonders angenehm
empfindet die Trägerin/der Träger die Tatsache, daß die Polsterwirkung des Polsterteiles
im Bereich der halsseitigen Seitenkante des Trägerbandes uneingeschränkt ist, denn
dort liegt das Trägerband im Tragezustand nunmehr lose auf dem Polsterteil auf.
Eine Versteifung des erfindungsgemäßen Schulterträgers konzentriert sich auf die
armseitige Seitenkante des Trägerbandes, also auf eine Stelle der Schulter, wo angesichts
der anatomischen Gegebenheiten die Schulter eine relativ harte Auflage für den Schulterträger
bietet.
Vorzugsweise ist das Polsterteil plattenförmig und hat es eine vom
Hals der Trägerin/des Trägers abgekehrte Seitenkante, die parallel und in unmittelbarer
Nähe zu der vom Hals der Trägerin/des Trägers abgekehrten Seitenkante des Trägerbandes
verläuft. Von einer Last auf den Schulterträger ausgeübte Zugkräfte können daher
nur von dem Trägerband in das Polsterteil längs der armseitigen Kante des Trägerbandes
eingeleitet werden, denn nur dort ist das Trägerband mit dem Polsterteil verbunden.
In allen anderen Bereichen, in denen das Trägerband das Polsterteil bedeckt, liegt
das Trägerband nur lose auf dem Polsterteil auf.
Vorzugsweise sind die beiden vom Hals der Trägerin/des Trägers abgekehrten
Seitenkanten des Trägerbandes und des Polsterteiles von einem U-förmig gefalteten
Einfaßband bedeckt, das in Trägerlängsrichtung verläuft und an dem Trägerband und
dem Polsterteil befestigt ist. Durch das Einfaßband wird die Elastizität des Schulterträgers
im Bereich der armseitigen Kante des Trägerbandes weiter verringert, wodurch sich
der Tragekomfort des Schulterträgers noch weiter erhöht.
Vorzugsweise ist das Einfaßband an dem Trägerband und dem Polsterteil
durch eine Naht befestigt, die zugleich das Trägerband und das Polsterteil
unmittelbar miteinander verbindet. Auf diese Weise wird eine angenehm feste Verbindung
zwischen dem Trägerband und dem Polsterteil im Bereich des Einfaßbandes geschaffen.
Vorzugsweise ist die dem Hals der Trägerin/des Trägers zugekehrte
Seitenkante des Trägerbandes freiliegend, was zur Folge hat, daß die Elastizität
des Trägerbandes an der halsseitigen Kante des Trägerbandes im Vergleich zu der
Elastizität im Bereich zwischen den beiden Seitenkanten nicht eingeschränkt ist.
Besonders vorteilhaft für den Tragekomfort des Schulterträgers ist
es, wenn der zweite seitliche Bereich des Polsterteils eine 0,5- bis 1,5-fache Breite
des Trägerbandes hat. Der vom Trägerband nicht abgedeckte zweite seitliche Bereich
des Polsterteils hat damit eine ausreichend breite Auflagefläche auf der zum Hals
der Trägerin/des Trägers ansteigenden Muskulatur, die auf Druck besonders empfindlich
reagiert.
Der erfindungsgemäße Schulterträger eignet sich besonders als Teil
einer Miederware, insbesondere eines Büstenhalters für große Büsten.
Anhand der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung,
das auch in den Zeichnungen dargestellt ist, wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigt
1 einen Büstenhalter mit zwei Schulterträgern
nach der Erfindung im Tragezustand,
2 einen der beiden in 1
ersichtlichen Schulterträger in vergrößerter Darstellung,
3 eine Draufsicht auf die Oberseite eines
Abschnittes des in 2 gezeigten Schulterträgers,
4 eine Draufsicht auf die Unterseite
des in 2 gezeigten Schulterträgers, und
5 einen Schnitt durch den in
3 dargestellten Schulterträger entlang der Linie V-V,
wobei die einzelnen Teile des Schulterträgers übertrieben groß und dick dargestellt
sind.
