Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Adaptieren eines Messwertes
eines Luftmassensensors. Der Luftmassensensor kann insbesondere in einer Brennkraftmaschine
angeordnet sein zum Erfassen eines Luftmassenstroms in Zylinder der Brennkraftmaschine.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Adaptieren eines
Messwerts eines Luftmassensensors zu schaffen, das einfach ist und gleichzeitig
über eine lange Betriebsdauer des Luftmassensensors präzise Messwerte des Luftmassensensors
sicherstellt.
Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung zeichnet sich aus durch ein Verfahren zum Adaptieren
eines Messwerts eines Luftmassensensors, bei dem ein Korrekturwert, wenn vorgegebene
Betriebsbedingungen vorliegen, abhängig von dem Messwert und einem Vergleichswert
ermittelt wird, der abhängig von mindestens einem weiteren Messwert eines weiteren
Sensors ermittelt wird. Ein Adaptionswert wird angepasst abhängig von dem Korrekturwert,
von der Dauer seit dem letzten Ermitteln des Adaptionswertes und von der Änderung
des Adaptionswertes seit dem letzten Anpassen des Adaptionswertes. Nachfolgend erfasste
Messwerte werden mit dem Adaptionswert korrigiert. Durch das Anpassen des Adaptionswertes
abhängig von der Dauer seit dem letzten Ermitteln des Adaptionswertes kann sichergestellt
werden, dass unabhängig von der Häufigkeit des Anpassens des Adaptionswertes ein
sehr präzises Lernen des Adaptionswertes und mithin dann letztlich Korrigieren des
Messwertes erfolgen kann. Dadurch dass die Anpassung des Adaptionswertes auch abhängig
ist von der Änderung des Adaptionswertes seit dem letzten Anpassen des Adaptionswertes,
können zudem außergewöhnliche Veränderungen des Luftmassensensors erkannt werden
und entsprechend berücksichtigt werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird mit steigender
Dauer seit dem letzten Anpassen des Adaptionswertes der Adaptionswert stärker abhängig
von dem Korrekturwert angepasst. Dadurch kann einfach berücksichtigt werden, dass
bei einem weniger häufigen Anpassen des Adaptionswertes Alterungseffekte des Luftmassensensors
stärker ausgeprägt sind und so durch die stärkere Anpassung abhängig von dem Korrekturwert
wieder ausgeglichen werden können.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird bei
einer Änderung des Adaptionswertes, die charakteristisch ist für eine unautorisierte
Modifikation an dem Luftmassensensor, dem Adaptionswert ein Initialisierungswert
zugeordnet. Eine derartige unautorisierte Modifikation an dem Luftmassensensor kann
beispielsweise der Austausch des Luftmassensensors sein, ohne dass eine Steuereinrichtung,
die die Messsignale des Luftmassensensors erfasst und weiter verarbeitet, diesbezüglich
informiert ist. Dies kann beispielsweise bei einem Kraftfahrzeug durch ein Austauschen
des Luftmassensensors außerhalb einer dafür autorisierten Werkstatt sein.
Eine unautorisierte Modifikation kann besonders einfach daran erkannt
werden, dass eine negative Änderung des Adaptionswertes erfolgt, deren Betrag größer
ist als ein vorgegebener erster Schwellenwert, und eine Dauer seit
dem letzten Ermitteln des Korrekturwertes kleiner ist als ein vorgegebener zweiter
Schwellenwert. Die Dauer kann dabei besonders einfach eine Zeitdauer sein, sie kann
jedoch auch abhängig von der Betriebsdauer des Luftmassensensors sein und so beispielsweise
bei einer Brennkraftmaschine abhängig sein von einer bestimmten Anzahl an Fahrzyklen
oder einer zwischenzeitlich zurückgelegten Fahrtstrecke sein.
Es ist ferner besonders vorteilhaft, wenn eine außergewöhnliche Verschmutzung
des Luftmassensensors erkannt wird und zwar dann, wenn eine positive Änderung des
Adaptionswertes, deren Betrag größer ist als ein vorgegebener dritter Schwellenwert,
und eine Dauer seit dem letzten Ermitteln des Korrekturwertes, die kleiner ist als
ein vorgegebener vierter Schwellenwert charakteristisch sind für eine außergewöhnliche
Verschmutzung an dem Luftmassensensor. Es kann dann bei erkannter außergewöhnlicher
Verschmutzung einfach eine Fehlreaktion erfolgen.
