| Dokumentenidentifikation |
DE102004004964A1 18.08.2005 |
| Titel |
Verfahren zur Herstellung von Komposit-Partikeln aus kristallinen Explosivstoffen |
| Anmelder |
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., 80686 München, DE |
| Erfinder |
Teipel, Ulrich, Dr.-Ing., 76327 Pfinztal, DE; Fuhr, Indra, Dipl.-Ing., 76133 Karlsruhe, DE; Krause, Horst, Dr., 76327 Pfinztal, DE; Elsner, Peter, Dr.-Ing., 73271 Holzmaden, DE |
| Vertreter |
Lichti + Partner GbR, 76227 Karlsruhe |
| DE-Anmeldedatum |
31.01.2004 |
| DE-Aktenzeichen |
102004004964 |
| Offenlegungstag |
18.08.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
18.08.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
C06B 21/00
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| IPC-Nebenklasse |
B01D 9/00
C30B 35/00
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| Zusammenfassung |
Es wird ein Verfahren zur Herstellung von Komposit-Partikeln aus wenigstens einer ersten und wenigstens einer zweiten Komponente jeweils eines kristallinen Explosiv-, Treibstoffes und/oder Oxidators mittels Kühlungs- oder Verdampfungskristallisation vorgeschlagen. Dabei wird die erste Komponente in wenigstens einem Lösungsmittel gelöst, in welchem die zweite Komponente nicht oder nur gering löslich ist. Ferner wird dem Lösungsmittel und/oder der Lösung die zweite Komponente unter Bildung einer Fest-/Flüssigdispersion in partikulärer Form zugesetzt. Anschließend wird die Dispersion bis unterhalb der Sättigungstemperatur der ersten Komponente in dem Lösungsmittel abgekühlt oder wird das Lösungsmittel bis oberhalb der Sättigungskonzentration der ersten Komponente in dem Lösungsmittel verdampft und wird dabei die erste Komponente unter Bildung der Komposit-Partikel an der Oberfläche der partikulären zweiten Komponente abgeschieden.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Komposit-Partikeln
aus wenigstens einer ersten und wenigstens einer zweiten Komponente jeweils eines
kristallinen Explosiv-, Treibstoffes und/oder Oxidators mittels Kühlungs- oder Verdampfungskristallisation.
Kristalline Explosiv-, Treibstoffe und Oxidatoren bzw. Mischungen
derselben finden insbesondere in Raketenfesttreibstoffen, Sprengladungen, Treibladungspulvern
und pyrotechnischen Formulierungen sowie in Gasgeneratoren, z.B. für Kraftfahrzeuge,
vielfach Verwendung. Sie werden häufig in unterschiedlichen Partikelgrößenklassen
hergestellt und als bi-, tri- oder mehrmodale Mischungen eingesetzt, um eine hohe
Schüttdichte zu erzielen. Die genannten Substanzen kommen in der Regel entweder
in Form loser Schüttungen oder in Form von Treib- und Explosivstoff-Formteilen zum
Einsatz, wobei die Partikel im letztgenannten Fall in ein in der Regel polymeres
Bindematerial eingearbeitet werden.
Bei der Herstellung von Partikeln aus einer Komponente eines kristallinen
Treib-, Explosivstoffes und Oxidators kommt vornehmlich die Kühlungs- oder Verdampfungskristallisation
zum Einsatz, wobei der Kühlungskristallisation in vielen Fällen – je nach
der thermischen Empfindlichkeit des zu kristallisierenden Stoffes – der Vorzug
gegeben wird. Dabei wird die zu kristallisierende Komponente aus einer Lösung dieser
Komponente in einem Lösungsmittel bzw. in einem Lösungsmittelgemisch unter Bildung
einer festen Phase von dem Lösungsmittel abgetrennt. Um die gelöste Substanz unter
Bildung von Kristallen auszuscheiden, wird die Lösung in einen übersättigten Bereich
überführt, wobei die Lösung insbesondere durch Abkühlen der Lösung (Kühlungskristallisation),
Verdampfen des Lösungsmittels (Verdampfungskristallisation) oder Kombination beider
Varianten übersättigt werden kann, so daß durch Abbau dieser Übersättigung der überschüssige
Feststoff als Kristallisat anfällt, das mechanisch von der Restlösung abtrennbar
ist. Die Übersättigung kann durch Unterdruck (Vakuumkristallisation), Aussalzen,
Ausfällen, gegebenenfalls durch Zugabe von Impfkeimen oder Zuführung von mechanischer
Energie (Agitation) unterstützt werden. Die Kristallisation aus Lösungen findet
ferner zur Aufreinigung oder Trennung von Stoffgemischen, zur Aufkonzentrierung
von Lösungen oder zur Verringerung von Kristalldefekten bzw. zur Modifikation der
kristallinen Phase (Herstellung von Partikeln hoher Reinheit oder mit bestimmter
Partikelform und -größe) in Form einer Umkristallisation Verwendung.
