Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Granulieren von
Düngemittelprodukten, und insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zum Durchtränken eines Düngemittelmaterials mit Harnstoff und Granulieren eines
Pellet.
STAND DER TECHNIK
Die Verbesserung von Düngemittelverbindungen durch eine Harnstoffbehandlung,
typischerweise durch Besprühen oder ein Aerosol, wird im Stand der Technik praktiziert.
Der unerwünschteste Aspekt der Behandlung rührt von der Tatsache her, dass Harnstoff
wasserlöslich ist und, da es gegenwärtig topisch angewendet wird, viel von der Verbindung
einfach dadurch verschwendet wird, dass sie vom Regen, durch Bewässerung usw. weggewaschen
wird. Es handelt sich dabei um ein teures Verfahren mit beschränkter Wirksamkeit.
Ein Produkt und Verfahren, durch das der Harnstoff gemischt oder in der Düngermatrix
kristallisiert werden kann, ist notwendig, um das Abfallproblem zu überwinden. Die
vorliegende Erfindung löst dieses Problem.
Das US-Patent 3,785,796 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von
Harnstoff Ammoniumsulfat-Granulat aus Harnstoff und Ammoniumsulfat mittels mehrerer
Granulationsverfahren. Das in dieser Veröffentlichung beschriebene Verfahren stellt
nur eine durch Sprühkristallisation erzeugte Harnstoffmatrix zur Verfügung, die
mit Ammoniumsulfat versetzt ist.
Das US-Patent 4,554,004 offenbart ein Verfahren zur Granulation von
Düngemittelmaterialien. Das Verfahren führt zur Herstellung von granulierten Materialien,
bei denen Harnstoffphosphat als Granulationsmittel zur Unterstützung bei der Agglomeration
von festen Teilchen in relativ gleichförmig dimensioniertes Granulat verwendet wird.
Harnstoffphosphat wirkt als Überzug für die geteilten Teilchen, und die Granulation
wird bei einer Temperatur im thermalen plastischen Bereich von Harnstoffphosphat
erzielt.
Die EP 289 074 offenbart ein
Verfahren zur Herstellung von Düngergranulat, das Harnstoff und Ammoniumsulfat enthält,
durch Granulation in einer Wirbelschicht aus Partikeln. Die Ammmoniumsulfatpartikel
werden zuerst in die Wirbelschicht eingebracht, wo Harnstoff durch Sprühen eines
wässrigen Harnstoffsystems auf die Partikel aufgebracht wird.
INDUSTRIELLE ANWENDBARKEIT
Die vorliegende Erfindung wird in der Düngemittelindustrie verwendet.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Düngemittelverfahren
zum Einbringen von Harnstoff aus einer Harnstoffquelle in das Düngemittel zur Verfügung
zu stellen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung umfasst das Verfahren zum Granulieren
eines Düngemittel-Einsatzmaterials die folgenden Schritte:
– Bereitstellen einer Harnstoff enthaltenden Verbindung;
– Bereitstellen eines Düngemittel-Einsatzmaterials, bestehend aus Ammoniumsulfat
in einer Größenverteilung von 3 mesh (Siebzahl) bis etwa 10 mesh;
– Einbringen der Harnstoff enthaltenden Verbindung und des Düngemittel-Einsatzmaterials
in einen Trommelgranulator;
– Aufrechterhalten einer Temperatur in dem Trommelgranulator, die ausreicht,
um die Harnstoff enthaltende Verbindung in einem flüssigen Zustand zu halten;
– Mischen der Harnstoff enthaltenden Verbindung in einem flüssigen Zustand
mit dem Düngemittel-Einsatzmaterial in dem Trommelgranulator, so dass flüssiger
Harnstoff in die Düngemittel-Einsatzmaterial-Matrix eingebracht wird und so ein
Gemisch erhalten wird, und
– Kühlen des Gemischs zur Bildung eines granulierten Düngemittel-Einsatzmaterials,
das Ammoniumsulfatgranulat mit darin kristallisiertem Harnstoff enthält.
Um ein einfacheres Rollen der Teilchen in der Trommel zu ermöglichen,
kann die Trommel unter anderem mit Gummi, TeflonTM, Neopren ausgekleidet
sein.
Im Hinblick auf die Tatsache, dass die granulierten Pellets aufgrund
der kristallinen Struktur einen relativ hohen Grad an leeren Zwischenräumen enthalten,
liefern diese Räume ein besonders nützliches Volumen, in dem Harnstoff umkristallisiert
werden kann.
Bezüglich der Art von Harnstoffverbindungen, die bei der Durchführung
der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, weisen Beispiele Harnstoffformaldehyd,
Harnstoff-Ammoniumorthophosphat, Harnstoff-Ammoniumpolyphosphat, Ureaform usw. auf.