Vorteilhaft ist diese Fehlreaktion ein Hinweis auf einen Fehler, der
so erfolgt, dass ein Fahrer eines Kraftfahrzeugs, in dem der Luftmassenmesser angeordnet
sein kann, erkennt, dass ein Fehler vorliegt. Der Fehler kann so z.B. optisch oder
akustisch angezeigt werden.
Ferner ist es vorteilhaft, wenn mindestens ein erster Korrekturwert
und ein zweiter Korrekturwert ermittelt werden. Der erste Korrekturwert wird ermittelt,
wenn vorgegebene erste Betriebsbedingungen vorliegen. Der zweite Korrekturwert wird
ermittelt, wenn vorgegebene zweite Betriebsbedingungen vorliegen. Abhängig von dem
ersten Korrekturwert wird ein erster Adaptionswert angepasst. Abhängig von dem zweiten
Korrekturwert wird ein zweiter Adaptionswert angepasst. Nachfolgend erfasste Messwerte
des Luftmassensensors werden mit einem Adaptionswert korrigiert, der abhängig von
den aktuellen Betriebsbedingungen zwischen dem ersten und dem zweiten Adaptionswert
interpoliert ist. Dadurch können einfach für unterschiedliche Betriebsbedingungen
entsprechend angepasste Adaptionswerte ermittelt werden und zur weiteren Korrektur
der Messwerte eingesetzt werden. Wenn mehr als zwei Korrekturwerte ermittelt werden,
werden bei entsprechend vorgegebenen weiteren Betriebsbedingungen, werden dann auch
entsprechend zusätzliche Adaptionswerte angepasst und der Adaptionswert wird dann
auch durch Interpolieren zwischen den ersten, zweiten und weiteren Adaptionswerten
korrigiert. So kann mit wachsender Anzahl an Adaptionswerten für unterschiedliche
Betriebsbedingungen über einen sehr weiten Betriebsbereich des Luftmassensensors
ein äußerst präzises Korrigieren des Messwertes des Luftmassensensors gewährleistet
werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im folgenden anhand der schematischen
Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
1 eine Brennkraftmaschine mit einem Luftmassensensor,
2A, 2B
ein Ablaufdiagramm einer ersten Ausführungsform eines Programms zum Anpassen eines
Adaptionswertes eines Luftmassensensors,
3A und 3B
ein weiteres Ablaufdiagramm einer zweiten Ausführungsform eines Programms zum Anpassen
mehrerer Adaptionswerte und
4 ein Ablaufdiagramm eines Programms
zum Durchführen des Adaptierens des Messwertes des Luftmassensensors.
Elemente gleicher Konstruktion und Funktion sind figurenübergreifend
mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
Eine Brennkraftmaschine (1) umfasst einen
Ansaugtrakt 1, einen Motorblock 2, einen Zylinderkopf
3 und einen Abgastrakt 4. Der Ansaugtrakt umfasst vorzugsweise
eine Drosselklappe 11, ferner einen Sammler 12 und ein Saugrohr
13, das hin zu einem Zylinder Z1 über einen Einlasskanal in den Motorblock
geführt ist. Ferner kann in den Ansaugtrakt 1, bevorzugt im Bereich des
Sammlers 12 eine Abgasrückführeinrichtung 13A münden, welche Abgase
aus dem Abgastrakt 4 zurück in den Ansaugtrakt 1 führt. Die Menge
des rückgeführten Abgases ist mittels eines Abgasrückführventils 13B steuerbar.
Der Motorblock umfasst ferner eine Kurbelwelle 21, welche über eine Pleuelstange
25 mit dem Kolben 24 des Zylinders Z1 gekoppelt ist.
Der Zylinderkopf 3 umfasst einen Ventiltrieb mit einem Einlassventil
30, einem Auslassventil 31 und Ventilantrieben 32,
33. Der Antrieb des Gaseinlassventils 30 und des Gasauslassventils
31 erfolgt dabei mittels der Nockenwelle. Der Zylinderkopf 3 umfasst
ferner ein Einspritzventil 34.