In vielen Anwendungsfällen von kristallinen Explosiv-, Treibstoffen
und Oxidatoren kann es erwünscht sein, Mischungen derselben einzusetzen, um die
Leistung, die Abbrandgeschwindigkeit und die Empfindlichkeit individuell einstellen
zu können. Ferner kann insbesondere der Einsatz von sogenannten Komposit-Partikeln
aus zwei oder mehreren Komponenten der genannten Stoffe erwünscht sein, um die jeweiligen
Eigenschaften der Komponenten kombinatorisch zu nutzen. So haben erste Untersuchungen
gezeigt, daß sich die Empfindlichkeit von hochempfindlichen Materialien, wie z.B.
Cyclotrimethylentrinitramin (Hexogen, RDX), Cyclotetramethylentetranitramin (Oktogen,
HMX), 2,4,6,8,10,12-Hexanitro-2,4,6,8,10,12-hexaazaisowurtzitan (HNIW, CL20) oder
dergleichen, in Verbindung mit unempfindlicheren Materialien in solchen Komposit-Kristallen
erheblich absenken läßt, wie es mit Mischungen dieser Materialien, d.h. mit Mischungen
von jeweils reinen Partikeln der genannten Materialien, nicht möglich war.
Indes sind die Möglichkeiten zur Herstellung solcher Komposit-Partikel
aus kristallinen Explosiv-, Treibstoffen und Oxidatoren bislang sehr begrenzt.
Die EP 1 090 894 A1
beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von feindispersen kristallinen Explosivstoffen,
indem der Explosivstoff in einem organischen Lösungsmittel gelöst und die Lösung
in einer Düsenströmung in ein mit dem organischen Lösungsmittel zumindest teilweise
mischbares überkritisches Fluid, in welchem der Explosivstoff nicht oder nur gering
löslich ist, eingesprüht wird. Dabei wird das Lösungsmittel unter Auskristallisieren
der Explosivstoffpartikel von dem überkritischen Fluid aufgenommen und das Kristallisat
nach Expansion des überkritischen Fluides in einen unterkritischen, insbesondere
gasförmigen Zustand von diesem abgetrennt. Zur Herstellung von Komposit-Partikel
kann vorgesehen sein, daß zwei oder mehrere Explosivstoffe in dem Lösungsmittel
gelöst und die Lösung in der Düsenströmung mit dem als Antisolvens dienenden überkritischen
Fluid in Kontakt gebracht werden.
Indes hat sich gezeigt, daß eine zufriedenstellende Herstellung von
Komposit-Partikeln auf diese Weise nicht möglich ist, da – vermutlich aus
thermodynamischen Gründen – vornehmlich im wesentlichen reine Kristalle jeweils
einer der gelösten Komponenten erzeugt werden und nur eine verhältnismäßig geringe
Anzahl der derart erzeugten Partikel beide Komponenten enthalten und dies auch nur
in sehr unterschiedlichen, nicht reproduzierbaren Massenverhältnissen. Es wird vermutet,
daß dieser Effekt durch die schlagartig auftretende Kristallisation der Partikel
beim Inkontakttreten der Lösung mit dem Antisolvens bedingt ist, der ein Kristallwachstum
praktisch ausschließt, da schlagartig eine gegenüber der Kühlungs- oder Verdampfungskristallisation
erheblich höhere Anzahldichte feinster Keime aus im wesentlichen der Gesamtmenge
der gelösten Substanzen erzeugt wird. Beim Inkontakttreten der
Lösung mit dem überkritischen Fluid diffundiert einerseits das organische Lösungsmittel
in das Antisolvens ein. Die Triebkräfte hierfür sind unter anderem der Konzentrationsgradient,
wobei unmittelbar nach Einsprühen der Lösung in das Antisolvens die Lösungsmittelkonzentration
an der Oberfläche eines Lösungsmitteltropfens etwa 100% beträgt, während in dem
den Lösungsmitteltropfen umgebenden Antisolvens die Lösungsmittelkonzentration etwa
0% beträgt. Andererseits diffundiert das Antisolvens in die Lösungsmitteltropfen
ein, so daß die Sättigungskonzentration der Explosivstoffe in dem Lösungsmitteltropfen
schlagartig überschritten wird und es dadurch, wie bereits erwähnt, zu einer spontanen
Kristallisation der Explosivstoffe kommt.
