Die Erfindung betrifft eine Mehrkammerpresse, insbesondere zum Heißverpressen
von plattenförmigen Werkstücken aus Holz oder Holzwerkstoff mit beleimten Folien,
Furnierschichten und dergleichen, mit
- Pressengestell,
- einem im Pressengestell fest angeordneten Pressentisch,
- vertikal beweglichen Preßplatten oberhalb und unterhalb des Pressentisches,
- Zylinder/Kolbenanordnungen für die Verstellbewegung der Preßplatten und
- mechanischer Gleichlaufeinrichtung für die Vertikalführung der beweglichen
Preßplatten,
wobei oberhalb und unterhalb des Pressentisches jeweils eine Gruppe aus mehreren
Zylinder/Kolbenanordnungen am Pressengestell oder dem Pressentisch maschinenfest
abgestützt und an eine Preßplatte angeschlossen ist. Der Pressentisch sowie die
Preßplatten können beheizbar ausgeführt sein. Innerhalb der Preßkammern können
ferner etagenbildende Einlagen angeordnet sein, die vorzugsweise beheizt und mit
Förderbändern versehen sind.
Bei der aus DE-U 88 06 883 bekannten Mehrkammerpresse, von der die
Erfindung ausgeht, ist oberhalb und unterhalb des Pressentisches jeweils eine vertikal
bewegliche Preßplatte vorgesehen, die mit dem Pressentisch eine Preßkammer bildet.
Die Zylinder/Kolbenanordnungen sind an Quertraversen des Pressengestells abgestützt
und schließen an die Außenflächen der beiden Preßplatten an.
Ein ordnungsgemäßer Betrieb setzt eine exakte parallele Ausrichtung
der Preßplatten zum Pressentisch während des gesamten Preßvorganges voraus. Die
Preßplatten dürfen sich an dem Preßgut nicht schrägstellen oder verkanten. Um eine
parallele Ausrichtung der Preßplatten zum Pressentisch zu gewährleisten, werden
in der Praxis mechanische Gleichlaufeinrichtungen eingesetzt. Es handelt sich um
mechanische Führungen, die ein Kippen bzw. eine Schrägstellung der Preßplatten
beim Öffnen und Schließen der Preßkammern verhindern.
Aus EP-B 0 384 958 ist eine Mehrkammerpresse mit mehreren beweglichen
Preßplatten und Zylinder/Kolbenanordnungen bekannt, wobei die Zylinder/Kolbenanordnungen
jeweils zwei bewegliche Preßplatten miteinander verbinden. Durch die Zylinderkolbenanordnungen
sind die beweglichen Preßplatten miteinander verkettet. Nach diesem Prinzip können
mehr als zwei Preßkammern übereinander angeordnet werden. Unbefriedigend ist die
Vertikalführung der Preßplatten, da mechanische Gleichlaufvorrichtungen aus Platzgründen
nicht vorgesehen werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Mehretagenpresse anzugeben,
die mit einer mechanischen Gleichlaufeinrichtung für die Vertikalführung der beweglichen
Preßplatten ausgerüstet ist und mehr als zwei Preßkammern aufweist.
Bei einer Mehrkammerpresse des eingangs beschriebenen Aufbaus wird
die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß oberhalb und/oder unterhalb des
festen Pressentisches eine Preßplattenanordnung aus mindestens zwei beweglichen,
übereinander angeordneten Preßplatten vorgesehen ist, wobei der feste Pressentisch
mit der benachbarten Preßplatte eine erste Preßkammer begrenzt, die beiden beweglichen
Preßplatten eine zweite Preßkammer bilden und das Öffnen und Schließen der Preßkammern
der Preßplattenanordnung im Wechsel erfolgt. Die beweglichen Preßplatten der Preßplattenanordnung
sind durch Zylinder/Kolbenanordnungen miteinander verkettet. Außerdem schließt
an die Preßplattenanordnung eine Gruppe von Zylinder/Kolbenanordnungen an, die
maschinenfest am Pressentisch oder am Pressengestell abgestützt sind. Vorzugsweise
arbeiten die maschinenfest abgestützten Zylinder/Kolbenanordnungen auf die Preßplatte,
die dem festen Pressentisch benachbart ist. Die Erfindung beruht auf der Überlegung,
daß eine einzige, an die äußere Preßplatte der Preßplattenanordnung angeschlossene
Gleichlaufeinrichtung ausreicht, um eine ordnungsgemäße Vertikalführung der Preßplattenanordnung
sicherzustellen, wenn die Preßkammern der Preßplattenanordnung im Wechseltakt geöffnet
und geschlossen werden. Ist die zwischen den beweglichen Preßplatten gebildete
Preßkammer geschlossen, so bilden die unter Zwischenschaltung des Preßgutes gegeneinander
verspannten Preßplatten eine Funktionseinheit, deren ordnungsgemäße parallele
Ausrichtung zum Pressentisch durch die Gleichlaufeinrichtung sichergestellt ist.