Ferner ist eine Steuereinrichtung 6 vorgesehen, die auch
als Vorrichtung zum Steuern der Brennkraftmaschine bezeichnet werden kann und der
Sensoren zugeordnet sind, die verschiedene Messgrößen erfassen und jeweils den Messwert
der Messgröße ermitteln. Die Steuereinrichtung 6 ermittelt abhängig von
mindestens einer der Messgrößen Stellgrößen, die dann in ein oder mehrere Stellsignale
zum Steuern der Stellglieder mittels entsprechender Stellantriebe umgesetzt werden.
Die Sensoren sind ein Pedalstellungsgeber 71, welcher die
Stellung eines Fahrpedals 7 erfasst, ein Luftmassenmesser 14,
welcher einen Luftmassenstrom stromaufwärts der Drosselklappe 11 erfasst,
ein Temperatursensor 15, welcher die Ansauglufttemperatur T erfasst, ein
Drucksensor 16, welcher den Saugrohrdruck erfasst, ein Kurbelwellenwinkelsensor
22, welcher einen Kurbelwellenwinkel erfasst und aus dem dann eine Drehzahl
N ermittelt wird, ein weiterer Temperatursensor 23, welcher eine Kühlmitteltemperatur
erfasst und ein Nockenwellenwinkelsensor 36a, welcher den Nockenwellenwinkel
erfasst. Je nach Ausführungsform der Erfindung kann eine beliebige Untermenge der
genannten Sensoren oder auch zusätzliche Sensoren vorhanden sein.
Die Stellglieder sind beispielsweise die Drosselklappe 11,
die Gaseinlass- und Gasauslassventile 30, 31, das Einspritzventil
34 und das Abgasrückführventil 13B.
Neben dem Zylinder Z1 kann die Brennkraftmaschine auch noch weitere
Zylinder Z2-Z4 umfassen, denen dann ebenfalls entsprechende Stellglieder zugeordnet
sind.
Ein Programm zum Ermitteln eines Adaptionswertes, das in der Steuereinrichtung
6 abgespeichert ist, wird beim Betrieb der Brennkraftmaschine abgearbeitet.
Das Programm wird in einem Schritt S1 (2A) gestartet,
in dem gegebenenfalls Variablen initialisiert werden. Der Start erfolgt vorzugsweise
kurz nach dem Beginn des Motorstarts.
In einem Schritt S2 werden aktuelle Betriebsbedingungen BB ermittelt.
Dies erfolgt bevorzugt abhängig von der Drehzahl N, dem Drosselverlauf THR, der
Ansaugluftemperatur T und der Abgasrückführrate EGR und gegebenenfalls auch noch
abhängig von weiteren Größen oder auch nur abhängig von einem Teil der genannten
Größen.
In einem Schritt S3 wird geprüft, ob die aktuellen Betriebsbedingungen
BB gleich sind vorgegebenen ersten Betriebsbedingungen BB1. Die vorgegebenen ersten
Betriebsbedingungen BB1 können beispielsweise sein, dass die Drehzahl N einen Wert
von z.B. 1.000 Umdrehungen hat und der Drosselverlauf, die Temperatur T und die
Abgasrückführrate vorgegebene, möglichst konstante, Werte einnehmen.
Ist die Bedingung des Schrittes S3 nicht erfüllt, so wird die Bearbeitung
in einem Schritt S4 fortgesetzt, in dem das Programm für eine vorgegebene Wartezeitdauer
T W verharrt, bevor erneut die Bearbeitung in dem Schritt S2 fortgesetzt wird. Ist
die Bedingung des Schrittes S3 hingegen erfüllt, so wird in einem Schritt S5 ein
erster Messwert MW1 ermittelt. Der erste Messwert MW1 ist bevorzugt der Messwert
des Luftmassensensors 14.
In einem Schritt S6 wird ein Vergleichswert VW ermittelt und zwar
abhängig von mindestens einem zweiten Messwert MW2 eines weiteren Sensors, so z.B.
des Saugrohrdrucksensors 16. Abhängig von dem zweiten Messwert MW2 wird
dann der Vergleichswert, beispielsweise mittels eines physikalischen Modells ermittelt,
also bevorzugt ein Vergleichswert des Luftmassenstroms ermittelt.