Der EP 1 256 558 A2
ist ein Verfahren zur Herstellung aus einem in einem Lösungsmittel gelösten Explosiv-,
Treibstoff oder Oxidator mittels Kühlungskristallisation entnehmbar, indem die Lösung
unter Bildung des Feststoffkristallisates bis unterhalb ihrer Sättigungstemperatur
abgekühlt wird. Um eine möglichst enge und reproduzierbare Partikelgrößenverteilung
der erzeugten Kristalle unter Vermeidung eines Einsatzes von Impfkeimen zu erhalten,
wird zum Initiieren der Kristallbildung im metastabilen Bereich kurz unterhalb der
Sättigungstemperatur Ultraschallenergie in die Lösung eingekoppelt. Auch bei diesem
Verfahren kann die Herstellung von Komposit-Partikeln vorgesehen sein, wobei dann
wenigstens zwei Vertreter der genannten Stoffgruppe in dem Lösungsmittel gelöst
werden. Indes ist die Herstellung von Komposit-Partikeln nur aus Komponenten mit
ähnlicher bzw. praktisch identischer Sättigungstemperatur und Löslichkeit in dem
eingesetzten Lösungsmittel möglich und in der Praxis auf Komposit-Partikel aus zwei
oder mehreren Isomeren ein und derselben Komponente beschränkt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und
kostengünstiges Verfahren zur Herstellung von Komposit-Partikeln aus praktisch beliebigen
kristallinen Explosiv-, Treibstoffen und/oder Oxidatoren mittels Kühlungs- oder
Verdampfungskristallisation vorzuschlagen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der Kühlungskristallisation
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die erste Komponente in wenigstens
einem Lösungsmittel gelöst wird, in welchem die zweite Komponente nicht oder nur
gering löslich ist, daß dem Lösungsmittel und/oder der Lösung die zweite Komponente
unter Bildung einer Fest-/Flüssigdispersion in partikulärer Form zugesetzt wird,
und daß die Dispersion anschließend bis unterhalb der Sättigungstemperatur der ersten
Komponenten in dem Lösungsmittel abgekühlt und die erste Komponente dabei unter
Bildung der Komposit-Partikel an der Oberfläche der partikulären zweiten Komponente
abgeschieden wird.
Zur Lösung des der Erfindung zugrunde liegenden Problems ist bei einem
Verfahren der Verdampfungskristallisation der eingangs genannten Art alternativ
vorgesehen, daß die erste Komponente in wenigstens einem Lösungsmittel gelöst wird,
in welchem die zweite Komponente nicht oder nur gering löslich ist, daß dem Lösungsmittel
und/oder der Lösung die zweite Komponente unter Bildung einer Fest-/Flüssigdispersion
in partikulärer Form zugesetzt wird, und daß das Lösungsmittel anschließend bis
oberhalb der Sättigungskonzentration der ersten Komponenten in dem Lösungsmittel
verdampft und die erste Komponente dabei unter Bildung der Komposit-Partikel an
der Oberfläche der partikulären zweiten Komponente abgeschieden wird.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß beim Überschreiten der Sättigungskonzentration
der ersten, in dem Lösungsmittel(gemisch) gelösten Komponente – sei es durch
Abkühlen der Dispersion (Kühlungskristallisation) oder sei es durch Abziehen des
Lösungsmittels (Verdampfungskristallisation) – und Überführen dieser "Lösung"
in ihren übersättigten – metastabilen – Bereich die partikuläre zweite
Komponente der Dispersion nach Art von Kristallisationskeimen wirkt, an deren Oberfläche
die erste Komponente abgeschieden wird und im Rahmen eines Kristallwachstums dort
in reiner Form aufwächst. Auf diese Weise sind Komposit-Partikel mit einem Kernmaterial
aus der zweiten, in dem jeweiligen Lösungsmittel(gemisch) nicht oder demgegenüber
nur gering lösbaren Komponente und mit einem Schalenmaterial aus der ersten, ausgeschiedenen
Komponente herstellbar. Überdies sind das Kern- und das Schalenmaterial der Komposit-Partikel
durch entsprechende Auswahl des Lösungsmittel(gemisch)s weitestgehend frei wählbar.
Im Gegensatz zu dem eingangs zitierten Stand der Technik ist somit
nicht nur die Herstellung von Komposit-Partikeln aus praktisch beliebigen Kombinationen
von Explosiv-, Treibstoffen und Oxidatoren möglich (diese müssen lediglich eine
hinreichend unterschiedliche Löslichkeit in dem verwendeten Lösungsmittelsystem
aufweisen), sondern der Anteil der Komponenten bzw. das Massenverhältnis derselben
in den einzelnen Komposit-Partikeln ist auch auf relativ einfache Weise voreinstellbar.
So entspricht der absolute Anteil der in dem Lösungsmittel(gemisch) weitgehend unlöslichen
zweiten Komponente in den erhaltenen Komposit-Partikeln im wesentlichen der Masse
der der Lösung bzw. dem Lösungsmittel zugesetzten Partikeln der zweiten Komponente,
während sich der absolute Anteil der an den Partikeln der zweiten Komponente abgeschiedenen
ersten Komponente durch die gelöste Gesamtmenge dieser Komponente
einstellen läßt, welche bei den jeweiligen Bedingungen auskristallisiert werden
kann. Ferner läßt sich die Schichtstruktur der ersten, aus dem gelösten Zustand
an der Oberfläche der partikulären zweiten Komponente abgeschiedenen Komponente
durch Einstellung des Kristallwachstums steuern, wobei in der Regel um so regelmäßigere
Kristalle aufwachsen, je geringer die Abkühlgeschwindigkeit der Dispersion (Kühlungskristallisation)
bzw. je geringer die Abziehgeschwindigkeit des Lösungsmittels (Verdampfungskristallisation)
gewählt wird bzw. je langsamer das Kristallwachstum erfolgt.
Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich Komposit-Partikel
aus Treib- und Explosivstoffkombinationen herstellen, bei welchen die Empfindlichkeit
der einen Komponente, z.B. Cyclotrimethylentrinitramin (Hexogen, RDX), Cyclotetramethylentetranitramin
(Oktogen, HMX), 1-Diamino-2,2-dinitroethylen (DADE, FOX7), Pentaerythritoltetranitrat
(Nitropenta, PETN), Nitroguanidin (NQ), 2,4,6,8,10,12-Hexanitro-2,4,6,8,10,12-hexaazaisowurtzitan
(HNIW, CL20), Ammoniumperchlorat (AP) oder dergleichen, erheblich verringert werden
kann, indem diese (zweite) Komponente insbesondere als Kernmaterial verwendet und
die andere (erste) Komponente mit einer demgegenüber geringeren Empfindlichkeit,
beispielsweise Ammoniumdinitramid (ADN), Ammoniumnitrat (AN), Kaliumnitrat, 3-Nitro-1,2,4-triazol-5-on
(NTO), 1-Diamino-2,2-dinitroethylen (DADE, FOX7) oder dergleichen, an der Oberfläche
derselben aus dem gelösten Zustand abgeschieden wird. Ferner läßt sich das Abbrandverhalten
durch die Art und das Massenverhältnis der Komponenten in den auf erfindungsgemäße
Weise hergestellten Komposit-Partikeln gezielt an die jeweiligen Anforderungen anpassen
und läßt sich allgemein die Leistungscharakteristik von Festtreibstoffen, Treibladungspulvern,
pyrotechnischen Formulierungen, Treibsätzen für Gasgeneratoren und dergleichen gezielt
einstellen.
Selbstverständlich können mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
auch Komposit-Partikel aus mehreren Komponenten, z.B. aus einem Kern mit mehreren
Schichten verschiedener Schalenmaterialien hergestellt werden, indem beispielsweise
die aus einem Schalenmaterial der ersten Komponente und einem Kernmaterial der zweiten
Komponente bestehenden Partikel wiederum in eine Lösung aus einer kristallinen dritten
Komponente in einem Lösungsmittel, in welchem zumindest die erste Komponente des
Schalenmaterials oder vorzugsweise auch die zweite Komponente des Kernmaterials
nicht oder nur gering löslich ist bzw. sind, eindispergiert werden und die derart
erhaltene Dispersion bis unterhalb der Sättigungstemperatur der dritten Komponente
in dem jeweiligen Lösungsmittel abgekühlt oder das Lösungsmittel bis oberhalb der
Sättigungskonzentration der dritten Komponente in dem jeweiligen Lösungsmittel verdampft
wird, wobei die dritte Komponente unter Bildung von aus drei Schichten (Kernmaterial,
erstes und zweites Schalenmaterial) bestehenden Komposit-Partikeln an der Oberfläche
der das Schalenmaterial der eingesetzten Komposit-Partikel bildenden ersten Komponente
abgeschieden wird.
Die Herstellung der Dispersion kann dadurch geschehen, daß zunächst
die in dem jeweiligen Lösungsmittel lösliche Komponente hierin gelöst und die zweite
Komponente der Lösung sodann unter Bildung der Dispersion zugesetzt wird. Alternativ
kann selbstverständlich auch zunächst die zweite Komponente unter Bildung einer
Dispersion in das Lösungsmittel eingebracht und sodann die erste Komponente hierin
gelöst werden. In jedem Fall ist es in der Regel zweckmäßig, wenn die erste, in
dem Lösungsmittel lösliche Komponente dem Lösungsmittel mit einem Anteil im Sättigungsbereich
dieser Komponente in dem jeweiligen Lösungsmittel oder auch knapp unter- oder oberhalb
des Sättigungsbereichs zugesetzt wird. Die Abscheidung der ersten an der partikulären
zweiten Komponente kann ferner selbstverständlich in an sich bekannter Weise durch
Anlegen eines Unterdrucks (Vakuumkristallisation) oder dergleichen unterstützt werden,
während die Dispersion abgekühlt (Kühlungskristallisation) bzw. während das Lösungsmittel
aus dieser abgezogen wird (Verdampfungskristallisation).
Nach Beendigung des Kristallwachstums der ersten auf den Partikeln
der zweiten Komponente können die erzeugten Komposit-Partikel auf herkömmliche Weise
mechanisch, beispielsweise mittels Zentrifugieren, Filtern oder dergleichen, von
dem Lösungsmittel abgetrennt werden.
Untersuchungen haben gezeigt, daß bei einigen technisch relevanten
Vertretern von Treib-, Explosivstoffen und Oxidatoren eine Anlagerung der gelösten
ersten Komponente an die partikuläre zweite Komponente in reproduzierbarer Form
erst ab einer gewissen Partikelgröße (Partikeldurchmesser) der zweiten Komponente
in der Dispersion geschieht. In bevorzugter Ausführung ist daher bei solchen Stoffsystemen
vorgesehen, daß die zweite Komponente mit einer Partikelgröße zwischen 10 &mgr;m
und 1000 &mgr;m, vorzugsweise zwischen 50 &mgr;m und 500 &mgr;m, insbesondere zwischen
100 &mgr;m und 300 &mgr;m, der Lösung bzw. dem Lösungsmittel zugesetzt wird.