Ist die an den festen Pressentisch anschließende erste Preßkammer geschlossen,
so bildet die gegen den Pressentisch unter Zwischenschaltung des Preßgutes verspannte
Preßplatte eine Funktionseinheit mit dem Pressentisch. Die der äußeren Preßplatte
zugeordnete Gleichlaufeinrichtung gewährleistet eine parallele Ausrichtung der
äußeren Preßplatte beim Öffnen und Schließen der zwischen den beiden Preßplatten
gebildeten Preßkammer.
Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung weist die Gleichlaufeinrichtung
Zahnräder auf, die mit Abstand voneinander an der Außenseite der äußeren Preßplatte
gelagert sind, durch Wellen starr gekoppelt sind und auf vertikalen Führungszahnstangen
abrollen. Zweckmäßig sind die Zahnräder an den Enden von zwei parallelen, an der
Außenseite der Preßplatte gelagerten Ritzelwellen angeordnet, wobei die Ritzelwellen
über Kegelradanordnungen und eine Kupplungswelle miteinander verbunden sind.
Die mechanische Gleichlaufeinrichtung ist so dimensioniert, daß beim
Preßvorgang auftretende ungleichmäßige Druckverteilungen kompensierend aufgenommen
werden können. Gelangt ein Fremdkörper in die Preßkammer, so besteht die Gefahr
einer Überlastung und Beschädigung der Gleichlaufeinrichtung. Zweckmäßig ist daher
eine Notabschaltung, wenn sich trotz der Gleichlaufeinrichtung eine Schräglage
der Preßplatte während des Stellhubes einstellt. Eine Notabschaltung kann eingerichtet
werden, wenn die Wellenlager der Gleichlaufeinrichtung mit einem geteilten Stehlagergehäuse
ausgebildet werden, wobei eine untere Gehäusehälfte des Stehlagergehäuses an der
Preßplatte befestigt ist und die obere Gehäusehälfte des Stehlagergehäuses gegen
eine vorgespannte Federanordnung vertikal beweglich an der unteren Gehäusehälfte
abgestützt ist. Stellt sich, z. B. aufgrund eines in die Pressenkammer gelangten
Fremdkörpers, eine Schräglage der Preßplatte ein, so werden auf die Stehlagergehäuse
Kräfte wirksam, wobei sich die Gehäusehälften einer oder mehrerer Wellenlager
gegen die zugeordnete vorgespannte Federanordnung bewegen. An die obere Gehäusehälfte
der Wellenlager ist eine Schalteinrichtung angeschlossen, die bei einer Vertikalbewegung
der oberen Gehäusehälfte ein Stoppsignal für den sofortigen Stopp der Preßplatten-Stellbewegung
abgibt.
Zweckmäßig weist die Gleichlaufeinrichtung ferner Führungsrollen
auf, die unter einem rechten Winkel zu den Zahnrädern ausgerichtet sind und auf
ebenen Führungsbahnen abrollen.
In weiterer Ausgestaltung lehrt die Erfindung, daß das Pressengestell
Standsäulen aufweist, die an den Längsseiten des Pressentisches angeordnet und
mit diesem verschraubt oder verschweißt sind, und daß die maschinenfest abgestützten
Zylinder/Kolbenanordnungen einerseits an eine Standsäule und andererseits an die
zugeordnete Preßplatte angeschlossen sind. Bei dieser Ausführung resultiert ein
besonders kompakter Aufbau der Mehretagenpresse.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung
- Fig. 1
- die Seitenansicht einer Mehretagenpresse,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die in Fig. 1 dargestellte Mehretagenpresse,
- Fig. 3
- in vergrößerter Darstellung den Ausschnitt Z aus Fig. 2,
- Fig. 4
- die Ansicht X aus Fig. 3.