In einem Schritt S7 wird ein erster Korrekturwert KW1 abhängig von
dem ersten Messwert MW1 und dem Vergleichswert VW ermittelt. Dies kann beispielsweise
erfolgen durch Bilden der Differenz, des Vergleichswertes VW und des ersten Messwertes
MW1.
In einem Schritt S8 wird ein erster Adaptionswert AD1 ermittelt. Ein
[n] bezeichnet dabei den aktuell berechneten Wert und ein [n-1] bedeutet ein bei
der vorangegangenen Anpassung ermittelter Wert. Der aktuelle erste Adaptionswert
AD1 wird dann abhängig von dem vorangegangenen ersten Adaptionswert AD1 und dem
ersten Korrekturwert KW1 ermittelt. Dies erfolgt bevorzugt mittels eines Filters
erster Ordnung. Es kann jedoch auch mittels eines Filters höherer Ordnung oder auf
andere dem Fachmann für derartige Adaptionen bekannte Art und Weise erfolgen.
In einem schritt S10 wird geprüft, ob der erste Adaptionswert AD1,
der aktuell ermittelt wurde, bezüglich seines Betrags größer ist als ein vorgegebener
Extremwert EXTR. Der Extremwert ist so vorgegeben, dass bei Überschreiten des Extremwertes
davon ausgegangen werden kann, dass ein derartiges Überschreiten aufgrund der Eigenschaften
des Luftmassensensors und der Signalverarbeitung nicht möglich ist und somit eine
Begrenzung auf diesen Wert erfolgen muss. Beispielsweise kann der Extremwert EXTR
10 bis 20 % des ermittelten Vergleichswertes betragen.
Ist die Bedingung des Schrittes S10 erfüllt, so wird in einem Schritt
S11 der erste Adaptionswert AD1 je nach seinem Vorzeichen auf einen Minimalwert
AD_MIN oder einen Maximalwert AD_MAX begrenzt.
Ist die Bedingung des Schrittes S10 hingegen nicht erfüllt, so wird
in einem Schritt S12 (2B) geprüft, ob die Änderung
des ersten Adaptionswertes AD1, die mittels der Differenzbildung aus dem aktuellen
und dem vorangegangenen ersten Adaptionswert AD1 ermittelt wird, charakteristisch
ist für eine unautorisierte Modifikation an dem Luftmassensensor. Die Änderung des
ersten Adaptionswertes AD1 ist beispielsweise dann charakteristisch für die unautorisierte
Modifikation UM, wenn sie ein von dem jeweiligen Luftmassensensor abhängiges Vorzeichen
hat und ihr Betrag einen Luftmassensensorabhängigen Wert überschreitet
und gleichzeitig die Dauer seit der vorangegangenen Adaption einen vorgebbaren Wert
unterschreitet. Eine derartige unautorisierte Modifikation kann beispielsweise bei
einem Luftmassenmesser darin bestehen, dass der als Heißfilmwiderstand ausgebildete
Heizwiderstand gereinigt wurde, diese Information der Steuereinrichtung
6 jedoch nicht verfügbar ist. Ist die Bedingung des Schrittes S12 erfüllt,
so wird in einem Schritt S13 der erste Adaptionswert AD1 mit einem Initialisierungswert
AD1_INI für den ersten Adaptionswert AD1 belegt. Dieser Initialisierungswert AD1_INI
kann beispielsweise null betragen.
Ist die Bedingung des Schrittes S12 hingegen nicht erfüllt, so wird
in einem Schritt S14 der erste Adaptionswert AD1 erneut ermittelt und zwar abhängig
von der Dauer D_AD1 seit der letzten gültigen Anpassung des ersten Adaptionswertes
AD1, dem vorangegangenen ersten Adaptionswertes AD1, also nicht des in dem Schritt
S8 bei dem aktuellen Berechnungsdurchlauf des Programms ermittelten ersten Adaptionswertes
AD1, und des Korrekturwertes KW1 ermittelt. Dabei kann berücksichtigt werden, dass
mit steigender Dauer D_AD1 seit der letzten gültigen Anpassung des ersten Adaptionswertes
AD1, insbesondere dann wenn der Korrekturwert KW1 einen vorgegebenen Wert überschreitet,
der Korrekturwert KW1 stärker eingeht in die Anpassung des ersten Adaptionswertes
AD1. Dadurch kann einfach berücksichtigt werden, dass bei seltenem Erreichen des
Betriebspunktes zu dem die vorgegebenen ersten Betriebsbedingungen BB1 erfüllt sind,
dennoch dann, wenn die Anpassung des ersten Adaptionswertes AD1 durchgeführt wird,
eine entsprechend starke Anpassung des ersten Adaptionswertes AD1 erfolgt und somit
eine Verringerung eines eventuellen Fehlers bei der Ermittlung des Messwertes und
zwar des korrigierten Messwertes MW_KOR.