In weiterhin bevorzugter Ausführung ist vorgesehen, daß die partikuläre
zweite Komponente der Dispersion zumindest während der Abscheidung der ersten Komponente
an dieser in Schwebe gehalten wird, was beispielsweise dadurch gewährleistet werden
kann, indem die Dispersion zumindest zeitweise oder auch kontinuierlich gerührt
wird.
In Weiterbildung kann vorgesehen sein, daß zum Initiieren
der Abscheidung der gelösten ersten Komponente an der partikulären zweiten Komponente
die Dispersion in Schwingungen versetzt wird. Auf diese Weise läßt sich die Reproduzierbarkeit
des erfindungsgemäßen Verfahrens verbessern, indem die Abscheidung der gelösten
ersten Komponente an der partikulären zweiten Komponente spontan initiiert wird,
so daß die erste Komponente gleichmäßig mit einer im wesentlichen einheitlichen
Schichtdicke auf die Partikel der zweiten Komponente aufwächst.
Hierbei kann die Dispersion z.B. mittels Ultraschall in Schwingungen
versetzt werden, was insbesondere auf direktem Wege mittels Sonotroden oder auch
mittels beliebiger anderer bekannter Einrichtungen, wie Ultraschallbädern oder dergleichen,
geschehen kann. Die Amplitude und die Frequenz solcher Einrichtungen lassen sich
auf einfache Weise einstellen, um für eine hohe Reproduzierbarkeit des Verfahrens
zu sorgen.
Desgleichen kann die Dispersion z.B. mittels wenigstens eines piezoelektrischen
Elementes in Schwingungen versetzt werden. Piezoelektrische Elemente dehnen sich
beim Anlegen eines elektrischen Feldes in einer Richtung aus, während sie sich in
einer anderen Richtung kontrahieren, so daß bei einer vorgegebenen elektrischen
Spannung bzw. einem vorgegebenen elektrischen Strom eine reproduzierbare Schwingungsanregung
möglich ist.
Wird zur Herstellung der Komposit-Partikel die Kühlungskristallisation
eingesetzt, so ist es bei den meisten Stoffsystemen von Vorteil, wenn die Dispersion
innerhalb eines Temperaturintervalls zwischen der Sättigungstemperatur der in dem
Lösungsmittel gelösten ersten Komponente und einer um 20 C niedrigeren Temperatur,
insbesondere bei etwa 5°C bis 15°C unterhalb des Sättigungstemperatur dieser
Komponente, in Schwingungen versetzt wird.
Ferner kann zum Initiieren der Abscheidung der gelösten ersten Komponente
an der partikulären zweiten Komponente der Dispersion auch wenigstens ein Antisolvens
zugesetzt werden. Mit "Antisolvens" ist hierbei ein Fluid gemeint, welches bezüglich
der in dem Lösungsmittel gelösten ersten Komponente als Antisolvens wirkt und eine
relativ spontane Ausscheidung desselben, insbesondere im metastabilen Bereich der
Lösung bzw. der Dispersion, bewirkt.
Wie bereits angedeutet, ist es mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
insbesondere auch möglich, den Anteil und/oder die Struktur der an der zweiten Komponente
abgeschiedenen ersten Komponente der Komposit-Partikel bzw. die Schichtdicke der
ersten an der zweiten Komponente zu steuern, indem beispielsweise einer oder mehrere
der Parameter
- – Abkühlgeschwindigkeit der Dispersion bzw. Abziehgeschwindigkeit des
Lösungsmittels;
- – Mengenverhältnis der gelösten ersten Komponente bezüglich der partikulären
zweiten Komponente;
- – Einwirkungsdauer, Art, Frequenz und/oder Amplitude der in die Dispersion
eingekoppelten Schwingungen; und
- – Temperatur bzw. Sättigung der gelösten ersten Komponente beim Einkoppeln
der Schwingungen gesteuert wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zur Herstellung
von Komposit-Partikeln, von deren Komponenten – sei es das Kernmaterial oder
sei es das Schalenmaterial – wenigstens eine aus der Gruppe der kristallinen
Amin-, Amid-, Nitro-, Nitrat-, Nitramin- und/oder Perchlorat-Verbindungen, insbesondere
aus der Gruppe Ammoniumdinitramid (ADN), Ammoniumnitrat (AN), Kaliumnitrat, Natriumnitrat,
Ammoniumperchlorat (AP), 2,4,6-Trinitrotoluol (TNT), 1,3,5-Triamino-2,4,6-trinitrobenzol
(TATBN), 3-Nitro-1,2,4-triazol-5-on (NTO), Hexanitrostilben (HNS), Cyclotrimethylentrinitramin
(Hexogen, RDX), Cyclotetramethylentetranitramin (Oktogen, HMX), 2,4,6,8,10,12-Hexanitro-2,4,6,8,10,12-hexaazaisowurtzitan
(HNIW, CL20), 1-Diamino-2,2-dinitroethylen (DADE, FOX7), FOX12, Pentaerythritoltetranitrat
(Nitropenta, PETN), Hexanitrodiphenylamin (Hexyl) und Tetranitromethylanilin (Tetryl),
Nitroguanidin (NQ), Triaminoguanidinnitrat (TAGN), gewählt wird. Selbstverständlich
können insbesondere auch beide bzw. sämtliche Komponenten der Komposit-Partikel
aus der Gruppe der kristallinen Amin-, Amid-, Nitro-, Nitrat-, Nitramin- und/oder
Perchlorat-Verbindungen gewählt werden.