Andere geeignete Beispiele, die mit der damit verbundenen Chemie kompatibel sind,
werden vom Fachmann richtig eingeschätzt.
Zum Steigern der Netzbarkeit des Einsatzmaterials kann ein oberflächenaktiver
Stoff zugesetzt werden. Der oberflächenaktive Stoff reduziert die Oberflächenspannung
des Düngemittelprodukts in einem solchen Ausmaß, dass der Harnstoff in das Düngemittel
fließen kann. Dies ist wertvoll, wenn das Gemisch aus Harnstoff und Düngemittel
auf oberhalb dem Schmelzpunkt des Harnstoffs gekühlt wird, da das Ergebnis die Umkristallisation
des Harnstoffs in der Düngemittelmatrix ist.
Eine Umkristallisation des Harnstoffs innerhalb der Matrix verbessert,
wie festgestellt wurde, erwünschte Eigenschaften des so gebildeten Granulats wesentlich.
Typischerweise übersteigt die Bruchfestigkeit von Harnstoff tragenden Pellets oder
Granulat 7 Kilogramm. Dieses Merkmal ist insofern günstig, als harte Teilchen während
des Versands keine großen Mengen an Staub erzeugen, nicht brechen, zerkrümeln usw.,
eine modifizierte Löslichkeit vorsehen und eine Verwendung für Harnstoff erleichtern,
was auf der Grundlage der gegenwärtigen Methodik des Standes der Technik nicht möglich
gewesen wäre.
Nachdem die Erfindung nunmehr allgemein beschrieben wurde, wird jetzt
Bezug auf die beigefügten Zeichnungen genommen, die bevorzugte Ausführungsformen
veranschaulichen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist eine schematische Veranschaulichung
der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens;
2 ist ein Foto eines Ammoniumsulfatgranulats
mit darin umkristallisiertem Harnstoff.
Gleiche im Text verwendete Bezugszeichen bezeichnen gleiche Elemente.
METHODEN ZUR DURCHFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Mit Bezug auf die 1 stellt das Bezugszeichen
10 das Düngemittel-Einsatzmaterial dar, das unter anderem Kaliumchlorid,
Kaliumsulfat, Ammoniumsulfat sein kann. Das Einsatzmaterial 10 wird aus
einer Quelle davon, zum Beispiel einem Kesselgranulierungskreis („pan granulation
circuit") (nicht gezeigt), genommen.
Das Einsatzmaterial 10 hat eine Größenverteilung von etwa
3 mesh bis etwa 10 mesh. Das Material wird in einen Trommelgranulator
12 eingegeben. Geeignete Trommelgranulatoren werden vom Fachmann bevorzugt.
Zusätzlich zum Einsatzmaterial 10, das in die Trommel 12 gegeben
wird, wird auch eine Quelle einer Harnstoff tragenden Verbindung 14 eingeführt.
Der Harnstoff kann in den Granulator 12 in einem flüssigen Zustand gegeben
werden, oder der Granulator 12 kann so erwärmt werden, dass der Harnstoff
in der Harnstoff tragenden Verbindung verflüssigt wird. Als weitere mögliche Alternative
kann das ursprüngliche Einsatzmaterial in einem solchen Maß erwärmt werden, dass
ein Schmelzen des Harnstoffs in der Verbindung bewirkt wird.
Als wahlweisen Schritt kann abhängig vom Wesen der damit verbundenen
Chemie ein geeigneter oberflächenaktiver Stoff 16 in den Granulator
12 eingeführt werden, um den Transport des flüssigen Harnstoffs in die
Düngemittel-Einsatzmaterial-Matrix zu erleichtern. Das Gemisch, das allgemein durch
das Bezugszeichen 18 bezeichnet wird, wird dann in eine Kühlvorrichtung
20 eingeführt. Die Vorrichtung kann einen weiteren Trommelgranulator, eine
Wirbelschicht oder eine andere geeignete Kühlvorrichtung umfassen, die auch eine
Bewegung des Produkts erleichtert. Um eine Kristallisation des Harnstoffs in dem
Einsatzmaterial-Produkt zu hervorzurufen, wird am Einlass 22 gegenläufig
eine Kühlflüssigkeit in den Granulator 20 eingeführt. Die Kühlflüssigkeit
kann jedes Fluid umfassen, das bezüglich der chemischen Vorgänge in der Kühlvorrichtung
20 inert ist. Als Beispiel kann Luft zum Kühlen des Harnstoffs in die Vorrichtung
20 eingeführt werden. Eine Kristallisation tritt an jedem Punkt oberhalb
des Schmelzens von Harnstoff (typischerweise 110°C) auf, und die Kühlluft in
der Vorrichtung 20 verringert die Temperatur auf etwa 65°C, um ein
Produkt zu erzeugen, das die Vorrichtung bei 24 verlässt.