Im Anschluss an den Schritt S14 wird die Bearbeitung in dem Schritt
S2 fortgesetzt.
Eine zweite Ausführungsform des Programms zum Anpassen von Adaptionswerten
ist im folgenden anhand der 3A und 3B
und den dort dargestellten Ablaufdiagrammen beschrieben. Es werden im Folgenden
nur die Unterschiede zu dem Programm gemäß der 2A und
2B beschrieben.
Das Programm wird in einem Schritt S16 gestartet, in dem gegebenenfalls
Variablen initialisiert werden. In einem Schritt S18 werden die aktuellen Betriebsbedingungen
entsprechend dem Schritt S2 ermittelt. In einem Schritt S20 wird anschließend geprüft,
ob die aktuellen Betriebsbedingungen BB gleich sind den vorgegebenen ersten Betriebsbedingungen
BB1, die beispielsweise im wesentlichen bestimmt sein können durch die Drehzahl
und z.B. bezüglich der Drehzahl erfüllt sein können, wenn diese einen Wert von etwa
1000 Umdrehungen hat.
Ist die Bedingung des Schrittes S20 erfüllt, so wird in einem Schritt
S22 der erste Messwert MW1 des Luftmassensensors 14 ermittelt. In einem
Schritt S24 wird anschließend der Vergleichswert VW ermittelt und zwar abhängig
von dem zweiten Messwert MW2 mindestens eines weiteren Sensors. Dieser weitere Sensor
ist bevorzugt der Saugrohrdrucksensor 16 und dementsprechend ein von diesem
erfasster Messwert des Saugrohrdrucks. Er kann zusätzlich oder alternativ beispielsweise
auch der Kurbelwellenwinkelsensor, der die Drehzahl N der Kurbelwelle erfasst und/oder
ein Sensor, der den Drosselverlauf THR der Drosselklappe 11 erfasst. Mittels
eines entsprechenden Modells wird dann aus diesen zweiten Messwerten MW2 der Vergleichswert
VW ermittelt.
In einem Schritt S26 wird anschließend der erste Korrekturwert KW1
abhängig von dem ersten Messwert MW1 und dem Vergleichswert ermittelt. Der Vergleichswert
VW wird dabei vorzugsweise als der Referenzwert, also als der richtige Wert betrachtet.
So wird in dem Schritt S26 der erste Korrekturwert KW1 bevorzugt aus der Differenz
des Vergleichswertes VW und des ersten Messwertes MW1 ermittelt.
In einem Schritt S28 wird anschließend ein aktueller erster Adaptionswert
AD1 ermittelt, abhängig von dem vorangegangenen ersten Adaptionswert AD1 und dem
Korrekturwert KW1. Dies erfolgt entsprechend dem Schritt S8 bevorzugt mittels eines
Filters erster Ordnung. Es kann jedoch auch mittels eines Filters höherer Ordnung
erfolgen.
In einem Schritt S30 wird geprüft, ob der Betrag des ersten Adaptionswertes
und zwar des aktuellen ersten Adaptionswertes größer ist als der Extremwert EXTR.
Dies erfolgt entsprechend dem Schritt S10. Ist die Bedingung des Schrittes S30 erfüllt,
so wird die Bearbeitung in einem Schritt S32 fortgesetzt, der dem Schritt S11 entspricht.
Im Anschluss an den Schritt S32 wird die Bearbeitung des Programms
in einem Schritt S18 fortgesetzt.