Die auf die vorstehend beschriebene, erfindungsgemäße Weise hergestellten
Komposit-Partikel sind insbesondere zur Verwendung in Treibladungspulvern, Sprengladungen,
pyrotechnischen Formulierungen in Gasgeneratoren und/oder Raketentreibstoffen, insbesondere
Raketenfesttreibstoffen, geeignet, wobei sie im letztgenannten Fall in ein geeignetes
Bindersystem eingebracht werden können.
Nachstehend ist das erfindungsgemäße Verfahren anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Beispiel 1:
Zur Herstellung von Komposit-Partikeln mit einem Kernmaterial aus
Cyclotetramethylentetranitramin (Oktogen, HMX) und einem Schalenmaterial aus Ammoniumnitrat
(AN) wird in einem Rührbehälter bei 50°C eine im wesentlichen gesättigte Lösung aus
800 g AN ("erste Komponente") in einer entsprechenden Menge an demineralisiertem
Wasser ("Lösungsmittel") hergestellt, wobei die Mischung etwa 30 min gerührt wird,
bis das gesamte AN in Lösung gegangen ist. Der Lösung von AN in demineralisiertem
Wasser werden HMX-Partikel ("zweite Komponente") mit einer mittleren Partikelgröße
von etwa 200 &mgr;m zugesetzt, welche in Wasser praktisch unlöslich sind. Die auf
diese Weise erhaltene Fest-/Flüssigdispersion wird durch Rühren homogenisiert und
sodann mit einem konstanten Temperaturgradienten abgekühlt, wobei die Dispersion
mittels des Propellerrührers fortwährend gerührt wird, um die HMX-Partikel in der
Lösung in homogener Verteilung und insbesondere in Schwebe zu halten, so daß sie
nicht in Richtung des Bodens des Rührbehälters sedimentieren. Nach Unterschreiten
der Sättigungstemperatur von AN in Wasser werden AN-Partikel aus der Lösung ausgeschieden,
welche an der Oberfläche der HMX-Partikel abgeschieden bzw. an diese angelagert
werden. Mit fortschreitender Abkühlung findet ein Kristallwachstum der an den HMX-Partikeln
abgeschiedenen AN-Kristalle statt. Schließlich werden die erhaltenen Komposit-Partikel
dem Lösungsmittel entnommen und auf herkömmliche Weise gewaschen und getrocknet.
Die erhaltenen Komposit-Partikel weisen einen Kern aus HMX mit einer
mittleren Partikelgröße von etwa 200 &mgr;m sowie eine an diesen angelagerte Schicht
aus AN mit einer Schichtdicke von etwa 20 &mgr;m auf.
Beispiel 2:
Zur Herstellung von Komposit-Partikeln mit einem Kernmaterial aus
2,4,6,8,10,12-Hexanitro-2,4,6,8,10,12-hexaazaisowurtzitan (HNIW, CL20) und einem
Schalenmaterial aus 3-Nitro-1,2,4-triazol-5-on (NTO) wird in einem Rührkessel bei
Raumtemperatur eine im wesentlichen gesättigte Lösung aus NTO ("erste Komponente")
in Ethanol ("Lösungsmittel") hergestellt, wobei die Mischung etwa 50 min gerührt
wird, bis das gesamte NTO in Lösung gegangen ist. Der Lösung von NTO in Ethanol
werden CL20-Kristalle ("zweite Komponente") mit einer mittleren Partikelgröße von
etwa 300 &mgr;m zugesetzt, welche in Ethanol nur sehr schwer löslich sind. Die auf
diese Weise erhaltene Fest-/Flüssigdispersion wird sodann mittels eines Blattrührers
homogenisiert und unter fortwährendem Rühren abgekühlt, um die CL20-Partikel in
der Lösung in Schwebe zu halten. Nach Unterschreiten der Sättigungstemperatur von
NTO in Ethanol werden NTO-Kristallkeime aus der Lösung ausgeschieden, welche an
der verhältnismäßig großen Oberfläche der CL20-Partikel abgeschieden werden. Mit
fortschreitender Abkühlung findet ein Kristallwachstum der an den CL20-Partikeln
abgeschiedenen NTO-Kristalle statt. Schließlich werden die erhaltenen Komposit-Partikel
dem Lösungsmittel entnommen und auf herkömmliche Weise gewaschen und getrocknet.
Die erhaltenen Komposit-Partikel weisen einen Kern aus CL20 mit einer
mittleren Partikelgröße von etwa 300 &mgr;m sowie eine mittlere Gesamtpartikelgröße
von insgesamt etwa 380 &mgr;m auf.