Die Rotation und Neigung des Trommelgranulators 12 und/oder
20 wird vom Fachmann richtig eingeschätzt. Diese Parameter hängen unter
anderem von der Beschaffenheit des Einsatzmaterials ab.
Das Produkt 24 ist fotografisch in der 2
veranschaulicht, in der das Granulat in einem weitgehend kugelförmigen Zustand sowie
im Querschnitt gezeigt wird. Es wird aus einer Untersuchung der Querschnitte deutlich,
dass der Harnstoff in der Matrix des Düngemittels kristallisiert ist. Wie man weiß,
hat das Düngemittelgranulat typischerweise ein Zwischenraum-Leervolumen, das irgendwo
zwischen 15 und 25 % liegt. Dies ist eine ideale Möglichkeit, um flüssigen Harnstoff
für eine mögliche Umkristallisation in die Einsatzmaterial-Matrix einzuführen.
Es ist gefunden worden, dass wichtige Vorteile aus der Einführung
von Harnstoff resultieren, die zum Beispiel eine erhöhte Bruchfestigkeit der Teilchen
umfassen. Die Bruchfestigkeit von Ammoniumsulfatpellets liegt typischerweise bei
etwa 2 Kilogramm bis etwa 3 Kilogramm, während die Bruchfestigkeit des behandelten
Pellets 7 Kilogramm übersteigt, wenn der Harnstoff in der Matrix kristallisiert
wurde. Im Fall von Kaliumchlorid und Kaliumsulfat beträgt die Bruchfestigkeit des
Granulats bei der Vorbehandlung etwa 2 Kilogramm bis etwa 3 Kilogramm, und das Harnstoff
tragende Granulat zeigt eine Bruchfestigkeit von etwa 7 Kilogramm bis etwa 8 Kilogramm.
Wie in der Kurve veranschaulicht ist, löst sich Harnstoff schnell
auf. Bei einer Zunahme von Kaliumchlorid wird die Auflösungsgeschwindigkeit signifikant
reduziert, wodurch ein Düngemittelprodukt mit einer anhaltenden langsamen Freisetzung
zur Verfügung gestellt wird, das nicht aufbricht/zerfällt, sondern vielmehr im Lauf
der Zeit allmählich mit einer weitgehend gleichförmigen Durchmesserverringerung
aufgelöst wird.
GRAFISCHE DARSTELLUNG DER AUFLÖSUNGSGESCHWINDIGKEIT ABHÄNGIG VON DER
ZEIT
Wie oben angegeben, gibt es wichtige zusätzliche Vorteile, die aus
der Einführung von Harnstoff resultieren. Einer der attraktivsten Vorteile im Hinblick
auf die vorliegende Erfindung ist die Tatsache, dass das NPKS-Verhältnis wirksam
maßgeschneidert werden kann, so dass jedes gewünschte Stickstoff-, Phosphor-, Kalium-
und Schwefelverhältnis erhalten wird. In dem Beispiel der 2
beträgt das NPKS-Verhältnis 30-0-0-20.
Obwohl Ausführungsformen der Erfindung hier speziell dargestellt wurden,
ist davon auszugehen, dass die Erfindung signifikant verändert werden kann, ohne
dass vom Geist, der Natur oder dem Umfang der beanspruchten und beschriebenen Erfindung
abgewichen wird.
Anspruch[de]
Verfahren zum Granulieren eines Düngemittel-Einsatzmaterials, umfassend
die folgenden Schritte:
– Bereitstellen einer Harnstoff enthaltenden Verbindung;
– Bereitstellen eines Düngemittel-Einsatzmaterials, bestehend aus Ammoniumsulfat
in einer Größenverteilung von 3 mesh (Siebzahl) bis etwa 10 mesh;
– Einbringen der Harnstoff enthaltenden Verbindung und des Düngemittel-Einsatzmaterials
in einen Trommelgranulator;
– Aufrechterhalten einer Temperatur in dem Trommelgranulator, die ausreicht,
um die Harnstoff enthaltende Verbindung in einem flüssigen Zustand zu halten;
– Mischen der Harnstoff enthaltenden Verbindung in einem flüssigen Zustand
mit dem Düngemittel-Einsatzmaterial in dem Trommelgranulator, so dass flüssiger
Harnstoff in die Düngemittel-Einsatzmaterial-Matrix eingebracht wird und so ein
Gemisch erhalten wird, und
– Kühlen des Gemischs zur Bildung eines granulierten Düngemittel-Einsatzmaterials,
das Ammoniumsulfatgranulat mit darin kristallisiertem Harnstoff enthält.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Granulat
eine Größenverteilung von etwa 5 mesh bis etwa 10 mesh hat.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harnstoff
Harnstoffformaldehyd umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harnstoff
Harnstoff-Ammoniumorthophosphat umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harnstoff
Harnstoff-Ammoniumpolyphosphat umfasst.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harnstoff
Ureaform umfasst.