Ist die Bedingung des Schrittes S30 nicht erfüllt, so wird in einem
Schritt S38 ein Wert ermittelt, der charakteristisch ist für die unautorisierte
Modifikation UM an dem Luftmassensensor, bevorzugt dem Luftmassenmesser
14. Dies erfolgt bevorzugt abhängig von dem aktuellen ersten Adaptionswert
AD1, dem vorangegangenen ersten Adaptionswert AD1, einem ersten Schwellenwert SW1,
der Dauer D_AD1 seit der letzten gültigen Anpassung des ersten Adaptionswertes AD1
und einem zweiten Schwellenwert SW2. Dabei ist die unautorisierte Modifikation
UM an dem Luftmassensensor 14, dann gegeben, wenn die Differenz des aktuellen
und des vorangegangenen ersten Adaptionswertes AD1, d.h. dessen Änderung, größer
ist als der vorgegebene erste Schwellenwert SW1 und gleichzeitig die Dauer D_AD1
seit der letzten gültigen Anpassung des ersten Adaptionswertes AD1 kleiner ist als
der vorgegebene zweite Schwellenwert SW2.
In einem Schritt S40 wird anschließend geprüft, ob eine unautorisierte
Modifikation UM an dem Luftmassensensor vorliegt. Ist dies der Fall, so wird in
dem Schritt S42 der aktuelle erste Adaptionswert gleichgesetzt dem Initialisierungswert
AD1_INI des ersten Adaptionswertes AD1 und zwar mittels des Initialisierungswertes
AD1_INI des ersten Adaptionswertes AD1. Darüber hinaus wird in dem Schritt S42 auch
noch ein aktueller zweiter Adaptionswert AD2 mit einem Initialisierungswert AD2_INI
des zweiten Adaptionswertes AD2 initialisiert. Dadurch wird dann sichergestellt,
dass alle Adaptionswerte AD1, AD2 in erneuten Berechnungszyklen unbelastet von den
vorangegangenen Berechnungszyklen ermittelten Adaptionswerten AD1, AD2 erneut angepasst
werden können und so dem Umstand Rechnung getragen wird, dass der Luftmassensensor
modifiziert wurde, z.B. ausgetauscht wurde.
In einem Schritt S44 wird, wenn die Bedingung des Schrittes S40 nicht
erfüllt ist, gegebenenfalls erneut der erste Adaptionswert AD1 ermittelt und zwar
entsprechend zu dem Schritt S14.
In einem Schritt S46 wird dann geprüft, ob die Differenz des aktuellen
Adaptionswertes AD1 und des vorangegangenen ersten Adaptionswertes AD1 größer ist
als ein dritter Schwellenwert und gleichzeitig die Dauer D_AD1 seit der letzten
Anpassung des ersten Adaptionswertes AD1 kleiner ist als ein vorgegebener vierter
Schwellenwert SW4. Ist die Bedingung des Schrittes S46 nicht erfüllt, so wird die
Bearbeitung gegebenenfalls nach der vorgegebenen Wartezeitdauer T_W in dem Schritt
S18 fortgesetzt.
Ist die Bedingung des Schrittes S46 jedoch erfüllt, so liegt ein Fehler
vor und die Bearbeitung wird in einem Schritt S48 fortgesetzt. Auf den Fehler wird
gegebenenfalls erst nach mehrfachem Erfülltsein der Bedingung des Schrittes S46
bei aufeinanderfolgenden Berechnungsdurchläufen erkannt und es erfolgt dann eine
Fehlreaktion, die beispielsweise darin bestehen kann, dass eine Fehlerindikationslampe
MIL, die auch als malfunction indication lamp bezeichnet ist, dem Fahrer eines Kraftfahrzeugs,
in dem der Luftmassenmesser angeordnet ist, einen Fehler signalisiert. Anschließend
wird die Bearbeitung, gegebenenfalls nach der vorgegebenen Wartezeitdauer TW, erneut
in dem Schritt S18 fortgesetzt.
Ist die Bedingung des Schrittes S20 hingegen nicht erfüllt, d.h. die
aktuellen Betriebsbedingungen BB entsprechen nicht den vorgegebenen ersten Betriebsbedingungen
BB1, so wird in einem Schritt S50 geprüft, ob die aktuellen Betriebsbedingungen
BB vorgegebenen zweiten Betriebsbedingungen BB2 entsprechen. Die vorgegebenen zweiten
Betriebsbedingungen BB2 hängen beispielsweise maßgeblich ab von der Drehzahl N und
sind diesbezüglich z.B. erfüllt, wenn die Drehzahl in etwa den Wert 3000 Umdrehungen
hat.