Beispiel 3:
Zur Herstellung von Komposit-Partikeln mit einem Kernmaterial aus
Cyclotrimethylentrinitramin (Hexogen, RDX) und einem Schalenmaterial aus Ammoniumdinitramid
(ADN) werden in Wasser praktisch unlösliche Partikel aus RDX ("zweite Komponente")
mit einer mittleren Partikelgröße von etwa 50 &mgr;m bei Raumtemperatur in demineralisiertes
Wasser ("Lösungsmittel") eindispergiert und wird die Dispersion mittels Rühren homogenisiert.
Der Dispersion wird festes ADN ("erste Komponente") im Überschuß zugesetzt; anschließend
wird die Dispersion unter fortwährendem Rühren auf etwa 55°C erwärmt, bis sich
das gesamte ADN in dem demineralisierten Wasser gelöst hat. Die derart erhaltene
Fest-/Flüssigdispersion aus der ADN-Lösung mit den RDX-Partikeln wird sodann unter
fortwährendem Rühren abgekühlt, wobei die RDX-Partikel in homogener Verteilung gehalten
werden. Nach Unterschreiten der Sättigungstemperatur von AND in Wasser werden ADN-Kristallkeime
aus der Lösung ausgeschieden, welche an der Oberfläche der RDX-Partikel abgeschieden
werden. Mit fortschreitender Abkühlung findet ein Kristallwachstum der an den RDX-Partikeln
abgeschiedenen ADN-Kristalle statt. Schließlich werden die erhaltenen Komposit-Partikel
dem Lösungsmittel entnommen und auf herkömmliche Weise gewaschen und getrocknet.
Die erhaltenen Komposit-Partikel weisen einen Kern aus RDX mit einer
mittleren Partikelgröße von etwa 50 &mgr;m sowie eine mittlere Gesamtpartikelgröße
von insgesamt etwa 120 &mgr;m auf.
Beispiel 4:
Zur Herstellung von Komposit-Partikeln mit einem Kernmaterial aus
1-Diamino-2,2-dinitroethylen (DADE, FOX7) und einem Schalenmaterial aus Cyclotetramethylentetranitramin
(Oktogen, HMX) wird in einem Rührbehälter bei 60°C eine im wesentlichen gesättigte
Lösung aus 200 g HMX ("erste Komponente") in einer entsprechenden Menge an Propylencarbonat
("Lösungsmittel") hergestellt. Nachdem das HMX in Lösung gegangen ist, werden der
Lösung von HMX in Propylencarbonat FOX7-Kristalle ("zweite Komponente") mit einer
mittleren Partikelgröße von etwa 150 &mgr;m zugesetzt, welche in Propylencarbonat
praktisch unlöslich sind. Die auf diese Weise erhaltene Fest-/Flüssigdispersion
wird durch Rühren ca. 15 min homogenisiert und sodann mit einem konstanten
Temperaturgradienten auf 10°C abgekühlt, wobei die Dispersion fortwährend gerührt
wird, um die FOX7-Partikel in der Lösung in Schwebe zu halten und eine Sedimentation
derselben zu verhindern. Nach Unterschreiten der Sättigungstemperatur von HMX in
Propylencarbonat werden HMX-Kristalle aus der Lösung ausgeschieden, welche an der
Oberfläche der FOX7-Partikel abgeschieden bzw. an diese angelagert werden und dort
weiter wachsen. Schließlich werden die erhaltenen Komposit-Partikel dem Lösungsmittel
entnommen und auf herkömmliche Weise gewaschen und getrocknet.
Die erhaltenen Komposit-Partikel weisen einen Kern aus FOX7 mit einer
mittleren Partikelgröße von etwa 150 &mgr;m auf. Die mittlere Partikelgröße der
Komposit-Partikel beträgt insgesamt etwa 240 &mgr;m.
Während sich die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele auf
die Kühlungskristallisation beziehen, lassen sich entsprechende Komposit-Partikel
auch unter Einsatz der Verdampfungskristallisation herstellen, indem die aus der
jeweiligen Lösung (im Lösungsmittel gelöste erste Komponente) und der partikulären
Phase (im Lösungsmittel nicht oder nur gering lösliche zweite Komponente) erzeugte
Dispersion beispielsweise im Bereich derjenigen Temperatur, bei welcher die erste
Komponente in dem Lösungsmittel gelöst worden ist, mittels eines Rotationsverdampfers
unter Unterdruck gesetzt und das Lösungsmittel auf diese Weise verdampft wird. Auch
in diesem Fall kommt es beim Überschreiten der Sättigungskonzentration zu einer
Ausscheidung von Kristallen der ersten Komponente aus der Lösung, welche an der
Oberfläche der Partikel der zweiten Komponente abgeschieden bzw. an diese angelagert
werden und dort weiter wachsen.
|
| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Herstellung von Komposit-Partikeln aus wenigstens einer
ersten und wenigstens einer zweiten Komponente jeweils eines kristallinen Explosiv-,
Treibstoffes und/oder Oxidators mittels Kühlungskristallisation, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Komponente in wenigstens einem Lösungsmittel gelöst wird, in welchem
die zweite Komponente nicht oder nur gering löslich ist, daß dem Lösungsmittel und/oder
der Lösung die zweite Komponente unter Bildung einer Fest-/Flüssigdispersion in
partikulärer Form zugesetzt wird, und daß die Dispersion anschließend bis unterhalb
der Sättigungstemperatur der ersten Komponenten in dem Lösungsmittel abgekühlt und
die erste Komponente dabei unter Bildung der Komposit-Partikel an der Oberfläche
der partikulären zweiten Komponente abgeschieden wird.