Ein in 1 dargestellter Büstenhalter
1 hat zwei über die Schultern einer Trägerin T geführte Schulterträger
2 nach der Erfindung, die identisch ausgebildet aber spiegelverkehrt angeordnet
sind. Jeder Schulterträger 2 weist ein mit dem Vorderteil 3 und
dem nicht dargestellten Rückenteil des Büstenhalters 1 verbundenes Trägerband
4 und ein plattenförmiges Polsterteil 5 auf, das, wie aus
4 ersichtlich, annähernd trapezförmig ist. Das Polsterteil
5 hat einen ersten seitlichen Bereich 6, der zwischen dem Trägerband
4 und der Schulter der Trägerin T angeordnet ist, und einen zweiten seitlichen
Bereich 7, der zwischen dem Trägerband 4 und dem Hals der Trägerin
T angeordnet ist. Das Trägerband 4 verläuft damit oberhalb des ersten seitlichen
Bereiches 6 des Polsterteiles 5, während der zweite seitliche
Bereich 7 seitlich neben der halsseitigen Seitenkante 8 des Trägerbandes
liegt. Eine armseitige Seitenkante 9 des Trägerbandes 4 verläuft
parallel und in unmittelbarer Nähe zu einer armseitigen Seitenkante 10
des Polsterteiles. Die beiden armseitigen Seitenkanten 9 und
10 des Trägerbandes 4 bzw. des Polsterteiles 5 liegen
damit genau übereinander.
Das Trägerband 4 ist nur längs seiner armseitigen Seitenkante
9 mit dem Polsterteil 5 entlang dessen armseitiger Seitenkante
10 durch eine Naht 11 fest verbunden, mit der zugleich ein U-förmig
gefaltetes Einfaßband 12, das die beiden Seitenkanten 9 und
10 bedeckt, an dem Trägerband 4 und dem Polsterteil
5 befestigt ist. Zwischen der Naht 11 und der halsseitigen Seitenkante
8 liegt das Trägerband 4 lose auf dem Polsterteil 5 auf.
Das Polsterteil 5 wird von der armseitigen Seitenkante
10 und einer weiteren Kante 13 begrenzt, die ihrerseits von einem
Einfaßband 14, das U-förmig gefaltet ist und durch eine Naht
15 an dem Polsterteil 5 längs der weiteren Kante 13 befestigt
ist, bedeckt. Das Einfaßband 14 hat zwei in 4
gestrichelt angedeutete Endabschnitte 16, die zwischen dem schulterseitigen
Schenkel des im Querschnitt U-förmigen Einfaßbandes 12 und der Unterseite
des Trägerbandes 8 angeordnet sind. Die Naht 11 verbindet das
Einfaßband 12 auch mit den Endabschnitten 16 des Einfaßbandes
14.
Die halsseitige Kante 8 des Trägerbandes 4 ist freiliegend
und verläuft lose über das Einfaßband 14 hinweg.
Sowohl das Trägerband 4 als auch das Polsterteil
5 wie auch die Einfaßbänder 12 und 14 sind jeweils aus
einem elastischen textilen Material hergestellt, das im Aufbau und in der Elastizität
unterschiedlich sein kann.
Das Polsterteil 5 wird nur im Bereich der Naht
11 in seiner Elastizität in Trägerlängsrichtung eingeschränkt. Ebenso wird
die Elastizität des Trägerbandes 11 in Trägerlängsrichtung nur im Bereich
der Naht 11 eingeschränkt. Im Bereich zwischen der Naht 11 und
der halsseitigen Kante 13 des Polsterteiles 5 ist das Polsterteil
5 gleichmäßig elastisch in Trägerlängsrichtung. Außerdem hat das Polsterteil
in diesem Bereich eine gleichmäßige Polsterwirkung.