Die in den Figuren dargestellte Mehrkammerpresse ist zum Heißverpressen
von plattenförmigen Werkstücken aus Holz oder Holzwerkstoff mit beleimten Folien,
Furnierschichten und dergleichen bestimmt. Zum grundsätzlichen Aufbau der Presse
gehören ein Pressengestell 1, ein im Pressengestell 1 fest angeordneter Pressentisch
2, vertikal bewegliche Preßplatten 3, 3', 3'' unterhalb und oberhalb des Pressentisches
2, Zylinder/Kolbenanordnungen 4, 4' für die Verstellbewegung der Preßplatten 3,
3', 3'' und mechanische Gleichlaufeinrichtungen 5 für die Vertikalführung der beweglichen
Preßplatten 3, 3', 3''. Oberhalb und unterhalb des festen Pressentisches 2 ist
jeweils eine Gruppe aus mehreren Zylinder/Kolbenanordnungen 4 am Pressengestell
1 maschinenfest abgestützt und an eine Preßplatte 3', 3'' angeschlossen.
Unterhalb des festen Pressentisches 2 ist eine Preßplattenanordnung
6 aus zwei beweglichen, übereinander angeordneten Preßplatten 3, 3' vorgesehen,
wobei der feste Pressentisch 2 mit der benachbarten Preßplatte 3' eine erste Preßkammer
7a begrenzt und die beiden beweglichen Preßplatten 3, 3' eine zweite Preßkammer
7b bilden. Die beiden Preßkammern 7a, 7b der Preßplattenanordnung 6 werden im Wechsel
geöffnet und geschlossen. Insbesondere der Fig. 1 entnimmt man, daß die beiden
Preßplatten 3, 3' der Preßplattenanordnung 6 durch eine Gruppe aus mehreren parallel
geschalteten Zylinder/Kolbenanordnungen 4' miteinander verbunden sind und daß
die maschinenfest abgestützten Zylinder/Kolbenanordnungen 4 auf die Preßplatte
3' arbeiten, die dem festen Pressentisch 2 benachbart ist.
An der Außenseite sowohl der obersten Preßplatte 3'' als auch der
untersten Preßplatte 3 der Mehrkammerpresse ist eine mechanische Gleichlaufeinrichtung
5 angeordnet, die beim Preßvorgang eine parallele Ausrichtung der beweglichen
Preßplatten 3, 3', 3'' Zum Pressentisch 2 gewährleisten. Der konstruktive Aufbau
der Gleichlaufeinrichtung 5 wird aus Fig. 2 deutlich. Die Gleichlaufeinrichtung
5 weist Zahnräder 8 auf, die mit Abstand voneinander an der Außenseite der beweglichen
Preßplatte 3, 3'' gelagert sind, durch Wellen 9, 10 starr gekoppelt sind und auf
vertikalen Führungszahnstangen 11 abrollen. Die Zahnräder 8 sind an den Ecken
von zwei parallelen, an der Außenseite der beweglichen Preßplatte 3, 3'' gelagerten
Ritzelwellen 9 angeordnet. Die Ritzelwellen 9 sind über Kegelradanordnungen 12
und eine Kupplungswelle 10 miteinander verbunden. Die auf den Zahnstangen 11 abrollenden
Zahnräder 8 führen die Preßplatten in Längsrichtung der Mehrkammerpresse und verhindern
Kippbewegungen der Preßplatte während des Preßvorgangs. Zur Führung in Querrichtung
sind Führungsrollen 13 vorgesehen, die unter einem rechten Winkel zu den Zahnrädern
8 ausgerichtet sind und auf ebenen Führungsbahnen 14, im Ausführungsbeispiel an
Seitenflächen der Zahnstangen, abrollen (Fig. 2 und 3).
Der Fig. 4 entnimmt man, daß die Wellenlager 15 der Gleichlaufeinrichtung
5 mit einem geteilten Stehlagergehäuse 16a, 16b ausgebildet sind. Die untere Gehäusehälfte
16a des Stehlagergehäuses ist an der Preßplatte 3 bzw. 3'' befestigt. Die obere
Gehäusehälfte 16b des Stehlagergehäuses ist gegen eine vorgespannte Federanordnung
17 vertikal beweglich an der unteren Gehäusehälfte 16a abgestützt. An die obere
Gehäusehälfte 16b ist eine Schalteinrichtung 18 bestehend aus einer Schaltfahne
19, einem Kipphebel 20 sowie einem Schalter 21 angeschlossen, die bei einer Vertikalbewegung
der oberen Gehäusehälfte 16b ein Stoppsignal für den sofortigen Stopp der Preßplatten-Stellbewegung
abgibt. Die Schalteinrichtung 18 verhindert eine Beschädigung der Gleichlaufeinrichtung,
wenn sich während des Verpreßvorganges, z. B. aufgrund eines in die Preßkammer
gelangten Fremdkörpers, die bewegliche Preßplatte schiefstellt und die auftretenden
Kräfte nicht mehr von der Gleichlaufeinrichtung 5 kompensiert werden können.