- Verfahren zur Herstellung von Komposit-Partikeln aus wenigstens einer
ersten und wenigstens einer zweiten Komponente jeweils eines kristallinen Explosiv-,
Treibstoffes und/oder Oxidators mittels Verdampfungskristallisation, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Komponente in wenigstens einem Lösungsmittel gelöst wird, in welchem
die zweite Komponente nicht oder nur gering löslich ist, daß dem Lösungsmittel und/oder
der Lösung die zweite Komponente unter Bildung einer Fest-/Flüssigdispersion in
partikulärer Form zugesetzt wird, und daß das Lösungsmittel anschließend bis oberhalb
der Sättigungskonzentration der ersten Komponenten in dem Lösungsmittel verdampft
und die erste Komponente dabei unter Bildung der Komposit-Partikel an der Oberfläche
der partikulären zweiten Komponente abgeschieden wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste
Komponente dem Lösungsmittel mit einem Anteil im Sättigungsbereich dieser Komponente
in dem jeweiligen Lösungsmittel zugesetzt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Komponente mit einer Partikelgröße zwischen 10 &mgr;m und 1000 &mgr;m,
vorzugsweise zwischen 50 &mgr;m und 500 &mgr;m, insbesondere zwischen 100 &mgr;m
und 300 &mgr;m, zugesetzt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die partikuläre zweite Komponente der Dispersion zumindest während der Abscheidung
der ersten Komponente an dieser in Schwebe gehalten wird.
- Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Dispersion
gerührt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Initiieren der Abscheidung der gelösten ersten Komponente an der partikulären
zweiten Komponente die Dispersion in Schwingungen versetzt wird.
- Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dispersion
mittels Ultraschall in Schwingungen versetzt wird.
- Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dispersion
mittels wenigstens eines piezoelektrischen Elementes in Schwingungen versetzt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dispersion innerhalb eines Temperaturintervalls zwischen der Sättigungstemperatur
der in dem Lösungsmittel gelösten ersten Komponente und einer um 20°C niedrigeren
Temperatur in Schwingungen versetzt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Initiieren der Abscheidung der gelösten ersten Komponente an der partikulären
zweiten Komponente der Dispersion wenigstens ein Antisolvens zugesetzt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anteil und/oder die Struktur der an der zweiten Komponente abgeschiedenen
ersten Komponente der Komposit-Partikel bzw. die Schichtdicke der ersten an der
zweiten Komponente durch Einstellen wenigstens eines der Parameter
– Abkühlgeschwindigkeit der Dispersion bzw. Abziehgeschwindigkeit des Lösungsmittels;
– Mengenverhältnis der gelösten ersten Komponente bezüglich der partikulären
zweiten Komponente;
– Einwirkungsdauer, Art, Frequenz und/oder Amplitude der in die Dispersion
eingekoppelten Schwingungen; und
– Temperatur bzw. Sättigung der gelösten ersten Komponente beim Einkoppeln
der Schwingungen gesteuert wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine der Komponenten der Komposit-Partikel aus der Gruppe der kristallinen
Amin-, Amid-, Nitro-, Nitrat-, Nitramin- und/oder Perchlorat-Verbindungen, insbesondere
aus der Gruppe Ammoniumdinitramid (ADN), Ammoniumnitrat (AN), Kaliumnitrat, Natriumnitrat,
Ammoniumperchlorat (AP), 2,4,6-Trinitrotoluol (TNT), 1,3,5-Triamino-2,4,6-trinitrobenzol
(TATBN), 3-Nitro-1,2,4-triazol-5-on (NTO), Hexanitrostilben (HNS), Cyclotrimethylentrinitramin
(Hexogen, RDX), Cyclotetramethylentetranitramin (Oktogen, HMX), 2,4,6,8,10,12-Hexanitro-2,4,6,8,10,12-hexaazaisowurtzitan
(HNIW, CL20), 1-Diamino-2,2-dinitroethylen (DADE, FOX7), FOX12, Pentaerythritoltetranitrat
(Nitropenta, PETN), Hexanitrodiphenylamin (Hexyl) und Tetranitromethylanilin (Tetryl),
Nitroguanidin (NQ), Triaminoguanidinnitrat (TAGN), gewählt wird.
- Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche
Komponenten der Komposit-Partikel aus der Gruppe der kristallinen Amin-, Amid-,
Nitro-, Nitrat-, Nitramin- und/oder Perchlorat-Verbindungen gewählt werden.
- Verwendung von gemäß einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis
14 hergestellten Komposit-Partikeln für Treibladungspulver, Sprengladungen, pyrotechnische
Formulierungen in Gasgeneratoren und/oder Raketentreibstoffe, insbesondere Raketenfesttreibstoffe.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen
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