Falls die Bedingung des Schrittes S50 nicht erfüllt ist, so wird die
Bearbeitung in dem Schritt S34 fortgesetzt. Ist die Bedingung des Schrittes S50
hingegen erfüllt, so wird in einem Schritt S52 der erste Messwert MW1 des Luftmassensensors
14 erfasst.
In einem Schritt S54 wird anschließend der zweite Messwert MW2 des
weiteren Sensors, also bevorzugt des Saugrohrdrucksensors 16 und beispielsweise
des Kurbelwellensensors 22 erfasst und dann abhängig von diesem oder diesen
zweiten Messwerten MW2 der Vergleichswert VW ermittelt. Dies erfolgt entsprechend
dem Schritt S24 und dem Schritt S6.
In einem Schritt S56 wird anschließend ein zweiter Korrekturwert KW2
abhängig von dem in dem Schritt S52 ermittelten ersten Messwert MW1 und dem Vergleichswert
VW ermittelt. Dies erfolgt entsprechend der Schritte S26 und S7 durch Differenzbildung.
In einem Schritt S58 wird der zweite Adaptionswert AD2 angepasst und
zwar abhängig von dem bei einer vorangegangenen Anpassung angepassten zweiten Adaptionswert
AD2 und dem zweiten Korrekturwert KW2. Dies erfolgt dann auch entsprechend dem Schritt
S28.
Anschließend erfolgt die Abarbeitung eines Schrittes S59, der den
Schritten S32 bis S48 angepasst für die Ermittlung des zweiten Adaptionswertes AD2
entspricht, wobei dann entsprechend, z.B. die Dauer D_AD1 seit der letzten gültigen
Anpassung des ersten Adaptionswertes AD1 durch eine Dauer D_AD2 der Dauer seit der
letzten gültigen Anpassung des zweiten Adaptionswertes AD2, der erste Korrekturwert
KW1 durch den zweiten Korrekturwert KW2 ersetzt sind. Darüber hinaus kann das Programm
auch entsprechend angepasst sein für das Anpassen weiterer Adaptionswerte, bei dem
Vorliegen dritter, vierter und weiterer vorgegebener Betriebsbedingungen. Das Programm
gemäß der 3A, 3B
kann jedoch auch entsprechend angepasst sein für lediglich des Ermittelns des ersten
Adaptionswertes AD1.
In 4 ist ein Ablaufdiagramm eines Programms
dargestellt, mittels dessen die Messwerte MW1 des Luftmassensensors
14 korrigiert werden. Das Programm wird in einem Schritt S60 gestartet.
In einem Schritt S62 werden die aktuellen Betriebsbedingungen BB ermittelt
und zwar entsprechend dem Schritt S18. Gegebenenfalls können die aktuellen Betriebsbedingungen
in dem Schritt S62 auch nur abhängig von einer oder mehreren maßgeblichen Messgrößen
ermittelt werden, so z.B. lediglich abhängig von der Drehzahl N. In einem Schritt
S66 wird dann der aktuelle Adaptionswert AD abhängig von den in dem Schritt S62
ermittelten Betriebsbedingungen BB und entsprechend Interpolation zwischen dem oder
den ermittelten Adaptionswerten AD1, AD2 und gegebenenfalls weiteren Größen ermittelt.
In einem Schritt S66 wird dann der erste Messwert MW1 ermittelt. In
einem Schritt S68 wird anschließend ein korrigierter erster Messwert MW_KOR durch
Summieren des ersten Messwertes MW1 und des aktuellen Adaptionswertes AD ermittelt.
Anschließend verharrt das Programm für eine vorgegebene Wartezeitdauer T_W in dem
Schritt S70 bevor die Bearbeitung erneut in dem Schritt S62 fortgesetzt wird.
Der oder die Adaptionswerte werden grundsätzlich gespeichert und stehen
so bei einem erneuten Start des Programms wieder zur Verfügung.