Aus der Fig. 1 wird deutlich, daß den beiden Preßplatten 3, 3' der
unterhalb des Pressentisches 2 vorgesehenen Preßplattenanordnung 6 nur eine einzige
Gleichlaufeinrichtung 5 zugeordnet ist, die an die vom festen Pressentisch 2 abgewandte
äußere Preßplatte 3 angeschlossen ist. Eine einzige Gleichlaufeinrichtung 5 ist
ausreichend, wenn die beiden Preßkammern 3, 3' der Preßplattenanordnung 6 im Wechseltakt
betrieben werden. Sind die beiden beweglichen Preßplatten 3, 3' unter Zwischenschaltung
des Preßgutes gegeneinander verspannt, so bilden diese beiden Preßplatten eine
Funktionseinheit, deren horizontale Ausrichtung beim Preßvorgang durch die unterseitige
Gleichlaufeinrichtung 5 gesteuert wird. Folglich kann die zwischen dem festen Pressentisch
2 und der benachbarten Preßplatte 3' gebildete erste Preßkammer 7a ordnungsgemäß
geöffnet und geschlossen werden. Wenn die erste Preßkammer 7a geschlossen ist,
bildet die mit dem Pressentisch 2 unter Zwischenschaltung von Preßgut verspannte
Preßplatte 3' mit dem Pressentisch 2 eine Funktionseinheit. Jetzt kann die äußere
Preßplatte 3 geöffnet und der Preßvorgang unter der Wirkung der Gleichlaufeinrichtung
5 in der zweiten Preßkammer 7b vorgenommen werden. Erfindungsgemäß wird die Gleichlaufeinrichtung
5 genutzt für die Bewegung der äußeren Preßplatte 3 alleine und für die Bewegung
der beiden Preßplatten 3, 3' der Preßplattenanordnung 6 im Paket.
Im Rahmen der Erfindung liegt es, auch oberhalb des festen Pressentisches
2 eine Preßplattenanordnung 6 aus zwei beweglichen, durch Zylinder/Kolbenanordnungen
verkettete Preßplatten und mit einer einzigen Gleichlaufeinrichtung 5 an der oberen
Preßplatte vorzusehen. Möglich ist es ferner, unterhalb und/oder oberhalb des festen
Pressentisches 2 Preßplattenanordnungen 6 mit mehr als zwei beweglichen Preßplatten
vorzusehen, wobei die beweglichen Preßplatten in der beschriebenen Weise paarweise
durch Zylinder/Kolbenanordnungen 4' paarweise verkettet sind und lediglich die
äußere Preßplatte mit einer Gleichlaufeinrichtung 5 ausgerüstet ist. Wesentlich
ist dabei, daß die von den Preßplatten der Preßplattenanordnung 6 begrenzten Preßkammern
im Wechseltakt geöffnet und geschlossen werden.
Stets darf nur eine einzige Preßkammer geöffnet sein, während alle
übrigen Preßkammern der Preßplattenanordnung 6 geschlossen sind.
Es versteht sich, daß der Pressentisch 2 und die beweglichen Preßplatten
3, 3',3'' zweckmäßig beheizbar ausgeführt sind. Ferner können in den Preßkammern
7a, 7b etagenbildende Einlagen (nicht dargestellt), ebenfalls beheizt und mit
Förderbändern versehen, vorgesehen sein.
Den Fig. 1 und 2 entnimmt man, daß das Pressengestell 1 Standsäulen
22 aufweist, die an den Längsseiten des Pressentisches 2 angeordnet und mit diesem
verschraubt oder verschweißt sind. Die maschinenfest abgestützten Zylinder/Kolbenanordnungen
4 sind einerseits an eine Standsäule 22 und andererseits an die zugeordnete Preßplatte
3', 3'' angeschlossen. Bei dieser Ausführung der Erfindung entfallen untere und
obere Quertraversen, welche die Bauhöhe der Mehrkammerpresse vergrößern würden.